Trennung verarbeiten Wie lange trauert ihr in der Regel nach einer Trennung?

Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #1
Ich habe da ja lange die These vertreten, dass man so lange trauert, wie die Beziehung dauerte, und das stimmte bei mir auch meist ungefähr (und meiner Beobachtung nach oft auch bei anderen). Einmal war es kürzer, vielleicht weil schon lange feststand, dass es irgendwann zu Ende ist (wegen Umzug nach ganz weit weg) und einmal länger, da endete es mehr als dramatisch, ja verstörend für mich (Stalking, Suiziddrohungen).
Jetzt fällt mir allerdings auf, dass ich in einem Fall dann ja noch fast 18 Jahre vor mir habe. Das beunruhigt mich schon etwas. Weiß ich natürlich noch nicht, aber anders als in anderen Fällen ist die Trauer manchmal schon noch sehr stark.

Wie lange trauert ihr in der Regel nach einer Trennung?
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #2
Für mich bräuchte ich das tatsächlich etwas genauer: was ist für dich trauern?
Ich muss Menschen nicht (mehr) hinterhertrauern um zu wissen, dass ich noch nicht bereit bin, mich auf was Neues einzulassen. Und das kann bei mir echt lange dauern.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #3
Für mich bräuchte ich das tatsächlich etwas genauer: was ist für dich trauern?
Ich muss Menschen nicht (mehr) hinterhertrauern um zu wissen, dass ich noch nicht bereit bin, mich auf was Neues einzulassen. Und das kann bei mir echt lange dauern.
Die Person, was sie und die Beziehung ausmachte und die Zeit mit ihr intensiv vermissen.
Das letzte, das Du schreibst, ist auch interessant, kann ja auch umgekehrt sein.
 
Katzenauge123
Benutzer202690  (40) Verbringt hier viel Zeit
  • #4
Ich war 18 Jahre mit meinem Ex-Mann zusammen.
Die letzten beide Ehejahre hat es stark gekriselt.
Er verliebte sich am Ende fremd, hatte auch was mit der Dame, was es mir vereinfachte dann einen Schlussstrich zu ziehen.
Es war sehr schmerzhaft.
Nach 9 Monaten begann ich mich so langsam wieder für das andere Geschlecht zu interessieren.

Nun war ich mit meinem letzten Partner 4 Jahre zusammen - leider hat es sich nie nach einer richtigen Partnerschaft angefühlt, mehr nach einer guten Freundschaft.
Gefühle einseitig und das Begehren und mehr wollen.
Nun versuchen wir es auch als Freundschaft laufen zu lassen.
Wie lange ich diesmal zum "Entlieben" brauche, kann ich noch nicht sagen.
Er hat mir nicht absichtlich weh getan, was es nicht einfacher macht.
Ich begehre und liebe ihn noch, gehe aber an seiner Seite als Partnerin kaputt.

Ich denke also, dass es sehr unterschiedlich sein kann - und je nachdem auch, was es für Gründe der Trennung gab.
 
G
Benutzer Gast
  • #5
Kommt drauf an, wer die Beziehung beendet hat und wie sehr ich geliebt habe.

Bis auf einmal habe ich immer Schluss gemacht. Da war ich zwar traurig, habe aber nicht getrauert.

Als ich verlassen wurde, würde ich sagen, so 3 Monate.

Grundsätzlich hab ich mir aber immer 2 Jahre Zeit gelassen, bis ich mich auf was
Neues eingelassen habe.

Ich hab aber auch ein sehr sonniges Gemüt und neige überhaupt nicht zur Melancholie. Geht eine Tür zu, geht irgendwo eine andere auf.

Schicksalsschläge ausgenommen.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #6
Kommt drauf an, wer die Beziehung beendet hat und wie sehr ich geliebt habe.
Bis auf einmal habe ich immer Schluss gemacht. Da war ich zwar traurig, habe aber nicht getrauert.
Das ist interessant!
Bei mir hat meist nicht eine Person einseitig die Beziehung beendet. Aber wenn es so war (zuletzt), war (ist) es umgekehrt bei mir.
 
G
Benutzer Gast
  • #7
Ich halte von der "Regel", solange wie die Beziehung gedauert hat... nichts. Das ist doch immer unterschiedlich. Je nachdem, was vorgefallen ist, wie der Ablauf war, wer geht usw.
Ich würde auch unterscheiden, zwischen getrauert und bedauert. Es gab eine Beziehung, da habe ich, obwohl ich beendete, es trotzdem sehr bedauert. Aber nicht getrauert. Da es so sein musste, weil es für mich anders nicht ging.
 
G
Benutzer Gast
  • #8
Das ist interessant!
Bei mir hat meist nicht eine Person einseitig die Beziehung beendet. Aber wenn es so war (zuletzt), war (ist) es umgekehrt bei mir.
Hast du bedauert, dass es nicht geklappt hat, und einer vergebenen Chance hinterher getrauert?
 
D
Benutzer192799  (52) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #9
meine standardantwortauf die frage lautet: 84 tage.

hab ich aus dem lied junimond von rio reiser: "2000 stunden hab ich gewartet ..."

da ist insofern was dran, weil dann die oxytozinantwort auf die vertraute person ausschleicht. vorausgesetzt, man verneidet begegnungen, die wieder alles aufwühlen.

daher ist das auch ne faustformel im todesfall.

aber das betrifft nur das entlieben.

abgesehen von der chemie der hormone.

... in manchem falle, wenn das ende der bindung unbegreiflich bleibt, bleibt das bedauern.

das kann noch lange gehen.
auch ein leben lang...
 
Caelyn
Benutzer87573  (37) Sehr bekannt hier
  • #10
Meine letzte Beziehung wurde eher ausgeschlichen als zu einem
konkreten Zeitpunkt beendet. Ich würde sagen es hat vielleicht so 1 Jahr und 3-4 Monate gedauert, bis ich soweit darüber hinweg war, mich bereit für etwas Neues zu fühlen.

Ich weiß nicht, ob es kürzer gedauert hätte, wenn gleich ein harter Cut gemacht worden wäre.

Ich denke länger als das habe ich noch nie gebraucht, die Beziehung war mit knapp 10 Jahren aber auch meine bisher längste.
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #11
Ich hatte da auch nie einen Zusammenhang mit der Beziehungsdauer.
Ich bin aus einer langen Beziehung raus und habe nach der Trennung fast gar nicht getrauert, einer anderen, viel kürzeren Beziehung trauere ich noch heute auf eine sehr spezielle Art hinterher 🤷‍♀️

Ist für mich eher eine Frage der Gefühle für denjenigen und warum es auseinandereingeht.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #12
Das hat für mein Verständnis wenig mit der Dauer einer Beziehung zu tun, sondern mit der Intensität der eigenen Gefühle, wie man auseinandergegangen ist und ob es da noch ungenutztes Potenzial gab. Du kannst ja auch in einer langen Beziehung bereits anfangen mit dem Verarbeitungsprozess und dich erst trennen, wenn der durch ist. Dann bist du relativ schnell wieder ready für die nächste Beziehung, weil du alles ausgeschöpft hast und die Beziehung einfach an ihr natürliches Ende gekommen ist.


Nach 13 Jahren Beziehung habe ich so ca. 1 Jahr gebraucht, bis das Gröbste durch war. Heute spielt die Beziehung gar keine relevante Rolle mehr für mich. Aber die Trennung hat sich eben auch ein gutes Jahr vorher schon abgezeichnet, so dass sie nicht wirklich überraschend kam, zumindest für mich.

Auf der anderen Seite habe ich durchaus länger zu knabbern gehabt an Beziehungen, die viel kürzer gingen, weil das aus dem Affekt heraus passierte und es da noch viel gab, was nicht gelebt werden konnte.

Nothing beats the fantasy...
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #13
Ich halte von der "Regel", solange wie die Beziehung gedauert hat... nichts. Das ist doch immer unterschiedlich. Je nachdem, was vorgefallen ist, wie der Ablauf war, wer geht usw.
Ich würde auch unterscheiden, zwischen getrauert und bedauert. Es gab eine Beziehung, da habe ich, obwohl ich beendete, es trotzdem sehr bedauert. Aber nicht getrauert. Da es so sein musste, weil es für mich anders nicht ging.
Amen to that.

Nach Ende meiner langjährigen Ehe habe ich nicht getrauert (die Vorstellung nach Niks These ist grauenhaft, da hätte ich Liebeskummer 10+ Jahre🤯🫣), nach letzter Beziehung die 1 Jahr ging und ich so geliebt habe wie noch nie zuvor, hatte ich monatelang Liebeskummer.
Es kommt darauf an auf wie vielen Ebenen man mit einander verbunden war und manchmal schmerzt eine kürzere Beziehung tausend Mal mehr als eine längere es es tun wird.
Trauer wäre für mich = wie lange ich diese Person schmerzlichst vermisse und alle andere Männer mit der vergleiche.
Bedauern kann schon länger gehen, schmerzt aber nicht mehr.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #14
meine standardantwortauf die frage lautet: 84 tage.

hab ich aus dem lied junimond von rio reiser: "2000 stunden hab ich gewartet ..."

da ist insofern was dran, weil dann die oxytozinantwort auf die vertraute person ausschleicht. vorausgesetzt, man verneidet begegnungen, die wieder alles aufwühlen.

.
auch ein leben lang...
Dauert es wirklich 84 Tage bis man Oxytozin nicht mehr produziert?😳
Nach dem Sex ist höchstens wenige Tage noch was da, vorausgesetzt man hat sich nach dem Sex nicht mehr gesehen. Hast du hierfür weitere Quellen?
 
Maifeld
Benutzer155728  Beiträge füllen Bücher
  • #15
Ich hatte immer Abstände zwischen meinen Beziehungen, weil ich Zeit für mich brauchte und wollte. Aber diese beschriebene Trauer kenne ich nicht. Meine Trennungen waren immer am Ende eines Prozesses und damit "nur" der logische Abschluss.

Aber ich bin vom Typus eh eher jemand, der in Abschlüssen (egal wo) die aufregende Chance auf Neues sieht.
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #27
Ich hoffe ja auch, dass das anders ist. Vielleicht bin ich ja gerade dabei, genau daran zu arbeiten.
Das mit der Trennung nach langer Beziehung sehe ich trotzdem nicht so, weil ein rein negativer Grund für mich keiner für eine Beziehung sein kann. Aber natürlich hab ich drei Jahre mit der Trennung gehadert (also vor ihr), weil mir klar war, dass es schwierig wird danach und lange dauern wird (dass es derart schwierig wird, habe ich dennoch nicht gedacht, zum Glück, das hätte es nicht einfacher gemacht).
Was ist oder war schwierig?
Vermisst du etwas bestimmtes? Rituale? Orte? Sex? Reisen? Alltag?
Woran erkennst du, dass es schwierig ist?

Ich denke nach wie vor, dass es hier keine Regeln gibt was wie lange dauert.
Und das man aus früheren Erfahrungen nicht auf die Zukunft hier schließen kann.

Bei mir kommt es auf den Trennungsgrund und die Umstände an: haben wir uns auseinander gelebt?
Hat ihn die Arbeit 10.000 km weiter verschlagen. Ist es die ekelhafte Scheidung in der er steckt und die er alleine für sich klären muss?
Oder ist es die plötzliche Eiversucht und Kontrollzwang was alles schöne beschattet?
Wenn es die Arbeit oder Umstände sind für die wir nichts können, dann habe ich massiv gelitten.
Wenn sich aber der Partner in einen Arschloch entwickelt, dann ist der Trennungsschmerz gering.

Auch dann vermisse ich die Zweisamkeit, Stimme, Nähe, aber erinnere mich bewusst, warum wir uns getrennt haben und das das so seine Richtigkeit hat.
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe ist Startseite
  • #66
Sind denn auch Ursachen dafür belegt?
Es gibt Vermutungen (denn eine Korrelation ist ja noch lange keine Kausalität), und unter den vermuteten Gründen sind hauptsächlich, dass Frauen häufig viel mehr in eine Beziehung investieren als Männer (Haushaltsführung, Kindererziehung, Carearbeit, Mindload...) und sie daher in einer Beziehung sehr viel mehr Stress haben als Männer, was in der Folge zu einer sinkenden Libido und einem Gefühlsverlust für den Partner führt. Und in dem Moment, in dem der Partner einfach nur noch als zusätzlicher Stressfaktor wahrgenommen wird und nicht als Hilfe, ist es halt vorbei :tentakel:
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #83
Irgendwie kommt du von dieser Idee gar nicht weg. Hattest du dann in deinem Umfeld verzögerte oder nicht vollbrachte Scheidungen aus dem Beweggrund? Diese Annahme lässt dich nicht los…
Du willst die Dramen und miesen Winkelzüge (meist der Männer) gar nicht wissen.
Klar, das ist eine Hypothese. Aber die Einkommensungleichverteilung, die rechtlichen Bedingungen und (teils) ökonomische Prekarität lassen mich das Zögern der betreffenden Frauen schon gut verstehen.
Mehr als 40% alleinerziehender Frauen sind arm. Auch Scheidung ist besonders für Frauen ein Armutsrisiko.
Manche finden mit Glück eine Einzimmerwohnung für sich und ihre Kinder und überarbeiten sich bis zum Zusammenbruch, um das zu ändern. Oder, in den höheren Klassen, der Mann prozessiert jahrelang mit guten Anwälten und am Ende bekommt sie - berufstätig und hauptverantwortlich für die Kinder - vom gemeinsamen Besitz so gut wie nichts.
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe ist Startseite
  • #89
Weißt du Nik, du kommst mir gerade wieder vor, wie jemand, der beim Steckwürfelspiel unbedingt das Quadrat durch das kreisförmige Loch pressen will und nicht kapiert, warum das nicht geht.

Die meisten Menschen sind einfach nicht wie du. Die meisten Menschen verkopfen sich nicht bis zum Klein-Klein in eine Sache und überlegen erst, ob es da mathematische Gesetzmäßigkeiten gibt und ob sie auch alle Langzeitfolgen und Eventualitäten abgedeckt haben und stellen erst riesige Kosten-Nutzen-Rechnungen auf, ehe sie sich für oder gegen etwas entscheiden. Und das hat absolut NICHTS mit "Hirn" zu tun. Die sind deshalb kein bisschen weniger intelligent als du :zwinker:
Aber weißt du, was die dafür in den Situationen meistens sind? Glücklich. Zufrieden. Mit sich selbst im Reinen.

Menschen sind keine Roboter, die nur im Rahmen ihrer Programmierung irgendeinen Output produzieren und erst zig Sicherheitsschleifen durchlaufen müssen, ehe sie zu Level 2 vorschreiten können. Menschen sind chaotisch, nicht immer logisch, im Allgemeinen recht sozial und häufig sehr bequem. Das muss man nicht nach Gesetzmäßigkeiten untersuchen. Da gibt es nicht immer das eine Naturgesetz, das eben immer und für alle gilt. Ganz häufig ist das einfach ein "das ist halt so".

Und wenn DU das nicht verstehen kannst und da aneckst, ist nicht zwangsläufig "die Gesellschaft" dran schuld, die alles falsch macht. Sondern vielleicht bist du halt auch einfach der Geisterfahrer, der nicht versteht, warum alle in die andere Richtung unterwegs sind.
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
Duracellhäschen
Benutzer211462  (44) Sehr bekannt hier
  • #101
Wenn es die Arbeit oder Umstände sind für die wir nichts können, dann habe ich massiv gelitten.
Ich merke gerade, dass ich daran auch lange geknabbert habe. Solange ich dachte, es wären seine Arbeitsumstände, die uns eine glückliche Beziehung verwehren, habe ich gelitten und gekämpft. In dem Moment, in dem ich verstanden habe, dass er diese Arbeitsumstände bewusst herbeiführt, war für mich ein großer emotionaler Bruch da.
ich versteh rein emotional nur den Akt der Spaltung nicht so ganz, also wie man trauern im Sinne von 'sich lösen' kann, wenn man praktisch in der alltäglichen Realität das Gegenteil tut.
Ich finde das sogar ganz natürlich. Ich hab jede meiner Beziehungen beendet, bin jedes Mal mit Freude gegangen und hab vorher schon getrauert. Das hat viel mit enttäuschten Erwartungen zu tun. Ich hatte gewisse Erwartungen an das Miteinander. Dass wir guten Sex haben. Dass wir eine gute Zeit miteinander haben. Dass wir miteinander lachen können. Dass wir mit Freude gemeinsame Hobbys ausüben.
Und jedes einzelne Mal, wenn eine dieser Erwartungen von ihm nicht erfüllt wurde, war ich traurig. Irgendwann hab ich mich in der Beziehung einsam gefühlt.
Und spätestens als ich begriffen hab, dass er es sehr wohl anders machen könnte, aber ich und die Beziehung ihm nicht wichtig genug sind, spätestens da hatte ich innerlich den Bruch und hab mich gedanklich damit beschäftigt, wie ich mich denn in einem Leben ohne ihn fühlen würde.
Ich selbst trauere gelegentlich um ungenutzte Potentiale, aber eher um die Person selbst und die gemeinsame Welt, die wir erschaffen haben.
Ich war so lange in der Beziehung und hab so lange dafür gekämpft, dass ich sicher weiß, dass da keine ungenutzten Potentiale waren.
Ich hab sogar für mich festgestellt, dass es ordentlich toxisch ist, wenn ich mit einem Potential anstatt dem realen Menschen zusammen bin. Wenn ich das Potenzial im Hinterkopf habe, ignoriere ich ja ein Stück weit die Realität, die wir uns gestaltet haben. Potentiale, die nicht irgendwann auch gelebt werden, sind aus meiner Sicht nicht real sondern bloß eingebildet. Und halten einen lange in einer Situation, die in der Realität längst schon aussichtlos ist.

Was die gemeinsame Welt angeht: ich hab mir immer das rausgezogen und mitgenommen, was mir gut gefiel. Wenn ich ein Hobby z. B. gern mochte, hab ich das danach einfach weiter betrieben.
MoniBonboni MoniBonboni vertritt die These, Frauen seien mutiger, weil sie sich auch ohne neue Partnerschaft in Aussicht trennten.
Anna1309 Anna1309 sagt, sie zögerten Trennungen auch noch hinaus, wenn sie längst mit der Beziehung abgeschlossen hätten, seien also feiger.
Bin gespannt, ob es eine Lösung dieses Widerspruchs gibt!
Das kein Widerspruch sondern es sind einfach zwei Schritte in einem Prozess, die logisch aufeinander folgen.
Ich bin da ganz bei Maifeld Maifeld , ich hab Männer auch schon als verdammt bequem (und darin durchaus auch als ignorant und egoistisch) kennengelernt.
Wie oben beschrieben hatte ich in der Beziehung einen längeren Prozess, in dem ich Stück für Stück alle Hoffnung aufgegeben habe, in dieser Beziehung glücklich zu werden. Am Schluss meiner letzten Beziehung hat mich von der Trennung vor allem der Aufwand abgehalten, den gemeinsamen Haushalt aufzulösen. Irgendwann war ich aber dann so weit, das mal zu durchdenken, festzustellen dass das gar nicht so wild ist, und dann war die finale Trennung meinerseits nur noch ein logischer Schritt.

Ich hab in der Beziehung um all die enttäuschten Hoffnungen getrauert. Aber bei jeder Trennung konnte ich den Mensch am Schluss nur noch sehr bedingt leiden, da war auch immer Frust und Wut dabei. Das macht es leichter.
Und die Ansicht, Verliebtheit sei ein guter Grund für Selbstausbeutung finde ich ja schon so wild, dass ich die Göttin um Hirn bat.
Na, du hast doch selbst schon festgestellt dass gewisse Rollen sozialisiert sind. Verliebtheit ist wissenschaftlich gesehen ähnlich wie unter Drogen zu sein. Da denkt man anders, hoffnungsvoller, euphorischer. Sonst würden viele Beziehungen wohl nicht zustande kommen. Und beides zusammen, Verliebtheit und diese gelernte Rolle, in der frau sich ja auch sicher und kompetent fühlt, führt halt oft dazu, dass man da eher ungewollt rein rutscht. Es ist halt auch unglaublich kräftezehrend, ständig aufs Neue mehr Unterstützung einzufordern. Und selbst Paare, die vor dem ersten Kind sehr gleichberechtigt waren, rutschen beide ungewollt in diese alten Rollen rein. Vielleicht unterschätzt du, was für eine massive Kraftanstrengung es ist, erlernte Muster zu ändern.
Und dann muss man sagen, dass zumindest mein Ex ein Profi darin war, mir über Jahre zu erzählen dass es a nicht so schlimm sei und b bald besser werden würde. Ich würde wetten, das Schema gibt es in ganz vielen Beziehungen. Ich habe lange gebraucht, bis ich ihm nicht mehr geglaubt habe, sondern mehr auf seine Taten als auf seine Worte geachtet habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #213
So, ich geb nochmal ein Update, weil ich nicht weiß, wo ich das sonst schreiben soll. Und heute Post-Partyrauschmäßig (wahrscheinlich klug, dass ich schweren Herzens die heutige Sexparty gecancelt habe, das Kater- und Bluesrisiko war mir zu hoch) eh momenthaft leicht Stulle im Kopf bin.
Der Zustand der Trauer, fast täglich, und manchmal, besonders nachts, der Einsamkeit, ist unverändert. Jetzt gibt es mehrere mögliche Deutungen und des Umgangs: 1.) Freund:innen: Das braucht seine Zeit. 2,5 Jahre sind nichts. Man muss dem Patienten seine Zeit lassen (Freud). 2.) Andere beobachtend: Aber viele (Bekannte, Ex-Partnerin, Leute auf PL...) haben doch auch wieder wen. Ist Trauer nicht leichter mit süßem Getechtel und Gevögel? 3.) Selbst: Gut, dass ich wenigstens mal lerne, dass man auch ohne Sex relativ befriedigt sein kann. Und emotional ruhiger werde ohne Techtelmechtel. 4.) Auch selbst: Aber wenn das jetzt jahrzehntelang so weitergeht? Ich bin nicht mehr 20 und sterben kann man jeden Tag.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #217
Ja.Aber durch Das 'ich will doch aber'...grade noch mehr. Oder warum der Post?
Weil es schon lange andauert mit der Trauer.
Etwas anderes wollte ich lange schon und früher noch mehr.
Was denn? Das wirkliche,sich selbst betrauern? Oder das OD für eine Zeit ruhen lassen?
Letzteres, seit Frühjahr zumindest ganz. Mich selbst betrauern würde ich nicht sagen, eher um sie oder es trauern.
Das sind doch gute Ablenkungen.
Durchaus. Leider trauere ich manchmal mehr, wenn mein Sohn bei mir ist. Ich weiß nicht genau warum. Er ist halt unser Kind und ähnelt ihr ein bisschen. Das ist dann mitunter anstrengend, weil er mich meist als positiv gestimmt erlebt und ich mir die Trauer nicht anmerken lassen möchte. Er hat sich gerade mit der Trennung ganz gut abgefunden und das würde ihm glaub ich emotional nicht guttun.
Solange es Dir auch wirklich gut tut!
Weiß man halt vorher nicht immer.
Und es ist die einzige Option auf Körperkontakt/Sex.
Kenne ich von mir selbst, leider auch.
Und wie gehst Du damit um?
Das muss ja auch nicht Deine Stärke sein.
Nur zu wenig emotional, von einem in Echt zeigen,zeigt auch einem selbst ein Trugbild oder vielleicht besser ausgedrückt; So muss man eventuell immer mehr "nacharbeiten"/schauspielern und man kommt immer mehr in ein Tief.
Genau. Aber nicht schauspielern ist auch keine Lösung, damit kann man auch immer tiefer sinken. Und es geht ja auch nicht nur um mich, s.o.
 
D
Benutzer186405  (54) Beiträge füllen Bücher
  • #223
Ja leider, dabei ist ein Deutscher doch ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie zu glauben (Adorno)
Ein kleines bisschen glaubst du die Lüge ja auch.
(Abgesehen davon, dass ich das für eine steile These halte mit Blick auf Politik, Wirtschaft, usw.)


Die Frage ist vielleicht eher: WAS und WIE genau ist dein Inneres? Möchtest du dein Inneres zeigen? Wem und wie?

Übrigens glaube ich, dass dein Sohn sehr klug ist und auch ziemlich feine Antennen besitzt und er ist auch nicht mehr drei. GERADE, weil er selbst kämpft mit Depressionen u.ä. halte ich ein wohl dosiertes und wohltemperiertes Maß(!) an Ehrlichkeit für wichtig. Auf einmal ist der Kulturschock sonst irgendwann auch irre groß (so ging es meinen Kindern), außerdem fällt es ihm sonst auch schwerer für dich beizeiten Verständnis zu haben und last but not least wird er sich einfacher tun dir gegenüber komplett ehrlich zu sein über seinen Gemütszustand, was ja auch wichtig ist. Ja, ich weiß, er ist schon extrem offen und ehrlich, waren meine auch immer und ich dachte, das wäre das große Ganze, aber dann waren da doch noch die Tresterreste unten im Faß, die auch erst von mir Ehrlichkeit brauchten um ans Tageslicht gehoben zu werden.
 
D
Benutzer186405  (54) Beiträge füllen Bücher
  • #225
Schon. Das mache ich auch, nur zu wenig, weil die entsprechenden Leute und Sitiuationen dazu verfügbar sein müssen. Und ich neige dazu, mir die schmerzvolleren Seiten nicht mal selbst so genau zu zeigen.
Sind für mich zu elementareren Überlegungen geworden.
Bin ich so geworden, dass man mein Inneres so gar nicht bemerkt, weil das Dunkle ja doch niemand sehen möchte? Oder sind vielleicht einfach doch nur die anderen blind? Kann man nicht einfach auch lustig sein und trotzdem traurig? Machen doch Komiker ihr Leben lang? Ist es eine Mischung aus allem? Ist es wichtig/egal? Ich habe auch Antworten gefunden, aber sie werfen sehr viele neue Fragen auf. Aber oft kommt ja wirklich nichts spannendes in der Glotze und eine Unterhaltung mit mir selbst ist doch noch das Spannendste.


Ich finde da nur nicht immer die wohltemperierten Worte.
Ist ja auch extrem schwer! Natürlich muss der Kurze weiterhin seinen sicheren Hafen haben. Es ist jetzt gerade nicht akut, wird es vielleicht auch nie wieder, aber, z.B. wäre ein Ansatzpunkt gewesen, wenn er etwas erzählt über seine Depressionen zu sagen: weißt du, ich glaube, ich kenne deine Gefühle auch, ich habe die manchmal auch und dann sehen was sich für ein Gespräch entwickelt.
Wie sah das denn bei Dir aus?
Und was war der Kulturschock?
Ich bin mir nicht sicher was du genau mit deinen Nachfragen wissen möchtest. Im Grunde erschien es mir dann nur einfach nicht mehr richtig irgendwelche Psychiater/Psychologentermine auf irgendwas anderes zu schieben, sie sind ja auch erwachsen, können Medikamentennamen lesen usw. Das war einfach zu spät. Letztlich hat es auch zu Diagnosen bei ihnen geführt und das hätte ich alles früher haben können (da meine ich jetzt die Neurodivergenz, natürlich war es schwer für mich Dinge als abnorm zu erkennen, wenn ich sie selbst bei mir als normal empfinde). Über MEINE Probleme zu sprechen, hat letztlich doch auch noch mehr Erkenntnisse über den Nachwuchs erbracht. Ist allerdings auch oft harter Tobak, man wünscht seinen Kindern ja das Beste und es ist natürlich hart, schlimme Gedanken von ihnen zu hören.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #226
Aber oft kommt ja wirklich nichts spannendes in der Glotze und eine Unterhaltung mit mir selbst ist doch noch das Spannendste.
Wie wahr. Ich erzähl mir allerdings manchmal auch Mist. Aber ja, ich hab schon auch Antworten. Eine ist, dass der Depressionsfaktor bis hin zum Suizidären in meiner Herkunftsfamilie einfach derart massiv ist, dass ich mir schon in meiner ersten Therapie vor 30 Jahren sozusagen unter fachkundiger Anleitung das Gegenteil auf die Fahnen geschrieben habe. Vorteil: Es kam bei mir nie wieder und anders als sozusagen alle anderen Familienmitglieder hatte ich ein niemals langweiliges oder deprimiertes Leben, ich hab mich fast auf jeden Tag gefreut. Nachteil: Es gibt dabei auch einen Anteil bewusster Verdrängung und mangelnder Trauerkompetenz.
Ist ja auch extrem schwer! Natürlich muss der Kurze weiterhin seinen sicheren Hafen haben. Es ist jetzt gerade nicht akut, wird es vielleicht auch nie wieder, aber, z.B. wäre ein Ansatzpunkt gewesen, wenn er etwas erzählt über seine Depressionen zu sagen: weißt du, ich glaube, ich kenne deine Gefühle auch, ich habe die manchmal auch und dann sehen was sich für ein Gespräch entwickelt.
Das stimmt absolut (und was Du weiter unten schreibst ist genau, was mich interessiert hat, danke). Ich rede ja auch mit ihm. Eher über seine Gefühle, aber Du hast recht, man kann das verbinden.
Depression ist bei ihm wie gesagt nicht diagnostiziert und es würde mich auch wundern. Er ist ja insgesamt deutlich fröhlicheren Gemüts als ich, bei mir hat das einiges an Positive Thinking mit einem Touch versteckter Schwere.
 
Zuletzt bearbeitet:
C
Benutzer216724  (43) Öfter im Forum
  • #227
Zu den anderen Dingen hast Du ja bereits gutes Feedback erhalten.
Deshalb brauch es meinen Senf dazu gar nicht mehr.

Du fragtest aber,wie ich damit umgehe Schauspieltechnisch;
Ja...Ich bin da,denke ich für mich zumindest "besser geworden".
Komme etwas mehr aus mir herraus,was meine Gefühls Lage betrifft.
Jedenfalls,bei mir nahe stehenden Personen,mein Mann,meine Tochter,meine Schwester.
Selten mal mittlerweile,um etwas mehr Bindung entstehen zulassen,bei Kollegen oder Patienten. Aber nicht riesig emotional rauslassend,sondern mal,'ja ich verstehe Dich,ich erlebe das auch grade oder so ähnlich. Oder 'mir geht es heute nicht ganz so gut. Ich möchte heute nicht so viel reden'. In der Art.

Es kommt ja schließlich auch darauf an,wie Du es willst. Wie willst Du Dich zeigen. Wie andere das machen ist ziemlich Wurst.

Ich will oder bin kein offenes Buch für andere. Und das ist auch gut so.
Jedenfalls für mich.
🙃
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #228
Ist ja vielleicht albern, immer mal wieder auf diesen Thread zurückzukommen, aber eines am Rande muss ich wohl loswerden:
Gerade habe ich das Gefühl, dass ich mit der Trennung von meiner Ex-Partnerin ein wenig ins Reine komme.
Nur eines stört mich immer wieder (noch immer). Dass sie vorhin unvermittelt erzählte, heute Abend bei der Party einer Freundin beabsichtige sie wen abzuschleppen, ist ein Beispiel und wäre (zumal in Hörweite unseres Kindes) wirklich nicht nötig gewesen.
Ich hab aber gerade nicht die Kraft, ihr das immer wieder zu sagen, und es sind auch nur so Banalitäten wie die o.g. Es nervt mich einfach nur. Ansonsten verstehen wir uns nämlich gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #229
Wenn ich beide Augen schließe und ignoriere, dass sie oft grenzüberschreitend (zumindest wiederholt) ist, verstehen wir uns gut. Ist jetzt nicht meine Definition von sich gut verstehen.
 
Tu me manques
Benutzer99399  Beiträge füllen Bücher
  • #230
und es sind auch nur so Banalitäten wie die o.g.
Ich empfinde das nicht als Banalität. Muss man einem Ex doch nicht unter die Nase reiben.
Ich fand es auch unnötig, dass mein Ex bei unserem letzten Telefonat betont hat, dass er ja sooo glücklich ist. Ein bisschen weniger Euphorie in Anbetracht der Tatsache, dass er sein restliches Leben ohne mich verbringen muss, fände ich schon angebracht. :pfff:
Ich habe heute auch Instagrambilder von ihm und seiner Neuen gesehen und habe mir dadurch den Tag verhageln lassen.
Naja, zurück zu dir: Ich glaube zu erinnern, dass die Beziehung mit deiner Ex offener war als die monogamen Beziehungen, die ich so führe. Vielleicht sieht sie das alles deshalb recht locker. Aber wenn du ihr schon gesagt hast, dass du das nicht hören willst, ist ihr Verhalten nicht okay. Und der Sohn muss ganz sicher auch nicht hören, dass seine Mutter heute knattern will.

Und zum eigentlichen Thema:
Es kommt in Wellen. Vor einem Monat kam ich emotional ganz gut klar. Die letzten 2 Wochen waren wieder eher hart für mich. In ein paar Wochen kann es wieder anders aussehen.
Ich bin die Traurigkeit jedenfalls leid. Ich suche jetzt aktiv nach einem Herren, der Lust hat, als willkommene Ablenkung herzuhalten.
(Bitte keine PNs, danke.)
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #231
Wenn ich beide Augen schließe und ignoriere, dass sie oft grenzüberschreitend (zumindest wiederholt) ist, verstehen wir uns gut. Ist jetzt nicht meine Definition von sich gut verstehen.
Es ist nicht falsch, das so zu benennen. Aber ich meine mit gut verstehen, dass wir abgesehen davon einen guten Umgang miteinander und einen guten Draht haben. Das habe ich geschrieben, weil ich nichts davon halte, sie wegen einer Sache zu verteufeln.
Ich empfinde das nicht als Banalität. Muss man einem Ex doch nicht unter die Nase reiben.
Ich fand es auch unnötig, dass mein Ex bei unserem letzten Telefonat betont hat, dass er ja sooo glücklich ist. Ein bisschen weniger Euphorie in Anbetracht der Tatsache, dass er sein restliches Leben ohne mich verbringen muss, fände ich schon angebracht. :pfff:
Unbedingt!
In meinem Fall merkt man nur auch, dass sie etwas verloren ist. Eine ihrer besten Freundinnen empfindet das wohl auch so. Und das löst dann wieder Mitgefühl bei mir aus. Weil ich das ja auch bin.
Ich glaube zu erinnern, dass die Beziehung mit deiner Ex offener war als die monogamen Beziehungen, die ich so führe. Vielleicht sieht sie das alles deshalb recht locker.
Schon, aber auch da galt die Regel, dass ich davon nichts wissen will (außer es ändert was oder ich frage gezielt nach) und das weiß sie ja.
Aber wenn du ihr schon gesagt hast, dass du das nicht hören willst, ist ihr Verhalten nicht okay. Und der Sohn muss ganz sicher auch nicht hören, dass seine Mutter heute knattern will.
Ich fand das völlig daneben. Habe nur nichts gesagt, weil es ihr Geburtstag war und der Sohn dabei, der wirklich andere Probleme hat.
Frage mich am Rande aber auch, ob es ein bisschen mit an mir liegt. Das passiert mir nicht das erste Mal, irgendwie werden mir gern so Sachen ungefragt erzählt. Es gibt auch dezente Ausnahmen, aber kommt schon öfter vor.
Es kommt in Wellen. Vor einem Monat kam ich emotional ganz gut klar. Die letzten 2 Wochen waren wieder eher hart für mich. In ein paar Wochen kann es wieder anders aussehen.
Ja, so ist das, und man weiß nie, wie es weitergeht und wie lange, ätzend.
Wie lang ist es jetzt nochmal bei Dir her? (also das endgültige Ende)
Ich bin die Traurigkeit jedenfalls leid. Ich suche jetzt aktiv nach einem Herren, der Lust hat, als willkommene Ablenkung herzuhalten.
Das war ja auch mein Vorhaben. Ist klar gescheitert.
Aber bei Dir klappt das. Wünsch ich Dir jedenfalls. Und glaub ich auch.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #232
Dass sie vorhin unvermittelt erzählte, heute Abend bei der Party einer Freundin beabsichtige sie wen abzuschleppen, ist ein Beispiel und wäre (zumal in Hörweite unseres Kindes) wirklich nicht nötig gewesen.
ICh finde es beachtlich, wie sie dafür überhaupt einen Kopf haben kann in der gegenwärtigen Situation.

Lebt ihr in einer Großstadt?
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #234
Die endgültige Trennung war Mitte April.
Das ist ja nicht nicht so lange. Ich hab nach dem Zeitraum überhaupt wieder ein bisschen den Kopf über Wasser bekommen (mit Schwankungen wie bei Dir) und erstmals ein paar Leute gedatet. Wobei ich mich frage, ob das zu früh war. Einerseits Ablenkung (positiv), andererseits eben nur Ablenkung. Würdest Du sagen, das funktioniert bei Dir im positiven Sinne?
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #235
ICh finde es beachtlich, wie sie dafür überhaupt einen Kopf haben kann in der gegenwärtigen Situation.
Meinst Du wegen der Situation meines Sohnes?
Sie hat, als das erstmals aufkam, das mit ihrer F+ vorübergehend auslaufen lassen und fand das wohl schade. Ich verstehe schon, dass sie auch an sich denkt. Ich kann das schlechter, aber ist das gut?
Und wie gesagt, sie wirkt dabei ziemlich verloren. Das tut mir irgendwie auch leid, auch wenn es mich gleichzeitig nervt.
Lebt ihr in einer Großstadt?
Es ist hier im Forum kein Geheimnis, dass wir in Berlin leben. Wieso fragst Du?
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #236
Meinst Du wegen der Situation meines Sohnes?
Ja...




Ich verstehe schon, dass sie auch an sich denkt
Warum?


Ich kann das schlechter, aber ist das gut?
Ich kann es nur nicht nachvollziehen, weil mein Kind dann meine volle und uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhalten würde.

Mich würde es auch nerven, weil sie kindlich selbstbezogen durchs Leben zu gehen scheint. Leid tun würde sie mit hingegen nicht, weil ich zwischen echter Hilfsbedürftigkeit und solcher unterscheide, bei der es in erster Linie darum geht, sich der eigenen Verantwortung zu entledigen.


Macht sie sich eigentlich Gedanken darum, ob sie etwas falsch gemacht hat bei eurem Sohn ? Oder sieht sich da null beteiligt dran ?
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #237
Weil Menschen, die sich selbst nicht vergessen, meines Erachtens die bessern Eltern sind als die, die ihre Bedürfnisse verdrängen.
Ich kann es nur nicht nachvollziehen, weil mein Kind dann meine volle und uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhalten würde.
Mich würde es auch nerven, weil sie kindlich selbstbezogen durchs Leben zu gehen scheint. Leid tun würde sie mit hingegen nicht, weil ich zwischen echter Hilfsbedürftigkeit und solcher unterscheide, bei der es in erster Linie darum geht, sich der eigenen Verantwortung zu entledigen.
Ich empfinde sie durchaus als aufmerksam. Aber manchmal ein bisschen hilflos mit sich und ihren Gefühlen.
Macht sie sich eigentlich Gedanken darum, ob sie etwas falsch gemacht hat bei eurem Sohn ? Oder sieht sich da null beteiligt dran ?
Ich denke, sie macht sich eher zu viele Gedanken, vielleicht nicht immer die richtigen. Dass sie etwas falsch gemacht hat, denke ich nicht. Meinst Du das und wenn ja, wie kommst Du darauf?
 
Tu me manques
Benutzer99399  Beiträge füllen Bücher
  • #238
Würdest Du sagen, das funktioniert bei Dir im positiven Sinne?
Naja, bisher hatte ich noch kein Date, das auch nur zu einem Kuss geführt hätte. Insofern kann ich das schlecht beurteilen.
Liegt das daran, dass ich noch nicht offen für neue Begegnungen bin? Ich glaube eher nicht. Ich finde die meisten Menschen eben nicht so attraktiv.
Aber immerhin hatte ich gestern mal ein Date, wo ich auch noch Lust auf ein 2. hätte.
 
G
Benutzer Gast
  • #239
Ich denke das ist individuell.
Trauer ist vielleicht das falsche Wort. Ich vermisse einfach die Person, die Gespräche, die Gesellschaft und das Gefühl der Zusammengehörigkeit.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #240
Naja, bisher hatte ich noch kein Date, das auch nur zu einem Kuss geführt hätte. Insofern kann ich das schlecht beurteilen.
Liegt das daran, dass ich noch nicht offen für neue Begegnungen bin? Ich glaube eher nicht. Ich finde die meisten Menschen eben nicht so attraktiv.
Das wollte ich gar nicht unterstellen. Ich frage mich nur in meinem Fall, ob es vor zwei Jahren zu früh war damit zu beginnen. Gegenbeispiele anderer sind willkommen.
Die Kussquote war gar nicht so schlecht, es waren halt nur acht Frösche. Zwei sahen wie Prinzen aus, drei entpuppten sich als Kröten, einer war vielleicht sogar wirklich ein Prinz.
Aber immerhin hatte ich gestern mal ein Date, wo ich auch noch Lust auf ein 2. hätte.
Das klingt doch gut. Viel Glück!
 
rapli2015
Benutzer151947  Verbringt hier viel Zeit
  • #241
Ich denke….und glaube fest daran das es der komplizierteste Schmerz auf Erden ist….und das schlimmste was man tun kann….sind Bilder…gemeinsame Abende im Kopf lässt.
Alles löschen und von vorne anfangen…das mit etwas traurig ist ok..aber auch der andere macht das durch…ich bin jetzt seit einem halben Jahr alleine und das ist nicht nett…aber kann auch positives draus gewinnen….
 
Es gibt 201 weitere Beiträge im Thema "Wie lange trauert ihr in der Regel nach einer Trennung?", die aktuell nicht angezeigt werden. Bitte logge Dich ein, um diese ebenfalls anzuzeigen.
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren