Why I choose the bear

  • Themenstarter Gelöschtes Mitglied 158340
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An die Frauen: Welche dieser Situationen durch einen oder mehrere Männer hast du schon erlebt?


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  • #1
Da ich einen anderen Thread nicht sprengen will, ich aber das Thema wichtig finde, möchte ich jetzt doch einen Thread erstellen. Da es ein sensibles Thema ist, hab ich es erstmal in "Missbrauch und Vergewaltigung" erstellt. Wenn die Moderation es hier aber thematisch ganz unpassend findet, möge sie es bitte verschieben.

Der Gedanke hierzu kam mir nach diesem Thread: https://www.planet-liebe.com/threads/flugplatzreservierung-frauen-haben-die-option-plätze-neben-männern-zu-meiden.627614/
In jenem Thread wurde (teilweise gelöscht) mehrfach angezweifelt, wie viele Frauen auch in Deutschland Erfahrung mit sexueller Belästigung gemacht haben und ob das wirklich ein Problem darstellt. Und das hat mich so geärgert, dass ich dazu hier diese Umfrage machen möchte, in der Hoffnung, dass das Problem vielleicht doch vom ein oder anderen als Problem doch noch wenigstens anerkannt wird. Leider geben es die technischen Möglichkeiten nicht her, dass nur Frauen abstimmen können, weshalb ich die Umfrage leider offen halten musste (also man sieht, wer auf was geklickt hat). Ich hoffe, ihr verzeiht mir das, aber mir fällt keine Möglichkeit ein, wie die Umfrage sonst nicht von einigen Herren verzerrt wird. (Wenn ihr deshalb lieber nichts klicken wollt, ich versteh das. Ist ein sehr sensibles Thema.)

So, warum der Titel? Es gab letztes Jahr eine Umfrage mit einem Gedankenexperiment: Wenn du als Frau allein im Wald bist, auf wen würdest du lieber treffen: Auf einen fremden Mann oder auf einen Bären?
Die überwältigende Mehrheit der Frauen wählte den Bären. Warum? Nunja, das hat diese nette Dame gut zusammengefasst:

An die Personen, die hier zweifeln wollen, die sich deshalb angegriffen fühlen, diskriminiert und zu Unrecht in Sippenhaft genommen fühlen oder so tolle Ratschläge wie "wehrt euch" anbringen wollen: Dieser Thread ist NICHT für euch. Es geht nicht um euren Unglauben, niemand muss euch irgendwas beweisen, es geht nicht um eure fragilen Egos, die sich davon angekratzt fühlen, ihr seid hier NICHT willkommen. (Und ich werde die Moderation auch bitten, jeden entsprechenden solchen Beitrag zu löschen)

Diejenigen, die solches Verhalten "nicht so schlimm" finden: Wenn ihr eine Frau seid und euch damit so arrangiert habt, dann will ich euch da diesen Beitrag zu eurer geistigen Gesundheit nicht madig machen, aber akzeptiert, dass es eben vorkommt und dass andere Frauen das sehr wohl schlimm finden. Ich hab die Umfrage auch extra so gestaltet, dass ich nicht frage, wie schlimm man das einzelne Vorkommnis fand.
Wenn du ein Mann bist und es nicht so schlimm findest: Aus dem tiefsten Herzen meiner Seele: Fick dich und bleib hier weg.

Alle anderen, die berichten wollen, was ihnen oder weiblichen Bekannten passiert ist, was sie als Augenzeuge erlebt haben und warum sie "lieber den Bär als den Mann" wählen: Danke für euren Mut und herzlich willkommen.

Sollte ich irgendwas wichtiges in der Umfrage vergessen haben, bitte bescheid geben, damit ich es ergänzen kann.


Moderative Anmerkung:
Dieser Thread ist stärker thematisch gebunden als andere. Denkt bitte daran, dass hier sehr persönliches geteilt wird und beachtet es bei euren Antworten.
Um diesen Thread zu schützen, bitten wir euch darum, aktuelle Themen in anderen Threads zu diskutieren. Aufgrund der sensiblen Thematik werden wir hier deutlich strenger moderieren als in anderen Threads.
Fehlverhalten von anderen Usern ist weiterhin an die Moderation zu melden und soll nicht hier öffentlich breitgetreten werden. Entsprechende Querverweise werden ausnahmslos entfernt.
 
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  • #2
Ich will dann auch gleich mal den Anfang machen.

Catcalling zähl ich jetzt nicht alles auf, das wär zu viel und kommt zu oft vor. Auch die "scheinbar zufälligen" Berührungen werd ich jetzt nicht alle aufzählen. Dass da "rein zufällig" dann ein Kerl so im Bus neben mir "stehen musste", dass mir sein Gemächt in die Schulter und halb ins Gesicht drückt oder er "ganz eng" an mir vorbeigehen "musste", obwohl da noch jede Menge Platz war und er sich auch einfach anders herum hätte drehen können im Zweifelsfall, kam so oft vor, dass ich es nichtmal zählen könnte, wenn ich wollte.

Ich fang mal an mit dem Sportlehrer, der für die Sportlehrerin eingesprungen ist, und – natürlich nur bei den hübschen Mädchen – dann am reck "Hilfestellung" geben musste, wofür er sie am Hintern festhalten "musste", obwohl mir Mädels es sowieso gewohnt waren, uns untereinander Hilfestellung im Sportunterricht zu geben und da nie irgendwer den Hintern des anderen anfassen musste. Wir waren 14.

In der Pause beim Anstellen am Schulkiosk unterhalten sich zwei Jungs vor mir über meine Brüste. Ich war 11. Sie waren schätzungsweise 15. Plötzlich kommt einer auf die grandiose Idee, dass er sie mal anfassen will, was er dann auch prompt tut. Ich bin heulend aufs Mädchenklo geflüchtet.

In der Disco als Teenie unterhalte ich mich mit einer Freundin und plötzlich baut sich vor mir ein Kerl auf, der mindestens 2 Köpfe größer ist als ich und schiebt sich zwischen mich und meine Freundinnen, um anzüglich an mir runterschauen zu können, und stützt sich mit einem Arm an der Wand neben mir ab. Mir blieb nur der Fluchtweg unter seinem Arm durch wieder zu seinen Freundinnen Ich war 16.

Bei meinem ersten Freund und mir lief es gegen Ende der Beziehung schlecht. Deshalb hatte ich keine Lust auf Sex mit ihm, aber wir haben trotzdem noch nebeneinander geschlafen. Eines Nachts wache ich auf und spüre, wie er mein Höschen runterzieht und versucht, seinen Penis zwischen meine Pobacken zu schieben. Als ich schreiend und panisch um mich getreten habe, hat er sich tausendfach entschuldigt, das sei nur der Sexentzug gewesen und ich solle doch jetzt vor ihm deshalb keine Angst haben und ihm weiter vertrauen… Ich war 18.

Ich hatte mir einen Bänderriss zugezogen und musste deshalb mit der Tram fahren, um zur Kontrolle und wieder heim zu kommen. In der Ubahn ist schon ein Typ, der mir Komplimente macht. Ich sag ihm, ich hab kein Interesse, ich bin verheiratet. Er "Macht doch nix" und läd mich weiter explizit zu Sex ein. Ich sag mehrfach laut nein.
An meiner Station steig ich aus und bemerke nicht, dass der Kerl auch ausgestiegen ist. Wegen kaputtem Fuß nehm ich die Rolltreppe nach oben und spür plötzlich, wie sich der Kerl von hinten an mich randrückt und mir ein "Ich bin so geil" ins Ohr stöhnt. Ich war 31. Die Rolltreppe war voll und ich konnte erstmal nicht weg, und obwohl ich ihn angefaucht habe, hat mir natürlich niemand geholfen.

Das sind jetzt so meine schlimmsten Highlights. Wahrscheinlich würden mir noch mehr einfallen, aber die haben bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
 
M
Benutzer181426  (45) Sehr bekannt hier
  • #3
Rückblickend finde ich seltsamerweise nicht mal das Joy-Date am schlimmsten, bei dem dieser Typ offenkundig zu dämlich war, Kondome in seiner Größe mitzubringen und trotz meiner klaren Ablehnung einfach mal probierte, ob ich nicht doch zulassen würde, dass er mich ohne eines fickt. Vielleicht war es gefühlt nicht so schlimm, weil ich schlussendlich gut aus der Situation raus kam, auch wenn ich ihn wahrscheinlich hätte anzeigen können.

Am scheußlichsten finde ich rückblickend die allererste Erfahrung dieser Art, weil ich mich dort wohl am hilflosesten fühlte. Geburtstagsfeier meiner Tante mit Familie und Freunden, ich war elf (!!!). Der Typ dürfte wohl um die 50 gewesen sein, und stellte nicht etwa fest, wie groß ich geworden war, sondern " Die kriegt ja schon Brüste!", wovon er sich offenbar auch direkt durch anfassen überzeugen musste. Ich wusste gar nicht, wohin mit mir. Nicht nur, dass ich es nicht wagte, etwas zu sagen, so weit ich mich erinnere, wies ihn auch sonst niemand in seine Schranken.
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #4
Off-Topic:
Die Abstimmung sollte anonym sein.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #5
Puh, alles aufzuzählen würde auch bei mir den Rahmen sprengen - und an manches möchte ich auch garnicht so genau denken. Nen paar Highlights...

Mit 13 oder 14, umzingelt von ner Gruppe Jungs, die mir "zeigen wollten, wie ein BH funktioniert" - ich hatte grade die ersten zarten Ansätze von Brüsten und kein BH der Welt hätte mir gepasst, sie hatten nen riesigen BH und versuchten mir Pullover und Shirt hochzuziehen. Davongekommen mit blauen Flecken und Schrammen, aber ohne die (vollzogene) Demütigung - hab halt auch hemmungslos ausgeteilt.

Mit 15, mein erster Freund. Er hat mich trotz aller Gegenwehr, trotz "NEIN" und "hör auf" und heulen vor Schmerz, anal vergewaltigt. Ich lag auf dem Bauch, er auf mir, ich hatte körperlich keine Chance.

Mit 20, ausgegangen mit dem damaligen Freund, er holte uns grade was zu trinken, ich war auf der Tanzfläche geblieben. Hält mich auf einmal von hinten nen Typ fest, reibt seine Erektion an meinem Hintern und lässt trotz aller Gegenwehr nicht los. Als mein Freund zurück kam ist er stiften gegangen.

Mit Anfang 20, angestellt bei Macces, Abends am putzen, unter nem Tisch, auf den Knien. Haut mir ein Typ von hinten auf den Arsch. Unter dem Tisch rausgekrochen, ihm erklärt dass er sich jetzt von mir entfernt oder ich den Schichtleiter hole, sein Kumpel stand dabei und fand das wohl sehr amüsant, er hat sich nicht beeindrucken lassen. Als ich laut geworden bin drohte er mir, sie warten draussen auf mich, ficken mich erst zusammen und stechen mich dann ab. Standen auch tatsächlich noch lange im Auto auf dem Parkplatz, Schichtleiter sagte, er kann da nichts machen, ist nicht verboten. Hab ne zweite Schicht angehängt und habe mich morgens von der folgenden Schichtleiterin die dann ebenfalls Feierabend hatte zum Bus begleiten lassen. Die nächsten Spät- und Nachtschichten hatte ich ziemliche Angst.

Mit Mitte 20 nachts nach der Weihnachtsfeier, leicht angetrunken, mir wurde vom Bus fahren übel, bin an einer Haltestelle raus um nicht drinnen zu kotzen. Ein Mann griff mich am Arm, zog mich weg, dachte erst noch er will mich zur Sitzbank bringen oder so, als er mich in eine Seitenstraße zog hab ich angefangen mich zu wehren, "lass mich los", er zog mich weiter mit "ich fick dich jetzt". Panik, augenblicklich stocknüchtern, aber leider körperlich absolut unterlegen. Laut angefaucht, die Irritation genutzt um mit der freien Hand hart mit der Kante gegen den Hals zu schlagen, losreissen können und gerannt. Die Haltestelle kann ich seitdem nicht mehr nutzen, habs nen paar Mal versucht, weil es echt super unpraktisch ist wenn die nicht mehr in Frage kommt, aber Herzrasen, Zittern, Panik... geht nicht.

Der Rest läuft unter "will ich wirklich nicht dran denken oder drüber schreiben" oder "Alltag halt, was soll ichs das xte Mal erzählen".
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #6
Off-Topic:

Die Abstimmung sollte anonym sein.
Ich weiß, wollte ich eigentlich auch. Aber ich hab Sorge, dass einige bestimmte Herren das dann verzerren würden (und nein, ich vertraue ihnen da nicht). Hab ich deshalb im ersten Post geschrieben, dass ich verstehe, wenn deshalb jemand nicht mitmachen möchte. Sollte ich vielleicht noch fett machen, damit sich niemand verklickt und dann bloßgestellt fühlt.
 
Greeny
Benutzer150857  (38) Sehr bekannt hier
  • #7
Schnalzen, Pfeifen, anzügliche Sprüche, anstarren und über die Lippen lecken usw., alles seit der Jugend zigfach erlebt. Das ekelt mich an, aber nach ein paar Stunden ist das tatsächlich vergessen.

Andere Erlebnisse kommen dann schon eher immer mal wieder hoch, zum Beispiel als ich mit ca. 12 auf einer Veranstaltung von einer Kinderserie (Schloss Einstein) war. Zwei Darsteller wurden interviewt und ich stand mit meiner Freundin im Publikum (meine Eltern waren draußen). Hinter mir stand ein Mann, der immer näher kam. Ich rückte immer weiter vor, weil mir der Körperkontakt natürlich unangenehm war. Aber er rückte nach und irgendwann rieb er durch die Hose seinen Schwanz an meinem Hintern. Bin dann immer wieder etwas weggerutscht, dann hat er es kurz gelassen, kam wieder nach, dazu ein absolut widerliches Atmen und Seufzen. Irgendwann ist er gekommen. Aber ich war wie versteinert, ich hab mich nicht mal getraut wegzugehen, weil ich meiner Freundin davon nicht erzählen wollte. Ich hatte sogar einen Fleck auf der Hose am Po.
Keine Ahnung, es ist mir unbegreiflich, warum ich nicht weggegangen bin, aber es ging nicht.

Naja und natürlich noch einige Arschgrabscher in Discos. Männer, die auf einmal angetanzt kamen und gleich die Hände an meine Hüften legten. Männer, die im Bus neben mir saßen, und mich anstarrten und dabei stöhnten und laut atmeten. Es gibt wenig, was ich derart widerlich finde.

Als Kind bin ich von einem Mann auf dem Schulweg bis nach Hause verfolgt worden. Meine Nachbarin hat mich vermutlich vor Schlimmerem gerettet.
 
LULU1234
Benutzer107106  Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
  • #11
Pfeifen und Sprüche kenne ich auch.
Grabscher an den Arsch in Discos oder innerhalb der Schwiegerfamilie (seltsam, dass ich da nicht mehr hingehe). Berührungen von Arbeitskollegen (streicheln am Arm, am Knie), erzwungene Umarmungen, Männer die im Bus bei gespreizten Beinen den Oberschenkel gegen meinen drücken, im Bus das Reiben mit dem Unterkörper am Hintern.

Ach und ganz vergessen: entblößen des Penis mitten am Bochumer Hauptbahnhof bei Tag und das Grabbeln im der Hose bei Augenkontakt. Jammi.
 
LULU1234
Benutzer107106  Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
  • #12
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Eule
Benutzer68009  (37) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #13
Meine Begründung, warum ich das nicht-anonym gemacht hab, hast du aber schon gelesen, oder?
Mea Culpa, da war ich zu schnell am Abzug, Tschuldigung.

Man kann es leider nicht mehr zurücksetzen, nachdem man es einmal anonymisiert hat.

Tut mir wirklich leid. :X3:
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #14
Brml. Naja, machen wir das beste daraus und ich hoffe einfach mal, dass alle Personen in PL genug Anstand haben, bei so einem wichtigen und sensiblen Thema nicht aufgrund von verletztem Stolz oder sonstiger Ressentiments falsche Stimmen abzugeben
 
LouisKL
Benutzer10752  (49) Beiträge füllen Bücher
  • #15
Ich halte es auch für sinnvoll, dass es nicht anonym ist.

Und ich halte eine solche Statistik für sehr sinnvoll. Ich gestehe, dass auch ich erst vor einigen Jahren durch #metoo erst so richtig und eindrücklich verstanden habe, wie verbreitet bestimmte Dinge gegenüber Frauen sind und wie komplett verrückt (und beschämend) es eigentlich ist, dass wir uns als Gesellschaft daran gewöhnt haben. Sämtliche Menschen, die immer wieder betonen, dass wir angeblich ja längst völlige Gleichberechtigung erreicht haben, sollten täglich mit solchen Ergebnissen überschüttet werden (oder vermutlich einfach mal einen Tag als Frau durch die Welt laufen).

Nebenbei bemerkt fände ich es durchaus aufschlussreich, eine ähnliche Umfrage für Männer mal aufzusetzen, aber ich habe das Gefühl, man müsste da etwas mehr Gedanken reinstecken, welche Auswahlmöglichkeiten man gibt. Meine Vermutung wäre, dass bestimmte Vorfälle nämlich durchaus auch von Männern gegenüber Männern vorkommen. Zum Beispiel unerwünschte und unangenehme Berührungen, Gewalterfahrungen, etc., die in ähnlicher Weise von der Gesellschaft teilweise als normal hingenommen werden ("Männer raufen halt gerne untereinander"). Und andere Dinge eben wieder nicht. Könnte auch nochmal verdeutlichen, dass Frauen bestimmten Erfahrungen exklusiv ausgesetzt sind. Aber ich glaube, um hier aussagekräftig zu sein, bräuchte es eine professionelleres Setup, als eine Foren-Umfrage leisten kann. Zum Beispiel auch die Frage, ob das "einmal im Leben" passiert ist oder häufig. Meine Vermutung wäre nämlich auch, dass bestimmte Dinge durchaus gelegentlich Männern unterlaufen, aber eben nicht in der Häufigkeit, wie sie Frauen erleiden müssen.
 
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G
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  • Themenstarter
  • #55
janewayne wenn du damit mich meinst, das tue ich nicht.
Nein, dich meinte ich nicht. Es gab neulich das Thema im Dating Thread als Caelyn Caelyn nicht wirklich geglaubt wurde und darüber philosophiert wurde ob Frauen mit bestimmten Körperformen (große Brüste) eher betroffen sind. Das hat mir weh getan. Denn es kommt ja immer wieder ein unterschwelliges "was hast du getragen, wie hast du dich verhalten, wo hast du dich rumgetrieben, warum passiert dir das ständig und anderen nicht". Ich nenne das mal Slut Shaming. Und das tut mir weh. Punkt. Ob mein Gefühl gerechtfertigt ist oder nicht. Es tut weh und ich kann für keine der Sachen, die mir passiert sind etwas.

Ich darf große Brüste haben, ich darf sexy sein. Ich darf alleine reisen, ich darf alleine clubben, ich darf mich rum treiben, ich darf mit enger Leggins Sport machen. Ich darf flirten, ich darf sexpositive sein.
Punkt.

Und nochmal: es ist KEIN Kompliment. Schönes Aussehen begünstigt es nicht und unschönes Aussehen verhindert es nicht. Und es gibt auch keine Frauen, die geborene Opfer sind. Manche haben einfach ein Scheiß Pech. Die meisten Übergriffe finden im Familien und Freundeskreis statt.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #203
Wir hatten einen Chemielehrer, so um die 60, der holte mal eine schlanke Mitschülerin an die Tafel. Während sie an der Tafel den "Endgegner" auflösen musste, wendete er sich "verbrüdernd" an die Klasse und machte sich über ihre kleinen Brüste lustig.

Ein SoWi-Lehrer eröffnete die Unterrichtsstunde mal damit, dass er gehört habe, dass ich eine neue Freundin habe und ob sie gut sei. Das war in der Oberstufe. Aber es war wirklich nach Beginn der Unterrichtsstunde, alle hatten sich gesetzt, die Tür war geschlossen und die Begrüßungsformeln waren gesprochen.

Das zweite Erlebnis war mir natürlich peinlich, aber ich bin da nicht das Opfer. Ich erzähle das, weil diese Geschichten alle auf den Tisch müssen, damit mal klar wird, WIE TIEF VERWURZELT DAS IST. Wir sind alle so aufgewachsen.
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #221
Off-Topic:
Ich bringe dieses Thema im Umfeld mit neuen Bekannten irgendwann immer mal wieder auf den Tisch. Gestern mit einem guten Bekannten in meiner Lieblingsbar und weil ich mich vorher mit unserer Themenkraft unterhalten hatte. Für mich ist die Bar ein Safe Space. Für sie war das ein "abseits gelegentlicher Objektifizierung, manchen sexistischen Sprüchen und Angeboten, die sie mehrfach ablehnen müsse" wäre es hier ok. Und ich sagte dann: "also ist es verhältnismäßig gut?" und sie: "im Alltag ist es schlimmer". Mein Bekannter war geschockt, wir haben ihm Situationen geschildert und mehrfach beteuert, dass es nur einzelne Männer sind — er hat trotzdem zunächst erstmal das auch auf sich bezogen und versucht, das Eskalationsverhalten der Männer zu erklären. Allein das aufzulösen, dass es nicht um "normales" Flirtverhalten geht, hat etwa zehn Minuten gedauert. Er sagte, er hätte das noch nie erlebt und auch nicht gehört. Habe ihm den Vorschlag gemacht, vielleicht mal eine Flasche Wein zu schnappen und mit den Frauen in seinem Freundeskreis ein offenes Gespräch zu suchen, denn ich halte ihn für jemandem, dem man diese Sachen auch erzählt. Habe ihn dann noch gewarnt, dass wahrscheinlich auch irgendwann Tränen, Wut, Schmerz oder auch absolute Neutralität kommen können. Die Barfrau nickte nur. Auch sie hatte Tränen in den Augen. Es ist schlimm, dass das so vielen einfach so als Teil des Alltags widerfährt. Noch schlimmer ist aber, dass es scheinbar für so einen großen Teil der Bevölkerung unsichtbar ist, weshalb einem selbst nicht geglaubt wird.
Ich finde es gut (!), dass es für viele Männer so ein "absurdes" Thema ist. Auch wenn Sensibilisierung bei dieser Gruppe wichtig ist, denn auch bei Männern und Jungen gibt es Übergriffe (und wenn ich die Statistiken richtig im Kopf habe, auch hier primär durch Männer). Dennoch: Nur weil man es selbst nicht erfährt, es selbst nicht denkt, bedeutet es nicht, dass nicht eine große andere Menge an Menschen das so erfährt und es gibt leider auch heute noch genug Gründe, warum Frauen weder darüber sprechen, noch sich dagegen wehren (und manchmal kann man sich auch einfach nicht dagegen wehren, weil das Gehirn abschaltet, um schlimmeres zu vermeiden oder weil man selbst zu schockiert ist ob dem, was einem dort angetan wird oder um die sozialen Folgen nicht noch zu verschlimmern).
Letztlich ist es ein Thema, das die Stimmung sehr direkt absinken lässt. Es ist unangenehm, darüber zu sprechen. Es ist schmerzhaft, das zu erleben. Es sollte nicht noch schlimmer gemacht werden, indem man Sachen wie: "Aber nicht alle Männer sind so (nein, sind sie nicht. Die meisten Betroffenen wissen das auch) oder: "das hast du bestimmt falsch verstanden" (die meisten Betroffenen, die ich kenne, warten eher sehr lang, bis sie es als das benennen, was es eigentlich ist — auch um sich nicht aufzuspielen oder jemanden zu unrecht zu beschuldigen), oder viele weitere Sprüche, die wir hier auch schon gelesen haben, um die Ohren geknallt bekommt. Vor allem dann nicht, wenn man sich öffnet und davon erzählt oder noch schlimmer: Hilfe in dem Moment braucht und so abgebügelt wird.

 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #246
wortevollerliebe wortevollerliebe weil du es aufbringst, aber nicht auf Dich bezogen: Ich finde diese Verzeihen-Debatte so müßig, auch aus meiner missbräuchlichen Kindheit heraus.
Verzeihen gibt es für mich nur für die, die Reue zeigen und um Entschuldigung bitten. Warum soll ich jemandem verzeihen, der/die das in dem Bewusstsein getan oder unterlassen hat, mir zu schaden?

Warum soll ich gutheißen, dass mir jemand Gewalt angetan hat? Nein. Meine Wut darüber war das, was mich am Leben gehalten hat, was mir Kraft gegeben hat. Meine Wut sagt "hier ist meine Grenze, das war nicht okay". Ich finde es sehr gut, dass ich bis heute darüber Wut empfinden und für mich da sein kann.

Einen Umgang damit finden, mich nach einer Phase der Trauer (um das, was mir genommen wurde) und Verarbeitung nicht mehr ständig darum drehen, ja. Für mich, für mein Leben. Um nach vorne blicken zu können, so gut es geht.

Verzeihen fühlt sich für mich aber nach etwas an, was den Täter:innen quasi die Absolution gibt. Und das haben sie nicht verdient.
 
S
Benutzer188774  Meistens hier zu finden
  • #770
Als Frau Gläser und Flaschen nicht unbewacht abzustellen, haben mir meine Eltern schon vor über 30 Jahren eingetrichtert. Und die müssen das ja auch irgendwo her haben und so gelebt haben (speziell meine Mutter natürlich). Wir leben also leider in einer Welt, in der von Generation zu Generation weitergegeben wird, dass Mädchen/ Frau haarscharf auf ihr Getränk aufpassen muss.

Mir wurde auch mal was ins Glas getan. Da war ich allerdings bei dem betreffenden Mann zuhause und habe eben nicht darauf geachtet. War heilfroh, dass nicht noch "Besuch" kam, denn von solchen Situationen hört man dann ja auch. Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich das alles überhaupt realisiert habe (Selbstschutz?).

Kann mich an eine Situation von vor 2-3 Jahren erinnern. Da war ich mit meinem Freund und einem befreundeten Paar abends weg. Wir Frauen achten immer auf unsere Getränke und übertragen diese Aufgabe uns auch gegenseitig, wenn wir mal kurz weggehen. Das funktioniert super und das jeweils andere Glas wird auch direkt ans eigene rübergezogen und steht nicht irgendwo achtlos und man lässt sich auch nicht ablenken. Einmal sind wir beide kurz weg und haben diese Aufgabe an die Männer übertragen. Als wir zurückkamen, standen sie mit Anderen quatschend neben dem Tisch und da hätte man uns sonst was in die Getränke kippen können. Da waren wir echt sauer, denn die sollten es echt besser wissen (sollte man meinen). Wir haben das natürlich nicht mehr getrunken und die Herren neue Getränke holen lassen. Kann man schonmal sehen, dass Frau sich am besten nur auf sich selbst und allenfalls noch auf eine andere Frau verlassen kann.
 
Dreizehn
Benutzer20579  (41) Planet-Liebe ist Startseite
  • #798
axis mundi axis mundi Ja, genau das. Ich hatte z.B. mal einen Kollegen, der immer latent übergriffig war - und dazu aber einen anderen, der recht deutlich war, dass das nicht geht. Und das hat mir einfach sehr geholfen, dass da ein Gefühl von 'Ich sehe das und finde es scheiße' in der Gruppe herrschte, sodass der andere merkte, dass sein Verhalten nicht akzeptiert wird.

Beispielsweise habe ich mal mein Mittagessen in der Kantine nicht geschafft und der Kollege fragte, ob ich einen Doggybag brauche. Der andere fragte dann, was mit Doggy Style wäre. :rolleyes: Woraufhin der erste direkt deutlich meinte: "Das habe ich nicht gemeint und das sollte wohl auch klar sein!"

Oder Situationen, in denen der eine anfing, mir im Vorbeigehen in die Hüfte zu pieksen und ich ihm zurief, ob das jetzt sein ernst wäre, mich im Büro anzutatschen. Daraufhin baute sich der andere Kollege im Büro gegenüber direkt auf und fragte, ob alles okay wäre und ob ich Hilfe bräuchte - und dass das so nicht ginge. Und zu dem anderen, dass er mal seine Finger bei sich behalten sollte, wenn er nicht möchte, dass die Kolleginnen bald wegen ihm bei der Gleichstellungsbeauftragten stehen.

Sowas ist einfach viel Wert, eine klare Kante zu zeigen. Ich bin jetzt nicht verhuscht und habe mich auch selbst gewehrt, aber zu wissen, dass gegenüber im Büro ein Kollege sitzt, der ein Auge drauf hat, hat einfach gut getan.

Und einige andere Kollegen haben einfach nur gelacht oder gesagt, dass sie auch gerne so ein Frauentyp wären, weil ihnen das Verhalten irgendwo imponiert hat. Und das ist eben oft so, wenn andere unsicher sind und nicht merken, dass Übergriffigkeit eben kein Zeichen von 'der weiß, wie es geht' ist, sondern eben meistens im besten Fall nervig, im schlimmsten Fall sehr belastend.
 
Dreizehn
Benutzer20579  (41) Planet-Liebe ist Startseite
  • #923
Off-Topic:

Off-Topic:
Eigentlich ging ich davon aus da sehr viele Leute die Grundprinzipien des deutschen Rechts gar nicht kennen,egal ob M oder W mehr M als W , dass es daher Interessant ist sie zu verstehen.
Genau das ist das Problem, an einigen Posts der letzten Seite: Dass mangelndes Verständnis unterstellt wird. Und eine emotionale Sichtweise, weil man eine Frau ist. Man muss aber keine Frau sein, um diese Rechtsprechung falsch zu finden. Mein Mann regt sich mit mir auf und der versteht es intellektuell auch. :zwinker: Man kann Dinge auch verstehen und es trotzdem anders sehen. Häufig wird unterstellt, wenn man alles nur richtig versteht, sehen es im Ergebnis alle gleich. Das ist aber Quatsch, sonst würde es keinen Instanzenzug geben.

Triple.Seven Triple.Seven Meine Erfahrung ist, dass es einfach viel Resignation und 'ist halt so' gibt. Ich war in einer Kammer mit einer sehr jungen und engagierten Richterin, die sich aber an den alteingesessenen Herren die Zähne ausgebissen hat und dauernd frustriert war. Bei der Staatsanwaltschaft wurde ich irgendwann gelobt, wenn meine Plädoyers sich an das angeglichen haben, was in der Stadt, in der ich zugeteilt war, das übliche Strafmaß ist. Weil es eh nichts gebracht hätte, mehr zu verlangen. Zugegebenermaßen waren es andere Delikte, aber ich fand es alles mega frustrierend und mehr 'Haben wir immer schon so gemacht', als alles andere. Ich habe Strafrecht für mich ausgeschlossen, das belastet mich zu sehr, um es beruflich zu machen.
 
Dreizehn
Benutzer20579  (41) Planet-Liebe ist Startseite
  • #932
Nö, hab ich nicht. Wenn man sich wenigstens die Mühe macht, den Post zu lesen, für den mir das vorgeworfen wurde, wird man feststellen, dass ich direkt nochmal klargestellte habe: Auch für mich ist natürlich eindeutig, dass der Täter die volle Verantwortung und Schuld trägt und selbstverständlich das Opfer keine Teilverantwortung oder so hat und die Tat auch nicht provoziert hat.
Naja gut, dann lesen wir mal den 213 StGB - minderschwerer Fall des Totschlags
:
War der Totschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem getöteten Menschen zum Zorn gereizt und hierdurch auf der Stelle zur Tat hingerissen worden oder liegt sonst ein minder schwerer Fall vor, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.
Das hat das Gericht also angenommen - mit Hilfe eines Gutachters -, weil eine Frau sich trennen wollte oder sonst Streit mit ihm hatte und dem Mann gesagt hat, dass sie ihn nicht geliebt hat. Er wurde also ohne eigene Schuld dazu hingerissen, sie mit 20 Messerstichen zu töten, weil ihn diese Aussage schwer beleidigt hat und zum Zorne gereizt hat (oder vergleichbar, wenn man den sonst minderschweren Fall nimmt). Wo genau ist da die volle Verantwortung beim Täter? Wo genau beinhaltet diese Vorschrift gerade beim Femizid kein Victim Blaming? Wenn man unterstellt, dass Urteil sei so richtig und der Gutachter habe wohl gute Gründe gehabt, dann ist man beim Victim Blaming. Sie steht ja schon im Gesetz. Damit sage ich nicht, dass du das so siehst, ich sage, dass ich es nicht richtig finde.

Nein, ich weiß tatsächlich nicht was die user hier beruflich machen und gebe gerne zu, dass ich die harte Kritik in der doch harten Wortwahl über ein Sachverständigengutachten, das wir nicht kennen bzw. ein Urteil ,über das nur ein paar Zeilen im Artikel standen, nicht unbedingt von einer studierten Juristin erwartet hätte, die ja sicher weiß, was die typische Fragestellung im Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit ist und was nicht und der die Kriterien der tiefgreifenden Bewusstseinstörung ja mit Sicherheit bekannt sind. Dass ich mangelndes Verständnis und mangelnde Vernunftbegabung unterstellt hätte, weil Dreizehn Dreizehn eine Frau ist, ist aber halt einfach Käse.
[/OT]
Naja gut, aber das ist am Ende ja das gleiche in grün --du sagst ja quasi schon, dass ich es anders sehen würde, würde ich wissen, wie solche Gutachten laufen und würde ich mich wirklich auskennen, würde ich so ein Gutachten nicht als Mist bezeichnen. Und damit ist ja genau das verbunden, was ich meine: Man unterstellt eine abweichende Ansicht als 'hätte man alles verstanden, sähe man das anders'. Das ist aber eben nicht zwangsläufig so.

Nee, jetzt mal ganz ehrlich: Wenn man jemandem sagt, dass man ihn nicht liebt und der einen danach mit 20 Messerstichen tötet, dann kann man die Aussage, dass man den nicht geliebt hat, wohl durchaus bestens nachvollziehen. Und führt nicht dazu, dass man sagt, er war durch eine Reizung des Opfers zur Tat hingerissen. Was ist das bitte für ein Wording im Gesetz? Da kriege ich Zustände, ehrlich. Und ja, ich finde es Mist. Dabei bleibe ich.
 
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axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #934
Off-Topic:
Mir schwebt bei soetwas immer der Umkehrfall vor: Würde man einer Frau in einem solchen Fall auch Recht geben (und ein geringeres Strafmaß aufgrund von "berechtigtem Zorn" tut genau das), dass es irgendwo nachvollziehbar sei, wenn sie mehrfach auf den Mann geschossen hätte? (Geschossen, da einstechen schwierig ist, wenn die andere Person deutlich stärker ist und man durchaus Kraft braucht, um durch die Haut ind das Bindegewebe zu kommen; hier in diesem theoretischen Fall ist die Waffe zufälligerweise griffbereit und geladen) oder hätte man dort dann gesagt, dass sie sich zu sehr aufgeregt hat/sich angestellt hat/zu emotional reagiert hat?

Was mir dabei wichtig ist: Emotionale Regulation ist einer der wenigen Punkte, die uns Erwachsene von Kindern unterscheidet. Ich habe oftmals den Eindruck, dass Frauen in dieser Sicht deutlich mehr "Vernunft", "Einsicht" ( in einem solchen Fall konkret: Einlenken zu Lasten der eigenen Person) oder Rücksichtnahme abverlangt wird als Männern. Vielleicht ist das auch ein Punkt, der mich bei vielen dieser Debatten massiv stört; denn ja, natürlich würde ich von einem Partner verlangen, dass er seine womöglich gewalttätigen Gedanken gegebenenfalls zu Lasten der eigenen Psyche runterschluckt und mich nicht ermordet oder schlägt obwohl er emotional verletzt ist — ich tue das umgekehrt natürlich genauso, denn ich bin ein erwachsener Mensch und ich kann rausgehen, gegen einen Wand hauen oder das Auto zerlegen. Falls meine Wut darüber hinausgeht, muss ich das als erwachsener Mensch anders lösen. Einen anderen Mensch deswegen zu töten oder zu verstümmeln ist eine andere Sache und verlangt auch in Rage viel Kraft, die ohne Vorliegen einer gewaltigen emotionalen Störung auch erstmal aufgebracht werden muss und in einem solchen Fall ist es auch fraglich, inwiefern ein solcher Mensch ohne ausgiebige Therapie nach so einer Tat ohne Supervision auf die Bevölkerung losgelassen werden kann.
 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.194
"hatte der Polizeibeamte die Jugendliche durch einen Einsatz im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt kennengelernt"
Ja und dann nutzt er das für Vaginalabstriche aus, also wird sie ja vermutlich zuvor von einem nahen Verwandten vergew*ltigt worden sein. Und dann vergeht sich auch noch der "Freund und Helfer" an ihr. So, so ekelhaft. Diese arme Teenagerin. Einfach von allen im Stich gelassen.
Aber ich hab ja auch in über 5-7 Jahren sicher über 5 Erwachsenen erzählt, dass ich zuhause geschlagen werde, und niemand hat was gemacht (davon eine Lehrerin, die dazu verpflichtet gewesen wäre). Wir werden unseren Kindern als Gesellschaft nicht gerecht.

Ich fand dieses Reel übrigens sehr treffend, für die Personen die sich so empören sie wären ja die Guten.
Verkürzt sagt sie darin, dass nichts zu tun gegen patriarchale Strukturen und Rape Culture einfach Mittäterschaft ist, und besser als Straftäter zu sein einen nicht zum Guten macht.
Und dass es auch nicht Aufgabe von Frauen/ Betroffenen sei, Nichtbetroffene "abzuholen" indem frau ihnen die Inhalte gut verdaulich und nett präsentiere. Weil das wieder die Erwartung beinhaltet, dass Frauen die Kümmerarbeit leisten. Letzteres Argument fand ich für mich auch hilfreich, weil ich mich das ja letztens erst gefragt hatte.
Wobei ich anders umgehen würde mit jemandem, der ernsthaft interessiert und respektvoll aber ungeschickt ist, als mit jemandem der sich ungerecht behandelt fühlt. Für Ersteren würde und möchte ich mir noch die Arbeit machen.

 
Zuletzt bearbeitet:
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #1.438
Geht halt nicht immer. Den Busfahrer kann ich nicht wegholen. Die Frau, deren Ex ihr die Tür zu ihrem Haus versperrt, auch nicht besonders gut.

Und es schützt künftige potentielle Opfer nicht, wenn man Täter*in so davonkommen lässt.

Rausholen ist, wenn möglich, immer um Welten besser als nichts zu tun - aber nicht immer eine oder gar die beste Option.
 
G
Benutzer226102  (40) Öfter im Forum
  • #1.439
wer ungerührt zuschaut wird das wohl kaum ändern wenn ich um Hilfe ersuche

Falsch, oft. Zivilcourage- oder Rettungssituationen brauchen oft Kommandogebende - dann tun die Leute. Also absolut einen Versuch wert!
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #1.440
Falsch, oft. Zivilcourage- oder Rettungssituationen brauchen oft Kommandogebende - dann tun die Leute. Also absolut einen Versuch wert!
Kommandos kann ich geben, wenn ich die Person bin die hilft, und dann problemlos.

Wenn ich Hilfe brauche ist das Risiko zu hoch, denn wenn sie dann nicht erfolgt habe ich meine Situation massiv verschlimmert.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #1.442
Ja, ich würde Leute darauf ansprechen, sofern möglich. Auch die betroffene Person unter einem Vorwand aus der Situation holen und mit ihr unter 4 Augen das Gespräch suchen
So handhabe ich es.
Du Katja, deine Schwester hat gerade angerufen, sie holt gleich den Schlüssel bei dir ab, lass uns aufbrechen. Wenn die Person nicht will, dann ist sie nicht wirklich in Gefahr, ich kann dann mit der Absage leben.
 
Rissa
Benutzer192305  Öfter im Forum
  • #1.445
Ich kann Nevery Nevery da voll verstehen: Bin ich helfende Person, fällt es mir womöglich relativ leicht, entweder selbst aktiv etwas zu tun oder aber Person A, ggf noch B und C, direkt anzusprechen und ihnen zu sagen, was sie konkret tun sollen, sie einzuspannen.
Benötige ich selbst Hilfe, kann ich wahrscheinlich nicht mit der selben Bestimmtheit andere Menschen um mich herum "einspannen", mir fehlt da natürlich die Distanz zum Geschehen, da ich "mittendrin" bin.
Was das für Menschen sind, die die Bitte einer Person in Not verweigern, mag ich mir gar nicht vorstellen.... auf dass ihnen stets das Marmeladenbrötchen mit der klebrigen Seite zuerst auf die Erde knallen möge.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #1.446
auf dass ihnen stets das Marmeladenbrötchen mit der klebrigen Seite zuerst auf die Erde knallen möge
Und die Ärmel runterrutschen beim Hände waschen. Und das Klopapier ausgehen.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #1.448
Benötige ich selbst Hilfe, kann ich wahrscheinlich nicht mit der selben Bestimmtheit andere Menschen um mich herum "einspannen", mir fehlt da natürlich die Distanz zum Geschehen, da ich "mittendrin" bin.
Und, das Risiko ist einfach zu hoch. Denn wenn sie ablehnen ist man halt richtig am Arsch. Nicht nur die schon vorher schlimme Situation, sondern zusätzlich gedemütigt, vorgeführt, und ab dem Punkt ohne jede Hoffnung, egal wie schlimm es wird.

Das Risiko gehe ich niemals ein.
 
sanguina
Benutzer149155  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.449
Immer wieder mal was Neues...

Mich hat ein Mann im Schwimmbad gefilmt. Es ist jetzt schon wieder einige Tage her, aber ja, der hat mich gefilmt. Erst hatte er sich selbst vom Beckenrand aus gefilmt, als er seine Bahnen zog, und irgendwann hat er die Halterung seines Handys so gedreht, dass ich gefilmt wurde (die die Bahn neben ihm hatte). Danach setzte er sich seelenruhig auf eine Liege. Ich habe ihn danach beobachtet (mir fehlten nur noch 6 Bahnen), habe dann den Bademeister aufgesucht. Der ließ sich mir zeigen, wer es war und ging meiner Meinung nach sehr gut damit um: Er fragte mich, ob ich für den Tag schon fertig wäre, weil sein Vorschlag wäre, dass ich mich eher zügig umziehe und auf den Weg mache und er sich den Typen zeitlich so schnappt, dass wir keinesfalls noch aufeinander treffen können. Dieses Angebot habe ich dankend angenommen.

Ich war seither schon wieder ein paar Mal im selben Schwimmbad und habe den filmenden Mann, den ich vorher sehr oft zu meiner Schwimmzeit antraf, nicht mehr wieder dort angetroffen. Im Nachhinein muss ich ja sagen, dass der mich schon öfter komisch angesehen/angestarrt hat. Damals dachte ich nur, der würde mich vielleicht eklig finden oder es nervt ihn, dass ich so lange Platz im Becken beanspruche (so 1,5 bis 2 Stunden).
 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.450
, habe dann den Bademeister aufgesucht
Stark! Da bist du richtig gut für dich eingestanden.

Ein Positivbeispiel auch, wie der Bademeister dich ernst genommen und geschützt hat. Klingt ja auch, als hätte es Hausverbot gegeben.

Eklig, dass du dich überhaupt damit auseinandersetzen musstest :schuettel:
 
SchafForPeace
Benutzer12529  Echt Schaf
  • #1.451
Tut mir leid, dass der Typ dir das angetan hat. In der Kombi, dass er dich schon vorher öfter angestarrt hat, ist es gefühlt sicher nochmal ekliger, als es eh schon ist.

Ich finde, du hast es gut gelöst, und es ist auch toll gelaufen, wie der Bademeister reagiert hat:smile:.
 
Sweet Connoisseur
Benutzer200615  (47) Öfter im Forum
  • #1.452
Klasse Reaktion vom Bademeister, genau so, wie es sein sollte.
Ebenso klasse, dass du den Weg gegangen bist und Hilfe gesucht hast.💪
 
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