Zwei Chefs, ich in der Mitte - Kündigung?

Benutzer88675 

Sorgt für Gesprächsstoff
Bisschen zur Vorgeschichte:

Habe letztes Jahr als Werkstudent bei einem kleinen Unternehmen angefangen, vor einem halben Jahr wurde ich übernommen und bin festangestellt. Alles war gut, der Job machte mir Spaß, die Kollegen sind toll. Dieses Unternehmen hat einen Chef, der ein etwas pingeliger aber gleichzeitig sehr unorganisierter Typ von Chef ist.

Er hat mir der Zeit gemerkt, dass ich mehrere Fähigkeiten und Qualifikationen habe, die über die damalige Stellenanzeige hinausgingen und setzt mich nun auch in diesen Bereichen ein. Dies bedeutete für mich zunächst: 40 Stunden Woche konnte ich vergessen, da ich nun Aufgaben dazu machen musste. 45-50 Std die Woche waren die Regel. Aber es war noch ok, da ich motiviert war.

Nun ist aber vor vier Monaten eine Frau zu uns gekommen, die mir gleich als Vorgesetzte vor die Nase gesetzt wurde. Diese Frau hat ungefähr soviel Charme wie eine Klobürste und ist eine Super-Emanze und wahnsinnig zickig. Aber auch das habe ich akzeptiert.

Leider ist diese Frau das komplette Gegenteil von meinem vorherigen Chef: Total durchorganisiert, will von mir den Arbeitsplan einmal täglich und einmal wöchentlich, wieviele Stunden ich für welche Aufgaben brauche und jede einzige Fitzel-Excel-Tabelle hat ihr eigenes Deadline-Datum, bis wann es gemacht werden muss.

Das Problem ist nun: Ich arbeite für beide.

Der vorherige Chef war ein Typ, dem plötzlich Ideen kommen und diese Projekte müssen dann"ganz ganz ganz" dringend umgesetzt werden. Oder es gibt Probleme bei Rechnern von Kollegen (ich kenn mich ja auch mit Computern aus) - je nach Problem kann mich das 2 Stunden von meinen Aufgaben abhalten.

Vorher war das aber nicht so ein Problem und mit meinen Ergebnissen war mein Chef immer zufrieden.

So allerdings nicht bei der Frau Vorgesetzten: Kommt etwas 2 Stunden später bei Ihr an, muss ich mich rechtfertigen.

Heißt also: Auf der einen Seite der Chef mit den spontanen Ideen, auf der anderen Seite die Chefin mit einem straffen und sportlichen Aufgabenplan für jede Woche. Und dann bin Notfalldienst für Computer-Probleme.

Szenario seit nun mehreren Wochen (und es wird immer schlimmer): Frau Vorgesetzte will die Ergebnisse bis 14 Uhr auf dem Tisch haben. Um 13 Uhr kommt der andere Chef, fragt mich ob ich denn "ganz kurz Zeit hätte, es ist dringend dringend dringend" - meine Frage: "Kann das Warten, ich habe noch eine Aufgabe zu erledigen..." - "Nein, jetzt gleich". So kommen die Ergebnisse bei der Frau um 15 Uhr an (Mittagspause habe ich übrigens ausfallen lassen) und die Frau macht mich dann zur Sau, warum das solange dauerte.

Das Problem habe ich bei beiden öfters abgesprochen und nach einigen Quereleien und Diskussionen gibt es die offizielle Regelung, dass ich für meinen Chef 40% meiner Zeit hergebe, für die Frau 60% - aber auch nach Wochen der Einigung wollen beide 100% meiner Arbeitszeit.

Die Folge ist nun: Um irgendwie hinterherzukommen, habe ich seit Wochen nun eine 60+ Std Woche (bleibe oft im Büro von 9-20 Uhr), Wochenenden und Feiertage darf ich von meinem Vokabular streichen. Und dann komme ich immer noch nicht mit den Aufgaben hinterher. Jetzt beginnen beide unzufrieden zu werden mit meinen Ergebnissen, weil sich Flüchtigkeitsfehler aufgrund der Arbeitszeiten bei mir häufen. Wenn ich bei einem Chef anmerke, dass ich bereits Aufgaben habe, dann ist seine Aufgabe immer die wichtigere. Ich kassiere nun von beiden immer häufiger "Anschiss".

So richtig einigen können sich nun beide nicht über meine Ressourcen.

Der Höhepunkt war allerdings letzte Woche, als die Frau zu mir ins Büro geplatzt ist, weil eine Aufgabe 1 Tag überfällig war und mich vor versammelter Mannschaft ANGESCHRIEN hat, von wegen ich sei total unzuverlässig und mit mir könne man nicht arbeiten und was sonst nicht alles. Eine Standpauke also vor allen anderen Kollegen (der Chef war da übrigens nicht im Haus). Außerdem mag es die Frau generell mich herumzukommandieren.

Dazu aber noch: Wenn ich bei Ihr unvermittelt ins Büro reinkomme, sehe ich entweder nur Facebook oder Skype auf ihrem Bildschirm oder sie telefoniert mit Familie und Freunden. Was genau sie den ganzen Tag macht, außer mir Aufgaben zu geben und auch alles andere zu outsourcen, weiß ich nicht.

Nun, eigentlich sehe ich gerade keine Alternative zu einer Kündigung...

Dafür sprechen:

- Für die Qualifikationen, die ich habe und dort jeden Tag bringe, ist mein Gehalt zu niedrig. Ohne arrogant klingen zu wollen, normal bräuchte man für meine Fähigkeiten drei Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen.

- Ich kriege für meine Überstunden keinen Ausgleich (nun ja, doch, der Chef meinte "wenns mal ruhiger ist, kannst Du dir etwas Urlaub nehmen..."... aber die Situation ist seit zwei Monaten so, ohne Aussicht auf Besserung)

- Andere Mitarbeiter mit anspruchsloseren Aufgaben und einer maximal 45 Std Woche kriegen das gleiche Gehalt wie ich, wenn nicht sogar etwas höher.

- Die Kollegen bekunden mir bei jeder Mittagspause, dass ich ihnen leid tue und können meinen Kündigungswunsch total nachvollziehen

Dagegen sprechen:

- Der Job macht mir Spaß. Ohne Witz, an sich ists genau das was ich kann und was ich machen will. Das Problem: Es ist zu viel in zu wenig Zeit. Seit Monaten habe ich außer meinem Job kein anderes Leben mehr.

- Die Kollegen sind total super, ich versteh mich mit jedem abgesehen von meiner Vorgesetzten echt prima.

Ich bin davon überzeugt, würde ich kündigen, würde ich ein ziemliches Loch im Unternehmen hinterlassen, dass man nicht sehr schnell stopfen können wird bzw. mit weitaus höheren Kosten (das Gesicht der Vorgesetzten würde ich gerne dabei sehen... ich bin der Einzige im Team, der für sie arbeiten kann und ohne mich wäre sie aufgeschmissen). Und ich denke, mehr als ein paar Wochen werde ich für die Suche einer neuen Stelle nicht benötigen.

Die Zweifel sind trotzdem: Im neuen Job könnten die Aufgaben nicht ganz das sein was ich mir vorstelle, es könnte wieder ein Bananen-Chef auftauchen und ob man wieder auf so ein tollen Kollegenkreis trifft ist immer ein Glücksspiel.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun...?
 

Benutzer26398 

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Nun, eigentlich sehe ich gerade keine Alternative zu einer Kündigung...

Dafür sprechen:

- Für die Qualifikationen, die ich habe und dort jeden Tag bringe, ist mein Gehalt zu niedrig. Ohne arrogant klingen zu wollen, normal bräuchte man für meine Fähigkeiten drei Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen.
Das würde für mich schon fast genügen um eine Kündigung zu rechtfertigen! Offenar bist du der Meinung für diesen Job bzw. für den Verdienst überqualifiziert zu sein - d.h. du bist der Meinung das du eine (bessere) Alternative "verdient" hast.


Dagegen sprechen:

- Der Job macht mir Spaß. Ohne Witz, an sich ists genau das was ich kann und was ich machen will. Das Problem: Es ist zu viel in zu wenig Zeit. Seit Monaten habe ich außer meinem Job kein anderes Leben mehr.
oben liest es sich nicht so als würde es dir Spaß machen bzw. wie kann bitteschön etwas Spaß machen wenn man seine Arbeit zwei A...löchern zur Verfügung stellen muss die eh mit nichts zufrieden sind?
Du bist doch von deiner Qualifikation überzeugt - dann müsste es doch auch möglich sein eine gleichwertige Stelle zu bekommen was die Tätigkeit betrifft... (und der Rest kann ja kaum schlechter werden)

- Die Kollegen sind total super, ich versteh mich mit jedem abgesehen von meiner Vorgesetzten echt prima.
Kollegen sind meist super... außerdem sind die ja nicht aus der Welt...

Die Zweifel sind trotzdem: Im neuen Job könnten die Aufgaben nicht ganz das sein was ich mir vorstelle, es könnte wieder ein Bananen-Chef auftauchen und ob man wieder auf so ein tollen Kollegenkreis trifft ist immer ein Glücksspiel.
wäge ab ob du jetzt zufrieden bist oder nicht bzw. wie groß das Risiko ist das es schlechter wird in einem neuen Job...

Was würdet ihr an meiner Stelle tun...?
an deiner Stelle würde ich mir mal darüber klar werden ob ich in diesem Job unter den von dir genannten Bedingungen was beide (!) Chefen angeht glücklich werden kann... Ansonsten kannst du dich ja parallel zu deiner Stelle anderswo bewerben! Einfach kündigen würde ich nicht... Mir scheint auch das du keinen besonderen Stand bei deinem Chefs genießt bzw. diese wissen das von dir keine großen Widerworte kommen... Vielleicht nutzt es da einmal "auf den Tisch zu hauen" - was hast du schon zu verlieren?
 

Benutzer88675 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke brainforce (Du antwortest ja recht zuverlässig auf meine Probleme :grin: )

Was meine Fähigkeiten betrifft, ich bin ein "Jack of all trades", ich bin in keiner Disziplin ein Meister, aber ich bin in sehr vielen ziemlich gut und lerne schnell dazu...

Problem ist aber auch, die Sachen die ich dort mache sind teils so total verschieden voneinander, dass das auf spätere Arbeitgeber sicherlich merkwürdig wirkt, wenn Sie sehen was ich dort alles mache :grin: Und ich bezweifel auch, dass es eine weitere Stelle geben wird, die all diese Fähigkeiten von mir verlangen wird, viel mehr sucht man ja EINEN Mitarbeiter für EINEN Bereich... ob ich dann da mit dem Gehalt auf nem höheren Level verhandeln kann, da wäre ich mir nicht mal sicher.

Aber nun ja, es geht auch nicht nur ums Geld, sondern um Spaß an der Arbeit. Wäre der Zeitplan für die Aufgaben realistischer oder würde ich nur für einen arbeiten, wäre das noch ok... aber bei der Konstellation und den Umständen ist erstmal woanders bewerben wirklich die beste Alternative, denke ich
 

Benutzer98042 

Verbringt hier viel Zeit
Hast du das so deutlich deinen beiden Vorgesetzen schonmal gesagt? Dass du an eine Kündigung denkst aufgrund der sehr prekären Lage und des Druckes, den die beiden trotz aller Absprachen auf dich ausüben? Falls nicht, würde ich nochmal das Gespräch suchen, bevor ich dann eventuell als Schlussfolgerung definitiv einen klaren Schlusstrich ziehe. Vorallem wenn mir generell meine Aufgabenbereiche und die Anforderungen sehr gut gefallen.
 

Benutzer67523 

Sehr bekannt hier
Zwei Ratschlaege:
- Diskutiert das zu dritt, nicht nur mit beiden einzeln. Kreiiere ein Treffen, trag Dein Problem vor, sag was wie "schaut, das funktioniert fuer mich nicht auf Dauer."
- Zweitens: Oft hast Du mehr Freiheiten als Du meinst. Wenn Deine neue Chefin die Kultur Eurer Firma noch nicht ganz verstanden hat, kannst ihr dabei helfen. Und wenn das nicht klappt, und Du Dir des Rueckhalts Deines alten Chefs (ist er denn wichtiger in der Firma als Deine neue Chefin? koennte er wieder Dein Chef werden?) sicher bist: ignoriere die Art der aktuellen Chefin so gut es geht, und u.U auch ihre Auftraege. Priorisiere die Aufgaben fuer Dich, arbeite an dem Wichtigsten, und vergiss den Rest. Oft geht's bei solcher "Kommunikation" im Unternehmen nicht darum, Einverstaendnis von allen Seiten zu haben. Du musst mit den Leuten reden, aber statt zu fragen, sag ihnen vermehrt (freundlich etc. natuerlich) einfach, was Du tust - immer mit der Leitidee, das Richtige fuer die Firma zu tun.

Ist etwas riskant, aber ich habe damit eigentlich durchgehend Erfolg. Schon nur der Faktor, dass Du eben priorisierst und Dir ueberlegst, was fuer die Firma wichtig und richtig ist, hebt Dich von vielen ab.
 

Benutzer85425 

Verbringt hier viel Zeit
Mir geht/ ging es ähnlich.
Meine Erfahrung: wenn man zwischen 2 Chefs steht, dann kann man nur verlieren. Ich habe oft das Gespräch gesucht und immer wenn ich dachte, dass es besser wird, wurde kurz darauf alles nur noch schlimmer/ chaotischer und noch mehr Arbeitspensum. :mad:
Nach 1 Jahr war ich ziemlich am Ende und merkte, dass ich die 60h Wochen + WE arbeiten auf Dauer nicht ohne Rückhalt der Chefetage durchhalte. Nun nach 2 Jahren habe ich mir einen neuen Job gesucht und meinem alten Arbeitgeber den Rücken gekehrt.

Ich habe immer an meiner Firma gehangen – die Kollegen, die Arbeit, die Freizeitaktivitäten und die finanziellen Rahmenbedingungen waren perfekt. Aber mit der Zeit ging der Spaß durch den Druck total verloren, weil ich selbst merkte, dass ich es keinem mehr Recht machen konnte, durch die immens viele Arbeit die auf meinem Tisch liegt – vor allem nicht mir und meinem persönlichen Anspruch!

Und weißt du was: meine neue Firma, wo ich Mitte des Jahres beginne hat auch super Kollegen und ein absolut reizvolles Aufgabengebiet. Die Firma ist kleiner und dort habe ich sicher nicht die Hierarchieprobleme mit den Chefs. Ich rate dir: bewirb dich nebenbei und wenn du was hast, dann kannst du mit deinem aktuellen Arbeitgeber/ Chefs ja nochmal diskutieren, denn dann sitzt du zumindest am längeren Hebel. :zwinker:
 

Benutzer65590 

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Auf gar keinen Fall "einfach so" kündigen! Wenn du ohnehin bereit bist, diese ultimative Maßnahme einzuleiten, dann solltest du dich vorher ruhig ein wenig aus dem Fenster lehnen bei dem Versuch, deinen Job noch zu erhalten - du hast ja, wenn du mit dem Laden geistig eh` schon abgeschlossen hast, relativ wenig zu verlieren.

Also, mein Tipp: dokumentiere mal eine Woche lang peinlich genau, was du wann wie für wen machen musst. Wieviele Stunden auflaufen, wer wann wie deinen Arbeitsplan über den Haufen wirft, was deine Aufgaben sein sollten und was sie tatsächlich sind, und wer das Schuld ist. Die Diskrepanzen zwischen Soll und Haben sind dann vermutlich augenscheinlich, und wenn deine Schilderung des Arbeitsalltages korrekt ist, dann wird auch deutlich aus deinem BEricht hervorgehen, dass das Problem nicht deine Unorganisiertheit ist, sondern die Tatsache, dass zwei Chefs Dinge von dir fordern.

