Wie beeinflussen "extreme" D/S-Sexpraktiken eine Beziehung?

Benutzer11821 

Meistens hier zu finden
Also und zwar beschäftigt mich momentan folgendes:

Ich habe einen sehr netten Mann auf Joy kennengelernt -> er ist bisher der Einzige mit dem ich mir mehr als nur Sex, Affäre oder eine Freundschaft+ vorstellen könnte. Er ist äusserst aufmerksam, liebevoll und respektvoll und ich fühle mich in seiner Nähe wirklich wohl, gut behandelt und aufgehoben. Ich finde es sehr schön mit ihm meine Zeit zu verbringen und wir haben auch schon Urlaub geplant. Mir ist es sehr wichtig, dass mein Gegenüber auf Augenhöhe mit mir ist und wir beide gleichberechtigt sind. Sexuell gesehen war ich schon immer "Switcher" und bisexuell. Ich merke allerdings, dass ich mittlerweile immer mehr in die dominante Richtung abdrifte, vor allem weil er eine wirklich sehr ausgeprägte devote Seite in sich hat und mich Schritt für Schritt immer mehr darüber in Kenntnis setzt was er alles schon so gemacht hat. Oftmals natürlich dann, wenn er durch meine Erniedrigungen so geil ist, dass er es nicht mehr aushält den Mund zu halten. Kurz: Das ist wirklich viel, ziemliche tiefe Abgründe und auch Einiges an Zeug dabei, dass viele "normale" Frauen wahrscheinlich total erstarren lassen würde. Die BDSM Richtung habe ich zwar hin und wieder auch mit meinem Exfreund praktiziert aber nie wirklich oft und auch kaum in einem solchen Extrem wie ich es jetzt gerade auslebe. Eher in einem spielerischen Sinn: Nur wenn es offiziell auf Sex rausläuft. Mit ihm sind die Grenzen kaum wahrnehmbar: Wir können uns 2 Minuten liebevoll und bemüht über den Alltag unterhalten und kurz darauf behandle ich ihn wieder wie ein Stück Dreck.

Da wir (noch) relativ weit auseinander wohnen können wir uns auch nur an den Wochenenden sehen (auch nicht jedes Wochenende) und gehen im Moment meistens auf "Fetisch"-Partys zusammen + sonst halt ganz normal Zuhause kochen, bisschen spazieren, Kino, quatschen. Wir schreiben/quatschen allerdings jeden Tag per Whatsapp, wünschen uns einen guten Morgen, eine gute Nacht und erzählen uns vom Alltag und den beruflichen Dingen die gerade so anstehen. Gleichzeitig spielen wir diese Machtspielchen - als fliessende Übergänge zu den alltäglichen Dingen die wir bereden. Als Beispiel: Gestern habe ich zum ersten Mal etwas getan, dass ich mir insgeheim schon immer gewünscht habe. Ich habe mich mit einem meiner "Sexfreunde" verabredet und IHN darüber in Kenntnis gesetzt. Ihm gesagt, dass ich gleich Sex haben werde, weil er mich sowieso nicht befriedigen kann und dass das ein Anderer für ihn tun muss. Dann habe ich ihm Fotos davon geschickt und ihm ausführlich erzählt wie der Andere mich befriedigt hat. Er war durch das so erniedrigt, gleichzeitig völlig geil, dass er noch mehr von sich Preis gab und sich mir völlig hingegeben hat.

Nun stellt sich mir natürlich die Frage: Ich fühle mich einerseits sehr wohl in der dominanten Rolle, ja es schockt mich sogar wie weit ich gehen kann und wie "böse" ich sein kann. Doch da sich unsere "Beziehung" noch völlig im Aufbaustadium befindet habe ich auch Angst davor, dass diese Extreme welche wir im Moment praktizieren sich nachhaltig auf diese noch sehr instabile Verbindung auswirken. Ich möchte ihn nicht "brechen", ich möchte ihn ja eigentlich nicht so behandeln wie ich es tue und trotzdem geniesse ich diese Macht die ich über ihn habe in diesen Momenten. Dieses Spiel ist sowohl für ihn wie auch für mich sehr kräftezehrend und gleichzeitig äusserst erfüllend und ich möchte immer mehr und mehr davon - schwelge in Gedanken, frage mich was für Demütigungen ihn wohl noch mehr zu Wachs in meinen Händen werden lassen und was für Gemeinheiten ich ihm wohl als nächstes zumuten kann/will. Wenn ich ihn als Person/Mensch nicht so schätzen würde, dann wäre es mir wohl auch egal worauf das hinausläuft ABER ich schätze ihn halt und geniesse auch so die Momente der Zweisamkeit ohne jeglichen Erniedrigungen.

