Schwester hat enorme Problem mit Mobbing und Selsbtbewustsein !

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Hallo zusammen , eben hatte ich einen kleine familiären Ernstfall . Nun ja so klein war bzw . ist das nicht.

Meine Schwester wird schon seit Jahren gemobbt hatte nie die Chance ein Selbstwertgefühl aufzubauen weil sie unter den folgen ihres Bruders litt. Dazu kamen Anprangerrungen von Makel von ihr seitens der Familie , auch von mir !

Kurzum sie wird immer nur fertig gemacht und sieht nichts positives mehr an sich bzw. hat es nie gesehen !

Nun eskaliert es weiter, dass sie sich unbedingt mit nun 18 eine Partner an ihrer Seite haben will. Jedes Kommentar zu ihrem aussehen nimmt sie persönlich. Ihre Schulischen Leistungen gehen in den Keller , sie nimmt nicht war wo ihre Fähigkeiten sind und wenn ja lässt sie sich von abfälligen egozentrischen Kommentaren unseres Vaters von ihren Plänen abbringen .

Psychologische Hilfestellung bekommt sie keine wenn selbst ich nun seit September auf eine Termin warte und noch bis Dezember warten muss !

Wie kann ich ihr da aus dem Sog raus helfen ?
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Du kannst eigentlich nur mit gutem Beispiel vorangehen, sie selbst stärken, indem du ihr positive Dinge sagst, z.B. wenn sie sich hübsch gekleidet hat - und sie in Schutz nehmen, wenn euer Vater sie so sehr kritisiert. Vielleicht kannst du ihr auch anbieten, ihr bei der einen oder anderen schulischen Sache zu helfen. Versuch, für sie da zu sein.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich stimme fedora da zu.
und möchte hinzufügen,dass auch wenn es lange dauern kann,bis man einen therapieplatz bekommt,sie sich natürlich bereits jetzt darum kümmern sollte!und um die zeit bis dahin zu überbrücken gibts auch beratungsstellen (zb caritas),bei denen man gespräche führen kann.die haben da ja auch fachleute sitzen,zb pädagogen.und es gibt zb von rolf merkle auch zum thema selbstbewusstsein selbsthilfeliteratur.
 

Benutzer147572 

Verbringt hier viel Zeit
Oh man, wenn sie in ihrem bisherigen Leben nur niedergemacht wurde, kann man das ja nun nicht in ein paar Tagen therapieren. Zum Beginn würde ich mich da Fedora Fedora anschließen, soll heissen, positive Kritik, auch von dir, denn du warst ja nach eigenen Angaben auch nicht immer nett zu ihr. Also halte du zunächst besonders zu ihr, damit sie wenigstens eine Person als Rückhalt hat. Positive Verstärkung ! Entkräfte du die Kommentare eures Vaters. Nimm' sie auch mal in die Arme, ihr seid Geschwister ! Sie sollte eine Perspektive aufgezeigt bekommen, für die es sich lohnt, zu kämpfen. Ein vernünftiger Schulabschluss, damit sie eine Ausbildung machen und dann auf eigenen Beinen stehen kann, damit raus von zuhause - als Fernziel. Die Sache mit dem Partner finde ich prima, aber es muss auch echt sein, soll heissen nicht um des Partners willen einen x-beliebigen Kerl anschleppen, nach dem Motto "besser der, als keiner". Das wäre kontraproduktiv. Wenn sie einen findet, den sie liebt, wird das ein weiterer Anker für sie, also positiv. Hat sie Hobbies ? Hier könnte sie auch Erfolge kassieren. Erfolg braucht Erfolg, das kennen wir alle.
Langfristig, weil terminbedingt, kann eine Psychotherapie gute Dienste leisten. Dann wird sie auch lernen und sich trauen, eurem Vater zu widersprechen, was den wohl schocken dürfte und das ist dann gut so. Vielleicht merkt der dann auch mal, dass es noch andere Persönlichkeiten um ihn herum gibt, die auch ein eigenes Denken und Leben haben.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Ich habe halt auch das Gefühl, das viel von mir auf sie abgefärbt hat. Habe heute auch noch mit stellenweise niederem Selbstwertgefühl zu kämpfen was sich auf meine Kritikfähigkeit auswirkt, die bald gegen Null tendiert !

Mir erging es auch nie anders. Mein Vater machte mich immer runter wegen meiner Eskapaden in der Schule. Weil ich mich anstatt wie andere Autisten nicht für Informatik interessiere , mein Musikalisches Talent nicht ausnutze um Musik zu machen , und mich stattdessen für Geschichte , Wirtschaftsmathematik, Virologie, Waffentechnik, Psychoanalyse und Star Wars interessiere so wie Religionen. Deswegen bekomme ich genau so wie meine Schwester imemr von ihm an den Kopf geworfen, dass meine Interessen ja nix bringen und wir zwei uns gefälligst was suchen sollten was man zur baren Münze machen kann !

Meine Schwester ist da nun mal ne Niete in Englisch, dafür beherrscht sie mittlerweile in kürzester Zeit weite teile der japanischen Sprache zeichnet Mangas in hochwertigem Format . Sie sieht das nicht obwohl sie ihr Abi an ner Designschule machen wollte hat sie sich wiedermal von den einwenden meins Vaters von dem Vorhaben abbringen lassen. Den Rest erledigte ihr niederes Selbstbewusstsein weil sie meint sich in Handwerksbetrieben nicht durchsetzen zu könne wo sie Praktikas machen musste.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich bleib dabei,über kurz oder lang wird sie eine therapie benötigen,also bestärke sie darin,sich um einen platz zu kümmern.gerade wenn die gründe für so ein problem in der kindheit und der familie liegen,kommt man da seltenst alleine raus.da braucht es einen fachmann,der einem hilft.man kann sich nicht selbst therapieren bzw nur bis zu einem gewissen punkt,weil es dafür den dialog mit dem therapeuten braucht.
wie du vllt weißt,spreche ich ja aus eigener erfahrung-und hab auch ein wenig ahnung von psychologie,da es eins meiner interessengebiete darstellt.
 

Benutzer75070 

Meistens hier zu finden
Es ist verdammt hart, wenn man nicht nur auswärts, sondern auch innerhalb der Familie keinen Rückhalt findet, nicht unterstützt wird oder gesagt bekommt, dass man toll ist, genauso wie man ist und seinen Weg schon finden wird.

Da aber jeder Mensch eigene Arten hat, damit umzugehen, und ich deine Schwester nicht kenne, kann ich nur meine eigene Erfahrung schildern.

Mir als "schwarzes Schaf" der Familie hat es geholfen, mit 18 Jahren auszuziehen (wohne eine Stunde entfernt) und über den Tellerrand des Dorfes, wo ich aufgewachsen bin, hinauszugucken.
Ich habe gemerkt, dass ich mit meiner Meinung, die egal zu welchem Thema immer so anders zu sein schien, nicht allein dastehe.
Dass es gar keinen Grund gibt, mich zu mobben und ich mir sowas auch nicht mehr gefallen lasse.
Ich denke nicht mehr tage- und wochenlang nach einer unberechtigten Kritik darüber nach, ob derjenige nicht doch Recht haben könnte.

Für mich persönlich war Abstand zu gewinnen das Beste, was ich hätte tun können und ich habe es durchgezogen. (Ich sehe meine Familie durchaus noch regelmäßig und schätze ihre Meinung, aber ich habe eben eine andere und stehe dazu.)

Vielleicht hätte ein Therapeut mir mehr und schneller helfen können, aber letztendlich hab ich es ja auch so geschafft.

Ergänzung:

Deine Schwester ist ja nun 18, oder?
Dann kann sie nun alles selber entscheiden, ob Schulwechsel, Auszug etc..
Sicher traut sie sich das nicht zu, aber es gibt Anlaufstellen, die ihr helfen können. Und manchmal ist es auch ganz gut, ins kalte Wasser zu springen und dann zu merken, dass man es doch schafft (was dem Selbstbewusstsein nebenbei unheimlich gut tut).
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
da muss ich Shaina völlig zustimmen,natürlich muss deine schwester über kurz oder lang aus diesem schädlichen umfeld heraus.schließlich ist das die (haupt)ursache für ihre probleme-was heißt,selbst die tollste therapie wird nicht 100% nutzenbringend für sie sein,wenn ihr das familiäre umfeld weiterhin schadet.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir fallen da gerade zwei verschiedene Dinge ein...
Erstmal die relativ einfache Sache: Ein Umfeld, in dem man so akzeptiert wird, wie man ist, kann eine große Hilfe beim Aufbau von Selbstbewusstsein sein. Wenn man z.B. in der Schule gemobbt wird, kann man möglicherweise im Sportverein, o.Ä. ein solches Umfeld finden.

Und für den zweiten Punkt muss ich etwas weiter ausholen und werde damit sicherlich auch Dinge schreiben, die hier nicht nur auf Zustimmung stoßen werden, die aber trotzdem auf meinen eigenen Erfahrungen beruhen:
Was motiviert die Mobber dazu, deine Schwester zu mobben?
Was machen sie und wie reagiert deine Schwester darauf?
Es kann nämlich gut sein, dass die Reaktion deiner Schwester - warum auch immer - die Mobber immer wieder dazu motiviert, das böse Spiel weiter zu treiben. Und wenn das der Fall ist, könnte es durchaus sein, dass die Mobber die Lust verlieren, wenn die Reaktion deiner Schwester nicht mehr so ausfällt, wie sie es sich erhoffen.
Ich wurde z.B. als Schüler von meinen Mitschülern gerne mal so lange gehänselt, bis ich in schönstem HB-Männchen-Stil ausgerastet bin, was für meine Mitschüler wohl einen recht hohen Unterhaltungwert hatte. Irgendwann habe ich das kapiert und mit aller Macht versucht, meine Wutausbrüche zu unterdrücken, oder noch besser die Wut überhaupt nicht aufkommen zu lassen. Das war natürlich kein leichter Weg. Aber je besser es geklappt hat, desto weniger Motivation gab es für meine Mitschüler, mich zu hänseln.
 
2 Jahr(e) später

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
So es sind nun etwas mehr als 2 1/2 Jahre ins Land gezogen. Meiner Schwester hat in der Zwischenzeit eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk mit Internat sehr gut getan. Anfänglichen Bedenken meinerseits , dass sie immer in meinem Schatten wandert haben sich erledigt. Sie mausert sich genau wie mir tut ihr das egal obs viele Probleme gibt sehr gut. Sie lernt selbstbewusster zu sein sich auf ihre Fähigkeiten zu verlassen und neue zu entdecken. Der Abstand durch das Internat macht den Rest.

Sie weiß auch mittlerweile genau welchen beruflichen Werdegang sie weiter gehen will !
 
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