Wie mit Stress umgehen?

G

Benutzer

Gast
Hallo ihr Alle :winkwink:.

Ich weiß gar nicht, was ich mir genau von diesem Thread verspreche, vielleicht muss ich mir auch einfach mal gerade alles von der Seele schreiben.

Ich habe im Moment viel Stress in der Uni und kann nicht wirklich gut damit umgehen.

Hintergrundwissen:
Ich bin mit großer Wahrscheinlichkeit hochsensibel, oder habe zumindest eine starke Tendenz dazu, diagnostiziert wurde das aber noch nicht. Wem das überhaupt nichts sagt, findet da ganz schnell wirklich gute Internetseiten zu.
Anfang 2015 wurde bei mir nach einer qualvollen Woche voller Panikattacken, die mich immer wieder in depressive Abwärtsspiralen geworfen haben, eine Angststörung festgestellt, weswegen ich einige Monate eine Verhaltenstherapie gemacht habe und das seitdem relativ gut im Griff habe.
Dann hatte ich vor ca. drei Monaten einen Hörsturz (Auslöser war wohl Stress, wegen meines Umzugs), welcher relativ erfolgreich behandelt werden konnte. Seitdem habe ich allerdings das Gefühl, dass ich stärkere Ohrgeräusche habe (also bei Stille einen lauten Ton) und mache mir relativ schnell ins Hemd, dass sich das mit ddem Hörsturz wiederholt (ich hatte jetzt leider schon zwei extrem stressige Situationen, woraufhin mir die Ohren zugegangen sind und ich alles nur noch dumpf gehört habe. Das ging jedoch zum Glück wieder weg.

Zurück in die Gegenwart:
In drei Wochen habe ich Prüfungen und ich habe absolut keine Ahnung wie ich alles bis dahin schaffen soll.
Ich muss jetzt nicht alles aufzählen, aber es ist wirklich viel. Sowohl Präsentationen von Projekten, die über das ganze Semester gehen, als auch Klausuren. Zeitgleich muss ich mir noch ein Praktikum für die Semesterferien organisieren, was sich sehr schwierig gestaltet.
Ich kann nicht abschalten, denke immer an die Dinge, die ich noch nicht erledigt habe, fühle mich wie ein faules Stück Scheiße, wenn ich den Tag langsam angehe, aufs Arbeiten kann mich aber auch nicht wirklich konzentrieren, drifte ab, nur um dann mit einem Schrecken festzustellen, dass ich mich um dies, das Ananas noch kümmern muss und jetzt verdammt nochmal endlich reinhauen muss.

Dazu kommt, dass die Vorstellung, dass ich jetzt im gesamten nächsten Monat meine Familie und meinen Freund genau 2 Tage sehe, mich sehr sehr runterzieht. Ich weiß, muss ich durch und Andere sehen ihre Lieben viel weniger, aber ich brauche diese Zeit sehr, um meine Tanks aufzuladen und meine Anspannung etwas zu lösen. Dort ist einfach der Ort, an dem ich mich zu 100% geborgen fühle.
Ich studiere 4-5 Zugstunden weg und kann leider nicht mal eben vorbeischauen. Zumal mich Bahnfahren auch immer sehr ausknockt. Der Zeitverlust ist jetzt in dieser Phase einfach zu krass.

Ich denke im Moment oft, dass ich zu "schwach" bzw. zart besaitet für einfach alles bin und das ich diese Wochen nicht unbeschadet überstehe, wenn es so weitergeht. Augen zu und durch-Tipps werden mir nicht helfen, fürchte ich.
Alle, die wissen wie es mir geht, machen sich Sorgen um mich und sagen ich solle mir Hilfe holen, irgendwas ändern...

Wie soll so eine Hilfe aussehen?
Wie seid ihr durch die stressigsten Phasen eures Lebens gekommen?

(Gerade ziemlich verheulte) Grüße.
 
A

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Gast
Wäre es denn eine Option für dich, ein paar Kurse (bzw Präsentationen/Klausuren) einfach sausen zu lassen?
So hab ich das zumindest gemacht, als bei mir aufgrund der Depression nichts mehr ging. Meine Gesundheit war mir da doch wichtiger als ein paar Kurse, die sich auch spätestens in zwei Semestern wiederholen lassen ...
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ich denke, um Stress zu bewältigen bedarf es vieler kleiner Dinge. Den einen großen Mega-tipp wird man dir da nicht geben können. In deiner aktuellen Situation würde ich sagen:

1. Mach dir einen konkreten Lernplan. Du magst 3-4 wichtige Arbeiten/Klausuren vor dir haben, aber zu sehr zwischen diesen Dingen mental zu wechseln und alle Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten raubt eine Menge Energie. Finde heraus, was am dringlichsten ist und kümmere dich darum. Ignoriere den Rest. Sobald du diese eine Sache auf einem Niveau gebracht hast, wo du dich sicher genug fühlst, dass du es zumindest nicht komplett versaust, bewege dich zu der nächsten Sache und mache dort genau dasselbe. Das führt zu Punkt 2:

2. Manage deine Erwartungen: den meisten Druck und den meisten Stress macht man sich noch immer selbst. Womöglich musst du dich damit abfinden, dass die Dinge jetzt nicht alle nach Plan und optimal verlaufen werden. Das ist aber auch nicht unbedingt eine so große Katastrophe, wie du dir vorstellst. Es ist wichtig, dass du die Situation deeskalierst. Ein Problembewusstsein hast du ja bereits dafür und dir ist bewusst, was zu tun ist. Es ist unnütz, dich permanent daran zu erinnern.

3. Riskiere nie deine Gesundheit! Kein Mensch schert sich darum und jeder nimmt es für selbstverständlich an, denn solange man gesund ist, ist ja alles normal. Tatsächlich solltest du dich fragen, ob - was auch immer du erreichst - es wert ist, dass du dich womöglich nachhaltig schädigst. Sei gewissenhaft zu dir und mache dich nicht kaputt - in der Regel ist es das einfach nicht wert.

4. Regeneriere dich, ohne schlechtes Gewissen. Wenn du deine Familie und deinen Freund brauchst und dir diese Stärke geben, dann ist das etwas sehr gutes, was du nutzen solltest! In anbetracht deiner Hochsensibilität (vermutlich auch Introversion?) ist das genau das, was du benötigst. Sicherlich musst du dich etwas zwingen, anzufangen und das Prokrastinieren einzustellen (eine temporäre Sperre auf PL könnte behilflich sein... :tongue:), aber du kannst dir nicht sämtliche Energiequellen verwehren. Auf Dauer wird dir das nur deine Motivation zerbröseln. Das Ziel ist es nicht, möglichst viel Zeit für diese anstrengenden Tätigkeiten freizuräumen, sondern die Zeit, die du hast, effektiver zu nutzen.

Ich wünsche dir viel Erfolg! :thumbsup:
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Als es mir schlecht ging, habe ich auch die Reißleine gezogen und Prüfungen geknickt. In dem Zustand hätte ich die eh nicht so hin bekommen, wie es im Normalzustand der Fall gewesen wäre.
Ich würde dir das auch empfehlen. Mein Motto war da in etwa “Lieber 1, 2 Semester länger studieren, als jetzt kaputt gehen/noch kaputter gehen und am Ende mental komplett im Eimer zu sein. Lieber 1,2 Semester länger, mit besseren Noten, als jetzt durchzuziehen auf Teufel komm raus und “irgendwie bestehen“.
Gönn dir Auszeiten. Dein Kopf braucht Entspannung, auch, um Lernstoff und Co besser verarbeiten zu können.

Schläfst du genug?
 

Benutzer122781 

Planet-Liebe ist Startseite
ach Feniel lass dich erstmal drücken :knuddel::bussi:
erstmal vorweg: so beschissen es auch zzt alles sein mag - eine besserung ist absehbar. du hast eben gerade eine stressige phase. da kann man schon mal an seine grenze stoßen. mach dich jetzt nicht zusätzlich zum ganzen stress mit deinem kopfkino fertig, dass du nicht in der lage für irgendwas wärst. du packst das!

meine mechanismen mit extremen stress umzugehen sind äußerst ungesund und möchte ich auch daher nicht empfehlen :grin:
aber ein, zwei gedanken dazu...
wäre es vielleicht hilfreich wenn du für dich schriftlich eine art plan festhälst, was du wann wie erledigen willst? so isses auf papier und im bestfall raus ausm kopf, oder zumindest mindert es evtl. etwas den druck.

ansonsten, hast du es vielleicht mal mit entspannungstechniken versucht? autogenes training etc? ich denke, es wäre halt wichtig, dass zu zwischendurch auch wirklich mal abschalten kannst.

und könnte dein freund dich nicht vielleicht mal besuchen kommen? dann könntest du dir zumindest die fahrerei sparen.

tut mir leid, dass ich dir da nicht weitergehend wirklich helfen kann, aber ich hab dich immer als starke, reflektierte persönlichkeit erlebt. ich bin mir sicher, dass du auch das durchstehst!
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin mit großer Wahrscheinlichkeit hochsensibel, oder habe zumindest eine starke Tendenz dazu, diagnostiziert wurde das aber noch nicht.
HSP wird nicht diagnostiziert,es ist ja keine krankheit.

Ich kann nicht abschalten, denke immer an die Dinge, die ich noch nicht erledigt habe
schon entspannungstechniken versucht?da gibts eine menge,da ist für jeden was dabei;PMR,meditation,autogenes training...und das funktioniert selbst bei leuten wie mir,die sonst nie abschalten können (spreche aus eigener erfahrung,hab ja ADHS und bin auch HSP).
sport ist ebenfalls hilfreich.

fühle mich wie ein faules Stück Scheiße, wenn ich den Tag langsam angehe
an dieser einstellung musst du dringend arbeiten.du bist nicht faul,wenn du alles in deinem tempo und auf deine weise angehst!jeder ist anders und arbeitet anders und die zeit,die man für sich selbst braucht,ist von mensch zu mensch individuell verschieden.also nehm dir die zeit-denn das kommt dem arbeiten auch zugute.hetzt du dich und gehst gegen deine natur an,kann nichts gutes dabei rauskommen.
um deine einstellung dahingehend zu ändern,gibts etliche hilfen zur selbsthilfe-egal ob literatur oder auch im netz.zb gibts bei youtube auch gute videos zu diesen themen (also umgang mit stress,allgemein vieles zu HSP und auch wie man negative einstellungen sich selbst gegenüber ändert).

aufs Arbeiten kann mich aber auch nicht wirklich konzentrieren, drifte ab, nur um dann mit einem Schrecken festzustellen, dass ich mich um dies, das Ananas noch kümmern muss und jetzt verdammt nochmal endlich reinhauen muss.
wie gut kannst du dich denn allgemein konzentrieren?also hast du diese konzentrationsprobleme nur derzeit oder generell?(wobei stress die natürlich verstärkt,wenn man eh schon welche hat.)
und wie organisiert bist du so generell?strukturierst du deine arbeiten oder fängst du einfach wild drauflos einfach an?auch das kann man lernen,glaub mir-ich hab mich vom totalen chaoten zur strukturierten arbeitsweise umerzogen und bin inzwischen besser organisiert als einige "normalos" ohne ADHS...

Dazu kommt, dass die Vorstellung, dass ich jetzt im gesamten nächsten Monat meine Familie und meinen Freund genau 2 Tage sehe, mich sehr sehr runterzieht. Ich weiß, muss ich durch und Andere sehen ihre Lieben viel weniger, aber ich brauche diese Zeit sehr, um meine Tanks aufzuladen und meine Anspannung etwas zu lösen. Dort ist einfach der Ort, an dem ich mich zu 100% geborgen fühle.
verstehe ich völlig-bei mir siehts ähnlich aus bzw noch schlimmer.ich hab halt noch weniger gelegenheit,meine leute zu sehen bzw ist das bei mir dauerhaft so und nicht nur ab und zu.
mein rat wäre da:sag dir,dass die zeit bis dahin schnell umgeht.freue dich auf diese tage!und versuche generell,noch mehr für dich zu finden,bei dem du entspannen kannst und auftanken.und überbrücke phasen des starken vermissens dieser menschen mit telefonaten.

Ich denke im Moment oft, dass ich zu "schwach" bzw. zart besaitet für einfach alles bin und das ich diese Wochen nicht unbeschadet überstehe, wenn es so weitergeht.
schwach zu sein hat nix mit HSP zu tun!ja du bist zartbesaitet als HSP-aber hochsensibel zu sein,heißt nicht,schwach zu sein!im gegenteil.viele HSP leisten verdammt viel.denn wenn wir etwas schaffen,was normal-sensible auch tun,müssen wir viel mehr wegstecken und verbrauchen weitaus mehr energie,als es bei anderen der fall ist.
fakt ist,du brauchst einen ausgleich.am besten während dieser zeit,so gut möglich.ansonsten danach auftanken und ganz viel ruhe für die zeit nach dieser phase einplanen!

Wie seid ihr durch die stressigsten Phasen eures Lebens gekommen?
bisher leider nicht unbeschadet-abr da wusste ich auch noch nicht,wie ich mit diesen dingen umzugehen habe.derzeit lerne ich in einer therapie,besser mit solchen dingen umzugehen und vor allem-ganz wichtig mMn!-hab ich meine andersartigkeit und hochsensibilität vollkommen angenommen und tue halt ganz bewusst,was mir gut tut.zb verlasse ich selten das haus,weil ich leicht unter reizüberflutung leide und soziale kontakte mich anstrengen.also reduzier ich diese auf ein minimum.
außerdem setze ich so gut möglich bewusst alles ein,was mich entspannt:meditation,serien- und filme schauen,sex...

also man kann definitiv lernen,besser mir stress umzugehen;aber dieser muss halt auch so gut möglich vermindert werden.und man muss annehmen und akzeptieren (lernen),wenn man halt weniger belastbar ist als andere und sein leben eben danach ausrichten-alles andere macht krank.

nachtrag:weniger prüfungen einzuplanen bzw von vornherein weniger veranstaltungen zu belegen,ist natürlich der erste und mMn wichtigste schritt.nur weil manch andere vllt 10 prüfungen und kurse pro semester absolvieren,musst du das noch lange nicht auch tun.ich hatte nie mehr als 5 seminare pro semester und hab nach möglichkeit die ausgewählt,wo die prüfungsform (hausarbeit oder referat plus ausarbeitung) mir lag.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Denk daran, dass die Uni nichts für dich macht und dir deine Gesundheit nicht zurückgibt. Den Fehler, den man häufig macht, ist, dass man denkt, dass man keine Zeit für schöne Dinge einräumen kann. Jedoch würde gerade diese Zeit wohltuend wirken und du könntest im Anschluss konzentrierter und effektiver weiterarbeiten. Folglich würde ich an deiner Stelle mir bewusst Pausen nehmen und auch mal Stopp sagen, wenn es gar nicht mehr geht. Es bringt nichts, weiter zu arbeiten, wenn nichts mehr geht. Schlaf dann lieber 5h, lass dich von deinem Freund in die Arme nehmen, mache Sport etc., und du schaffst deine Prüfung immer noch.

Mir hat es im Studium enorm geholfen, mir einen fixen Zeitrahmen zu setzen, in dem ich arbeite. Mein Tag sah, gerade am Ende des Studiums, wie ein normaler Arbeitstag aus und abends nahm ich mir vor nichts für die Uni zu machen, sondern Zeit für Freunde und Hobbies zu haben. Zwar gab es die ein oder andere Nachtschicht, aber das Ziehen von Grenzen war für mich wichtig, um nicht nachhaltig unter dem Stress des Studiums zu leiden.

Und lass dich nicht von deinen Kommilitonen verrückt machen. Sie kochen auch nur mit Wasser und arbeiten nicht so viel, wie sie vorgeben zu tun. :zwinker: Oder nutzen unerlaubte Hilfsmittel (z.B. Ritalin), was auch nicht die beste Lösung ist.
 
G

Benutzer

Gast
Wäre es denn eine Option für dich, ein paar Kurse (bzw Präsentationen/Klausuren) einfach sausen zu lassen?
Ich habe dieses Semester von Anfang an schon ein Fach weniger gemacht, weil ich wusste, ich schaff eh nicht das "Regelstudienzeit-Pensum". Die meiste Arbeit sind definitiv zwei Gruppenarbeiten, die auch zusammenhängen, da sie den gleichen Raum behandeln. Das kann und will ich auf keinen Fall sausen lassen.
Außerdem habe ich in den letzten Semestern auch schon einiges angesammelt, was ich noch nachmachen muss (Zwei Projekte und ein Fach, was über zwei Semester geht), deshalb habe ich so langsam das Gefühl den Überblick zu verlieren :frown:.
Da meine Uni gerade meinen Studiengang neu akkreditiert (statt Bachelor 6. Semester, gibt es nach meinem Semester jetzt den Bachelor 8. Semester), geht Vieles drunter und drüber und du kannst nicht genau wissen, wann du was nachmachen kannst, weil die Uni einfach ziemlich unorganisiert ist.
Ich will mein Studium auch nicht zu sehr in die Länge ziehen, weil ich evtl noch etwas Anderes danach studieren und mit meinem Freund zusammen ziehen will. 1-2 Semester länger zu studieren ist auf jeden fall der Plan, aber ich will es eigentlich nicht 3-4 werden lassen.
Das ist immer so ein Seiltanz zwischen: "Ich will nicht ewig studieren, weil ich wieder in meine Heimat will." und "Ich will mir nicht zu viel aufhalsen, weil ich sonst kaputt gehe." Ich finde einfach keine Balance. Und in Phasen wie dieser hier bin ich einfach nur unglücklich.



SchafForPeace SchafForPeace Schlafen tue ich genug, aber zurzeit nicht besonders erholsam. Ich träume sehr intensiv und oft lässt mich das Geträumte erstmal nicht los, weil es sich noch real anfühlt.

Allgemein zu der "Auszeit"-Sache:
Meine Hauptenergiequelle ist mir halt im Moment leider nicht zugänglich. Dieses Wochenende sind eh alle beschäftigt, da brauche ich mich gar nicht in den Zug setzen, nächstes bin ich dann wieder für den Abiball meines Bruders zu Hause und kann die Leute sehen :smile:herz:smile:, das Wochenende danach ist das Wochenende vor den Prüfungen, da kann ich auf keinen Fall nach Hause und mich sollte auch keiner besuchen :sorry:. Mir die Zeit nehmen und mit meinen Lieben zu telefonieren, sollte ich aber mal fest einplanen. Abends vorm Schlafen wäre das sicher gut.

Fuchs Fuchs Sich bewusst zu machen, was Priorität hat und sich danach zu richten ist auf jeden Fall schonmal gut. Das mit dem Lernplan kann ich mal versuchen, könnte sich aber schwierig gestalten, da in diesen Gruppenarbeiten immer wieder Unvorhersehbares dazukommt. Hatte zB schon ein Detail erarbeitet in den letzten Wochen, was aber bei der Zwischenpräsentation diese Woche komplett rausgeflogen ist. Gut fürs Konzept, beschissen für mich - Alles auf Anfang. Ich könnte mir also höchstens einen Plan machen, dass ich bestimmte Fächer zu bestimmten Zeiten mache, das aber nur schwer im Detail aufschlüsseln. Aber vielleicht bringt mir das ja schon was :smile:.

Mir hat es im Studium enorm geholfen, mir einen fixen Zeitrahmen zu setzen, in dem ich arbeite. Mein Tag sah, gerade am Ende des Studiums, wie ein normaler Arbeitstag aus und abends nahm ich mir vor nichts für die Uni zu machen, sondern Zeit für Freunde und Hobbies zu haben.
Ich habe das Gefühl, dass ich einfach ständig eine Pause gebrauchen könnte. Ich habe ja auch leider noch Veranstaltungen, laufe zur Uni hin und dann wieder zurück und dann wieder hin... Ich weiß nicht, ob es für mich stressfreier wäre mich dann immer direkt wieder an den Schreibtisch zu setzen und dann den Abend frei zu haben, anstatt mir zwischendurch Pausen einzuräumen und abends noch zu arbeiten.

Meine Kommilitonen sind auch super gestresst. Aber die (meisten denke ich) bekommen zumindest keine Panikattacken, den nächsten Hörsturz oder das Gefühl sich selbst zu verlieren, weil man nichts mehr fühlen kann, außer Anspannung :sorry:.
Alle sind gestresst, aber irgendwie werden sie es schaffen. Da bin ich mir bei mir nicht so sicher...


MissBukowski MissBukowski Danke für deine lieben Worte :ashamed::rose:.
meine mechanismen mit extremen stress umzugehen sind äußerst ungesund und möchte ich auch daher nicht empfehlen :grin:
Würde mich trotzdem interessieren :grin:.
Mein Freund kann mich leider nicht besuchen, wie ich eben schon geschildert habe, aber wir haben vorhin zweimal spontan telefoniert, weil er mir bei meinen Praktikumsbewerbungen geholfen hat. Das war irgendwie auch mal schön und hat gut getan :smile:. Ich glaube ich schlage ihm vor, dass wir uns zwischendurch mal spontan anrufen, wenn es passt und es was zu erzählen gibt. Immer nur bei Whatsapp zu schreiben ist eben nicht das Wahre und abendliche Telefonate à la "Na wie war dein Tag so?" geben mir auch nicht so viel. Viel besser ist es, wenn ich wie heute das Gefühl habe, er ist gar nicht so weit weg, wenn ich einfach mal mitten am Tag anrufe und wenn es nur für 10 Minuten ist.

Autogenes Training habe ich schonmal zum Einschlafen ausprobiert, hab aber was besseres für mich gefunden (also zum Einschlafen).
Zum Runterkommen oder Fokussieren wüsste ich jetzt keins. Hat da jemand eine Empfehlung, was ihm gut gefallen hat auf Youtube oder eine wirklich lohnenswerte CD oder so? Sonst probier ich mich vielleicht mal durch.
In meiner Therapie habe ich gelernt, mich durch bewusstes Atmen wieder runterzubekommen, manchmal versuch ich es auch damit, wenn sich die Gedanken in meinem Kopf überschlagen.

Felicia80 Felicia80 Auf deine Antwort hatte ich ja besonders gehofft, weil ich wusste, dass du auch hochsensibel bist :rose:.
Zu den Entspannungstechniken habe ich ja gerade schon was geschrieben, aber vielleicht hast du ja sowas wie ne Top3, die du mir ans Herz legen kannst :grin:?
wie gut kannst du dich denn allgemein konzentrieren?also hast du diese konzentrationsprobleme nur derzeit oder generell?
Hmm, also wenn ich etwas interessant finde, kann ich mich super konzentrieren, wenn mich etwas langweilt, oder ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, dann schweife ich schnell ab mit meinen Gedanken und es fällt mir schwer die Konzentration wiederzufinden. Denke aber, das geht vielen Leuten so.
und wie organisiert bist du so generell?strukturierst du deine arbeiten oder fängst du einfach wild drauflos einfach an?
Bei den Projekten und Klausuren habe ich eine unterschiedliche Herangehensweise. Bei Projekten ist ja auch ganz viel Recherche und Ausprobieren und wieder verwerfen usw usw. Da lasse ich es eher auf mich zukommen. Bei Klausuren erstelle ich mir Lernzettel und gehe die dann immer wieder durch.
also man kann definitiv lernen,besser mir stress umzugehen;aber dieser muss halt auch so gut möglich vermindert werden.und man muss annehmen und akzeptieren (lernen),wenn man halt weniger belastbar ist als andere und sein leben eben danach ausrichten-alles andere macht krank.
Das fällt mir noch schwer... In Phasen wie diesen kann ich das auch nicht als Segen ansehen. Ich habe in meinem Kopf ein quengelndes Kind, was "Ich will, ich will, ich will aber "normal" sein", kräht. dabei weiß ich, dass das Quatsch ist. Was ist schon normal? Jeder hat sein Päckchen und das ist halt meins. Und die meiste Zeit gehts mir ja auch richtig gut und ich bin glücklich.
Aber in solchen Phasen wie dieser bin ich wirklich ein anderer Mensch. Gestern und heute waren richtig mies. In der Vorlesung habe ich nichts mitbekommen, weil ich meine Panik niederkämpfen musste. Mehrmals heimlich geheult. Rumgelaufen wie eine leere Hülle, unfähig irgendein schönes Gefühl dauerhaft festzhalten.
Jetzt ist es etwas besser, weil ich mich um das Praktikum kümmern konnte :smile:. Mal sehen wie morgen wird.

Tut mir leid, dass das jetzt so unstrukturiert geworden ist :seenoevil:.
Und lieben Dank für alle Antworten!
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Weißt du, Feniel, jeder ist anders. Am Anfang bin ich z.B. noch zwischenzeitlich heim gegangen und habe dort gearbeitet oder war einkaufen/kochen etc. Nichtsdestotrotz ging durch die Zeit nach Hause viel Zeit verloren. Später setzte ich mich in der Uni einfach ne halbe Stunde hin und arbeitete und ging vorher in die Mensa. Eine halbe Stunde Arbeit oder keine Arbeit macht viel aus. Ein Studium hat viel mit Selbst- und Zeitmanagement zu tun. Wenn du viele Pausen brauchst, dann ist das eben so. Wenn du nach jeder Pause effektiver arbeitest, wie wenn du keine machst, ist das doch super! :smile:.

Bei Gruppenarbeiten habe ich immer versucht, so schnell wie möglich mit der Gruppe zu klären, wer welche Aufgabe übernimmt. Klar, du stehst dann als Streber da und nervst unmotiviertes Leute, aber für seinen eigenen Kram ist man selbst verantwortlich, wenn man den Zeitplan nicht einhält. Bei Gruppen leiden alle Mitglieder darunter.

Hat deine Uni eine psychologische Beratung? Vielleicht kannst du dich dort mal hinwenden. Dort kennt man sich mit solchen Problemen aus. Anderen geht es auch so.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hallo von mir, einer Langsam-Studentin :grin: ,

lass dich mal drücken. Was studierst du denn?
Ich selbst habe ja eine Naturwissenschaft mit viel Labor studiert, was wirklich viel, viel Arbeit bedeutete. Vormittags Vorlesung, nachmittags Labor und danach noch Protokolle schreiben, gehörte oft zur Tagesordnung. Ich erinnere mich noch an einen Tag in der Uni in den ersten Semestern, da hatten wir die Einführungs ins Biochemie-Praktikum - eigentlich alles gechillt, weil da nur Organisatorisches geklärt wird, die Sicherheitsbelehrung besprochen wird, etc. Ich hatte während der ganzen Stunde aber schon Tränen in den Augen und bin dann, als sie vorbei war, ins Auto gestiegen, auf einen Berg gefahren und habe erst mal bitterlich geheult. Mir war das einfach alles viel zu viel. Ich hatte das Gefühl, alle um mich herum kämen mit dem Druck super klar und hätte keine Probleme - außer mir. Du bist also nicht die Einzige, die wegen des Studiums schon komplett verzweifelt ist.
Mein Tipp: Finde DEINEN Weg.
Ich habe z.B. nur die Vorlesungen besucht, die wirklich nötig waren. Ich persönlich habe einige Vorlesungen nicht EINMAL (!) besucht, sondern lieber zu Hause mit Buch gelernt. Gute Noten hatte ich trotzdem. Ich finde es viel entspannter zu Hause in Ruhe einige Stunden zu lernen, als zwei Stunden in einer Vorlesung zu sitzen. Ich nehme durch Hören aber auch sehr wenig auf.
Lass dich nicht von anderen verunsichern. Jeder hat sein Tempo. So what, wenn du eben länger brauchst? Mir war es lieber entspannt zu studieren, gute Noten zu bekommen und mir eben Zeit dafür zu lassen, als durch's Studium zu hetzen und womöglich nach einem Drittversuch um 4. Semester exmatrikuliert zu werden. Klar, die Überflieger gibt es immer. Aber man kann sich nicht zwingen etwas zu sein, was man nicht ist.
Lass dir Zeit! Ich habe für meinen Bachelor acht Semester gebraucht. Aber das bereue ich nicht. Das war so viel entspannter. Den Abschluss hatte ich danach trotzdem in der Tasche. Eben ein Jahr später. Mir tat es sooo gut mich nicht reinzustressen.
Und überleg dir gleich zu Anfang des Semesters, was/ob du schiebst. Schlimm ist es, wenn man vor hat alle Klausuren zu schreiben, aber erst zum Schluss merkt, dass das alles nicht hinhaut und dann womöglich keine schreibt. Dann lieber auf drei GUT lernen und die anderen zwei am Wiederholungstermin schreiben.
Finde heraus, wie du gut lernen kannst. Ich male mir, wo immer es geht, Bildchen ins Skript. Merk' mir das so einfach besser. Vielleicht bist du eine, die gut lernt, wenn sie Dinge zusammen fasst, abschreibt, sie sich oft durchliest,...
Und dann würde ich auch noch gucken, ob dein Studium auch das ist, was du wirklich machen willst. Jedes Studium ist anders, hat einen anderen Lernaufwand und nicht immer ist es das, was man eigentlich dachte.

Du schaffst das! :smile:

LG
vry
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Ich habe meine Angst- und Depressionserkrankung mit mehreren Dingen in den Griff bekommen.

Psychotherapie, regelmäßiger Sport, stabile Schlafzeiten, bewußte Ernährung und Kochen, handyfreie Zeiten, klare Definition und Einhaltung von "Feierabend", Entspannungstechniken wie PMR jnd nicht zuletzt das Absagen von allen Terminen, bei denen mein Bauch nicht direkt Yay geschrien hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Benutzer

Gast
Später setzte ich mich in der Uni einfach ne halbe Stunde hin und arbeitete und ging vorher in die Mensa.
Mache ich manchmal auch wenn es nicht anders geht, wir zB gerade mit der Gruppe in der Uni arbeiten oder so :smile:. Zur Regel soll das aber auf keinen Fall werden, da ich vieles nicht so gut vertrage und für mich zu kochen bzw. auf meine Ernährung zu achten mir ein gutes Gefühl gibt. Wenn ich dafür keine Zeit finde, läuft was falsch.

Mit den Pausen muss ich mal etwas rumprobieren. Morgen habe ich keine Veranstaltung in der Uni, kann also den ganzen Tag zu Hause bleiben und meinen Arbeitstag frei gestalten, ohne gezwungenermaßen pausieren zu müssen, oder mich erstmal von einer Veranstaltung erholen zu müssen.

Eine psychologische Beratung gibt es leider nicht an meiner Uni.

vry en gelukkig vry en gelukkig
Ich studiere Innenarchitektur :smile:. Das ist auch defintiv das, was ich machen will und ich bin immer wieder begeistert wie Gelerntes mich positiv beeinflusst.
Ich hatte das Gefühl, alle um mich herum kämen mit dem Druck super klar und hätte keine Probleme - außer mir. Du bist also nicht die Einzige, die wegen des Studiums schon komplett verzweifelt ist.
:knuddel:

So what, wenn du eben länger brauchst?
Zu diesem Zwiespalt hatte ich auch schon was geschrieben. Ich mache ja schon geplant länger, was mir auch absolut nichts ausmacht, kann überhaupt nicht verstehen warum manche in meinem Studiengang die Regelstudienzeit durchprügeln wollen :hmm:. Nur würde es mir sehr viel ausmachen, wenn ich noch länger brauchen würde, weil das meiner Zukunftsplanung gegen den Strich geht. Mein Freund und ich sind seit 5 Jahren ein Paar und fiebern extrem dem Zusammenwohnen bzw. dem Ende unserer Wochenendbeziehung entgegen.

Mein Studium besteht zum größten Teil aus Projektarbeiten. Klausuren für die man ganz klassisch lernen muss, stressen mich relativ wenig, da kann ich wenigstens realistisch abschätzen wieviel Zeit ich dafür aufwenden muss und kann mir auch schnell Dinge merken.
Diese Projekte sind allerdings heftig.
 
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