Deshalb: Vielleicht gibt es ja hier die ein oder andere Person, welche mir Hilfestellung geben kann und mir meine "Ängste" nimmt. Habt ihr eine solche Form einer D/S-Beziehung schon praktiziert? Gefahren? Vorteile? Wo hört man auf? Erfahrungsberichte?
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wie weit könntest du dir denn vorstellen, zu gehen? Auch mal langfristig gedacht. Sollte das alles, wenn der erste Rausch der Verliebtheit vorüber ist lieber wieder eine untergeordnete Rolle spielen? Oder könntest du dir schon vorstellen, dass diese D/s-Dynamik auf Dauer die Grundkonstante eurer Sexualität wird und bleibt? Dass das Machtverhältnis vielleicht sogar über den Sex hinaus in eure Beziehung hinein spielt? Und was will er? Denn solange sich alle wohl fühlen, muss man ja nicht erst ein Problem suchen.

Natürlich werdet ihr vermutlich beide nicht genau sagen können, was ihr euch da vorstellen könnt und was nicht, weil ihr erstmal gemeinsam diese Welt entdecken müsst. Vielleicht wäre es das beste, einfach zu tun was euch beiden gefällt, und gelegentlich inne zu halten um sich zu fragen: Will ich das so? Fehlt mir etwas? Und um offen mit dem Partner drüber zu reden, Wünsche, Anregungen, Verbesserungsvorschläge zu bringen.

Potenziell problematisch sehe ich allerdings, dass ihr eine Fernbeziehung habt. Die gemeinsame Zeit wird da natürlich gern für Sex genutzt - aber so entsteht ggf. ein ganz anderer Schwerpunkt bzw. eine andere Dynamik, als es bei einer "Nahbeziehung" haltbar wäre. Aber ich schätze, dass der Wunsch nach mehr "Pärchen-Alltag" früher oder später auch so von alleine kommen wird.
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Ich finde der Wechsel von EPE zu TPE sollte schon eine bewusste Entscheidung sein und sich nicht einfach so einschleichen.
 

Benutzer11821 

Meistens hier zu finden
Erstmal Danke für die Antworten!

Wie weit könntest du dir denn vorstellen, zu gehen? Auch mal langfristig gedacht. Sollte das alles, wenn der erste Rausch der Verliebtheit vorüber ist lieber wieder eine untergeordnete Rolle spielen? Oder könntest du dir schon vorstellen, dass diese D/s-Dynamik auf Dauer die Grundkonstante eurer Sexualität wird und bleibt? Dass das Machtverhältnis vielleicht sogar über den Sex hinaus in eure Beziehung hinein spielt? Und was will er? Denn solange sich alle wohl fühlen, muss man ja nicht erst ein Problem suchen.

Gute Frage.

Ich denke, dass das Problem auch das ist, dass ich noch nicht einmal wirklich weiss ob ich tatsächlich eine fixe (offene) Partnerschaft mit ihm eingehen möchte. 1. Steht das Sexuelle im Moment ganz klar im Mittelpunkt (und wie du sagst, gerät da der Pärchen-Alltag ins Hintertreffen, eben auch weil wir eine "Ferngeschiche" führen) 2. Weil wir meiner Meinung nach noch zu wenig über wichtige Dinge wie zB Zukunftswünsche, Familienplanung etc. geredet haben. Er ist doch schon 37 und ich weiss auch, dass er sich immer eine Familie gewünscht hat aber aufgrund der sexuellen Neigungen keine "normale" Partnerschaft eingehen konnte - ich kann mir zB. nicht vorstellen in 2 Jahren schon Kinder zu haben (und er wird sicher nicht mehr ewig darauf warten wollen..). Er hat das Thema schon angesprochen, dass wir Mal darüber reden müssten wie wir jetzt "zueinander" stehen. Ob wir nun fix zusammen sind oder uns andere Optionen offen halten möchten auch, weil wir jetzt doch schon zusammen bis Ende Jahr diverse Dinge geplant haben. Nur.. ich kenne ihn jetzt 1,5 Monate und wir haben uns ca. 5 Mal ein Wochenende gesehen, klar waren es intensive Wochenenden und klar schreiben wir jeden Tag.. aber... reicht denn das wirklich schon um zu sagen: "Ja, ich will eine Partnerschaft?!". Ich weiss nicht, Partnerschaft ist für mich im Kopf etwas Endgültiges -> mag für viele andere Menschen nicht zutreffen sooft wie manche den Partner wechseln. Aber ich nehme das so Ernst wie Andere wohl die Ehe (obwohl bei der heutigen Scheidungsrate...) und ich beende eine Beziehung wirklich nur dann, wenn es absolut nicht mehr geht. Vielleicht bin ich diesbezüglich auch einfach zu verkopft, weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe... keine Ahnung! Auf jeden Fall bin ich dann lieber Poly-Single als zu vorschnell eine Partnerschaft einzugehen.

Dann kommt natürlich noch die D/S Sache hinzu. Im Moment kann ich mir so gut wie alles vorstellen... von nur Grundkonstante in der Sexualität bis hin zu einer beziehungsübergreifenden Cuckolding-Beziehung wo ich nen fixen Lover habe den ich genauso liebe/zusammen bin und er total keusch gehalten wird (und selbst für das ist er offen bzw. wir haben darüber geredet, dass wir uns in Richtung Cuckolding weiterentwickeln möchten und er mir da auch schon nen fixen "Lover" sucht) -> aber auch da gibt es tausende Arten das Ganze auszuleben.... in welchem Extrem oder in welcher Form auch immer. Zumindest kann ich sagen, dass mir die D/S-Sache wichtig ist und sie einen hohen Stellenwert in meinem Leben einnimmt/auch in Zukunft einnehmen soll. Ich weiss nicht ob bei ihm dann die devote Seite wirklich ausgeprägt genug ist, da er eigentlich auch Switcher ist und sich im Moment noch hin und wieder auch zur Abwechslung den dominanten Part wünscht (ich habe ihm auch angeboten, dass er sich halt eine sehr devote Frau als "Sklavin" zutut, weil ich dafür einfach zu wenig devot bin und wir sie dann ab und zu auch gemeinsam bespassen könnten). Aber du hast Recht. Solange es im MOMENT für beide stimmt müssen wir wohl einfach mal schauen wohin das Ganze führt und den Weg gemeinsam gehen ob mit oder ohne Partnerschaft. Ich finde es sagt schon genug aus, dass er mir so wichtig geworden ist, dass andere Männer/Frauen ganz klar "hinten" anstehen müssen und ich ihn jederzeit anderen Personen vorziehen würde. Eigentlich sollte sich das dann automatisch in die richtige Richtung entwickeln, solange wir offen und ehrlich darüber sprechen können was uns gefällt oder eben auch stört.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Hmm. Ehrlich fällt es auch mir eher schwer, das gedanklich mit Familienplanung auf einen Nenner zu bringen. :zwinker: aber vielleicht fehlt mir da auch nur die Vorstellungskraft.

Dass so eine Beziehung sehr speziell ist, steht wohl außer Frage - und bei Keuschhaltung flösse ganz automatisch eine 24/7-Komponente mit ein. Wie Tiefblick schon sagte: Da sollte man sich schon bewusst sein, worauf man sich einlässt.

Aber sowas entwickelt sich ja auch nicht aus dem Nichts, sondern ergibt sich eher nach und nach. Insofern würde ich es vielleicht erstmal auf mich zukommen lassen. Vielleicht merkt ihr dann dabei, dass ihr ab und an eh froh seid auch mal zeitweise vom "Fetisch-Trip" (nicht abwertend gemeint :zwinker:) runter zu kommen und das nur phasenweise so heftig ausleben wollt. Oder es passt wirklich auf Dauer für euch.

Insofern wäre mein Vorschlag: Über die Sache mit Zukunfts- und Familienplanung solltet ihr schon mal relativ bald reden. Und das weitere ergibt sich eher "auf dem Weg" - regelmäßige offene Kommunikation natürlich vorausgesetzt.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Insofern wäre mein Vorschlag: Über die Sache mit Zukunfts- und Familienplanung solltet ihr schon mal relativ bald reden. Und das weitere ergibt sich eher "auf dem Weg" - regelmäßige offene Kommunikation natürlich vorausgesetzt.

Genau das ist meiner Meinung nach die sinnvollste Vorgehensweise. :smile:

Und aus eigener Erfahrung: Ja, ich finde derlei beeinflusst eine zwischenmenschliche Beziehung. Dies muss aber bei weitem nicht immer negativ sein.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren