Wer hat Lust, sich gesünder zu ernähren?

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich sage doch, dass es gesundheitlich einen Unterscheid macht, aber leider nicht auf der Waage. Der kann ich nicht sagen, "Also hör mal, die 400kcal sind jetzt gesundes Fett, berücksichtige das bitte beim Wiegen." :tongue:
 

Benutzer144187 

Sehr bekannt hier
Mir ist halt nur schon lange aufgefallen (und ich wollte auch schon lange etwas dazu schreiben, habe mich bisher aber noch nicht dazu durchgerungen), dass viele Beiträge hier besser in den "Abnehm-Thread" passen, es geht ganz viel um kalorienreduzierte Ernährung, teils im gesunden, teils wie ich finde im ungesunden Rahmen.
Der Punkt ist halt der: Wer "nur" 2, 3 Kilo abnehmen will, ist hier wohl besser aufgehoben. Hier gibt es weniger Leute, die wirklich über längere Zeit hinweg ein grosses Kaloriendefizit durchziehen und mehr, die sich ab und zu Schokolade und Co. erlauben. Das frustriert im Abnehmthread und ganz oft kam dort auch schon das Argument: "Du musst doch gar nicht abnehmen."
An wenig Kalorien an sich ist erstmal gar nichts ungesund, da halt für jeden etwas anderes wenig ist. Würde ich meinem 1.90 Mann 1'200 Kalorien füttern würde ich das ja noch verstehen. Ich, mit meinen 1.63 müsste da schon sehr lange so essen, bevor ich ernsthafte gesundheitliche Probleme bekomme.
Das ist ein Argument, das ich nicht nur hier im virtual, sondern auch im real life viel zu oft höre. "Die Umstände und das Umfeld sind schuld". Ich bin - aus eigener Erfahrung - davon überzeugt, dass man auch im privaten und im Arbeitsumfeld nicht gezwungen ist, sich ungesund zu ernähren oder kalorientechnisch total über's Ziel hinaus zu schießen. Aber das ist unbequem
Ich gebe meinem Umfeld nicht die "Schuld" daran.
Ich bin ein erwachsener, mündiger Mensch, der sich entscheidet mehr zu essen, als ich kalorienmässig bräuchte.
Bequemer ist es, sich da vollzuhauen (schmeckt ja auch gut!) und sich dann unter der Woche zu kasteien. Das ist für mich aber wieder keine gesunde Ernährung. "Steak & Salat" oder "Fish & Salat" gehen fast immer. Und den Nachtisch abzulehnen sollte auch in kaum einer Situation eine Affront darstellen.
Ich weiss nicht, was du unter vollhauen verstehst, aber tatsächlich sprengt ein üppiges Abendessen (sogar ohne Dessert) meist "meinen" Kalorienrahmen, wenn ich schon ausgiebig frühstücken und mittagessen würde.
Ich "kasteie" mich auch nicht. Ich mag Salat mit Ei/Hühnchen/Fisch sehr gerne. Aber dann koche ich halt mal abends nicht die leckere Pasta, sondern begnüge mich mit einer Gazpacho mit Gambas. So als Beispiel.
Ich mag viele kalorienarme Gerichte und wenn ich weiss, ich gehe am Freitag zum Italiener (gute Griechen gibts hier leider nicht viele), dann lasse ich am Donnerstag halt mal ein paar Kalorienbomben weg. Was soll daran ungesund sein? Im Prinzip ist das ja auch eine Form von Ausgewogenheit.
"Gesund" ernähren heißt für mich auf eine ausgewogene, transfett-arme, zuckerarme, vitaminreiche... Ernährung zu achten. Ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was gut für den eigenen Körper ist.
Da stimme ich dir sogar zu. Und würde behaupten, dass ich mich die meiste Zeit so ernähre.
ich habe schon häufig Beiträge gelesen, die (nicht wörtlich!) irgendwelche Tagesbilanzen ziehen, in denen dann "Snack: eine Milchschnitte" oder "ein Kinder Bueno" oder was auch immer auftauchen. Häufig noch unterlegt mit "ich brauch das einfach für meinen Seelenfrieden." Das ist dann für mich einfach nicht "Wer hat Lust, sich gesünder zu ernähren?"
Wieso denn nicht? Wenn jemand vorher 1 Kilo Schokolade gefuttert hat, dann ist das doch eine eindeutige Verbesserung?
Ich persönlich kann das auch nicht nachfühlen. Ich habe quasi nie Lust auf Süsses und selbst wenn ich PMS habe kaufe ich mir zwar Süsskram - der verrottet dann aber im Küchenschrank.
Trotzdem finde ich, dass keine Lebensmittel das Schild "Verboten"-Schild verpasst bekommen sollten. Wenn man da drauf halt Lust hat, dann ist das so.
Und wenn es einem hilft, jeden Tag nach dem Gemüse noch einen Kinderriegel zu essen, dann ist das doch eigentlich auch schon gut.
Übrigens: ich habe Dein Safrantagliatelle-Bild nicht mit "heiß" bewertet, um mich einzuschleimen. Das sah einfach unglaublich lecker aus :smile: Und steht grundätzlich gesunder Ernährung sicher auch kein bisschen entgegen.
Off-Topic:
Das habe ich auch nicht angenommen :smile: Nicht im Bild war ein sehr leckerer Zucchinisalat. Und ich finde meine Mahlzeit von gestern nicht nur nicht ungesund, sondern mit Shrimps (Protein), Pasta (Kohlehydrate) und Zucchini (Gemüse) eigentlich sogar recht gesund.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Die Belege dafür, dass einen eine "supergesunde" Ernährung so wahnsinnig viele Vorteile bringt sind gar nicht mal so groß. Wenn man im Prinzip die größte Scheisse vermeidet und guckt, nicht allzu dick zu werden hat man doch echt schon 90% abgedeckt, was einem die Ernährung so an Vorteilen bringen kann. Ob es einem der letzte Rest Optimierung dann wert ist...

