Woher kommen die niedrigen Krebsraten in Mexiko, Indien, und Bolivien?

Benutzer133456  (49)

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Seit ich eine statistische Weltkarte zur Haeufigkeit von Krebserkrankungen von der WHO gesehen habe, interessiere ich mich sehr fuer diese drei Laender, und was die Menschen dort wohl anders machen, um so eine niedrige Krebsrate zu haben.

Man sehe sich das nur mal an: Mexiko, Indien, und Bolivien, im Vergleich zu den westlichen Laendern. Fact Sheets by Cancer

Ich muss sagen, ich bin erstaunt. Ich kenne alle drei Laender gut, und sie kamen mir alles andere als gesund vor. Staubig, elend, gefaehrlich... unreguliert... verdreckt und vermuellt. Dennoch sind die Lebenserwartungen dort nicht so niedrig, dass man die Sache einfach damit erklaeren koennte, dass die Leute dort vorher an was anderem sterben (ein Argument, das fuer Afrika durchaus ziehen wuerde).

Die Lebenserwartungen in den drei genannten Laendern sind immerhin:

Mexiko 77.14 Jahre
Indien 66.21 Jahre
Bolivien 66.93

... waehrend manche afrikanischen Laender ja unter 40 haben.

Nun zerbreche ich mir seit Tagen schon den Kopf, was ist anders am Leben in Indien, Mexiko, und Bolivien als bei uns? Da muss irgendwas sein. Indien hat einen enorm hohen Vegetarieranteil von ueber 40% ... alle drei Laender sind sehr ruhig im Betrieb... was ist es nur?
 

Benutzer71335  (53)

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Ich würde Tatsächlich auf Ernährung und positive Lebenseinstellung tippen.
 

Benutzer96053 

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Ich würde die Ursachen nicht ausschließlich am Lebenswandel festmachen. Wie viele Kinder und junge Menschen, die sich gut ernähren und sich viel bewegen, erhalten plötzlich so schlimme Diagnosen?

Viel mehr denke ich, dass es eben eine genetische Komponente gibt. Du ( Tahini Tahini ) kennst dich in den Ländern besser aus als ich - legt der Großteil dort nicht wert darauf, keine Paarbeziehungen mit "Ausländern" zu führen?
Krebs kann vererbbar sein, das Risiko an Krebs zu erkranken, wenn die Eltern vorbelastet sind, ist viel höher - also denke ich durchaus, dass es darin begründet liegt.
 

Benutzer133456  (49)

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Was ich mir vorstellen koennte, ist, dass die Essgewohnheiten anders sind. Man isst dort nicht zwangslaeufig dreimal taeglich. In Indien wird es als akzeptabel angesehen, eine Tasse Milchtee (Chai) zu trinken statt eine Mahlzeit zu essen (und manche Menschen dort sind so duenn, dass das denen geradezu was bringen koennte). Vielleicht geben die ihren Koerpern so die Zeit, zu entgiften?
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bei einigen Krebsarten ist man sich, soweit ich weiß, recht sicher, dass sie etwas mit Ernährung zu tun haben, ohne dass feststeht, woran es genau liegt. Ein Teil wird auch genetisch sein, gerade bei Hautkrebs und Brustkrebs gilt das wohl - zumindest teilweise - als wahrscheinlich.

Ich würde aber die Lebenserwartung nicht ganz außer acht lassen. Gerade bei einer Lebenserwartung von 66 Jahren - das sind immerhin 14 (!) weniger als in Deutschland. Und gerade im Alter entwickeln sich Tumore. Bei jungen Menschen ist das schon deutlich seltener.
 

Benutzer71335  (53)

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Was ich mir vorstellen koennte, ist, dass die Essgewohnheiten anders sind. Man isst dort nicht zwangslaeufig dreimal taeglich. In Indien wird es als akzeptabel angesehen, eine Tasse Milchtee (Chai) zu trinken statt eine Mahlzeit zu essen (und manche Menschen dort sind so duenn, dass das denen geradezu was bringen koennte). Vielleicht geben die ihren Koerpern so die Zeit, zu entgiften?
Zumal eben auch Gewürze (z.B. Curcuma) und Tee da wirklich in der regelmäßigen Einnahme und größeren Mengen was bringen könnten.
Auch einfach der Arbeit und den Lebensumständen angepasste Ernährung .
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Natürlich hängt das mit der Lebenserwartung zusammen...
Dementsprechend sind die Krebsraten in Afrika ja durchaus auch noch niedriger.
Zudem hat doch Mexiko inzwischen ein großes Problem mit Übergewicht. Also möglich, dass die Raten da in den nächsten Jahren auch noch hochgehen bzw. die Lebenserwartung runter.
Für Mexiko muss man sich halt auch mal die Alterspyramide anschauen, das erklärt viel. Da ist die Bevölkerungsverteilung ähnlich wie in Afrika, die meisten Menschen sind einfach noch nicht in dem Alter, in dem Krebs eine Rolle spielt.

Der wirklich interessante Fall ist Japan, weil es als eines der am meisten industrialisierten Länder mit der mit höchsten Lebenserwartung eine relativ niedrige Krebsrate hat.
 

Benutzer133456  (49)

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Ich würde die Ursachen nicht ausschließlich am Lebenswandel festmachen. Wie viele Kinder und junge Menschen, die sich gut ernähren und sich viel bewegen, erhalten plötzlich so schlimme Diagnosen?

Viel mehr denke ich, dass es eben eine genetische Komponente gibt. Du ( Tahini Tahini ) kennst dich in den Ländern besser aus als ich - legt der Großteil dort nicht wert darauf, keine Paarbeziehungen mit "Ausländern" zu führen?
Krebs kann vererbbar sein, das Risiko an Krebs zu erkranken, wenn die Eltern vorbelastet sind, ist viel höher - also denke ich durchaus, dass es darin begründet liegt.

Interessante Frage, Ethnizitaet... hm, allerdings sind in Bolivien und Mexiko die meisten Menschen "mestizos", also Mischlinge zwischen Indianern und Weissen. Indien hingegen ist tatsaechlich enorm rassistisch, und lebt Rassentrennung wie kein anderes Land in der Welt (dort gilt Hitler nach wie vor als guter Mann, "fast indisch", weil der so drauf war - allen Ernstes).
 
G

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Ich könnte mir vorstellen, dass dort auch viele Menschen an Krebs sterben. Da es dort aber nicht so eine gute Infrastruktur und Gesundheitsystem gibt und es zusätzlich sehr gläubige Länder sind, sterben gerade in ländlichen Gebieten auch viele Leute, ohne dass Krebs jemals diagnostiziert wurde.
 
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Benutzer156235  (31)

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Ich könnte mir vorstellen, dass dort auch viele Menschen an Krebs sterben. Da es dort aber nicht so eine gute Infrastruktur und Gesundheitsystem gibt und es zusätzlich sehr gläubige Länder sind, sterben gerade in ländlichen Gebieten auch viele Leute, ohne dass Krebs jemals iagnostiziert wurde.

War auch mein Gedanke. Krebsfälle müssen ja auch irgendwo diagnostiziert und gelistet werden. In einigen Ländern ist die medizinische Versorgung aber so schlecht, dass vielleicht nicht jeder zum Arzt geht/gehen kann. Teilweise liegen ja auch die Ärzte kilometerweit entfernt. Man müsste ja dann bei jedem Toten prüfen, ob er ohne Behandlung an Krebs gestorben ist.

Unabhängig davon denke ich aber auch, dass die Ernährung bzw. der Kontakt zur Chemie natürlich eine Rolle spielt. Wenn du schaust, was bei uns alles als krebserregend gilt und wieviel davon tatsächlich in solchen Ländern zu finden ist, ist es nur natürlich, dass in der westlichen Welt mehr Krebsfälle vorkommen. Das fängt ja schon bei Kartoffelchips und Deodorant an.
 
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Wenn du schaust, was bei uns alles als krebserregend gilt und wieviel davon tatsächlich in solchen Ländern zu finden ist, ist es nur natürlich, dass in der westlichen Welt mehr Krebsfälle vorkommen. Das fängt ja schon bei Kartoffelchips und Deodorant an.

Wobei man da ja auch sagen muss, dass gerade die Lateinamerikaner ganz groß im Verzehr von frittierten Köstlichkeiten sind und sich nicht gerade besonders gesund und kalorienarm ernähren.

Zu dem Krebsrisiko bei Deo sei angemerkt, dass sich selbst die Deutsche Krebs Stiftung (oder Hilfe....weiß es nicht mehr so genau) von dem Aluminium Tema distanziert hat und sagt, dass es da keinen Zusammenhang geben muss. Diese Test sind da gelaufen, als Mäuse mit der 1000-fachen Dosierung eines Menschen ausgesetzt wurden ...usw. Es gibt da keine fundierten Erkentnisse. Auch eine Stellungnahme des BfR liegt vor.
 
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Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Das Thema ist doch eigentlich durch, es gibt keine unerklärlich geringen Krebsraten in diesen Ländern :ninja:

Mal ab davon, dass Mexiko und Indien beides Länder sind, in denen die Umweltbelastungen sicherlich deutlich schlimmer als in Deutschland zum tragen kommen.
 

Benutzer163263 

Sorgt für Gesprächsstoff
Vielleicht geben die ihren Koerpern so die Zeit, zu entgiften?
Mal abgesehen von Umwelt- und Industrieeinflüssen, denke ich, dass im Entgiften der Hund begraben liegt. Gesunde Ernährung gut und schön, aber in gerade diesen Ländern werden viel mehr Tees, Säfte, Früchte und Kräuter verzehrt, die eine hohe entgiftende Wirkung haben und hier recht unbekannt oder geschmacklich nicht akzeptiert sind.
 
G

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Gast
Mal abgesehen von Umwelt- und Industrieeinflüssen, denke ich, dass im Entgiften der Hund begraben liegt. Gesunde Ernährung gut und schön, aber in gerade diesen Ländern werden viel mehr Tees, Säfte, Früchte und Kräuter verzehrt, die eine hohe entgiftende Wirkung haben und hier recht unbekannt oder geschmacklich nicht akzeptiert sind.

Man kann den Körper nicht entgiften. Wir haben alle eine Leber, eine Niere und Haut. Dazu brauch man keine Tees. Und wenn du wirklich "vergiftet" bist, weil du Gift genommen hast, dann hilft nur der Weg zum Arzt.
Einfach genug trinken reicht.
 

Benutzer15049  (35)

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Der wirklich interessante Fall ist Japan, weil es als eines der am meisten industrialisierten Länder mit der mit höchsten Lebenserwartung eine relativ niedrige Krebsrate hat.

In Japan und auch Korea wird ja sehr, sehr viel Fisch gegessen. Habe mal eine Dokumentation gesehen, in der über 85 Jahre alte Frauen noch morgens mit Neoprenanzügen zum Schnecken und Muscheln fischen ins Meer gestiegen sind. Die waren alle überzeugt, dass sie noch so fit sind, weil sie so viel an der frischen Luft sind und sich zum Großteil von Meeresfrüchten ernähren. Könnte ja was dran sein^^.
 

Benutzer163395  (20)

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in erster linie dürfte es an der lebenserwartung liegen, je höher die lebenserwartung in einem land desto höher die krebsrate
 

Benutzer50361 

Verbringt hier viel Zeit
Ganz allgemein:
1. Das Risiko an "Krebs" zu erkranken steigt über die Lebenszeit. Das mittlere Erkrankungsalter für das Maligne Lymphom liegt z.B. bei 67 Jahren. Für Prostatakrebs noch höher. Allein durch die sehr niedrige Lebenserwartung in den von dir genannten Ländern fallen die allermeisten Krebserkrankungen schon aus dem Raster.
2. Ohne genaue Diagnostik und ggf. Leichenschau landet man auch in keiner Statistik.

Von welchem Krebs redest du eigentlich? Hautkrebs tritt gehäuft in der Äquatorialgegend auf, Darmkrebs findet man v.a. in wohlhabenden Gesellschaften (sehr fleischreiche und vegetarische Ernährung erhöhen das Risiko).
 

Benutzer133456  (49)

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Ganz allgemein:
1. Das Risiko an "Krebs" zu erkranken steigt über die Lebenszeit. Das mittlere Erkrankungsalter für das Maligne Lymphom liegt z.B. bei 67 Jahren. Für Prostatakrebs noch höher. Allein durch die sehr niedrige Lebenserwartung in den von dir genannten Ländern fallen die allermeisten Krebserkrankungen schon aus dem Raster.
2. Ohne genaue Diagnostik und ggf. Leichenschau landet man auch in keiner Statistik.

Von welchem Krebs redest du eigentlich? Hautkrebs tritt gehäuft in der Äquatorialgegend auf, Darmkrebs findet man v.a. in wohlhabenden Gesellschaften (sehr fleischreiche und vegetarische Ernährung erhöhen das Risiko).

Blicke da mittlerweile auch selbst besser durch:
  1. Spaete Erkrankung mitte 60+ macht Sinn und sortiert die lateinamerikanischen Kandidaten als Wunderkinder aus;
  2. Keine genaue Diagnostik und Leichenschau sind genau das, was in Indien abgeht, insofern kann es gut sein, dass da enorm viel unter dem Radar fliegt;
  3. welcher Krebs: keine Ahnung, ich habe die Weltkarte von der WHO verwendet, und die scheint alle Krebsarten zu meinen (s. Originalfrage).
 
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