burn out

Benutzer119743 

Sorgt für Gesprächsstoff
mein freund hat burn out, daher nerven ihn die normalsten dinge.
es haben ihn schon einige leute darauf angesprochen, daß er das anscheinend hat, aber er übergeht es!er arbeitet weiter( was und wie genau darauf möchte ich jetzt nicht eingehen)und stresst sich dermaßen, er hat oft nichtmal zeit aufs klo zu gehen oder zu essen.manchmal muss er sonntag nachmittag verreisen.
jedenfalls sieht er in allem, was ich mit ihm unternehmen will, oder sonst von ihm "verlange" einen termin.er hat keine nerven mehr und geht mich wegen jeder kleinigkeit komisch an!
da ich zurzeit gerade keinen job hab, hält er mir das auch ständig vor.: ja du hast zeit den ganzen tag herumzusitzen!" oder "ICH muss arbeiten gehn, ich kann morgen früh nicht stundenlang herumtun, wenn du heute bei mir schläfst!"oder "achsoooo ist heute schönes wetter?das krieg ich gaaar nicht mit vor lauter arbeit"(das sagt er)
das find ich schon sehr bescheuert!
ausserdem geht er mich an, wenn ich mit ihm in einen anderen ort fahren möchte(samstag), um etwas zu besorgen."na toll, heut würd ich aber lieber was für den körper machen und nicht shoppen....oder wenn er wo eingeladen ist "jetzt ist der ganze tag im arsch, weil wir dort eingeladen sind und nix ausgleichendes tun können"
ich halte das bald nicht mehr aus!
ich fühl mich wie ein wurm im apfel, den man wegschneidet und wegwirft!
ungeliebt.
ich bin immer ein termin!
muss ich ihm nun zusehen, bis sein burn out die letzte stufe erreicht hat und er sich nicht mehr bewegen kann?
oder ist es ein mix aus burn out und keine liebe mehr???
 
M

Benutzer

Gast
das könnte man nun jedes paar fragen, das probleme hat.

Ja, kann und sollte man bei solch gravierenden Problemen auch. Denn oftmals lautet die Antwort leider nur "Gewohnheit".
Zu "Beziehungsarbeit" gehört manchmal auch, reflektiert über die eigene Beziehung nachzudenken und herauszuarbeiten, ob es überhaupt noch konkret positive Aspekte gibt. Wenn eine Beziehung nur aus Stress, Streit und Genervtsein besteht, kann man eben durchaus hinterfragen, ob die Beziehung in dieser Form noch Sinn macht.

Daher die Frage an dich, warum ihr konkret zusammen seid. Und falls die Antwort sein sollte "Wir lieben uns halt", dann sollte man überlegen, worauf sich diese Liebe begründet.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich würd mich mit ihm mal hinsetzen und drüber reden, wie er es denn am liebsten hätte. Stress in der Arbeit ist ja manchmal nur vorübergehend, und da finde ich es ok, wenn der andere Partner dann etwas rücksichtsvoller ist und nicht so viel einfordert. Bist du sicher, dass er ein Burn Out hat bzw. ist es diagnostiziert?
 

Benutzer91572 

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das könnte man nun jedes paar fragen, das probleme hat.

Ja, aber jedes Paar würde wohl unterschiedliche Gründe nennen können, wieso es noch an der Beziehung fest hält.

Kannst du welche nennen?
 

Benutzer119743 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich würd mich mit ihm mal hinsetzen und drüber reden, wie er es denn am liebsten hätte. Stress in der Arbeit ist ja manchmal nur vorübergehend, und da finde ich es ok, wenn der andere Partner dann etwas rücksichtsvoller ist und nicht so viel einfordert. Bist du sicher, dass er ein Burn Out hat bzw. ist es diagnostiziert?
ja ich bin mir sicher!
sein stress ist nicht vorübergehen, er wird jährlich schlimmer.
den job, den er macht, der ist ein zwang und er sagt immer es geht nicht anders, weil er die wohnung zurückzahlen muss.er würde locker einen anderen job finden, wenn er wollte, könnte...
wenn ich ihn frage, was und wie er alles gern hätte, kann er nix dazu sagen.super
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
An deiner Stelle würde ich ihn fragen, ob er die Beziehung noch will. Und dann dich selbst fragen, ob du das mitmachen willst. Und ihn dann unterstützen. Ist doch klar, dass er keinen Kopf für irgendwelche privaten Verpflichtungen hat, wenn ihm schon der Kopf raucht. Ihr findet doch auch sicher Dinge, die euch beiden Spaß machen, d.h. Sachen, die er auch machen will und die zur geistigen und körperlichen Entspannung beitragen. Und wenn er ein Burn Out hat, soll er zum Arzt gehen.
 

Benutzer91572 

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wenn ich ihn frage, was und wie er alles gern hätte, kann er nix dazu sagen.super

Und das lässt du dann einfach so stehen? Heftig.

Ich kann ja verstehen das er Stress hat und du ihn manchmal nervst, da seine Geduld auf Grund des Jobs recht gering ist - aber dann keine Vorschläge haben, wie du es besser machen könntest, klingt für mich sehr nach "Weniger Stress hätte ich nur, wenn du gar nicht mehr da wärst".
 

Benutzer119743 

Sorgt für Gesprächsstoff
er geht sehr oft zu irgendwelchen ärzten.da er schon körperliche beschwerden hat wegen dem burn out!aber organisch ist alles okay!warum diese ganzen ärzte nichts gegen sein burn out tun, ist mir sowieso ein rätsel!er bekommt vitamin infusionen, stress- tabletten, bla bla
ich kann ihn ja nicht zum neurologen schleifen und dort für ihn sprechen!
er sollte mal für 1-2 monate auf eine einsame alm gehen und schafe hüten, dort könnte er ohne termine und ohne pc nachdenken, was er in zukunft will.
 

Benutzer119743 

Sorgt für Gesprächsstoff
Und das lässt du dann einfach so stehen? Heftig.

Ich kann ja verstehen das er Stress hat und du ihn manchmal nervst, da seine Geduld auf Grund des Jobs recht gering ist - aber dann keine Vorschläge haben, wie du es besser machen könntest, klingt für mich sehr nach "Weniger Stress hätte ich nur, wenn du gar nicht mehr da wärst".

ja so fühl ich mch dann auch!
ich ziehe mich dann meistens zurück um ihn wenig bis gar nicht in anspruch zu nehmen!
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Wie lange geht das schon und wie intensiv hast du schon mit ihm drüber geredet? Bzw. wie schauen seine mittelfristigen Pläne aus? Sieht er ein, wie drastisch du die Situation wahrnimmst? Sieht er ein, dass das ein Problem für die Beziehung ist?

Du musst ihm das alles klar machen, erst dann kann er, könnt ihr was verändern. Wenn du schon alles versucht hast und es nichts bringt, dann musst du wohl oder übel die Konsequenzen ziehen.
 

Benutzer91572 

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ja so fühl ich mch dann auch!
ich ziehe mich dann meistens zurück um ihn wenig bis gar nicht in anspruch zu nehmen!

Ja aber so will man sich doch nicht in seiner Beziehung fühlen. Du willst doch nicht für immer das Gefühl haben, dass du nur eine Belastung bist. Weißt du überhaupt noch, wie das ist, wenn sich der Partner über die Anwesenheit/gemeinsame Unternehmungen freut?
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
muss ich ihm nun zusehen, bis sein burn out die letzte stufe erreicht hat und er sich nicht mehr bewegen kann?

Ja, das wirst Du wahrscheinlich tun müssen. Solange er selbst nicht das Problem erkennt, wird ihm da auch keiner helfen können.

Ob das nun ein Burnout oder fehlende Liebe ist, spielt gar nicht mal so die Rolle. Es gibt durchaus Menschen, die arbeiten viel, meckern auch drüber und haben trotzdem keines. Die brauchen diesen Stress einfach. Was aber viel problematischer in Deinem Fall ist: Er hat offensichtlich das Gleichgewicht zwischen Beruf und Beziehung verloren. Und daraus kann sich tatsächlich irgendwann die Situation entwickeln, dass man irgendwann nur noch nebeneinander herlebt und sich auf die Nerven geht.

Mach ihm eine klare Ansage, ohne Rücksicht auf seinen Job: Ihr führt eine Beziehung und diese erfordert das Zutun von beiden Seiten. Kann er das nicht liefern, dann trenne Dich.
 

Benutzer119743 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja aber so will man sich doch nicht in seiner Beziehung fühlen. Du willst doch nicht für immer das Gefühl haben, dass du nur eine Belastung bist. Weißt du überhaupt noch, wie das ist, wenn sich der Partner über die Anwesenheit/gemeinsame Unternehmungen freut?

das weiß ich nicht mehr
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
So wie Du das beschreibst klingt das zumindest schon nach einer Belastungsreaktion. Ob das nun ein "Burn-Out", also eine Erschöpfungsdepression ist, gehört von einem Fachmann diagnostiziert.

Wie Du nun vorgehst hängt von Deiner Weltsicht ab. Siehst Du den Partner als Joghurtbecher, dann mach Schluß und such Dir einen Anderen.

Siehst Du den Partner als , naja, Partner, suche Wege ihn aus der Streßfalle rauszubekommen. So einfach ist das.


Ich kann ja verstehen das er Stress hat und du ihn manchmal nervst, da seine Geduld auf Grund des Jobs recht gering ist - aber dann keine Vorschläge haben, wie du es besser machen könntest, klingt für mich sehr nach "Weniger Stress hätte ich nur, wenn du gar nicht mehr da wärst".
Nö, es klingt nach Burn-Out. Es ist alles, was die TS beschreibt wortwörtlich typisch für ausartende Streßreaktionen; typisch zu glauben daß alle Anderen nichts tun; es ist typisch, alle Anderen als "Termine" und "Arbeit" zu sehen; es ist typisch, den Streß zu somatisieren (also körperliche Beschwerden zu haben); es ist typisch sich von einem externen Zwang (Schulden, Wohnung) regiert und in einer "Jobhölle" eingesperrt zu fühlen; es ist typisch, immer mehr zu malochen und den Streß immer noch mehr wachsen zu sehen wie eine Ratte im Laufrad; es ist typisch, niemand mehr sehen zu wollen, sogar den Partner; es ist typisch, körperliche Grundbedürfnisse (Defäkation, Nahrungsaufnahme, Schlaf) zu vernachlässigen; es ist typisch, bei jeder Tätigkeit die "verlorene Zeit" zu bedauern; ...

Alles wie aus dem Lehrbuch.






Wiedermal so ein Thread um einfach nur zu gehen...
 
S

Benutzer

Gast
Ich kann chelle nur zustimmen, es klingt wirklich wie aus dem Lehrbuch. Vielleicht solltest Du ihm einen Arzt suchen, der sich mit dem Thema auskennt und ihm die Augen öffnen kann. Wie es scheint, ist er ja an und für sich bereit, zum Arzt zu gehen.

Schwierig bleibt das Ganze trotzdem und leider landen viele an "burn out" Erkrankte erst durch einen Zusammenbruch auf dem Boden der Tatsachen.
 

Benutzer91572 

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Nö, es klingt nach Burn-Out. Es ist alles, was die TS beschreibt wortwörtlich typisch für ausartende Streßreaktionen; typisch zu glauben daß alle Anderen nichts tun; es ist typisch, alle Anderen als "Termine" und "Arbeit" zu sehen; es ist typisch, den Streß zu somatisieren (also körperliche Beschwerden zu haben); es ist typisch sich von einem externen Zwang (Schulden, Wohnung) regiert und in einer "Jobhölle" eingesperrt zu fühlen; es ist typisch, immer mehr zu malochen und den Streß immer noch mehr wachsen zu sehen wie eine Ratte im Laufrad; es ist typisch, niemand mehr sehen zu wollen, sogar den Partner; es ist typisch, körperliche Grundbedürfnisse (Defäkation, Nahrungsaufnahme, Schlaf) zu vernachlässigen; es ist typisch, bei jeder Tätigkeit die "verlorene Zeit" zu bedauern; ...

Alles wie aus dem Lehrbuch.

Danke für diese Information - ich muss ja ehrlich sagen das ich mich mit dem Burn Out Syndrom nicht auskenne.
 

Benutzer102673 

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Hallo,

Ich muss gestehen, dass ich mich bei dem ersten Beitrag der TS sehr ertappt gefühlt habe und einige dieser Burnout-Typischen Empfindungen schon entweder undiplomatischerweise geäußert oder aber mindestens deutlich empfunden habe.

Deswegen fühle ich mich also "berufen", hier sozusagen den Part des Freundes vielleicht ein wenig wiedergeben zu können.
In Phasen des wirklich massiven Stresses, wo man tatsächlich jeden Freizeittermin als zusätzlich Belastung wahrnimmt, ist es leider auch so, dass man innerhalb einer Beziehung wirklich das Selbstverständlichste als noch zusätzlich aufgebürdete Arbeit wahrnimmt. Das eigene Universum kreist um einen selbst.

Das ist eine unangenehme Spirale - auch für den Betroffenen selbst. Man entwickelt eine Art Tunnelblick und nimmt nur noch die eigene Handlung wahr. Und hat das Gefühl, es selbst gerne ändern zu wollen, es aber nicht zu können. Ich finde es auch ehrlich gesagt gefährlich, anzuraten, ihm so die gängigen "was ist noch übrig von unserer Beziehung?"-Fragen zu stellen und seine Unfähigkeit zu antworten, mit gr0ßer Entrüstung zu quittieren. In empfunden großen Stress-Situationen solche Fragen beantworten müssen? Das schafft kein Mensch.

Ganz sicher tut es ihm im Innersten leid, was er Dir so um den Kopf haut, er wird sich aber außerstande sehen, es zu ändern.

Selbstverständlich GIBT es aber die andere Perspektive, nämlich diejenige des Beziehungspartners, der an den anderen nicht mehr herankommt. Und ich unterstütze auch, was Firebird gesagt hat: er muss - zur Not auch sehr krass - merken, dass dieser Weg nicht so weitergeht.

Das "Wie" ist entscheidend: ich würde irgendwie vermeiden, mit einer "Anspruchsargumentation" aufzulaufen à la "ich bin deine Freundin und ich habe das Recht...". Der Schuss kann total nach hinten losgehen und ehe Du überhaupt das Wichtigste gesagt haben wirst, wird er dieses Gerede in die "Forderungsschublade" schieben und sich außerstande fühlen, das nun auch noch regeln zu müssen. Ich bin sicher, er ist kein nach Selbsterfüllung strebender Workaholic, sondern, ganz wie Du schriebst, es treibt ihn ein riesiges Verantwortungsgefühl an.

Dennoch würde ich ein ernsthaftes Gespräch mit ihm führen, was die Notwendigkeit für ihn als auch für Dich und für Euch als Paar herausstellt, etwas zu ändern. Ein Grundsatzgespräch. Möglichst ohne Vorwürfe. Und ruhig.

Dafür würde ich tatsächlich vllt ein Wochenende, was wirklich frei ist, auch als solches in Anspruch nehmen und an einen ruhigen Ort fahren - in die Natur? Ans Meer? Wo man durch die Anfahrt vielleicht 1 Stunde zeitlichen und örtlichen Abstand zur turbulenten Alltagswelt bekommt. Und am Zielort ganz für sich ist. Ohne Handy.

Das wird ihm helfen, Euch beide als Paar und etwas eigens Existierendes wahrzunehmen: nur Du und er, ansonsten NICHTS von der Euch umgebenden Alltagswelt. So könnt Ihr das Thema "Wie geht es weiter mit uns? Es muss sich etwas ändern" bildlich isoliert ohne Störfaktoren angehen.

Gruß, cocos
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ok, vll sollte ich als Betroffener mal 'was dazu sagen:
Ein Burn-Out entsteht, wenn die Addition aller persönlich empfundenen Streßfaktoren die eigene Toleranzschwelle überschreitet. Was dann folgt, kann sehr verschieden sein, häufig treten Panik-Attacken auf, nicht selten ist eine Depression die Folgeerscheinung.
Um das mit den Streßfaktoren zu verstehen, muss man sich erstmal von der landläufigen Ansicht verabschieden, dass Stress automatisch mit (Frei-)Zeitraubenden Tätigkeiten verbunden sein muss. Das, was als Stress empfunden wird, ist rein subjektiv. Bei mir z.B. war es u.A. nicht zuviel Arbeit, sondern zu wenig, ich war arbeitslos geworden. Aber auch ganz klar muss sein: es ist nie nur eine Sache, es sind immer mehrere. Allerdings können die voneinander abhängig sein. Beim Freund der TS scheint die große Arbeitsbelastung ein Faktor zu sein, daraus resultiert dann z.B., dass er das Gefühl hat, sich nicht mehr erholen zu können, keinen Ausgleich zu finden. Allein der Gedanke ist der nächste Streßfaktor. Dann möchte er gerne Zeit mit der Freundin verbringen, das steht aber im Gegensatz zu seinem Wunsch nach ruhigem Rückzug. Nächster Streßfaktor, selbstgemacht. Außerdem äußert die Freundin (zurecht!) auch noch Ansprüche an seine Kraft und sein Zeitkonto. Noch ein Streßfaktor. Und so stresst er sich selbst in eine Spirale hinein, die sich immer schneller dreht. Dementsprechend kann sogar eine gut laufende Beziehung als Stress empfunden werden, einfach nur, weil sie mind. einen seiner Stressfaktoren tangiert.
Viele Menschen in dieser Spirale beginnen dann, Schutzmechanismen zu entwicklen, sprich: sie versuchen, einzelne Streßfaktoren auszublenden, um die Additionsmenge wieder herunter zu schrauben. Im Falle des Freundes der TS scheint er die Beziehung, die ja einfach da ist, dem augenscheinlich Lebensnotwendigen (dem Job) unterzuordnen. Er macht Termine mit der TS, um seine Freizeit noch irgendwie in das einzige Schema, das für ihn noch gültig ist, hineinzupressen. Das klingt auf den ersten Blick logisch, ist es aber nicht, denn die Beziehungsprobleme (und evtl sogar das Ende), das er damit heraufbeschwört, werden ihn noch mehr stressen. Nur sieht er das (noch) nicht.

Wenn ich mal von mir damals ausgehe, hast Du, liebe TS, im Moment kaum Chancen. Ich habe die Probleme, die ich habe, nicht als so gravierend erkannt. Dass ich fast mein ganzes Leben über Bord werfe, Freunde vernachlässige, die Freundin sowieso (die ist ja immer da, das darf man ja wohl erwarten von der Partnerin [/Ironie off]), nicht mehr die Wohnung putze usw. habe ich einfach nicht erkannt. Ich fühlte mich gestresst, jedes "wir könnten ja mal wieder xy machen" oder "xy hat angerufen, er wartet auf Rückruf" haben Alles nur verstärkt. Aber ich habe es abgetan mit "das wird bald anders, ich muss nur noch dieses und jenes machen, dann habe ich wieder Zeit für so etwas. Hab' halt 'n bißchen Stress g'rade". Erst als ich das zweite Mal innerhalb von 8 Tagen mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus chauffiert werden musste und der Krankenhauspsychologe nach 3-4 Fragen mir direkt ins Gesicht sagte, was mit mir los ist, habe ich es geschnallt. Aber da war's zu spät, ich war voll in der Depression.

Ich sehe bei Dir nur eine Chance, wie Du die Beziehung retten und ihm helfen kannst, ohne selbst in den Strudel mit hineingezogen zu werden: informier Dich. Informier Dich gut über Burn-Out, Depressionen und Alles, was damit zusammenhängt. Und dann fang an, Deinem Freund tagtäglich sein Verhalten vor Augen zu führen. Mach ihm klar, in was er da gerade hineinschlittert und wie die Folgen aussehen können.
Das erfordert von Dir wahnsinnig viel Geduld, Du wirst oft zurückstecken müssen und wahrscheinlich diverse Male vor Wut den Kopf an die Wand hämmern. Und ob Du es schaffst, ihn rechtzeitig davon zu überzeugen, dass er krank ist, steht leider auch in den Sternen. Denn das, was Du dann machen müsstest, wäre auch wieder nur reiner Stress für ihn.

Und noch ein Rat, den ich Dir eng ans Herz lege: pass auf Dich selber auf! Man gerät als helfender Partner nur zu leicht viel zu tief in die Sache mit hinein. Wenn es Dir zuviel wird, dann kram ruhig Deinen gesunden Egoismus hervor und denk dann einfach nur an Dich.
Ich weiß, das klingt jetzt Alles etwas dramatisch, aber ich habe es selbst erlebt und ich weiß mittlerweile auch, was meine Freundin durchgemacht hat damals.

Ich find's klasse von Dir, dass Du ihn nicht direkt aufgibst und Erklärungen und Lösungen suchst, aber pass auch auf Dich selbst auf bitte!
Mark11
 
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