Schule Wo ist die Leichtigkeit hin? Ich bin im Job vollkommen überfordert

Benutzer85152 

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Hallo alle zusammen,

ich arbeite seit 2 Jahren neben meinem Studium freiberuflich als Journalistin.

Am Anfang habe ich einen Artikel nach dem anderen geschrieben, mit einer derartigen Leichtigkeit. Ich habe sehr viel Lob bekommen und wurde von den Chefs mit Aufträgen überhäuft.

Seit ein paar Monaten baut es immer mehr ab. Spaß macht mir die Arbeit überhaupt nicht mehr.

(Ich habe ja auch diese bipolare Störung. Ich bilde mir ein dass ich seitdem ich die Tabletten nehme weniger kreativ bin)

Wo ich an einem Tag noch drei Artikel schreiben konnte, sind es jetzt einer und für den brauche ich ungefähr dreimal so lang.
Lob bekomme ich keines mehr, im Gegenteil. Ich merke selbst, dass ich nicht mehr so gut bin.

Vor ein paar Wochen gab es ein Gesprächs mit meiner direkten Vorgesetzten. Was mit mir los sei dass ich anfangs einen super Start hingelegt hätte und jetzt total abbaue (steil nach unten). Sie fragten mich, ob ich meinen festen Zuständigkeitsbereich abgeben will und einen anderen, kleineren übernehmen möchte. Ich sagte nein. Aus angst, dass ich den Job verlieren könnte.

ich bemühe mich seitdem mehr einsatz zu zeigen, war zum beispiel diese woche an vier Tagen jeweils acht stunden da, obwohl ich meine Diplom Arbeit schreiben muss.

An zwei der vier Tage verließ ich unzufrieden die Reaktion. An den restlichen zwei war ich zwar zufrieden, bekam aber negative Kritik.
Beim einen Mal gabs ein paar wichtige Details, die ich nicht erwähnt hatte. Z.B Abkürzungen erklären.
Beim anderen Mal hieß es ich sei zu kommentierend gewesen.

Ich sitze dann immer da, bis ich erstmal anfange dauert schon eewig. Klar ich denke währenddessen schon, dass es diesmal wieder nichts wird, dass sie wieder unzufrieden sein werden.
Als "Trick" hatte ich die letzten zwei Tage einfach Musik gehört dabei um diese Gedanken zu "überspielen". Hat super geklappt, das waren die Tage, an denen ich zufrieden die Redaktion verließ. Die Chefs jedoch nicht...


Ich habe angst um meinen Arbeitsplatz, angst davor, was nach dem Studium kommt (geisteswissenschaftlich, also nicht die besten Aussichten), angst, dass ich die diplom arbeit komplett verhaue.Ärgere mich jedesmal, wenn eine Woche rum ist und ich nichts dafür gemacht habe. Parallel ärgere ich mich, dass es auf der Arbeit nicht gut lief.

Ich bin so froh dass die Woche rum ist, liege in diesem Moment erschöpft in meinem Bett. Ich bin vollkommen überfordert.

Andere schaffen das doch auch....
In der Redaktion sind zwei neue Freie, einer davon ist jeden Tag da und schreibt wie ich vorher einen Artikel nach dem anderen. Er ist mit seinem Studium zum Glück schon fertig.

Sogar mein Therapeut mahnt, dass ich doch endlich mit dem Studium fertig werden solle (bin im 11. semester --> diplom, hätte schon vor ein einhalb Jahren mit der Dip Arbeit anfangen können, tat es jedoch nicht, da ich die Arbeit vorzog)

Ich hoffe, hier hat jemand einen guten Rat für mich,

Fertility
 

Benutzer42813 

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Übernimm den kleineren Zuständigkeitsbereich, mach dein Diplom und sieh zu, dass du manchmal auch wieder ein bisschen abschaltest! Ich empfehle bei so was immer Sex, aber auch Disco kann helfen. Ein Freund empfielt bei so was den Besuch bei einer Domina.

Und klar, wenn die Tablette dich weniger manisch macht, dann schaffst du unter ihrem Einfluss auch weniger. Das ist leider einfach realistisch.
 

Benutzer56469  (36)

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Würd ich auch sagen dass du den kleineren Bereich machst - zumindest jetzt in der Zeit wo du Diplom nebenbei machst. :zwinker: Was ist dir wichtiger? Nen GUTEN Job zu machen dafür aber halt weniger und auch nebenbei ne gute DplArbeit zu schreiuben oder Jeden Tag Kritik zu bekommen und dich zu übernehmen und unzufrieden zu sein?
 

Benutzer85152 

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ich hab angst dass ich den größeren bereich dann nicht mehr zurückkriege. Generell würde ich gerne was Kleineres machen.
ich weiß halt nicht, ob das der hauptgrund für die Unzufriedenheit, das Überfordert fühlen, den verlorenen Spaß ist...
 

Benutzer42813 

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Ja, aber wenn du so weiter machst, verlierst du den größeren Bereich doch auch!
 

Benutzer85152 

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hm, ja.
aber das würde ja implizieren, dass der grund für meine schlechten leistungen überforderung ist....
vielleicht ist das gar nicht so. so doof es klingt..vielleicht habe ich mein "talent" einfach verloren. den spaß daran...:frown:
 

Benutzer42813 

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Woran könnte das denn liegen?

Ich glaube nicht, dass man so was wirklich verlieren kann - ich bin a auch ein kreatives, talentiertes Mensch. Ich kenne es nur, dass es Phasen gibt, in denen es nicht mehr geht. Aber es kommt immer, immer wieder.
 

Benutzer98042 

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Off-Topic:
Du könntest vielleicht ja einfach erwähnen bzw begründen, dass du gerne den kleinen Bereich übernehmen würdest wegen der Doppelbelastung Diplomarbeit/Arbeit und dass du danach wieder "voll" da bist. Ob und inweit das nachher tatsächlich so ist, weiß man natürlich nicht, aber das würde dir wieder Freiraum geben und den Druck etwas nehmen. Und vielleicht taucht die Kreativität wieder auf? Zumindest bei mir ist es so, dass ich unter Druck nicht gut schreiben kann.
 

Benutzer85152 

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hm vielleicht habt ihr recht. ich spiele gerade seeeeehr mit diesem gedanken.
aber ob damit das problem gelöst ist *seufz*...

ich kann mir einfach nicht erklären warum der spaß weg ist..woran das liegen könnte..
 

Benutzer42813 

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Gibt es denn in deinem Leben zur ZEit Dinge, die Spaß machen?
 

Benutzer85152 

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Mit meinem Freund rumhängen. unser sexualleben. das es mir ermöglicht, endlich echte intimität zulassen zu können (bdsm). Mich mit Freundinnen treffen.
Ich freu mich richtig auf die Diplomarbeit aber ich will das seit knapp 2 Jahren machen und es hat wegen der arbeit nie richtig geklappt.
 
S

Benutzer

Gast
ich kann mir einfach nicht erklären warum der spaß weg ist..woran das liegen könnte..

Du hast Dir die Antwort doch schon selbst gegeben? Wenn Du wegen der Doppelbelastung so unter Druck stehst, bist Du auch übermäßig angespannt.

Ich finde es aber merkwürdig, dass Dein Therapeut mahnt, "endlich" fertigzuwerden :ratlos: Noch mehr Druck zu erzeugen, ist doch das Letzte, was Du jetzt brauchst.

Ich würde Dir auch dazu raten, im Job kürzer zu treten und Dich auf die Diplomarbeit zu konzentrieren und ansonsten auch auf ausreichend Erholung zu achten. Wenn Du Dich jetzt ständig fragst, warum Du keinen Spaß mehr hast, setzt Du Dich ja wieder unter Druck. :zwinker:
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Ich freu mich richtig auf die Diplomarbeit aber ich will das seit knapp 2 Jahren machen und es hat wegen der arbeit nie richtig geklappt.

Dann setz Deine Prioritäten nun entsprechend. Reduzier die Arbeit, nimm die Änderung der Zuständigkeit an und konzentrier Dich auf den Studienabschluss. Wenn der geschafft ist, siehst Du weiter. Ob Du dann in der aktuellen Redaktion weiterarbeitest oder wohin Dich Deine Wege führen, siehst Du dann.
Wie soll Dir das Schreiben Spaß machen, wenn Dich die Arbeit für die Zeitung vom Erreichen Deines Ziels abhält? Das nagt doch in Dir. Die Leichtigkeit fehlt, weil Du eben nicht unbeschwert bist, sondern Druck verspürst.

Die in der Redaktion werden doch wissen, dass Deine Diplomarbeit zu schreiben ist, oder? Also red mit ihnen und sag, dass Du wohl besser vorübergehend weniger für sie arbeitest, um Dein Studium abschließen zu können. Du kannst ja auch sagen, dass Du gern nach der Diplomarbeit wieder engagiert die Arbeit fortsetzen willst.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
hm, ja.
aber das würde ja implizieren, dass der grund für meine schlechten leistungen überforderung ist....
vielleicht ist das gar nicht so. so doof es klingt..vielleicht habe ich mein "talent" einfach verloren. den spaß daran...:frown:

Ein Talent verliert man nicht einfach so. Entweder man hat es oder man hat es nicht. Es kann aber sein, dass eine Fähigkeit, die einem gegeben ist, vorübergehend ein schläft - in diesem Fall mag das auf Deine Doppelbelastung zurückzuführen sein. Oder möglicherweise auch auf die Tabletten, die Du wegen Deiner bipolaren Störungen einnahmen musst.
Ursachen gibt es viele.
Jetzt bringt es nun aber gar nicht, aus Angst einen kleineren Zuständigskeitsbereich abzulehnen - damit stellst Du Dich noch mehr unter Druck, und u.U. kommt dabei das Gegenteil von dem heraus, was Du erwartest.
Abgesehen davon, ist es keine Schande, wenn man kürzer tritt, und einen kleineren Arbeitsbereich übernimmt. Hier spielt auch die Vernunft eine Rolle, da ist falscher erhrgeiz fehl am Platz.
Ausserdem: Das Studium hat nun mal Vorrang. Wenn Du es verbaust, was dann?

Was ich Dir aber aus Erfahrung sagen kann: ständige Überforderung kann einem tatsächlich den Spass vertreiben. Bevor es soweit kommt, ist es besser, Du tritts kürzer.

Off-Topic:
Ich war 10 Jahre Musiker in 8 versch Bands und war in mehreren davon auch der Kopf davon, weil ich meist alles selbst gemanaged hatte, vom Songschreiben bis zur Bühnenorganisation.
Aber ständiger Disput mit einigen Bandmitgliedern, Dauerstress in pt. Organisation, varanlassten mich dazu, jetzt ist Schluss, ich hör auf! Das war dann irgendwann einfach zuviel. Und seitdem hab ich auch keinen Bock mehr, was auf die Beine zu stellen. Was natürlich sehr viele Leute schade finden, weil deswegen mein Talent jetzt einfach "brachliegt".
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Hallo,

genug Leute sind schon völlig fertig, wenn sie nur die Diplomarbeit schreiben. Oder nur einen Job haben, indem die Chefs sofort meckern, wenn es nur mal etwas schlechter läuft. Mir scheint, die meckern da sowieso auf hohem Niveau.
Du hast ganz schon was erbracht an Arbeitsleistung, hattest anscheinend eine sehr kreative und produktive Phase. 3 Artikel an einem Tag sind ganz schön viel, vor allem, wenn die auch alle sehr gut sind. Sowas funktioniert selten auf Dauer, man hat halt im Leben totale Powerphasen, aber dafür kommen dann auch Phasen, in denen man mal wieder etwas kürzer treten muss und diese Power sammeln muss. Zudem kommt mit dem Erfolg auch oft die Erwartung, dass es von nun an immer so sein muss, dass man immer überdurchschnittlich gut sein muss. Sobald die Leistung dann auch nur mal ein bißchen einreisst - was völlig normal ist - kommt der Druck und schafft Angst. Manchmal ist Druck positiv und beflügelt einen. Aber wenn das irgendwann ein dauerhafter Begleiter wird, dann hat man nur noch Angst und ist gehemmt.

Also: Down-Phasen sind einfach normal, man kann nicht immer 150% geben, irgendwann muss man auch wieder Kraft tanken. Du hast überdurchschnittlich viel gearbeitet und geleistet, ich denke, du solltest dir jetzt zugestehen, auch mal eine Weile weniger zu bringen, aufzutanken, und trotzdem zufrieden und glücklich mit dir sein und deshalb nicht denken, dass du nichts mehr kannst. Ich seh das wie die anderen und würde auch empfehlen, beruflich zurückzutreten und die Diplomarbeit anzugehen.
Außerdem kannst du dich später beruflich immernoch neu orientieren, du hast ja anscheinend schon einiges, was du dann vorweisen kannst.
 
1 Woche(n) später

Benutzer85152 

Verbringt hier viel Zeit
danke,

ihr habt vollkommen recht. Ich habe mir die letzten Tage wirklich viele Gedanken gemacht und ich muss definitiv kürzer treten.
ich probiers jetzt erstmal mit besserer Planung und weniger (viel weniger) vornehmen, sowohl beruflich als auch diplomarbeitstechnisch. Das probier ich jetzt ein paar Wochen, wenn es nicht klappt, nehme ich den kleineren Zuständigkeitsbereich.

Ich halte euch auf dem Laufenden,

Fertility
 
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