Wie funktioniert Verlieben in sexuellen Ausprägungen?

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Hi,

angeregt durch den Thread von @Lotusknospe über "Frauen unter sich" möchte ich eine Frage stellen, die mir schon ein bisschen länger durch den Kopf schwirrt, allerdings weiß ich nicht, ob ich sie in ihrer Komplexität so gut darstellen kann.

Hier im Forum las ich schon häufiger, dass Personen, die bi sind, sich nicht auf das Geschlecht festlegen, sondern sich in die Person und den Charakter verlieben. Inwiefern spielt beim Verlieben dann Sexualität überhaupt eine Rolle? Oder verstehe ich den Begriff bi komplett falsch und er bezieht sich ausschließlich auf sexuelle, aber nicht emotionale, partnerschaftliche Charakteristika?

Bei einer bisexuelle Person scheint es ja egal zu sein, ob Pussy oder Schwanz - um es mal plakativ auszudrücken. :zwinker: Oder ist dem nicht so? Wie wählen bisexuelle ihren nächsten (Sex-)Partner aus? Gerade wenn es um Sex ohne Gefühle geht. Nach welchen Kriterien wird da entschieden, ob Mann oder Frau?

Bei hetero- und homosexuellen Personen ist die Auswahl ja schon von vornherein auf das Geschlecht festgelegt. Wie funktioniert das also bei bisexuellen Menschen? Oder ist das alles nur Biochemie? :tongue:

Und: wie funktioniert das bei anderen sexuellen Ausprägungen? Meist ist da die Vorauswahl schon getroffen. Gibt es dort andere (Attraktivitäts-) Merkmale als bei Bisexuellen?

Ich hoffe, das ist nicht zu verwirrend. :grin: Bin gespannt, wie ihr das so seht. :smile:
 

Benutzer101356 

Meistens hier zu finden
Also ich bin zwar nicht bi (glaube ich :tongue:), aber rein von der Logik her:

Du bist hetero, stehst also grundsätzlich auf Männer. Trotzdem würdest du ja nicht mit jedem Mann ins Bett gehen, oder? Er muss toll aussehen oder charmant sein oder toll lächeln oder was auch immer dazu führt, dass du ihn sexuell anziehend findest. Für Bisexuelle kommen eben Frauen und Männer in Frage - aber auch da muss die einzelne Person etwas haben, was sie anziehend macht.

Vllt gibt es noch temporäre Präferenzen, eine Freundin von mir war z.B. lange mit einem Mann zusammen und hat jetzt momentan nur Interesse an Frauen. Wobei ich auch bei ihr glaube, falls ihr der Hammer-Mann über den Weg laufen würde, wäre sie dafür offen. Aber grundsätzlich glaube ich, dass der "Mechanismus" bei Bisexuellen nicht viel anders ist als bei Heteros.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Das ist auch bei bisexuellen Menschen vollkommen verschieden und nicht auf einen Nenner zu bringen.
Manche verlieben sich in Männer und Frauen, andere haben Sex mit Männern und Frauen entwickeln aber nur für ein Geschlecht Gefühle, usw. Es gibt da also die verschiedensten Fälle.

Ich definiere mich als pansexuell und nicht als bisexuell (aus diversen Gründen) und mir ist das Geschlecht schlichtweg schnuppe. Das führt sogar soweit, dass ich es zuweilen völlig ausblende. Mir geht's einfach um die Person an sich - an welchem Punkt des illusteren Geschlechterspektrums dieser Mensch steht hat keinen Einfluss darauf, ob ich ihn sexuell und romantisch anziehend finde.

Ich lerne jemanden kennen und entweder es funkt und ich finde die Person attraktiv, möchte Sex, verknalle mich vielleicht - oder eben nicht.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ich bin nicht bisexuell, aber ich kenne ein paar Bisexuelle. Viele argumentieren tatsächlich, dass sie die Person an sich lieben und das Geschlecht als unwichtig betrachten. Einige haben fürs Sexuelle dann aber ein präferiertes Geschlecht - obwohl sie Sex mit beiden Geschlechtern genießen können, haben manche einfach eine Vorliebe. Muss wohl so ähnlich wie eine Vorliebe für eine bestimmte Haarfarbe, Körbchengröße oder Schwanzgröße sein? Keine Ahnung...

Viele Menschen denken oder sagen, dass es bei Bisexuellen so wäre, dass sie sich nach beiden Geschlechtern sehnen und beide Geschlechter haben wollen. Einige haben deswegen sogar Angst vor Beziehungen zu Bisexuellen. Meiner Erfahrung nach ist es aber eher so, dass diesen Leuten Geschlechter einfach nur irrelevant erscheinen, bzw. ein Detail darstellen.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich glaube, für die wenigsten wäre es egal, ob Schwanz oder Pussy. Zumindest für mich würde das definitiv einen Unterschied machen. Nur weil man beides anziehend finden kann, ist es ja nicht automatisch das gleiche. :zwinker:

Ich hab festgestellt, dass ich Körper beiderlei Geschlechts attraktiv und sexuell anziehend finden kann (zumindest in der Theorie). Trotzdem ist es nicht identisch, und auch die Möglichkeiten die sich dabei bieten würden sind ja nicht identisch. :zwinker:

Im Schnitt finde ich ja auch Frauen anziehender, und weiß nicht mal, ob ich bei Männern den Schritt von der Fantasie zur Tat vollziehen könnte. Darin liegt ja schon, dass meine Betrachtung da nichts geschlechtsneutral ist. Ob ich damit als bisexuell durchgehe, weiß ich nicht, aber ich war mal so frei trotzdem zu antworten. :zwinker:
 
3 Woche(n) später

Benutzer153951  (24)

Ist noch neu hier
Ich bin Bisexuell (vielleicht auch Poly- oder Pansexuell da bin ich mir nicht sicher) Und ich habe trotzdem klare Vorlieben die teils auch Geschlechtsspezifisch sind. Der Charakter sollte natürlich immer passen hier unterscheide ich nicht zwischen Mann und Frau. Den Hintern finde ich bei Frauen aber grundsätzlich schöner und dieser hat bei Frauen auch eine größere Wertung wenns um die Attraktivität geht. Die Grenzen, wann ich ein Sixpack schön finde und wann es mir zu viel ist, liegen bei Männern höher. Und grundsätzlich fällt es mir leichter eine emotionale Bindung, sei es freundschaftlich oder romantisch, zu einer Frau aufzubauen (ich habe mich bis jetzt auch nur in Frauen verliebt) ich habe aber bis jetzt schönere sexuelle Erfahrungen mit Männern gemacht. Einen Sexualpartner für gefühlslosen Sex wähle ich gar nicht aus, da ich dafür zumindest eine freundschaftliche Basis haben möchte. Damit ich also Sex haben möchte muss die Person einerseits in einem gewissen Maß attraktiv sein und ich muss den Charakter der Person mögen. Das ist bei Hetero- und Homosexuellen ja nicht anders. Wenn es nun rein um die attraktivität geht ist das Zusammenspiel aller körperlichen Details wichtig. Zu manchen Hautfarben passen manche Haarfarben zu denen wieder manche Augenfarben passen...zu denen ein Schwanz oder eine Pussy passt.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Ich muss sagen generrell betittle ich mich als heterro aber habe deffinitv auch bi bzw pan Züge. Kann das relativ leicht erklären. Wenn die Person mich interresiert, es irationla zu Gefühlen kommt, kann es mir auch egal sein ob Weiblein, Zwischengeschlecht oder Männlein. es ist die Person die mich interresiert. Hatte das bisher 3x und es muss dann schon heftiges Interresse da sein, dass ich von meinen Hetero Prefferrenzen abweiche.

Darum befasse ich mich auch damit, ob es anderen menschen auch wie mir geht, das sie sich eigendlich als primär hetero einstufen, jedoch ein bestimmter Mensch das schlagartig nur für diesen ändern kann.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Der Frage was ich "bin" weiche ich besser aus. Sie hilft mir nämlicvh überhaupt nicht weiter in meinem Leben. Aber weil ich schon beide Geschlechter an oder in mir hatte, geht mich das Thema gleichwohl an.
Mein Geschlechtsleben wäre eigentlich ziemlich kompliziert. Daran ist nicht mein Kopf schuld, sondern mein Körper. Erstens bin ich was die Erregung angeht, eher auf Empfang programmiert.
Zweitens ist mein Körperbau eher weiblich als männlich. Ich hätte jeder Zeit als Mädchen auftreten und habe das auch praktiziert (manchmal aus ganz praktischen Gründen, um weniger aufzufallen). Nur fühle ich mich nicht besonders weiblich, und möchte auch keine Frau sein.
In der Pubertät ergab beides zusammen die grosse Versuchung für mich. Ich merkte wie stark ich auf andere Jungen wirkte, gerade nicht auf schwule. Ich habe längere Zeit mit ihnen im Geheimen diese Win-Win-Sutuation "genossen".

Liebe war das eigentlich nicht. Ich habe mich ein einziges Mal in einen anderen Jungen verliebt. Aber diese Liebe war für mich so hoch über allem dass ich nie an Sex gedacht habe! Er hatte einen schweren Unfall hinter sich, mit Beinamputation. Das hat mich so stark interessiert (schon medizinisch), und beeindruckt, und meine Hilfsbereitschaft geweckt dass daraus eine Art Liebe entstand. Es war dieser Junge in dieser Situation in den ich mich verliebte.

Heute kann ich sagen dass ich mich wirklich in einen Menschen verliebe, ohne schon an Sex zu denken. Ich habe mich nacheinander in zwei Mädchen verliebt, meine jetzige Partnerin kenne ich seit 7 Jahren.
Beide Beziehungen entstanden spontan. Im 1. Fall kämpfte ich um IHRE Liebe, wobei dann natürlich die Idee von Sex beteiligt war, im 2. Fall verliebte ich mich in SIE. Die Menschen standen am Anfang, nicht der Wunsch nach einer Beziehung.
Zwischen mir und einem Mann hat es nie mehr gefunkt. Was natürlich bloss damit zu tun haben kann dass ich keine freien Valenzen mehr habe. 2 Fälle sind noch keine Statistik....
 

Benutzer141862 

Sehr bekannt hier
Da für mich bei der (Sex)Partnerwahl die "klassischen" Kriterien wie Alter, Aussehen, ähnliche Hintergründe u.ä. nicht entscheidend sind, nehme ich an, dass ich mich wohl auch in eine Frau verlieben könnte. Theoretisch ist mir das Geschlecht egal, praktisch habe ich mich jedoch bisher nie von einer Frau sexuell angezogen gefühlt. Auch körperlich habe ich noch nie auf Frauen so wie auf Männer reagiert.

Ich denke, unterbewusst liegt es auch daran, dass ich mein Körper sehr auf Empfang steht und nur vaginalen Orgasmus bekommt. Hätte ich durch Klit-Stimulaton kommen können, wäre mir quasi egal, ob die Finger/Zunge einem Mann oder einer Frau gehören. Aber da mir Schwanzpenetration den größten (unersetzbaren) Spaß beim Sex bereitet, stehe ich automatisch mehr auf diejenige, die einen Schwanz haben :grin:

Was Verlieben angeht, finde ich das Interview mit Jónína Leósdóttir (der Ehefrau der ehemaligen isländischen Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir) sehr interessant. Da erzählt sie nämlich, wie sie sich als eine mit einem Mann glücklich verheiratete Frau in eine andere verheiratete Frau verliebt hat und welche Beziehung daraus entstanden ist. Beide haben sich davor als Heteros betrachtet sowie sind ein großes gesellschaftliches Risiko eingegangen, um zusammen zu sein. Finde die Geschichte faszinierend :love:
 
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