(Wie) kann komme ich mit den Problemen meiner Freundin klar?

Benutzer31012 

Verbringt hier viel Zeit
Hey Leute, ich schreibe mal hier rein um vielleicht den ein oder anderen Tipp zu bekommen oder auch einfach mal eine Sicht von außen auf das Ganze. Ich hoffe, es klingt nicht ganz gefühlskalt. Ich liebe sie! Aber wenn ich so etwas schreibe, versuche ich, dass von oben zu sehen.

Ich (25) habe meine Freundin (22) vor knapp 2,5 Jahren kennen gelernt. Damals habe ich in ihrer Stadt studiert und sie auch (Heimatstadt). Alles passte soweit. Glückliche Beziehung. Das einzige, was damals schon schlecht war, war ihre Wohnsituation. Sie hatte zuerst 2 Monate in einer WG mit alten Klassenkameraden gelebt, die gründlich schief ging (die anderen Leute waren bisschen extrem), dann flüchtete sie zurück zu ihren Eltern. Als ichsie kennen lernte, war sie gerade mit einer anderen Freundin zusammengezogen. Doch nach einigen Monaten ging auch das nicht mehr sooo gut, sie blieb jedoch wohnen. Bisschen Zweck-WG-mäßig.

Knapp ein halbes Jahr später im Herbst, kurz nach Semesterbeginn brach sie nach langem hin und her ihr Studium ab um ihr eigentliches Wunschstudium anzufangen. Sie hatte dann ein Jahr Leerlauf und arbeitete mal ein bisschen, machte ein paar Wochen Praktikum und so weiter. Letztes Frühjar zog ich dann studiumsbedingt in eine andere Stadt, 1,5 h entfernt. Wir waren zwar beide nicht begeistert aber es "musste" sein. Seitdem sehen wir uns aber trotzdem fast jedes Wochenende.

Sie bewarb sich dann im Herbst letztes Jahr auf mehrere Unis, eine in ihrer Stadt, eine in einer anderen Stadt und entschied sich für die andere Stadt (ungefähr gleiche Entfernung zu mir) - weil sie das Gefühl hatte, endlich mal auch mal aus der Stadt kommen zu müssen.

Nun, das Studium und die Stadt scheiterte gnadenlos. Die Mitbewohnerin war eine Psychopatin, das Studium stressig, sie hatte Heimweh. Sie rutschte in eine depressive Phase und brach alles ab und zog zurück zu ihren Eltern, wo sie erst einmal bleiben wollte und sich dann aber eine eigene Wohnung suchen. Seitdem lebst sie da in "Sicherheit" und das Leben ist wie das Jahr vorher: mal arbeiten, mal Praktikum. Sie hat sich nie (ärzliche) Hilfe geholt und das ganze auch so nie aktiv verarbeitet sondern aus meiner Sicht komplett verdrängt. Wir haben zwar in der Zeit viel geredet aber seit der Flucht nach Hause hat sie das Thema totgeschwiegen. Sie ist zwar stabil, jedoch hat sie nie etwas verarbeitet oder aufgearbeitet.

Jetzt wird sie ab Oktober wieder studieren. Den Wunschstudiengang, dieses mal in ihrer Heimatstadt. Noch ist sie da ganz zuversichtlich, auch wenn ich da bedenken habe. Sie wird wieder Stress haben und Schwierigkeiten, das zu verarbeiten.

Was mir aber noch mehr Sorgen macht, ist die Wohnsituation. Sie "schafft" es nicht, auszuziehen. Sie wollte immer mal wieder aber macht dann doch Rückzieher bzw. schiebt sich plötzlich selbst Gründe vor, warum es doch nicht geht. Zu unsicher, sie fühlt sich alleine und weiß, dass sie damit nicht klar kommen wird. Im Moment hat sie jeden Tag ihre Eltern um sich.
Jetzt hat sie es wieder versucht und eine Wohnung gefunden. Ich dachte schon, jetzt klappt es endlich. Bis sie mir gestern gesagt hat, dass sie es sich doch nicht zutraut und sich 20 Schritte zurückgeworfen fühlt.

Ich weiß langsam echt nicht mehr, was ich tun soll. Ewig kann es so nicht weiter gehen. Ich kann zwar die Belastung im Moment ertragen - aber nicht für immer. Sie hat einfach ausgeprägte Verlustängste und baut sich selbst riesige Mauern auf. Auch in anderen Fällen. Angst, dass die Eltern sich trennen, der Bruder sich nicht oft genug meldet und auch in Hinblick auf die Fernbeziehung hat sie immer noch starke "Probleme".

Ein Vorschlag: Rede mit ihr. Zwecklos. Sobald ein Gespräch in die Richtung kommt und sie sich unsicher fühlt, blockt sie ab. Sagt keinen Ton mehr. Sagt, dass sie wohl doch nicht so stark ist - aber auch nicht darüber reden will. Betreibt in dieser Hinsicht keine Selbstreflexion. Ich kann in dieser Hinsicht nur Monologe führen. Ich versuche ja, so gut es geht, den Druck rauszunehmen und sie einfach machen zu lassen. Dränge sie nicht, auch nicht wegen dem Auszug..

Aber das Thema Unsicherheit und Entscheidungsfreude betrifft auch andere Bereiche und tangiert immer wieder unsere Beziehung. Sie redet nicht so offen über Sex (wie ich es gerne hätte) oder Probleme in der Beziehung. Sagt nicht wirklich, was ihr da gefällt oder was sie stört.

Ich bin da genau das Gegenteil, denke sehr viel über alles nach und rede über meine Probleme. Das bringt meiner Meinung nach viel mehr. Aber es gibt bei solchen Sachen selten eine offene, ehrliche Kommunikation. Eine beliebte Antwort auf eine Frage ist von ihr "Weiß nicht". Auch auf Nachfrage.

Oh Gott, ich habe schon wieder viel zu viel geschrieben. Ich könnte noch mal so viel schreiben, aber das liest sich dann eh keiner durch.
Kurz zu mir noch: Ich werde noch ein halbes Jahr hier sein und dann auf Jobsuche gehen. Evtl auch in ihrer Heimatstadt, die ich auch sehr schön finde. Aber ich kann (und will) ihr nicht garantieren, dass wir im April dort zusammenziehen und ich dann da bin, weil es diese Sicherheit nicht gibt und ich denke, dass sie sich nicht von mir abhängig machen darf. In erster Linie muss sie selber wieder "normal" Leben können.

Eigentlich würde mich nur mal eure Meinung zu dem ganzen interessieren. Ich habe das Gefühl, dass in der Beziehung seit langem ein Ungleichgewicht herrscht und das auf Dauer nicht gut ist und ich brauche sie irgendwann wieder auf Augenhöhe haben. So wie es am Anfang war, als wir uns kennen gelernt haben. Das muss nicht morgen sein oder nächsten Monat aber im Moment sehe ich das einfach gaaar nicht vor mir.
So wie es jetzt läuft, wird sie ihr Studium anfangen und hoffentlich erstmal mit dem Stress klar kommen (was, wenn nicht???) und zuhause wohnen bleiben und darauf hoffen, dass ich nächstes Jahr zu ihr komme und wir zusammen ziehen (was wenn nicht???).

Über Meinungen und Tipps bin ich dankbar.
 

Benutzer154794 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wie es aussieht kann sich deine Freundin nur selbst helfen. Du hast scheinbar alles versucht.
Aber wieso belastet das dich so sehr?
Sag ihr das doch was du uns geschrieben hast und dass du ihr nur helfen möchtest und dass sich wegschauen auch nichts bringt.
Gub ihr Selbstvertrauen und mit, vergewisser ihr, dass du immer für die da bist.das wird sie sicher schätzen und sie aufbauen .

Ich wünsche euch beiden viel Glück :smile:
 
N

Benutzer

Gast
Was mir aber noch mehr Sorgen macht, ist die Wohnsituation. Sie "schafft" es nicht, auszuziehen.

Was ich mich so frage....

hat sie ein Problem damit bei ihren Eltern zu wohnen, oder haben die Eltern ein Problem damit, wenn sie jetzt erst mal dort wohnen bleibt? Ist ihre Wohnsituation ein Problem für eure Beziehung?
Oder anders... was genau ist so schlimm daran, wenn sie erst mal bei ihren Eltern wohnen bleibt, bis sie sich in ihrem Studiengang eingefunden hat?
Ich meine.. sie hat jetzt ein paar Mal beides gleichzeitig versucht - studieren und alleine wohnen. Hat nicht geklappt.
Wenn sie sich zu Hause einigermaßen wohlfühlt und dort unterstützt wird (weniger Stress) und die Uni gut erreichbar ist..
Ist doch auch eine finanzielle Frage - wenn sie auszieht muss sie mehr Geld aufbringen, bedeutet im Zweifel: Neben dem Studium jobben. Also noch mehr Stress und das, wo sie sich mit dem Studium jetzt wahrscheinlich ohnehin schon unter Druck setzt (nach dem Motto: Dieses Mal muss es klappen.)

So wie es jetzt läuft, wird sie ihr Studium anfangen und hoffentlich erstmal mit dem Stress klar kommen (was, wenn nicht???) und zuhause wohnen bleiben und darauf hoffen, dass ich nächstes Jahr zu ihr komme und wir zusammen ziehen (was wenn nicht???).

Was genau macht ihr eigentlich den Stress, im Studium?
Ist es ihr der Stoff zu viel / zu anspruchsvoll? Sind es zu viele Leute? Hat sie Prüfungsangst?
Weiß sie vielleicht nicht, wie sie am Besten lernt?

Aber.. okay..
Was wenn nicht.
Sie fängt den Studiengang an und stellt fest, dass es genau an den gleichen Stellen daneben läuft, wie die letzten Versuche.
Beim ersten Versuch hatte sie (für sich) eine Begründung: Falscher Studiengang. Falsche Wohnsituation.
Beim zweiten Versuch hatte sie (für sich) eine Begründung: Falscher Studienort. Falsche Wohnsituation.

Jetzt wohnt sie bei ihren Eltern (ist ja vielleicht hoffentlich für den Moment für sie eine gute Wohnsituation?), hat ihren "Traumstudiengang" und ihren "Traumstudienort".

Wenns jetzt also nicht klappt, wird sie sich damit auseinandersetzen müssen, woran es liegt. Prüfungsanst? Motivation? Lerntechniken? Soziale Schwierigkeiten?
Und wenn sie das weiß - aber vielleicht weiß sie das ja jetzt schon, habt ihr mal drüber gesprochen? - dann kann sie sich Lösungsmöglichkeiten überlegen.
Andere Lerntechniken, nur 2/3 der Kurse pro Semester, eine Therapie, was auch immer.

Oder sie kommt dann zu dem Schluss, dass so ein Studium doch gar nichts für sie ist, orientiert sich neu und sucht sich ne Ausbildung. Mit Jobs und Praktika hat das ja auch geklappt, also, vielleicht liegt ihr Berufsleben einfach besser als das Studium?

Mir kommt das so vor, als wäre es *dir* wichtig, dass sie nicht bei ihren Eltern wohnt, und *dir* wichtig, dass sie ihr Studium abschließt. Oder zumindest wichtiger, als ihr.
Täuscht das?
Und wenn nicht, warum ist das so?
 

Benutzer31012 

Verbringt hier viel Zeit
Danke mal für die Antworten. Ich gehe mal darauf ein.

Was ich mich so frage....

hat sie ein Problem damit bei ihren Eltern zu wohnen, oder haben die Eltern ein Problem damit, wenn sie jetzt erst mal dort wohnen bleibt? Ist ihre Wohnsituation ein Problem für eure Beziehung?
Oder anders... was genau ist so schlimm daran, wenn sie erst mal bei ihren Eltern wohnen bleibt, bis sie sich in ihrem Studiengang eingefunden hat?

Nun, allgemeine gibt es da wenig Probleme. Sie kommt mit ihren Eltern klar und diese mit ihr. Sie würden sie natürlich nie rausschmeißen. Allerdings (und das weiß ich auch aus Gesprächen mit der Mutter) wären sie schon auch irgendwie froh, wenn sie irgendwann wieder auszieht. Man gewöhnt sich als Eltern ja auch daran, mal wieder die Wohnung für sich zu haben. Ich glaube, wenn die Kinder mal zwei Jahre weg waren und dann plötzlich das eine komplett da wohnt und der Freund oft da ist, ist das schon etwas anderes.

Außerdem ist die Wohnsituation in gewisser Weise auch schlecht für die Beziehung. Ich besuche eben nicht mehr meine Freundin, sondern die Familie. Es ist gar nicht unbedingt so, dass sie uns Samstags um 9 zum Frühstück holen aber wenn sie eben sagen, "morgen frühstücken wir um 9", dann will meine Freundin das eben gemeinsam machen. Früher oder bei mir hatten wir Samstag morgen oft Sex. Der fällt dann halt weg, genauso wieder der Sex mal spontan Nachmittags. Mich schränkt das schon ein.
Ich denke diese Freiheit liebt jeder, der länger ausgezogen ist.

War bei ihr ja auch so. Sie hat ja auch alleine gewohnt. Aber diese Rückentwicklung und Flucht in die Familie macht mir schon in gewisser Weise Sorge. Vor allem eben nicht ein paar Wochen oder Monate, sondern dass sie es mittlerweilee so stark braucht, dass sie schon Probleme hat, wenn ihre Eltern zwei Tage wegfahren und sie nicht bei mir ist.



Ich meine.. sie hat jetzt ein paar Mal beides gleichzeitig versucht - studieren und alleine wohnen. Hat nicht geklappt.
Wenn sie sich zu Hause einigermaßen wohlfühlt und dort unterstützt wird (weniger Stress) und die Uni gut erreichbar ist..
Ist doch auch eine finanzielle Frage - wenn sie auszieht muss sie mehr Geld aufbringen, bedeutet im Zweifel: Neben dem Studium jobben. Also noch mehr Stress und das, wo sie sich mit dem Studium jetzt wahrscheinlich ohnehin schon unter Druck setzt (nach dem Motto: Dieses Mal muss es klappen.)

Sie kann es sich gut leisten. Bekommt unterstützung von den Eltern, Bafög und die Mieten sind nicht teuer. Stress im Sinne von mehr machen wäre nicht da. Sie träumt ja auch davon, endlich ihre Wohnung einzurichten usw.
Die Doppelbelastung wäre natürlich auch nicht da gewesen, wenn sie schon vor dem Studium (z.B. jetzt) umgezogen wäre...

Was genau macht ihr eigentlich den Stress, im Studium?
Ist es ihr der Stoff zu viel / zu anspruchsvoll? Sind es zu viele Leute? Hat sie Prüfungsangst?
Weiß sie vielleicht nicht, wie sie am Besten lernt?

Sie macht sich wegen Kleinigkeiten selber fertig und ist sich unsicher. Ich habe bei meinem Studium auch eine Portion Selbstironie und Zynismus gebraucht. "10 Prüfungen in einer drei Wochen...Klar, ist ja kein Stress"...

Aber.. okay..
Was wenn nicht.
Sie fängt den Studiengang an und stellt fest, dass es genau an den gleichen Stellen daneben läuft, wie die letzten Versuche.
Beim ersten Versuch hatte sie (für sich) eine Begründung: Falscher Studiengang. Falsche Wohnsituation.
Beim zweiten Versuch hatte sie (für sich) eine Begründung: Falscher Studienort. Falsche Wohnsituation.

Jetzt wohnt sie bei ihren Eltern (ist ja vielleicht hoffentlich für den Moment für sie eine gute Wohnsituation?), hat ihren "Traumstudiengang" und ihren "Traumstudienort".

Wenns jetzt also nicht klappt, wird sie sich damit auseinandersetzen müssen, woran es liegt. Prüfungsanst? Motivation? Lerntechniken? Soziale Schwierigkeiten?
Und wenn sie das weiß - aber vielleicht weiß sie das ja jetzt schon, habt ihr mal drüber gesprochen? - dann kann sie sich Lösungsmöglichkeiten überlegen.
Andere Lerntechniken, nur 2/3 der Kurse pro Semester, eine Therapie, was auch immer.

Ja, das wird sie wohl müssen...Nur war sie nach dem letzten mal so fertig, dass zumindest ich das nicht noch mal erleben will. Panikattacken, nächtelang nicht schlafen, weinende Telefonate usw. Vielleicht muss sie selbst mal wirklich ganz unten sein um zu merken, dass sie was ändern will. Aber das macht mich fertig.

Mir kommt das so vor, als wäre es *dir* wichtig, dass sie nicht bei ihren Eltern wohnt, und *dir* wichtig, dass sie ihr Studium abschließt. Oder zumindest wichtiger, als ihr.
Täuscht das?
Und wenn nicht, warum ist das so?

Mir ist es in erster Linie wichtig, dass es ihr gut geht. Das ist wahrscheinlich *mein* Problem - mich zu stark für andere Menschen zu interessieren. Das stimmt. Zur Wohnsituation habe ich oben schon was geschrieben.
Dass sie das Studium abschließt ist für sie extrem wichtig. Es gibt keinen Plan B. Und es wäre extrem wichtig für ihr Selbstwertgefühl, was im Moment im Keller ist. Außerdem muss ich für mich und uns ja auch planen. In welche Stadt soll ich gehen? Wo und wie soll ich arbeiten. Ich habe da ja Möglichkeiten und will auch keien Fernbeziehung auf Dauer.
Z.B. könnte ich meine Masterarbeit auch teilweise von zuhause aus schreiben. Das könnte ich auch bei ihr machen. Aber ich will ehrlich gesagt nicht jede Woche Freitag bis Montag bei ihren Eltern wohnen.


Tja, das Ding ist halt: Wie verhalte ich mich? Sage ich gar nichts mehr zu dem Thema? Was, wenn das Thema aufkommt? Oder mache ich ihr mal knallhart klar, wie es bei mir aussieht und setze ihr die Pistole auf die Brust. Aber das bringt wahrscheinlich auch nicht viel außer Druck...
 

Benutzer132677  (40)

Meistens hier zu finden
Ich vermute mal, sie ist ein Einzelkind? Ihre Eltern haben sie nicht ausreichend auf die Selbstständigkeit vorbereitet. ja, es ist schmerzhaft, ja das Heimweh kann belasten, ich weiß wovon ich rede. Meine Eltern haben mich mit 16 aus dem Haus geworfen, nach dem Prinzip, friss oder stirb. Letztlich ist es nur eine Umstellung, sie ist radikal, aber notwendig. Und sie muss ihn langsam gehen mit 22. Als ihr freund kannst du sie natürlich unterstützen, aber es liegt nicht an dir, sie an diesen Punkt zu bringen. Eigentlich müssten ihre Eltern aktiv werden und etwas nachhelfen.
 
N

Benutzer

Gast
War bei ihr ja auch so. Sie hat ja auch alleine gewohnt. Aber diese Rückentwicklung und Flucht in die Familie macht mir schon in gewisser Weise Sorge. Vor allem eben nicht ein paar Wochen oder Monate, sondern dass sie es mittlerweilee so stark braucht, dass sie schon Probleme hat, wenn ihre Eltern zwei Tage wegfahren und sie nicht bei mir ist.

Klingt nach einem größeren Problem als einem verwöhnten Einzelkind :zwinker:
Oder ist das für sie keins? Stört es sie nicht, dass sie nicht (mehr) allein sein kann?



Ja, das wird sie wohl müssen...Nur war sie nach dem letzten mal so fertig, dass zumindest ich das nicht noch mal erleben will. Panikattacken, nächtelang nicht schlafen, weinende Telefonate usw. Vielleicht muss sie selbst mal wirklich ganz unten sein um zu merken, dass sie was ändern will. Aber das macht mich fertig.

Und die Panikattacken kamen einfach so aus dem Nichts und es gab vorher keine anderen Signale, an denen sie festmachen hätte können "es gibt da ein Problem" - und ins Nichts sind sie wieder verschwunden? Oder hat sie die jetzt auch noch, zB wenn ihre Eltern mal 2 Tage nicht da sind und du nicht bei ihr bist?

Sie macht sich wegen Kleinigkeiten selber fertig und ist sich unsicher.
Auch nicht schön, sich selbst fertig zu machen und unsicher sein. Und das ist ja sicher nicht auf die Uni beschränkt, nehme ich mal an.

Also, wie findet sie das? Würde sie das nicht ändern wollen?
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hi dreader,

erstmal..nein..du hast nicht "zu viel" geschrieben. Deine Beiträge sind Informationsreich und gut geschrieben...in diesem Fall kann es nur "zu wenig" geben. Also schreib ruhig weiter viel, denn das hilft die Situation einzuschätzen.

Ich finde es gut, wie reflektiert du bist und wie wie überlegt du mit deiner Situation umgehst. Dein Problem ist ganz klar, dass du dir Gedanken machst, wie deine und eure Zukunft aussehen könnte. Du würdest gerne mit ihr die Zukunft planen, weißt aber nicht, ob du wirklich mit ihr rechnen kannst. Das ist gut nachvollziehbar.
Oder um mal die Alternativen ganz knallhart aufzuzählen:
- du suchst dir einen Job in ihrer Studienstadt und sie wohnt weiter bei den Eltern
- du suchst dir einen Job in ihrer Studienstadt und ihr zieht zusammen
- du suchst dir einen Job in ihrer Studienstadt, ihr trennt euch und du bereust es dem Job vor einem besseren Angebot, den Vorzu gegeben zu haben
- du suchst dir frei einen Job und ihr habt weiter eine Fernbeziehung, was auf Dauer ebenfalls nicht gut für die Beziehung ist und auch eine Trennung zur Folge haben könnte.

Ich glaube, du bist in Gedanken schon mehr als einmal über eine mögliche Trennung geschweift und zögerst aktuell. Du würdest vermutlich auch gerne ein Signal von ihr haben, dass dir sagt: "ja..es geht weiter!".

Bei ihr fällt mir auf, dass scheinbar häufig wer anders die Verantwortung trägt. Ständig hat sie mit "Psychopathen" und Leuten zusammen gewohnt und ständig hat es deswegen nicht geklappt. Ich will gar nicht behaupten, dass das ein- oder andere Mal nicht tatsächlich jemand dabei war, der völlig durchgeknallt ist. Wenn es aber jedes Mal wegen "den anderen" schief geht, dann werde ich etwas stutzig...
Weiterhin war auch immer "das Studium" schuld...die Umstände..whatever. Das finde ich etwas bedenklich, denn wie du schon sagst, sind diese Verhaltensweisen ja auch innerhalb der Beziehung wiederzufinden. Ja..sie macht sich selbst klein und sagt "dann bin ich wohl doch nicht so stark"...aber auch damit entszieht sie sich ihrer Verantwortung. Sie steht nicht dafür ein, dass sie etwas nicht geschafft hat...die Umstände sind schuld.

Das finde ich sehr kritisch, weswegen meine erste Frage ist: Ist das bei euch auch so? Also dass sie entweder jemandem oder etwas anderem die Schuld gibt, wenn etwas in der Beziehung nicht stimmt und dadurch die Dinge auch Beziehungsintern nicht aufgearbeitet werden? Das würde zumindest bei mir für einen ordentlichen Fruststau sorgen...

Ich könnte auch nicht (mehr) damit umgehen, wenn mir jemand nicht antwortet und nicht sagt was Sache ist. Das hatte ich bei zwei exen..ich habe mir danach geschworen sowas nicht mehr mitzumachen und dann die passende Frau dazu gefunden. Ich kann dir nicht sagen, wie erleichternd das ist.
Es ist nunmal so, dass das Leben viele Hürden hat und man manchmal ganz schön an verschiedenen Sachen zu knabbern hat...macht man es sich als Paar zusätzlich noch schwer, in dem man nicht miteinander redet und sich austauscht, dann ist die Belastung schnell zu groß und die Beziehung zerbricht.

Ich habe mit meiner Ex damals auch ohne Druck angefangen...wenn sich da wirklich nichts ändert, kann man eben nur noch eindringlicher sagen, dass so die Beziehung in Gefahr ist, oder eben gleich gehen....oder man hält es halt so aus und macht das alles mit.

Keine Ahnung, wie deine Freundin reagiert und ob sie solche Gefahren auch weit von sich weist...aber einen Versuch wäre es wert, denn ich denke du bist da ähnlich wie ich gestrickt. Ich wollte auch immer eine Beziehung auf Augenhöhe und im Moment ist das eben nicht der Fall bei dir. Das ist an und für sich eigentlich alles eine Weile tragbar..aber eben nur, wenn man auch das Gefühl vermittelt bekommt, dass sich da was tut und dass der Partner eben sein Päckchen versucht selbst anzupacken.

Deine Freundin hat doch schon recht massive Probleme und ich denke nicht, dass sie das ganz alleine überwinden wird. Vielleicht kannst du ihr auch vorschlagen, dass sie sich Hilfe in Form einer Therapie sucht. Denn mal ganz ehrlich..was ist schlimmer? Mal über die Probleme reden und sie angehen und dann weiter machen, oder sich als kompletter Versager fühlen, weil man das 3. Studium abgebrochen hat und im Leben nichts auf die Reihe zu bringen? Alles ist doch am Ende besser, als sich zu vergraben und aufzuhören zu leben.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Letztlich sind doch, wenn man es mal realistisch betrachtet, die einzigen echten Alternativen für dich, um es einigermaßen erträglich zu machen, eine Therapie für sie oder eine Trennung.

Ihre Probleme hängen ziemlich offensichtlich NICHT mit der Wohnsituation zusammen. Sie hat anscheinend relativ massive psychische Probleme und ohne professionelle Hilfe wird sich da nicht viel zum besseren wenden.
Du kannst den Kampf nicht für sie ausfechten. Mach bloß nicht deine ganze Lebensplanung von Sachen abhängig, die sie betreffen.

Das ganze erinnert mich extrem frappierend an die Situation zwischen mir und meiner Ex vor einigen Jahren. Ich habe da extrem lange geschwankt und letztlich war ?leider? die Trennung die beste Entscheidung, die ich dann auch getroffen und nie bereut habe.
 

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Ich muss ja sagen, ich versteh das Problem nicht ganz. Also natürlich, ich verstehe, dass es schwierig ist, wenn der Partner zeitweise Depressionen oder Panikattacken hat, aber insgesamt sehe ich eure Situation nicht so schwarz. Denn erstens, hat sie sich bisher ja immer wieder gefangen und aktiv nach Lösungen gesucht. Sie hat sich nicht einfach hängen lassen und nichts mehr in Angriff genommen, sondern sie hat beschlossen die Uni/den Wohnort/die Wohnsituation zu wechseln. Und dann hat sie immer wieder Wege gefunden, um dann wieder weitermachen zu können. Ich finde es auch sehr positiv, dass sie jetzt mit dem Studium an einer anderen Uni weitermachen möchte. Dazu kommt, dass, so wie ich das verstanden habe, sie bereits ihren Bachelorabschluss hat, oder? Wenn das so wäre, könnte sie dann nicht vll auch schon damit einen Job finden, falls es mit dem Master nicht klappt?
Ansonsten habe ich das Gefühl, dass du ein Mensch bist, der das Leben gerne sehr geradlinig lebt und Probleme damit hat, wenn dies aufgrund äußerer Umstände nicht so möglich ist. Ich kenne z.B. sehr viele Menschen, die öfters mal ihren Studiengang gewechselt haben oder sich halt mehr Zeit fürs Studium genommen haben, wenn es anders nicht geht. Vielleicht könntest du da auch mal Druck für sie rausnehmen, indem ihr euch beide klar macht, dass die Welt nicht untergeht, wenn sie halt etwas langsamer studiert.
Bezogen auf die Wohnsituation verstehe ich, dass sie aufgrund der ganzen negativen Erfahrungen mit Mitbewohnern etc. erstmal kein Interesse mehr hat auszuziehen und allein zu wohnen scheint einfach nicht ihr Ding zu sein. Die wirkliche Lösung für dieses Problem liegt für mich eigentlich auf der Hand. Ihr zwei solltet sobald wie möglich zusammenziehen. Dann hat sie jemanden, mit dem sie gerne zusammenwohnen möchte und muss nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, was dich ja anscheinend belastet. Da du ja sagst, du könntest eigentlich schon deine Masterarbeit bei ihr im Ort schreiben, könntet ihr euch doch dann direkt eine gemeinsame Wohnung suchen oder nicht? Dann wäre das absehbar und sie müsste sich jetzt nicht weiterhin wegen der Wohnsituation stressen.
 

Benutzer31012 

Verbringt hier viel Zeit
Danke mal für die Antworten. Ich schreibe heute Abend was dazu, bin gerade auf Arbeit. Besonders der Beitrag von Damian trifft es in vielen Bereichen richtig gut. Aber wie gesagt, später ausführlich.

Kurz was informatives zu ihr: sie hat keinen Abschluss bisher. Und ich habe garantiert nicht dagegen, wenn man den Studiengang wechselt oder länger braucht. Zu ihrem ersten Wechsel habe ich sie ermutigt, da sie da eben an sich gezweifelt hat, ob ein Wechsel gut und richtig ist.

Die wirkliche Lösung für dieses Problem liegt für mich eigentlich auf der Hand. Ihr zwei solltet sobald wie möglich zusammenziehen. Dann hat sie jemanden, mit dem sie gerne zusammenwohnen möchte und muss nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, was dich ja anscheinend belastet. Da du ja sagst, du könntest eigentlich schon deine Masterarbeit bei ihr im Ort schreiben, könntet ihr euch doch dann direkt eine gemeinsame Wohnung suchen oder nicht? Dann wäre das absehbar und sie müsste sich jetzt nicht weiterhin wegen der Wohnsituation stressen.

Damit richte ich mich komplett nach ihr, sie muss sich nicht kümmern und hat es geschafft mal wieder nicht reflektieren oder entscheiden zu müssen. Ich habe den Stress und die Entscheidung und sie ist fein raus. Das hört sich jetzt vielleicht knallhart an abe kann man das verstehen?
Außerdem weiß ich nicht genau, was nach der MA kommt und ob ich dann nicht wieder ausziehen muss.
 

Benutzer141862 

Sehr bekannt hier
Es wäre interessant zu wissen, was für eine Person deine Freundin ist und wie ihr Leben vor eurem Kennenlernen aussah. Hat sie Freunde und pflegt sie soziale Kontakte? Kommt sie mit den alltäglichen Problemen und Herausforderungen klar? Fällt es ihr leicht, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit den neuen Lebenssituationen abzufinden? Hat sie neben ihren Träumen auch Ziele und sie sie selbst Wege, wie sie diese erreichen kann? usw.

Die Punkte, die du geschildert hast, können sowie eine schwierige Lebensperiode sein (z.B. nach einem traumatischen Erlebnis) - da fühlt sich man allgemein schwach und unsicher, kommt aber früher oder später daraus - als auch ihre Persönlichkeit, die solche Herausforderungen generell nicht lösen kann. Dann bringt jeder Druck (auch wenn du es gut meinst und sie unterstützen möchtest) von Nichts bis emotionalen Schmerzen. Jedoch muss ich sagen, deiner Beschreibung nach, sieht es eher nach der zweiten Variante aus....
 

Benutzer7447  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hey zusammen.
Sehe nur ich gerade die andere Seite?
Also die Fakten für mich:
- Freundin hat ein paar Mal Pech mit WGs gehabt, egal durch wen geschuldet
- Freundin hat ein paar Mal Pech mit dem Studium gehabt und sich auf den Popo gesetzt
- Freundin hat immer wieder Lösungen gefunden und ist Wege gegangen, zugegeben etwas quer aber ihren Weg

Der Ersteller aber hingegen schimpft:
- Das sie zuhause wohnt stört ihn weil die Familie da ist. Ihr gibt es gerade in ihrer jetzigen Situation aber viel Halt.
- Das sie es dann genießt Samstags morgen mit der Familie zu frühstücken und scheinbar Familienmensch ist stört ihn. Er hätte da lieber gerne wieder Sex.
- Das sie nicht so offen über Sex reden kann wie er es gerne hätte (!) stört ihn
- Das er über vieles nachdenkt und sie oft mit "Weiß nicht" antwortet, stört ihn.

Ich sehe auch gerade mal die andere Seite. Denn er scheint sie zu einem gewissen Typ Mensch formen zu wollen....
Sie ist aber wie sie ist und versucht so auf die Beine zu kommen. Ja, ein bißchen wie ein frisch geborenes Fohlen, aber es wird.
Und ihre Eltern wollen ja auch gerne, dass sie mal wieder auszieht. Zugleich will er aber nicht, dass sie von ihm abhängig ist.
Es gibt aber nun mal Menschen, die ein hohes Schutzbedürfnis haben und mit alleine sein nicht umgehen können.
Na und? Das macht diese Menschen nicht weniger wertvoll. Und warum soll sie nun in eine Wohnung ziehen und alles aufgebaute riskieren damit er Sex haben kann? Sorry, nein.

Warum versuchst du es denn nicht mit Mittelwegen? Warum musst du zu ihr kommen? Warum kann sie nicht zu dir in deine (hoffentlich eigene) Wohnung kommen? Dann ist auch der Sex am Nachmittag und morgens drin.
Schlag ihr doch ein Wechselmodell vor, mal bei ihr und mal bei dir? Also pro Woche wird gewechselt?
Und dann solltest du überlegen, was du persönlich willst: Willst du diese Frau, dann nimm sie wie sie ist. Mit weiß ich nicht und mit dem wenigen Gesprächsdrang über Sex. Und dann sprech mit ihr, wie euer gemeinsames Morgen nach deinem Master aussehen kann. Ob du in der Region was findest und pendeln kannst, ob ihr etwas findet ab wo beide pendeln können und so weiter. Du musst sie mitnehmen (geistig) und auf sie eingehen. Und nicht deinen Weg und deine Vorstellungen durchsetzen wollen.
Wenn du hingegen eine Frau willst, die geradlinig ist, die deine geistige Haltung teilt und mit dir auch über Sex und ihre Bedürfnisse sprechen kann dann trenne dich.... Dann passt es nicht. Ist gemein, aber ist so.

Ich kann dir da nur aus meiner Erfahrung erzählen....
Ich hatte eine ähnliche Beziehung vor Jahren. Sie hatte sexuell betrachtet auch wenig Interesse, das was da war (Missionar) geht doch und läuft. Und sie war auch sehr schüchtern von der Art und ich zu dominant.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich eher versucht habe sie an meine Bedürfnisse anzupassen als sie zu nehmen wie sie ist. Dann bin ich gegangen.
Ja, war damals nicht so toll und auch schmerzhaft. Aber als wir nach Jahren wieder gesprochen haben mussten wir beide feststellen, dass es passt wie es ist. Sie ist immer noch eher schüchtern und dennoch ein herzensguter und treuer Mensch.
Hätte ich diese Art gekonnt wären wir vielleicht ein Leben lang zusammen geblieben. Aber es hätte keinen von uns je glücklich gemacht. Daher kann ich nur jedem raten den anderen Menschen nicht verändern zu wollen. Er ist dann nicht mehr er und das tut weder ihm noch dem Partner gut.
Dann lieber die Einsicht, dass die Bedürfnisse nicht passen und man woanders besser weiterkommt.
Dann haben wenigstens beide die Chance, das passende Gegenstück zu finden.




Gruß
 

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Damit richte ich mich komplett nach ihr, sie muss sich nicht kümmern und hat es geschafft mal wieder nicht reflektieren oder entscheiden zu müssen. Ich habe den Stress und die Entscheidung und sie ist fein raus. Das hört sich jetzt vielleicht knallhart an abe kann man das verstehen?
Ich kann es nicht so recht verstehen, denn es klingt so als rechnest du Sachen gegeneinander auf, statt für dich und deine Partnerin das beste zu tun. Manchmal ist einer leider der schwächere Part in einer Beziehung - das kann sich in anderen Lebensphasen wieder umkehren - und wenn man den anderen liebt, sollte man in solchen Phasen versuchen, den Partner zu unterstützen und das Beste für ihn zu tun. Zumal, wenn dieses Beste auch noch für einen selber Vorteile hat, wie das man endlich mit dem Partner zusammenwohnen kann und keine Fernbeziehung mehr haben braucht.
 

