Zweifel, ob Schluss machen richtig war

Benutzer127150  (30)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,

ich mal wieder… Ich habe schon mit vielen Leuten, auch hier im Forum, über mein Problem geredet und eigentlich, ja, eigentlich, habe ich die Sache für mich schon entschieden. Aber eben „nur“ eigentlich, da ich mir immer noch viele Gedanken mache und Momente habe, in denen ich meine Entscheidung anzweifle. Manchmal hilft es ja auch, Dinge einfach noch einmal aufzuschreiben. Ich weiß aber gar nicht, was ich mir erhoffe. Jemanden, der sagt „Mädel, das kann doch bestimmt noch mal klappen – versuch es wenigstens!“, der vielleicht auch schon Erfahrungen damit gemacht hat. Oder einfach noch mal die Bestätigung, dass ich das Richtige getan habe?
Der Text ist ziemlich lange, aber ich wollte nichts "auslassen".

Anfang - Kennenlernen - erste Monate

Anfang Oktober habe ich einen jungen Mann aus meiner Uni über eine Sexcommunity kennen gelernt. Er war zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alt, ich war 24 Jahre alt. Das Ganze fing locker als Freundschaft mit Extras an, entwickelte sich aber für mich recht schnell zu „mehr“, was ich ihm nach einem Monat dann auch gesagt habe. Er war sich damals noch nicht sicher, wohin das Ganze mit uns führt, wollte nichts überstürzen, mich aber mögen. Unbewusst habe ich damals aber wohl schon ein wenig Druck in Richtung „Beziehung“ gemacht.
Im Dezember wurde ich dann zunehmend unsicherer. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass wir auf derselben Wellenlänge lagen und merkte, wie meine Gefühle zunehmend stärker wurden. Gleichzeitig verunsicherte es mich extrem, dass er mich zwar mochte, aber ich einfach keine tieferen Gefühle von ihm spürte. Wir hatten mal wieder Krisengespräch und er sagte Dinge wie "Ich fühl mich wohl mit dir - aber meine Gefühle müssen sich halt erst noch entwickeln!" Wieder machte ich etwas Druck, sagte ihm, dass ich Angst hatte, verletzt zu werden. Dass mir der Begriff Beziehung wichtig sei. Aber wieder wollte er unserem Verhältnis nicht den Stempel Beziehung aufdrücken. Es würde ja nichts ändern, sagte er. Mir war das damals wichtig, aber wieder akzeptierte ich das, weil ich ihn ja auch nicht verlieren wollte.

Ende Dezember kam er zu mir und bot mir an, wir könnten es doch mit der Beziehung probieren. Daraufhin machte ICH den Rückzieher, weil er sich einfach nicht RICHTIG anfühlte, sondern eher wie „Er bietet das halt an, weil du es willst“. Weil ich unterbewusst nicht das Gefühl hatte DIE EINE für ihn zu sein. Zum Glück akzeptierte er das aber und meinte "Du musst darauf ja nichts antworten!".

Im Januar nahm ich ihn dann sogar für zwei Tage zu meinen Eltern nach Hause und wir hatten eine super Zeit und unternahmen tolle Dinge zu zweit. Sogar Händchen hielten wir.
Und doch merkte ich einfach, dass da etwas fehlt. Es war die Art, wie er mich ansah. Es funkelte einfach nichts in seinen Augen. Es waren die Dinge, die er zu mir sagte. Komplimente für mein Aussehen/den Sex bekam ich unendlich viele - aber mal ein "Ich hab dich so gern!" brachte er nie über die Lippen. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass er verliebt war... :/

Einen Stich versetze er mir auch, als ich dann erfuhr, dass er noch NIEMANDEM, weder Freunden noch Familie, von mir erzählt hatte. Nicht mal beiläufig. Dabei wohnte er zu dem Zeitpunkt (wie auch jetzt noch) zu Hause bei seinen Eltern, zu denen er ein enges Verhältnis hat. Sie wussten, in welcher Stadt er war, aber eben nicht bei wem. Ich ticke da halt ganz anders und hatte zu dem Zeitpunkt schon relativ vielen Leuten von ihm erzählt.

Ich habe ihm regelmäßig von meinen Sorgen erzählt. Dass ich einfach Angst hätte, dass er nie dasselbe für mich empfinden würde, wie ich für ihn. Schlimm war es auch, als ich ihm dann Anfang Januar auch wirklich ins Gesicht sagte, dass ich mich in ihn verknallt hatte, er mir aber entgegnete, dass er leider nicht dasselbe für mich empfinden würde. Er hielt mich aber weiterhin hin, meinte, er bräuchte noch Zeit, weil sich das bei ihm langsamer entwickeln würde.

Mit den Wochen machte ich zunehmend Druck, weil ich endlich wissen wollte, was Sache war. Er merkte das natürlich. Wir führten einige Diskussionen – eine endete mit einer „Pause“. Aus geplanten vier Wochen wurden einige Tage. Die Pause endete damit, dass ich eigentlich Schluss machen wollte – er mich aber nicht verlieren wollte. Er weinte und versprach, dass er sich diesmal um mich bemühen wolle, weil er wüsste, was er an mir habe.

Ein Schlag ins Gesicht war dann auch ein Abend einige Zeit später, an dem er mit einem Kumpel + Freundin, einem weiteren Studienkollegin und einer Freundin erstgenannter Freundin zum Pizzaessen, wenige hundert Meter von meiner Wohnung, verabredet war. Er besuchte mich vor dem Treffen, ging einige Stunden später Essen und kam danach wieder zurück zu mir. Auf die Idee, mich mal zu fragen, ob ich mitmöchte/mich vorzustellen, kam er nie.
Ich sagte nichts… Zumindest erst mal. Bei einer späteren Diskussion kam er von selber auf das Thema zu sprechen, woraufhin ich ihm sagte, dass mich das verletzt hatte. Er reagierte nur mit: „Ich wusste nicht, dass sich das gehört.“ Wollte mich in Zukunft dann aber mal mitnehmen, was er auch tat.

Februar - Wir waren ein Paar, aber....

Es wurde dann Februar, wir waren mittlerweile ein Paar.
Er gab mir dann auch einen süßen Brief, in dem er endlich ein wenig emotionaler schrieb und mir auflistete, wieso wir so gut zusammen passten. An sich hatte mich der Brief sehr gefreut. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass der Brief halt mal wieder kam, weil ich so viel Druck machte.
Danach kam auch nichts mehr in diese Richtung.

Ich fühlte mich immer noch nicht sicher. Angekommen. Irgendwie fehlte etwas. Diese Sicherheit, dieses Vertrauen, das einem ein liebender Partner entgegen bringt.

Ein paar Dinge, die mich zusätzlich noch störten

Er wollte mich auf Teufel komm raus nicht mit nach Hause zu seinen Eltern nehmen. Und das, nachdem wir uns sechs Monate kannten. Obwohl ich ihm mehrmals sagte, wie gerne ich mal sein Elternhaus sehen wolle (Was er so erzählt, klingt immer wie ein Märchenschloss), nahm er mich nie mit nach Hause. Die Freundin seines Bruders war ständig da – Ostern, Geburtstag, zum Pizzaessen, Weihnachten,…

So richtig bei mir schlafen wollte er anfangs auch nicht recht. Weil ich mal was sagte, pendelte es sich dann auf „einmal die Woche“ ein. Spontan? Kaum. Dabei sind wir ja noch Studenten... Letztens fiel doch tatsächlich der Satz: "Ja, aber wenn ich jetzt einfach bei dir bleibe, stellen meine Eltern so komische Fragen, wo ich nachts war!" - Manchmal frage ich mich, ob er 26 wird dieses Jahr, oder 15. Er ist emotional so unreif.

Und der Sex... Anfangs hatten wir ein paar Startschwierigkeiten, weil er keine Erektion erlangen/halten konnte. Da war ich mega verständnisvoll und wollte ihm null Druck machen. Nach einiger Zeit lief der Hase dann und wir hatten keine Probleme. Was mir aber schon von Anfang an aufgefallen ist: Er hat null Interesse an meinem Orgasmus...
Wenn, dann muss ich es mir selbst machen. Gefingert/geleckt hat er mich noch nie. Nach seinem Orgasmus ist alles vorbei.
Und ich gab mir soooo Mühe. Jeden Mist machte ich mit, auf den er so Bock hatte.
Und ich hatte ihm schon DREImal gesagt, dass ich das schade fände, dass er sich so gar nicht um mich kümmere. Er begründete das immer mit: Ja, ich bin schüchtern und habe Angst, was falsch zu machen. (Vor der Umsetzung mancher Fantasie, die er so hat, hat er aber keine Angst.)
Aber ich habe ihm schon gesagt, dass man eigentlich nichts falsch machen kann und ich ihm das gerne zeige, ihm helfe, etc. Probieren muss man es halt. Und er sagt dann immer: Ja, ich bemühe mich. Es kam aber nichts. Und wir waren, wie gesagt, sechs Monate "zusammen", bzw. schliefen so lange schon miteinander.
Und ich hatte irgendwann keinen Bock mehr was zu sagen. Wie kann ein Mensch so wenig Interesse daran haben, dass seine Freundin auch ihren Spaß beim Sex hat?! Ich war auch irgendwann zu stolz, so zu betteln. Wir sind einfach Generation „Porno“ – da weiß man, dass auch Frauen kommen können und wollen.

Das Ende


Vor zwei Wochen hatten wir dann wieder eine mega Diskussion. Ich zweifelte erneut an seinen Gefühlen und erzählte ihm jetzt auch endlich mal, dass ich wirklich massiv Probleme damit hatte, dass ich a) nicht zu ihm nach Hause durfte und b) ihm das mit meiner Lust so egal sei. Er wurde mega wütend. Brüllte richtig. Zum Schluss packte er all seine Sachen, die er so bei mir hatte und verschwand.

Und ab da war irgendwie ein Knacks drin. Zwei Tage diskutierten wir wieder – er wurde wieder mega wütend. Weinte aber auch. Er hatte immer tausend Ausreden (Für mich waren das Ausreden, für ihn nicht) für alles parat. Entschuldigte sich aber auch. Und versprach mir, dass er sich diesmal wirklich bemühen wolle, weil er endlich wüsste, dass ich DIE für ihn sei.

Für mich war die Sache dann aber irgendwie gelaufen, was ich ihm dann auch mitteilte. Allein, dass wir durchgehend immer wieder diskutierten… Und das in der Honeymoon-Phase.

Und machte eben Schluss. Und da brach für ihn eine Welt zusammen. (Für mich natürlich auch, aber ich sah keinen Sinn mehr in der Beziehung, und handelte nach dem Prinzip "Weg mit Schreck").

Sein Versprechen

Er flehte mich an, winselte regelrecht, dass ich ihm doch noch eine Chance geben solle. Diesmal würde er wissen, dass ich die Richte sei und die Einzige. Er wolle mir alles geben, was ich wollte. Er hätte in den kommenden Tagen auch vorgehabt, mir seine Liebe zu gestehen, meinte er. Er würde mich über alles lieben und würde endlich der Mann sein wollen, den ich mir so sehr wünsche. Auch beim Sex wolle er sich jetzt bemühen. Er versprach mir die Welt und noch viel mehr.

Vor ein paar Tagen überraschte er mich dann mit seinem mit Teelichtern geschmückten Auto und Herzchenballons. Dass er eben schon eine Zukunft für uns sähe – gemeinsam. Ich widersprach mal wieder, erklärte ihm, wieso ich keinen Sinn mehr darin sähe und diskutierte wieder mit ihm. Was ihn wieder wütend machte. Und obwohl er sich entschuldigen wollte, brach es auf einmal aus ihm heraus und er sagte: „Muss ich dir denn alles in die Fresse diktieren?!?!?“ Daraufhin bin ich gegangen.

Er entschuldigte sich für seinen Ausraster und hat mich seitdem wieder mit kleinen Liebesbeweisen überrascht. Schickte mir einen Brief, eine Rose, Süßigkeiten. Er wolle noch diese eine letzte Chance.
Und er mich unter keinen Umständen gehen lassen. Er lässt echt nicht locker, obwohl ich ihn schon gebeten habe, mir erst mal meine Ruhe zu geben.

Bringt das noch was? Mein Bauchgefühl sagt "Nein", weil es einfach nicht läuft und ich innerlich irgendwie zugemacht habe. Wäre da nur nicht diese eine Stimme, die sich so sehr wünscht, dass es diesmal wirklich anders wird, weil er mich diesmal wirklich liebt. Wieso muss ich aber erst Schluss machen, damit er sieht, was er an mir hat? Ist doch bescheuert.