Und mit diesem Bericht setzt du dich dann mit beiden Chefs zusammen und argumentierst auf Grundlage deiner gesammelten Daten: so kann es nicht weitergehen, und das ist nicht meine, sondern eure Schuld. Entweder wir ändern die Kommandokette ODER ihr bezahlt mich für die Mehrarbeit ODER ich bin weg.

Bevor ich einfach so kündigte, würde ich es erst mal auf diese Art probieren. Ist auch eigentlich fairer dem Betrieb gegenüber; du hast zwar, sagst du, schonmal mit den Chefs über die Sache geredet, aber man muss halt dafür sorgen, dass man ernst genommen wird.
 
G

Benutzer

Gast
Die anderen, insb. Topboy haben schon wichtige Dinge genannt. Ich möchte noch eine Möglichkeit aufzeigen: Wie groß ist denn euer Unternehmen? Habt ihr eine Personalabteilung oder hast du das Gefühl, dass du dich mit deinem Problem ggf. an den Vorgesetzten deiner Vorgesetzten wenden kannst? (Oder ist das schon die höchste Ebene?). Mit einer dritten, unbeteiligten Person gibt es vielleicht eine Chance das Problem noch zu beheben.

Ansonsten würde ich langsam anfangen mich nach einer Alternative umzusehen und das auch offen kommunizieren!
 

Benutzer86779  (36)

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Bevor du kündigst würde ich mir an deiner stelle mal beide an einen tisch holen.

sag ihnen dann das dir die arbeit spaß macht und dir auch klar ist, dass du mehr als die üblichen 40 stunden arbeiten musst um nach vorne zu kommen, aber das ein punkt erreicht ist, an dem deine arbeit unter der situation leidet.

sag ihnen, dass diesituation so nicht tragbar für dich ist und die beiden chefs das unter sich klären müssen. am besten wäre es wenn du nur für einen chef arbeiten würdest und für den anderen nur in ausnahmefällen (mit deinem chef abgesprochen) einspringst.
 

Benutzer88675 

Sorgt für Gesprächsstoff
Vielen Dank schon mal für die vielen Ratschläge :smile:

Was die IT-Geschichte angeht: Läuft das quasi so nebenbei, à la "Frank, ich hab da mal 'ne Frage... Mein Rechner spinnt rum..." und ist quasi geduldet, dass du das machst, oder ist es Teil deiner Aufgaben?
Ja, ich bin quasi der IT-Chef meiner Firma. Obwohl ich dafür nicht eingestellt wurde, nicht der Stellenanzeige entspricht. Ich habe meinem Chef auch gesagt, dass ich IT nicht machen möchte. Ich kenne mich zwar gut damit aus, aber es macht mir nicht soviel Spaß als das ich mich jeden Tag damit befassen möchte.

Da hat er sich aber darüber hinweggesetzt und mir trotzdem die Verantwortung gegeben. Das Problem: Es ist sonst keiner in der Firma da, der die IT so beherrscht (abgesehen von meinem Chef, aber er will das nicht mehr machen) und eine Outsourcing-Lösung oder ein neuer Mitarbeiter ist ihm zu teuer.

Ansonsten:


- Ich bin in einer kleinen Firma mit 15 Mitarbeitern

- Ich habe mich schon 3 Mal in den letzten 2 Monaten mit beiden an einen Tisch gesetzt und offen angesprochen, dass beide eine Lösung dafür finden müssen, wie sie sich meine Ressourcen aufteilen wollen. Und ich habe auch offen gesagt, dass Sie sich dabei an eine 40 Std Woche orientieren sollen - denn für mehr werde ich nicht bezahlt. Ich habe offen gesagt, dass ich meine Arbeit nicht unter Wert verkaufen will. Und gleichzeitig habe ich gesagt, dass durch deren Druck weder deren Ansprüche noch meine eigenen Ansprüche an meiner Arbeit gerecht werden. Bevor die Frau nämlich dazu kam, waren meine Arbeitsergebnisse besser.

- Nach den Gesprächen kam die Pseudo-Regelung mit der Aufteilung 60/40 meiner Arbeitszeit... das Problem ist jedoch, keiner von beiden hält sich an die Abmachung und geben mir nach wie vor Aufgaben für eine 40 Std Woche. Wenn ich der Frau sage, dass eine Aufgabe wieder liegen geblieben ist, dann meint sie nur, das muss ich mit dem anderen Chef alleine ausmachen und soll dem "Nein" sagen, wenn er was von mir will.

- Aber der andere Chef sagt genauso, ich soll zu der Frau "Nein" sagen, wenn er wieder mit seinen spontanen Ideen kommt, die unbedingt jetzt umgesetzt werden müssen.

- Beide Chefs sehen also ihre Aufgaben als so dringend an, als ob immer die Existenz der Firma auf dem Spiel steht. Es ist grundsätzlich alles Prio 1.

- Gestern habe ich von einer Arbeitskollegin noch dazu erfahren, dass die Frau mich für jemanden hält, der auf der Arbeit zuviel herumtrödelt... deswegen gibt sie mir absichtlich mehr Aufgaben, weil sie mich erziehen möchte. Dabei sieht sie genau, dass ich jetzt oft von 8 oder 9-20 Uhr arbeite und dazu noch am Wochenende was mache.

- Aber wenn ich dafür unvermittelt in ihr Büro reinkomme, sehe ich in 2 von 3 Fällen, das bei ihr nebenbei Facebook und Skype Chats laufen (vor paar Wochen sogar Farmville...). Warum sollte ich mich für so jemanden einsetzen? Aber petzen will ich das dem anderen Chef auch nicht, weil das dann kleinkindlich herüberkommt.

- Ich habe beiden aber nicht gesagt, dass ich mit dem Gedanken spiele zu kündigen. Ich habe eher vor, von einem Tag auf den anderen mit einem Angebot einer anderen Firma zu kommen und zu sagen, dass ich zur Kündigungsfrist weg bin. Würde mich dann nicht überraschen, wenn sie dann auf einmal mit nem Gehaltsaufschlag von 20% kommen, um mich zu halten, da die Firma ohne mich eine große Lücke hätte... aber dann wäre es zu spät, weil ich mich von beiden derzeit echt verarscht fühle.



Also im Ergebnis denke ich:
Ich sollte mich einfach bei 2-3 Firmen bewerben, ins Vorstellungsgespräch gehen und die Gehaltsangebote sammeln... und falls davon einer besser ist, bin ich eben weg. Ich habe da auch kein Bock fair gegenüber meiner aktuellen Firma zu sein, weil mir meine Überstunden niemand dankt und für den Stress und die Arbeit die ich mache die Bezahlung zu niedrig ist im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern die für eine 40 Std Woche dasselbe Geld, wenn nicht mehr, wie ich bekommen.
 

Benutzer42813 

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Ich kann dich gut verstehen...

Ich würde jetzt gleich nach Ostern mal zum alten Chef ins Büro gehen und mir ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen. Dazu hast du als Arbeitnehmer jederzeit das Recht - und es ist vielleicht einfach noch mal ein deutlicheres Signal. Und mit diesem Zwischenzeugnis kannst du dich dann weiter bewerben...
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
na ja nur um denen einen reinzudrücken nichts zu sagen wäre ja auch blöd.

da es dir eh egal ist kannst du natürlich auch die gemeine taktik verwenden und die beiden gegeneinander ausspielen. scheinbar magst du ja den männlichen chef lieber und er braucht dich wohl auch.

also geh zu ihm hin und sage ihm, dass du nicht beide jobs erledigen kannst und du gehen wirst wenn weiter von dir verlangt wird 2 jobs zu machen. also sag ihm "entweder ich arbeite nur für sie oder ich werde gehen".

das ist natürlich sehr riskant und normalerweise würde ich dazu nicht raten, aber wenn es dir eh egal ist...

Off-Topic:
Ich habe mir erlaub die "ürlich"s hinzuzufügen! Das mache ich sicherlich nicht ständig und stetig.
 
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