Beziehung zu Mutter wird immer schlechter

Benutzer149116 

Sorgt für Gesprächsstoff
Da dies ja ein Kummerkasten ist heule ich mich mal aus.
Meine Mutter hatte im Dezember 2014 einen schweren Herzinfarkt (sie ist 46 Jahre alt). Es war eine schwere Zeit aber sie hat es, wenn auch nur verdammt knapp, überlebt. Reha hat sie schon hinter sich und inzwischen einen defi eingebaut bekommen.
Ich bin unendlich froh dass es ihr wieder, den Umständen ensprechend, gut geht und vor allem dass die noch lebt. Ich brauche sie schließlich noch. Aber seitdem es passiert ist habe ich das Gefühl unser Verhältnis wird immer schlechter.
Für uns alle war es natürlich ein einschneidendes und lebensveränderndes Erlebnis. Für sie besonders. Sie muss zahlreiche Medikamente nehmen wahrscheinlich den Rest ihres Lebens. Sie kann nicht mehr arbeiten kein Auto fahren. Ich kann natürlich verstehen dass sie frustriert ist und ihr im Moment alles schwer fällt.
Aber für mich ist diese negative Lebenseinstellung die sie momentan hat sehr schwierig. In Gesprächen kommt sie eigentlich fast immer irgendwie auf das Thema herzinfarkt und ihre "Wehwehchen" zu sprechen. Fängt an zu jammern und sagt Dinge wie "wenn das nicht passiert wäre dann..."
Wie gesagt ich kann das alles verstehen und versuche so gut es geht ihr immer wieder positive Gedanken zu machen aber im Moment denkt sie auch nur an sich. Aber eben auf diese negative Art. Sie ist natürlich in psychologischer Behandlung deswegen. Aber mir fällt es wirklich immer schwerer mehr als einen Tag mit ihr zu verbringen, da ich selber eigentlich ein sehr positiver Mensch bin.
Vielleicht hat ja jemand hier etwas ähnliches erlebt oder kann mir sagen wie ich mich verhalten soll.
 

Benutzer149315 

Öfters im Forum
Was spricht dagegen—wenn es dich so sehr stört bzw. negativ beeinflusst—den Kontakt zu reduzieren?
Nur weil es deine Mutter ist, bedeutet dies nicht, dass du dich auf Teufel komm raus auf sie einlassen musst.

Letztendlich musst du in erster Linie auch auf dich selbst achten und Leute dir dir nicht gut tun, sind wohl eher zu meiden unabhängig davon ob sie biologisch nahe Verwandt sind, oder nicht.
 

Benutzer149116 

Sorgt für Gesprächsstoff
Dagegen spricht dass ich sie fast verloren hätte und natürlich immer noch Angst habe dass das jederzeit wieder passieren könnte und dann ein schlechtes Gewissen habe.
 

Benutzer149315 

Öfters im Forum
Menschen können jederzeit sterben. Das bedeutet, du dürftest nie Menschen meiden, die dir irgendwie am Herzen liegen.
Das ist schwer umzusetzen und macht dich unter Umständen mehr kaputt, als etwas anderes.

Zumal du einfach abwägen musst: Dein eigenes Wohlbefinden gegen die eventuelle Möglichkeit dass deine Mutter stirbt während ihr kaum bzw. gar keinen Kontakt habt.

Wenn dir dein eigenes Wohlbefinden weniger wichtig ist, so ist die Entscheidung wohl so, den Kontakt zu wahren. Wenn es aber wichtiger ist, so sollte die Entscheidung eher auf die Reduktion desselbigen zielen.

Du wirst kaum steuern können in welchen Moment deine Mutter sterben wird, es kann nach jedem Streit passieren, oder auch im schönsten Moment.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Meine Mama ist auch immer wieder krank und sie hat auch Herzprobleme. Gerade momentan geht es ihr wieder schlechter.
Ich bin aber immer für sie da und versuche ihr, gut zuzureden, ihr Mut zu machen, sie abzulenken und höre mir immer ihre Probleme an.
Für mich gehört das einfach zur Familie dazu. Klar, es belastet einen selbst auch - ich kann dich da schon verstehen. Aber überleg' mal, was sie durchgemacht hat. Ein Herzinfarkt, bei dem es um Leben und Tod ging - und das ist ja noch gar nicht lange her. Sie muss sich jetzt erst mal mit der neuen Situation zurecht finden. Schließlich wird sie vielleicht ihr Leben lang stark eingeschränkt sein und auf Hilfe angewiesen sein.
Da gehen die Meinungen sicher auseinander. Mir wurde auch schon geraten, meiner Mama zu sagen, dass mich ihre Krankengeschichten zu sehr belasten und ich das nicht mehr hören kann und möchte. Aber das bring' ich einfach nicht über's Herz. Zumal ich selbst schon eine erwachsene Frau bin und kein Kind.
Letztlich musst du wohl selbst entscheiden.
Hat sie denn Freundinnen, mit denen sie auch über ihre Probleme reden kann? Einen Mann, bzw. deinen Papa?
 

Benutzer149116 

Sorgt für Gesprächsstoff
Sie ist verheiratet und hat schon auch Freunde. Ein weiteres Problem das hinzu kommt ist aber: sie wohnt im Moment mitten im nirgendwo auf dem Land. Da sie ja nicht mobil ist ist ihr zu Hause auch immer wahnsinnig langweilig wenn ihr Mann dann auch noch arbeiten ist. Sie kann ja nirgendwo hin und ich glaube ihre Freunde will sie auch nicht jeden Tag damit belastet (bekomme manchmal mit wenn sie telefoniert wie sie dann sagt "ja aber jetzt lass uns mal über was anderes reden ist ja schon alles Scheisse genug")
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Meine Familie ist seit Jahren ein einziger "Negativ-Brocken". Durch viele Todesfälle und Krankheiten schwingt doch ständig eine schlechte Stimmung mit.
Am Anfang habe ich versucht, das noch aufzumuntern. Hab "Ja, mit mir isses ja eh bald vorbei" mit "Ach, du überlebst uns doch alle" gekontert, also etwas Humor reingebracht. Das Aufzeigen positiver Aspekte war ebenso fruchtlos.

Ja, ich habe da aufgegeben und mich distanziert. Familie schön und gut, aber für mich ist das keine Verpflichtung, mich in jedem Gespräch runterziehen zu lassen.

Für manche mag das herzlos sein, für mich steht meine (mentale) Gesundheit einfach über den sagenumwobenen Familienbanden.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich kenne deine Situation, habe aber selbst keine Patentlösung. Verlier einfach dich selbst nicht aus den Augen.
 
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