Vieles aus dem Bereich Ernährung ist einfach auch Unsinn. Diese "Bluezones" (Mediterrane Ernährung, Okinawa, ganzen Paleostämme), in denen viele Leute besonders alt werden sind in ihren Ländern z.B. oft auch relativ arme Gegenden. Man vermutet inzwischen, dass die Leute gar nicht so alt werden, sondern das Standesregister da einfach nur fragwürdig ist.
 

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
Die Belege dafür, dass einen eine "supergesunde" Ernährung so wahnsinnig viele Vorteile bringt sind gar nicht mal so groß
Ich finde auch, das Meiste ließe sich mit ein bißchen gesundem Menschenverstand regeln.

Nach Möglichkeit selbst mit möglichst frischen Zutaten kochen, Fertiggerichte/Pülverchen meiden, viel frisches Gemüse/Obst, Chips und Schoggi nur in Maßen, dito Alk.

Wenn man sich dann einmal im Monat 'nen Hamburger/TK-Pizza/Pommes/Calamaris gönnt, macht das nicht nur den Kohl nicht fett.
 

Benutzer172677 

Sehr bekannt hier
Zumal über das, was gesund ist, ja auch immer wieder trefflich gestritten wird.

Mir persönlich bringt es schon große Vorteile, auf einiges relativ streng zu achten.
Neben den handfesteren Sachen wie mehr Untergewicht vermeiden und Muskelmasse erhalten, die einfach mehr als nur optische Vorteile bringt, sind das weniger Migräne, bessere Haut, höhere Leistungsfähigkeit/weniger Schlappheit, weniger Wassereinlagerungen, deutlich weniger depressive Verstimmungen und allgemein ein viel besseres Lebens/Körpergefühl.

Mir fällt es nur gerade wegen des Untergewichtes und des hohen Kalorienbedarfs manchmal schwer, denn so eigentlich wäre es ja egal, wenn ich noch Chips und Schokolade
esse :whistle:

Aber dafür brauche ich kein abgedrehtes Ernährungskonzept und Superfoods.
Eigentlich weiß man ja, was gut ist und was nicht.

