Zu viele Baustellen, Ängste, Sorgen und Hoffnungen...

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hallo allerseits,

irgendwie bin ich mal wieder nicht gut drauf und weiß einfach nicht, wo mir der Kopf steht. Von daher versuche ich mal, meine Baustellen möglichst kurz und knapp zu beschreiben.

1. Mein Beziehungsstatus:
Ich bin nach wie vor Single, sehne mich nach einer Partnerin und möchte auch mal eine Familie gründen. Aber ich lerne in meinem derzeitigen Leben einfach überhaupt keine interessanten Frauen kennen. (Mit viel Glück komme ich auf eine interessante Bekanntschaft in 2-3 Jahren, wobei auch daraus dann nie irgendwas wird.)

2. Mein sonstiges Sozialleben:
In meinem Umfeld sind fast alle der Leute längst vergeben, teilweise verheiratet und die ersten haben auch schon Kinder bekommen. Da ist es klar, dass fast immer mehrere Paare irgendwas gemeinsam unternehmen und ich dann höchstens als 5. Rad dabei sein könnte, was oftmals für alle beteiligten nicht gerade prickeld ist.
Dementsprechend unternehme ich immer weniger mit meinen wenigen Freunden und Bekannten, so dass mein Sport so ziemlich die einzige Sache ist, bei der ich in meiner Freizeit noch Kontakt mit anderen Menschen habe.
Erst vor kurzem habe ich erfahren, dass mein bester Freund, seine Freundin, ein mit uns allen gut befreundetes Ehepaar und ein weiteres Ehepaar aus deren Bekanntenkreis, sowie die 2 Babies der Ehepaare zusammen einen Kurzurlaub geplant haben... - und ich? - Bin mal wieder außen vor, werde überhaupt nicht gefragt - und wenn, dann weiß ich auch nicht mal, ob ich Lust hätte, mitzugehen... Aber trotzdem kotzt mich diese Sache gerade einfach tierisch an, weil es mir mal wieder vor Augen führt, wie sich meine Freunde und Bekannten in ihrem Leben weiterentwickeln und immer weiter an mir vorbei ziehen, während ich einfach auf der Stelle trete.

3. Mein Sport:
Prinzipiell macht mir mein Sport nach wie vor Spaß und ich fühle mich in meinem Sportverein wohl. Auch die Wettkämpfe, die ich bestreite, machen mir prinzipiell nach wie vor Spaß und motivieren mich...
Aber die Wettkampfsaison besteht aus sehr vielen Wettkämpfen in sehr kurzer Zeit, was meine Freizeit während der Saison massiv einschränkt und auch von der körperlichen Belastung her ziemlich grenzwertig für mich ist. - Und dazu kollidiert die Saison auch noch mit der Skisaison (mein zweites großes Hobby), so dass ich ständig Terminkonflikte habe.
Und als wäre das noch nicht genug, sollte ich mich eigentlich noch mehr im Verein engagieren und auch selbst noch mehr trainieren, dass meine Mannchaft auch in den nächsten Jahren noch im Wettkampfbetrieb mitmischen kann. Aber habe ich dazu genügend Zeit, Lust und Energie?
Und selbst wenn ich diese Zeit habe: Sollte ich sie nicht lieber nutzen, um irgendwas zu unternehmen, was dazu führen könnte, dass ich neue Leute kennenlerne, um evtl. etwas an meinen ersten beiden Problenen zu ändern?

4. Mein Job:
Ich bin unterfordert und zweifle auch an der Zukunft der Firma, so dass ich wohl schon jetzt einen neuen Job suchen muss, obwohl ich mich bisher eigentlich erst in einem guten Jahr nach Abschluss eines interessanten Projekts neu orientieren wollte.
Prinzipiell wäre das ja kein Problem, weil ich nicht unter Zeitdruck stehe und keine schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe... Aber die interessantesten Firmen und Jobs, die ich bisher gefunden habe, sind so weit von meiner Wohnung entfernt, dass ich nach nicht mal einem Jahr schon wieder aus meiner schönen Wohnung ausziehen müsste, in der ich mich wirklich wohlfühle.

Nun habe ich eine sehr interessante Firma entdeckt, die eigentlich genau das macht, was mir sehr viel Spaß macht und wofür ich die nötigen Qualifikationen mitbringe... Aber die Firma ist im Ruhrgebiet.
Und nun zerbreche ich mir natürlich den Kopf, was ich tun soll.
Soll ich mich da bewerben?
Soll ich im Falle einer Zusage einen Neuanfang wagen und dafür die wenigen Dinge aufgeben, die mir in meinem Leben derzeit noch Spaß machen (meine letzten verbliebenen Freunde und Bekannten, meine Wohnung, mein Sport und mein Skiverein)?
Einerseits bin ich mit meinem derzeitigen Leben einfach nicht glücklich, so dass ich irgendwas daran ändern muss. Aber was ist, wenn ich ins Ruhrgebiet oder sonst irgendwo hin ziehe, wo ich keine Menschenseele kenne?
Schaffe ich es da plötzlich, neue Kontakte zu knüpfen, obwohl ich das in meiner Heimat schon seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr schaffe? Finde ich dort neue Hobbies, einen netten Sportverein, usw.?
Oder sitze ich dort letztendlich völlig vereinsamt, all meiner derzeit noch verbliebenen Hobbies, Freunden und Bekannten beraubt, fernab von meiner Familie in meiner Wohnung und vegetiere nur noch deprimiert vor mich hin?
Und dann auch noch im Fall dieser einen Firma ins Ruhrgebiet ziehen?!? Irgendwie reizt mich diese Gegend bisher überhaupt nicht und ich habe auch große Zweifel, ob ich mich mit der Ruhrpott-Mentalität anfreunden kann.

In meinem Kopf schwirren gerade einfach nur alle möglichen Fragen, Ängste und Zweifel, aber auch Hoffnungen umher, so dass ich keine Ahnung haben, was ich tun soll.

Hat hier zufällig jemand eine Idee, wie ich dieses Chaos in meinem Kopf irgendwie ordnen kann, um irgendeine Entscheidung fällen zu können?

Viele Grüße von einer ratlosen Banane...
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Warum bewirbst du dich nicht einfach erstmal und schaust dann weiter? Bevor du tatsächlich die Stelle annimmst und umziehst, muss doch sowieso erstmal ganz viel passieren. Ich würde mir an deiner Stelle nicht den Kopf über ungelegte Eier zerbrechen. Wenn du dir an deinem momentanen Ort nicht gefällst und auch keine Besserung der Umstände absehbar ist, dann spricht mMn nichts dagegen einen Neuanfang in einer neuen Ecke zu wagen. Deine Vorbehalte gegenüber dem Ruhrgebiet finde ich etwas voreilig, und alle anderen kontrollierbaren Sachen (Sportverein, schöne Wohnung) wirst du dir auch in der neuen Stadt suchen können. Mit den Freunden und dem Job kann's ja eigentlich nur besser werden. Der einzige Punkt, der eventuell schwierig ist, ist, dass die Familie nicht da ist. Aber vielleicht ist es auch ganz gut, wenn du mal aus der Komfortzone rauskommst und, wer weiß, vielleicht entdeckst du dann ganz neue Seiten an dir. Solche Sorgen würde ich mir im Vorfeld gar nicht machen. Es ist am Ende aber auch irgendwo eine Einstellungssache, ob man so einen Neuanfang gut nutzen kann oder nicht. Dem muss man auch positiv gegenüber stehen. Darüber musst du dir aber jetzt noch keine Gedanken machen. Erstmal Bewerbung schreiben, dann weiterschauen.
 
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Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Hallo Banane0815,

an deiner Stelle würde ich nicht wegziehen. Zum einen hast du hier ein paar Kontakte und hast deinen Sport, die dir zumindest ein grundlegendes soziales Gerüst bieten. Wenn du umziehst, musst du dir abseits der Arbeit komplett ein neues soziales Umfeld aufbauen und ich denke nicht, dass dir das in einer anderen Stadt leichter fällt. Wobei Lotusknospe Lotusknospe recht damit hat, dass du dann aus deiner Komfortzone herauskommen musst und wirklich aktiv auf die Suche nach Kontakten gehen musst.

In der Region hier solltest du doch ausreichend Möglichkeiten finden, einen neuen Job zu finden, der dir besser zusagt als dein bisheriger und dasselbe gilt für dein soziales Umfeld. Es gibt enorm viele Freizeitaktivitäten, die man hier machen kann. Man muss sie nur kennen. :zwinker:

Mehr per PN (wollte ich dir ohnehin schon länger mal vorschlagen :zwinker: ).

:winkwink:
 

Benutzer35148 

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In gewisser Weise stecke ich in einer ähnlichen Situtation, und wenn mir mein Job in der aktuellen etwas schwierigen Umbauphase nicht trtozdem noch einigermaßen Spaß machen würde (hab auch einige wirklich nette und gute Kollegen), würde ich mir auch etwas Neues suchen.
Wenn Dich viele Dinge interessieren, und Du Dich da mit derart Herzblut einsetzt, riskierst Du dass Du dabei auf der Strecke bleibst. Du musst versuchen, etwas Raum freizuschaufeln, damit Du geistig und köperlich auch einmal zur Ruhe kommen kannst.
Sonst hetzt Du am Ende nur noch zwischen Arbeit und Sport und Verein, und findest erst Recht keine Freundin.

Du musst als erstes glücklich und zufrieden sein. Und erst dann kannst Du Dich auch um andere sorgen.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Weißt du, was mir gleich kam, als ich von dem Job im Ruhrgebiet gelesen habe? Vielleicht brauchst du genau das! Einen Neuanfang, neue Leute, einen neuen Job, ein neues Umfeld. Wer weiß, was für Möglichkeiten dir der Umzug bieten könnte... Natürlich macht der Gedanke Angst, sich alles neuaufzubauen, aber ich glaube auch, dass man manchmal raus aus seiner "Comfort-Zone" muss, ins kalte Wasser springen muss und es einfach wagen sollte.
Bewirb dich doch einfach mal. Absagen kannst du immer noch.
Was ist das allerschlimmste, was passieren kann, wenn du umziehst? Dir gefällt es nicht - dann ziehst du halt wieder zurück. Du bist ja noch jung, ungebunden, frei - das ist ja auch ein Vorteil.. Und du sagst selbst, dass du gute Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt hast. Du hast nichts zu verlieren in meinen Augen.
(Für den Anfang kannst du ja in eine WG ziehen - wie wäre das? In ein möbliertes Zimmer, mit ein paar Kartons.)
Freunde kannst du dort auch finden (Ich habe bisher viel Positives von den Ruhrpottlern gehört), deinem Sport kannst du da sicher auch nachgehen.
Das waren meine spontanen Gedanken. :smile:
 

Benutzer115625 

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Einerseits bin ich mit meinem derzeitigen Leben einfach nicht glücklich, so dass ich irgendwas daran ändern muss. Aber was ist, wenn ich ins Ruhrgebiet oder sonst irgendwo hin ziehe, wo ich keine Menschenseele kenne?
Schaffe ich es da plötzlich, neue Kontakte zu knüpfen, obwohl ich das in meiner Heimat schon seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr schaffe? Finde ich dort neue Hobbies, einen netten Sportverein, usw.?
Oder sitze ich dort letztendlich völlig vereinsamt, all meiner derzeit noch verbliebenen Hobbies, Freunden und Bekannten beraubt, fernab von meiner Familie in meiner Wohnung und vegetiere nur noch deprimiert vor mich hin?
Heute einfach mal in Zitatform, was mir in den Sinn kam, als ich deinen Text gelesen habe.

„Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“
(Georg Christoph Lichtenberg)

„Das Leben ist ein Spiel. Man macht keine größeren Gewinne, ohne Verluste zu riskieren.“
(Christine von Schweden)

"Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen."
(Dietrich Bonhoeffer)

Grüße,

Ali Mente
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Zurück ziehen (von wo auch immer zurück in deine derzeitige Ecke - muss ja nicht der Job im Ruhrgebiet sein) könntest du immer noch, wenn es dir dort nichts bringt/nicht gefällt, und deine Freunde aus dem derzeitigem Ort müsstest du auch nicht aufgeben, nur weil du weiter weg bist. Besuchst sie dann halt wochenendweise, pennst bei einem, und triffst auch die anderen. Nur seltener.
Sportvereine gibt es auch viele an anderen Orten, da ist sicher auch was passendes für dich dabei.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Erstmal vielen Dank für eure Beiträge!
Das hilft mir wirklich ein wenig dabei, meine Gedanken zu sortieren.

Warum bewirbst du dich nicht einfach erstmal und schaust dann weiter? Bevor du tatsächlich die Stelle annimmst und umziehst, muss doch sowieso erstmal ganz viel passieren. Ich würde mir an deiner Stelle nicht den Kopf über ungelegte Eier zerbrechen.
Irgendwie finde ich es blöd, mich bei einer Firma zu bewerben und dann im Falle einer Zusage die Stelle doch nicht anzunehmen, weil ich doch nicht wegziehen will.
Und dazu ist das auch irgendwie eine grundsätzliche Frage für mich, anhand welcher Merkmale ich potentielle zukünftige Arbeitgeber bei der Jobsuche beurteile:
Suche ich einen Job und eine Firma, passend zu meiner Qualifikation und meinen Interessen? (Dann müsste ich mich augenblicklich bei der Firma im Ruhrgebiet bewerben...)
Mache ich möglicherweise ein paar Abstriche bei Firma und Job und beschränke mich auf Gegenden, die ich besonders interessant und sympathisch finde?
Oder beschränke ich mich auf Jobs, für die ich nicht umziehen muss, obwohl ich dann sicherlich größere Abstriche bei anderen Dingen machen muss?

Wenn du dir an deinem momentanen Ort nicht gefällst und auch keine Besserung der Umstände absehbar ist, dann spricht mMn nichts dagegen einen Neuanfang in einer neuen Ecke zu wagen.
Ich würde nicht behaupten, dass es mir in meinem momentanen Wohnort nicht gefällt.
Ich habe hier eine schöne Wohnung, in der ich mich wirklich wohl fühle, einen tollen Sportverein mit netten Vereinskameraden (was keine Selbstverständlichkeit ist, wenn ich an meinen vorherigen Verein denke, in dem ich mich irgendwann nicht mehr wohl gefühlt habe), eine kurze Entfernung zu meiner Familie, einen ganz besonderen Skiverein, usw.

Deine Vorbehalte gegenüber dem Ruhrgebiet finde ich etwas voreilig, und alle anderen kontrollierbaren Sachen (Sportverein, schöne Wohnung) wirst du dir auch in der neuen Stadt suchen können.
In Sachen Job und Wohnung sehe ich das genau so. Aber sonst habe ich da doch größere Zweifel.
Hier habe ich wenigstens noch ein paar Freunde und Bekannte aus alten Zeiten, mit denen ich noch sporadisch Kontakt habe.
Aber was ist, wenn diese Kontakte wegfallen? Wieso sollte ich an einem neuen Ort plötzlich neue Kontakte knüpfen, obwohl mir das hier einfach überhaupt nicht gelingt?
Und auch die Sache mit den Vereinen ist nicht ganz ohne, wenn ich dran denke, wie stark sich die mir bekannten Sportvereine bezüglich ihrer Ausrichtung (zwischen lockerem Freizeitspaß und Leistungsambitionen), der Kameradschaft, der Organisation, usw. unterscheiden.
Und wenn es um meinen Skiverein geht, wird es noch schwieriger, weil ich da in einem teilweise etwas unkonventionellen und wirklich einzigartigen Verein gelandet bin.

Aber vielleicht ist es auch ganz gut, wenn du mal aus der Komfortzone rauskommst und, wer weiß, vielleicht entdeckst du dann ganz neue Seiten an dir. Solche Sorgen würde ich mir im Vorfeld gar nicht machen. Es ist am Ende aber auch irgendwo eine Einstellungssache, ob man so einen Neuanfang gut nutzen kann oder nicht. Dem muss man auch positiv gegenüber stehen. Darüber musst du dir aber jetzt noch keine Gedanken machen. Erstmal Bewerbung schreiben, dann weiterschauen.
Natürlich habe ich die Hoffnung, dass ein solcher radikaler Tapetenwechsel sehr viel positives bewirken kann.
Aber gleichzeitig setze ich eben damit auch wirklich alles aufs Spiel, was mir derzeit wichtig ist und was locker 90% meiner (verbliebenen) Lebensqualität und Lebensfreude ausmacht, weshalb ich mir einen solchen Schritt wirklich gut überlegen muss.
Ich sehe da nämlich tatsächlich die Gefahr, alles zu verlieren, was das Leben für mich lebenswert macht, wenn der erhoffte Tapetenwechsel-Komfortzonen-Effekt nicht eintritt. - Und das ist schon ein verdammt großes Risiko.

