Wie schüchterne Männer aus der Reserve locken?

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hallo,

meiner Erfahrung nach gibt es unterschiedliche Arten von "schüchternen" Männern.

- Die einen, die schüchtern sind, aber dennoch zeigen können, dass sie Interesse an einer Frau haben, wenn auch etwas linkisch.

- Die anderen, die absolut unfähig sind, irgendwelche Signale zu senden, wo man also nie weiß, woran man ist, und die vor allem auch nicht auf einen Flirt einsteigen. Die würde ich grundsätzlich als "uninteressiert" betiteln, aber manche von denen meinten im Nachhinein, es wäre überspielte Schüchternheit.

Mich irritiert letztere Sorte. Ich bin schließlich nicht unattraktiv und ein Flirt ist ja auch komplett unverbindlich. So gesehen verstehe ich nie, was da abgeht, wenn jemand NICHT mit mir flirtet (ich weiß, das klingt jetzt ziemlich arrogant), aber man sich dennoch grundsätzlich sympathisch ist. Es hat sich gezeigt, dass manche

a.) eine Freundin hatten
b.) schwul waren

Bei anderen hat sich gezeigt, dass sie einfach mords-schüchtern waren, aber nicht uninteressiert. Meine Taktik früher war: Einfach ins kalte Wasser springen und den ersten Schritt machen/gegebenenfalls auf die Nase fliegen. Mittlerweile bin ich aber anders und möchte nicht das Ruder übernehmen. Lieber will ich den anderen provozieren, dass von ihm irgendwas kommt.

Habt ihr ein paar Tipps, wie man das am elegantesten anstellen kann?

Ich steh halt leider auf schüchterne Männer. I can't help it...
 
R

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Gast
Off-Topic:
Boah, Lotusknospe, in letzter Zeit eröffnest du immer Threads, die auch von mir sein könnten. Danke, ich erwarte gemeinsam mit dir hilfreiche Antworten!:link: :grin:
 

Benutzer99399 

Beiträge füllen Bücher
Also ganz ehrlich, ich sehe keine Lösung für das Problem.
Entweder er ist so schüchtern, dass er subtiles (und teilweise auch weniger subtiles) Flirten nicht als solches deutet und es wird nichts.
Oder du musst ihm dein Interesse förmlich ins Gesicht schlagen, aber das ist ja eben auch nicht was du willst.

Das Einzige was mir noch einfallen würde, wäre Beziehungsstatus und sexuelle Orientierung abchecken und wenn das passt, einfach hartnäckig bleiben und viiieeeel Zeit mitbringen. Aber ob das so prall ist... :hmm:
 
R

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Gast
Wie flirtest du denn? Bzw. wie weit gehst du, um ihn zu reizen?

Ich persönlich mache auch nicht gerne den ersten Schritt, beim aktuellen Exemplar ist das aber auch nötig - allerdings gehe ich eben nicht die vollen 100%, sondern flirte nur recht offensichtlich mit Worten und baue Körperkontakt auf (mehr als unter Freunden üblich wäre), aber den nächsten Schritt will ich auch nicht mehr gehen.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Also ganz ehrlich, ich sehe keine Lösung für das Problem.
Entweder er ist so schüchtern, dass er subtiles (und teilweise auch weniger subtiles) Flirten nicht als solches deutet und es wird nichts.
Oder du musst ihm dein Interesse förmlich ins Gesicht schlagen, aber das ist ja eben auch nicht was du willst.

Das Einzige was mir noch einfallen würde, wäre Beziehungsstatus und sexuelle Orientierung abchecken und wenn das passt, einfach hartnäckig bleiben und viiieeeel Zeit mitbringen. Aber ob das so prall ist... :hmm:

Gehe konform.

Schüchterne Männer zu mögen ist ja keine Schande - aber dann nicht das Ruder übernehmen zu wollen ist unrealistisch, denn den ersten Schritt machen - das werden Schüchterne entweder gar nicht oder erst spät tun.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
@riot:

Körperkontakt! Hatte ich ganz vergessen :grin: Grundsätzlich eine gute Idee! Allerdings schwierig bei meinem Exemplar. Wir stehen uns am Spielfeld immer gegenüber und hinterher sind wir beide so verschwitzt, dass wir nicht wissen, ob der andere den Körperkontakt überhaupt genießen würde :grin:


ad flirten: Ich flirte auch offensiv, denke ich. Ich bin aber grundsätzlich ein flirtiver bzw. offener/lockerer Typ. Vielleicht merkt er nicht, dass ich mit ihm flirte und zu den anderen einfach nur nett bin...? Ich versuche mich grad an ein paar zweideutigen SMS. Aber ich weiß nicht, ob dieser Weg besser ist als der direkte. Immerhin hätte er da Zeit zum Überlegen und Antworten und kann - sofern er will - auf die Zweideutigkeit einsteigen...
 
R

Benutzer

Gast
Ich flirte auch offensiv, denke ich. Ich bin aber grundsätzlich ein flirtiver bzw. offener/lockerer Typ. Vielleicht merkt er nicht, dass ich mit ihm flirte und zu den anderen einfach nur nett bin...?
Hihi, das kenne ich. Zweideutige Aussagen und selbst Sex als Gesprächsthema helfen bei mir grad auch nicht wirklich weiter... :hmm:

Geht ihr nach dem Training nie zusammen was trinken oder so? Da böte es sich ja an, dich neben ihn zu setzen und Bein- bzw. Armkontakt herzustellen. :grin:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Geht ihr nach dem Training nie zusammen was trinken oder so? Da böte es sich ja an, dich neben ihn zu setzen und Bein- bzw. Armkontakt herzustellen. :grin:

Leider hat sich das noch nie ergeben, weil ICH danach immer gleich einen Termin hatte. Ansonsten wäre das natürlich die passende Gelegenheit gewesen. Ich frag mich einfach nur, ob ich ihm auf die Nerven gehen würde, wenn ich zu offensiv wäre. Wenn jemand schon von Haus aus so distanziert ist, weiß man ja nicht, wann es ihm persönlich dann doch zu viel werden würde.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Stichworte "Spielfeld" und "verschwitzt": Ihr treibt miteinander Sport? Welchen? Teamsport? (Spielt Ihr mit- oder gegeneinander?) Wie wärs damit, nach dem Sport zusammen noch was trinken zu gehen? Oder macht Ihr das längst?
Je nach Sportart kann man auch mal BEIM Sport Körperkontakt suchen - kommt halt darauf an, wie das bei Euch im Team ist, also wie ernsthaft Ihr trainiert und wie das generell so läuft mit Necken/Unfug beim Training....
Ich erinner mich noch gut, wie damals beim Kanupolo einer (nennen wir ihn B.) immer gezielt MICH attackierte und gern auch mal über den Haufen fuhr - schon um mir danach galant aus dem Wasser helfen zu können (ich war Anfängerin und noch nicht so fit, was die Kenterrolle anging). Ich war irgendwann etwas genervt, dass B. immer MICH anging, bis mir mal jemand sagte, dass ja kaum zu übersehen sei, wie toll mich B. findet - u.a. anhand der Häufigkeit seiner Fouls mir gegenüber zu erkennen.
An mir ging diese "Flirttaktik" vorbei...


---------- Beitrag hinzugefügt um 20:25 -----------

Kaum ist man mal abgelenkt... die Frage nach dem geselligen Beisammensein nach dem Sport ist mittlerweile ja beantwortet.
Also bislang noch keine dritte Halbzeit. Na, dann macht das doch mal, also sieh zu, dass Du keinen Termin hast nach dem Sport.

Ob Du ihn nerven könntest - klar, möglich, finds raus. ;-)
Ob er sich nicht traut, ob er einfach desinteressiert ist oder was der Grund für die Zurückhaltung ist, das ist doch nur Spekulation. Du musst ja nicht sofort aufs Ganze gehen. Vielleicht genügt es schon, ihm klar zu zeigen, dass Du auch privat Interesse an ihm hast - nicht nur als "Sportsfreund".

Oder meintest Du, ob ihm schon der Vorschlag mit einem gemeinsam eingenommenen Getränk nach körperlicher Ertüchtigung zu offensiv wäre? Na, dann wär er ggf. so übertrieben ängstlich, dass er vielleicht schlicht nicht zu Dir passt, oder?
 

Benutzer77893 

Meistens hier zu finden
Ich finde das aber auch nicht einfach, heraus zu finden was eine Frau aus Nettigkeit/Höflichkeit macht oder ob sie wirklich Interesse an mir hat. Und Flirten sagt ja auch nix, deswegen geh ich darauf selten ein.

Ich weis nicht ob das Hilfreich war @Lotusknospe aber ich denke, ihn einzuladen, ist der richtige Schritt. Auch wenn dir das vielleicht nicht gefällt...
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
(Disclaimer: Ich schreibs mal aus deiner Geschlechterperspektive, aber ist ja jedem ohnehin klar, dass das kein exklusives männliches Problem ist, nicht?)

Du willst die richtig harten Brocken, die nicht nur ein bisschen "alltagsschüchtern" (sind wir nicht alle schüchtern?) oder schwer von Begriff sind? Also die Männer, die wirklich schüchtern sind? Dann musst du da mit ganz viel Psychologie, Empathie, Hartnäckigkeit und Geduld herangehen.

Extreme Schüchternheit hat immer ihre Gründe und nicht selten sind diese

* Angst vor Zurückweisung
* Mangelnde Erfahrung im Umgang mit dem präferierten Geschlecht
* Niedriges Selbstwertgefühl

Folgender Gedanke ist beim schüchternen Mann permanent im Kopf und dein größter Feind: "Sie steht sowieso nicht auf mich". Das Problem ist: du kannst dich noch so sehr anbiedern, ihn mit Aufmerksamkeit überhäufen oder aggressiv anflirten: die Angst vor Zurückweisung wird ihm immer wieder neue Gründe zuspielen, warum er dein eindeutiges Verhalten anders deuten sollte. Er will es falsch interpretieren. Er kann es nicht wahrhaben. Folglich ist offensives Verhalten zwar nötig, aber nicht so hilfreich, wie man meinen könnte.

Ihn aus der Reserve zu locken und zu provozieren ist sicherlich eine nette Option, wird aber nicht so ablaufen, wie du dir das vielleicht vorstellst. Es ist nicht so, dass diese Männer einen Wink mit dem Vorgartenzaun benötigen und sich plötzlich erinnern, wie man flirtet. Sie können das nicht und fühlen sich nicht wohl dabei. Wenn du es schlecht anstellst, wird sich der Mann im nachhinein selbst dafür verantwortlich machen, mal wieder nicht die richtigen Worte gefunden oder seine Chancen nicht ergriffen zu haben, denn wenn er aus der Flirtsituation einmal heraus ist, wird ihm oftmals alles klar.

Kurzum: Schüchterne Männer leiden furchtbar unter allen Situationen, die auch nur aussehen wie Flirt.

Ich rate daher zu Camouflage (der PU-Honk würde vermutlich sagen: Baue "Rapport" auf): Unternimm etwas mit ihm, verbringe Zeit mit ihm aber lasse niemals zu, dass er sich diesen Druck macht. Es braucht viel Vertrauen, bis so ein Mann über seinen Schatten für dich springt. Gehe den zweiten Schritt vor dem ersten: Gehe davon aus, er hat unendliches Interesse an dir, verpasse ihm den Vertrauensvorschuß und übernimm das Risiko, dass du dich dabei verschätzt hast.

Er muss sich absolut gut und sicher bei dir fühlen, sonst wird nie etwas passieren. Es dauert eine Weile, aber irgendwann rutscht man dann in intime/persönliche Gespräche. Dabei ist es wichtig, ihm zuzuhören wenn er spricht und ihn dann zu "führen", wenn er unsicher wird und nicht weiter weiß. Alles, was ihm entspannen hilft, hilft dir.

Wenn du ihn soweit hast, dass er sich dir anvertraut, gewöhne ihn langsam an Berührungen. Es braucht da allerdings mehr, als ein "zufälliges" Streichen am Oberarm oder Rücken. Du musst initiativ und dauerhaft Körperkontakt mit ihm herstellen, darfst aber nie so weit gehen, dass er davon irre wird. Ihm wird es nämlich zunächst befremdlich vorkommen, berührt zu werden und es kann sehr lange dauern, bis er bemerkt, dass das eigentlich gut tut.

Generelle Tipps: Niemals die Unsicherheit des Mannes verstärken. Schlucks runter, wenn er deinen Flirt schon zum 10. Mal nicht kapiert hat oder noch immer seine Hand wegzieht, wenn du sie halten willst. Das wird passieren und er wird nur noch mehr leiden, wenn du ihn mit enttäuschten Blicken für seinen Unfähigkeit bestrafst. Nimm lieber das Zuckerbrot und würdige die kleinen Schritte, die er geht. Jeder schüchterne Mann hat seine eigene Art und seinen Kanal dir verschlüsselt mitzuteilen, dass er dich mag. Das sind oftmals Dinge, wo du nicht reagieren und ihn zurückweisen kannst. Gewinne daraus die Kraft, diese furchtbar frustrierende Balzzeit zu überleben.

Entwickle eine Leichtigkeit und Sorglosigkeit, die ihn ansteckt. Lebe ihm vor, wie einfach und unkompliziert du die Dinge siehst und wie du nach dem guten Gefühl in dir handelst anstatt dich mit Minderwertigkeitsgedanken verrückt zu machen.

Vielleicht war das jetzt alles etwas wenig konkret, aber das ist das, was mir zu denen einfällt, die wirkliche Probleme mit ihrer Schüchternheit haben. Glücklicherweise sind es nicht selten Menschen, die es wert sind, dass man sich mit ihnen beschäftigt und spätestens, wenn sie dir soweit vertrauen, dass sie sich von dir küssen lassen, sind einige arge Probleme schon beseitigt.

Viel Erfolg! :zwinker:
 

Benutzer99399 

Beiträge füllen Bücher
@Fuchs

Klingt wie ein Eintrag aus nem Tierlexikon, steckt aber viel Wahres drin. :zwinker:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Du willst die richtig harten Brocken, die nicht nur ein bisschen "alltagsschüchtern" (sind wir nicht alle schüchtern?) oder schwer von Begriff sind? Also die Männer, die wirklich schüchtern sind? Dann musst du da mit ganz viel Psychologie, Empathie, Hartnäckigkeit und Geduld herangehen.

Nach dem Lesen deines Posts will ich diese Typen eher nicht und hoffe, dass mein Objekt der Begierde nicht so einer ist. Ich muss ganz ehrlich sagen: Die Tortur will ich mir nicht antun. Vor allem, wenn ich nicht mal weiß, ob überhaupt Interesse da ist. Und dann: Wozu überhaupt, wenn ich nicht mal weiß, ob dann etwas draus wird, allein deswegen, weil das erste Mal sich ne Frau so etwas antut und er sich denkt "na, besser die als keine" oder weil er eben wirklich etwas von MIR will.

Ich habe schon mit sehr schüchternen Menschen zu tun gehabt, aber so eine Nummer musste ich noch nie abziehen. Offensichtlich war das wohl nur die Spitze vom Eisberg, die ich gesichtet hatte. Wenn ich mir deinen Post durchlese, dann vergeht mir die Lust auf jegliches "Daten" :frown:
 

Benutzer51509 

Verbringt hier viel Zeit
Extreme Schüchternheit hat immer ihre Gründe und nicht selten sind diese

* Angst vor Zurückweisung
* Mangelnde Erfahrung im Umgang mit dem präferierten Geschlecht
* Niedriges Selbstwertgefühl
Vielleicht noch:
* Braucht länger, sich auf jemanden Einzulassen (weil z.B. führt eher "tiefe" Beziehungen)

Denke dann ist es so, dass man als Mann auch schon mal zuerst desinteressiert oder gespielt cool rüberkommt, einfach weil man überlegt "soll man" oder "soll man nicht". Denke dass ist eigentlich auch ein unbewusster test, wieviel Interesse das Gegenüber denn nun wirklich hat. Daher auch (erstmal) das ignorieren von Flirtsignalen. Das muss nicht heißen dass sie nicht verstanden werden. Vielleicht brauchen manche eher länger bis sie sich entscheiden können sich emotional mehr zu involvieren. Klar, kann man jetzt sagen dass ein Flirt total unverbindlich ist. Aber vielleicht ist es für manche nicht ganz so unverbindlich, wie es eigentlich gut wäre... Insbesondere wenn das Gegenüber eigentlich "in Frage für mehr" kommt. Dann ist die Reaktion eher entgegengesetzt zu dem Empfinden.

Tja, das hilft Dir wahrscheinlich jetzt nicht wirklich viel weiter. Ich denke Fuchs hat da schon recht nützliche Anregungen gegeben, die auch in diesem Fall helfen würden. Was sicher gut ist wenn man sich erstmal trifft und näher kennenlernt und da mehr Zeit einplant. Aber ab einem gewissen Punkt sollten auch schüchterne (egal warum auch immer) in der Lage sein die "Beziehungsanbahnung" mit voran zu treiben sonst wird das einfach nix.
 

Benutzer77893 

Meistens hier zu finden
Nach dem Lesen deines Posts will ich diese Typen eher nicht und hoffe, dass mein Objekt der Begierde nicht so einer ist. Ich muss ganz ehrlich sagen: Die Tortur will ich mir nicht antun. Vor allem, wenn ich nicht mal weiß, ob überhaupt Interesse da ist. Und dann: Wozu überhaupt, wenn ich nicht mal weiß, ob dann etwas draus wird, allein deswegen, weil das erste Mal sich ne Frau so etwas antut und er sich denkt "na, besser die als keine" oder weil er eben wirklich etwas von MIR will.

Ich habe schon mit sehr schüchternen Menschen zu tun gehabt, aber so eine Nummer musste ich noch nie abziehen. Offensichtlich war das wohl nur die Spitze vom Eisberg, die ich gesichtet hatte. Wenn ich mir deinen Post durchlese, dann vergeht mir die Lust auf jegliches "Daten" :frown:

Ach komme so schlimm wird deiner schon nicht sein! :grin:
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich habe schon mit sehr schüchternen Menschen zu tun gehabt, aber so eine Nummer musste ich noch nie abziehen. Offensichtlich war das wohl nur die Spitze vom Eisberg, die ich gesichtet hatte.

Können wir schlecht beurteilen. Außerdem klingt das, wenn man es aus Deiner Perspektive liest, schlimmer, als es letztendlich ist.

Dennoch kann ich die Ausführungen vom Fuchs vollauf bestätigen - ich bin genau so ein Typ, wie er ihn skizziert hat. Wobei es da eine Einschränkung gibt: Beim ersten Treffen mit meiner Freundin hatte ich unendlich Schiss, genau das Falsche zu tun. UN-END-LICH. Obwohl sie mir ja nun in den Mails zuvor eindeutige Hinweise gab, dass das mit uns fast 'ne sichere Sache ist, verging zwischen dem Treffen, dem Händchenhalten und dem ersten Kuss eine gefühlte Ewigkeit (und beinahe sechs Stunden). Dennoch habe ich mich überwunden, jeweils den ersten Schritt zu gehen, weil sie mir das Gefühl vermittelt hat, ich wäre doof, es nicht zu tun.

Es ist ein Balanceakt auf einem schmalen Grat zwischen "zu offensiv", "zu passiv" und "genau richtig", wobei Letzteres sich wieder in "richtige Offensive" und "richtiges Provozieren" (vulgo: Ihm das Gefühl geben, er übernehme die Initiative - wenn's auf fruchtbaren Boden fällt, pusht das das geschundene Ego ungemein!) gliedert. Es ist eine Investition. Aber ist das Ergebnis nicht den Aufwand wert? Vor allem, da gerade die Schüchternen bis auf wenige Ausnahmen doch sehr treu sind...
 

Benutzer15957  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Geht es hier um die selber Person von deinem anderen Thema?

05.10.2011
Ich habe seit ein paar Monaten einen neuen Trainingspartner. Wir verstehen uns gut und harmonieren bez. des Trainings optimal. Er ist von der Sorte Mensch, bei der man aber sein Flirtverhalten nicht austesten sollte, es sei denn, man meint es ernst. Daher habe ich mich weitgehend zurückgehalten. Aufgrund diverser nicht zu ignorierender Umstände habe ich sowieso erwartet, dass die Fronten geklärt wären. Zumindest von meiner Seite lassen schon alleine die Umstände nichts Tieferes zu. Offensichtlich sieht er das aber anders? Das sind die Signale, die er mir momentan sendet. Er hat mir außerdem gesagt, ich würde ihm ein gutes Gefühl geben, allein aufgrund meiner Art. Er würde sich wohler in seiner Haut fühlen, sich mehr akzeptieren so wie er ist. Das finde ich grundsätzlich sehr gut und ich möchte nicht, dass er das durch eine unsensible Abfuhr wieder ablegt. Aber ich will auch nicht, dass er sich irgendwelchen Illusionen hingibt, die einfach nicht der Realität entsprechen, daher muss ich entsprechend deutlich sein. Aber schafft man diesen Spagat? Ich habe weder Lust, wieder ein Jahr lang ein schlechtes Gewissen zu haben, weil sich jemand in mich verknallt hat. Noch will ich unser Verhältnis zerstören (obwohl ich das in Kauf nehmen würde) und ihn von seinem neugewonnenen Selbstvertrauen abbringen (das fände ich sehr bitter).

Irgendwelche Tipps? Ich möchte nicht in die gleiche Falle tappen wie vor Jahren. Verständnis zeigen ist wohl der falsche Weg. Muss man hart und direkt sein? Normalerweise weiß ich eine Antwort auf sowas. Aber sobald ich selbst involviert bin, hab ich ein Blackout... :ratlos:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Können wir schlecht beurteilen. Außerdem klingt das, wenn man es aus Deiner Perspektive liest, schlimmer, als es letztendlich ist.

Seh ich anders. Ich hab mir mal 6 Monate lang den Arsch aufgerissen für einen "Schüchternen", der sich exakt so verhalten hat. Irgendwann hab ich's aufgegeben und gesagt, was Sache ist. Ein Jahr später hat er mir gebeichtet, dass er schwul ist und sich nicht getraut hat, mir das zu sagen, und außerdem die Aufmerksamkeit von mir unheimlich genossen hat. Noch mal "verschwende" ich sicher nicht so eine Zeitspanne. So sicher kann man sich anfangs gar nicht sein, dass man einfach das Ruder übernimmt und alles in Kauf nimmt, was kommt. Da muss schon sehr viel Glück dabei sein, dass das hinhaut.

Es ist eine Investition. Aber ist das Ergebnis nicht den Aufwand wert? Vor allem, da gerade die Schüchternen bis auf wenige Ausnahmen doch sehr treu sind...

Treu? Das ist mir ziemlich egal, wenn ich ehrlich bin. Und mein Gedankenspiel geht eher so weit, dass die jüngeren Schüchternen nicht ein und aus wissen und die nächste nehmen, die sie bekommen. Das geht ein paar Jahre gut, sie gewinnen an Selbstbewusstsein, werden gestützt durch den sicheren Hafen der Beziehung. Und irgendwann sehen sie, dass auch andere Frauen sich auf einmal für sie interessieren. Und können nicht widerstehen. Weil sie das Gefühl nicht kennen, zu widerstehen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Also, das klingt jetzt von Seiten der schüchternen Männer aus auch ziemlich schlimm, aber das ist mein Gedankenexperiment zu diesen wirklich schüchternen Exemplaren (bitte nimm's nicht persönlich. Ich unterstelle dir natürlich überhaupt nichts. Das musste ich nur schreiben, wenn du mit dem Argument "treu" daher kommst. Ich überleg doch nicht, ob mir einer potentiell treu sein wird, wenn ich mich für wen interessiere).

Geht es hier um die selber Person von deinem anderen Thema?

Nee. Das ist ein ganz anderer. Bei dem will ich bitte NICHT landen...
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ich habe schon mit sehr schüchternen Menschen zu tun gehabt, aber so eine Nummer musste ich noch nie abziehen. Offensichtlich war das wohl nur die Spitze vom Eisberg, die ich gesichtet hatte. Wenn ich mir deinen Post durchlese, dann vergeht mir die Lust auf jegliches "Daten" :frown:

Mhh... entmutigen wollte ich dich damit eigentlich nicht... :grin:

Schau, ich habe natürlich einen Extremfall dargestellt. So verkorkst sind nur wenige. Zudem musst du bedenken: wenn sich wirklich jemand in dich verliebt, verleitet ihn das ja auch trotz Schüchternheit zum Handeln. Normal weitermachen geht da halt nicht mehr und genau das kannst du merken. Selbst Schüchterne können ihre Gefühle nicht ignorieren. Sie leiden halt nur mehr darunter, als eine offene Person die Spaß am Flirt hat.

Es ist eine Investition. Aber ist das Ergebnis nicht den Aufwand wert? Vor allem, da gerade die Schüchternen bis auf wenige Ausnahmen doch sehr treu sind...
"Treu" ist unglücklich formuliert. "Aufrichtig" trifft es besser!

Zudem muss ich dem Gedankenexperiment von der TS noch widersprechen: Es muss keineswegs so sein, dass sich schüchterne Exemplare Hals über Kopf in die Nächstbeste verlieben, nur weil diese ihnen auch mal Avancen macht.

Diese Männer können genauso hohe Ansprüche haben, wie andere Männer, die sich ihrer Wirkung aufs andere Geschlecht sicherer sind.

Was mit den Schüchternen aber oft einhergeht ist eine Sensibilität, die du bei "erfahreneren" Flirtexemplaren niemals finden kannst. Letztere wissen, dass du eine von vielen bist und machen sich vielleicht gerade deshalb nicht so einen Kopf. Das wirkt dann natürlich souveräner und lockerer im Umgang mit dir, kann auf der anderen Seite aber auch sehr flach sein.

Für eine schüchterne, verliebte Person bist du hingegen etwas außerordentlich "besonderes" und du wirst ihm unter Umständen mehr wert werden, als du das bei jemand anderen erreichen würdest.

Ich kann mir gut vorstellen, dass du das überhaupt nicht magst oder willst, aber letzten Endes gibt es trotz Charakterschwäche Schüchternheit auch noch andere Dinge, die ein schüchterner Mensch in sich tragen oder verbergen kann, die ihn für dich liebenswert machen können. Ob dir das dann die Mühe wert ist, mit dieser Macke fertig zu werden, obliegt deiner persönlichen Einschätzung.
 

Benutzer78662  (33)

Meistens hier zu finden
Naja, ist halt leider doof, Fuchs hat das schon auf den Punkt gebracht...ich glaube, man sollte vielleicht mal die Begriffe etwas abgrenzen.

Einen schüchternen Menschen "aus der Reserve zu locken" und zum Flirten zu bringen, ist ein Widerspruch in sich - ich verstehe Schüchternheit als ein Verhalten (oder eher Nicht-Verhalten :zwinker:), das aus Unerfahrenheit und Unsicherheit im Umgang mit anderen, besonders mit Fremden oder Angehörigen des anderen Geschlechts entsteht. (Eine 1. attraktive, 2. selbstbewusste und 3. fremde 4. Frau ist mithin praktisch der worst case als Gegenüber.) Das einzige, was man tun kann, ist ihm mit viel Geduld diese Unsicherheit zu nehmen und in "anzulernen".

Ich finde diese Aussage: "Ich stehe auf schüchterne Männer" einfach seltsam, weil Schüchternheit so betrachtet ja kein Wesenszug ist. Würde jemand sagen "Ich stehe auf Männer, die nicht singen können"?
Kann es nicht sein, daß Du eigentlich auf Männer stehst, die von ihrem Charakter her zurückhaltend, ruhig und eher introvertiert sind? Das kann mit Schüchternheit einhergehen, hat aber grundsätzlich damit nichts zu tun. Und bei so einem Exemplar kann es durchaus funktionieren, mit einem kleinen Arschtritt mehr aus ihm rauszukitzeln. Er "kann" es ja, braucht halt nur einen kleinen Anstoß, macht lieber nicht den ersten Schritt.
 
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