Bei mir läuft es hauptsächlich auf mediterrane Ernährung raus, aber nur, weil ich da herkomme, so kochen gelernt hab und es gewohnt bin.
 

Benutzer132552 

Meistens hier zu finden
So weit, wie es nach meinem Beitrag scheint, bin ich mit vielen hier gar nicht auseinander. Dem Beitrag von K Katjes ist in meinen Augen gar nicht hinzuzufügen, geschweige denn entgegen zu stellen.

Schweinebacke Schweinebacke : auch Dir gebe ich recht. Zumal in D die Lebenserwartung immer noch steigt. In den USA sinkt sie allerdings seit ein paar Jahren wieder, das ist sicher auch mit auf Ernährugsgewohnheiten in Teilen der Bevölkerung zurück zu führen. Wo Du Paleo-Stämme erwähnst: gestern zur sogenannten Paleo-Diät im Radio gehört: "eine Ernährungsform als gesund zu propagieren, die aus einer Zeit stammt, in der die durchschnittliche Lebenserwartung um die 35 Jahre betrug, ist schon ein interessanter Ansatz."
 

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
Bei mir läuft es hauptsächlich auf mediterrane Ernährung raus, aber nur, weil ich da herkomme, so kochen gelernt hab und es gewohnt bin.
Ist ja wohl auch nicht das Schlechteste...

Die klassische deutsche Hausmannskost ist ja auch nicht per se ungesund - vieles stammt aber halt aus 'ner Zeit, als die Leute schwer körperlich arbeiten mußten und entsprechend Kalorien brauchten.

Aber heutzutage wird sich wohl niemand mehr auschließlich von Eisbein mit Sauerkraut ernähren; anders als früher muß man im Winter ja nicht auf eingekochtes Obst und Gemüse zurückgreifen, ehemals exotische Früchte und Gemüse sind längst Alltag.

Unsere Grundschullehrerin erzählte uns noch, daß sie als Kind (muß kurz nach der Währungsreform gewesen sein) mal krank war und eine wohlhabende Nachbarin ihr oder ihrer Mutter eine Apfelsine für das kranke Kind geschenkt habe...
 

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Schweinebacke Schweinebacke : auch Dir gebe ich recht. Zumal in D die Lebenserwartung immer noch steigt. In den USA sinkt sie allerdings seit ein paar Jahren wieder, das ist sicher auch mit auf Ernährugsgewohnheiten in Teilen der Bevölkerung zurück zu führen. Wo Du Paleo-Stämme erwähnst: gestern zur sogenannten Paleo-Diät im Radio gehört: "eine Ernährungsform als gesund zu propagieren, die aus einer Zeit stammt, in der die durchschnittliche Lebenserwartung um die 35 Jahre betrug, ist schon ein interessanter Ansatz."

"Paleo" ist mehr als nur Ernährung, es ist ein Way of life der als wichtige Komponente auch Sport und Entspannung beinhalten soll. Doch diese Komponente wird hier gerne unter den Tisch gekehrt. Leider sind die Paleo-Anhänger hierzulande, wie üblich, absolut verbissen und es nimmt da schon wieder religiöse Züge an.
Ich schätze jedoch sehr das "Primal" Konzept von Mark Sisson (Primal Blueprint), das ist genau mein Ding. Es ist wesentlich offener und stützt sich auf einen Rundumschlag von aktuellen Studien zum Thema und es entwickelt sich auch ständig weiter. Auch ganz gut ist das Buch The perfect Health Diet, gibts mittlerweile auch auf DE bei einem Medizinverlag. Absolut lesenswert und ein Augenöffner, jedoch sollte man kein Veganer sein.
Sind die Menschen damals tatsächlich nur 35 geworden oder ist das ein errechneter Durchschnittswert, der die immens hohe Kindersterblichkeit mit einbezieht?

Off-Topic:
Ich hab ja ne Stoffwechselerkrankung und anstatt mich zu Spritzen hab ich den Weg mit Sport und Ernährung gewählt und habe mich sehr sehr sehr sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Im Prinzip ist gesunde Ernährung für sich allein nur die letzten 5%. Viel wichtiger ist das, im Kontext zum Lebenswandel zu sehen. Kraftsport für verbesserten Insulinstoffwechsel, Ausdauersport und auch Fastenzeiten für verbesserte Fettoxidation und Mitochondrienbildung, sowie genügend Schlaf und Entspannung (aber auch mal die Sau rauslassen) für ein gesundes Hormonprofil. Denn der Mensch hat überlebt, weil er metabolisch flexibel ist, und das ist eben durch die Industrialisierung weitgehend verloren gegangen. Dazu eben eine nährstoffdichte und artgerechte Ernährung, sowie kluge Nahrungsmittelergänzung.


Aber ich meine, jeder soll sein Ding machen. Wer will, soll auf Fleisch verzichten, nur Obst essen das von allein vom Baum fällt. Ist mir wuppe. Solange sie mich damit in Ruhe lassen ist alles in Ordnung. Das Positive ist doch, dass man sich mit dem auseinandersetzt, was auf dem Teller liegt. Und wenn man das tut, verzichtet man in der Regel ganz automatisch auf Industriefraß aus der Tüte. Und das ist IMHO das gesündeste, was man in der Ernährung machen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer144187 

Sehr bekannt hier
Ich biete einen ungesunden Tag par excellence :tentakel:

Früh: Banana Pancake, Alpro Kaffee (237kcal)
Mittag: Salat mit zwei hart gekochten Eiern an Sesamdressing (326kcal)
Snack: Eiskaffee (120kcal)
Abendessen: Himbeergazpacho mit Feta, gemischtes Fleisch und Würste vom Grill, Grillgemüse, Quinoasalat (672kcal)

So, bis dahin allet jut. Und jetzt kommt der Wein :grin:
2,5dl Weisswein, 2dl Rosé, 1 Lillet vive (499kcal)

Naja, 1. musste die Mitte der Arbeitswoche gefeiert werden und 2. Gabs auf der Arbeit ein paar schockierende News, die verarbeitet werden mussten :ninja:
 

Benutzer132552 

Meistens hier zu finden
S showrunner : das mit der Paleo-Diät sollte nur eine Anekdote sein und keine wissenschaftlich fundierte Diskussion aufwerfen, ich glaube, so etwas muss ich deutlicher kennzeichnen. Es ist ja nicht nur die Kindersterblichkeit, die sich mindernd auf das Lebensalter ausgewirkt hat. Tatsächlich kann man "früher" und "heute" in meinen Augen kein Stück vergleichen, Lebensumstände, Jagd, Jagd- und sonstige Unfälle, keine ärztliche Versorgung in unserem Sinne... Früher sind die Leute nicht so alt geworden, weil sie anders gegessen haben, ist für mich wissenschaftlich eine völlig unzulässige und unhaltbare Aussage.

Ötzi ist so um die 45 geworden und war so mittelmäßig in Schuss, Quelle Ötzi – Wikipedia. Da steht auch, dass er zahlreiche Tätowierungen hatte. Es kommt ja nun auch niemand an und sagt, dass damit nachgewiesen ist, dass man mit Tätowierungen nicht älter als um die 45 wird :zwinker:

@all: Ich fürchte, ich bin in der ganzen Diskussion hier total missverstanden worden. Ansatz war, dass ich in einem anderen Thread behauptet habe, dass es hier häufig nicht um gesunde Ernährung, sondern um Abnehmen, Kalorienreduzieren usw. geht, und ich habe auch unbelegt behauptet, dass viele Beiträge sogar Richtung Mangelernährung gehen. Dazu stehe ich auch, auch wenn die nette und positiv-conträre Diskussion der letzten 48 Stunden NICHT in diese Richtung ging.

Ich bin ganz klar der Meinung, die hier in den letzten Beiträgen immer wieder hochgekommen ist, die ich auch versucht habe darzustellen, aber offensichtlich nicht deutlich genug: Jeder Körper tickt anders. Die einen kommen mit Ernährungsform a) gut zurecht, die anderen mit Ernährungsform b). Ja, es geht nur um die letzten 5 %, bedingt durch (noch immer) bessere ärztliche Versorgung, eine gute Versorgungslage an sich, grundsätzliche Verfügbarkeit vernünftiger Lebensmittel... steigt die Lebenserwartung in Deutschland (noch).

Ich finde halt einfach, dass mehr als die Hälfte der Beiträge im Abnehm-Thread besser aufgehoben wären. Und zwar fast alle, unter denen eine Kalorienzahl steht, häufig noch verbunden mit "es war ein guter Tag" oder "es war ein schlechter Tag". Letztlich ist das aber total egal, in welchem Thread das steht, aber ich bleibe bei meiner Aussage mit dem Kinder-Bueno, der für mich am ganz unteren Ende der Gesundheitskette steht. "Sich gesünder zu ernähren" hieße für mich, den durch ein Stück hochwertige 50 %-Schokolade zu ersetzen.

Denn "sich gesünder zu ernähren" ist ja nun zugegebenerweise auch sehr relativ. Wenn ich jeden Abend eine Pizza vom PizzaFlitzer weghaue und mit drei Litern Bier runterspüle, ernähre ich ich schon gesünder, wenn ich das nur noch dreimal die Woche mache, an den anderen Tagen selbstgekochte Nudeln ohne "Fix" mit einer fleischarmen Tomaten-Gemüse-Sauce mache und ein Glas Rotwein dazu trinke. Von einer gesunden Ernährung bin ich dann aber immer noch weit weg.

Ernähre ich mich gesund? Ich esse an ca. fünf Tagen in der Woche Fleisch und Geflügel - aber viel weniger als früher und vor allem in der Woche keinerlei verarbeitete Wurstwaren als Aufschnitt bzw. Brotbelag mehr. Fast ausschießlich Vollkornbrot und -brötchen vom Kleinbäcker, nicht aus der Supermarkttüte. Im Sommer zu viel Bratwurst vom Grill. Einmal wöchentlich Fisch, einmal wöchentlich vegetarisch. Viel Obst und Tomaten, regelmäßig Milchprodukte, Gemüse der Saison sowie rund ums Jahr Paprika, wenig Salat. Das alles nicht ausgezählt und fundamentalistisch, einfach so als überschlagene Menge.Ich koche ausschließlich selbst und ohne Fix-Tütchen. Fertiggerichte kommen nicht auf meine Tisch. Ich trinke keinerlei Limonaden und Säfte, weder gesüßt, noch gesüßtstofft, dafür aber an drei bis vier Abenden in der Woche Alkohol (Bier und Wein, nichts Härteres) und täglich schätze ich einen dreiviertel Liter Kaffee. Ich esse fast keine Süßigkeiten, im guten Restaurant genieße ich gute Desserts sehr. McDonalds & Co. kenne ich nur noch von außen, auch der Pizzabringdienst ist mittlerweile durch selbstgemachte Pizza ersetzt worden. Wenn meine Kollegen Currywurst essen gehen, gehe ich sechs bis neunmal im Jahr mit und genieße das Ding sehr. Ich esse, bis ich satt bin, nicht, bis das Buffet leer ist. Ich rauche nicht und habe in meinem Leben noch keine Drogen außer Alkohol zu mir genommen.

Gegen meine Gewohnheiten bis zum ca. 35. Lebensjahr ernähre ich mich damit in meinen Augen außerordentlich gesund. Gesundheitsapostel werden viel zu viel rotes Fleisch sehen, können mich als Betatrinker nach Jelinek definieren und auf die schädlichen Auswirkungen des ständigen Koffeinkonsums hinweisen. Und auch ich finde, dass ein bisschen weniger rotes Fleisch und ein bisschen weniger Wein und Bier meiner gesunden Ernährung duchaus noch Vorschub leisten könnten.

Mit diesem Lebensstil, viel moderater Bewegung an der "frischen Luft", moderatem Ausdauertraining, dass ich viel zu häufig vernachlässige, aber und mit der Genetik, die ich mitbekommen habe und für die ich nichts kann, bin ich mit über 50 Jahren außer ein bis zwei normalen Erkältungen im Jahr und zwei Magen- und Darminfektionen in den letzten 20 Jahren immer gesund gewesen und habe vor allem ohne Waage und ohne Kalorien zählen ein Gespür dafür, wann es Zeit ist, mal drei Kilo abzunehmen, um meinen "normalgewichtigen" BMI zwischen 22 und 23 zu halten (das triggere ich dann aber schon mit der Waage).

So, was will ich denn jetzt damit sagen? Ich glaube, dass jeder für sich einen halbwegs gesunden Lebensstil definieren und vor allem im Alltag zur Selbstverständlichkeit werden lassen muss, so wie ich es oben für mich beschrieben habe, ein Lebens- und Ernährungsstil, der ihn nicht zu fett werden lässt (ein Kilo Gewichtszunahme im Jahr ist nix, aber wenn das von 20 bis 50 jedes Jahr passiert, ist das Wort "fett" nicht mehr zu vermeiden) und den er (und natürlich alles auch "sie") einigermaßen diszipliniert durchziehen sollte. Kalorien zählen und Ernährung zu notieren kann dazu in meinen Augen ein zeitlich begrenztes Hilfsmittel sein, um einfach ein Gefühl für die Ernährung, die einem guttut zu bekommen. Aber auf lange Sicht halte ich es einfach auch für die "psychische Gesundheit" nicht für förderlich, täglich pedantisch zu zählen und gleich ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn da mal 2.100 kcal stehen, ein drittes Glas Wein auftaucht und von mir aus auch ein Kinder Bueno. Wobei beim Kinder Bueno und artverwandten Produkten bin ich schon ein bisschen fundamentalistisch :geknickt:...

Wentj Wentj : ich freue mich, dass Du Deinen Wein und den Lillet so richtig genossen und heute KEIN schlechtes Gewissen hast. Denn eins ist (für uns Beta-Alkoholiker nach Jelinek :smile:) klar:
Vor allem: Sauf, so lange du noch kannst. :tentakel:
 

Benutzer164664 

Verbringt hier viel Zeit
Ich halte ein (!) Kinder Bueno am Tag für gesünder als regelmäßigen (mehrmals pro Woche) Alkoholkonsum. Das will in diesem Land aber niemand hören, wir sind halt eine Kultur, in der das Nichttrinken auffälliger ist als das Trinken.
 

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Ich halte ein (!) Kinder Bueno am Tag für gesünder als regelmäßigen (mehrmals pro Woche) Alkoholkonsum. Das will in diesem Land aber niemand hören, wir sind halt eine Kultur, in der das Nichttrinken auffälliger ist als das Trinken.
pauschalisieren kann man das nicht.
Jede Gesellschaft hat und braucht ihre Drogen. Nicht nur bei uns, sondern überall.
 

Benutzer132552 

Meistens hier zu finden
Ich halte ein (!) Kinder Bueno am Tag für gesünder als regelmäßigen (mehrmals pro Woche) Alkoholkonsum. Das will in diesem Land aber niemand hören, wir sind halt eine Kultur, in der das Nichttrinken auffälliger ist als das Trinken.

Bin ich denn so schlecht zu verstehen?
Ich dachte, bei

Wobei beim Kinder Bueno und artverwandten Produkten bin ich schon ein bisschen fundamentalistisch :geknickt:...

wäre die (Selbst)ironie auch ohne Körpersprache und Blickkontakt rüber gekommen, aber dem war wohl nicht (bei allen) so.

Beides ist ungesund, und beides ist völlig unterschiedlich ungesund. Und Alkohol ist ein mächtiges Problem in unserer Gesellschaft. Wenn jemand, der sich viermal die Woche zwei Liter Bier oder eine Flasche Wein reinhaut, stattdessen einen Kinder Bueno reinpfeift, hat er tatsächlich und ohne jeden Zweifel einen sehr, sehr deutlichen Schritt zur "gesünderen Ernährung" getan. Es sterben viele Menschen an übertriebenem Alkoholkonsum, wahrscheinlich aber niemand an einem Kinder Bueno am Tag. Und auch nicht an zwei (und bitte, bitte jetzt nicht diesen Satz rauszitieren und schreiben "das kannst Du so nicht sagen, ich kannte aber mal einen Diabetiker, der hat einen Schokoriegel gegessen, sein Besteck nicht dabei gehabt und der ist dann gestorben, weil er nicht spritzen konnte"). Aber wenn jemand, der jahrelang verzweifelt jede Kalorie zählt und versucht, auf Zucker und andere "Dickmacher" zu verzichten, sich jeden Tag die leeren Kalorien eines Buenos (oder einer Milchschnitte, eines Milka Tenders oder was auch immer) reinhaut, finde ICH das absurd und keinen Beitrag zu einer gesunden Ernährung, die sich diese Person auf die Fahnen geschrieben hat.

Ich habe eine Kollegin, die voll in der "jedes Jahr ein Kilo" Nummer drin ist, verzweifelt versucht, abzunehmen, jeden Tag zwei Scheiben Toastbrot frühstückt und "ihre Süßigkeiten braucht". Ich sehe, was da in der Woche so durchgeht, 'ne Kilodose Colorado und zwei große Tüten Schaumkekse (oder wie das Zeug mit dem Waffelmuster und dem klebrigen Schaum drin heißt) sind da nix. Sie versteht absolut nicht, warum sie nicht abnimmt, und wenn man ihr auf ihre verzweifelte Frage, was sie denn tun könnte sagt, dass es bessere Schrauben gibt, an denen sie drehen kann, als mittags unglücklich vor ihrem (Fertig)salat aus der Plastikschale zu sitzen und sonst nix zu ändern kommt nur: "ich brauch das aber". Um es jetzt auf die Spitze zu treiben und hoffentlich jedes Missverständnis auszuschließen: wenn diese Kollegin jeden Tag einen Bueno essen und den ganzen anderen Süßkram weglassen würde: klar hätte sie einen ganz wesentlichen Beitrag zu ihrer gesünderen Ernährung geleistet.

Ich geb' jetzt Ruhe :engel::teufel:
 

Benutzer122781 

Planet-Liebe ist Startseite
sich jeden Tag die leeren Kalorien eines Buenos (oder einer Milchschnitte, eines Milka Tenders oder was auch immer) reinhaut, finde ICH das absurd und keinen Beitrag zu einer gesunden Ernährung.
ja gut, aber es muss doch jeder selber wissen, an welchen schrauben er dreht. ich finds zb völlig absurd von gesunder ernährung zu sprechen und sich mehrmals die woche alk reinzuziehen (mal ab von anderen gesundheitlichen aspekten hat der scheiß ja nun auch jede menge (leere :zwinker: ) kalorien).
das ist wie mit den leuten, die sich über die fliegerei anderer aufregt und sich täglich sein schnitzel reinzieht, oder umgekehrt. da setzt ja nun mal jeder eigene prioriäteten worauf er am leichtesten verzichten kann.
mein ja nur, glashaus und so :tongue:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer132552 

Meistens hier zu finden
mein ja nur, glashaus und so :tongue:

Gegen meine Gewohnheiten bis zum ca. 35. Lebensjahr ernähre ich mich damit in meinen Augen außerordentlich gesund. Gesundheitsapostel werden viel zu viel rotes Fleisch sehen, können mich als Betatrinker nach Jelinek definieren und auf die schädlichen Auswirkungen des ständigen Koffeinkonsums hinweisen. Und auch ich finde, dass ein bisschen weniger rotes Fleisch und ein bisschen weniger Wein und Bier meiner gesunden Ernährung duchaus noch Vorschub leisten könnten.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren