Wenn ihr arm wäret, möchtet ihr einen Bildungschip oder Bargeld für eure Kinder?

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Benutzer56624  (32)

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Familienminister Ursula von der Leyen plant einen Bildungschip für arme Familien einzuführen. Damit könne man einen Missbrauch (anderweitige Benutzung etwa :bier:) des Geldes durch die Familienmitglieder verhindert werden und gleichzeitig die Bildung der Kinder gefördert werden. Beispielsweise könnte der Chip in einer Musikschule oder in Sportvereinen eingelöst werden. Damit schreibt man aber die Möglichkeiten der Bildung der Kinder mehr oder weniger vor, weil nicht alle ein Chiplesegerät haben werden. Und es könnte mehr Bürokratie geben.

Wenn ihr arm wäret und einen staatlichen Zuschuss für die Bildung eurer Kinder kriegen, möchtet ihr ihn lieber als Bargeld oder als Bildungschip?
 

Benutzer56624  (32)

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Aber es bringt ja nichts, wenn die Eltern das Bargeld selber benutzen, das eigentlich ihren Kindern zusteht.
 

Benutzer96961 

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Aber du fragst doch, was wir lieber entgegen nehmen würden...
Ich würde ich eher das Geld bevorzugen, denn Bildung sollte das Kind in der Schule erhalten.

Außerdem... seit wann gehört Sport zur Bildung? Das ist doch eher einfaches Hobby oder etwa nicht?
 

Benutzer56624  (32)

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Aber du fragst doch, was wir lieber entgegen nehmen würden...
Ich würde ich eher das Geld bevorzugen, denn Bildung sollte das Kind in der Schule erhalten.

Außerdem... seit wann gehört Sport zur Bildung? Das ist doch eher einfaches Hobby oder etwa nicht?

Tja. Frag das mal Ursula.:confused:
 

Benutzer3277 

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Aber es bringt ja nichts, wenn die Eltern das Bargeld selber benutzen, das eigentlich ihren Kindern zusteht.

Klar gibt es das, dass manche dieses Geld für Schnaps und Zigaretten ausgeben.. Aber ich glaube, die Mehrheit der Eltern tut wirklich alles - auch finanziell - für die Entwicklung ihres Kindes.
Mein Vorschlag: Die Bildungschipkarte gibts nur für solche Eltern, wo das Jugendamt genau weiß, dass Alk, Rauchen, Hund usw. wichtiger als das Wohl des Kindes sind. Alle "normalen" Eltern bekommen Bargeld.
 

Benutzer29410 

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Ich find die Idee mit der Chipkarte toll. Ich bin mir sicher, dass auch nichtrauchenden, nichttrinkenden armen Eltern in ihrer Not eine "bessere" Verwendung für Bargeld einfällt als ihre Kids davon zum Geigenunterricht zu schicken. Ich würde mich da nicht ausnehmen, und wenn davon Weihnachtsgeschenke gekauft werden, die andernfalls sehr dürftig ausfallen dürften.

Da ist so eine Chipkarte viel besser, das trickst den "inneren Schweinhund" aus.

Ich halte sowieso nichts davon, arme Menschen einfach nur mit Geld zu versorgen und ansonsten sich selbst zu überlassen.

Aber ich glaube, die Mehrheit der Eltern tut wirklich alles - auch finanziell - für die Entwicklung ihres Kindes.

Leider nein. Viele Eltern haben nur ungenaue bis gar keine Vorstellungen von "Bildung", weil sie selber bildungsfern aufgewachsen sind. Sie meinen es gut, aber sie wissen auch nicht, wie sie ihrem Kind helfen können. Da kann dann eben auich der 10jährige selber entscheiden, wann er ins Bett gehen und ob er Hausaufgaben machen möchte, Musikunterricht gilt als Geldverschwendung, stattdessen gibt`s lieber ein neues I phone, damit kann er ja auch "für die Schule lernen" (alles schon gehört´und gesehen, leider.
 

Benutzer56624  (32)

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Aber wäre das nicht eine versteckte Subvention für Musikschulen oder was auch immer in den Nachrichten immer wieder erwähnt werden?
 

Benutzer24126  (34)

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Ich bin da sehr im Zwiespalt. Ich finde es gut, dass es Kindern ermöglichst werden soll "kostenlos" sich zu bilden egal ob Sport, Museum, Nachhilfe oder Schwimmbad.

Was ich nicht verstehe, warum wird nicht in allen Schulen das Mittagsessen kostenfrei gemacht? Warum wird Nachhilfe nicht kostenlos in Schulen angeboten? Warum übernehmen Städte/Gemeinden nicht die Beiträge für Sportvereine oder Musikunterricht? Wenn Bildung kostenfrei wäre, müssten wir nicht über solche Gutscheine diskutieren.
 

Benutzer29410 

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Es gibt Subventionen für weitaus sinnlosere Dinge als Musikschulen.

In den Nachrichten wird eigentlich größtenteils über die "Entmündigung" der armenm Menschen gejammert. Ich als vollsteuernzahlende Vollberufstätige würde mich freuen, wenn mein Geld tatsächlich Kindern in Form von Musikunterricht oder Sport, oder auch Freibade oder Zoo zugute käme, ohne dass man sich darüber Gedanken machen muss dass das Geld stattdessen in nen neuen DVDplayer für die arme Familie fliesst.

Denn wer bezahlt denn die Chipkarte und/oder das extra Bargeld für arme Familien?

Warum übernehmen Städte/Gemeinden nicht die Beiträge für Sportvereine oder Musikunterricht?

Weil die pleite sind, fast überall. Klar, wo nix eingezahlt wird, kann auch kein Goldesel bei rausspringen. Je weniger Leute in den großen Topf einzahlen, desto weniger bleibt halt zum verteilen übrig.

warum wird nicht in allen Schulen das Mittagsessen kostenfrei gemacht

Weil das ebenfalls nicht zu bezahlen ist. Irgendwer muss das Essen schliesslich kochen und Lebensmittel kosten auch Geld. Sogar in der DDR war das Essen nicht kostenlos.

Wenn Bildung kostenfrei wäre, müssten wir nicht über solche Gutscheine diskutieren.

An etlichen Schulen gibt es kostenlose AG Angebote. Es ist eine andere Frage, ob diese auch genutzt werden.
 

Benutzer56624  (32)

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Ich bin da sehr im Zwiespalt. Ich finde es gut, dass es Kindern ermöglichst werden soll "kostenlos" sich zu bilden egal ob Sport, Museum, Nachhilfe oder Schwimmbad.

Was ich nicht verstehe, warum wird nicht in allen Schulen das Mittagsessen kostenfrei gemacht? Warum wird Nachhilfe nicht kostenlos in Schulen angeboten? Warum übernehmen Städte/Gemeinden nicht die Beiträge für Sportvereine oder Musikunterricht? Wenn Bildung kostenfrei wäre, müssten wir nicht über solche Gutscheine diskutieren.

Ich glaube, die Gemeinden sind arm. Der Bund hat ja mehr Geld und deshalb wird über diese Bildungschips debattiert. Außerdem sollte es bundeseinheitlich sein, damit kein Unterschied zwischen reichen und armen Kommunen entsteht.
 

Benutzer24126  (34)

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Man könnte ja einen Betrag X pro Kind an die Stadt/Gemeinde zahlen und dafür können Kinder diese besagten Angeboten nutzen. Ich will nicht wissen wie viel sinnloses Geld jetzt in diese Karte gesteckt wird (Druck, Verteilung, Geld auf der Karte usw) ?!
 

Benutzer29410 

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Ich finde sowieso, ein weitaus sinnvollerer Ansatz wäre, wieder mehr Leute in Lohn und Brot zu bringen, damit sie den Kram für ihre Kinder selber bezahlen können.

Aber das ist die größte Schwierigkeit, wenn ich mir die bescheuerte Steuerpolitik so angucke....
 

Benutzer29206  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Das größere Problem mit der Karte sehe ich bei Ausgaben, die nicht in den Bildungsbereich fallen. Zuschlag und Kindergeld sind eben nicht nur für Fußballschuhe und Geigenunterricht da, sondern auch für Kleidung, Essen und Miete. Dass auch diese Dinge alle über eine Karte laufen sollen, finde ich vom Datenschutz her höchst bedenklich und von dem bürokratischen Aufwand her eigentlich nicht vertretbar. Es muss irgendwie eine bessere Lösung geben.
 

Benutzer24126  (34)

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Das größere Problem mit der Karte sehe ich bei Ausgaben, die nicht in den Bildungsbereich fallen. Zuschlag und Kindergeld sind eben nicht nur für Fußballschuhe und Geigenunterricht da, sondern auch für Kleidung, Essen und Miete. Dass auch diese Dinge alle über eine Karte laufen sollen, finde ich vom Datenschutz her höchst bedenklich und von dem bürokratischen Aufwand her eigentlich nicht vertretbar. Es muss irgendwie eine bessere Lösung geben.

Echt? Wie soll das denn gehen?

Ich habe es so verstanden, dass diese Karte an das Beispiel Stuttgart angegliedert werden soll also die Kinder damit "nur" Angebote wie Musikunterricht, Sport, Mittagessen usw. "bezahlen" können. Von Miete und Kleidung habe ich noch nichts gehört. Würde ich auch nicht gut finden. Wenn ich ein Kind in die Welt setze muss ich für das Kind aufkommen, also auch Miete, Strom usw..

Ich finde es super, dass finanziell schwächere Kinder/Familie unterstützt werden, aber man sollte ihnen nicht die ganze Verantwortung abnehmen. Und ich finde es auch etwas diskriminieren, dass "nur" Kinder aus fin. schwächeren Familie diese Karte bekommen. Bildung sollte für alle Kinder frei sein.
 

Benutzer96961 

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Und ich finde es auch etwas diskriminieren, dass "nur" Kinder aus fin. schwächeren Familie diese Karte bekommen. Bildung sollte für alle Kinder frei sein.

Genau das denke ich nämlich auch!
Ich kenn das ja auch von meinen eigenen Eltern, die schon ihr Leben lang arbeiten gehen. Glücklicherweise hatte ich persönlich nie so etwas wie Förderunterricht nötig, hatte auch nie Bedarf an besonderer Kleidung oder sonstiges - bei meinem Bruder war es so ähnlich.
Wenn dem aber so gewesen wäre, meine Eltern hätten sicher keinen Nachhilfelehrer bezahlen können und Musikunterricht wäre in jeder Hinsicht zu teuer gewesen. Das heißt jetzt nicht, dass wir nie etwas hatten, so gabs statt dem jährlichen Urlaub, den saisonalen Campingplatz, der sogar den Vorteil hatte, dass niemand einen Kredit für aufnehmen musste! :grin:

Worauf ich eigentlich hinaus will:
Warum sollten nur Langzeitarbeitslose diesen Chip aufs Auge gedrückt bekommen, wenn die das doch eh nicht freiwillig nutzen würden? Wobei die Menschen, die schon immer am Arbeiten sind, mal wieder ausgegrenzt werden, obwohl diese ihren Kindern solche Bildungsangebote sehr gern ermöglichen würden, aber eben nicht können.
 

Benutzer24126  (34)

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Habe mal gehört, dass Familie mit einem Einkommen bis 60.000 € im Jahr Unterstützung bekommen sollen. Bin mir aber bei Betrag nicht ganz sicher.

Meine Bruder und ich habe beide Nachhilfe in Mathe gebraucht. Dafür hat mein Vater (alleinerziehend) 200 € Euro pro Monat gezahlt. Er wäre sicher froh gewesen, wenn wir diese Hilfe kostenfrei oder anteilig bekommen hätten.
 
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