Ist es ein Problem wenn ein Partner Bisexuell ist in einer Beziehung?

Benutzer184331  (23)

Ist noch neu hier
Hallo,

Ich habe mal eine theoretische Frage. Es kann ja vorkommen das ein Partner Bisexuell ist und der andere nicht. Ist es dann eventuell ein Problem. Weil ich mir denke das wenn du auf ein bestimmtes Geschlecht stehst, du die Nähe zu diesem dann Suchst/brauchst. Zumindest könnte ich mir als Heterosexuell keinen Verzicht auf das andere Geschlecht vorstellen. Wie ist das dann mit Bisexuellen die eine Beziehung zu einem Partner haben? Fehlt dennen was?
 

Benutzer180757  (46)

Öfter im Forum
Analogien zur Tierwelt usw. bringen uns wohl nicht so richtig weiter.

Im Sinne der Ausgangsfrage glaube ich schon, dass es in einer monogam angelegten Beziehung ein echtes Problem sein kann, wenn jemand den tiefen Wunsch nach dem anderen (oder sagen wir hier: dem eigenen) Geschlecht verspürt. Ich meine das war im Forum auch schon öfter Thema im Sinne von „so fehlt einfach ein fundamentaler Teil der Sexualiät dieser Person und das macht ihr zu schaffen“. Aber es gibt sicher auch viele Beziehungen, wo diese Konstellation gar nicht zum Problem wird (weil der Wunsch nicht so stark ist oder der Partner - abhängig vom Geschlecht der dritten Person - nichts dagegen hat usw. usw.). Daher glaube ich dass die Ausgangsfrage nicht für alle Beziehungen einheitlich beantwortet werden kann.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich meine mal dazu gelesen zu haben, dass bisexuelle Menschen tendenziell eher heterosexuelle Beziehungen führen und die gleichgeschlechtlichen „Beziehungen“ eher sexueller Natur sind falls sie ausgelebt werden.

Meinungen hierzu? Das war ne Studie, aber schon längere Zeit her.
Ich habe daa auch schon öfter gemerkt. Abgesehen davon dass meine Beobachtungen schlicht nicht repräsentativ sein müssen wäre meine Erklärung, dass es halt mehr hetero- als homosexuelle Menschen gibt. Vielleicht ist daher ja schlicht die Wahrscheinlichkeit, letztlich in einer Hetero-Beziehung zu landen höher? Kinderwunsch und soziale Akzeptanz könnten andere Faktoren sein.
 

Benutzer182062  (26)

Ist noch neu hier
Ich denke nicht, dass bisexuellen Partnern in einer Beziehung etwas fehlt * viele vorherige Antworten lauteten in etwa so, dass dann auch in einer heterosexuellen Beziehung dem Partner etwas fehlen würde * ich persönlich habe gern FFM-Sex und genieße das Spiel mit einer zweiten Frau, habe aber nicht das Bedürfnis, mich auf eine Beziehung zu ihr einlassen (wobei ich mich auch nicht gerade als bi bezeichnen möchte)
 
1 Monat(e) später

Benutzer152937  (29)

Meistens hier zu finden
Off-Topic:
Vielleicht darf ich als Evolutionsbiologe zur Evolution der Monogamie auch noch etwas sagen?
Off-Topic:

Gerade in der Tierwelt beobachtet man bei nicht monogamen Tierarten viel weniger Aggression und oft auch eine bessere Bindung der Gruppe untereinander.​
Das Aggressionspotential einer Art hängt wohl kaum vom jeweils vorherrschenden Paarungssystem ab. Bonobos und Schimpansen sind beide promiskuitiv und noch dazu sehr nah verwandt. Trotzdem unterscheidet sich das Aggressionsverhalten der beiden Arten fundamental voneinander. Schimpansen neigen dazu, Konflikte oft mit physischer Gewalt und viel Gezeter und Geschrei beizulegen. Bonobos lösen soziale Spannung meist (aber längst nicht immer) durch Sexualität. Auch zur Versöhnung nach einem Konflikt wird Sex bei Bonobos gerne eingesetzt. Wobei dabei das "Angebot" zum Sex in den meisten Fällen nicht von dem unterlegenen Individuum ausgeht (gewissermaßen als Demuts- oder Beschwichtigungsgeste), sondern sehr oft vom Individuum, das aus dem Konflikt als Sieger hervorgegangen ist.
Wahrscheinlich haben die Lebensumstände dazu geführt, dass sich das Verhalten der beiden Arten so deutlich voneinander unterscheidet. Bonobos leben in Zentralafrika. Der Lebensraum hier hat sich in den vergangenen Jahrmillionen nicht verändert und Nahrung gibt es im Überfluss, wozu also streiten? Der Lebensraum der Schimpansen hat sich hingegen in den vergangenen Jahrmillionen stark verändert, er wurde insgesamt trockener, die Wälder entsprechend lichter. In Ostafrika, z. B. im Gombe-Nationalpark, Tansania (wo Jane Goodall ihre legendären Studien durchgeführt hat), dringen sie sogar teils bis in die Savanne vor. Nahrung ist dort eine viel begrenztere und stärker umkämpfte Ressource, was sicher dazu beitrug, dass in Schimpansengruppen eine viel stärkere Ellbogenmentalität herrscht als bei Bonobos.​
Anderweitig sehe ich Monogamie als bedeutungslos für die Menschheit an.​
Monogamie ist ganz bestimmt nicht ohne Bedeutung für die Menschheit gewesen, sonst gäbe es sie nicht. Und natürlich bedarf sie einer evolutionsbiologischen Erklärung. Denn wie sagte einst Theodosius Dobzhansky? - "Nothing in Biology makes Sence except in the Light of Evolution."

Betrachtet man die Fortpflanzung einmal als eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung, dann fällt auf, dass das Investment der Weibchen in den Nachwuchs erheblich größer ist: Weibchen produzieren nur wenige, dafür sehr große Gameten, die viel Energie enthalten, nämlich Eier. Männchen dagegen produzieren nur winzig kleine Spermien, die kaum Energie enthalten und zur befruchteten Eizelle im Prinzip nur ihre DNA beisteuern, das war's auch schon, dafür tun sie das in großen Mengen. Dieses Missverhältnis nennt man Anisogamie der Geschlechter. Bei Säugetieren kommt noch hinzu, dass auch die Jungenaufzucht in der Regel Sache des Weibchens ist: Trächtigkeit, Säugen, Aufziehen - das alles erhöht das Investment des Weibchens noch stärker, wohingegen dem Männchen keine weiteren Kosten entstehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Weibchen weitaus mehr zu verlieren haben, die Anzahl der Nachkommen eines Weibchens ist in der Regel stark begrenzt, denn es kann sich ja nicht um zwei oder drei Würfe gleichzeitig kümmern. Noch dazu ist die Anzahl der produzierten Eizellen begrenzt, während Männchen zeitlebens Spermien produzieren und noch im hohen Alter recht problemlos Vater werden können. Dadurch ergeben sich völlig unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien bei den beiden Geschlechtern.

Aus Sicht des Männchens ist es von Vorteil, sich mit möglichst vielen Weibchen zu paaren. Das Investment ist ja gering und eine möglichst hohe Nachkommenzahl erhöht die biologische Fitness (= das Maß dafür, wie erfolgreich ein Individuum seine Gene in die nächste Generation bringen kann) eines Männchens. Warum die meisten Männchen unter den Säugetieren nicht monogam sind, ist damit recht einfach erklärt und damit auch, weshalb bei den allermeisten Säugetieren Haremsstrukturen vorherrschen bzw. promiske Fortpflanzungssysteme.
Die Frage, ob bei einer Art ein polygynes oder ein polygynandrisches Paarungssystem ausgebildet wird, hängt weitgehend davon ab, ob ein Männchen Weibchen bzw. ein Territorium, das für die Weibchen interessant ist, monopolisieren kann oder nicht (in der Verhaltensbiologie gibt es den Spruch: females go where food is, males go where females are.). Auch das ist logisch, denn da das Investment der Weibchen größer ist, ist auch ihr Energiebedarf höher. Die umkämpften Ressourcen der Weibchen sind deshalb die Habitate, die ihnen möglichst das bieten, was sie brauchen: Nahrung und Brut- bzw. Wurfplätze.
Ein klassisches Beispiel für Harems sind die See-Elefanten. Die Bullen dieser riesengroßen Robben besetzen einen Strandabschnitt, den sie heftig gegen andere Bullen verteidigen. An ihrem jeweiligen Strandabschnitt haben sie das Paarungsvorrecht mit allen Weibchen. See-Elefantenbullen können die Weibchen monopolisieren, denn als Säugetiere müssen die Weibchen zwangsläufig zur Fortpflanzung ans Land zurückkehren.
Auch Gorillas leben in Harems. Schimpansen dagegen nicht. Warum? Weil die dominanten Gorilla-Männchen (Silberrücken) die Weibchen bei sich halten können. Gorillas sind unter allen Menschenaffen die ausgesprochensten Grünpflanzenfresser. Nahrung finden sie überall in Hülle und Fülle, deshalb bewegt sich eine Gorilla-Gruppe am Tag im Durchschnitt auch keine 100 Meter von A nach B fort. Schimpansen ernähren sich überwiegend von Früchten, die im Raum weit verstreut und sehr ungleichmäßig verteilt sind. Den Schimpansenmännchen wird es dadurch unmöglich, Nahrung zu monopolisieren und damit die Weibchen bei sich zu halten.