In der Region hier solltest du doch ausreichend Möglichkeiten finden, einen neuen Job zu finden, der dir besser zusagt als dein bisheriger und dasselbe gilt für dein soziales Umfeld. Es gibt enorm viele Freizeitaktivitäten, die man hier machen kann. Man muss sie nur kennen. :zwinker:
Sicherlich kann ich auch hier in der Region einen ordentlichen Job finden. Aber die Dinge, die ich ganz besonders cool und spannend finde, habe ich bisher einfach eher in anderen Gegenden entdeckt.

Und bei den Freizeitaktivitäten fällt es mir einfach schwer, alleine irgendwo hinzugehen und dort dann möglicherweise auch gleich Kontakte zu knüpfen.
(Und wenn ich so etwas ausprobiere, geht es auch gerne mal in die Hose - wie z.B. als ich als einzige Person zum auf der Homepage der Kletterhalle ausgeschriebenen "offenen Klettertreff für Leute ohne Sicherungspartner" in der Halle stand und nach einer gewissen Wartezeit unverrichteter Dinge wieder von dannen gezogen bin.)

Aber sicherlich werde ich da die eine oder andere Sache ausprobieren. Abgesehen von deinem Tipp habe ich z.B. auch vor, in nächster Zeit mal in eine relativ neu eröffnete Boulderhalle zu gehen... da braucht man ja im Gegensatz zum Klettern keinen Sicherungspartner und kann sich notfalls auch alleine austoben. :zwinker:

Wenn Dich viele Dinge interessieren, und Du Dich da mit derart Herzblut einsetzt, riskierst Du dass Du dabei auf der Strecke bleibst. Du musst versuchen, etwas Raum freizuschaufeln, damit Du geistig und köperlich auch einmal zur Ruhe kommen kannst.
Sonst hetzt Du am Ende nur noch zwischen Arbeit und Sport und Verein, und findest erst Recht keine Freundin.

Du musst als erstes glücklich und zufrieden sein. Und erst dann kannst Du Dich auch um andere sorgen.
Das ist ja gerade das Dilemma:
Einerseits habe ich beim Sport und in meinen Vereinen einfach sehr viel Spaß und auch den Kontakt mit netten Leuten, der mir sonst fehlt.
Aber andererseits bieten mir diese Vereine keine realistische Chance, eine Partnerin zu finden, weil die wenigen interessanten Frauen natürlich längst vergeben sind.

Weißt du, was mir gleich kam, als ich von dem Job im Ruhrgebiet gelesen habe? Vielleicht brauchst du genau das! Einen Neuanfang, neue Leute, einen neuen Job, ein neues Umfeld. Wer weiß, was für Möglichkeiten dir der Umzug bieten könnte... Natürlich macht der Gedanke Angst, sich alles neuaufzubauen, aber ich glaube auch, dass man manchmal raus aus seiner "Comfort-Zone" muss, ins kalte Wasser springen muss und es einfach wagen sollte.
Bewirb dich doch einfach mal. Absagen kannst du immer noch.
Was ist das allerschlimmste, was passieren kann, wenn du umziehst? Dir gefällt es nicht - dann ziehst du halt wieder zurück. Du bist ja noch jung, ungebunden, frei - das ist ja auch ein Vorteil.. Und du sagst selbst, dass du gute Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt hast. Du hast nichts zu verlieren in meinen Augen.
(Für den Anfang kannst du ja in eine WG ziehen - wie wäre das? In ein möbliertes Zimmer, mit ein paar Kartons.)
Freunde kannst du dort auch finden (Ich habe bisher viel Positives von den Ruhrpottlern gehört), deinem Sport kannst du da sicher auch nachgehen.
Das waren meine spontanen Gedanken. :smile:
Die ersten Abschnitte dekcen sich ja mit dem Beitrag von Lotusknospe Lotusknospe , auf den ich schon eingegangen bin...

Aber die Sache mit der WG kann ich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr vorstellen.
Ich wohne derzeit in einer 60m²-Wohnung, deren Platz ich durchaus nutze und zu schätzen weiß. - Und dazu verfüge ich auch über ein Einkommen, das mir shon den einen oder anderen kleinen Luxus ermöglicht... und das sollte mit dem Jobwechsel auch nochmal ordentlich steigen.
Von daher glaube ich kaum, dass ich mich noch mit dem begrenzten Platz und Komfort in einem kleinen WG-Zimmer anfreunden kann.
Und dazu haben viele WGs auch ein meiner Meinung nach beschissenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Entweder ich zahle für sehr wenig Platz und Komfort schon relativ viel Geld, oder ich zahle für mehr Platz in einer großzügigen Luxus-WG ein halbes Vermögen.
(Wenn schon, dann käme höchstens die Wohnform eines Bekannten von mir in Frage: Der wohnt mit 2 Freunden in einem recht großen Haus, in dem alle genügend Platz haben.)

Ali Mente Ali Mente
Prinzipiell hast du sicherlich recht.
Aber ich halte das Risiko eben schon für extrem hoch, weil ich mit einem solchen Sprung ins kalte Wasser wirklich alles aufs Spiel setzen würde, was mein Leben derzeit noch lebenswert macht - nur mit der vagen Hoffnung, dass viele Dinge anders werden, als bisher und dass ich es nach diesem Schritt irgendwie schaffe, die Grenzen zu überwinden, an denen ich schon seit vielen Jahren immer wieder scheitere.

Aber jetzt geh ich mal ins Bett. Morgen ist ja wieder ein ganz normaler Arbeitstag. :zwinker:
 

Benutzer115625 

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@Ali Mente
Prinzipiell hast du sicherlich recht.
Aber ich halte das Risiko eben schon für extrem hoch, weil ich mit einem solchen Sprung ins kalte Wasser wirklich alles aufs Spiel setzen würde, was mein Leben derzeit noch lebenswert macht - nur mit der vagen Hoffnung, dass viele Dinge anders werden, als bisher und dass ich es nach diesem Schritt irgendwie schaffe, die Grenzen zu überwinden, an denen ich schon seit vielen Jahren immer wieder scheitere.
Meine Erfahrung ist, dass, wenn eine Situation "festgefahren" ist, es immer schwerer wird, aus eigener Kraft eine Veränderung zu bewirken. Da muss ich schieben, und zerren, und graben, damit sich der Karren bewegt.

Du steckst scheinbar in so einer Situation. Aber: Du bist erst 27, das ist jung. Du hast eine berufliche Perspektive. Du hast die Möglichkeit zur Veränderung. Und ein Neuanfang, ein Umbruch, in einem Lebensbereich, ermöglicht es mir, auch andere Bereiche "beiläufig" zu ändern, denn ich starte mit einem weißen Blatt Papier.

Was ich brauche, ist die entsprechende Entschlossenheit. Denn ein frischer Start nützt nichts, wenn ich nicht fest entschlossen bin, die Dinge diesmal so zu gestalten, wie ich sie mir wünsche. Vielleicht brauche ich auch einen Plan, was ich überhaupt konkret verändern möchte in meinem Sozialleben. Aber dann stehen mir alle Türen offen.

Dass deine Bedenken rational betrachtet wenig "realistisch" sind, wenn du dich nicht so verhältst, dass genau diese Situation eintritt, ist dir denke ich selbst klar.

Ich denke eine neue Umgebung, ein frischer Start, wäre eine große Chance für dich. Du könntest dich quasi "neu erfinden". Aber nur, wenn du bereit wärst, dann auch alles Erforderliche mit der nötigen Konsequenz durchzuziehen.

Grüße,

Ali Mente
 
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Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich sehe da nämlich tatsächlich die Gefahr, alles zu verlieren, was das Leben für mich lebenswert macht, wenn der erhoffte Tapetenwechsel-Komfortzonen-Effekt nicht eintritt. - Und das ist schon ein verdammt großes Risiko.

Wenn du das ernst meinst, dann solltest du wirklich nicht umziehen. Auf der anderen Seite solltest du dir dann aber darüber im Klaren sein, dass du dich mit so einer Einstellung unheimlich unflexibel und abhängig machst. Ob das für dich ok ist, musst du selbst entscheiden. Ich persönlich würde mich so aber nicht mehr wohl fühlen.
 

Benutzer72433 

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meinem eindruck nach würdest du bei einem umzug zwar sicherlich erstmal verlieren, was dir wert und teuer ist, andererseits sind das auch alles punkte, über die du ohnehin schimpfst. deine freunde und bekannte, die dich nicht mehr integrieren, der sport, der dich schon ein wenig überlastet, die ski-sache, die dich noch mehr in terminprobleme stürzt, die firma, in der du deine zukunft ohnehin nicht siehst...
das wirkt auf mich ein wenig wie jemand, der in einer schon lange toten beziehung verharrt, an allen ecken und enden was auszusetzen hat, sich aber doch nicht trennt. lieber das unglück, das vertraut ist, als eine zukunft die du nicht kennst... :zwinker: ich muss dabei grade an "jimmy" von wizo denken...

obendrein, zu deinem ersten punkt: offenbar gibt es bei dir in der gegend keine interessanten frauen. und wenn, dann hättest du ziemlich wenig zeit dafür - und auch ziemlich wenig gelegenheit, sie kennen zu lernen - oder hoffst du, sie beim sport oder ski zu treffen? einfache regel: alles abgegrast, nichts mehr zu finden, auf zu neuen weidegründen.

ich persönlich bin aber auch ein großer fan von "wenns hier nicht läuft - alles abbrechen und ganz wo anders von vorne anfangen". ich hab das in meinem leben schon ein paar mal gemacht und kein einziges mal bereut, es war auch einige male nötig, bevor ich mich angekommen fühlte. nicht nur wegen der gegend, sondern auch wegen der eigenen entwicklung.
 

Benutzer101356 

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Aber ich halte das Risiko eben schon für extrem hoch, weil ich mit einem solchen Sprung ins kalte Wasser wirklich alles aufs Spiel setzen würde, was mein Leben derzeit noch lebenswert macht - nur mit der vagen Hoffnung, dass viele Dinge anders werden, als bisher und dass ich es nach diesem Schritt irgendwie schaffe, die Grenzen zu überwinden, an denen ich schon seit vielen Jahren immer wieder scheitere.

Jetzt versuch dir mal vorzustellen, das im schlimmsten Fall nach einem Umzug passieren könnte: du bist in der neuen Wohnung nicht glücklich, findest keinen sozialen Anschluss, vielleicht gefällt dir die Arbeit auch nicht. Was hindert dich dann daran, wieder in deine bisherige Gegend zurück zu ziehen? Werden deine Freunde dich ignorieren, weil du mal weg warst? Wird dich dein Verein nicht mehr mitsporteln lassen, weil du sie verlassen hast? Eher unwahrscheinlich, oder? Mit deinem Job wirst du - so wie es klingt - eh nicht auf Dauer glücklich und musst eh irgendwann was neues suchen. Ob du das direkt in deiner Region machst oder nach einem Umweg über das Ruhrgebiet macht doch dann auch keinen Unterschied.

Siehst du, was ich meine? Im schlimmsten Fall ziehst du um und dann nach einer Weile wieder zurück. Ist sicher ein Aufwand, vielleicht erfüllen sich deine Hoffnungen nicht, etwas über dich lernen wirst du aber trotzdem. Und eigentlich kann nichts wirklich, wirklich tragisches passieren - auf jeden Fall nicht in dem Ausmaß, wie es aus deinem Zitat klingt. :smile:
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Irgendwie finde ich es blöd, mich bei einer Firma zu bewerben und dann im Falle einer Zusage die Stelle doch nicht anzunehmen, weil ich doch nicht wegziehen will.
Dann sagen sie eben dem nächsten Bewerber zu.

Aber was ist, wenn diese Kontakte wegfallen? Wieso sollte ich an einem neuen Ort plötzlich neue Kontakte knüpfen, obwohl mir das hier einfach überhaupt nicht gelingt?
Ich denke, IN DIR ändert sich aber was. Ich habe die Hoffnung, dass du dich eben in einem neuen Wohnort erst recht aud Leute zu bewegst, es versuchst, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Hier bei dir zu Hause wohnst du eben in deinem bekannten Nest, aus dem du dich nicht so wirklich heraus bewegen magst.
Auf Facebook gibt es tolle Gruppen wie "Neu in..." - da könntest du auch gleich bei Aktivitäten mitmachen und Leute treffen.
Zumal in den Vereinen dann natürlich andere Leute sind.

Aber gleichzeitig setze ich eben damit auch wirklich alles aufs Spiel, was mir derzeit wichtig ist und was locker 90% meiner (verbliebenen) Lebensqualität und Lebensfreude ausmacht, weshalb ich mir einen solchen Schritt wirklich gut überlegen muss.
Ich sehe da nämlich tatsächlich die Gefahr, alles zu verlieren, was das Leben für mich lebenswert macht, wenn der erhoffte Tapetenwechsel-Komfortzonen-Effekt nicht eintritt. - Und das ist schon ein verdammt großes Risiko.

:grin: Jetzt übertreib' mal nicht, hier. Du ziehst ja nicht nach Timbuktu sondern ins Ruhrgebiet! Und selbst da kann man mit dem Flieger wieder zurück, es gibt Internet und man kann skypen.
Was setzt du denn bitte genau auf's Spiel, wenn du umziehst?
Du hast nichts zu verlieren in meinen Augen. Rein gar nichts.
Du musst aber auch mit der richtigen Einstellung hin. Klar, wird es am Anfang stressig sein, du wirst dich aus deiner Komfort-Zone HERAUS bewegen müssen, du wirst den Schritt vielleicht auch mal kurzzeitig bereuen, dir denken "Was zum Henker mache ich da?" - aber auf lange Sicht wird es dir gut tun.
Freu' dich doch drauf! Ein Neuanfang ist wie ein neues, weißes Blatt Papier, das DU mit den schönsten, bunten Farben bemalen kannst. Du darfst aber halt nicht nur nach den schwarzen und grauen Buntstiften greifen.

Aber die Sache mit der WG kann ich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr vorstellen.
(Wenn schon, dann käme höchstens die Wohnform eines Bekannten von mir in Frage: Der wohnt mit 2 Freunden in einem recht großen Haus, in dem alle genügend Platz haben.)
Aber das wäre ja nur vorübergehend, damit dir der Schritt des Umzugs leichter fällt. Es gibt viele WGs, die Zimmer zur Zwischenmiete anbieten. Wenn du mit dem neuen Wohnort und der Situation dann nämlich doch nicht klar kommst, wäre ein Umzug zurück viel, viel leichter. Aus einer Wohnung mit Möbeln, Küchengeschirr, Waschmaschine,... wieder auszuziehen, ist viel, viel aufwendiger.

Du hast doch Physik studiert, oder?
Albert Einstein hat doch mal so was gesagt wie "Man kann nicht alles beim Alten lassen und hoffen, dass sich etwas ändert!"
 

Benutzer150857 

Sehr bekannt hier
Nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich sofort "Wieso überlegt er überhaupt noch, er kann doch quasi nur gewinnen?". Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher, denn ich denke, dass du einfach nicht der Typ für so einen krassen Neubeginn bist. Eine gute Freundin von mir, die ich vom Typ her mit dir vergleichen würde, hat genau das getan, worüber du nun nachdenkst - sie ist aus der gut behüteten Heimat in die große Stadt gezogen. Und was ist passiert? Sie vereinsamt, weil sie es weder schafft, mit den neuen Kollegen Freundschaften aufzubauen, das schier unendliche kulturelle Angebot zu nutzen und in der Anonymität der Großstadt völlig untergeht. Zu allem Übel ist sie mittlerweile so in ihr Schneckenhaus gekrochen, dass sie auch noch die vorherigen guten Kontakte vernachlässigt.

Damit möchte ich dir keine Angst machen, aber so kann es eben auch laufen. Ganz klar ist dabei allerdings, dass das ganz stark eine Frage der eigenen Einstellung ist. Da du allerdings selbst schon im Voraus diese Bedenken äußerst und auch in der Umgebung, in der du dich zuhause und wohl fühlst, nicht gut neuen Menschen gegenüber öffnen bzw. mit ihnen in irgendeiner Form anbandeln kannst, schrillen da bei mir ehrlich gesagt die Alarmglocken. Wenn du von vornherein weißt, dass du beispielsweise eben nicht zu irgendwelchen Stammtischen von neu Zugezogenen gehen würdest, zu organisierten Sporttreffs o.ä. gingest, dann hat das alles meiner Ansicht nach nicht so viel Sinn. Und dann immer auch die Frage: wenn du es im neuen Ort machen würdest, warum dann nicht hier? Auch in deinem Zuhause oder der Umgebung gibt es Treffen zu irgendwelchen interessanten Themen (Kultur, Sport, Dating), auch von dort aus könntest du Online-Dates verabreden usw.

Ich meine das jetzt gar nicht böse, wirklich nicht, sondern wäre da einfach etwas vorsichtig und würde mich dahingehend auch auf mein Bauchgefühl verlassen. Natürlich gehört zu einem solchen Schritt eine gehörige Portion Mut - für jeden! - , aber es schadet auch nicht, mit sich selbst ehrlich zu sein. Hast du mal mit deinen Freunden und deiner Familie über deine Überlegungen gesprochen? Oftmals hilft eine Sicht von außen auf die Dinge (und auf dich selbst) auch, um einfach auch mal eine andere Perspektive anzuhören.
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Du verlierst doch nicht automatisch deine Freunde aus dem Ort (und erst recht nicht deine Familie), nur weil du weiter weg wohnst. Du kannst sie nur nicht mehr so oft sehen. Kontakt halten geht insbesondere heutzutage ja auch bei großen Entfernungen sehr bequem. zwischendurch könntest du auch nach hause fahren.

Neue Vereine würden dir, egal wie deren Ausrichtung ist, neue Menschen näher bringen. Ein neuer Job eh, allein schon durch die Kollegen, und Jobwechsel scheinst du mir eh in absehbarer Zeit vorzuhaben.
Warum also nicht jetzt einen Umzug in eine neue Ecke riskieren? Abgesehen von deinen Leuten und vielleicht deiner Familie (beide kann man nach wie vor besuchen) bindet dich nichts an den Ort.Schöne Wohnungen gibt's auch überall. Und wenn du dich am neuen ort, egal wo, nicht wirklich wohl fühlst nach einem Jahr, kannst du immer noch zurück. Deine Freunde und Familie sind nach wie vor dort.

Also..... raus da :zwinker:


Ich hab mit Mitte 20 den Studienbeginn auch als Neuanfang gehabt sozusagen, in 300km Entfernung (bewusst so weit weg) - keine Freunde in der Heimat, keinen Partner, durch die ich indirekt an bestimmte Orte gebunden gewesen wäre. Im Studienort habe ich relativ schnell (für meine Verhältnisse) erstmal Leute gefunden, mit denen ich zumindest an den unitagen Kontakt hatte und mit der Zeit auch ein paar, die ich als Freunde bezeichne :smile:.
Zuhause im Heimatort wäre das nicht passiert.

Trau dich - es kann sich sehr lohnen. "Schlimmstenfalls" (wieder zurück ziehend) kannst du dann auch immer noch sagen, dass du dich was getraut hast und du es probiert hast. Was auch wiederum was gutes ist :smile:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
So, nach noch einmal drüber schlafen: Ich würde dir raten, dass du dich zwar trotzdem bewirbst (ist doch egal, ob du die Stelle am Ende nimmst oder nicht. Jeder darf ohne Konsequenzen abspringen, solange er den Vertrag nicht unterschrieben hat. Damit hat die Firma zu rechnen.). Schaden kann das einfach wirklich nicht. Solltest du zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, dann schau dir das ganze einfach mal an. Entweder es gefällt dir sowieso nicht – dann hat sich das Thema mit der Firma erledigt – oder du fängst an, dich mit dem Gedanken anzufreunden, weil der Job dich so reizt, die Kollegen super sind und die Umgebung am Ende doch nicht so schlimm ist wie du denkst. Das blödeste, was bei dem Vorstellungsgespräch passieren kann, ist, dass du genauso wie jetzt immer noch nicht weißt, was das richtige für dich wäre. Aber immerhin gibt es noch die zwei anderen Optionen.

Allerdings würde ich dir tatsächlich NICHT raten, am Ende gegen dein Bauchgefühl wegzuziehen. Zuerst musst du dein Bauchgefühl ändern, dann kannst du wegziehen. Wenn du dich emotional so sehr gegen einen Umzug sträubst und ihn nur aus rationalen Gründen erzwingen willst, dann kann das wirklich in die Hose gehen und du versaust dir damit die positiven Erfahrung von einem gelungenen Neuanfang.
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Zum Thema Wegziehen sage ich jetzt mal nichts. Allerdings fiel mir eins in deinem Eingangspost auf:
Mich würde es auch sehr ärgern, wenn meine Freunde mich so übergehen würden. Warum laden sie dich denn nicht mit auf den Kurztrip ein? In unserem Freundeskreis gibt es alles: Familien, Paar und Singles und alle sind willkommen und eingeladen. Ich verstehe nicht, warum man sich auf einmal nur noch mit Paaren treffen will.
Das Thema würde ich, wenn es wirklich gute Freunde sind, auf jeden Fall mal ansprechen.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Also ich würde auch nicht so mir nichts dir nichts raten: Nimm den neuen Job und beginne ein neues Leben, da kannst Du nur gewinnen. Das erscheint mir nämlich in Deiner Situation schon etwas sehr "romantisch" vielleicht auch "utopisch" etc. pp. Das Leben ist in der Regel kein Roman, kein Spielfilm usw. und m.E. hast Du tatsächlich auch was zu verlieren und das ist nicht zu wenig. Du hast soziale Kontakte, die dir etwas bedeuten (auch wenn es nicht so toll ist, wie du dir das wünschst), du hast deinen Sport / deinen Verein, in dem Du dich wohl fühlst, du hast eine Wohnung, die dir gefällt und die Region, in der du lebst (wo ist das denn, wenn ich fragen darf?), scheint auch zu passen.
Ehrlich gesagt: Das EINZIGE was Dir neben einem etwas forderenden Job WIRKLICH zu fehlen scheint ist m.E. eine PARTNERIN. Das wiegt natürlich sehr schwer, aber es ist auch nicht alles durchgängig so beschissen in deinem Leben, dass Du durch einen Ortswechsel nichts zu verlieren hättest. Ganz und gar nicht. Und ein Ortswechsel scheint mir dein Grundproblem, nämlich eine Partnerin zu finden, eben auch nicht zu lösen. Oder hast Du die gesamte Damenwelt in Deiner Stadt/Region schon "durch"....:zwinker:

M.E. würde es schon anders aussehen, wenn der neue Job in einer affengeilen Stadt oder Region liegen würde, die dich schon immer gereizt hat und in der du deine Interessen noch besser ausleben könntest. Das scheint ja nun keinesfalls der Fall zu sein. Nur wegen einem besseren Job würde ich sicherlich nicht einfach mal "irgendwo" hinziehen.

Wohnst du denn weit vom Ruhrgebiet weg? Falls möglich, würde ich da einfach mal einen Wochenendausflug hin machen und mir die Gegend anschauen. Und wenn da nix wäre, was mich wirklich reizen könnte, würde ich es NICHT machen.

Ich habe das übrigens vor ein paar Jahren nicht anders gemacht. Bevor ich mich in einer anderen Stadt beworben hatte, bin ich mit meiner Frau hingefahren, wir haben uns die Stadt und Umgebung angeschaut und da war klar: Yep, Bewerbung wird am nächsten Tag abgeschickt.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Puh, schwierig. Irgendwie wirkt dein Leben gerade aber ja aus deiner Perspektive auch schon ein wenig trostlos und du scheinst doch etwas zu vereinsamen. Deine Freundeskreis scheint dich ja nicht mehr wirklich glücklich zu machen. Und da muss ich auch sagen: Bei mir war es mit 27 beim besten Willen noch nicht alles so festgefahren und durchgeplant, verheiratet war da noch keiner und geworfen wurde auch noch nicht.
Für den Sport würde ich ehrlich gesagt in dem Alter nicht so viele Entbehrungen in Kauf nehmen. Gerade Wettkampfsport ist doch irgendwann auch vorbei und wirklich danken wird dir dein Engagement im Verein auf Dauer niemand so sehr, als dass du darauf so viel Rücksicht nehmen solltest. Ist ja anscheinend auch nicht so, als hättest du wirklich viel Kontakt zu den Leuten aus dem Verein über die Vereinsaktivität hinaus?

Auf Dauer wirst du halt mal irgendwie gewaltig was ändern müssen, um glücklich zu werden. Du zerdenkst da ja jetzt schon wieder zu viel. Bewirb dich doch einfach mal auf ein paar Stellen und schaue, was so geht. Bevor du dir über das Ruhrgebiet (Ist auch schön hier! :grin: ) Gedanken machst, müssen die dich ja erstmal wollen.
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Zum Thema Wegziehen sage ich jetzt mal nichts. Allerdings fiel mir eins in deinem Eingangspost auf:
Mich würde es auch sehr ärgern, wenn meine Freunde mich so übergehen würden. Warum laden sie dich denn nicht mit auf den Kurztrip ein? In unserem Freundeskreis gibt es alles: Familien, Paar und Singles und alle sind willkommen und eingeladen. Ich verstehe nicht, warum man sich auf einmal nur noch mit Paaren treffen will.
Das Thema würde ich, wenn es wirklich gute Freunde sind, auf jeden Fall mal ansprechen.
Da muss man sich aber ja auch mal die Frage stellen, ob man sich nicht irgendwie teilweise auch selbst ins aus schießt, zunehmend seltsam wirkt etc.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Ganz ehrlich - bei Allem, was du schreibst, denke ich mir immer wieder das du ein Typ bist, der sich mal 'nen Rucksack und ein Flugticket kaufen sollte und mal 6 Monate weg aus Deutschland müsste. Weg aus deinem Trott, weg von deinen Freunden die alle in einer vollkommen anderen Lebensphase sind als du, weg von deiner deprimierenden Realität.

Ich weiß, was du jetzt sagen wirst: du willst nicht alleine reisen, das gibt dir nichts und du möchtest so etwas nur mit Partner oder Freunden machen.

Nun, sehen wir der Realität in ihr fieses Auge: du hast keine Freundin und auch im Moment keine Freunde die mit dir verreisen. Wenn du nichts änderst, ändert sich einfach mal gar nichts. Du bist kein Opfer des Schicksals. Du kannst jeden Tag entscheiden was du machst und wohin dein Weg führt. Von Jammern hat noch niemand einen Partner oder neue Freunde gefunden, die fallen nämlich nicht vom Baum.

Warum ausgerechnet alleine durch die Weltgeschichte reisen?

  • Du musst jeden Tag Menschen ansprechen, mit ihnen ins Gespräch kommen
  • Du lernst viele unterschiedliche Charaktere kennen
  • Du lernst wahnsinnig viel über dich selbst und wie du mit verschiedenen Situationen umgehst
  • Du lernst, mit Alltagsdesastern besser und entspannter umzugehen - man hat nicht Alles in der Hand
  • Dein Horizont erweitert sich unheimlich
  • Du erlebst Sachen, hast Geschichten zu erzählen, und wirst dadurch auch für andere Menschen etwas spannender
Und das sind jetzt nur die Punkte, die mir so spontan einfielen.
Wenn ich du wäre - und ich war auch schon an dem Punkt, das ich einfach unzufrieden mit meinem Leben war, trotz festem Partner - würde ich tatsächlich ins kalte Wasser springen. Ich musste erst viele tausende Kilometer auf dem Rennrad zurück legen um herauszufinden, was ich wirklich mit meinem Leben anfangen will, worin ich gut bin, und um wieder eine Art Selbstbewusstsein aufzubauen.
Wer weiß, vielleicht brauchst du einfach auch einen Schubs?
 
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