Ach, vermutlich will ich nur hören, dass das die richtige Entscheidung war. :cautious:

Mrs. Happy
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Strich drunter. Das nächste Mal besser von Anfang an auf Dein Bauchgefühl hören. Und nie im Bett Dinge machen, bloß weil 'er es wollte'. :zwinker:
 

Benutzer159764 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hört sich so an wie wenn ihr einfach nicht zusammen passt
 
G

Benutzer

Gast
Ob es noch was bringt oder nicht kannst du nur selbst entscheiden.
Klar man holt sich gerne Bestätigung von anderen Menschen, dass man ja das richtige getan hat, aber nicht immer sind die Ansichten der anderen die richtigen - andere Menschen können auch gemeinsam mit ihren Ratschlägen vollkommen falsch liegen.

Wenn ich mir durchlese was du über ihn schreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass dich die Situation verletzt und du daher ein Schlussstrich ziehen möchtest.

Er wirkt auf mich nach deiner Beschreibung irgendwie emotionsarm.
Fehlendes entgegenbringen von Liebe/Zärtlichkeiten, Erhalt von "sicheren" Zonen, Ausraster sobald die eigene Vorstellung angegriffen wird.

Es gibt viele Möglichkeiten warum manche Menschen emotional abstumpfen und sich dann sehr schwer tun anderen Menschen zu öffnen, auch wenn sie etwas für den Gegenüber empfinden.
Meist haben sich diese Menschen aus irgend einem Grund eine Art Barriere errichtet, um sich vor der Realität zu schützen.

In diesem Fall wird es sicherlich hart sein werden wenn du es noch weiter versuchst.
Er wird dir dann noch oft weh tun, sehr oft ungewollt.
Das geht solange bis du seine Barriere durchbrochen hast und er dich voll und ganz an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt oder einer von euch beiden darunter zerbricht.
Dabei kannst du viel gewinnen, aber auch tief verletzt werden.

Ist wie ein Pokerspiel:
Du kannst mit sehr hohen Einsatz weiterspielen, oder du gehst auf Nummer sicher um nicht alles zu verlieren.

P.S. Wenn ich dir eine Entscheidung geben müsste würde ich dir raten es gut sein zu lassen, man kann nicht jeden retten.
Am Ende musst du selbst mit deiner Entscheidung leben können, der Rest ist egal.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Es war die richtige Entscheidung. :thumbsup:

Abgesehen davon, dass er sich offenbar gar nicht so richtig binden will, finde ich seine Ausraster bedenklich. Sei froh, so hart es klingt, dass du ihn los bist. Wer weiß, wie er in anderen Situationen noch ausgetickt wäre.

Und ansonsten: lass dich nicht von ihm einlullen. In der Kürze der Zeit hast du durchaus bemerkt, dass er nett sein kann, wenn er will, aber er ist es nur dann, wenn ihm der Hintern auf Grundeis geht. Imho ist das keine gute Grundlage, um eure Beziehung fortzusetzen. Entweder du bist es ihm wert, dass er sich für dich aus freiwilligen Stücken bemüht oder aber dir sollte es das Ganze nicht wert sein. Es ist zwischen euch ja noch nie ganz rundgelaufen und ihr habt schon in einer Phase viel diskutiert, die noch von Verliebtheit geprägt sein sollte. In der Zukunft wäre das nicht besser geworden, eher im Gegenteil. Imho ist schon zu wenig rundgelaufen, als dass da noch eine "schöne" Beziehung draus werden kann.

Lass den Kopf nicht hängen und konzentriere dich auf dich. Beim nächsten Mal wird alles besser. :knuddel:
 

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Überleg dir mal, wieviel von dir in den 6 Monaten dieser Beziehung stattgefunden hat. Es ist schon sehr erstaunlich, was du dir da in deiner Langmut selbst zugemutet hast. Er hat ganz erhebliche Startprobleme beim Sex, du gehst da ganz souverän und konstruktiv damit um, und wenn er es dann tatsächlich selbst hinbekommt, dann ist damit der Sinn von Sex mit einem Partner für ihn auch schon erledigt. Insgesamt verweigert er sich deinen wesentlichen (ich seh das ganz wörtlich im Sinne "deinem Wesen entsprechenden") Wünschen, wird aggressiv, wenn du dann darauf beharrst. Anschließend, wenn er akzeptieren musste, dass er mit (bisher?) verbaler Gewalt nicht weiterkommt, kommt er angekrochen.
Aus deinen Schilderungen kann ich mich eines inneren Bildes nicht erwehren. In meinen Augen geht es ihm nicht um dich als Mensch und Persönlichkeit, irgendwie drängt sich mir da der Begriff "Besitz" auf. Er bemühte sich immer nur soweit, bis dieser Zustand wieder stabil hergestellt war. Auch teilen, z.B. mit den Eltern, wurde nicht zugelassen (seit ihr sonst weggegangen?).
Sehr bedenklich finde ich den Spruch mit "in die Fresse diktieren"! Meine Befürchtung ist, ganz direkt, vielleicht etwas spekulativ, dass er das irgendwann tatsächlich im wörtlichen Sinne machen würde. Die Wortwahl zeugt für mich von einer mangelhaften Kontrolle über sich selbst, zumal gerade in der Situation, von kaum unterdrückter Wut, weil es nicht nach seinen Vorstellungen ging. Der eigentliche Inhalt sagt viel über seine Vorstellung aus, wie er seine Situation sieht, dass er dir etwas diktieren muss (weil du für ihn zu blöd bist, es selbst zu erkennen), er dir das diktieren wird (solltest du es nicht freiwillig machen ).
Such einen Partner, der dir gerecht wird, der die nötige Verantwortung für sich und den nötigen Respekt dir gegenüber hat. Der, von dem du uns berichtet hast, ist es in meinen Augen nicht.
 
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Aus deinen Schilderungen kann ich mich eines inneren Bildes nicht erwehren. In meinen Augen geht es ihm nicht um dich als Mensch und Persönlichkeit, irgendwie drängt sich mir da der Begriff "Besitz" auf. Er bemühte sich immer nur soweit, bis dieser Zustand wieder stabil hergestellt war.

Als einer, dem es so in seiner Beziehung gegangen ist: Lauf weg, schau, dass du von ihm weg kommst....
 

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Ich wollte es nicht so deutlich aussprechen ....
 
F

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Gast
mickflow mickflow : Ich weiß nicht, ob du das selbst erlebt hast, aber du gibst dich hin, versuchst und verzeihst, bis du am Ende bist. Aber da hörst du nicht auf und es geht weiter....

Ich weiß nicht, ob du schon soweit bist (ich hab sicher 6-8 Monate gebraucht, davor könnte ich nicht). Dann hab ich gemerkt, dass wenn ich den Kontakt zu ihr verringere, dass es mir besser geht.

M Mrs. Happy : Wenn du soweit bist wirst du es wissen, davor wirst du das, was ich gesagt habe, wahrscheinlich nicht verstehen können
 

Benutzer127150  (30)

Verbringt hier viel Zeit
Danke für eure Antworten. :smile:
Mein Gefühl ist ganz klar: "Gut, dass es vorbei ist!". Jetzt muss ich da halt durch - durch die manchmal aufkeimende Unsicherheit, ob es die richtige Entscheidung war und die Traurigkeit, die mich immer wieder überfällt. Besonders schlimm sind die Erinnerungen, die manchmal so aufpoppen. Das gemeinsame Kochen Samstag am Abend, zusammen Serie gucken und meinen Kopf auf seine Brust legen - hach, das ist halt erst mal nicht mehr. Und diese Einsicht: Mit dem Mann wirst du nie eine Zukunft haben Das war's jetzt wirklich Aber ich bin ja schon mal durch so eine Trennung gegangen - es wird wieder schöne Tage geben.

Es gibt viele Möglichkeiten warum manche Menschen emotional abstumpfen und sich dann sehr schwer tun anderen Menschen zu öffnen, auch wenn sie etwas für den Gegenüber empfinden.
Meist haben sich diese Menschen aus irgend einem Grund eine Art Barriere errichtet, um sich vor der Realität zu schützen.
Er wurde von einer Frau schon einmal ziemlich verletzt. Also es könnte durchaus sein, dass es daran liegt. Wegen ihr hat er damals sogar seine Studienstadt verlassen. Und ihr ist er noch ewig nachgelaufen.

In der Kürze der Zeit hast du durchaus bemerkt, dass er nett sein kann, wenn er will, aber er ist es nur dann, wenn ihm der Hintern auf Grundeis geht.
Das stimmt durchaus und ist wirklich schade. Ich muss ihn zu allem irgendwie "zwingen". Zu Gefühlsbekundungen, dazu, mich seinen Freunden/Eltern vorzustellen, mich beim Sex nicht zu vergessen,... Gleichzeitig fühlt es sich für mich dann auch falsch an, weil ich nie das Gefühl habe, dass das von ihm kommt, sondern weil er eben "muss".
Danke dir. :knuddel:

Insgesamt verweigert er sich deinen wesentlichen (ich seh das ganz wörtlich im Sinne "deinem Wesen entsprechenden") Wünschen, wird aggressiv, wenn du dann darauf beharrst. Anschließend, wenn er akzeptieren musste, dass er mit (bisher?) verbaler Gewalt nicht weiterkommt, kommt er angekrochen.
Ja, darüber habe ich heute auch intensiv nachgedacht. Er hört meine Wünsche nicht, versteht sie nicht. Ich will ihm da gar keine böse Absicht á la "Ihm bin ich total egal" unterstellen. Aber irgendwie kommen sie nicht bei ihm an - nicht mal, wenn ich es ihm direkt sage. Keine Ahnung, was da in seinem Kopf vorgeht...
Ja, das finde ich auch ziemlich extrem. Wie viele Seiten er in sich hat. Auf der einen Seite dieses extrem Weinerliche - und dann das Agressive. Und ich habe mich auch schon besorgt gefragt, was wohl mal passiert, wenn wir uns einige Jahre kennen und auch die letzten Hemmungen abgebaut sind... Da tickt der ja noch mehr aus.

Aus deinen Schilderungen kann ich mich eines inneren Bildes nicht erwehren. In meinen Augen geht es ihm nicht um dich als Mensch und Persönlichkeit, irgendwie drängt sich mir da der Begriff "Besitz" auf. Er bemühte sich immer nur soweit, bis dieser Zustand wieder stabil hergestellt war. Auch teilen, z.B. mit den Eltern, wurde nicht zugelassen (seit ihr sonst weggegangen?).
Interessant, dass du das Wort "Besitz" benutzt. Manchmal habe ich nämlich auch schon in die Richtung gedacht. Er hat nämlich auch mal erzählt, dass er uns eines Tages so zusammen sieht: "Gutaussehend, reich, erfolgreich - und alle bewundern uns." (Was ich doch recht überzogen und auch arrogant fand). Manchmal frage ich mich, ob ich nicht eher ein nettes Accessoire für ihn bin - das blonde Ding, das neben ihm ganz gut ausschaut. Zumal ich sein Ego ziemlich pushe - er weiß, dass ich in ihn verliebt bin, ich habe ihm schon oft gesagt, wie toll ich ihn finde. Das genießt er sicher. Wenn ich jetzt nicht mehr da bin, bricht da natürlich was weg.
Auch, dass er mich teilweise so gar nicht ernst nimmt. Er hat meine Ängste und Sorgen in der Vergangenheit schon als Lappalien bezeichnet. Ich habe wirklich manchmal das Gefühl, dass er sich denkt "Mist, jetzt will sie wieder Schluss machen. Na gut, dann erzähl ich ihr eben, was sie hören will - aber nicht das, was ich wirklich denke. Hauptsache sie ist dann mal wieder eine Weile ruhig."

Nee, das war schon gut so. :smile: :jaa:
 
F

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Gast
Auch wenn es bissi dauert, bis M Mrs. Happy wieder wirklich happy ist, aber ich bin froh, dass die Entscheidung so gefallen ist. Und wen du wen zum reden brauchst, kannst dich ruhig melden :smile: Wird wieder! :knuddel:
 

Benutzer159764 

Sorgt für Gesprächsstoff
Umso mehr ich höre, umso mehr denke ich, dein Entschluss war richtig ;-)
 
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