Benutzer31012 

Verbringt hier viel Zeit
Ok, hier ist ja viel geschrieben worden. Ich versuche mal auf alles einzugehen.

Ich vermute mal, sie ist ein Einzelkind? Ihre Eltern haben sie nicht ausreichend auf die Selbstständigkeit vorbereitet. ja, es ist schmerzhaft, ja das Heimweh kann belasten, ich weiß wovon ich rede. Meine Eltern haben mich mit 16 aus dem Haus geworfen, nach dem Prinzip, friss oder stirb. Letztlich ist es nur eine Umstellung, sie ist radikal, aber notwendig. Und sie muss ihn langsam gehen mit 22. Als ihr freund kannst du sie natürlich unterstützen, aber es liegt nicht an dir, sie an diesen Punkt zu bringen. Eigentlich müssten ihre Eltern aktiv werden und etwas nachhelfen.

Sie ist kein Einzelkind. Und sie "war" ja auch sehr selbstständig in Richtung ausziehen. Das erste mal mit 18 nach dem Abi war überhaupt nicht gezwungen. Dass es da nicht geklappt hat, kann ich verstehen, die Leute waren echt komisch bzw. habe sich dahin entwickelt (kenne ich selber). Aber da hat sie eben nicht dagegengeredet sondern ist geflüchtet. Zum Zeitpunkt als ich sie kennen gelern habe, ist sie aber gerade schon wieder ausgezogen. Und dort ist sie dann auch wohnen geblieben bis zum Studienwechsel.
Zum Thema Selbstständig und von zuhause weg: Wir sind zusammen schon wochenlang rumgereist. Da gab es nie Probleme. Das war zwar auch zu zweit aber wie gesagt, ohne Probleme. Organisieren, durchführen,...


Oder ist das für sie keins? Stört es sie nicht, dass sie nicht (mehr) allein sein kann?

Es stört sie schon aber wohl nicht genug, dass sie etwas ändern muss. Im Moment ist sie ja nicht alleine.


Und die Panikattacken kamen einfach so aus dem Nichts und es gab vorher keine anderen Signale, an denen sie festmachen hätte können "es gibt da ein Problem" - und ins Nichts sind sie wieder verschwunden? Oder hat sie die jetzt auch noch, zB wenn ihre Eltern mal 2 Tage nicht da sind und du nicht bei ihr bist?

Das hat sich innerhalb von einigen Wochen aufgebaut. Die Mitbewohnerin war echt krankhaft und sie hat eben wie schon in der ersten WG nichts dagegen gesagt sondern sich geflüchtet. War die Wochenenden immer bei mir und da sie eh viel in der Uni war, hat sie sie nicht so oft gesehen. Aber das hat ihr schon viel zu schaffen gemacht. Und den anderen Rückhalt, den sie durch Freunde gebraucht hätte, hatte sie nicht (neu in der Stadt). Wir haben dann zusammen einen Plan gemacht, wie sie zumindest Stunden vom Studium reduzieren kann und sie hat sich beraten lassen. Aber dann war es doch zu viel.

Also, wie findet sie das? Würde sie das nicht ändern wollen?

Ändern wollen...schwieriger Ausdruck. Theoretisch bestimmt. Wenn sie genau wissen würde wie. Das wüsste ich jetzt auf Anhieb auch nicht. Aber damit selber beschäftigen tut sie nicht. Und das Thema Psychologe hatten wir in der Studienzeit auch, aber das hat sie immer abgelehnt. "Sie kann da ja mit mir schon kaum drüber reden, das bringt dann mit einem Fremden nichts". Nachdem sie wieder daheim war, ging es ihr ja auch schnell wieder besser. Und ab da war das Thema dann eh gegessen, weil sie sowas jetzt ja eh nicht mehr braucht.

Ich glaube, du bist in Gedanken schon mehr als einmal über eine mögliche Trennung geschweift und zögerst aktuell. Du würdest vermutlich auch gerne ein Signal von ihr haben, dass dir sagt: "ja..es geht weiter!".

Ich habe noch nicht ernsthaft über eine Trennung nachgedacht, aber ja, ich denke, mit einem Signal wäre schon vieles besser. Ich will sie eigentlich wegen "so etwas" nicht im Stich lassen und die Beziehung will ich auch nicht aufgeben. Eine depressive Phase kann jedem mal passieren. Wichtig ist halt nur, dass man wieder raus kommt.

Bei ihr fällt mir auf, dass scheinbar häufig wer anders die Verantwortung trägt. Ständig hat sie mit "Psychopathen" und Leuten zusammen gewohnt und ständig hat es deswegen nicht geklappt. Ich will gar nicht behaupten, dass das ein- oder andere Mal nicht tatsächlich jemand dabei war, der völlig durchgeknallt ist. Wenn es aber jedes Mal wegen "den anderen" schief geht, dann werde ich etwas stutzig...
Weiterhin war auch immer "das Studium" schuld...die Umstände..whatever. Das finde ich etwas bedenklich, denn wie du schon sagst, sind diese Verhaltensweisen ja auch innerhalb der Beziehung wiederzufinden. Ja..sie macht sich selbst klein und sagt "dann bin ich wohl doch nicht so stark"...aber auch damit entszieht sie sich ihrer Verantwortung. Sie steht nicht dafür ein, dass sie etwas nicht geschafft hat...die Umstände sind schuld.

Stimmt garantiert teilweise. Es war viel Mist dabei, den sie erlebt hat. Aber sie entzieht sich ihrer Verantwortung.


Das finde ich sehr kritisch, weswegen meine erste Frage ist: Ist das bei euch auch so? Also dass sie entweder jemandem oder etwas anderem die Schuld gibt, wenn etwas in der Beziehung nicht stimmt und dadurch die Dinge auch Beziehungsintern nicht aufgearbeitet werden? Das würde zumindest bei mir für einen ordentlichen Fruststau sorgen...

Ich könnte auch nicht (mehr) damit umgehen, wenn mir jemand nicht antwortet und nicht sagt was Sache ist. Das hatte ich bei zwei exen..ich habe mir danach geschworen sowas nicht mehr mitzumachen und dann die passende Frau dazu gefunden. Ich kann dir nicht sagen, wie erleichternd das ist.
Es ist nunmal so, dass das Leben viele Hürden hat und man manchmal ganz schön an verschiedenen Sachen zu knabbern hat...macht man es sich als Paar zusätzlich noch schwer, in dem man nicht miteinander redet und sich austauscht, dann ist die Belastung schnell zu groß und die Beziehung zerbricht.

Ich habe mit meiner Ex damals auch ohne Druck angefangen...wenn sich da wirklich nichts ändert, kann man eben nur noch eindringlicher sagen, dass so die Beziehung in Gefahr ist, oder eben gleich gehen....oder man hält es halt so aus und macht das alles mit.

Keine Ahnung, wie deine Freundin reagiert und ob sie solche Gefahren auch weit von sich weist...aber einen Versuch wäre es wert, denn ich denke du bist da ähnlich wie ich gestrickt. Ich wollte auch immer eine Beziehung auf Augenhöhe und im Moment ist das eben nicht der Fall bei dir. Das ist an und für sich eigentlich alles eine Weile tragbar..aber eben nur, wenn man auch das Gefühl vermittelt bekommt, dass sich da was tut und dass der Partner eben sein Päckchen versucht selbst anzupacken.

Ich muss halt ganz ehrlich sagen, dass ich das Gefühl habe, dass es, wenn ich etwas anspreche, oft ähnlich endet. Sie hört sich irgendwie Sachen an, sagt wenig dazu und sagt irgendwann gar nichts mehr. Sie selber beschwert sich nicht, da sie ja "keine Probleme hat". Sie ist sehr harmoniebedürftig und schluckt die Sachen dann wahrschinlich eher runter. Auch wenn es ein bisschen besser geworden ist.

Deine Freundin hat doch schon recht massive Probleme und ich denke nicht, dass sie das ganz alleine überwinden wird. Vielleicht kannst du ihr auch vorschlagen, dass sie sich Hilfe in Form einer Therapie sucht. Denn mal ganz ehrlich..was ist schlimmer? Mal über die Probleme reden und sie angehen und dann weiter machen, oder sich als kompletter Versager fühlen, weil man das 3. Studium abgebrochen hat und im Leben nichts auf die Reihe zu bringen? Alles ist doch am Ende besser, als sich zu vergraben und aufzuhören zu leben.

Der Vorschlage stand schon im Raume aber wie gesagt: Zwingen kann und will ich sie nicht und zu viel Druck aufbauen ja auch nicht. Von sich aus macht sie es aber nicht.

Letztlich sind doch, wenn man es mal realistisch betrachtet, die einzigen echten Alternativen für dich, um es einigermaßen erträglich zu machen, eine Therapie für sie oder eine Trennung.

Ihre Probleme hängen ziemlich offensichtlich NICHT mit der Wohnsituation zusammen. Sie hat anscheinend relativ massive psychische Probleme und ohne professionelle Hilfe wird sich da nicht viel zum besseren wenden.
Du kannst den Kampf nicht für sie ausfechten. Mach bloß nicht deine ganze Lebensplanung von Sachen abhängig, die sie betreffen.

Das ganze erinnert mich extrem frappierend an die Situation zwischen mir und meiner Ex vor einigen Jahren. Ich habe da extrem lange geschwankt und letztlich war ?leider? die Trennung die beste Entscheidung, die ich dann auch getroffen und nie bereut habe.

Ich hoffe mal, dass es nicht so endet.

Ich sehe auch gerade mal die andere Seite. Denn er scheint sie zu einem gewissen Typ Mensch formen zu wollen....
Sie ist aber wie sie ist und versucht so auf die Beine zu kommen. Ja, ein bißchen wie ein frisch geborenes Fohlen, aber es wird.
Und ihre Eltern wollen ja auch gerne, dass sie mal wieder auszieht. Zugleich will er aber nicht, dass sie von ihm abhängig ist.
Es gibt aber nun mal Menschen, die ein hohes Schutzbedürfnis haben und mit alleine sein nicht umgehen können.
Na und? Das macht diese Menschen nicht weniger wertvoll. Und warum soll sie nun in eine Wohnung ziehen und alles aufgebaute riskieren damit er Sex haben kann? Sorry, nein.

Warum versuchst du es denn nicht mit Mittelwegen? Warum musst du zu ihr kommen? Warum kann sie nicht zu dir in deine (hoffentlich eigene) Wohnung kommen? Dann ist auch der Sex am Nachmittag und morgens drin.
Schlag ihr doch ein Wechselmodell vor, mal bei ihr und mal bei dir? Also pro Woche wird gewechselt?

Danke mal für die kritischen Worte. Im Moment wechseln wir uns mehr oder weniger ab mit den Wochenenden. Nur wie gesagt: Sie besucht mich, ich sie und ihre Familie.

Zu dem ganzen auf die Beine kommen. Sie kommt ja auf die Beine. Aber über manche Sachen wird sie einfach nicht hinwegkommen, z.B. die schlechte Erfahrung mit dem Wohnen. Da wird sie immer ein schlechtes Gefühl haben und gefühlt wird es da auch nie so gut werden wie bei den Eltern im beschützten Heim. Und es ist ja auch nicht das Ziel, dass die Mauer verschwindet, sondern dass sie stark genug ist, sie zu durchbrechen. Sie soll sich ja nicht komplett verbiegen sondern eigentlich nur an eine Stelle zurück, an der sie schon war. Aber dafür muss man sich eben mit sich selber beschäftigen, sich überlegen, warum die Sachen schief laufen und was man tun kann. Und dafür ist sie aktuell nicht bereit. Fakt ist: Sie kann von mir aus so lange bei ihren Eltern bleiben wie sie braucht - gar keine Frage. Eine Woche, einen Monat, ein Jahr. Aber dadurch wird die Mauer im Kopf mit dem Auszug nicht kleiner werden.[/Quote]



Und dann solltest du überlegen, was du persönlich willst: Willst du diese Frau, dann nimm sie wie sie ist. Mit weiß ich nicht und mit dem wenigen Gesprächsdrang über Sex. Und dann sprech mit ihr, wie euer gemeinsames Morgen nach deinem Master aussehen kann. Ob du in der Region was findest und pendeln kannst, ob ihr etwas findet ab wo beide pendeln können und so weiter. Du musst sie mitnehmen (geistig) und auf sie eingehen. Und nicht deinen Weg und deine Vorstellungen durchsetzen wollen.

Ich habe immer versucht für mich und unsere Beziehung zu planen und bin nie nur meinen Weg gegangen und habe meine Vorstellungen durchgesetzt. Ich werde versuchen bei ihr Arbeit zu finden und hätte sonst bei ihrem alten Studienort Arbeit gesucht. Das weiß sie auch und ist mir dankbar dafür, dass ich das alles mache. Tatsächlich habe ich genau das Gegenteil davon im Gefühl - sie will mir nicht im Weg stehen. Deswegen lässt sie mich machen und will mir nicht rein reden obwohl ich öfters genau ihre Meinung dazu gerne hätte. Wenn sie konkret zu mir sagen würde: Könntest du dir vorstellen, deine Masterarbeit hier zu schreiben oder nach dem Studium her zu kommen - fände ich gut.

Ich kann dir da nur aus meiner Erfahrung erzählen....
Ich hatte eine ähnliche Beziehung vor Jahren. Sie hatte sexuell betrachtet auch wenig Interesse, das was da war (Missionar) geht doch und läuft. Und sie war auch sehr schüchtern von der Art und ich zu dominant.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich eher versucht habe sie an meine Bedürfnisse anzupassen als sie zu nehmen wie sie ist. Dann bin ich gegangen.
Ja, war damals nicht so toll und auch schmerzhaft. Aber als wir nach Jahren wieder gesprochen haben mussten wir beide feststellen, dass es passt wie es ist. Sie ist immer noch eher schüchtern und dennoch ein herzensguter und treuer Mensch.
Hätte ich diese Art gekonnt wären wir vielleicht ein Leben lang zusammen geblieben. Aber es hätte keinen von uns je glücklich gemacht. Daher kann ich nur jedem raten den anderen Menschen nicht verändern zu wollen. Er ist dann nicht mehr er und das tut weder ihm noch dem Partner gut.
Dann lieber die Einsicht, dass die Bedürfnisse nicht passen und man woanders besser weiterkommt.
Dann haben wenigstens beide die Chance, das passende Gegenstück zu finden.
Gruß

Wie schon geschrieben: So habe ich sie ja eigentlich kennen gelernt. Ich will sie ja nicht umformen, sondern helfen, wieder so zu werden.
Gut, sooo offen hat sie jetzt nie geredet, was aber auch dem geschuldet ist, dass sie sich einfach als unerfahren ansieht. Ich bin ein paar Jahre älter, hatte vorher schon Sexpartner, bin ein Jahr im Ausland gewesen, studiere in einer andern Stadt,...Da macht sie sich kleiner als sie ist. Aber mittlerweile hat sie da ja ein bisschen aufgeholt. Auch was den Sex angeht. Da ist schon mehr als Missionar drin. Es gefällt mir auch gut. Aber da tut sie sich ja schwer - wie das halt bei vielen Leuten so ist. Hat sich aber auch schon gebessert. Ein bisschen Unterschied war da schon immer und wird auch immer da sein. Das ist aber ok.

Ich kann es nicht so recht verstehen, denn es klingt so als rechnest du Sachen gegeneinander auf, statt für dich und deine Partnerin das beste zu tun. Manchmal ist einer leider der schwächere Part in einer Beziehung - das kann sich in anderen Lebensphasen wieder umkehren - und wenn man den anderen liebt, sollte man in solchen Phasen versuchen, den Partner zu unterstützen und das Beste für ihn zu tun. Zumal, wenn dieses Beste auch noch für einen selber Vorteile hat, wie das man endlich mit dem Partner zusammenwohnen kann und keine Fernbeziehung mehr haben braucht.

Ich will das beste für unsere Beziehung und für sie, das kannst du mir glauben. Aber das beste für sie ist im Moment nicht, ihr alles abzunehmen und sie komplett von mir abhängig zu machen. Ich helfe ihr viel und stütze sie aber manche Dinge kann ich nicht übernehmen. Ich will auf Dauer mit keiner Person zusammenwohnen (Kinder haben?), die ihr Leben nicht auch selber auf die Reihe bekommt. Bisher war ja so der Plan, dass sie sich eine Wohnung nimmt und ich mehr oder weniger dann pendel, zumindest an den Wochenenden und dann je nach dem wie es klappt auch komplett einziehe. Aber am Anfang werde ich definitiv noch meine Wohnung hier behalten und schauen, wie stressig das ist und wie viel ich von zuhause aus arbeiten kann. Aber dafür brauche ich von ihr ein Signal, dass sie bereit ist, auszuziehen. Wir würden dann min. 3 Tage die Woche "zusammen wohnen", den Rest würde sie alleine wohnen. Das muss schaffbar sein. Weil bei ihren Eltern will ich auf Dauer nicht "einziehen".

So, viel geschrieben. Jetzt brauche ich erst mal ne Pause...
 

Benutzer148761  (32)

Meistens hier zu finden
Wie schon geschrieben: So habe ich sie ja eigentlich kennen gelernt. Ich will sie ja nicht umformen, sondern helfen, wieder so zu werden.

Menschen verändern sich aber aufgrund von Erfahrungen und Umständen. Ich weiß, das ist hart und muss man erstmal lernen. Aber das habe ich selber auch so erlebt. Ich habe mich z.B. aufgrund von Erkrankungen verändert und musste lange auch damit hadern, inzwischen akzeptiere ich diese Veränderung. Und auch mein Umfeld musste und muss lernen, dass zu akzeptieren. Gerade die Phase des jungen Erwachsenenlebens scheint für sehr viele Menschen von psychischen oder physischen Problemen beeinflusst zu sein und auf einmal ist die gewohnte Umgebung mit Schule, Freunden und Familie weg und dies macht diese ganzen Erfahrungen umso schwieriger und ungewohnter. Glücklicherweise stand mein Partner immer hinter mir und hat diese Veränderungen akzeptiert. Ich denke, auch du musst dich mit dem Gedanken anfreunden lernen, dass sie wahrscheinlich nicht wieder genau so wird wie sie am Anfang war, als du sie kennengelernt hast.

Ich will auf Dauer mit keiner Person zusammenwohnen (Kinder haben?), die ihr Leben nicht auch selber auf die Reihe bekommt. Bisher war ja so der Plan, dass sie sich eine Wohnung nimmt und ich mehr oder weniger dann pendel, zumindest an den Wochenenden und dann je nach dem wie es klappt auch komplett einziehe. Aber am Anfang werde ich definitiv noch meine Wohnung hier behalten und schauen, wie stressig das ist und wie viel ich von zuhause aus arbeiten kann. Aber dafür brauche ich von ihr ein Signal, dass sie bereit ist, auszuziehen. Wir würden dann min. 3 Tage die Woche "zusammen wohnen", den Rest würde sie alleine wohnen. Das muss schaffbar sein
Aber sie bekommt ihr Leben doch auf die Reihe, nur halt nicht genau so, wie du es dir vorstellst. Und Depressionen und eine Panikstörung sind kein Pappenstiel. Ich glaube du unterschätzt das Ganze ein bisschen. Vermutlich werden verschiedene Aspekte dieser Erkrankungen sie phasenweise immer wieder in ihrem Leben beeinflussen. Bei dir klingt es so, als wäre solch eine "Schwäche" nicht verzeihlich. Ich denke, du musst erst verstehen lernen, dass wir alle vor körperlichen und psychischen Gebrechen nicht gefeit sind und man so etwas seinem Partner nicht anlasten kann. Deshalb "muss" gar nichts schaffbar sein. Ich kenne Menschen mit Panikstörungen und Depressionen und für die wäre es in akuten Phasen auch nicht möglich gewesen, allein zu wohnen. Ich persönlich habe keine psychischen Erkrankungen, aber allein wohnen wäre auch einfach nicht meins. Und erst sagst du, du würdest ihr ja allen Ballast abnehmen, wenn du dir jetzt gemeinsam mit ihr eine Wohnung nimmst und dafür die ganze Zeit pendeln musst. Aber ist es fair, ihr den ganzen Ballast des Alleinwohnens aufzudrängen, wenn sie genau wie du die Unsicherheit hat, dass du vielleicht danach doch nicht direkt einen Job dort findest und dort wohnen bleiben kannst? Das war doch dein Argument gegen eine baldige gemeinsame Wohnung für dich, aber dieses Argument gilt doch dann mindestens genau so für sie. Meiner Meinung nach sogar noch mehr für sie, denn schließlich ist sie momentan sowieso die schwächere Person in eurer Partnerschaft aufgrund ihrer psychischen Probleme. Du solltest also wirklich statt mehr von ihr zu fordern als von dir selber, lieber mehr Rücksicht auf sie nehmen und erstmal alles tun, um sie zu unterstützen. Sie braucht zur Zeit Sicherheit und Unterstützung.
 

Benutzer7447  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hey,
ich versuche mal deine Gedanken aufzugreifen....
Ich weiß nicht mal, ob ich für WG geeignet bin...
Teils denke ich mir, dass es sehr cool ist weil man eben nicht immer alleine ist wenn man eine tolle WG hat.
Aber dann denke ich mir auch wieder ganz ehrlich dass genau das auch der Nachteil ist....
Weil man ist nie alleine....
Demnach weiß ich nicht mal ob es nur an den Menschen liegt oder sie einfach dafür nicht gemacht ist.

Zu "Ich besuche die Familie". Schlicht und ergreifend, ja.
Ich hatte das genau so auch mal.... Ähm naja.... Holzhaus und die Eltern haben Sonntag morgens an einen Balken getrommelt der bis in ihr Zimmer ging..... "FRÜHHHHHHSSSSTTTTÜÜÜÜCCCCKKKK". Okay, das hat sie nun damals nicht von gewissen Dingen abgehalten aber dennoch. Ich fand es auch entspannter alleine zu leben.
Nur gehört halt mal dazu :.-)

Die Frage ist halt, du sagst, dass du sie anders kennengelernt hat.
Will sie dahin denn wieder zurück? Oder hat das Leben sie einfach verändert?
Hast du sie mal gefragt warum sie dort lebt? Ist es Angst? Oder mag sie es einfach?
Das wäre doch mal spannend zu wissen....
Weil was ist das Thema wenn sie alleine lebt? Einsamkeit? Warum mit dir?
Es gibt Menschen, die dafür einfach nicht gemacht sind.... Ich kann es gut nachvollziehen.

Ich mag es nicht wie du über sie sprichst. "Mensch, der sein Leben nicht selbst auf die Reihe bekommt".
Das klingt für mich abfällig und da sind wir wieder an dem Punkt, wo du ein Bild von ihr hast.
Kurz zuvor hast du noch gesagt, dass sie ihr Leben doch gut im Griff hat und ihr Studium und alles nun laufen wird.
Nun sagst du neee.....

Und auch zu "Erfahrungen":
Nur weil du im Ausland warst und woanders gelebt hast oder whatever hast du ja nicht mehr Erfahrungen. Andere vielleicht.
Ich war einige Jahre als Berater viel unterwegs und habe viele Städte gesehen.
Eine Ex von mir war einige Jahre in den Staaten an einer Schule. Und nun? So haben wir alle andere Erfahrungen.
Würde ich nicht werten wollen....

edit: Ich kann mich Seestern nur anschließen.
Es geht gerade sehr viel um deine Komfortzone. Du willst nicht zu ihren Eltern und willst die alte Person wieder. Ist aber mal nicht drin.
Ich kenne Leute mit Burnout, deren Leben ist danach ganz anders, genau wie die Bedürfnisse.
Und nun? Wahre Liebe trägt das und glaub mal wie diese Menschen es dir danken wenn du Rückhalt gibst. Und eben nicht sagst "Nimm dir Zeit bei deinen Eltern so viel du brauchst aber ich mag es nicht dort mit dir zu sein". Weil die Botschaft ist ja schon "Mach was du meinst, aber ich will es nicht, zieh aus!" Und das passt für mich einfach alles nicht übereinander.



Gruß
 

Benutzer6428 

Doctor How
Es geht gerade sehr viel um deine Komfortzone. Du willst nicht zu ihren Eltern und willst die alte Person wieder. Ist aber mal nicht drin.
Da lege ich mal direkt ein Veto ein...
Das war einer der Punkte, die ihn ein wenig stören...was ich verstehen kann. Es aber darauf zu reduzieren ist ein bisschen zu kurz gedacht. Er erzählt es als Folge von einer langen Kette von Gegebenheiten, aber sein Hauptaugenmerk ist nunmal drauf, dass sie sich zurück zieht und nicht ihr Leben in dei Hand nimmt.
Ich kenne Leute mit Burnout, deren Leben ist danach ganz anders, genau wie die Bedürfnisse.
So eine Gegebenheit gab es aber nicht. Es geht auch nicht um Bedürfnisse des einen oder anderen Partners. Es geht darum, dass ein Partner gerne kommunizieren und Probleme lösen würde (war schon immer so) und ein anderer lieber schweigt, nicht über seine Probleme reden will und damit akut diese Beziehung gefährdet und jede andere Beziehung gefährden würde, die auf Nähe basiert.
Es ist unheimlich anstrengend mit jemandem zusammenzuwohnen, der einen schweren Knacks hat...aber deswegen selbst so fertig sein, dass man nichtmal mehr mit seinem Partner reden kann? Da stimmt was nicht.
Ich glaube, dass das Problem schon vorher da war, dem TS aber nicht bewußt war. Je jünger man ist, desto schwerer ist es, bestimmte Signale bei anderen Menschen zu beurteilen und zu erkennen weil einfach die Erfahrung fehlt..außerdem braucht es einfach auch seine Zeit. Ich denke, dass die Freundin des TS noch nie mit disharmonien umgehen konnte und sie deshalb verdrängt und sie nicht angeht.

Und nun? Wahre Liebe trägt das und glaub mal wie diese Menschen es dir danken wenn du Rückhalt gibst.
Mal ein bisschen böse gefragt..was ist "wahre Liebe" und was trägt diese?
Liebe kann einiges überstehen und Liebe geht so schnell nicht ein...es dauert. Liebe kann an sich GAR NICHS tragen, denn es handelt sich um ein Gefühel. Ein Gefühl, dass einer der Grundpfeiler einer Beziehung ist...nicht dere einzige, aber eben einer davon. Eine BEZIEHUNG kann etwas tragen, das geht. Da kommt es dann drauf an, wie stark diese Beziehung ist. Ein weiterer Eckpfeiler ist nämlich Kommunikation. Wenn der nicht existiert oder sehr morsch ist, dann kracht das ganze Gebilde in Zeitlupe zusammen und auch "Liebe" knickt irgendwann weg. Das hat nichts mit Anstand und Moral zu tun, wenn soetwas passiert. Entweder beide arbeiten an ALLEN Eckpfeilern oder es kracht. Jemandem zu sagen "jetzt musst du aber nochmal 3 Monate alles mitmachen" bringt an der Stelle - meiner Meinung nach - gar nichts. Was muss er denn? Mehr lieben? Die Kommunikation unidirektional verstärken? Zugucken, wie's zusammen fällt?
Oder war es als Urteil gemeint: "Du liebst nicht genug, wenn du das nicht mindesten Zeit X lang aushältst". Ich finde das ist ein bisschen einfach...
Ich mag es nicht wie du über sie sprichst. "Mensch, der sein Leben nicht selbst auf die Reihe bekommt".
Das ändert aber nichts an der Richtigkeit der Aussage.
Wenn ein Mensch sein Leben nicht alleine bestreiten kann, dann wird er NIEMALS ein Partner sein. Er wird immer derjenige sein, der umsorgt werden muss. Man hat also immer die Komponente "Kind" dabei. Jemand der die Verantwortung für sein Handeln abgibt. Der vielleicht sogar regelmäßig erzogen werden will (auch schon erlebt). Ist man nicht auf Augenhöhe, hat man ein Machtgefälle. Das mag vielleicht bei manchen funktionieren, hat aber in meinen Augen wieder wenig mit Liebe, Vertrauen und Respekt zu tun. Könntest du denn jemanden respektieren, der sich ständig an deinen Rockzipfel hängt, Mist baut und vor seinen Problemen weg läuft? Nicht jemand, der das einmal tut..oder zwei mal..sonder nur. Jeman der dir zeigt, dass er das auch nicht ändern will.
Ich finde die Forderung sehr SEHR vernünftig, dass jemand sein Leben selbst auf die Reihe bekommen sollte. Wenn dir die Formulierung an sich nicht gefällt, kann ich dir bieten "Jemand der sein Leben selbst bestreiten kann, um dann mit einem Partner an seiner Seite durchs Leben zu gehen, auf dass sich beide anlehnen können, sich auch mal stützen können, der eine den anderen aber niemals erdrückt." Gleiche Aussage, nur ein bisschen blumiger.

Und eben nicht sagst "Nimm dir Zeit bei deinen Eltern so viel du brauchst aber ich mag es nicht dort mit dir zu sein". Weil die Botschaft ist ja schon "Mach was du meinst, aber ich will es nicht, zieh aus!" Und das passt für mich einfach alles nicht übereinander.
Das hat er doch nicht gemacht...er hat lediglich angemerkt, dass es nicht so angenehm ist und da kann ich ihn voll verstehen. Nötig wäre es auch nicht, wenn sie ihre Probleme nicht hätte. Sie hat diese Probleme nun, will sie aber nicht angehen, weil für sie alles bequem genug ist. Damit wird doch eher umgekehrt ein Schuh draus. Sie ist diejenige die sich keine Mühe gibt.
Jetzt mag es sein, dass sie einfach eine Krankheit hat, die man heilen könnte oder sonstwas...aber am Ende kann man das auch umdrehen.


@TS
Ich wollte dir gar nicht unterstellen, dass du ERNSTHAFT über eine Trennung nachgedacht hast...aber der Gedanke war da. Vielleicht auch nur in der Form von "So kann das doch nicht weiter gehen". Den Gedanken finde ich berechtigt und nicht moralisch verwerflich, denn so kann es tatsächlich nicht ewig weiter gehen. Auf der anderen Seite gibt sie aber das Signal, dass es für sie ruhig so weiter gehen kann.
Wie gesagt..ich kenne diese Situation..mit 2 Exen... Was dir nicht sagen soll, dass du sie jetzt verlassen sollst, weil das bei mir so gelaufen ist..wobei ich nicht derjenige war, der's dann letztendlich beendet hat. Ich kann dir nicht sagen, ob du mit ihr glücklich werden kannst oder nicht. Wenn du nicht mit ihr reden kannst, kommst du so ohne weiteres auch nicht durch.

Ich weiß, dass ich oft genug hier im Forum dafür gesteinigt wurde..ich bin aber der Meinung: Wenn man es sehr lange ohne Druck versucht hat und es verändert sich einfach nichts und die Beziehung rutscht so langsam Richtung "aus", dann sollte man nicht passiv zusehen, bis es vorbei ist. Dann sollte man es auch mal mit Druck versuchen dürfen. In diesem Fall handelt es sich ja auch um einen Zeitraum von Jahren. Das Problem ist nicht erst gestern aufgetaucht und rumzuprohlen, dass du das doch aushalten musst ist nicht sinnvoll. Klar muss sie sich nicht für dich ändern...soll sie ja auch nicht..das sollte sie FÜR SICH tun. Wenn sie das nicht tut, dann glaube ich nicht daran, dass die nächste Beziehung das aushält..und die übernächste... Sowas funktioniert einfach nicht in gesunden Bahnen.
Aber verlangen kannst du es natürlich nicht von ihr. Du kannst ihr aber durchaus sagen, dass sie die Konsequenzen von jeder Entscheidung wird tragen müssen..so ist das wenn man erwachsen ist. Sie wird sich also Gedanken machen müssen, wie sie ihre Zukunft sieht. Ich würde also Fragen stellen. "Wie siehst du unsere Zukunft?" z.B. ...und Antworten einfordern.
 

Benutzer31012 

Verbringt hier viel Zeit
So, dann will ich mal darauf eingehen. Zuerst einmal: Ich finde es wichtig, dass genau solche Meinungen vertreten sind. Ich weiß, dass ich damit zum großen Teil auch selber klar kommen muss. Deswegen habe das Thema auch nicht genannt: "Wie bringe ich meine Freundin dazu, auszuziehen", sondern "(Wie) kann ich ... klar kommen" (ich sehe gerade den verdrehten Titel, vielleicht kann den bei Gelegenheit mal jemand ändern.
Ich denke, damit die Beziehung auf Dauer funktioniert, müssen beide ihr Packet tragen. Ich muss da viel akzeptieren und damit klar kommen.

Ich mag es nicht wie du über sie sprichst. "Mensch, der sein Leben nicht selbst auf die Reihe bekommt".
Das klingt für mich abfällig und da sind wir wieder an dem Punkt, wo du ein Bild von ihr hast.
Kurz zuvor hast du noch gesagt, dass sie ihr Leben doch gut im Griff hat und ihr Studium und alles nun laufen wird.
Nun sagst du neee.....
Und Depressionen und eine Panikstörung sind kein Pappenstiel. Ich glaube du unterschätzt das Ganze ein bisschen. Vermutlich werden verschiedene Aspekte dieser Erkrankungen sie phasenweise immer wieder in ihrem Leben beeinflussen. Bei dir klingt es so, als wäre solch eine "Schwäche" nicht verzeihlich. Ich denke, du musst erst verstehen lernen, dass wir alle vor körperlichen und psychischen Gebrechen nicht gefeit sind und man so etwas seinem Partner nicht anlasten kann.

Ich sehe das ganze in erster Linie rational. Depression ist eine Krankheit. Das haben mir auch Ausflüge in die weiten des Internets zu genau solchen Themen gezeigt. Das ganze darf und soll nicht verharmlost werden. Ich denke, da liegen wir auf einer Wellenlänge.

Mit was wir uns aber nicht einig sind ist folgendes:

Menschen verändern sich aber aufgrund von Erfahrungen und Umständen. Ich weiß, das ist hart und muss man erstmal lernen. Aber das habe ich selber auch so erlebt. Ich habe mich z.B. aufgrund von Erkrankungen verändert und musste lange auch damit hadern, inzwischen akzeptiere ich diese Veränderung. Und auch mein Umfeld musste und muss lernen, dass zu akzeptieren. Gerade die Phase des jungen Erwachsenenlebens scheint für sehr viele Menschen von psychischen oder physischen Problemen beeinflusst zu sein und auf einmal ist die gewohnte Umgebung mit Schule, Freunden und Familie weg und dies macht diese ganzen Erfahrungen umso schwieriger und ungewohnter. Glücklicherweise stand mein Partner immer hinter mir und hat diese Veränderungen akzeptiert. Ich denke, auch du musst dich mit dem Gedanken anfreunden lernen, dass sie wahrscheinlich nicht wieder genau so wird wie sie am Anfang war, als du sie kennengelernt hast.

Ihr schreibt, dass sie sich verändert hat und ich das akzeptieren muss. Ich sage, dass sie etwas ändern muss. Auf die Krankheit bezogen: Ich bin selber chronisch krank. Teilweise muss ich das akzeptieren, teilweise muss ich etwas dagegen tun. Teilweise kann ich das nicht ändern, teilweise schon. Dafür muss ich aber wissen, was genau mir fehlt und wie ich das vielleicht verändern kann. Klar gibt es Leute, die sich weigern nach einem gebrochenen Bein zum Arzt zu gehen und es dann falsch zusammenwächst und sie das ganze Leben humpeln. Das kann man akzeptieren.
Oder man hätte halt zum Arzt gehen müssen.

Bezogen auf psychische Probleme lässt sich das natürlich nicht 1:1 übertragen. Es wird immer ein Rest zurückbleiben. ich habe auch eine Freundin, die war nach Paranoia usw. 8 Wochen stationär in Behandlung. Aber inzwischen kann sie darüber reden, als wäre es das normalste der Welt. Meine Freundin kann nach fast einem Jahr nicht neutral über ihren Zusammenbruch reden. Nicht über Ängste, die sie hatte und nicht über Ängste, die sie hat.

Aber sie bekommt ihr Leben doch auf die Reihe, nur halt nicht genau so, wie du es dir vorstellst.

Die Frage ist halt, du sagst, dass du sie anders kennengelernt hat.
Will sie dahin denn wieder zurück? Oder hat das Leben sie einfach verändert?
Hast du sie mal gefragt warum sie dort lebt? Ist es Angst? Oder mag sie es einfach?
Das wäre doch mal spannend zu wissen....
Weil was ist das Thema wenn sie alleine lebt? Einsamkeit? Warum mit dir?
Es gibt Menschen, die dafür einfach nicht gemacht sind.... Ich kann es gut nachvollziehen.

Konkret kann/wil(?) sie es gar nicht benennen. Sie hat Angst, dass sie nicht "klar kommt". Sie merkt es anscheinend schon, wenn ihre Eltern mal einen Abend nicht da sind. Ich habe ihr z.B. auch gesagt, dass sie ja am Anfang unter der Woche jeden Abend heim fahren kann und zumindest da Essen oder mal auch übernachten. Am Wochenende wäre ich dann da, oder sie bei mir. Und dann könnte sie sich langsam lösen. Sie hat gemeint, dass es so wahrscheinlich nicht funktioniert. (warum auch immer) Aber sie weiß auch nicht, wie sonst.


Deshalb "muss" gar nichts schaffbar sein. Ich kenne Menschen mit Panikstörungen und Depressionen und für die wäre es in akuten Phasen auch nicht möglich gewesen, allein zu wohnen.

Ja, akut garantiert! Gebe ich dir 1000% Recht! Ich denke, es war gut, zu ihren Eltern zu ziehen und Kraft zu tanken und dort zu bleiben, bis es besser geht. Das paradoxe ist nur, dass es ihr gut genug geht, um nicht über die Sache nachzudenken und schlecht genug, dass sie eben von da nicht weg kommt. Obwohl sie das eigentlich möchte.

Ich persönlich habe keine psychischen Erkrankungen, aber allein wohnen wäre auch einfach nicht meins.

Wäre auch nicht unbedingt meines. Aber ich KANN alleine wohnen und mache dies auch zeitweise über längere Stücke. Aber es wäre auch nicht komplett alleine, sondern max 4 Tage die Woche bzw mit Aussicht auf länger. Eigentlich hat sie in ihrere zweiten Wohnung (in der es so lala lief) auch immer gesagt, dass sie dann doch lieber alleine wohnen will. Hat sie da mehr oder weniger auch schon gemacht (quasi nichts mit der Mitbewohnerin zu tun gehabt).

Und auch zu "Erfahrungen":
Nur weil du im Ausland warst und woanders gelebt hast oder whatever hast du ja nicht mehr Erfahrungen. Andere vielleicht.
Ich war einige Jahre als Berater viel unterwegs und habe viele Städte gesehen.
Eine Ex von mir war einige Jahre in den Staaten an einer Schule. Und nun? So haben wir alle andere Erfahrungen.
Würde ich nicht werten wollen....

Ich werte das nicht.Ich bin der Meinung, dass sie in anderen Bereichen viel mehr Erfahrung hat als ich. Aber klar, in manchen habe ich mehr Erfahrung. Sie wertet das. Wenn sie ein Problem hat, fragt sie mich um meine Meinung. Wird aber unsicher, wenn es eine andere ist, als ihre (ist bei ihren Eltern auch so). Wenn ich ein Problem habe, sagt sie dazu erst mal nichts, da sie der Meinung ist, das würde ich selber besser wissen. Sie will mir nicht rein reden, obwohl das für mich oft gut wäre - um andere Sichtweisen zu sehen.

Und erst sagst du, du würdest ihr ja allen Ballast abnehmen, wenn du dir jetzt gemeinsam mit ihr eine Wohnung nimmst und dafür die ganze Zeit pendeln musst. Aber ist es fair, ihr den ganzen Ballast des Alleinwohnens aufzudrängen, wenn sie genau wie du die Unsicherheit hat, dass du vielleicht danach doch nicht direkt einen Job dort findest und dort wohnen bleiben kannst? Das war doch dein Argument gegen eine baldige gemeinsame Wohnung für dich, aber dieses Argument gilt doch dann mindestens genau so für sie. Meiner Meinung nach sogar noch mehr für sie, denn schließlich ist sie momentan sowieso die schwächere Person in eurer Partnerschaft aufgrund ihrer psychischen Probleme.

edit: Ich kann mich Seestern nur anschließen.
Es geht gerade sehr viel um deine Komfortzone. Du willst nicht zu ihren Eltern und willst die alte Person wieder. Ist aber mal nicht drin.
Ich kenne Leute mit Burnout, deren Leben ist danach ganz anders, genau wie die Bedürfnisse.
Und nun? Wahre Liebe trägt das und glaub mal wie diese Menschen es dir danken wenn du Rückhalt gibst. Und eben nicht sagst "Nimm dir Zeit bei deinen Eltern so viel du brauchst aber ich mag es nicht dort mit dir zu sein". Weil die Botschaft ist ja schon "Mach was du meinst, aber ich will es nicht, zieh aus!" Und das passt für mich einfach alles nicht übereinander.

Natürlich geht es gerade um mich. Weil ich bei der Sache nicht drauf gehen will. Was bringt es für die Beziehung, wenn ich sämtliche Bedürfnisse, Wünsche und Lebensziele zurückstelle und es mir damit schlecht geht? Ich habe von mehreren Partnern von Depressiven gelesen, die selber in Behandlung waren, weil sie mit der Situation nicht klar gekommen sind. Und deswegen will ich mich hier austauschen.

Grundsätzlich wäre es natürlich das beste, wenn ich selbst mit meiner Freundin komplett offen darüber reden könnte. Aber ich habe das Gefühl, dass ich unbewusst Druck erzeuge, sobald ich das Thema anspreche.
Klar wäre es mir lieber, wenn sie ausziehen würde. Das würe für mich vieles einfacher machen. Das wäre ein Signal für mich, dass sie es wagt, aus IHRER Komfortzone herauszukommen und sich der Sache stellt. Auziehen funktioniert nicht? Ok, dann mal nachdenken warum nicht. Was will ich ändern?

Ausziehen würde natürlich auch manche Sachen einfacher machen, wie das pendeln bei mir. Es hat vielleicht Auswirkungen hin bis zu unserem Sexleben. Usw. Aber der wichtigste Punkt daran ist:
Es wäre ein Zeichen für mich, dass sie sich mit sich auseinandersetzt und aktiv Ängste überwindet. Für sich, für mich und für uns.

Eine letzte Frage:
Du solltest also wirklich statt mehr von ihr zu fordern als von dir selber, lieber mehr Rücksicht auf sie nehmen und erstmal alles tun, um sie zu unterstützen. Sie braucht zur Zeit Sicherheit und Unterstützung.

Was meinst du jetzt ganz konkret mit Unterstützung? Sie hat eine Wohnungsbesichtigung und freut sich total, alles passt und am nächsten Tag bekomme ich eine Nachricht, dass sie sich nicht traut.
Zu sagen: Ist nicht schlimm, vielleicht nächsten Monat (auch wenn sich bis dahin die Umstände nicht gebessert haben)? Ist nicht schlimm, in einem halben Jahr können wir vielleicht zusammen wohnen und dann werde ich IMMER da sein. Jeden Tag, jeden Abend?
Das klingt jetzt provokant und ist auch so gedacht. Aber ich denke, alleine mit der Zeit wird das nur bedingt besser. Ich denken, früher oder später muss sie etwas tun. Was denkst du?
 

Benutzer7447  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hey,
puh, das wird komplex.... Aber ich versuche mich mal.....

Ich sehe da schon einige Ebenen.
Aber zunächst erstmal, wo wir uns einig sind: Jeder muss sein Päckchen tragen. Nur aus einem (für mich) gesunden ich kann ein gesundes wir entstehen.

Das Thema Depression habe ich auch mal rational versucht zu betrachten....
Ich habe einige Jahre mit einer depressiven Partnerin zusammengelebt, rational ist da irgendwann nichts mehr.
Es ist ein steter Kampf, den die betroffenen Personen oft gar nicht führen können.
Sie gehen durch eine Therapie, Kur und nochmal durch eine Therapie und gelten als "geheilt".
Das ist auch richtig, denn derzeit sind die dann auf dem Kurs für ihr Leben.
Aber dann passiert was..... Mobbing der Arbeitskollegen, Krankheit in der Familie, Stress in der Beziehung,.....
Und schwupps, kippt all das langsam um. Die betroffenen Personen merken das gar nicht, nur man selbst sieht wie es passiert. Sprich ruhiger, lethargischer.... Und da musst du dann immer wieder eingreifen und die Person (übertragen gesagt) treten. Also die Ursache suchen, mit der Person irgendwie reden oder ihr das auf die für sie richtige Art abnehmen.
Aus meiner Erfahrung konnte meine damalige Partnerin meine Probleme auch nie lösen oder mir da groß beistehen.
Nicht weil sie nicht gewollt hätte, aber einfach weil sie das als viel zu erdrückend empfunden hat und überfordert war.
Somit haben wir uns irgendwann auf ein "Ich höre zu und nehme dich in den Arm" eingependelt, was mir irgendwann nicht mehr gereicht hat. Da kann sie gar nichts zu, sie ist so gestrickt und als Mensch auch okay.
Aber sie braucht immer einen Partner, der ihr einige komplexe und stressige Dinge abnimmt. Sie ist auch heute alleine lebensfähig und gestaltet ihr Leben. Viele Sachen, die ihr aber zu komplex und stressig erscheinen, meidet sie einfach.
Und das ist auch vollkommen okay, weil es ihr Weg ist. Wir reden nun aber auch von Sachen wie Bausparverträgen, Versicherungsvergleichen und so weiter.
Also nichts, was ihre selbstständigkeit in irgendeiner Weise beeinträchtigen würde.

Und bevor sie ihren jetzigen Partner hatte hat sie mich oft genug Nachts angerufen und geweckt weil sie nicht klar kam und eine Panikattacke hatte und eine vertraute Stimme brauchte.

Ich weiß nicht, was du chronisch krank hast. Aber dennoch bist du vielleicht einfach ein anderer Schlag Mensch als sie.
Ich sehe es ähnlich wie du, es gibt Dinge die ich ändern kann und Dinge die ich noch nicht ändern kann.
Aber ich nehme Anlauf und mache eigentlich vor mich hin und wenn rechts nicht klappt dann gehe ich links.
So sind aber nicht alle Menschen. Einige klopfen zaghaft an eine Tür und gehen weg wenn sie nicht aufgeht.
Das Problem bei psychischen Themen ist einfach, dass sie nicht mit physischen Problemen gleichgesetzt werden können.
Um dein Beispiel aufzugreifen: Bei einem gebrochenen Bein wird geröntgt, der Arzt kann dann einwandfrei feststellen was es ist, du kriegst einen Gips und es heilt.
Und nun kommt der große Unterschied zur psychischen Ebene: Es gibt keinen direkten Arzt, nur Therapeuten. Die hören dir zu, machen sich Gedanken und erzählen dir was. Aber Diagnosen sind da auch immer schwammig und selten sicher.
Und ich sehe Psychotherapie durchaus auch kritisch und nicht immer als Heilung. Dazu zwei Beispiele:
1. Die erste Therapeutin meiner damaligen depressiven Partnerin sagte, sie hat doch nichts und braucht keine Therapie. Zu dem Zeitpunkt sprachen wir von einem Menschen mit Suizidabsichten, was auch der Arzt dokumentiert hat auf der Überweisung.
2. Eine Bekannte war in ihrem Beruf chronisch unterfordert und wurde dadurch massiv unglücklich in ihrem Leben. Sie ist mit dem Wissen und Gedanken zum Therapeuten gegangen und der hat in ihrer Psyche rumgerührt. Eigentlich wollte sie den Job immer wechseln. Aber der Therapeut hat ihr klar gemacht, dass sie sich damit abfinden muss und sich ja dann in den Stunden Abends austoben kann wie sie es für richtig hält. Sie war mal als Mensch sprühend vor Elan und wirklich ein Mensch mit Drang. Heute ist sie die Karikatur einer Beamtin und die Augen sind matt. Ab und zu hat sie noch Anflüge wie spannend die Welt und das Leben ist. Aber dann kommt der Job und das war es auch.... Mich hat es lange sehr aufgeregt einen strahlenden Menschen nach einer "Therapie" so resigniert und matt zu sehen.

Was aber im Fall deiner Freundin eine wichtige Komponente ist: Sie muss es wollen.
Psychotherapie geht nicht einseitig. Sie muss aktiv die Veränderung mitgehen und es ist ein sehr anstrengender Prozess, auch wenn es "nur" psychisch ist.

Wie ist eure Basis?
Was passiert wenn du mit ihr reden magst? Kannst du es nicht langsam angehen? Also kleine Stücke irgendwie erst vornehmen und sie nicht direkt über das ganze reden lassen? Hilft ihr das?

Die Angst nicht "klar zu kommen" kenne ich selbst.
Ich bin damals mit 21 nach der Ausbildung zuhause ausgezogen und direkt 200 Kilometer entfernt.
Da wurde mir auch klar, dass ich alleine klar kommen muss weil Mami mal nicht eben helfen kann.
War aber auch okay und ich habe es ja irgendwie auch geschafft.
Frag sie doch mal, was für sie nicht klar kommen bedeutet? Also was soll passieren?
Aufstehen wird sie ja schaffen, genau so wie duschen und losgehen oder sich ein Brot schmieren.
Was passiert wenn ihre Eltern einen Abend nicht da sind? Was ist da ihr Thema? Sie ist alleine in der Wohnung / dem Haus. Ja und? Hat sie Angst vor Geräuschen? Hat sie Verlustängste und denkt, dass ihre Eltern nicht wiederkommen?
Ich weiß auch nicht, warum so ein softer Entzug sein muss.
Ihre Haltung, dass sie nicht glaubt dass es so funktioniert aber auch nicht weiß wie, ist ja schon destruktiv.
Und ich sehe da als ersten Punkt ihren "Glauben". Es ist eine Frage der Motivation.
Wenn ich schon sage, dass es ohnehin nicht klappen wird und davon überzeugt bin wird das zur selbsterfüllenden Prophezeiung und ich werde Recht haben. Super....
Dreh das doch mal alles um, gerade bist du ja sehr aktiv. Aber skizzier ihr doch mal das morgen.
Sie kennt deine Situation mit Studium und alles. Ich würde sie ganz dreist fragen, wo sie sich und euch in x Jahren sieht.
Ob sie irgendwann mit dir bei Mami und Papi leben will, ob sie nicht mal Privatsphäre mag, ob sie dich heiraten und die Ehenacht im Schlafzimmer neben Mamis und Papis Zimmer verbringen will, ob sie meint da irgendwann Kinder zu wollen.... Einfach mal den Gedanken spielen.
Wenn sie für sich beschließt das Familie für sie so elementar ist spricht ja nichts gegen ein Generationenhaus eines Tages.
Aber damit sowas funktionieren kann muss sie erstmal abnabeln.

Hmm, du sagst es geht ihr schlecht genug dass sie nicht weg kommt obwohl sie das eigentlich möchte.
Möchte sie wirklich? Das frage ich mich auch.
Weil spinnen wir mal weiter: Du ziehst zu ihr in die Stadt und ihr direkt und voll zusammen.
Nun weiß ich nicht, welches Fach du studierst. Aber nehmen wir mal an, du musst berufsbedingt einige Tage reisen (Schulung, Termine oder was weiß ich). Was macht sie dann? Dann ist sie in eurer Wohnung alleine. Du kannst ja deinem Arbeitgeber nicht immer sagen dass es nicht geht weil sie nicht alleine sein kann.
Wie steht sie dazu? Auch dies würde ich mal aufzeigen.
Oder wenn du zu deiner Familie mal musst aus familiären Gründen und sie nicht mit kann. Was dann?
Sie kann ja dann nicht jedes Mal die Koffer packen und zu Mami und Papi gehen.
Auch da würde ich ganz offensiv fragen wie sie sich das vorstellt.
Und vielleicht auch bewusst diese Themen mal platzieren und sie darüber nachdenken lassen und nicht direkt Antworten abfordern. Aber auch die Antworten fordern in naher Zeit.

Deine Erfahrung zu Problemen kann ich nur teilen.
Meine Ex hatte auch viel Erfahrung oder teils einfach Ansätze, die sinnvoll gewesen wären.
Aber sie hat sich immer klein machen wollen weil sie nur auf der Hauptschule war und ich ja studiert habe und so weiter.
Sehe ich als absoluten Quark an, denn ein Studium sagt ja null über Erfahrungen aus.
Aber das habe ich ihr 4 Jahre nicht nehmen können.
Wenn bei ihr was problematisch war, also wenn der Job gerade schief war oder die Bank was wollte hat sie es mir erzählt / gezeigt und wollte auch Gedanken teilen. Okay, sie waren meist konträr zu ihren Gedanken weil ich eine andere Brille auf das Verhalten von Führungskräften habe als sie. Aber dennoch haben wir geredet.
Nur anders herum, siehe oben, war es für sie zu viel.. Und da reden wir ja noch nicht von rein reden sondern einfach mal von anderen Sichten. Wie sehen das Leute von außen und so weiter....

Ich empfinde es erstmal als wertvoll, dass du siehst dass es um dich un deine Bedürfnisse geht.
Und es ist auch richtig und wichtig, dass du dabei nicht auf der Strecke bleiben sollst.
Denn das ist nicht Sinn und Zweck einer Beziehung.
Die Frage, die sich mir stellt, ist, was sind deine Bedürfnisse, Wünsche und Lebensziele konkret?
Was erfüllt sie gerade nicht? Welche Kompromisse machst du?
Aus meiner Erfahrung kannst du ihr zwar nun deine Bedürfnisse mitteilen und vielleicht erfüllt sie sie auch um dich zu halten, aber sie macht es nie aus Überzeugung. Und dann kommt irgendwann ein "Das habe ich nur für dich getan".
Ist mir einmal passiert und ging mir super nah, einfach weil ich es nicht gesehen habe.
Seitdem tendiere ich dazu zu differenzieren. Zwischen meinen und ihren Bedürfnissen, Wünschen und Zielen.
Wenn die Kluft zwischen meinen und ihren nicht extrem groß ist kann man oft und gut darüber reden und Wege finden.
Ich persönlich halte das für eine Basis für Kompromisse. Aber wenn die Kluft groß ist muss aus meiner Erfahrung einer ein massives Zugeständnis oder Abstriche machen. Und ich weiß einfach nicht, ob das immer sein muss.
Liegt aber auch am Thema. Wir hatten zum Beispiel in einem anderen Thread das Thema Kinderwunsch. Da wäre für mich zum Beispiel kein Zugeständnis oder Abstrich drin. Wenn es hingegen um die Frage mieten oder kaufen gehen würde wäre ich durchaus sehr kompromissbereit.

Partner von depressiven Menschen die ebenfalls in einer Therapie waren kenne ich nun nicht.
Ich war es, zumindest für dieses Thema, nicht.
Mir ist aber aufgefallen, dass man unter Umständen langsam aber sicher in die Rolle des Therapeuten oder des Vaters rutscht und weniger als Partner handelt. Und das ist aus meiner Sicht Gift für eine Beziehung.
Ich hatte mal eine Beziehung mit einer Frau, die Borderline / SVV hatte. Das hat sich auch in unserer Beziehung stabilisiert und langsam gegeben, aber auch nur durch viele Gespräche und viele "Schutzmaßnahmen". (OT: Ich hatte ja scheinbar echt schon so alle psychischen Krankheiten als Partnerinnen, Jesus.....)
Irgendwann fiel mir aber auf, dass der Sex sowie das kuscheln anders wurden. Küssen ja, aber auf die Stirn und so weiter.
Sie hat sicher noch absolut geliebt zu diesem Zeitpunkt, ich auch. Aber nicht mehr als Partner.
Und das war dann auch der Moment, in dem ich gegangen bin. Es passte für uns beide irgendwann, aber dennoch ist dieses Risiko immer gegeben wenn man dem anderen den Therapeuten ersetzt.
Ich weiß daher nicht, wie ich heute damit umgehen würde. Und ganz ehrlich: Wenn du mit der Situation nicht klar kommst würde ich notfalls gehen bevor ich mich behandeln lasse. Denn das wäre ja so, als würdest du dich gegen Fieber behandeln lassen, willst aber den rostigen Nagel im Fuß behalten. Das geht nicht. Ich bin da jemand der Ursachen löst und nicht Symptome.

Ich glaube, du und deine Freundin, ihr seid auf verschiedenen Leveln.
Gefühlt sind wir beide uns ähnlich, ich will auch offen und ehrlich über alles reden und für mich ist das Bestandteil einer Beziehung. Aber das sehen nicht alle so.
Ich glaube aber auch nach wie vor, dass das ausziehen gerade sehr kontraproduktiv wäre und sie schneller daheim wäre als alles andere.
Sie ist überfordert und hat scheinbar auch keinen Drang auszuziehen.
Und da kommt vielleicht deine Zeit als Partner. Wie oben schon gesagt, frag sie nach Zukunft.
Setz bei ihr Punkte, über die sie nachdenken und sich klar werden muss. Sie muss die Erkenntnis gewinnen das sich Dinge ändern müssen und welche. Sie muss sich entscheiden, welcher Mensch sie sein und werden will.
Du kannst sie auf dem Weg dorthin sicher begleiten, aber sie muss ihn kennen und gehen wollen.

Zum Beispiel die Wohnungsbesichtigung, da würde ich reingehen.
Also hinterfragten warum sie sich nicht traut, was sie da fühlt und so weiter. Je nachdem wie weit ich da komme.
Und ihr auch ganz klar zu verstehen geben dass es für mich nun keine Rechtfertigung sein soll sondern dass ich sie gerne verstehen und teilhaben möchte. Und damit ihr es zusammen besser suchen könnt.
Wie ich oben schon sagte muss ihr klar sein, dass du vielleicht mal weg bist.
Selbst wenn du theoretisch Lehrer wirst so besteht die Möglichkeit, dass du auf Klassenfahrt musst.
Und dann?
Da muss sie Wege suchen oder sich Gedanken machen, wie sie all das angehen möchte.
Aber wie gesagt, ich würde sie da kommen lassen. Und gar nicht direkt mit Druck sondern einfach so in die Richtung "Mensch, nun habe ich dich ewig mit meinen Plänen und Gedanken vollgetextet. Was wünscht du dir denn für unsere Zukunft? Wie stellst du es dir vor?". Und dann kommen lassen. Das muss sich bei ihr setzen und vielleicht bewegt sich dadurch schon etwas.....



Gruß
 

Benutzer6428 

Doctor How
Nur mal so als Zwischenfrage...reden wir jetzt tatsächlich von diagnostizierter Depression?
Nicht, dass ich hier irgndwie am Thema vorbei schieße...

Natürlich ist es ziemlich krass, dass sie nichtmal eine Nacht alleine sein kann...da ist tatsächlich nochmal mehr im Busch, als ich vermutet habe...



Außerdem würde es mich doch interessieren was @Triton in diesem RIESIGEN Beitrag genau mit "sehe ich anders" meint. Dass beide Partner ihr Päckchen tragen müssen? Alles? Ist nicht so ganz klar geworden und damit auch ein bisschen sinnlos...
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren