Freund ist unsicher bezüglich seiner/unserer Zukunft

Benutzer120424 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich brauche Hilfe bzw ein paar Denkanstöße.
Mein Freund macht zur Zeit anscheinend eine Sinn bzw Lebenskrise durch und ich weiß auch nicht mehr weiter.
Unseren Eckdaten: beide Ende 20 und seit 3 1/2 J. ein Paar. Wir wohnen nicht zusammen, jeder hat seine Wohnung. Unsere Beziehung bezeichne ich als gut. Wir verstehen uns super, guter Freundeskreis, Freizeit und Sexleben, alles ist toll. Einzig das Thema Gefühle ist ein wunder Punkt zwischen uns. Er ist kein großer Gefühlsmensch und hat damit dementsprechend Probleme. Im Großen und Ganzen habe ich gelernt dies zu akzeptieren, da er mir auch anders zeigen kann, dass ich ihm wichtig bin.

Seit ein paar Monaten ist er genervt und gestresst vom Job, da dieser ihm keinen Spaß macht und unterfordert. Außerdem kommen merkwürdige körperliche Symptome hinzu (Schwindelanfälle, Übelkeit, nachts Schüttelfrost, alles in unregelmäßigen Abständen). Laut diverser Ärzte und Tests ist jedoch alles ok. Mein Freund ist Sportler und ein sonst starker Mann, man kann sich vllt vorstellen wie sehr ihm das zu schaffen macht.
Ich, für meinen Teil, habe versucht eine gute Freundin zu sein. Ich habe ihn beraten und beruhigt, nachts Händchen gehalten als er zitterte und Panik in ihm hoch kroch, ihn in Ruhe gelassen wenn er es wollte. Ich kann mir soweit nichts vorwerfen.

Nun ist es so dass ich seit Wochen dachte, es geht wieder bergauf. Er blieb allerdings weiter distanziert. Er ist oft genervt von mir, also bin ich in letzter Zeit auch etwas ruhiger geworden . Seit ein paar Tagen habe ich nun jegliche körperliche Annäherung eingestellt. Ein wenig als Test ob er auch mal zu mir kommt (kindisch, das ist mir klar :ratlos:). Aber von ihm kam einfach gar nichts mehr (außer wenn er Sex wollte). Dieser „Test“ war lächerlich aber ich fühle mich einfach nicht mehr geliebt von ihm.
Heute morgen dann fragte er warum ich nicht mehr komme. Kein Küsschen, Umarmung, nichts. Ich erklärte es ihm aber erntete nur Schweigen. Er kann mir nicht erklären warum er so ist. Auf meine Frage ob er mich noch liebt, nur Schulterzucken. Bei der folgenden Aussprache meinte er, er wüsste nicht was mit ihm los sei. Er ist nur noch genervt und lustlos. Er freut sich wenn ich bei ihm bin aber wenn ich es bin dann ist er oft genervt und will seine Ruhe. Wenn er dann Ruhe hat, würde er sich wieder wünschen ich wäre da usw usf.
Es wären schon noch Gefühle da, aber er weiß nicht wie alles weiter gehen soll mit sich und seinen Problemen.
Ich bin dann nach Hause gefahren und sagte ihm er solle darüber nachdenken was er will. Später dann Kontaktaufnahme von ihm, was ich mache usw., als wenn nichts gewesen wäre.

Ehrlich, ich bin überfordert! Wie soll es denn jetzt weiter gehen? Er sagt er weiß es nicht. Ich habe das Gefühl er will einfach so weitermachen. Aber nach seinem Schulterzucken heute morgen kann ich das nicht mehr. Ich bin ehrlich gesagt verletzt und fühle mich ungeliebt und zurück gestellt. Ich habe ihn immer unterstützt und war für ihn da, verständnisvoll bis zum gehtnichtmehr. Und nun so ein dead end?

Sorry, es ist etwas länger geworden. Ich hoffe es hat sich trotzdem jemand durchgelesen.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Invest von deiner Seite sofort stoppen. Schlechtes Verhalten muss Konsequenzen nach sich ziehen. Keinen Kontakt zu ihm suchen, auch wenn er sich meldet, melde dich nicht oder zumindest nicht sofort und wenn nur knapp, konzentriere dich auf dich, deine Hobbies, Sport, Freundinnen und flirte und triff dich auch mit anderen Männern (kein Knutschen, kein Sex). Das wird dich ablenken, dir zeigen, dass es noch andere tolle Männer gibt und es wird in ihm die Angst auslösen, dass er dich verlieren könnte und er wird versuchen, dich an sich zu binden, indem er mehr in die Beziehung investiert.
 

Benutzer120424 

Sorgt für Gesprächsstoff
xoxo, würdest du sagen, dass er mich mittlerweile als zu selbstverständlich ansieht?
Ansich führen wir beide sehr selbständige Leben. Jeder geht seinen Hobbies nach, wir sehen uns nicht jeden Tag (meistens einmal unter der Woche). Von daher bin ich nicht sicher ob solch eine Taktik funktionieren würde. Ich habe mich ja sowieso schon "rar" gemacht die letzte Zeit. Dies ist ihm wohl aufgefallen aber etwas dagegen oder dafür tun wollte er auch nicht.
Aber mehr in die Beziehung investieren muss er. Da hast du völlig Recht.
Natürlich muss ich auch an mich denken aber ein wenig schlechtes Gewissen bekomme ich schon. Sollte ich mal eine Krise durchmachen, würde ich mir ja auch wünschen mein Partner wäre für mich da.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Du warst für ihn da, es ist keine Besserung eingetreten, er "heult" jetzt bloß noch rum und das musst du nicht mitmachen. Und natürlich zieht die Taktik. Rar machen ist zwar nett, aber wirklich zu vermissen scheint er dich ja noch nicht, wenn er behauptet, dich sofort wieder da haben zu wollen, wenn du weg bist. Klingt eher nach krankhaften Kontrollwunsch.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
Ach, xoxo, so einfach ist das Leben nicht...


@TS: ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, ohne es zu wissen und ohne ihn zu kennen, dass er auf eine Art Burn-Out zuläuft. Man könnte auch sagen: Lebenskrise. Vll auch erste Midlife-crisis.
Du schreibst es ja selbst: sein Job ist sch..., er ist unterfordert. Ich gehe mal davon aus, dass er sich, gerade auch vor dem Hintergrund, dass bald die 30 ansteht, einen Haufen Gedanken um sein Leben im Ganzen macht. Und den großen Frsut schiebt, weil er gerade keine Perspektive sieht. Job ist mies und wahrscheinlich keine Besserung in Sicht, Eure Beziehung evtl. an einem Punkt, an dem Routine eingekehrt ist und er auch da keinen Höhepunkt vor sich sieht. Dazu seine "gesundheitlichen" Probleme, er merkt, dass er entgegen seiner Erwartungen doch nicht unverwüstlich ist usw. Wahrscheinlich kommen da noch andere Faktoren ins Spiel und die Summe aller Dinge lässt ihm momentan wenig Kraft, sich selbst aus dem Teufelskreis zu ziehen.
Sein Verhalten Dir gegenüber deute ich (wie gesagt, ich lehne mich mit meiner Intgerpretation weit aus dem Fenster) eher als Hilfeschrei. Er kann i.M. Dir nix Gutes tun, Dir nicht entgegenkommen, aber er braucht Dich und Deine Nähe.

Was ist Dein Part, sollte ich richtig liegen? Erstmal eine sch***-Rolle. Du musst für Dich entscheiden, ob er und die Beziehung es wert sind, dass Du Dich da jetzt reinkniest, um ihn zu helfen. Sei Dir bewußt, dass das für eine bestimmte Zeit X eine recht einseitige Sache werden wird.
Du musst ihn zum Reden kriegen. Das ist unerlässlich. Am Besten Dir gegenüber. Ich will jetzt nicht "Therapie" schreien, aber die Option sollte man im Hinterkopf haben. Denn er muss sich darüber klar werden, warum er gerade in Lethargie und (evtl.) Zukunftsangst verfällt. Denn nur so kann er auch da wieder 'raus kommen. Klingt jetzt nach Psycho-Gelaber, aber er muss sich dem stellen, ihm muss klar werden, dass sich sein Leben gerade ändert und (Achtung, Drama) an einem Wendepunkt befindet.
Wie sieht es denn mit einem Jobwechsel bei ihm aus? Liest er Angebote? Deinen "Test" kann ich verstehen, halte ich für eine durchaus menschliche Reaktion, ist aber leider kontraproduktiv, denn damit erhöhst Du seine subjektiven Stressfaktoren nur noch, für die er anscheinend i.M. keine Kraft mehr übrig hat. Hier halte ich xoxos Vorschläge (den Schwachsinn mit den anderen Männern und dem kindischen eifersüchtig-machen übergehe ich jetzt mal) für durchaus richtig: häng Dich nicht zu 110% da 'rein, sondern lenke Dich immer mal wieder ab, indem Du Dir etwas Gutes tust.

Viel Glück!
Mark11
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich habe ihn immer unterstützt und war für ihn da, verständnisvoll bis zum gehtnichtmehr.

Vielleicht war das ein Fehler? Es gibt Männer, die nehmen die Unterstützung von Frauen gerne an, ohne sich dabei unwohl zu fühlen ... andere dagegen, fühlen sich unbewusst dadurch "unmännlich", verlieren an Selbstbewusstsein.

Wichtig ist, dass er sich selbst einen Ruck gibt, etwas in seinem Leben zu ändern, wenn er unzufrieden ist. Lass ihm den Raum dazu ....

Wichtig wäre auch, dass Du mehr an Dich denkst und ihn auch forderst, bzw. zu Deinen eigenen Wünschen stehst. Wenn Du unternehmenslustig bist und er will sich lieber selbstmitleidig auf seinem Sofa verkrümeln, lass ihn und geh mit Freundinnen aus.

Was ich sagen will: Konzentriere Dich mehr auf Dich als auf ihn - wahrscheinlich tut das Euch beiden im Endeffekt viel besser.
 
S

Benutzer

Gast
Da erkenne ich mich in ihm ja fast wieder. Vor kurzem war ich in einem Job gefangen, der mich mehr und mehr unglücklich machte. Das schlug sich auch auf meine Beziehung nieder. Ich suchte keinen Körperkontakt mehr, hab kaum geredet und und war launisch und stand unter Dauerstress. Allerdings war ich dankbar, keinen Partner zu haben, der mir dann noch Vorwürfe macht, sondern dass ich einen hatte, der Verständnis zeigte. Ich war irgendwo gefangen, saß in einem Loch und hatte meine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle und kam meist kalt rüber.

Mein Freund machte mir nie Vorwürfe. Er wusste was los war und signalisierte einfach nur, dass er jederzeit für mich da ist. Er wusste irgendwo, dass es für ihn kritisch werden könnte, wenn er zu dem Zeitpunkt auch noch weitere Anforderungen an mich stellte.

Ich hab dann irgendwann seine Hilfe angenommen, weil ich nicht mehr konnte und habe gekündigt. Seitdem ging es bergauf. Ich war zwar dann erstmal arbeitslos, aber lieber so als nachher Burnout. Und jetzt hab ich meinen Traumjob und es läuft besser wie nie.

Versetz Dich also mal in seine Lage. Wenn ein Job Dich so unglücklich macht, hast Du keine Ahnung, wie sehr Dich das aus Deinem Leben reißen kann. Signalisiere ihm, dass er immer mit Dir reden kann und Du immer für ihn da bist. Aber lasse ihm erstmal Zeit für sich. Wenn Eure Beziehung Rituale hat (irgendwas hat ein Paar immer), dann solltest Du die beibehalten. Das schafft den Lichtblick für Deinen Freund und lenkt ihn mal ab. Bei uns war es immer das gemeinsame Essen. Mittlerweile weiß ich das so zu schätzen und freue mich jeden Tag darauf.
 

Benutzer120424 

Sorgt für Gesprächsstoff
Vielen Dank erstmal für euren Input. Ich muss mir das jetzt erst mal alles durch den Kopf gehen lassen. Vor allem was ich jetzt für mich hier mitnehme und ändern kann.

Mark: Das mit dem Burn-Out haben wir auch schon beredet aber das kann er sich gar nicht vorstellen. Er hat in der Firma bis vor 1 1/2 Jahren genau den Job gemacht den er machen wollte. Er wurde dann nur auf Grund eines Projektes abgezogen und kommt da nun nicht mehr raus. Trotz diverser Gespräche mit Vorgesetzten. Er mag trotz allem das Umfeld dort, die Kollegen und Stimmung. Umso schwerer ist es für ihn sich woanders umzuschauen. Er ist der Meinung es ändert sich bald wieder. Aber das hofft er schon so lange...
Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich die Beziehung fortführen will. Die Frage ist nur zu welchem Preis (erstmal) und ob er es auch noch will. Heute schrieb er mir dass er weiter mit mir zusammen bleiben will aber es für ihn momentan nicht einfach sei und er es nicht mit Absicht machen würde...

Trouserbond: Ich werde es versuchen.

Schmerzverliebt: Danke auch an dich für den Blick auf die andere Seite. Ich bin mir nicht sicher ob du es so meintest aber ich finde schon dass ich mich bisher immer verständnisvoll gegeben habe. Nur als es besser zu werden schien, habe ich gedacht er muss auch mal wieder an mich denken. Eine Gratwanderung das alles.
 

Benutzer105795 

Verbringt hier viel Zeit
Auf meine Frage ob er mich noch liebt, nur Schulterzucken.
Ich bin ja normalerweise kein Verfechtet von "Rar machen". Aber ich würde mich in der Situation komplett zurückziehen, bis er eindeutig auf diese Frage antworte kann. Mit einem Schulterzucken würde ich mich - nach all dem, was du für ihn getan hast - nicht abspeisen lassen.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
Aber ich würde mich in der Situation komplett zurückziehen, bis er eindeutig auf diese Frage antworte kann.
Kein Wunder, dass heutzutage Beziehungen nicht lange halten, wenn sie nur dann aufrecht erhalten werden, wenn der Partner immer und jederzeit zu 100% funktioniert :ratlos:

@TS:
Das mit dem Burn-Out haben wir auch schon beredet aber das kann er sich gar nicht vorstellen.
Das konnte ich mir damals auch nicht. Bis der Krankenwagen kam... Neben Schmerzverliebts super-Beitrag hier kannst Du Dir ja auch bei Interesse mal das hier durchlesen, Du findest dort ebenfalls Erfahrungen aus beiden Blickwinkeln.
Aber, wie gesagt, ich will keine Angst machen, es ist nur eine ganz vage Deutung aus der Ferne.
 

Benutzer96466 

Planet-Liebe Berühmtheit
Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich die Beziehung fortführen will. Die Frage ist nur zu welchem Preis (erstmal) und ob er es auch noch will. Heute schrieb er mir dass er weiter mit mir zusammen bleiben will aber es für ihn momentan nicht einfach sei und er es nicht mit Absicht machen würde...

Ja, dann habt ihr grad eine schlechte Zeit. Aber die geht auch vorbei, vielleicht zwar nur mit Hilfe von Außen (bzgl. Burnout, oder ner Paarberatung), aber ich finde deine Einstellung dazu sehr sympatisch.

Und das mit dem nicht wissen, ob man geliebt wird, das Gefühl kenn ich. Ich habe dann immer auf die entsprechenden Fragen verzichtet, weil ich mir eine Antwort, wie du sie bekommen hast, ersparen wollte. Ich hab mich dann damit getröstet, das ja schon durch das sonstige Verhalten klar war, das noch sowas wie Liebe da ist. Ist zwar ein schwacher Trost gewesen, hat aber getröstet.
 

Benutzer105795 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
Kein Wunder, dass heutzutage Beziehungen nicht lange halten, wenn sie nur dann aufrecht erhalten werden, wenn der Partner immer und jederzeit zu 100% funktioniert :ratlos:

1. Sie hat das Thema angesprochen und er hat nicht vor, sich in absehbarer Zeit Hilfe holen oder sich eine Auszeit zu nehmen.
2. Muss temporärer Stress auf der Arbeit nicht gleich Burn-out oder Depression zu bedeuten.
3. Man kann nicht verlangen, dass der Partner immer zu 100% funktioniert. Aber man kann sich ebenso wenig komplett selbst aufgeben, wenn es dem anderen schlecht geht. Es muss auch etwas von ihm aus kommen.
 

Benutzer120424 

Sorgt für Gesprächsstoff
@TS: Das konnte ich mir damals auch nicht. Bis der Krankenwagen kam... Neben Schmerzverliebts super-Beitrag hier kannst Du Dir ja auch bei Interesse mal das hier durchlesen, Du findest dort ebenfalls Erfahrungen aus beiden Blickwinkeln.

Danke, ich schaue es mir mal an.
Ich klammere mich jetzt sicherlich nicht plötzlich an das Thema Burn-out, aber das ist sicherlich eine Möglichkeit die man nicht unbeachtet lassen sollte. Wie schmerzverliebt schon schrieb, sind die Vorboten ja schon schlimm genug.
 
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