Kann nicht aufhören, an ihn zu denken

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Hallo. Ich bin noch neu hier und habe mich hier angemeldet, weil dieses Problem mich nun schon längere Zeit begleitet und mich unglaublich viel Energie kostet.
Zum Thema: Ich hatte mich vor ca. einem Jahr in einen Arbeitskollegen verliebt. Dazu muss man wissen, dass ich unter ADS und ner sozialen Phobie leide und in dieser Firma damals auch noch neu war und eigentlich gar nicht viel mit dieser Person zu tun haben wollte, weil ich wusste, dass mich Leute (vor allem Arbeitskollegen) auf Grund meiner Einschränkungen oft schnell ablehnen und ich deshalb eh schon sehr vorsichtig bin und besser nicht zu viel von mir Preis gebe, weil ich immer wieder in diesen Teufelskreislauf gerate, dass ich auf Grund meines ADS und der Nervosität heraus, dass ich von anderen für meine Fehler kritisiert werde, dann mich erst recht nicht konzentrieren kann und Fehler mache, sodass dann viele Kollegen auch oftmals denken, dass ich dumm wäre und mich abwerten. Jedenfalls war er anfangs noch ziemlich neutral zu mir, weil er mich nicht kannte und hat auch manchmal versucht mit mir zu flirten. Dann kam eine Situation, wo er und ich uns gegen einen anderen Kollegen wehren mussten, der mich belästigt hat und auch meinen Schwarm bedroht hat. Das Ganze ging sogar bis zum Betriebsrat. Allein das hat mich schon ziemlich fertig gemacht und ich wäre damals fast zusammengebrochen und da hat er mich getröstet, obwohl er mich vorher schon auch öfters mal wegen meiner Fehler am Arbeitsplatz auch kritisiert hatte. Und das war glaube ich der Moment, wo ich mich ihm mehr geöffnet habe und mich in ihn verliebt habe, obwohl er vom Typ her eigentlich ziemlich "asozial" ist. Er hat gerne über andere abgelästert und hat wie gesagt auch öfters mich mal kritisiert. Aber irgendwie stehe ich dann immer auf solche Typen und weiß noch nichtmal warum. Vielleicht ist es auf Grund meiner sozialen Phobie, dass ich irgendwie gelernt habe, mit dieser Überforderung umzugehen, da ich mich ja selbst nicht so gut gegen Kritik wehren kann, dass ich dann manche (obwohl ich eigentlich weiß, dass sie mir nicht gut tun ) dann anziehend finde und sozusagen das Schlechte einfach ins Positive umwandle. Oder wahrscheinlich auch irgend nen Kick darin suche, um nen Kontrast zu meinem eigenen Leben zu haben. Weil eigentlich halte ich überhaupt nichts von solchen Menschen, die andere derart ablehnen. Aber ich schätze mal, dass ich mich auch deshalb in ihn verliebt habe, weil er wie gesagt in dieser Situation mit dem anderen Kollegen ja dann doch auf meiner Seite war und mich sogar getröstet hat. Jedenfalls habe ich mich dann nach dieser Situation versucht, erstmal von ihm fern zu halten, weil ich wie gesagt auf Grund meiner Probleme dann doch Angst hatte, dass er mich abwerten würde, sowie Angst davor hatte, dass meine Gefühle ihm gegenüber dann doch stärker werden und habe versucht, ihm keine Signale zu geben, obwohl er danach schon versucht hat, mehr Kontakt zu mir zu haben. Ich war dann trotzdem freundlich zu ihm, bin aber auf seine Flirtversuche nicht weiter eingegangen. Es hat dann auch bei ihm dann ziemlich schnell nachgelassen aber meine Gefühle konnte ich dann doch nicht mehr aufhalten. Das Problem war dann aber, dass er dann wieder ziemlich schnell angefangen hat, mich abzuwerten, weil ich dann auf Grund meiner ADS Problematik dann wieder vermehrt Fehler am Arbeitsplatz gemacht habe und er glaube ich auch ziemlich schnell immer mehr genervt von mir war. Er hat dann auch zum Teil ziemlich abwertende Kommentare zu mir gesagt, die mich auch sehr getroffen haben aber ich konnte meine Gefühle einfach nicht mehr abstellen. Dann wurde ich in eine andere Abteilung versetzt und hatte keinen Kontakt mehr zu ihm. Er hat sich auch nicht mehr gemeldet aber zu dem Zeitpunkt war ich dann umso mehr verknallt. Ich habe ihn dann einfach angeschrieben und gefragt, ob wir uns treffen wollen und er hat auch sofort zu gesagt.
Tja und dann ging eigentlich alles ganz schnell. Er sagte, dass er sich eine Kollegen Plus Beziehung vorstellen könnte und ich wollte ihm nicht wiedersprechen, weil ich den schönen Moment nicht zerstören wollte. Ich habe auch lange mit ihm geredet und wollte wissen, was er von mir hielt am Anfang. Ich habe mich sozusagen getraut, mich ihm zu öffnen und das trotz meiner sozialen Phobie. Darauf hin meinte er ehrlicherweise, dass er mich für ziemlich hohl hält. Ja, das hat mich in dem Moment ganz schön getroffen und ich war auch wütend auf ihn aber auf der anderen Seite war ich auch so verzweifelt, dass ich ihm nicht wiedersprechen wollte in diesem Moment. Wir hatten dann auch Sex. Und ich fand es auch schön aber am nächsten Morgen war er dann wieder total abwertend und ich wusste, dass ich ihn wahrscheinlich eh zum letzten Mal gesehen hatte und so war es dann auch. Er hat mich in seinen Kontakten gelöscht und dann erst war ich auf einmal so verletzt, dass ich ihn gefragt habe, was das soll. Ich habe ihm ehrlich gesagt, dass ich mich in meinen Gefühlen verletzt fühle und dass ich in ihm mehr gesehen habe, als nur nen Kollegen aber seine Antwort war dann halt nur so "dass ich ja wüsste, wie er tickt und dass ich mit meinen Problemen alleine klarkommen sollte". Ich hab ihn dann blockiert, weil ich unglaublich wütend und enttäuscht war (auch wenn mir bereits vorher schon ne kleine innere fieße Stimme gesagt hat, dass es wahrscheinlich genau so enden würde und dass er nicht gut für mich ist). Ich wollte ihn vergessen aber was ist dann passiert? Meine alten Gefühle haben mich dann doch wieder eingeholt und ich hab versucht, ihm mehrfach ne Freundschaftsanfrage zu schicken, die er dann aber jedesmal abgelehnt hat. Ich bin total verzweifelt und komm mir auch total dämlich vor. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich mich immer in solche Idioten verliebe, obwohl ich eigentlich vorher schon genau weiß, dass die mir nicht gut tun aber schaffe es einfach nicht, von diesen Gefühlen weg zu kommen. Diese Geschichte ist jetzt ca. ein halbes Jahr her aber ich denke immer noch den ganzen Tag an ihn. Ich versuche mich abzulenken, in dem ich Hobbys nachgehe oder mich mit einer Freundin treffe aber ich habe das Gefühl, dass das alles nichts bringt. Am meisten bin ich wütend auf mich selbst, weil ich Menschen idealisiere, die mich wie gesagt nur verletzen und ich somit auch meinen eigenen moralischen Prinzipien widerspreche. Ich bin sauer auf mich, weil ich es nicht hinbekomme, meine Gefühle zu ihm abzustellen. Ich hatte schon einige Therapien hinter mir,weil ich auf Grund dieser ADS Geschichte wie gesagt auch beruflich schon oft gescheitert bin und auf Grund dieser ständigen Kritik eben auch ne soziale Phobie entwickelt habe und mich sehr stark vor Menschen zurückgezogen habe, eben weil ich weiß, dass mich ihre Kommentare sehr verletzen können. Vielleicht hat es mich deshalb auch so hart getroffen, weil ich es dann einmal geschafft habe, mich einer Person zu öffnen und sie mich dann umso mehr zurückgewiesen hat. Mittlerweile weiß ich auch, dass viel mit meiner Familie zusammenhängt, weil ich da auch immer sehr viel kritisiert wurde. Ja, ich weiß, ich habe ein Problem und ich erkenne auch sehr viele Baustellen in meinem Leben. Aber ich schaffe es einfach nicht dort heraus. Wenn ihr irgendwelche Tipps hättet, wäre ich euch sehr verbunden.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Dein Ernst?
Ein Mann sagt dir ins Gesicht, dass er dich für eine hohle Nuss hält und daraufhin steigst du mit ihm in die Kiste?😳😳
noch dazu mit einem Arbeitskollegen??

also ob das mit sozialer Phobie zu entschuldigen ist, das bezweifle ich. das klingt eher nach akuten Ängsten vorm Alleinsein. Abwertende Zuneigung ist immer noch besser als gar keine😕

bist du denn nicht in Therapie?

sei froh, dass der junge Mann dich nur ignoriert und nicht in der Firma rumerzählt wie schlecht du im Bett bist. Das kann ganz schnell ganz schlimm enden!!
also sieh zu, dass du auf Distanz bleibst bevor er aus Genervtheit zu anderen Mitteln greift.
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
sei froh, dass der junge Mann dich nur ignoriert und nicht in der Firma rumerzählt wie schlecht du im Bett bist. Das kann ganz schnell ganz schlimm enden!!
also sieh zu, dass du auf Distanz bleibst bevor er aus Genervtheit zu anderen Mitteln greift.
Wer sagt bitte, dass ich schlecht im Bett bin?? Manchmal frage ich mich echt, was ihr für komische Vorstellungen habt und nein, er hat mir versichert, dass er niemanden was erzählen würde, wahrscheinlich weil er sich eh noch alle Chancen offen halten wollte und zwar bereits bevor wir damit angefangen hatten. Außerdem, was hat das bitte mit der Arbeit zu tun? Es gibt viele (und ich rede jetzt nicht von mir), die sich auf der Arbeit kennenlernen und auch ein Lebenlang zusamnen bleiben.
Und ja, ich bin verzweifelt. Aber nicht, weil ich schlecht aussehen würde oder sonst keinen abbekommen würde (Auswahl gibts genügend), sondern weil ich mich wie gesagt eh schon schwer tue, mich jemanden anzuvertrauen.
Ich hab ja auch schon längere Zeit wie gesagt nichts mehr mit ihm zu tun. Aber wir sind eben schon durch sehr viele krasse Sachen gegangen (z. B. auch die Sache mit dem anderen Kollegen) und wenn ich dann erstmal ne Beziehung zu jemanden aufgebaut habe, fällt es mir umso schwerer, da wieder loszulassen. Nein, in Therapie bin ich aktuell nicht, da die Wartezeiten sehr lang sind.
 

Benutzer148761  (33)

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Oh man das tut mir echt leid, was du da erlebt hast. Lass dich mal drücken :knuddel:Datest du denn um dich abzulenken und jemand Anderes kennen zu lernen?
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Danke! Nein. Ich date gerade niemanden und habe gerade auch nicht wirklich Lust darauf. Ich hab das Gefühl, dass ich eh zu gar nichts Lust habe momentan, da ich wie gesagt gerade in so einem Depri-Loch bin. Ich habe gemischte Gefühle. Ich bin sehr wütend auf ihn, da ich ihm wie gesagt so viel anvertraut hatte (was mir wie gesagt eh schon schwer genug fällt) und bin sauer, dass er das so ausgenutzt hat und mich eben nur ins Bett kriegen wollte und jetzt gar nichts mehr von mir wissen will, als hätte ich nie existiert. Und dann bin ich wie gesagt auch sauer auf mich selbst, weil ich die ganzen Warnsignale nicht ernst genommen habe und es auch jetzt nicht schaffe, nicht mehr an ihn zu denken. Ja diese eine Nacht und auch die Zeit vorher, wo er mich so getröstet hatte, war tatsächlich sehr schön und beschäftigt mich seitdem nonstop. Und dann kommt wieder die Wut auf ihn hoch..ich dachte noch vor ein paar Wochen, dass ich es geschafft hätte, meine Gedanken endlich zu ordnen. Ich habe mich den ganzen Tag beschäftigt ( gearbeitet, gemalt, Sport machen etc) aber das war wie gesagt immer nur für den Moment. Das Problem sitzt halt doch tiefer...
 

Benutzer187129 

Klickt sich gerne rein
Wer sagt bitte, dass ich schlecht im Bett bin??
Leider geht es in diesem Fall nicht darum, wie Du bist, sondern was dieses A... über Dich (eventuell) sagt. Und da kommen gerade unter Kollegen schon recht üble Sachen vor.
Sicher ist eines: Du solltest keinerlei Kontakt mehr zu ihm haben - aus allem Löschen, wenn möglich in der Firma aus dem Weg gehen, keinesfalls ihn anreden oder anschreiben. Ist vielleicht nicht leicht, gerade nach so einer Enttäuschung, und braucht wohl noch eine Zeit. Ist aber wichtig, um da wieder rauszukommen.
 

Benutzer148761  (33)

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Hattest du denn in der Vergangenheit schonmal eine längere Beziehung? Und wenn ja, hat die dir gut getan oder war es mit einem ähnlichen Menschen?
 

Benutzer121902  (47)

Verbringt hier viel Zeit
Dein Ernst?
Ein Mann sagt dir ins Gesicht, dass er dich für eine hohle Nuss hält und daraufhin steigst du mit ihm in die Kiste?😳😳
noch dazu mit einem Arbeitskollegen??

also ob das mit sozialer Phobie zu entschuldigen ist, das bezweifle ich. das klingt eher nach akuten Ängsten vorm Alleinsein. Abwertende Zuneigung ist immer noch besser als gar keine😕

bist du denn nicht in Therapie?

sei froh, dass der junge Mann dich nur ignoriert und nicht in der Firma rumerzählt wie schlecht du im Bett bist. Das kann ganz schnell ganz schlimm enden!!
also sieh zu, dass du auf Distanz bleibst bevor er aus Genervtheit zu anderen Mitteln greift.
Muß man denn jemanden, der um Rat fragt und Hilfe sucht, immer gleich anpflaumen?
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Hattest du denn in der Vergangenheit schonmal eine längere Beziehung? Und wenn ja, hat die dir gut getan oder war es mit einem ähnlichen Menschen?
Also ich hatte davor tatsächlich eine etwas längere Beziehung. Eigentlich war er vom menschlichen her auch ganz ok. Er hätte mich auf Grund meiner Fehler (ADS Problematik) niemals abgewertet und das hat mir auch echt gut getan und er war auch einer der wenigen, dem ich mich anvertrauen konnte. Das Problem war nur, dass wir uns beide auseinander gelebt hatten. Er konnte nichts mit meinen Hobbys anfangen und ich auch nichts mit seinen. Wir haben uns nur nach der Arbeit gesehen, um zu Fernsehen und das wars eigentlich. Er hatte auch manchmal leichte Aggressionsprobleme (hat mich aber nie angegriffen, sondern eher Sachen beschädigt). Das war schon ein Punkt, der mich verängstigt hat und wie gesagt der Punkt mit der Langweile war dann eben auch ein großes Problem. Diese Trennung ist mir auch so schwer gefallen aber eigentlich ging es, weil ich vielleicht auch nicht das Gefühl hatte, wegen meiner "Fehler" hintergangen worden zu sein, da er mich in dem Punkt wie gesagt nie kritisiert hat. Tja und davor hatte ich eigentlich auch nur ein, zwei Ones, wo ebenso Typen waren, wie der Letzte, die ziemlich schnell meine Schwächen erkannt hatten und somit nur ne kurze Nacht mit diesem Freak (mir) verbringen wollten, was meinem Selbstbewusstsein natürlich auch nicht gerade geholfen hat. Aber irgendwie konnte ich das damals komischerweise anscheinend noch besser verkraften als jetzt. Vielleicht auch, weil sich zumindest der erste meiner Ones danach auch bei mir entschuldigt hatte.
 

Benutzer148761  (33)

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Nimmst du denn was ein gegen das ADS? Und hilft es dir? Und weißt du woher das kommt, dass du eine soziale Phobie hast? Kann man da auch was einnehmen, um die Phobie zu reduzieren? Und noch eine letzte Frage: Kannst du dir iwie erklären, warum du auf Männer stehst, die dich nicht gut behandeln?
 

Benutzer152906 

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Wenn die Problematik derart tief sitzt, glaube ich nicht das warme Worte viel bringen werden.

Das Problem war nur, dass wir uns beide auseinander gelebt hatten. Er konnte nichts mit meinen Hobbys anfangen und ich auch nichts mit seinen. Wir haben uns nur nach der Arbeit gesehen, um zu Fernsehen und das wars eigentlich.

Hmm ... klingt, als würde da noch irgendwas fehlen (und damit meine ich nicht die Aggressionsprobleme). Klar ist es hilfreich, wenn man seine Hobbys gemeinsam ausüben kann. Aber ich glaube nicht, dass das eine Voraussetzung für eine gute Beziehung ist.
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Wenn die Problematik derart tief sitzt, glaube ich nicht das warme Worte viel bringen werden.



Hmm ... klingt, als würde da noch irgendwas fehlen (und damit meine ich nicht die Aggressionsprobleme). Klar ist es hilfreich, wenn man seine Hobbys gemeinsam ausüben kann. Aber ich glaube nicht, dass das eine Voraussetzung für eine gute Beziehung ist.
Was meinst du mit warmen Worten?
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Nimmst du denn was ein gegen das ADS? Und hilft es dir? Und weißt du woher das kommt, dass du eine soziale Phobie hast? Kann man da auch was einnehmen, um die Phobie zu reduzieren? Und noch eine letzte Frage: Kannst du dir iwie erklären, warum du auf Männer stehst, die dich nicht gut behandeln?
Könnte jetzt ein bisschen länger werden 😅. Also ich habe tatsächlich mal ne Zeitlang Ritalin probiert aber das hat mich irgendwie noch hippeliger gemacht, weshalb es dann auch wieder abgebrochen wurde. Ich muss auch sagen, dass ich da mittlerweile von einigen Therapeuten enttäuscht bin, weil ich es bisher immer noch nicht geschafft habe, das Problem irgendwie zu behandeln. Ich war mal in ner Tagesklinik und da war aber auch mehr "Beschäftigungstherapie" (Ergotherapie, gemeinsames Kochen , etc) und in den eigentlichen Therapiestunden habe ich zwar einiges gelernt (nämlich, dass eben auch viel damit zusammenhängt, wie ich Zuhause erzogen worden bin, weil ich da ja auch immer sehr stark kritisiert wurde und man sich ja bekanntlicherweise dann auch später unbewusst dann Muster sucht, die einem gewohnt sind), jedoch bekam ich keine wirklichen Tipps, wie man das sinnvoll ändern kann. Auch mit meiner sozialen Phobie wurde mir immer gesagt, dass ich halt akzeptieren müsste, dass gewisse Eigenschaften nunmal zu mir gehören und man das eben nicht so leicht von sich abspalten kann. Genau so mit dem ADS. Ich finde so eine Aussage aber schon bedenklich, weil wir eben leider in ner Leistungsgesellschaft leben und da werden eben selten "Schwächen" geduldet. Und es ist auch meine Erfahrung, dass die meisten Arbeitgeber solche Probleme nicht dulden oder auch überfordert sind. Ich hatte mal einen Arbeitgeber, dem ich das erzählt hatte, nachdem mal wieder alles schief gegangen war und er meinte zwar, dass er versuchen würde das zu lösen, in dem er mich schont. Das hat dann aber leider auch nicht wirklich hingehauen, weil es eben immer wieder auch anspruchsvoll wurde, Zeitdruck aufkam usw.. Da nimmt also keiner wirklich Rücksicht drauf, weshalb ich mich logischerweise auch so schlecht fühle und diesen ADS Anteil somit nicht akzeptieren kann.
Zurück zu der Phobie. Ich glaube die Phobie ist aus der ADS Problematik heraus entstanden. Eben weil ich auf Grund meiner "Schusselfehler" sehr viele verägere und sofort abgewertet werde, habe ich angefangen, mich vor Menschen sehr stark zurück zu ziehen, was die Situation natürlich auch nicht gerade besser gemacht hat. Ich bekomme gegen die Phobie momentan Antidepressiva, merke davon aber nicht all zu viel.
Jedenfalls hat die soziale Phobie dazu geführt, dass ein Teufelskreislauf entstanden ist. Ich habe erst recht Angst, von Menschen abgewertet zu werden (auf Grund meiner ADS Erfahrungen) und werde somit nervös und mach dann eben auch noch mehr Fehler. Ich kann dann überhaupt nicht mehr klar denken in solchen Momenten, weil sich alles nur um die Angst dreht. Du könntest mich in solchen Momenten wahrscheinlich auch fragen, was 1 plus 1 ist, ich würde es noch nichtmal richtig mitbekommen, weil mein Kopf zu ist. Kein Wunder also, dass mich andere in solchen Momenten für hohl halten, obwohl ich das ja wie gesagt nicht bin.
Und ja. Das mit dem Beuteschema kann ich mir nur so erklären, dass ich in meiner Familie wie gesagt auch immer sehr stark kritisiert wurde, vor allem von meinem Vater. Der hat mich auch manchmal auf Familienfeten gemaßregelt, wenn ihm irgendwas nicht gepasst hat, denn der Schein der "perfekten Familie" musste ja immer gewahrt werden. Bei ihm stand die Arbeit auch immer an erster Stelle. Der Job war immer das Wichtigste und dann kamen erst alle anderen Bedürfnisse, wenn überhaupt. Ich denke, dass ich diese Muster so übernommen habe. Ich habe mich auch selbst mit solchen Themen beschäftigt und ich glaube tatsächlich, dass man sich in den meisten Fällen an dem festhält, was man gewohnt ist. Ich hab auch mal gehört, dass es eine Überlebensstrategie ist, dass man das Schlechte anfängt zu idealisieren, wenn man selbst in die Ecke getrieben wird, um nicht verrückt zu werden. Wenn das Schlechte "gut" ist, dann kommt es dir selbst ja auch nicht mehr so schlimm vor. Und ja, auch dieser Typ hatte mir mal seine halbe Lebensgeschichte erzählt. Dass er selbst knapp 10 Jahre in der Schule gemobbt wurde und deshalb denkt, dass er keine Rücksicht auf andere nehmen muss, wenn auch sonst keiner Rücksicht auf ihn nimmt. Jeder kämpft sozusagen für sich selbst, daran glaubt er. Wahrscheinlich habe ich auch eine andere Person in ihm kennengelernt, weshalb ich auch deshalb Sympathie für ihn entwickeln konnte. Er ist ja auch ein gebranntes Kind (und ja ich weiß, das sind die typischen Verharmlosungsmechanismen). Das komische ist ja immer, dass ich das alles irgendwie merke aber es fällt mir wie gesagt dann trotzdem schwer, diese Gefühle abzustellen.
So, hoffe das war jetzt nicht too much😅
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
liebe nadja,
ich denke es kann nicht schaden, wenn du dich auch mal in die thematik "sonsorische integration" einliest ...

