Freunde Wie man aus einem Elefanten eine Mücke macht...Oder: Lernen, die eigenen Bedürfnisse zu beachten...

Benutzer20579  (37)

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Liebe Leute,

ich muss mich auch mal wieder beklagen. Seit gestern grüble ich sehr viel über mich und mein Umfeld nach und ich stelle zunehmend fest: So geht es irgendwie nicht weiter.

Ich hatte eigentlich gedacht, nach meinen letzten Jahren mit meinem depressiven Ex und den übrigen Leuten, deren Leben ich immer mal wieder mehr oder weniger organisiert habe, wäre ich schlauer geworden und würde endlich mal lernen, auf mich selbst zu achten.

Trotzdem merke ich, dass ich manche meiner Dämonen noch nicht los bin. Das äußert sich darin, dass ich nicht klar sage, was ich will, mich unklar ausdrücke, meine Bedürfnisse hinten anstelle, mich für alles und jeden verantwortlich fühle und am Ende wegen Kleinigkeiten austicke, weil irgendwas der letzte "Tropfen" war.

Großes Kernproblem, was ich im Moment habe, ist eigentlich meine OP und die dazugehörige Genesungsphase. Ich bin vor 4 Wochen am Kiefer operiert worden und die Genesung geht sehr schleppend voran. Ich habe häufig Schmerzen, ich kann nicht richtig essen (ich darf nichts (!) kauen), ich habe den Mund erst mit einer Schiene, jetzt mit Gummis verschließen müssen, sprechen ist schwierig, küssen ist schwierig...und dazu kommt, dass meine Unterlippe, mein Kinn und die Seiten des Unterkiefers noch teilweise taub sind.

Die OP ist optimal verlaufen und es wird auch alles gut werden, dennoch plagen mich eben Ängste, Sorgen und die Alltagswidrigkeiten im Moment enorm.

Und was mich wirklich, wirklich sehr belastet, ist die teilweise fehlende Empathie in meinem Umfeld.

Sei es, dass mir eine Arbeitskollegen noch ins Krankenhaus eine ellenlange SMS mit einer Arbeitsfrage geschickt hat. Das fand ich schon eine ziemliche Unverschämtheit, zumal es keine wichtige Frage war.

Dazu kommen einige Freunde, die mich im Moment wirklich enttäuschen. Da kommen jetzt einige Beispiele:

Mit einer sehr alten Freundin wollte ich mich vorher noch treffen. Wir haben im letzten Jahr stundenlang über ihre Probleme geredet, ich habe sie angerufen, bin ein Wochenende hingefahren...alles nur, um ihr zu helfen. Wir haben auch über meine OP geredet. Eine Woche vorher wollten wir uns treffen. Ich schrieb, dass nur das eine Wochenende ginge, weil ich danach im Krankenhaus wäre. Ihr Kommentar: "Hoffentlich nichts Ernstes!" Ich schrieb ihr, was los wäre, es kamen ähnlich unverständige Antworten, bis sie dann Bescheid wusste. Wie viele Freunde hat man, die schwere Kiefer-OPs brauchen, dass man sich sowas nicht merken kann? Erst Recht, wenn man regelmäßig drüber redet? Gut, sei es drum. Eine Woche vorher schrieb sie dann, ob wir unser Treffen um eine Woche verschieben könnten. Ich schrieb, dass ich da ja im Krankenhaus wäre. Darauf kam dann nicht mehr viel. Seitdem hat sie sie nicht gemeldet. Eine andere Freundin möchte, dass wir diese Freundin im Dezember besuchen. Ich habe keinen Bock, zu jemandem zu fahren, der sich nicht mal erkundigen kann, wie es mir eigentlich geht. Meine Güte, das war keine Weisheitszahn-OP. Das war schon echt harter Tobak. Und alle wussten, dass das echt keine leichte Nummer wird. Wir haben eine Woche vorher geschrieben. Und jetzt soll ich auf Adventskaffee und so tun, als ob das okay wäre, dass sie sich nicht gemeldet hat? Ich habe noch nie was gesagt, aber so langsam reicht es mir. So stelle ich mir keine Freundschaft vor.

Das weitere Beispiel betrifft zwei weitere Freunde. Von einer habe ich auch ehrlich gesagt nicht unbedingt erwartet, dass sie sich meldet. Allerdings habe ich mit ihr einen Tag vor der OP noch geschrieben. Einen. Seitdem habe ich nichts mehr gehört. Wir arbeiten im gleichen Haus, sehen uns mehrfach die Woche. Ich bin seit 4 Wochen krankgeschrieben und sie meldet sich einfach gar nicht. Das ist doch total komisch.

Zu dieser Gruppe gehört ein weiterer Freund. Der sich im letzten Jahr als mein "bester Freund" bezeichnet hat, egal, wo wir waren. Wir waren viel unterwegs, bevor ich meinen neuen Freund kennengelernt habe. Seitdem meldet er sich nicht mehr. Ich vermute, dass er sich eventuell Hoffnungen gemacht hat, aber sicher weiß ich es nicht. Der hat nun jedenfalls meinen Freund letztens unterwegs getroffen. Mein Freund erzählte ihm von der OP. Daraufhin hat dieser Freund doch kackendreist behauptet, dass er ja wüsste, dass die OP gut gelaufen wäre - von eben besagter anderer Freundin, die sich ja auch bei mir nicht gemeldet hat. Da sich beide nicht gemeldet haben, interessant, dass er das von ihr wissen möchte. Dazu kam dann noch der Kommentar: "Ach, was unsere Hexe nicht alles für die Schönheit tut!" - das finde ich wirklich verletzend, weil ich jahrelang Schmerzen hatte und die OP medizinisch notwendig war - und das weiß er auch.

Letztendlich muss ich sagen, dass ich im Moment wegen dieser Leute einfach total verletzt bin. Ich habe eine Woche im Krankenhaus gelegen, hatte Schläuche, die das Blut abführen, eine Magensonde und konnte meinen Mund keinen Milimeter öffnen. Spaß hat das nicht gemacht. Aber ich habe natürlich wie immer gute Miene zum bösen Spiel gemacht und jedem, der gefragt hat, erzählt, es wäre okay. Der engste Kreis weiß natürlich, wie es aussieht und die waren auch alle sehr lieb zu mir. Trotzdem sitze ich seit einigen Tagen hier und könnte nur noch heulen - die ganzen angestauten Emotionen, das kommt jetzt alles durch.

Ich habe das Bedürfnis, bestimmte Menschen rigoris auszusortieren. Zu sagen, dass es mich ankotzt. Ich habe oft überlegt, ob ich das Wort "Freund" überhaupt tippen möchte, aber ja, eigentlich waren es Freunde von mir. Und ich bin mit dem Wort nicht sonderlich großzügig. Ich erwarte keine Wunder, ich erwarte nicht, dass jemand an meinem Bett sitzt und Händchen hält. Aber ein "Hey, wie ist es gelaufen? Lebst du noch? Gute Besserung!" - das wäre doch okay.

Mein neuer Freund ist der Meinung, ich hätte für alle diese Leute Ausreden und Erklärungen - A ist vergesslich, B hat Angst vor Krankheiten, C ist verknallt und kann damit nicht umgehen. Aber irgendwie ist das bei mir so: Wer einmal in meinem Freundeskreis ist, zu dem bin ich loyal. Den nehme ich in Schutz, wenn jemand lästert, für den habe ich Erklärungen, wenn er sich doof benimmt. Und dann werde ich auch zur Löwin, wenn die jemand kritisiert. Aber irgendwie merke ich: Ich weiß gar nicht, warum ich jeden in Schutz nehme. Vermutlich möchte ich einfach mit zu vielen Leuten gut klarkommen. Und ich habe Angst, dass mir die Leute wegbrechen, wenn ich mal wirklich meine Meinung sage.

Die Tatsache, dass sich die Leute jetzt nicht gemeldet haben, ist nicht alles. Es ist einfach der Tropfen, der gereicht hat. Das, was mich jetzt irgendwie trifft. Ich habe Arbeitskollegen, die hier mit Blumensträußen stehen und Pudding auf meinen Schreibtisch gestellt haben, ich habe Leute aus dem Fitnessstudio, die sich erkundigen, ich habe Arbeitskollegen von Bekannten von Verwandten, die nachfragen. Und ich habe Leute, mit denen ich Jahre meines Lebens gestaltet habe, die nicht mal nachfragen.

Und ich bin einfach zu feige, das Thema zu addressieren. Stattdesssen rege ich mich fürchterlich auf, wenn jemand meinen Bierkasten im Supermarkt nicht annimmt. Gestern war ich einen Tag völlig aufgelöst, weil jemand aus der WG unter mir sich beschwert hat, dass ich sonntags nachmittags staubsauge. Nachdem genau DIESE WG am Samstag unendlich laut Party gemacht hat und um 1 Uhr laut lärmend durchs Treppenhaus Richtung Innenstadt gezogen ist. Ich habe sogar gestern noch in der Hausordnung geguckt, wann Ruhezeiten sind, nur um mich zu vergewissern, dass ich staubsaugen DURFTE. Das bin ja alles nicht ich.

Ich bin grundsätzlich ein total entspannter Mensch, der von allen Seiten hört, wie unkompliziert er ist. Und im Moment fühle ich mich einfach nur total angeschlagen und völlig überempfindlich.

Vielleicht hat ja jemand mal einen Rat für mich - wie ich mich weniger über Idioten ärgere, die ich eh nicht ändern kann - und endlich mal den Mut finde, mich dort zu beklagen, wo mich wirklich was stört. Und wenn jemand einen Formulierungsvorschlag hat, wie ich auf meine besagten Pappnasen-Freunde zugehen kann, wäre ich auch dankbar.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Gute Besserung (wiederhin)! :zwinker:

Ich weiß nicht, ob dir ein Formulierungsvorschlag so viel hilft. Solche Gespräche laufen doch für gewöhnlich nicht nach "Masterplan" ab. Vielleicht ist es dieser Anspruch, das perfekt rüberzubringen, der dich daran hindert es zu tun? Ich finde nicht, dass man unbedingt die perfekten Worte finden muss. Wichtiger wäre es, überhaupt darüber zu reden und es ihnen klarzumachen, wie sehr dich das verletzt.

Ob du sie als deine Freunde aussortieren solltest, musst du selbst wissen. Aber einfach darüber hinweg sehen ist ja nicht die einzige Alternative :zwinker:.

Würde es dir vielleicht leichter fallen, ihnen in schriftlicher (oder digitaler) Weise zu sagen, was dich stört und wo du von ihnen enttäuscht bist?

Oder, noch eine Nummer kleiner (aber immerhin ein Anfang!): NICHT behaupten, es sei ok. Denn wenn es nicht ok ist, ist es das eben nicht. Könntest du dir das vorstellen? Vielleicht auch erstmal auf Abstand gehen, und der anderen Freundin ohne weitere Begründung mitteilen, dass du nicht zu der einen Freundin fahren möchtest. Damit musst du niemanden konfrontieren, aber schaffst trotzdem schon einen gewaltigen Unterschied zu "guter Miene zum bösen Spiel".

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Andere Sache: Mit wem (außer deinem Freund und uns) redest du über diese Dinge, die dich stören?
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Von mir auch gute Besserung!

Ich kann dir auch nur raten: Sag etwas (wenn es wieder geht :zwinker:). Z. B. zu diesem Besuch, der dir so scheinheilig vorkäme: Sag der Freundin, die mit dir diese andere Freundin besuchen will, dass du gerade wirklich keine Lust hast, da hinzufahren, da diese sich nicht mal nach der OP nach dir erkundigt hat und du sehr enttäuscht bist. Warum solltest du sowas nicht sagen? Das ist doch nachvollziehbar.

Selbst wenn dann mal jemand so reagieren sollte, dass dein Denken vielleicht nicht ganz seinen Maßstäben entspricht ("Sowas kann man doch mal vergessen." o. ä.): Dann ist es eben so. Ist dann wirklich was dabei? Warum traust du dich nicht, das Problem anzusprechen?
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ja, ich weiß auch, dass das mit dem Aussortieren jetzt krass klingt. Aber es ist ja nicht nur das. Ich ärgere mich über diese Leute seit Jahren immer mal wieder, aber ich räume das dann beiseite, vergesse das wieder - und irgendwann kommt das dann eben mit anderen Sachen wieder hoch. Ich weiß, dass das der falsche Umgang damit ist.

Ich bin halt relativ harmoniebedürftig und denke, ich stelle mich zu sehr an.

Das habe ich in allen Bereichen - ich möchte nie jemanden vor den Kopf stoßen, erst Recht nicht wegen Dingen, die "nur mich" betreffen. Aber irgendwie reicht es bei bestimmten Leuten eben langsam. Gerade wenn sich jemand als bester Freund aufspielt, wir wirklich nächtelang irgendwo gesessen und uns alles erzählt haben - und dann kommt immer noch der Kram mit der Schönheitsop. Da platzt mir langsam der Kragen, erst Recht, wenn die Tatsache, dass er schon von der anderen gehört hat, wie es mir geht, offensichtlich gelogen ist. Und behauptet noch, er hätte mich nicht erreicht - er hat zwei Telefonnummern von mir und es gibt ja nun ausreichend andere Kanäle - die er auch bedienen kann, wenn es um ein Feierabendbierchen geht oder sonstiges. Mein Freund kam sich auch mehr als veralbert vor, weil er ihm die Lüge angemerkt hat. Und wieso meldet man sich dann nicht zumindest am gleichen Tag?

Ich meine, mir ist klar, dass mir keiner meine Konflikte abnehmen kann. Ich will auch nicht, dass ihr mir diktiert, was ich sagen soll. :zwinker: Aber Ideen, wie man sowas angeht wären gut. Ich bin eben normalerweise relativ sachlich und löse Konflikte auch eher rational - was dann aber häufig auch unfreundlich rüberkommt. Daher halte ich mich meistens dann doch zurück, weil die meisten Leute auf klare Worte nicht klarkommen. und warte ab, ob es besser wird. Was natürlich auch kein Gewinn ist.

Zum Thema "sagen, das alles okay ist": Da bin ich schon besser drin geworden. Ich schone da eher meine empfindliche Mutter und meinen überbesorgten Freund. Die Leute, die ehrliche Antworten abkönnen, kriegen die mittlerweile auch - das übe ich zumindest. Auch den Arbeitskollegen habe ich klargemacht, dass das keine leichte Nummer war, alleine schon, damit keiner denkt, dass ich hier blau mache.

Ansonsten habe ich außer meinem Freund hier so etwa 3 Leute vor Ort, die mich ungefiltert erleben und bei denen ich mich auch so gebe, wie ich bin. Da bin ich dankbar für, da ich doch merke, dass ich mehr Masken trage, als ich möchte.

J JunoPeaks . Danke, du hast natürlich recht. Aber wenn ich der einen Freundin sage, dass ich von der anderen enttäuscht bin, kommt das natürlich auch blöd. Und natürlich, dass Leute das vergessen, ist kein Ding. Ich bin normalerweise nicht pingelig. Aber wenn ich jemandem noch in der Woche davor sage: "Die OP ist am ..." und dann kommt gar nix - dann ist das komisch. Erst Recht, wenn das eben schon häufiger so war - und ich dann die bin, die 100km fährt, weil sie eine Kackwoche hatte und weinend zu Hause sitzt. Ich rechne sowas nicht auf. Aber das Gleichgewicht simmt so einfach nicht.
 
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Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Gerade wenn sich jemand als bester Freund aufspielt, wir wirklich nächtelang irgendwo gesessen und uns alles erzählt haben - und dann kommt immer noch der Kram mit der Schönheitsop. Da platzt mir langsam der Kragen, erst Recht, wenn die Tatsache, dass er schon von der anderen gehört hat, wie es mir geht, offensichtlich gelogen ist. Und behauptet noch, er hätte mich nicht erreicht - er hat zwei Telefonnummern von mir und es gibt ja nun ausreichend andere Kanäle - die er auch bedienen kann, wenn es um ein Feierabendbierchen geht oder sonstiges. Mein Freund kam sich auch mehr als veralbert vor, weil er ihm die Lüge angemerkt hat. Und wieso meldet man sich dann nicht zumindest am gleichen Tag?

Ich lerne das auch gerade erst langsam, aber man sollte versuchen, sich anzugewöhnen, soetwas genau dann zu sagen. Leider bin ich öfter so perplex und ungläubig, dass ich es nicht kann, aber ich arbeite daran und du kannst das sicher auch tun :zwinker: Leider gibt es natürlich Sachen, die sich nicht so leicht äußern lassen, weil sie eben auf (wahrscheinlichen) Vermutungen basieren, aber auch das kann man versuchen. Beispielsweise in diesem Fall hättest du sagen können:

"Du weißt genau, dass die OP medizinisch notwendig war und das war ganz sicher kein Spaß für mich. So ein Witz ist für mich ziemlich verletzend"; "Dass du es von X gehört haben willst, wundert mich aber/kann ich mir nicht vorstellen, sie weiß gar nichts davon."; "Dass du mich nicht erreichen konntest, bezweifle ich ehrlich gesagt - das hat doch sonst auch immer geklappt, schließlich hast du zwei Telefonnummern von mir."

Manchmal kann es gut tun, einfach zu zeigen, dass man nicht jede Lüge schluckt und nicht alles mit sich machen lässt. Natürlich kann dieser Freund entgegnen "Hey, das war doch ein Witz, sei doch mal lustig. Du musst es mir ja nicht glauben, aber ich hab es wirklich von X gehört und ich wollte dich wirklich erreichen." - Aber selbst wenn du dann nichts mehr sagst weiß er eben, dass du ihm nicht einfach alles abkaufst (und im Idealfall sagst du "Nein, ein Glück muss ich dir nicht alles glauben und nicht über alle Witze lachen.").
 
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Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich meine, mir ist klar, dass mir keiner meine Konflikte abnehmen kann. Ich will auch nicht, dass ihr mir diktiert, was ich sagen soll. :zwinker: Aber Ideen, wie man sowas angeht wären gut. Ich bin eben normalerweise relativ sachlich und löse Konflikte auch eher rational - was dann aber häufig auch unfreundlich rüberkommt. Daher halte ich mich meistens dann doch zurück, weil die meisten Leute auf klare Worte nicht klarkommen. und warte ab, ob es besser wird. Was natürlich auch kein Gewinn ist.
Unangenehme Dinge ansprechen führt selten zu Jubelgeschrei :zwinker:. Das ist leider so.

Aber: Du bist nicht diejenige, die die unangenehme Situation geschaffen hat (unangenehm ist es auch dann, wenn du es nicht aussprichst). Daher ist es nicht deine Schuld. Und wenn das Gegenüber das dann in den falschen Hals kriegt, ist ebenfalls nicht dein Fehler.

Du kennst sicherlich den Tipp mit den "ich"-Botschaften. "Ich fand es schade", "Ich fühle mich enttäuscht", "Ich würde mir wünschen" - natürlich sind das keine Tipps, mit denen sich Konfrontation und Ärger zuverlässig vermeiden lässt. Aber du umschiffst damit einen Vorwurf, und es ist vielleicht auch ein gewisser Schutzmechanismus vor Übertreibungen (die im Eifer des Gefechtes halt vorkommen können): Du sagst schlicht und einfach, was du fühlst - ohne da eine weitere Interpretation oder Aufforderung einzubringen. Was du fühlst, ist nunmal eine Tatsache.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich habe das Bedürfnis, bestimmte Menschen rigoris auszusortieren. Zu sagen, dass es mich ankotzt.

Kenne ich gut. Bei mir ist das auch immer noch ein Lernprozess, aber ich habe aufgrund von Erfahrungen der letzten Jahre erkannt, dass Leute, die mehr nehmen als geben, unter dem Strich nur eine zusätzliche Belastung sind, die man sich nicht antun sollte. Und wer diese Leute sind, merkt man eben meist erst dann so richtig, wenn man selbst mal Beistand braucht (sei es wegen gesundheitlicher Probleme, einer schwierigen Trennung, einem Todesfall oder was auch immer) - die einen sind dann für dich da, ohne Wenn und Aber, und die anderen gehen auf Tauchstation und fragen nicht einmal, wie's dir geht.

Also wenn du das Bedürfnis verspürst, mit solchen Leuten mal Klartext zu reden - tu es. Wenn du sie am liebsten aus deinem Leben streichen möchtest - tu es. Ich weiß, wie schwer es einem fallen kann, sich zu so einer Entscheidung durchzuringen und das dann auch konsequent durchzuziehen; aber an ihnen festzuhalten, macht das Leben nicht besser.

Eine andere Freundin möchte, dass wir diese Freundin im Dezember besuchen. Ich habe keinen Bock, zu jemandem zu fahren, der sich nicht mal erkundigen kann, wie es mir eigentlich geht.

Da kann ich mich nur J JunoPeaks anschließen: Sag ihr ganz offen, dass du diese Freundin nicht besuchen möchtest, weil du enttäuscht bist, dass sie sich nicht mal gemeldet hat, um sich nach dir zu erkundigen. Oder wenn die Freundin von dem geplanten Besuch weiß, dann kannst du ihr ja z. B. auch eine E-Mail schreiben und ihr gleich selbst sagen, warum du nicht zu ihr kommen möchtest (Schreiben fällt einem ja mitunter leichter als ein persönliches Gespräch, weil die Situation nicht so konfrontativ ist, sondern man sich allein und in Ruhe vorm PC überlegen kann, was man sagen will).

Off-Topic:
Ich hatte auch so eine Freundin. Wir kannten uns von der Uni, sind oft zusammen Kaffeetrinken gegangen, ins Theater, ins Kino, haben sogar mal zu zweit eine Städtereise gemacht. Es war eigentlich durchgehend so, dass es immer mehr um ihre Probleme ging und ich bei jeder Kleinigkeit stundenlang Händchen halten musste, während da umgekehrt bei Weitem nicht so viel zurückkam; das ist mir aber nie so wirklich aufgefallen bzw. es hat mir nicht so viel ausgemacht, denn damals lief alles gut und es gab nie eine Situation, wo ich ernsthaft Unterstützung gebraucht hätte. Doch dann bin ich überraschend krank geworden, was mich ziemlich stark eingeschränkt und mein Leben total auf den Kopf gestellt hat; und da kam dann von besagter Freundin quasi nichts mehr. Anfangs rief sie noch an und schlug Unternehmungen vor, die für mich aber aus gesundheitlichen Gründen unmöglich waren; stattdessen hin und wieder mal bei mir zu Hause zum Kaffeetrinken vorbeizukommen, wollte sie nicht, sie hat mir am Telefon mehr oder weniger durch die Blume zu verstehen gegeben, dass es ihr zu umständlich ist (eine Dreiviertelstunde Fahrt mit den Öffis hin (was in der Großstadt keine Seltenheit ist, ich hab solche Wege für Treffen dauernd zurückgelegt) und sich hinterher von Mama mit dem Auto abholen lassen ...). Dann war eine Weile lang Funkstille; zu meinem Geburtstag hat sie sich wieder gemeldet, mit leisem Vorwurf in der Stimme, warum ich mich so lang nicht gemeldet hätte - dass ich vielleicht andere Sorgen hatte, als ihr hinterherzulaufen, und im Gegenteil sie mal hätte anrufen können, um zu fragen, wie es mir geht, darauf kam sie offenbar gar nicht.
Immer wieder mal tut es mir noch leid um die Freundschaft, ich habe ein schlechtes Gewissen und überlege, ob ich mich nicht doch wieder drum bemühen sollte. Aber dann denke ich mir: Wozu? Weil ich noch nicht genug Dinge in meinem Leben habe, die mich Energie kosten? Es ist mein gutes Recht, Kontakte zu kappen, die mich mehr belasten als bereichern.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Von außen ist es schwer zu beurteilen, warum die Leute sich nicht gemeldet haben. Ich kann nur von mir sagen, dass ich mich selbst zurückziehe, wenn es mir schlecht geht. Ich gehe da durchaus auch schon mal mehrere Monate auf Tauchstation und melde mich gar nicht. Das heißt nicht, dass ich die Freundschaft nicht wertschätze, sondern, dass ich nicht bereit bin, meine Freunde mit meinem Kram zu belasten bzw. weil ich mich bei ihnen nicht ausheulen will (oder was auch immer). Jetzt kann ich natürlich nicht beurteilen, warum deine Freunde sich nicht bei dir gemeldet haben. Ob es aus anderen Gründen ist oder ob es wirklich mangelnde Wertschätzung für dich ist. Wenn letzteres, dann ist es nachvollziehbar, dass dir die Kontakte nicht mehr viel wert sind. Und auch sonst hast du natürlich immer dein gutes Recht, mit Leuten keinen Umgang mehr pflegen zu wollen.

Ich würde dir raten abzuwägen, ob dir selbst wirklich etwas an den Menschen liegt. Wenn ja, dann sprich sie drauf an und berichte von deiner Enttäuschung. Eventuell ist es ja auch ein Missverständnis und sie geben sich dann in Zukunft mehr Mühe, deinen Bedürfnissen nachzukommen. Wenn nein, dann kannst du auch einfach den Kontakt abflauen lassen. Aber ich würde es nicht unkommentiert lassen, wenn du weiterhin die Freundschaft aufrecht erhalten willst.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Von außen ist es schwer zu beurteilen, warum die Leute sich nicht gemeldet haben. Ich kann nur von mir sagen, dass ich mich selbst zurückziehe, wenn es mir schlecht geht. Ich gehe da durchaus auch schon mal mehrere Monate auf Tauchstation und melde mich gar nicht. Das heißt nicht, dass ich die Freundschaft nicht wertschätze, sondern, dass ich nicht bereit bin, meine Freunde mit meinem Kram zu belasten bzw. weil ich mich bei ihnen nicht ausheulen will (oder was auch immer). Jetzt kann ich natürlich nicht beurteilen, warum deine Freunde sich nicht bei dir gemeldet haben. Ob es aus anderen Gründen ist oder ob es wirklich mangelnde Wertschätzung für dich ist. Wenn letzteres, dann ist es nachvollziehbar, dass dir die Kontakte nicht mehr viel wert sind. Und auch sonst hast du natürlich immer dein gutes Recht, mit Leuten keinen Umgang mehr pflegen zu wollen.

Natürlich kann es immer gute Gründe geben. Aber es ist ja eher unwahrscheinlich, dass es den betreffenden Personen direkt nach dem letzten Kontakt plötzlich so schlecht ging, dass sie nicht einmal mehr die Kraft für ein kurzes "Hey, hast du die OP gut überstanden?" per SMS hatten, oder?
- Letztlich muss jeder für sich entscheiden, wie er an die Sache rangeht und welche Wahrscheinlichkeit für einen guten Grund ihm ausreicht, um soetwas einfach zu schlucken. Ich für meinen Teil habe gemerkt, dass das "ungute Gefühl", was man bei manchen Leuten hat, leider oft stimmt.
Off-Topic:

Ich hatte z. B. eine Freundin in der Uni, bei der mir mehrfach aufgefallen ist, dass sie auf hilfreiche Materialien gestoßen ist und sich diese besorgt hat und mir davon nichts erzählt hat bzw. erst dann wenn es zu spät war. Natürlich gibt es keine allgemeine Pflicht, soetwas zu tun - vielleicht hat sie daran einfach nicht gedacht. Ich habe nichts gesagt - obwohl ich wusste, dass ich ihr umgekehrt sofort davon erzählt hätte, ihr die Materialien ausgeliehen hätte etc. Später stellte ich fest, dass sie mich bei einigen Sachen in Bezug auf die Uni bewusst angelogen hat um besser dazustehen/einen Wissensvorsprung zu erlangen. Da habe ich mir gewünscht, ich hätte sie darauf angesprochen oder wenigstens auf mein Gefühl gehört und Abstand gesucht. Mein persönliches Fazit war, dass so ein Eindruck eben meistens doch nicht täuscht.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Natürlich kann es immer gute Gründe geben. Aber es ist ja eher unwahrscheinlich, dass es den betreffenden Personen direkt nach dem letzten Kontakt plötzlich so schlecht ging, dass sie nicht einmal mehr die Kraft für ein kurzes "Hey, hast du die OP gut überstanden?" per SMS hatten, oder?
- Letztlich muss jeder für sich entscheiden, wie er an die Sache rangeht und welche Wahrscheinlichkeit für einen guten Grund ihm ausreicht, um soetwas einfach zu schlucken. Ich für meinen Teil habe gemerkt, dass das "ungute Gefühl", was man bei manchen Leuten hat, leider oft stimmt.

Naja, wie gesagt, so von außen ist das nicht zu beurteilen. Ich möchte hier ja auch keinen in Schutz nehmen. Es kann gut sein, dass die (")Freunde(") um Hexe sich tatsächlich nicht großartig um sie kümmern. Es kann aber eben auch anders sein. Letztendlich ist es so: Jeder hat ein anderes Verständnis und eine andere Interpretation von Freundschaft. Im Zweifel würde ich daher wirklich einfach mal nachhaken.

Off-Topic:
Manchmal tickt man auch einfach zu unterschiedlich. Ich kann mir z.B. vorstellen, wenn jemand in meinem Freundeskreis einen Todesfall erlebt oder, weniger drastisch, sich scheiden lässt o.ä., dass ich selbst nicht optimal reagieren würde. Warum? Weil ich das einfach nicht kann, weil ich mich überfordert fühle, und aus Angst etwas falsches zu sagen oder zu tun dann lieber gar nichts mache, wenn es die Situation nicht erfordert. Es ist dann also nicht so, dass ich nicht gerne für die Person da sein möchte, nur ich weiß einfach nicht wie, weil mein Umgang mit solchen Dingen in der Vergangenheit durchaus auch schon mal auf Unverständnis gestoßen ist. Und das trifft nicht mal nur auf so krasse Dinge wie Todesfälle zu. Ich bin auch was andere Dinge anbelangt nicht unbedingt die Herzlichkeit in Person. Meine Form der Unterstützung sieht einfach anders aus. Ich tröste anders und ich freue mich auch anders. Meine Freunde wissen das oder mussten es eben auch mit der Zeit lernen.


Natürlich ist das jetzt hier eine andere Kategorie und ich denke auch, dass es möglich gewesen sein muss, sich zumindest mal zu erkundigen, wie es Hexe nach der OP geht. Ich denke auch, es hängt ein bisschen davon ab, wie das Gleichgewicht der Freundschaft davor ausgesehen hat. Wenn es tatsächlich immer nur einseitig war bzw. die anderen sich "Freundschaftsdienste" eingefordert haben, die sie aber nicht bereit waren selbst zur Verfügung zu stellen, dann wirft es natürlich kein gutes Licht auf sie.
 

Benutzer64981  (34)

Meistens hier zu finden
Ich bin mir unsicher, aber ich versuche es zu erklären, ohne dir zu Nahe treten zu wollen:
Ich glaube, die Enttäuschung steigert sich auch gerade, weil es dir nicht gut geht. Ich verstehe aber auch, dass du, anhand der 'Vorgeschichte' mit deinen Freunden, aussortieren möchtest. Nichts desto trotz würde ich jetzt eher Funkstille halten, auch WENN was kommt und danach mal ein ganz klares Gespräch suchen, zur Not auch das Letzte. Im Moment ist es aber eher Enttäuschung, ohne dass du eine Erklärung bekommen kannst geschweige denn dich darauf konzentrieren solltest - DU bist jetzt dran, DU musst genesen und dafür brauchst du deine Kraft.
Das klingt jetzt meinetwegen hart, aber so lese ich das 'akute'. Wie bereits gesagt: Bist du wieder soweit auf dem Damm, würde ich an deiner Stelle diesen Leuten klar gegenüber formulieren, was du von ihnen erwartet HÄTTEST, weil ihr befreundet seid und wie enttäuscht du bist, dass da nichts kam und somit der Ansicht bist, dass das FÜR DICH keine Art der Freundschaft sein kann. Aber im Moment bist einfach du dran und machst dir vielleicht auch viele Sorgen um dich selbst, woraufhin dann solche Leute leicht in den Vordergrund geraten, wenn man eh schon dabei ist, sich aufzuregen :zwinker:
Ich kenne diese Situation, wenn auch mein Genesungsprozess nur 2 Wochen ging, habe mich dann von den Leuten, die am Ende sogar behaupteten, ich hätte ihnen das nicht erzählt, sonst WÄREN sie ja alle gekommen und blabla (habe es schwarz auf weiss..) distanziert. Da kam dann bis heute auch nichts mehr. Sowas tut weh, aber es tut gleichzeitig gut, sich um diese Menschen keine Gedanken mehr machen zu müssen und daraus gelernt zu haben, das nächste Mal vllt früher zu reagieren.

Gute Besserung, weiterhin!:knuddel:
und ich hoffe, du verstehst, was ich dir sagen möchte :smile:
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hi Hexe,
erstmal gute Besserung! :knuddel:

Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dss dich das Verhalten dieser "Freunde" ankotzt. Erst reißt du dir den Arsch für sie auf, oder bist zumindest für sie da, wenn sie dich brauchen und dann kümmern geht ihnen dein Befinden am Arsch vorbei.
So etwas hat auch mit meiner Vorstellung von einer Freundschaft nichts zu tun.

Ich habe zwar derart krasse Dinge noch nicht erlebt, aber es gab doch schon die eine oder andere Freundschaft, die im Sande verlaufen ist, weil sich der Freund, oder die Freundin immer weniger für mich interessiert hat.
Allerdings weiß ich nicht, in wiefern es sinnvoll ist, dieses Problem anzusprechen.
Für mich ist eine Freundschaft einfach eine Sache, die auf Gegenseitigkeit beruht. Da muss niemand Hilfe, Beistand und Interesse vom anderen einfordern, weil das eben einfach zur Freundschaft dazu gehört.

Deshalb habe ich mich auch nie bei diesen Freunden beschwert, sondern einfach den Kontakt meinerseits eingeschränkt, wenn ich gemerkt habe, dass nichts zurück kommt.

Aber bei deinem ehemals besten Freund kann ich mir durchaus vorstellen, dass er sich während der Freundschaft Hoffnungen auf mehr gemacht hat und dann enttäuscht war, dass es nicht geklappt hat.
Selbst wenn er dir möglicherweise dein Glück mit deinem Freund durchaus gönnt, kann es sein, dass es ihm schwerfällt, weiterhin intensiven Kontakt mit dir zu halten.
Aber die Sache mit der Schönheits-OP ist schon ganz weit jenseits von gut und böse! So etwas sagt man doch eigentlich nur, wenn man extrem beleidigt ist. - Und auf so jemanden kannst du in deinem Umfeld nun wirklich sehr gut verzichten!

Off-Topic:
Manchmal tickt man auch einfach zu unterschiedlich. Ich kann mir z.B. vorstellen, wenn jemand in meinem Freundeskreis einen Todesfall erlebt oder, weniger drastisch, sich scheiden lässt o.ä., dass ich selbst nicht optimal reagieren würde. Warum? Weil ich das einfach nicht kann, weil ich mich überfordert fühle, und aus Angst etwas falsches zu sagen oder zu tun dann lieber gar nichts mache, wenn es die Situation nicht erfordert. Es ist dann also nicht so, dass ich nicht gerne für die Person da sein möchte, nur ich weiß einfach nicht wie, weil mein Umgang mit solchen Dingen in der Vergangenheit durchaus auch schon mal auf Unverständnis gestoßen ist. Und das trifft nicht mal nur auf so krasse Dinge wie Todesfälle zu. Ich bin auch was andere Dinge anbelangt nicht unbedingt die Herzlichkeit in Person. Meine Form der Unterstützung sieht einfach anders aus. Ich tröste anders und ich freue mich auch anders. Meine Freunde wissen das oder mussten es eben auch mit der Zeit lernen.
Ich weiß in solchen Situationen auch oft nicht, wie ich richtig reagieren soll.
Allerdings gibt es zumindest eine Sache, die ich guten Freunden in solchen Situationen immer sage und die ich auch ernst meine:
Ich biete meinen Freunden an, dass sie sich in einer solchen Extrermsituation (Todesfall, o.Ä.) jederzeit bei mir melden können - egal, ob sie jemanden brauchen, der ihnen zuhört, der sie ablenkt, oder was auch immer.

Als mein Opa gestorben ist, kam von einer damals sehr guten Freundin genau die selbe Reakion: Egal, was ist - ich kann mich jederzeit bei ihr melden - selbst wenn es mitten in der Nacht ist.
Obwohl ich niemals auf die Idee gekommen wäre, ihr mitten in der Nacht anzurufen, war es trotzdem extrem hilfreich und beruhigend für mich, zu wissen, dass es da draußen eine Freundin gibt, die für mich da ist.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Danke für eure Antworten.

Ich muss mir das alles mal in Ruhe zu Gemüte führen und es tut gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist.

Irgendwie habe ich halt immer das Gefühl, alle Menschen haben über Jahre feste Cliquen mit Leuten, mit denen sie weggehen können, feiern können usw - nur bei mir ändern sich alle paar Jahre die Leute. Die Zweckgemeinschaft vom Studium, die vom Referendariat, Arbeitskollegen - alles sortiert sich alle paar Jahre neu. Und manche fallen einfach weg und da bleibt gar nix - das finde ich komisch.

Es ist auch nicht primär so, dass das nun akut ist. Es ist eher so, dass ich schon ein bisschen geguckt habe, wer sich meldet - quasi auch ein bisschen als "letzte Vergewisserung" für mich selbst. Die Freundin, die ich besuchen soll, hat z.B. auch letztes Jahr, als mit meinem Ex alles so schlimm war, auf einer Party zu mir gesagt "Wir unterhalten uns mal, wenn du wieder klar im Kopf bist!" und mir mehrfach unterstellt, ich wäre betrunken- war ich aber nicht, ich war einfach nur völlig fertig von einer Woche mit Selbstmorddrohungen und dem kompletten Depri-Terror, den ein kranker Mensch nur fahren kann und musste dann auf der Party gute Miene zum bösen Spiel machen. Ich habe ihr das im Nachgang auch nochmal gesagt, dass mich das sehr verletzt hat und sie meinte nur "Auf mich hat das halt so gewirkt!" - keine Entschuldigung, nix.

Naja, ich denke auch, dass ich einfach warten werde, was kommt - und dann entsprechend was anmerken werde. Aus dem Nichts werde ich den Vorwurf jetzt jedenfalls nicht präsentieren.

Es ist eben natürlich auch irgendwie ein Stufenverhältnis: Meine alte Schulfreundin nervt mich schon länger und hat sich schon einige unangebrachte Bemerkungen geleistet. Und da habe ich im letzten Jahr enorm viel geholfen und getan und da ist es jetzt wirklich voll.

Bei der anderen "Freundin" ist es eh alles immer recht oberflächlich gewesen, da nervt es mich eher, dass wir am Tag vorher noch SMS geschrieben haben und wir uns ja fast täglich auf Arbeit sehen. Aber gut, da würde ich eh nicht mit Problemen auf der Matte stehen.

Und zuletzt eben der Doofmann von selbsternannten besten Freund - der hat mich Karneval schon etwas angebaggert und im Suff was vom Rumknutschen usw. geredet - da vermute ich schon etwas gekränkte Eitelkeit. Aber einfach mal nachfragen könnte man wohl trotzdem.
 

Benutzer4590 

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da vermute ich schon etwas gekränkte Eitelkeit. Aber einfach mal nachfragen könnte man wohl trotzdem.

Nö, nicht wenn man zu beschäftigt ist, sich in gekränkter Eitelkeit zu suhlen (siehe auch der Kommentar von wegen Schönheits-OP, das klingt mir doch sehr nach Schlag unter die Gürtellinie aus verletztem Stolz). Aber das zeigt ja dann auch wieder recht deutlich, was für eine Art von "Freund" das ist, nämlich einer, auf den man verzichten kann.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Irgendwie habe ich halt immer das Gefühl, alle Menschen haben über Jahre feste Cliquen mit Leuten, mit denen sie weggehen können, feiern können usw - nur bei mir ändern sich alle paar Jahre die Leute. Die Zweckgemeinschaft vom Studium, die vom Referendariat, Arbeitskollegen - alles sortiert sich alle paar Jahre neu. Und manche fallen einfach weg und da bleibt gar nix - das finde ich komisch.
Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut, wobei mir die Sache mit dem ändern nicht wirklich gelingt, da ich es kaum schaffe, neue Freundschaften und Bekanntschaften zu schließen.

Es ist auch nicht primär so, dass das nun akut ist. Es ist eher so, dass ich schon ein bisschen geguckt habe, wer sich meldet - quasi auch ein bisschen als "letzte Vergewisserung" für mich selbst. Die Freundin, die ich besuchen soll, hat z.B. auch letztes Jahr, als mit meinem Ex alles so schlimm war, auf einer Party zu mir gesagt "Wir unterhalten uns mal, wenn du wieder klar im Kopf bist!" und mir mehrfach unterstellt, ich wäre betrunken- war ich aber nicht, ich war einfach nur völlig fertig von einer Woche mit Selbstmorddrohungen und dem kompletten Depri-Terror, den ein kranker Mensch nur fahren kann und musste dann auf der Party gute Miene zum bösen Spiel machen. Ich habe ihr das im Nachgang auch nochmal gesagt, dass mich das sehr verletzt hat und sie meinte nur "Auf mich hat das halt so gewirkt!" - keine Entschuldigung, nix.
Das hat für mich aber auch nichts mehr mit einer Freundschaft zu tun!
 

Benutzer92501  (41)

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Hallo Hexe,

ich versteh Dein Dilemma mit guten Freunden, Loyalität ihnen gegenüber und das Gefühl, dass man mehr investiert, als man später zurück bekommt.
Ich denke, dass solche Erfahrungen zum Leben hinzugehören.
Damals hatte ich einen besten Freund. Rein platonisch. Da wäre auch von seiner Seite nichts gekommen, weil er auf Männer stand. Er hat mich einmal übelst verletzt. Das habe ich noch akzeptiert. Weniger akzeptiert habe ich seine Meinung meiner Beziehung betreffend akzeptieren können und die Tatsache, dass er nicht dazu in der Lage war, sich mal von sich aus bei mir zu melden. Ich habe eine Menge mit ihm getragen. Seine Beziehung, seine Art, sein Leben zu gestalten, aber als ich seinen Halt benötigt hätte, hat er mich kritisiert. Ich habe mich dann einfach mal nicht mehr gemeldet und er sich auch nicht, sich nur bei einer gemeinsamen Freundin beschwert, dass ich mich nicht mehr melde...ja, geht auch in 2. Richtungen.
Damals hatte ich noch nicht den Mut, zu sagen, was ich denke. Heute handle ich da anders. Ich bin erwachsen geworden. Das war ich mit 22 Jahren noch nicht.

Ich könnte mir auch heute keine Freundschaft mehr vorstellen mit ihm, auch mit allen anderen nicht mehr. Wenn ich nicht um meiner Selbst wegen gemocht bzw. geliebt werde, dann hat die andere Person meine Freundschaft nicht verdient.
Himmel sei dank, dass ich mittlerweile genau diese Freunde gefunden habe. Wo ich ich bin und niemand anders sein muss, um denen zu gefallen. Genauso können die Freunde bei mir sein. Stress wird angesprochen, thematisiert und verändert. Das ist mir aus der Erfahrung mit meinem ehem. besten Freund sehr wichtig geworden.

Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass er kein Freund ist, genauso wenig, wie die anderen, die sich ebenso verhalten haben, wie Deine Freunde.
Es hat lange gedauert, bis ich merkte, dass diese Freundschaften mir nicht gut tun. Der Lösungs- und Veränderungsprozess hat sehr lange gedauert, aber mittlerweile weiß ich, wie ich mich abgrenzen muss, damit ich nicht mehr ausgenutzt werde.
Das hat funktioniert. Es haben sich Leute verabschiedet, um die es mir nicht leid tut, denn sie waren dann offenkundig nicht wichtig in meinem Leben, genauso, wie umgekehrt.

Manchmal braucht man Schicksalsschläge, damit man merkt, wer es wert ist, als Freund betitelt zu werden. Egal, ob man sich schon Jahre kennt oder erst seit ein paar Monaten lose zusammen arbeitet.

Übrigens gehört Loyalität heute immer noch dazu. Ich stehe zu meinen Freunden, so wie sie zu mir. Was unter 4 Augen dann passiert, naja, das ist dann wieder was anderes, denn ich bin mittlerweile sehr offen und ehrlich und meine Freunde bekommen ein Feedback.
Weiter weiß ich auch, dass ich von meinen Freunden nicht mehr verletzt werde, denn sie sind nun wahre Freunde.

Gute Besserung Dir weiterhin. Ach so, selbst wenn es keine nötige OP sondern durchaus eine SchönheitsOP gewesen wäre:
Es ist Dein Leben, Deine Entscheidung und wenn Dein "bester" Freund neidisch darauf ist, dass Du den Mut hattest, es machen zu lassen, soll er doch wie ein trotziges Kleinkind durch die Gegend stiefeln. Wenn er nicht dazu in der Lage ist, Dir zu sagen, dass er was von Dir will und zwar bevor es zu spät ist, ist es doch sein Pech und nicht Deins. Das brauchst Du nicht.

Lg
Heike
 

Benutzer146142 

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Eigenartig, daß es hier ziemlich oft darum geht, wie Freunde NICHT zu sein haben.
Wie sind all diese seltsamen Leute eigentlich zu Freunden geworden?
 

Benutzer92501  (41)

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Eigenartig, daß es hier ziemlich oft darum geht, wie Freunde NICHT zu sein haben.
Wie sind all diese seltsamen Leute eigentlich zu Freunden geworden?

Gute Frage...
bei mir waren es damals Schulfreunde. Wir haben ein gemeinsames Schicksal geteilt. Waren auf einer Wellenlänge und haben uns dann doch in andere Richtungen entwickelt.
Solange ich Single war, war alles kein Problem, ich war immer das stille Mäusken, dass sich alles gefallen lies. Bis bei mir einfach das Fass voll war und über lief und wir uns trennen mussten.

Jetzt weiß ich es einfach anders, oder besser. Weil ich jetzt auch ich bin.

Lg
Heike
 

Benutzer146142 

Benutzer gesperrt
...bei mir waren es damals Schulfreunde. Wir haben ein gemeinsames Schicksal geteilt. Waren auf einer Wellenlänge und haben uns dann doch in andere Richtungen entwickelt.
Ja eben, darauf wollte ich raus: früher mal eine Wellenlänge, jetzt unterschiedliche Interessen. Wenn man hin & wieder darüber nachdenkt, ob und welche Gemeinsamkeiten mit Freunden noch bestehen, dann tut man sich vielleicht leichter, die eine oder andere dieser Beziehungen allmählich einschlafen zu lassen, anstatt die riesengroße Aussprache zu suchen.
 

Benutzer92501  (41)

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Ja eben, darauf wollte ich raus: früher mal eine Wellenlänge, jetzt unterschiedliche Interessen. Wenn man hin & wieder darüber nachdenkt, ob und welche Gemeinsamkeiten mit Freunden noch bestehen, dann tut man sich vielleicht leichter, die eine oder andere dieser Beziehungen allmählich einschlafen zu lassen, anstatt die riesengroße Aussprache zu suchen.

Hmmh, manchmal gehts aber auch nicht ohne Aussprache. Die Erfahrung hab ich gemacht. Allerdings sollte man da einfach auf seinen Bauch hören.
 
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