Wurdet Ihr schon einmal mit dem Salafismus konfrontiert?

Benutzer50955 

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Hallo zusammen!

Religiösen Extremismus findet man bekanntlich nicht nur in den abgehängten Stadtteilen von Paris, sondern auch hier in Deutschland. Kennt Ihr Salafisten nur aus den Medien oder haben sie in Eurer Stadt schon versucht, für Ihre Ideologie zu werben? Angeworben werden sollen nicht nur desillusionierte Moslems, sondern ebenso Deutsche, die sich abgehängt fühlen und denen eine neue ideologische Heimat geboten wird.

Salafismus in Deutschland – Wikipedia

Hier hing vor wenigen Wochen in einem Handyladen ein Plakat für ein Salafistisches "Familienfest". Geladen waren auch Konvertiten (also Deutsche, die sich dem Salafismus angeschlossen haben), die eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung neuer Gläubige spielen sollen. Daneben gab es schon mehrere Koranverteilaktionen, hinter denen die umstrittene Vereinigung "Lies!" steckt.

Koranverteilungskampagne in Deutschland – Wikipedia

Erst Korane verteilt, dann für Allah in den Krieg

Wie sind da Eure Erfahrungen? Sind solche Leute im Stadtbild sichtbar?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Wie sind da Eure Erfahrungen? Sind solche Leute im Stadtbild sichtbar?

Ja, definitiv. Bei uns stehen sie öfters an einer Einkaufsstraße und verteilen Flugblätter oder den Koran. Auch ein paar Geschäfte, die sich durch ihre Schaufenstergestaltung relativ eindeutig positionieren, sind mir bekannt.
 

Benutzer146682 

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Oha. Ich wusste nicht, dass diese Vereinigung so umstritten ist, habe mir selbst mal einen Koran in deutscher Sprache von ihnen mitgenommen, weil es mich interessiert hat, was dort so drinsteht. Das allerdings nicht in der Absicht zu konvertieren, sondern lediglich um mich zu informieren. Ich hätte auch nie gedacht dass es damit irgend etwas anderes auf sich hat als just das, den Koran zur Verfügung stellen damit auch "andersgläubige" wie ich feststellen, dass man letztlich gar nicht so verschieden ist. Selbst in den "heiligen Werken".

Der Stand hatte übrigens nicht nur den Koran, wenn ich mich recht entsinne gab es auch die Bibel. Zudem war er auf einem Fest, das genau im Zeichen der interreligiösen Zusammenarbeit stand. Das fand ich jezt alles nicht sehr auffällig, um etwas Böses dahinter zu vermuten.
 

Benutzer156506 

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Salafisten hab ich hier noch nicht gesehen (was kein Wunder ist, wenn man bedenkt was hier jeden Montag abend passiert). Im Grunde halte ich die allgemeine Sorge vor dem Salafismus für völlig übertrieben und sehr einseitig. Ich finde das nicht mehr und nicht weniger bedrohlich bzw. seltsam als andere religiöse oder quasi-religiöse Gruppierungen.

Hier stehen eher mal die Zeugen Jehovas rum und missionieren. Ich habs auch schon erlebt, dass mich Krishna-Anhänger oder Mormonen missionieren wollten, das ist aber schon länger her. Vor 10 Jahren hab ich auch mal von drei scheinbar dem muslimischen Kulturkreis entstammenden Mitbürgern ein eindeutiges Kompliment in Bezug auf meine ausgeprägte Gesichtsbehaarung bekommen. In letzter Zeit bekomm ich sowas nurnoch von Hipstern.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Salafisten hab ich hier noch nicht gesehen (was kein Wunder ist, wenn man bedenkt was hier jeden Montag abend passiert). Im Grunde halte ich die allgemeine Sorge vor dem Salafismus für völlig übertrieben und sehr einseitig. Ich finde das nicht mehr und nicht weniger bedrohlich bzw. seltsam als andere religiöse oder quasi-religiöse Gruppierungen.

Hier stehen eher mal die Zeugen Jehovas rum und missionieren. Ich habs auch schon erlebt, dass mich Krishna-Anhänger oder Mormonen missionieren wollten, das ist aber schon länger her.

Den Vergleich mit den Zeugen Gehovas bzw. den Mormonen finde ich schon schief, da besagte Gruppen meines Wissens nach nicht für igendeine Form des "heiligen Krieges" stehen.

Übertrieben finde ich nicht, dass ein wachsames Auge auf Salafisten, Hinterhofmoscheen fragwürdige "Friedensrichter" usw. geworfen wird. Da Salafisten aber nicht überall präsent sind (in Dresden, wo du herkommst, wohl erst recht nicht), nimmt man deren Gefahrenpotenzial auch nicht überall gleich wahr.
 

Benutzer156506 

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Den Vergleich mit den Zeugen Gehovas bzw. den Mormonen finde ich schon schief, da besagte Gruppen meines Wissens nach nicht für igendeine Form des "heiligen Krieges" stehen.

Ich hab nix verglichen. Es ist schlicht eine Tatsache, die Einen gibts hier und die Anderen gibts nicht.

Die Zeugen und die Mormonen planen vielleicht wirklich keinen Heiligen Krieg. Die lassen das lieber ihren Herrgott beim Jüngsten Gericht erledigen, was ich auch gleich viel angenehmer finde. Was ich jedoch von bisher allen, selbst moderaten und angeblich fortschrittlichen Glaubensgemeinschaften in Sachen (nicht nur religiöser) Intoleranz erlebt hab, reicht mir da eigentlich völlig, um mir in Verbindung mit den allmontaglichen Verteidigern des christlichen Abendlandes und ihren Hasspredigten eine sehr unschöne Zukunft vorzustellen.

Nur ist die Behaupting, dass "die Salafisten" "für irgendeine Form des 'heiligen Krieges' stehen", schon in ihrer Pauschalität falsch. Auch unter "den Salafisten" sind die Dschihadisten eine kleine Minderheit. Für jene gibt es ggf. das Strafrecht, und der Rest hat wie alle anderen Menschen in diesem Land ein Recht darauf, nicht wegen Religion, Herkunft, Weltanschauung, Sexualität oder anderen Gründen diskriminiert zu werden.

Übertrieben finde ich nicht, dass ein wachsames Auge auf Salafisten, Hinterhofmoscheen fragwürdige "Friedensrichter" usw. geworfen wird. Da Salafisten aber nicht überall präsent sind (in Dresden, wo du herkommst, wohl erst recht nicht), nimmt man deren Gefahrenpotenzial auch nicht überall gleich wahr.

Du meinst also, weil ich im "Tal der Ahnungslosen" wohne kann ich da gar nicht mitreden? :->

Für Salafisten gilt das gleiche Recht auf freie Religionsausübung wie für jeden anderen in diesem Land. Dazu gehört natürlich auch das Missionieren. Die Moscheen im Hinterhof sind genauso legal wie die Kirche am Marktplatz oder das Parteibüro der CDU. Und das wachsame Auge in Form von Überwachungsbefugnissen haben wir ja auch, merkt man ja auch gerade jetzt wieder wie nützlich das war.

Wenn man irgendwelchen Individuen Straftaten nachweisen kann, dann kann man die natürlich entsprechend ahnden. Aber Gedankenverbrechen gibts zum Glück nicht mehr, und Sippenhaft ebensowenig.
 
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Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Nein, ist mir noch nie aufgefallen.

Vielleicht sind die hier in der Gegend nicht so aktiv. Oder ich gehöre offenbar nicht zu ihrer Zielgruppe?

Allerdings mache ich eh einen Bogen um Leute, die in der Stadt im großen Stil Leute ansprechen.

Dafür gibt es hier recht viele Mormonen. Die haben wohl auch eine Niederlassung in der Stadt, nahe meines früheren Wohnortes.
 
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