alles liebe!

sollte es um eine selbstregulation im sinne von "sich spüren" gehen - dann bin ich im allgemeinen ein großer SI-fan (sensorische integration) - ihr habt da ja in deutschland (vermutlich nach wie vor) "unsere" große ulla kiesling ...

die hat ein gutes buch geschrieben, die kiesling:

hat einen ganz eigenen ("dialog") besonderen, klugen zugang zur thematik ...
auch gerade zu menschen mit behinderung, und da glaub ich insbesondere menschen "mit autismus" - wenn ich mich recht erinnere ...

worum gehts bei sensorischer integration?
um die (sanfte, nachhaltige, ursachenbasierte) korrektur von entstandenen "fehlern" in der natürlichen bewegungsentwicklung - die sich oft in einer art und weise zeigen, die ohne SI-wissen nicht verstanden werden kann ...

wie wird beeinträchtigend schlechte sensorische integration vermieden?

durch freie - natürliche - bewegungsentwicklung (emmi pickler) ...

NS:
und hat man einmal den blick für diese sache geschärft, sieht man "überall" unfreie bewegungsentwicklung - und hat bei größeren kindern dann immer wieder mal eine mitunter recht deutliche SI-idee ...
darum - ganz allgemein: ist dein kind IRGENDWIE auffällig, denk mal an SI!
weil da so viele folgeprobleme entstehen können, die einerseits gar nicht sein müssten, und andereseits dann häufig anders und somit falsch "therapiert" werden ...
ulla kiesling sieht die größte problematik in dieser thematik darin, dass so wenige der fachleute - kinderärztinnen, elementarpädagoginnen - ein wissen über diese beiden aspekte (natürliche bewegungsentwicklung + sendorische integration) haben ...
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer187100  (58)

Sorgt für Gesprächsstoff
Guten Morgen N Nadja15 . :smile:

Ich lese eine sehr reflektierte, intelligente junge Frau, eine, die Zusammenhänge herstellt, viel nachdenkt, abwägt. Und eine, die ein wenig zu streng mit sich selbst ins Gericht geht. Du hast dich also in einen Mann verliebt, der imstande war, dir in einer Krisensituation beizustehen, der - zumindest von deinen Beschreibungen her - als so eine Art Einzelkämpfer sich durchzubeißen und der sich nicht von anderen ins Bockshorn jagen läßt.

Egal, ob er sich dir gegenüber wie ein asozialer Arsch benimmt: solche Typen finden immer ihre Anhängerschaft, und ja, so entstehen auch diese weitverbreiteten Klischees, daß Frauen auf arschige Machos abfahren und anständige Kerle immer in der berüchtigten Friendzone landen. Und sogar dieses abwertende Verhalten dir gegenüber widerspricht dem nicht: wenn ich an die Groschenromane meiner Jugend denke oder auch an Filme mit John Wayne (nur als Beispiel, gab unzählige davon): alles Darstellungen von Typen, die genauer betrachtet als soziale Würstchen hätten gelten müssen, aber die hilflosen Weiblichkeiten mit dem tränenfeuchten Blick hingen traubenweise an deren Hals.

Will sagen: sei hier nicht zu streng mit dir. Etwas / jemanden loslassen kann man dann am besten, wenn man "damit durch" ist, das heißt: so lange diese Selbstvorwürfe in dir arbeiten, so lange du denkst, du wärest selbst schuld daran, daß du dich ausgerechnet in "so einen" verliebt hast, wird der andere Teil in dir - jener, der anlehnungsbedürftig ist - im Widerspruch zu den Selbstvorwürfen stehen und dagegen ankämpfen wollen. Das sind eigentlich logische Prozesse, die man kaum bewußt wahrnimmt und die deshalb so schwer zu lösen sind.

Deshalb: gönn dir den Raum, die Zeit und auch das Verständnis für diesen Teil deiner Persönlichkeit: du hast dich in jemanden verliebt, der nicht nur an dir herumkritisiert hat, sondern der bereit war, dich zu beschützen und in den Arm zu nehmen. Vielleicht gelingt es dir, diesen Teil von dir gedanklich in den Arm zu nehmen, zu trösten, ohne dir den Druck aufzuerlegen, daß du es "besser" hättest wissen müssen. Vielleicht hilft dir dabei die Vorstellung, daß du da im Prinzip wie ein Kind bist, das auf einen Baum geklettert ist, obwohl alle es davor gewarnt haben: jetzt ist es runtergefallen und hat blutige Schrammen und weint. Würdest du diesem Kind erklären, daß es selbst Schuld ist? Ich würd's nicht tun. Ich würd's erstmal in den Arm nehmen und trösten und seine Schrammen verbinden. Und erst, wenn es wieder ruhig ist und lächeln kann, würde ich sachte versuchen, mit ihm Hand in Hand zu überlegen, was es in Zukunft tun kann, daß es sich nicht nochmal solchen Gefahren aussetzt. Beispielsweise, mit einer stabilen Leiter auf Bäume zu klettern, wenn es denn gerne da hoch will.

Nimm dir bitte Zeit und Zuneigung für dich und deine Wünsche. Und dann eins nach dem anderen, ja?
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Guten Morgen N Nadja15 . :smile:

Ich lese eine sehr reflektierte, intelligente junge Frau, eine, die Zusammenhänge herstellt, viel nachdenkt, abwägt. Und eine, die ein wenig zu streng mit sich selbst ins Gericht geht. Du hast dich also in einen Mann verliebt, der imstande war, dir in einer Krisensituation beizustehen, der - zumindest von deinen Beschreibungen her - als so eine Art Einzelkämpfer sich durchzubeißen und der sich nicht von anderen ins Bockshorn jagen läßt.

Egal, ob er sich dir gegenüber wie ein asozialer Arsch benimmt: solche Typen finden immer ihre Anhängerschaft, und ja, so entstehen auch diese weitverbreiteten Klischees, daß Frauen auf arschige Machos abfahren und anständige Kerle immer in der berüchtigten Friendzone landen. Und sogar dieses abwertende Verhalten dir gegenüber widerspricht dem nicht: wenn ich an die Groschenromane meiner Jugend denke oder auch an Filme mit John Wayne (nur als Beispiel, gab unzählige davon): alles Darstellungen von Typen, die genauer betrachtet als soziale Würstchen hätten gelten müssen, aber die hilflosen Weiblichkeiten mit dem tränenfeuchten Blick hingen traubenweise an deren Hals.

Will sagen: sei hier nicht zu streng mit dir. Etwas / jemanden loslassen kann man dann am besten, wenn man "damit durch" ist, das heißt: so lange diese Selbstvorwürfe in dir arbeiten, so lange du denkst, du wärest selbst schuld daran, daß du dich ausgerechnet in "so einen" verliebt hast, wird der andere Teil in dir - jener, der anlehnungsbedürftig ist - im Widerspruch zu den Selbstvorwürfen stehen und dagegen ankämpfen wollen. Das sind eigentlich logische Prozesse, die man kaum bewußt wahrnimmt und die deshalb so schwer zu lösen sind.

Deshalb: gönn dir den Raum, die Zeit und auch das Verständnis für diesen Teil deiner Persönlichkeit: du hast dich in jemanden verliebt, der nicht nur an dir herumkritisiert hat, sondern der bereit war, dich zu beschützen und in den Arm zu nehmen. Vielleicht gelingt es dir, diesen Teil von dir gedanklich in den Arm zu nehmen, zu trösten, ohne dir den Druck aufzuerlegen, daß du es "besser" hättest wissen müssen. Vielleicht hilft dir dabei die Vorstellung, daß du da im Prinzip wie ein Kind bist, das auf einen Baum geklettert ist, obwohl alle es davor gewarnt haben: jetzt ist es runtergefallen und hat blutige Schrammen und weint. Würdest du diesem Kind erklären, daß es selbst Schuld ist? Ich würd's nicht tun. Ich würd's erstmal in den Arm nehmen und trösten und seine Schrammen verbinden. Und erst, wenn es wieder ruhig ist und lächeln kann, würde ich sachte versuchen, mit ihm Hand in Hand zu überlegen, was es in Zukunft tun kann, daß es sich nicht nochmal solchen Gefahren aussetzt. Beispielsweise, mit einer stabilen Leiter auf Bäume zu klettern, wenn es denn gerne da hoch will.

Nimm dir bitte Zeit und Zuneigung für dich und deine Wünsche. Und dann eins nach dem anderen, ja?
Danke für deine Worte! Ja, das ergibt alles Sinn, was du da schreibst und ich glaube du hast auch vollkommen Recht mit diesem negativen Selbstbild. Es ist glaub ich schon wichtig, dass man in der Lage ist zu reflektieren, warum einem diese Muster nicht gut tun aber man darf eben auch nicht zu streng mit sich selbst ins Gericht gehen. Ich glaube gerade darin besteht gerade meine größte Baustelle, dass ich mich selbst dafür so abwerte, anstatt dieses Gefühl anzunehmen, um mich besser zu verstehen, weil ja auch alles irgendwo einen Hintergrund und seinen Sinn besitzt. Es tut mir auf jeden Fall immer gut, wenn man einem mit Empathie gegenübertritt und versucht die Sache verständnisvoll, anstatt abwertend anzugehen
 

Benutzer187460  (31)

Ist noch neu hier
Wenn die Problematik derart tief sitzt, glaube ich nicht das warme Worte viel bringen werden.



Hmm ... klingt, als würde da noch irgendwas fehlen (und damit meine ich nicht die Aggressionsprobleme). Klar ist es hilfreich, wenn man seine Hobbys gemeinsam ausüben kann. Aber ich glaube nicht, dass das eine Voraussetzung für eine gute Beziehung ist.
Na ja, wir sind ja auch wie gesagt nicht mehr zusammen..
 
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