Off-Topic:
Der umgekehrte Fall, Polyandrie, ist im Tierreich äußerst selten. Polyandrie kommt beispielsweise bei einigen Krallenaffenarten vor, beim Menschen u. a. in einigen Regionen Tibets und bei einigen Limikolen in der Arktis, z. B. beim Thors- und beim Odinshühnchen. Hier sind es die Weibchen, die sich einen Harem halten (und übrigens sind sie auch diejenigen, die das schönere Prachtkleid haben, und auch die Aufzucht der Jungen wird von den Männchen übernommen. Die genauen Gründe dafür sind unbekannt, man nimmt aber an, dass die kurzen Sommer in der Arktis der Grund dafür sind und der Umstand, dass bei Limikolen das Gelege fast immer aus genau vier Eiern besteht. Für eine zweite Brut hätte das Weibchen im kurzen arktischen Sommer nach der ersten Brut keine Zeit. Um seine Fitness zu steigern, bleibt ihm also nur die Möglichkeit, zwei Gelege gleichzeitig mit zwei verschiedenen Männchen zu legen und die Jungenaufzucht dann den Männern zu überlassen.


Und die Weibchen? Was haben die davon, wenn sie in einer promiskuitiven Gruppe leben? Bei Schimpansen paaren sich auch die Weibchen mit möglichst vielen Männchen in der Gruppe. Damit soll sehr wahrscheinlich Infantizid vermieden werden. Gorillamännchen töten oft die Nachkommen eines anderen Männchens. Damit soll erreicht werden, dass das Weibchen schneller wieder in Hitze kommt, damit das Männchen sich mit ihr paaren und eigenen Nachwuchs zeugen kann. Weil ja die Weibchen viel investiert haben, haben sie ein berechtigtes Interesse daran, möglichst keines ihrer Jungtiere zu verlieren. Indem sie sich mit vielen Männchen paaren, verschleiern sie die Vaterschaft, da ja jedes Männchen, das mit dem Weibchen Sex hatte, theoretisch der Vater sein könnte. Wenn ein Männchen die Vaterschaft nicht eindeutig ausschließen kann, dann wäre es ja ziemlich unsinnig, Nachwuchs zu töten, der möglicherweise der eigene ist.
Außerdem profitieren die Weibchen von ihrem promiskuitiven Verhalten dadurch, dass die Männchen ihnen "Brautgeschenke" machen, z. B. indem sie Nahrung mit ihr teilen. Das erhöht ihre Fekundität, weil ein wohlgenährtes Weibchen natürlich viel eher eine Schwangerschaft übersteht und den Fötus optimal versorgen kann.

Wie passt da nun aber Monogamie ins Bild? Wir finden Monogamie, sei es nun saisonale oder zeitlebens bestehende, immer dort vor, wo die Aufzucht der Nachkommen besonders intensiv ist und deshalb beider Elternteile bedarf. Unter diesen Voraussetzungen muss dann auch der Vater bei seiner Familie bleiben und mit helfen. Wenn man sich vor Augen führt, welch hohen Energiebedarf junge Vögel haben, ist klar, dass das Weibchen es unmöglich allein schaffen würde, all die hungrigen Mäuler zu stopfen.
Man nimmt an, dass genau deshalb auch die Monogamie beim Menschen entstanden ist. Das Modell alleinerziehender Eltern, bei denen die Solidargemeinschaft zumindest finanziell unterstützend unter die Arme greift, war von der biologischen Evolution nicht vorgesehen. In der Steinzeit wurden Halbwaisen nur halb so oft erwachsen wie Kinder, die beide Eltern hatten. Vollwaisen wurden, wenn sie nicht in einem Alter waren, wo sie schon aus dem Gröbsten heraus waren, praktisch nie groß. Menschenkinder sind unheimlich hilfsbedürftig, gerade kurz nach ihrer Geburt. Im Grunde genommen kann ein Baby zum Zeitpunkt seiner Geburt noch gar nichts, nicht mal selbstständig seinen Kopf heben. Verglichen mit dem Entwicklungsstand eines Schimpansenkindes zur Zeit der Geburt ist ein Menschenkind in seiner Entwicklung enorm zurückgeblieben. Im Prinzip ist ein Baby nichts anderes als ein zu früh auf die Welt gekommener Fetus.
Der Aufwand war so groß, dass es ohne den Vater nicht ging. Zumindest als Versorger musste er bei seiner Familie bleiben, wenigstens bis zu dem Zeitpunkt, bei dem das Überleben des Nachkommen einigermaßen gesichert war. Ins Bild passt, dass die meisten Ehen genau dann geschieden werden, wenn die Kinder gerade damit beginnen, das heimische Nest zu verlassen. Zumindest eine saisonale Monogamie war beim Menschen also erforderlich und evolutionsbiologisch betrachtet sinnvoll. Wobei "Saison" hier auf die Fortpflanzungsperiode bezogen werden muss, die eben nicht nur ein Jahr umfasst, sondern die gesamte Kindheit des Nachkommen.

Die Evolution hat also beim Menschen durchaus monogames Verhalten gefördert und Mechanismen geschaffen, die die Paarbindung festigen. So wird beispielsweise beim Sex Oxytocin freigesetzt, das das Bedürfnis nach Nähe fördert, aber auch die Eifersucht steigert, insgesamt also die Paarbindung positiv beeinflusst.
An der Monogamie herrschte dabei grundsätzlich beiderseitiges Interesse. Bei der Frau, damit der Mann nicht mit einer anderen Frau eine Familie gründet, die für den eigenen Nachwuchs vom Mann herbeigeschafften Ressourcen betrügen dann ja nur noch die Hälfte. Und der Mann hat ebenfalls Interesse an der Treue seiner Frau, er möchte schließlich kein Kuckuckskind versorgen und damit ein Investment tätigen, das seinen eigenen Genen überhaupt nicht dienlich ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass das anscheinend sehr gut in der Evolution funktioniert hat, denn Kuckuckskinder sind beim Menschen wirklich selten, nicht mal 1 % der Kinder sind es.

Okay, man könnte nun einwerfen, dass in der Mehrheit der menschlichen Gesellschaften aber keine Monogamie vorherrscht. Die meisten menschlichen Kulturen sind Haremsgesellschaften, z. B. in vielen muslimisch geprägten Ländern oder die Massai in Kenia und Tansania.
Hier ist es aber auch so, dass ein Harem nur von einem Mann gehalten werden konnte bzw. kann, der es sich "leisten" kann. Einen großen Harem mit vielen Frauen kann sich nur ein Mann leisten, der reich ist und damit in der Lage, auch all seine Frauen und ihre Kinder zu ernähren. Im arabischen Raum konnten sich deshalb nur die Sultane und Scheichs einen großen Harem leisten. Die einfachen Leute hatten keinen Harem. Bei den Massai wird der Reichtum in der Anzahl der Rinder gemessen, die ein Mann besitzt. Je größer seine Herde, umso mehr Frauen kann sich ein Massai leisten.

Und die Polyandrie? Wie gesagt, auch die kommt beim Menschen vor, u. a. in Tibet. Dort sind die Weiden so karg, dass ein Mann alleine nicht ausreicht, um ein Kind zu versorgen. Es sind deshalb oft mehrere Männer, meist Verwandte wie z. B. Brüder, die mehrere Höfe bewirtschaften und eine Frau unterstützen.

Ich meine mal dazu gelesen zu haben, dass bisexuelle Menschen tendenziell eher heterosexuelle Beziehungen führen und die gleichgeschlechtlichen „Beziehungen“ eher sexueller Natur sind falls sie ausgelebt werden.​
Eine Studie dazu kenne ich nicht. Gefühlt und nach eigenem Erleben mag das aber stimmen. Ich kenne jedenfalls mehr Bisexuelle, die in einer heterosexuellen als in einer homosexuellen Beziehung leben. Bei vielen Bisexuellen beschränkt sich die Bisexualität zudem auch oft ausschließlich auf das sexuelle Interesse und gar nicht auf irgendwelche Beziehungsgedanken.​
Ich habe daa auch schon öfter gemerkt. Abgesehen davon dass meine Beobachtungen schlicht nicht repräsentativ sein müssen wäre meine Erklärung, dass es halt mehr hetero- als homosexuelle Menschen gibt. Vielleicht ist daher ja schlicht die Wahrscheinlichkeit, letztlich in einer Hetero-Beziehung zu landen höher? Kinderwunsch und soziale Akzeptanz könnten andere Faktoren sein.​
Das sind alles einleuchtende Argumente. Ich kann mir noch eine weitere Hypothese vorstellen. Wohlgemerkt nur eine Hypothese, Belege dafür habe ich nicht. Nach meinen Beobachtungen und auch nach meinem eigenen Empfinden ist bei vielen Bisexuellen das Interesse am gleichen Geschlecht wie gesagt rein sexueller Natur. Gerade bei Männern habe ich oft das Gefühl, dass sie sich, auch wenn sie offen bi leben, eine Beziehung nur mit einer Frau vorstellen können und auch mein weiblicher Bekanntenkreis umfasst eigentlich nur bisexuelle Frauen, die zwar am gleischgeschlechtlichen Sex Spaß haben, sich in eine Frau aber nicht romantisch verlieben können.

Ich kann mir vorstellen, dass die Neigung zur menschlichen Bisexualität daher die gleichen Wurzeln hat wie die Bisexualität beim Bonobo, die dort nämlich universell ist. Wie ganz oben schon erwähnt, hat sich bei Bonobos Sex zu einem Mittel entwickelt, das der Verringerung sozialer Spannungen dient, die sozialen Verbindungen stärkt und Konflikte beilegt. Und weil's natürlich immer wieder auch mal Konflikte zwischen gleichgeschlechtlichen Individuen gibt, sind Bonobos auch bisexuell. Gleichgeschlechtliche Kontakte kommen dort v. a. unter Weibchen genauso häufig vor wie heterosexuelle und sie reichen von gegenseitiger manueller Stimulation über orale Kontakte bis hin zum genito-genitalen Reiben. Homosexuelle Kontakte werden aber regelmäßig auch bei Bonobomännchen beobachtet.

Ich kann mir vorstellen, dass das Knüpfen sowohl hetero- als auch homosexueller Kontakte gerade auch in den frühen Menschengruppen sehr sinnvoll gewesen sein könnte. Insbesondere, da das Überleben des Einzelnen beim Menschen noch einmal deutlich stärker von seiner Gruppe abhing als bei Bonobos. Je enger die sozialen Bande, umso größer ist aber auch das Konfliktpotential und ich kann mir vorstellen, dass frühe Menschengesellschaften das Problem ganz ähnlich wie Bonobos friedlich mit Sex gelöst haben und nicht gewaltsam wie Schimpansen. Ich kann's nicht beweisen, aber dafür spricht, dass das menschliche Sexualverhalten einfach dem des Bonobos auch in vielen anderen Punkten stärker ähnelt als dem der Schimpansen. So ist beispielsweise der Eisprung der Frau versteckt, genau wie bei Bonobos. Und Menschen wie Bonobos haben die meiste Zeit über Sex, wenn eine Frau gar nicht ihren Eisprung hat. Auch ist die bevorzugte Stellung bei beiden die Missionarsstellung, bei der bei beiden
Partnern Blickkontakt möglich ist (ein weiterer Hinweis auf eine monogame Paarbindung?), während Schimpansen sich wie alle anderen Primaten bevorzugt in der Hündchenstellung paaren.
Das Knüpfen homosexueller Kontakte hätte dann primär gar nicht so viel mit einer Paarbeziehun zu tun, sondern wäre eher ein Ausdruck für die Versöhnungs- und Entspannungspolitik der frühen Menschenvorfahren.

Wobei ich natürlich anmerken möchte, dass es selbstverständlich auch bisexuelle Menschen gibt, die sehr wohl auch homoromantisch empfinden können und die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben. ​

Darf nicht beides sein? Wer Poly leben will, soll das tun, wer Monogam leben will, soll sich einen solchen Partner suchen. Jeder so, wie es ihm entspricht.​
Genau so sehe ich das auch! Leben und leben lassen. Wer monogam glücklich ist, soll das sein. Wer poly lebt, soll poly sein. Hauptsache ist doch, dass man damit zufrieden ist und alle an der Beziehung beteiligten einverstanden sind.​
 

Benutzer186206  (37)

Ist noch neu hier
Ne, es kann nur sogar besser sein, ich bin selber Bi und mache daraus keinen Elefanten, Bi ist einfach nur geil.
 

Benutzer182935 (27)

Klickt sich gerne rein
Darwinist Darwinist
Erstmal von Wissenschaftler zu Wissenschaftler Chapeau zu dem rundum gelungenen Beitrag, so einen Aufwand betreibt man nicht alle Tage für so ein forum😅

Ich möchte noch zwei Dinge anmerken:
Polyandrie ist primär bei "höheren" Tieren selten, bildet bei staatenbildenden insekten, spinnentieren, aber auch vielen reptilien durchaus die regel, sehr bekannt sind beispielsweise die paarungshaufen der anakondas

Darüber hinaus gibt es ja vielfach die drohun, auch recht kultur übergreifend, jemanden zu "ficken" im Sinne von besiegen/platt machen, was sich mit der Initiative der sexualkontakte zur streitbeilegung geradezu wunderbar deckt. Sicher spielt da auch der themenkomplex "Sexualität und Dominanz" mit rein, insofern ist diese Hypothese, dass soziale Tiere auch auf Sexualität als instrument des sozialverhaltens zugreifen und das die Grundlage für Homosexualität bildet ziemlich einleuchtend. Das funktioniert dann in dem Sinne "ich hab gewonnen, zeige kurz Dominanz und das wars dann"
Ich habe auch mehrfach gelesen, dass diese Erklärung eigentlich die sinnvollste für Homosexualität an sich ist, denn prinzipiell wäre es ja von Nachteil, wenn man die Ressourcen in "unproduktivem" sex verschwenden würde

Btw die Beobachtung mit dem bisexuellen aber heteroromantischen kann ich so bestätigen, zumindest was die Frauen in meinem Umfeld angeht
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Darwinist Darwinist Interessanter Beitrag - den ich erstmal noch in Ruhe zweitlesen muss. :grin:

Nur noch dazu: Sicher gibt es viele Menschen, die nur auf sexueller Ebene bi sind. Aber das gibt es auch in der anderen Richtung - ich kenne mindestens einen schwulen Mann und eine lesbische Frau (also, halt mehr oder weniger) die selten mal rein sexuelle Kontakte zum anderen Geschlecht haben, aber Beziehung definitiv ausschließen. Und auch mehrere bisexuelle Frauen, die sich in Frauen verlieben können und auch schon in gleichgeschlechtlichen Beziehungen waren - aber letztlich doch zufällig (oder auch nicht?) alle in heterosexuellen Langzeitbeziehungen gelandet sind.

Aber wie gesagt - ich will nicht den Anspruch stellen dass meine Stichprobe repräsentativ ist. Müsste man mal wissenschaftlich untersuchen. :grin:
 

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Erst Mal vielen Dank, Darwinist Darwinist , dass mal weniger Spekulation und mehr Wissenschaft in den Kontext gestellt wurde.
Eine Frage würde mich jetzt brennend interessieren, die man vermutlich weniger von der Biologie her und mehr von Seiten Soziologie beantworten müsste. Ich vermute, dass wir ein biologisches „Sexual-Programm“ haben, das von einem kulturellen Programm überlagert wird bzw. wurde. Ich hab mal gelesen, dass der Besitzbegriff vermutlich erst mit Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht relevant wurde, vorher zu Zeiten der Jäger- und Sammlergesellschaft aber kaum von Belang war. Wie im Beitrag oben angeführt hatten die Menschen in Sozialstrukturen als Horden vermutlich Sex wie Bonobos, weil die Zusammengehörigkeit und die Unmittelbarkeit zwischen Umwelt und Handeln eine möglichst gut funktionierende Sozialstruktur unter Nutzung aller Kompetenzen aller Gruppenmitglieder das Überleben der Gruppe gesichert hat.
Die Frage ist also, ob das Aufkommen der Monogamie quasi eine Folge von Ackerbau, Sesshaftigkeit und damit einhergehend immer größerer sozialer Strukturen und dem Besitzbegriff ist.
(Mit Sesshaftigkeit und Besitz kommt dann der Vererbungsaspekt hinzu. Materielle Güter vererben kann man aber nur an Nachkommen, die aus einer homosexuellen Beziehung aber naturgemäß nicht entstehen. Insofern wäre meine These, dass in Kulturen, in denen Besitz und Vererbung von großer Bedeutung sind, dazu neigen, Homosexualität (inklusive Bisexualität) zu bannen. Das würde dann auch zu der bereits geäußerten These passen, dass bisexuelle Menschen eher in einer heterosexuellen Langzeitbeziehung (inklusive Chance auf Erben) leben und ihren gleichgeschlechtlich orientierten Kontakt außerhalb suchen.)
 

Benutzer152937  (29)

Meistens hier zu finden
Vielen dank, mickflow mickflow , für dein Interesse. Ich versuch mal, mich von biologischer Seite der Frage zu nähern. Vielleicht ist das aber wirklich eher eine Aufgabe für einen Soziologen.
Ich vermute, dass wir ein biologisches „Sexual-Programm“ haben, das von einem kulturellen Programm überlagert wird bzw. wurde.
Davon kann man ausgehen. Vor gar nicht allzu langer Zeit herrschte in der Verhaltensbiologie die kontrovers geführte Debatte, ob Verhalten ausschließlich aus angeborenem Instinktverhalten besteht, also genetischen Programmen folgt (nature) oder ob Verhalten durch die Umwelt geprägt wird (nurture).
Heute ist die nature or nurture?-Debatte obsolet, denn man weiß inzwischen, dass Verhalten wie eine Münze ist, die sich aus zwei Seiten zusammensetzt, d. h. sowohl eine angeborene genetische Komponente besitzt als auch eine Umweltkomponente. Es muss daher folgerichtig nicht nature or nurture heißen, sondern nature and nurture. Übrigens nicht nur beim Menschen, sondern bei allen Tierarten. Selbst Insekten folgen nicht ausschließlich reinen Instinktprogrammen, sondern sind durchaus lernfähig. Inzwischen gesteht die Verhaltensforschung Tieren sogar zu, eigenständige Kulturen zu besitzen, z. B. bei Primaten und bei Walen.
Gerade deshalb kann man nicht von dem einen Paarungssystem beim Menschen sprechen. Selbst in unserer WEIRD-Kultur gehen die Menschen mit Sexualität nicht überall gleich um, weil sich innerhalb der Kulturen auch verschiedene Subkulturen entwickelt haben. Man muss sich ja nur mal die Bigotterie in den USA ansehen. Für uns Europäer ist es in vielerlei Hinsicht unverständlich, warum Amerikaner für unsere Verhältnisse so prüde sind, auf der anderen Seite aber Sexualität teils sehr offen zur Schau stellen.
Ich hab mal gelesen, dass der Besitzbegriff vermutlich erst mit Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht relevant wurde, vorher zu Zeiten der Jäger- und Sammlergesellschaft aber kaum von Belang war.
Das kann gut sein. Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass der Eigentums- und Besitzbegriff auich in Jäger-Sammler-Kulturen von Bedeutung ist. Auch die Steinzeitkulturen haben ja schon Kunstgegenstände hergestellt und damit sogar gehandelt. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass man bei archäologischen Fundstätten im Landesinneren Kunstgegenstände gefunden hat, die nur durch Handel dort hin gelangt sein können, weil sie aus Materialien bestehen, die man nur an der Küste finden konnte.
Schimpansen stellen bekanntlich auch Werkzeuge her. Oft haben sie dabei die Gewohnheit, ein bevorzugtes Werkzeug mit zu nehmen und immer wieder zu benutzen. Es ist natürlich schwer, das zu interpretieren. Aber möglich ist es, dass ein Schimpanse durchaus eine Vorstellung von "das ist mein Werkzeug" haben könnte.
Die Frage ist also, ob das Aufkommen der Monogamie quasi eine Folge von Ackerbau, Sesshaftigkeit und damit einhergehend immer größerer sozialer Strukturen und dem Besitzbegriff ist.
Das glaube ich eher nicht. Die Massai in Kenia und Tansania sind in erster Linie Viehzüchter, die traditionell fast ausschließlich vom Blut und vom Fleisch ihrer Rinder lebten. Auch die Dschagga, die an den Berghängen des Kilimandscharomassivs leben, sind traditionell Bauern, die verschiedene Feldfrüchte anbauen, darunter Bananen und Maniok, heute auch Kaffee. In beiden Kulturen herrscht aber ein polygynes Paarungssystem vor, obwohl es durch Ackerbau und Viehzucht geprägte Kulturen sind.
Insofern wäre meine These, dass in Kulturen, in denen Besitz und Vererbung von großer Bedeutung sind, dazu neigen, Homosexualität (inklusive Bisexualität) zu bannen. Das würde dann auch zu der bereits geäußerten These passen, dass bisexuelle Menschen eher in einer heterosexuellen Langzeitbeziehung (inklusive Chance auf Erben) leben und ihren gleichgeschlechtlich orientierten Kontakt außerhalb suchen.)
Das könnte natürlich sein, aber auch diesen Punkt halte ich für eher unwahrscheinlich. Meiner Ansicht nach ist eher das Aufkommen der abrahamitischen Religionen die Ursache dafür, dass homosexuelles Verhalten in Europa geächtet wurde.
Wenn wir uns antike Quellen ansehen, dann hatten die Menschen noch vor gar nicht allzu langer Zeit überhaupt kein Problem mit Bisexualität und beschreibt homosexuelle Handlungen sowohl zwischen Männern als auch zwischen Frauen fast immer als durchweg positiv. Die Dichterin Sappho von der Insel Lesbos besingt in ihren Gedichten die Liebe zwischen Frauen, war selbst aber verheiratet und hatte ein Kind, im Satyricon von Petronius sind viele der auftretenden Figuren offen bisexuell, da gibt es z. B. einen Mann, der bei seiner Frau keine Erektion mehr bekommt, weil er von seinen nächtlichen Abenteuern mit Männern zu erschöpft ist, und Rufinus schreibt in seiner Griechischen Anthologie: "Man erzählt sich, dass ich nicht mehr nach Jungen verrückt bin, sondern nach Frauen, dass ich ihren Puder und ihr dickes Lippenrot dem natürlichen Teint der Epheben vorziehe. Ah ja? So werden Delfine in den Wäldern von Erymanthe weiden und Hirsche im grünen Meer äsen." Alexander der Große soll bisexuell gewesen sein, darin ist sich die Forschung heute weitgehend einig.
Die Verbannung von Homo- und Bisexualität aus der Gesellschaft setzt in Europa erst ein, als sich das Christentum ausbreitet, das in der Homosexualität eine Sünde sieht. Nicht Besitz und Vererbung, sondern eher die Verbreitung der drei großen monotheistischen Weltreligionen ist meiner Ansicht nach die Ursache dafür, dass Homosexualität in ein schlechtes Licht gerückt wurde.
Off-Topic:

Ich glaube aber, dass Besitz und Vererbung etwas anderes begünstigt hat, nämlich das Aufkommen der patriarchalen Strukturen einhergehend mit der Unterdrückung der Frauen. Man nimmt heute an, dass die Geschlechterrollen noch in der Steinzeit keineswegs klar verteilt waren und Mann und Frau in der Gesellschaft durchaus gleichberechtigt waren. Während man früher davon ausging, ausschließlich Männer hätten die berühmten Höhlenmalereien angefertigt, weiß man heute, dass auch Frauen daran beteiligt waren. Womöglich gab es sogar Frauen, die auf die Jagd gingen.
Mit der Vererbung von Besitz an die (männlichen) Nachkommen wurde das anders. Den Söhnen wurden Haus und Hof vererbt, während die Töchter in die Fremde geschickt und verheiratet wurden. Die Auswirkungen sind übrigens bis heute sogar in unserer Sprache spürbar: während es den Jungen erlaubt war, im lokalen Dialekt zu sprechen, wurden die Mädchen viel öfter Hochdeutsch erzogen, man wusste ja nie, wohin die Tochter später einmal verheiratet werden würde. Bis heute ist das Pflegen des Heimatdialekts eher Männersache.
Allerdings gibt es auch hier eine biologische Komponente, die das Entstehen patriarchaler Strukturen (leider) begünstigt hat, nämlich das Dispersal. Viele gehen davon aus, dass Töchter deshalb fortgeschickt wurden, damit sie nichts erbten und so das Patriarchat gestärkt wurde. Hier wird aber die Ursache mit der Wirkung vertauscht.
Das Leben in der Gruppe bedeutet, dass die Nachkommen mit dem Erreichen der Fortpflanzungsfähigkeit die Gruppe verlassen müssen, um Inzucht zu vermeiden. Dieses Abwandern aus der Geburtsgruppe wird Dispersal genannt. Das Verbleiben in der Geburtsgruppe hingegen heißt Philopatrie. Löwenrudel sind z. B. durch weibliche Philopatrie geprägt, d. h. die Löwinnen bleiben (meist) zeitlebens Teil ihres Rudels, während männliche Junglöwen die Gruppe verlassen müssen. Im Löwenrudel sind deshalb alle Weibchen auch miteinander verwandt, es bilden sich Matrilinien aus.
Off-Topic:
Das erklärt auch, warum Löwinnen Junge säugen, die nicht ihre eigenen sind - die Jungen sind trotzdem mit ihr verwandt und damit tragen sie auch einen Teil ihrer Gene in sich. In der Soziobiologie spricht man hier auch von der Theorie der Verwandtenselektion. Letzten Endes ist die scheinbar altruistische Handlung also im Grunde genommen eine in Wahrheit egoistische, die der Verbreitung der eigenen Gene dient.

Bei unseren nächsten Verwandten aber ist das anders. Und zwar sowohl bei Schimpansen als auch bei Bonobos. Die Gruppen beider Arten sind durch männliche Philopatrie geprägt, hier wandern also die Weibchen ab. Es ist deshalb wahrscheinlicher, anzunehmen, dass das beim Menschen nicht anders war. Das Dispersal der Frauen dürfte somit nicht die Folge des Aufkommens patriarchaler Strukturen gewesen sein, sondern eine ihrer Ursachen.
 

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Sehr interessant. Du musst nur aufpassen, Darwinist Darwinist , Du bist dabei, alteingeführte Feindbilder kaputt zu machen, was das Patriarchat betrifft :grin:
 

Benutzer173382  (25)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bin Bi und glücklich verheiratet. Ich habe regelmäßig gleichgeschlechtlichen Sex und mein Mann weiß es. Das ist halt meine Sexualität...er weiß, dass es mir dabei nur um das sexuelle geht, dass mir der Sex mit einer anderen Frau Dinge gibt, die mir kein Mann auf dieser Welt geben kann, dass es also nichts mit ihm zu tun hat.
Ich denke aber, das kommt auf den Partner an bzw. ist sehr individuell.
Wenn ein Partner jetzt Bi ist und der andere aber nicht möchte, dass diese Bisexuelle Seite ausgelebt werden kann, kann das schon zum Problem werden. Es muss nicht, kann aber, wenn dem Bisexuellen Partner dann etwas fehlt.

Mein Verlangen nach Sex mit einer anderen Frau hat die Beziehung zwischen meinem Mann und mir kein bisschen verändert, weder sexuell noch sonst irgendwie.
 
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