Wie würdet ihr es anderen sagen, dass ihr nicht mehr lange zu leben habt?

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Hallo PL-User

Ich hab da mal ne ziemlich ernste Frage, und hoffe das sie nicht ins lächerliche gezogen wird!

Mich beschäftigt die Frage, wie und vorallem auch wem ihr es sagen würdet, wenn ihr nicht mehr lange zu leben hättet.

wann würdet ihr es tun, und bräuchtet ihr dabei Unterstützung?
Wäre es euch vielleicht lieber es nur einem zu sagen, dem ihr vertraut, und dass er/sie es dann den anderen wichtigen Menschen in eurem Leben mitteilt?

Was für ein verhalten würdet ihr von denen erwarten, denen ihr es gesagt habt?

Hoffe ihr habt da ein paar Antworten für mich.
 

Benutzer94422 

Meistens hier zu finden
*räusper*

Gute Frage und vllt. sogar bei mir aktuell. Genau weiß ich es nicht, jedenfalls wurde eine Vorstufe zum Krebs festgestellt und dementsprechend macht man sich da schon Gedanken.

Hmm... Ich würde niemandem etwas sagen. Eines Tages würde mein Herz nimmer schlagen. Familie - so wenn ich zu dem Zeitpunkt noch eine hätte - würde benachrichtig werden, es gäbe ne Beerdigung und gut ist. Ich möchte so wenig Aufsehen wie möglich haben, sowohl im Leben als auch im Tod. Falls ich keine Familie mehr hätte, wünsche ich mir eine einsame Beerdigung.

Trauer ist in meinem Fall eh nicht angebracht. Ich möchte, dass sich die Leute für mich freuen, dass ich den Schritt ins nächste "Leben" vollendet habe. Wir werden uns alle wiedersehen :zwinker:

Eine gute Einäscherung, mich in eine Vase verfrachten und vorne auf dem Friedhof ne kleine Niesche in einer Mauer.
 

Benutzer88899 

Verbringt hier viel Zeit
Kann ich nicht genau sagen, aber ich würd ees schon lieber selbst tun, als das einem anderen zu überlassen. Zuerst Partner und engste Familie, dann die besten Freunde. Ich würde es aber eventuell im Freundeskeris etwas abmildern und "nur" sagen, dass ich ziemlich krank bin, aber nicht, dass ich wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben habe. So wissen sie halbwegs Bescheid, es würde aber nicht die ganze große Hysterie ausbrechen, die mich sicher noch zusätzlich belasten würde.
Mein damaliger Freund hat es fast niemandem gesagt, das wäre nichts für mich. Ich wusste es und sein bester Freund und ein Verwandter. Und sonst keiner, bis er gestorben ist und da fielen einige aus den Wolken. Bei ihm war viel Stolzu dabei, eine panische Angst, nicht mehr für voll genommen zu werden. Aber es war dafür auch schlimm, dass alle Welt von ihm starke Belastungen erwartete und oft mit Unverständnis reagierte, wenn er lange Zeit nichts von sich hören ließ oder krank war. Das hat ihn durchaus sehr belastet.
 

Benutzer53291 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn ich wüsste,dass ich sterben müsste mit Sicherheit, dann würd ich es meiner Familie erzählen.
Ich würde es erzählen, wie es ist, wenn es keine Chance mehr gibt, dass ich weiterleben kann.
Bei Freunden würde ich mich auch verabschieden, also nur bei den engsten.
Ohnehin, die Leute die mich seheh wollen werden so und so dann zu mir kommen und ich würd mich verabschieden.

Aber ich muss gesund bleiben, hab Null Bog irgendwann krank zu sein.Wenn dann werd ich wieder gesund oder kämpf zumindest dafür.

Will gar net dran denken, aber wenn ich mich verabschieden müsste würd ich ehrlich zu meiner famlilie sein und hoffen einer von ihnen wär dabei wenn ich sterb.
 

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Erstmal danke für die Beiträge und Dark84, ich hoffe doch sehr, dass du deine Krankheit in den Griff kriegst!!!


Also kurz zur Aufklärung mein bester Freund hat die Schreckensdiagnose bösartiger Hirntumor....
Da es in einem zu weit fortgeschrittenem Stadium erst festgestellt wurde, kommt eine OP nicht mehr in Frage.
Bestrahlung, Chemo usw. würde auch nur einen geringfügigen Aufschub bringen, und das will er nicht, weil um 2-3 Monate mehr zu haben will er nicht die ganze Zeit nur im KH verbringen.

Jetzt der Knackpunkt warum ich diese Frage hier stelle...
Ich bin bisher der einzige, dem er es anvertraut hat. Er hat eine feste Freundin (meine beste Freundin) und ist Vater meines Patenkindes welches 9 Jahre alt ist.

Ich bin mit der Situation etwas überfordert, da er nicht weiß, wie er das seiner Familie, seiner Freundin und dem Kind beibringen soll...
Fakt ist, es wird irgendwann auffallen, weil er die letzten Wochen/Monate unter garantie im Krankenhaus liegen wird, oder zumindest ein Pflegefall wird.

Daher meine Frage... ich hoffe auf noch mehr antworten.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Kommt sehr auf die Umstände an. Wenn ich an Aids erkranken würde und aus irgendwelchen Gründen nicht mehr lange zu leben hätte, dann würde ich es wohl nicht in der Welt herumposaunen und ich würde mir gut überlegen, wem ich davon erzähle. Grundsätzlich gilt aber: Meine Familie erfährt es auch jeden Fall möglichst bald. Ich weiß, dass ich hier auch auf Unterstützung zählen kann.

Enge Freunde werden es wohl dann erfahren, wenn es tatsächlich richtig ernst und für die anderen bemerkbar wird (wenn ich ans Bett gefesselt bin, etc). Eine Krankheit ist immer auch eine Belastung für die anderen Personen. Die wissen nicht damit umzugehen und es stört nur den normalen Umgang miteinander.
 

Benutzer22358  (33)

Meistens hier zu finden
ich würde es meiner engsten familie und meinem freund sagen und erstmal versuchen solange wie möglich ein "normales" leben führen und mir vielleicht noch den einen oder anderen wunsch erfüllen. wenn ich es aber nicht mehr für mich behalten könnte, weil es mir zu schlecht geht, dann würde ich schon offen damit umgehen, denn ich fände es schrecklich, wenn meine freunde und familie hinterher traurig sind, weil sie sich nicht verabschieden konnten.
Im gegenzug würde ich mich aber auch von jemanden verabschieden wollen, der mir nah steht, wenn er nur noch kurze zeit zu leben hat.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Hängt sicher sowohl von der Prognose meiner verbleibenden Zeit ab als auch von der Krankheit und meinem eigenen Umgang damit. Ich vermute, dass ich den Menschen, die ich liebe, die Chance geben möchte, sich von mir zu verabschieden und einfach mich noch die Zeit zu begleiten, die mir bleibt. Vermutlich müsste ich erst einmal für mich selbst herausfinden, wie ich den Rest meines Lebens verbringen will.
Ggf. bekäm mein Umfeld eh mit, dass ich krank bin, weil Behandlungen anstehen und ich ins Krankenhaus muss oder zu ambulanter Behandlung.

Ich würde mit meinen wichtigsten Menschen darüber sprechen, nehme ich an. Mit meiner Schwester und meinem Liebsten auf jeden Fall.
Ich weiß nicht, ob ich es meinen Eltern sagen würde bzw. wann, denn ich weiß, dass für meine Mutter immer die Vorstellung am allerschlimmsten war, dass ihre Töchter vor ihr sterben. Will ich ihr das Wissen zumuten, dass sie mich verlieren wird? Vielleicht würde ich ihr und meinem Vater nur sagen, dass ich krank bin, aber Hoffnung lassen? Keine Ahnung.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die von ihrem baldigen Tod wissen, sogar ihrer Familie Kraft geben können, wenn sie für sich selbst akzeptiert haben, dass sie sterben werden.

Ich habe selbst eine an Krebs erkrankte junge Frau begleitet - ich wusste, sie wird daran sterben, es tat weh, aber mir war wichtig, Zeit mit ihr zu verbringen. Sie ist dem Tod noch mehrmals von der Schippe gesprungen, vorübergehend gab es wieder Hoffnung - das war für sie und ihre Familie ein Kraftakt. Todesurteil - quasi "Begnadigung" - doch wieder Todesurteil. Sie hat schlimme Zeiten erlebt, aber die Zeit ihrer Krankheit war nicht nur tragisch und traurig. Wir haben auch herumgeblödelt und Alltag erlebt.

Ich habe zwei Menschen verloren, von deren Tod ich überrascht wurde. Eine Schulfreundin, mit der ich einige Jahre sehr eng befreundet gewesen war, litt an Depressionen und nahm sich das Leben. Ich wusste nichts von ihrer Krankheit - keiner außer ihrer Familie und den Ärzten tat das. Ich wünschte damals, ich hätte gewusst, wie mies es ihr geht. Weil ich gern bestimmte Dinge noch geklärt und gesagt hätte. Das ist egoistisch, klar. (Ich hätte sie nicht "retten" können, sie war in Behandlung, es war nicht ihr erster Suizidversuch.) Wir hatten uns zufällig noch einige Wochen vor ihrem Tod gesehen, als ich joggte und sie durch die Felder ritt auf ihrem Pflegepferd. Da haben wir uns unterhalten - dass sie psychisch so krank war, wusste ich nicht, es war ihr auch nicht anzumerken.

Ein Schulfreund von mir, der lange einseitig in mich verliebt war, starb vor drei Jahren. Wir hatten nach der Schule noch lange Kontakt, auch per Mail, irgendwann ging das zu Ende. Eines Tages rief meine Mutter an - sie hatte seine Todesanzeige in der Zeitung gesehen. Ihr war zu entnehmen, dass er krank war und von seinem Tod wusste. Ich habe nicht das Gefühl, etwas versäumt zu haben, dennoch frage ich mich, ob ich in dem Fall, ich hätte von seiner Krankheit gewusst, bei ihm gemeldet hätte - ich denke ja. Ich weiß, dass ich einige Zeit eine große Rolle in seinem Leben spielte, was ich aber erst viel später erfuhr. Ich wüsste gern, ob er noch glücklich geworden ist; und ich hätte ihm gern gesagt, dass er mir ein guter Freund war und ich auf bestimmte Art bedaure, dass ich seine Gefühle nicht "adäquat erwidern" konnte.

Ich habe den Film "Mein Leben ohne mich" aus dem Jahr 2003 noch nicht gesehen: Darin beschließt eine an Krebs erkrankte junge Frau und Mutter, keinem von ihrer Krankheit zu erzählen. Sie schreibt eine Liste, was sie bis zu ihrem Tod noch erleben will. Sie will ihr Leben genießen.

Als ich von dem Film las, war mein erster Gedanke: wie egoistisch! Vielleicht denke ich anders, wenn ich den Film gesehen haben werde. Ich weiß nur, dass ich mir im Fall der Fälle von meinen Freunden und Angehörigen wünsche, dass sie nicht eine solche Diagnose für sich behalten und dann sterben, ohne dass ich Gelegenheit hatte mich zu verabschieden. Vielleicht ist auch dieser Wunsch, dass ich davon wissen wollte, wenn meine Liebsten sterben müssen, egoistisch?
Ein "Todgeweihter" muss ja auch aushalten, dass andere mit seinem baldigen Tod Probleme haben. Muss er sich damit auseinandersetzen? Oder darf er so leben, wie er will, ohne die Bedürfnisse der anderen und den Kummer "handhaben" zu müssen?

Zum genannten Film: Mein Leben ohne mich - ARTE
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Ich würde es wohl erzählen. Nicht zusammenhanglos, aber mir nahestehenden Menschen sowieso, und anderen wenn es notwendig sein sollte. Ich sehe keinen Sinn darin, es geheim zu halten, wenn ich nicht mehr völlig unter Schock stehe.
 

Benutzer22419 

Sehr bekannt hier
Zumindest mein Partner würde sofort mit einbezogen werden. Da gäbe es soviel zu regeln und zu besprechen, was die Versorgung unserer kleinen Tochter angeht, Versicherungen, Waisen- und Witwerrente (falls wir dann verheiratet wären) usw.
Wie ich ihm das sagen würde, kann ich mir nur schwer vorstellen. Wahrscheinlich direkt raus, ohne lange rumzudrucksen.
In der Regel gehen einer solchen Diagnose ja irgendwelche Beschwerden oder Auffälligkeiten voraus. Dass jemand von einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung sofort und ohne weiterführende Diagnostik mit einer infausten Prognose heim geschickt wird, ist ja dann doch eher die Ausnahme. Im Normalfall wissen die engsten Angehörigen bzw. der Partner also schon, dass da was im Busch ist. Auch die Freundin deines Freundes wird vermutlich schon von irgendwelchen Beschwerden oder Verdachtsdiagnosen wissen und wenn es nur banales Kopfweh ist, das sich in letzter Zeit gehäuft hat.
Wahrscheinlich würde ich meinen Freund also in einer ruhigen Minute beiseite nehmen und ihm ganz einfach sagen "M., ich war ja nochmal beim Doc wegen der Kopfschmerzen. Das ist keine Migräne. Das ist ein beschissener Tumor. Und das beschissenste an diesem Tumor ist, dass er bösartig ist. Und dass sie ihn nicht operieren können. Arschloch-Tumor. Sie geben mir noch drei Monate." Oder so ähnlich.
Ob ich es meinen Eltern sagen würde, weiß ich nicht. Es gibt nichts grausameres für Eltern als den Tod des eigenen Kindes miterleben zu müssen und ich bin nicht sicher, ob ein monatelanges Abschiednehmen das leichter macht. Ich schätze, sie würden es nur erfahren, wenn ich selbst einigermaßen im Reinen mit mir bin und den Tod akzeptieren kann.
Ob meine Tochter es wissen soll, kann ich so auch nicht sagen. Jetzt ist sie sicher noch zu klein, aber mit acht, neun Jahren... keine Ahnung. Meine beste Freundin aus der Schulzeit hat mit 12 Jahren ihren Vater an Krebs verloren. Er war schon monatelang zu Hause gewesen, war auch mehrfach operiert worden, aber außer der Mutter hat es niemand, weder in der Familie noch im Freundeskreis gewusst. Die Eltern hatten allen sehr glaubhaft von einem kaputten Kniegelenk erzählt, in Wahrheit war es ein hochaggressiver Knochentumor. Meine Freundin wurde damals wie üblich morgens von ihrer Mutter geweckt, allerdings mit dem Hinweis, dass sie heute nicht zur Schule gehen müsse, der Vati sei gestorben. Für meine Freundin und ihre jüngere Schwester kam das aus heiterem Himmel, sie hatten keine Möglichkeit gehabt, sich von ihrem Vater zu verabschieden.
Kinder haben sehr gute Antennen und ein feines Gespür dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist, egal wie gut gelogen und verheimlicht wird. Daher denke ich, dass hier ein offener Umgang mit dem Thema Tod und Sterben die bessere Lösung ist.
 

Benutzer100660 

Öfters im Forum
Früher oder später muss er es ihnen sagen. Beides hat vor und nachteile. Um so früher er es ihnen sagt wird sich schnell alles verändern und diese unbeschwertheit die jetzt noch den alltag umgibt wird verfliegen. In manchen fällen kann mitleid auch erdrückend sein und das wird vielleicht auch für ihn der fall sein. Andererseits wird er auch unterstützung erfahren. Unterstützung die du ihm nicht die ganze zeit geben kannst. Wenn er es sehr lange für sich behält lebt er mit einer großen last. Einem ständigen geheimnis über das er nur mit dir reden kann. Und das kann ihn mehr zerstören als der tumor selbst.
Ich glaube das es besser ist wenn er es so bald wie möglich sagt. Es wäre sicher noch viel schwerer für mia wenn er dann von einem tag auf den anderen nur mehr im krankenhaus ist. So kann sie es vielleicht besser verstehen. Man kann sie etwas auf den verlust vorbereiten. Er lernt auch damit umzugehen und nicht alles in sich zu vergraben.
Sehr schwer wird die zeit jedoch für dich. Du wirst für ihn da sein und wahrscheinlich noch mehr für mia und ihre mutter. Ich wünsche dir viel kraft dafür.

Ich würde sicher niemandem etwas sagen aber das tut nichts zur sache denn ich habe kein kind aufgezogen und keinen partner . somit auch keine wirkliche verantwortung gegenüber einer anderen person.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Meine beste Freundin aus der Schulzeit hat mit 12 Jahren ihren Vater an Krebs verloren. Er war schon monatelang zu Hause gewesen, war auch mehrfach operiert worden, aber außer der Mutter hat es niemand, weder in der Familie noch im Freundeskreis gewusst. Die Eltern hatten allen sehr glaubhaft von einem kaputten Kniegelenk erzählt, in Wahrheit war es ein hochaggressiver Knochentumor. Meine Freundin wurde damals wie üblich morgens von ihrer Mutter geweckt, allerdings mit dem Hinweis, dass sie heute nicht zur Schule gehen müsse, der Vati sei gestorben. Für meine Freundin und ihre jüngere Schwester kam das aus heiterem Himmel, sie hatten keine Möglichkeit gehabt, sich von ihrem Vater zu verabschieden.

:eek: Das ist ja furchtbar! Bleibt da nicht immer ein Gefühl von "hätte ich mich doch nur verabschieden können?"-zurück? Ich glaube, das würde mich ein Leben lang verfolgen...
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Für mich ist die Frage jetzt schwer zu beantworten. Aber ich weiss doch, dass ich allen sagen würde, dass ich bald sterben werde. Allen die mir persönlich nahe stehen. Ich könnte und möchte nicht allein sein beim Sterben. Und auch nicht ein "Katz und Maus Spiel" treiben müssen mit meinen Angehörigen.

Ich weiss aus Erfahrung mit bereits Verstorbenen, dass es viel besser ist über eine schwere Krankheit offen zu reden. Wie Miss Marple und Lia geschrieben haben, kann es furchtbar sein einen Menschen zu verlieren, der die andern Menschen schonen musste und deshalb nicht richtig Abschied nehmen konnte.
Der Tod bleibt auch so noch schwer und unerklärlich, besonders wenn ganz junge Leute sterben, zum Beispiel Kinder. Aber ich möchte nie einen Sterbenden einsam lassen, auch wenn der Tod manchmal schwer zu ertragen ist.

Der Tod gehört zum Leben, und hat irgendwie trotzdem keinen Platz darin. Es ist wie wenn der Tod ein Misserfolg wäre. Besonders der Tod durch Krebs. Es heisst dann der Verstorbene hat "den Kampf gegen dem Krebs verloren".
Aber ich glaube dass die Art wie wir über den Tod reden, heute wieder im Wandel ist.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Häh, ich würde es natürlich niemandem erzählen.
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Der Vater von einem Bekannten wusste schon einige Monate, dass er demnächst sterben würde und hat es seinem Sohn eine Woche vorher mitgeteilt.
Die Exfrau eines anderen Bekannten wusste auch, dass sie sterben würde und ihr Sohn war gerade im Ausland. Durch Zufall kam er ein paar Tage früher zurück und am nächsten Tag war die Mutter tot. Wäre er planmäßig wiedergekommen, hätte er seine Mutter nur noch unter der Erde gesehen.
Ich finde sowas schrecklich und ich denke, gerade als engster Angehöriger hat man einfach ein Recht darauf zu erfahren, ob der liebste Mensch bald stirbt oder nicht. Man will sich doch verabschieden können und nicht eines Morgens aufwachen und der andere ist plötzlich tot. Das stelle ich mir schlimm vor und ich würde mich in gewisser Weise hintergangen fühlen. Darum würde ich es zumindest den wichtigsten Menschen in meinem Leben sagen. Ich würde wollen, dass wir zusammen die Zeit, die bleibt, bewusst erleben und genießen und ich glaube, dass man vielleicht auch mit jemandem darüber reden möchte.

Aber das alles sind ja nur Vermutungen, wie es wirklich ist, wenn man in der Situation steckt, weiß ich nicht und will ich auch nicht wissen.

In jedem Fall denke ich aber, sollte dein Freund es wenigstens seiner Frau und Mutter seines Kindes sagen, denn eventuell müssen ja auch irgendwelche Vorbereitungen getroffen werden und früher oder später merkt sie es sowieso.
 
M

Benutzer

Gast
Vor nicht all zu langer Zeit sagten mir meine Ärzte, ich würde maximal 20 Jahre alt werden - wenn ich Glück habe. Nun, wie man sieht: ich lebe noch.
Damals stand ich auch vor der Entscheidung: Wem ich sage ich es? Und ich habe mich für die Option: Niemandem. entschieden.

Ganz klar aus egoistischen Gründen. Ich wollte nicht mit den Reaktionen meiner Umgebung, schon gar nicht mit denen meiner Familie umgehen müssen. Meine Mutter war selbst schwer krank, mein Vater ebenso, der Rest meiner Familie dadurch eh schon recht am Ende.
Für mich war es so der einfachste Weg, ich konnte meine eigenen Emotionen in Ruhe verarbeiten und damit umgehen.

Jetzt im Nachhinein wissen einige Menschen davon, allerdings auch nicht viele und kaum jemand die genauen Umstände.

Ich würde mich immer wieder so entscheiden.
 

Benutzer56469  (36)

Beiträge füllen Bücher
Also ich würde es meinem PArtner erzählen und (vielleicht) meinen Eltern und seinen also quasi der Familie. :smile: Ich würde es dreien meiner Freunde erzählen und den restlichen Freunden einen Abschiedsbrief schreiben indem ich alles erkläre warum ich nix gesagt habe, dass ich sie lieb hab usw.

Meinen ehemaligen Freunden würde ich es nicht erzählen und auch nicht irgendwelchen Leuten denn ich will sehen WER in so einer Zeit wirklich für mich da ist und mir eine Stütze ist und mir Kraft gibt und da ich das schon sehen durfte in letzter Zeit wer meine wahren Freunde sind ode rnicht weiß ich jetzt schon dass ich mich richtig entscheiden würde. Diejenigen würden dann aber auch keinen Abschiedsbrief bekommen, die würden sicher von meinem Partner/meiner Familie eine Ansage bekommen und das ist Genugtuung genug für mich. :grin: :ashamed:

Ich möchte dann auch sviel Zeit wie möglich (die halt noch bleibt) mit meinem Partner verbringen und auch mit meiner Familie. All das machen was ich nicht mehr machen kann und einfach Spaß haben mit der ganzen Bande. :herz:

Also im Prinzip so leben wie jetzt auch denn Familie ist das wichtigste für mich. :herz:
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
ich würde mit sicherheit erstmal mit meinem besten kumpel darüber reden wollen ... wobei er zufällig auch noch mein bruder und trauzeuge ist, aber das tut ja nichts zur sache.
einfach um das ganze selbst besser verarbeiten zu können und mich darauf besser vorbereiten zu können es meiner frau zu sagen.

auf jeden fall würde sie es sicherlich als zweite person von mir selbst erfahren und gemeinsam würde man sich voneinander verabschieden können.

auch mit den anstehenden arbeiten (bzgl. beerdigung, benachrichtigungen von meinem tod ect) würde ich sie nicht alleine lassen wollen und gemeinsam mit ihr alles vorbereiten.

----------

das man als freund da schnell überfordert ist, kann ich mir gut vorstellen und halte das auch für normal das man erstmal nicht weiß was man raten soll.
ich würde jedoch raten, das er mit seiner frau darüber spricht ... eben um sie nicht einfach so kalt dastehen zu lassen und sie sich ebenfalls auf den tod des wohl wichtigsten menschen in ihrem leben vorbereiten kann.
das man sich verabschieden kann und versucht die verbleibenden wochen/monate voll und ganz miteinander verbringen kann.

mir ist klar, das er sich vermutlich deswegen erstmal sträubt, weil so eine nachricht trauer und leid mit sich bringt ... aber in meinen augen ist er es seiner frau schuldig gerade sowas nicht zu verheimlichen ... auch wenn es sie sehr schmerzen wird.

du bist pate und solltest ihm die gewissheit geben das du dich weiter um dein patenkind kümmern wirst und das du dich auch um seine frau ... sprich deiner besten freundin ... kümmern wirst.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Also, ich denke mein Lebensgefährte hätte ein Recht darauf, es zu erfahren, sobald ich es weiß.
Wir tragen viele Lasten gemeinsam und erst recht in solch einer bedrückende Situation - in der beide voller Kummer und Angst sind - kann man sich gegenseitig trösten und das Schicksal bewältigen.

Wäre es umgekehrt, also er todkrank und ich würde es erst in letzter Minute zwangsläufig mitbekommen ... empfände ich diesen Schicksalsschlag als noch grausamer ... denn meine große Liebe hätte mich ausgeschlossen aus seinem Leben, wahrscheinlich aus Rücksicht, aber trotzdem wäre ich unendlich traurig darüber, dass ich ihn auf diesem schweren Weg nicht hätte von Anfang an begleiten dürfen.

Wenn man rechtzeitig Bescheid weiß, kann man sich viel besser vorbereiten ... zumindest dann wenn man an sich eine gesunde Einstellung zum Thema Tod hat. Aber der Verlust meines Schatzes wäre für mein Leben so ziemlich der größte Gau und dabei bräuchte ich schon seine Hilfe und auch ich möchte ihm beistehen, sein Schicksal anzunehmen, den Tod an sich nicht zu fürchen - denn es ist ja nur ein Schritt in die nächste Welt - und all die Dinge regeln helfen, die ein krankheitsbedingtes frühes Lebensende so mit sich bringen.

Alleine der Ärzte- und Krankenhausmarathon der (gerade bei Krebserkrankungen) bevorsteht und zweifellos (zumindest für mich) das Schlimmste an sich ist ... dabei braucht man einfach die Hilfe eines nahestehenden Menschen, der einen klaren Kopf und den Überblick behält. Viele Todkranke bemängeln mit Recht die Gesundheitspolitik, den menschenverachtenden Umgang mit Patienten, die Gleichgültigkeit der Ärzte, das Informationsdefizit ...

Man kann lernen, sich auf den Tod offenen Auges vorzubereiten (gibt Seminare), keine Angst davor zu haben, sich eventuell für ein Hospiz entscheiden - auf solche Dinge sollte man sich konzentrieren können und zu zweit ist das sicher viel besser zu bewältigen.

Da ich selbst von mehreren Freunden vom wahrscheinlich baldigen Tod erfahren habe und weiß, wie hilflos man als "Außenstehender" ist und von trauriger bedrückter Stimmung Treffen belastet sind und was manche Leute einem Todkranken für ein scheiß Gespräch aufdrücken, würde ich niemandem was sagen. Was soll es bringen? Einzig mein Lebensgefährte könnte mir Kraft geben und ihm zu helfen, damit klar zu kommen, würde mich als Todgeweihte wohl ein wenig ablenken ...

Vielleicht würde ich noch meinem Vater was sagen (Mutter habe ich keine mehr) ... aber auch da würde ich mich fragen, warum sollte ich ihm diesen monatelangen oder noch länger andauernden Kummer antun - diese Sitation der Hilflosigkeit ... das sein Kind vor ihm stirbt? Wir haben kein so inniges Verhältnis, dass er mir irgendwie helfen könnte, von daher würde ich wohl eher nichts sagen.
 

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