Weitere Lebensplanung - Partner, Beruf, Kinder...habe das Gefühl, mir läuft die Zeit davon!

Benutzer20579  (37)

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Hallo liebe Forumsgemeinde,
ich hoffe mal wieder auf gute Ratschläge und möchte mich mal ein bisschen sortieren.

Bei mir passiert in den letzten 2 Jahren total viel und ich fühle mich total orientierungslos und möchte alles gleichzeitig und dann auch wieder nicht.

Ich komme ja aus 7 Jahren Beziehung mit einem schwer depressiven Freund. Dazu kam ein langes und anstrengendes Studium, Referendariat und diverse gesundheitliche Probleme. Letztere erforderten in den letzten 2 Jahren 2 schwere Kieferoperationen mit allem drum und dran - Krankenhaus, Logopädie, Physiotherapie, Zahnspange...alles sehr stressig und sehr viel. Daneben begann mein erster Job, der auch nicht immer einfach sein sollte.

2013 sah also so aus: Kieferop, dann neuer Job mit 10mm Zahnlücke zwischen zwei Schneidezähnen. Lispeln, Probleme beim Essen. Ein baggernder Kollege nebst Belästigung, Termine bei der Vertrauensperson. Nervenzusammenbrüche bei meinem Ex, Depressionen. Ich bin morgens zur Arbeit und wusste nicht, ob er sich tagsüber was antut, während mein Kollege mir permanent auf die Pelle rückte. So verlief ein halbes Jahr, was im Herbst in Trennung, Drama, einer unglücklichen Affäre und weiteren Selbstmorddrohungen meines Exes endete.

2014 startete wiederum mit viel Stress meines Ex, aber im Frühjahr lernte ich meinen neuen Freund kennen. Eine gute Nachricht. :smile:

Jobtechnisch war es zunehmend schwierig. Viel Stress mit neuen Kollegen, Machtkämpfe in verschiedenen Einheiten, meine Chefin auf verlorenem Posten - zunehmend frustrierend für mich. Ich habe einen neuen Kollegen, der mich völlig wahnsinnig macht und eine neue Kollegin, die zu meiner Unterstützung kam, aus Unsicherheit aber permanent die Ellbogen ausfährt. Dazu haben wir Stress mit dem Abteilungsleiter, der uns alle für blöd hält, andere Einheiten bevorzugt und alle Arbeitsergebnisse mit Geringschätzung behandelt. Das Ganze rattert dann eben durch bis nach unten. Die Chefin kann uns nicht platzieren und wir stehen auf verlorenem Posten. Das ist blöd, weil ich die Leute ansonsten hier alle extrem gerne habe und einige Kollegen schon wie Freunde sind. Das schlechte Gewissen, das „sinkende Schiff“ zu verlassen, ist bei mir stark ausgeprägt.
Ich habe mir damals gedacht: Ich gucke mir das noch ein halbes Jahr an, wenn es nicht besser wird, gehe ich.

Ende des Jahres war dann meine zweite OP, von der ich mich im Moment langsam erholt habe, die aber auch extrem schwer war. Wiederum wochenlang nur eingeschränkt sprechen, essen, die Schmerzen – alles kein Spaziergang.

Meine Beziehung läuft aber gut. Mein Freund ist ein toller Mensch, clever, lustig, empathisch. Leider auch chaotisch, aber irgendwas ist ja immer. :zwinker: Wir hatten ein turbulentes, aber schönes Jahr. Unser Urlaub war wunderschön, wir reden über alles und sehr viel, wir können uns auseinandersetzen – und er ist der erste Mann, der Dinge, die mich stören, auch nachhaltig ändern kann. Außerdem passt es endlich auch mal sexuell.

Seit die OP weg ist und die übrigen Probleme sich langsam legen, wächst in mir aber die Unruhe, wie es mit meinem Leben weitergeht.

Zum einen fange ich jobtechnisch an, mich umzuorientieren. Ich bin in Gesprächen mit einer anderen Abteilung, wo mich Leute gut finden und ich auch Draht „nach oben“ habe. Die Rückmeldung war positiv, man möchte mich haben. Seitdem läuft es hier, wo ich bin, natürlich besser und ich habe ein schlechtes Gewissen. Ich mag meine Chefin menschlich total gerne, nur von der Führung her ist es eben schwierig. Ich hänge an vielen Kollegen und habe Angst, mich zu verschlechtern. Noch dazu weiß bisher keiner von meinen Plänen, zu wechseln.

Zum anderen wächst beziehungstechnisch die Unruhe. Mein Freund und ich sind beide extrem kindervernarrt (er noch mehr als ich) und wir scharren beide mit den Hufen. Obwohl wir uns weniger als ein Jahr kennen und das objektiv noch nicht geht. Unsere Anspannung, was das Thema angeht, ist aber räumlich greifbar. In „unserem Alter“ hat man jetzt einige Enttäuschungen durch, bei uns beiden ist der Wunsch, dass es „jetzt aber klappen muss“ total stark ausgeprägt. Das macht mir gleichzeitig auch Angst. Ich habe schon einmal 7 Jahre mit jemandem verbracht, von dem ich dachte, „der ist es“. Das führt nun dazu, dass ich bei jedem „Makel“ an meinem Freund direkt das große Grundsatzfass öffnen möchte, ob ich damit „auf Dauer“ klarkomme. Egal, ob es daran liegt, dass ich finde, dass er abnehmen muss (seit wir uns kennen, hat er gut 15 Kilo zugenommen, weil ich mit meinem Sportprogramm viel essen kann und ihn „verführe“ mitzumachen…), er mir zu chaotisch, zu unpünktlich ist oder ich aus lächerlichen Gründen eifersüchtig bin, was ich sonst nie bin – ich habe manchmal den Eindruck, bei mir wird alles zum Grundsatzproblem, ich bin ganz schön vorbelastet.

Eben weil ich das Gefühl habe, die Zeit rast. Ich habe keine Zeit mehr, 7 Jahre zu gucken, ob es nun doch passt. Ich brauche jemanden, mit dem ich das Thema Familie und Kinder angehen kann.

Den ganzen Kram, den ich hier schreibe, empfindet mein Freund genauso. Er hat mir in den 10 Monaten, in denen wir uns kennen, bereits einige informelle Heiratsanträge gemacht, wenn er mehr als ein paar Bier getrunken hat. Denn er verträgt nix. Gleichzeitig endeten diese Abende teilweise auch turbulent und in lächerlichen Streitigkeiten. Es ist sehr lebhaft bei uns, er ist der erste Mann der mir sowohl Widerworte gibt, als auch einlenkt, wenn er Unrecht hat. Da ich sehr rechthaberisch und stur bin, können Diskussionen schonmal länger andauern. Dass ich das Nachgeben lerne, ist bei mir noch laufender Prozess. Ich war allen meinen Exfreunden „über“, da hatte ich am Ende immer Recht. Diese Dinge verbessern sich aber zusehends, unsere „Dramen“ werden deutlich seltener und es ist die erste Beziehung, wo ich wirklich Veränderungen in der Kommunikations- und Konfliktkultur sehe, was ich auf jeden Fall begrüße.

Nächster Plan wäre also eigentlich das Zusammenziehen. Er ist momentan 5-6 Nächte die Woche bei mir, meine Wohnung wird schon zu seiner „Außenstelle“. Er ist der erste Mann (sic!) mit dem ich gut in einem Bett schlafen kann und den ich bei mir haben möchte, wenn ich morgens aufwache. Mit meinen Exfreunden fand ich getrennte Betten immer schöner.

Man könnte sich nun fragen, was mein Problem ist. Ich habe wahrlich genug durch und es wäre durchaus angebracht, einfach mal zur Ruhe zu kommen. Ein nettes Jahr machen, ohne Stress.

Wenn diese innere Unruhe eben nicht wäre…

Meine Frauenärztin sagt, vor 35 sollte ich schwanger werden. Die Angst, dass es am Ende nicht klappen könnte, nagt an mir. Kinderlos zu bleiben wäre für meinen Freund und mich ein Alptraum. Gleichzeitig ist er befristet beschäftigt und ich möchte gerade wechseln – das verunsichert uns beide.

Anlass meiner heutigen Laune ist nun, dass ich ja die letzten Tage überfällig war. Anscheinend kommen nun doch gerade meine Tage. Anstatt erleichtert zu sein, fühle ich mich total gebügelt. Als ob man mir etwas „weggenommen“ hätte. Ich weiß, dass das objektiv Unsinn ist. Ich bin in Verhandlungen mit einem beruflichen Wechsel. Schwangerschaft wäre jetzt gerade sehr unpraktisch. Dazu kommt, dass man den Kindsvater auch durchaus länger als ein Jahr kennen „darf“, bevor man Kidner zeugt. Und vielleicht wäre eine gemeinsame Wohnung auch günstig. :zwinker: Mir ist das vom Verstand her alles klar und trotzdem sitzt ein kleiner Teil von mir weinend in der Ecke und wäre gerne schwanger gewesen und hätte gerne sein Gesicht gesehen, wenn ich es ihm erzähle. Wir würden uns vermutlich beide wünschen, jemand nimmt uns diese Entscheidung einfach ab.

Ich habe Angst, immer zu warten, immer der Perfektion hinterherzulaufen – und dann bin ich am Ende zu alt oder kann keine Kinder kriegen. Genauso habe ich Angst, schwanger zu sein und festzustellen, dass das vom Job oder von der Beziehung her nun doch alles noch zu ungar war. Das ist wohl der Nachteil, wenn man eine Ausbildung wählt, die an die 8 Jahre dauert.

Ich weiß, dass Geduld nicht meine Stärke ist. Ich hoffe auch, dass klingt hier nicht alles völlig wirr. Vielleicht hat trotzdem jemand Lust, mir was dazu zu erzählen.
 
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Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Schlicht und ergreifend den perfekten Moment gibt es nicht genauso wenig wie das perfekte Leben auch nach über 10 Jahren und Kind kann es zu einer Trennung kommen auch bei unbefristeten Verträgen kann es zur Kündigung kommen etc....
Wenn du und dein Partner gut klar kommt und ihr euch beide ein Kind wünscht dann würde ich jetzt die kurze Zeit noch warten bis sich eure berufliche Situation geändert hat und dann anfangen zu basteln und gut ist

Was kommen soll wird eh kommen
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Ich gebe Stonic Stonic da recht, es ist unglaublich, wie viele Leute offenbar auf den perfekten Moment warten, der eh niemals kommen wird.
Jahrelange, gefestige Beziehung (natürlich wünschenswert, aber wenn man sich spät kennenlernt, wird's zeitlich halt manchmal schon eng), bitte beide unbefristete Verträge in Traumjobs, Haus, vorher noch Weltreise, etc.
Das ist ja alles schön und gut, aber alles kann man oft eben einfach nicht haben, so ist das eben.

Ich würde mich da echt nicht so sehr stressen, man kann sich nicht gegen alle Eventualitäten absichern und auf alles perfekt vorbereitet sein.

Wenn man eine solide Basis hat wie das bei dir ja anscheinend mit abgeschlossenem Studium und Berufserfahrung der Fall ist, ist das ja schon mal die halbe Miete.
Zieht doch erst mal zusammen und schaut einfach wie sich die Dinge entwickeln :smile:
 

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Der Zeitpunkt ein Kind zu bekommen ist ja schon was ziemlich persönliches.

Beruflich sehe ich es so: Der richtige Zeitpunkt ist hier nie. Es wird immer die Angst vor und oft bis meistens wohl auch tatsächlich einen Karriereknik geben.
Klar ist eine sicheres Auskommen wünschenswert, aber es klang mir jetzt so als hättet ihr beide eine solide Ausbildung, irgendwie wird man das Kind dann schon schaukeln können :zwinker:
Aber hier kommts halt auch auf die Einstellung an, von "irgendwie kommen wir schon durch" bis "Markenklammoten und bio sollte es schon mindestens sein".

Beziehungstechnisch: Naja, da sehe ich das ähnlich wie du. Zusammenziehen und eine etwas längere Beziehung wären schon besser. Allerdings finde ich auch nicht das man 7 Jahre warten sollte.
Den besoffenen Heiratsantrag würde ich an deiner Stelle erstmal ausklammern, solange dazu kein nüchternener Kommentar von deinem Freund kam.

Insgesamt habt ihr für meinen Geschmack noch zu viele Schritte in der Beziehung nicht gemacht, mir wäre das zu unsicher für ein Kind.
Gleichzeitig kann man ein kind ja wollen. Wie wäre es mit einer Art Reiseplan? Das ihr mal gemeinsam guckt was bis dahin noch "erledigt" werden muss und da vielleicht auch das ein oder andere (wie zusammenziehen) angeht. Dann habt ihr das Gefühl das es in Sachen Kind vorran geht ohne gleich zu basteln.
Ist natürlich ein bisschen verkopft und nicht jedermans Sache.
 

Benutzer13408 

Meistens hier zu finden
Erstmal Glückwünsch, dass Du so viele Dinge im letzten Jahr erfolgreich bewältigt hast! Ich habe die Geschichte rund um Deine Trennung etwas mitverfolgt, und kann verstehen, dass Du, was Beziehungen betrifft, auch immer noch "vorbelastet" bist. Es macht allerdings schon den Anschein, dass Du eine echte Torschlusspanik (und Dein Freund offenbar auch...) entwickelst und nun "auf Zwang" einen gewissen Zustand herstellen möchtest.

Das halte ich für einen großen Fehler und es könnte passieren, dass Du und Dein Freund ziemlich schnell dann nur noch zusammen seid oder Kontakt miteinander habt, weil ihr ein gemeinsames Kind habt. Eure Beziehung beschreibst Du ja durchaus als "turbulent" - mit Streits, Mäkeln, etc. Das ist zwar nicht unbedingt negativ, zeigt aber auch, dass ihr von einer stabilen Basis vielleicht noch etwas entfernt seid - und sich vielleicht auch erst zeigen muss, ob ihr tatsächlich zusammen passt oder nicht.

(ich habe zb. mit meinem Freund im ersten Jahr einige furchtbare Streits gehabt. Mittlerweile sehe ich das als "zusammenstreiten", denn seitdem sind wir wahnsinnig harmonisch - vielleicht ist das bei Euch auch so. Vielleicht aber auch nicht)

Gib Dir doch einfach die Zeit und lasse Dich auf das "Jetzt" ein. Kümmere Dich erstmal um Deine berufliche Situation und dann höre in Dich rein, wie es um die Gefühle zu Deinem Freund steht. Mach ein Gedankenspiel: wäre er - unabhängig von Kindern - derjenige, der "es ist" für Dich? Seid ihr ein Team? Liebst Du ihn?

Ihr seid so kurz zusammen, da kann es auch sein, dass Deine Gefühle etwas "vernebelt" von Deinen Erfahrungen in vorherigen Beziehungen sind - denn sicher ist: er ist anders als Dein Ex und das ist schon mal positiv.

Also, erstmal tief durchatmen...und nichts überstürzen!
lg,
orbit
 

Benutzer150857 

Sehr bekannt hier
Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst, auch wenn meine Beziehung länger andauert als deine. Mein Partner und ich sind diesbezüglich ebenfalls sehr hibbelig und am liebsten würden wir sofort mit dem Basteln beginnen. Es ist keinesfalls meine Absicht, dir zu nahe zu treten, aber ich denke, dass bei dir so ein bisschen die Erleichterung, endlich einen Partner gefunden zu haben, mit dem gerade so gut wie alles stimmt, dazu führt, dass dein Kinderwunsch zusätzlich verstärkt wird. Das ist ja auch sehr schön.

Mich selbst überwältigt es, was für ein unfassbar gut funktionierendes Team meine Eltern sind, wobei sie nicht vergessen haben, dass sie auch ein Liebespaar sind. Das möchte ich gerne für meine eigene Familie irgendwann mal übernehmen. Und daher ist es mir sehr wichtig, dass ich meinen Partner zum einen sowohl in schönen, als auch in schwierigen Situationen erlebt habe - das heißt, eine Grundvoraussetzung wäre für mich eine innige gegenseitige Vertrautheit, wozu auch gehört, abschätzen zu können, wie jemand dann und wann reagiert, wie die Einstellung zu x und y ist usw., was aber alles einfach erst mit der Zeit kommt. Zum anderen auch eine Vertrautheit im gegenseitigen Umgang miteinander - stimmen die jeweiligen Vorstellungen von beispielweise - ganz grundsätzlich - einer Beziehung, vom liebevollen und sexuellen Miteinander, von Beziehungsarbeit (?) und von gemeinsamen Zukunftsplänen überein?

Des Weiteren halte ich die Jobsituation der Eltern schon für wichtig. Ich schätze dich auch so ein, dass es dir dabei nicht gut ginge, in diesem momentanen "Schwebezustand", der dich nicht ganz glücklich macht, schwanger zu werden. Du wirkst schon recht perfektionistisch und da passt das meiner Ansicht nach nicht so recht hinein.

Ich finde, dass ihr nun nichts überstürzen solltet. Erfreut euch an eurer schönen Beziehung, setzt alles hinein, um sie weiterhin zu stärken und arbeitet an euren gemeinsamen Zielen. Meinem Partner und mir hat so ein kleiner Beziehungs"plan" schon recht gut geholfen, in welchem wir Schritt für Schritt, Monat für Monat, gedanklich eingetragen haben, was als Nächstes passiert - Zusammenziehen, Studiumsabschluss, Jobbeginn, Hochzeit, Kinder... Das mag auf den ersten Blick unromantisch klingen, ist es in meinen Augen aber gar nicht. Wir erreichen gemeinsam eins nach dem anderen und es ist ein tolles Gefühl, das zusammen zu erleben. Von Zeit zu Zeit schauen wir uns seufzend an und jammern ein bisschen herum, dass es bis zum Punkt "Kinder" schon noch ein bisschen dauert. Aber die Haken auf der inneren To-Do-Liste werden mehr - und der Blick zurück auf das, was man bis dahin immer schön zusammen erlebt hat, ist sehr viel wert. Daran wächst man als Paar emotional und es schweißt sehr zusammen - ohne sich selbst völlig kirre zu machen.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Danke erstmal für alle Antworten! Ein paar Anmerkungen noch zu einigen Aussagen:

Das halte ich für einen großen Fehler und es könnte passieren, dass Du und Dein Freund ziemlich schnell dann nur noch zusammen seid oder Kontakt miteinander habt, weil ihr ein gemeinsames Kind habt. Eure Beziehung beschreibst Du ja durchaus als "turbulent" - mit Streits, Mäkeln, etc. Das ist zwar nicht unbedingt negativ, zeigt aber auch, dass ihr von einer stabilen Basis vielleicht noch etwas entfernt seid - und sich vielleicht auch erst zeigen muss, ob ihr tatsächlich zusammen passt oder nicht.
Ich finde nicht, dass man die Beziehungsbasis an den Streitigkeiten messen kann. Ich diskutiere mit meinem jetzigen Freund sicherlich mehr, als mit meinem Ex, was schlicht daran liegt, dass er ANTWORTET und eigene Meinungen vertritt.

Ich würde sagen, wir waren anfangs in der perfekten Harmonie, hatten dann 2-3 etwas turbulentere Monate und seitdem stabilisiert es sich. Natürlich diskutieren wir, aber die Qualität wird immer besser. Aber selbst die schlechteren Diskussionen waren immer noch mehr, als ich in 7 Jahren mit meinem Ex hatte.

Er ist der erste Freund von mir, wo sich überhaupt so etwas wie eine gesunde Streitkultur entwickelt. Und wo sich Verhalten bei uns beiden auch ändert, weil wir über die Dinge nachdenken.

So naiv, zu glauben, dass sich über fehlende Streitigkeiten eine Beziehungsstabilität ableiten lässt, bin ich nicht mehr. In meiner letzten Beziehung wurde einfach alles totgeschwiegen, unter den Teppich gekehrt und ignoriert. Nach außen hin die perfekte Harmonie.

Ich weiß nicht, ob ich das richtig beschreiben kann, was in mir vorgeht. Es ist eher so, dass mein Freund und ich von Anfang an erschrocken sind, wie schnell es bei uns geht und wie schnell sich die Dinge entwickelt haben. Emotional und kommunikativ ist diese Beziehung weiter, als jegliche vor ihr. Nach Jahren hatte ich diese Basis mit meinem Ex nicht - auch wenn ich das damals anders gesehen habe. Damals dachte ich, dass seine Ruhe und Introvertiertheit darauf hindeuten, dass alles gut läuft - aber es war eher die Ruhe vor dem Sturm. Jetzt wird alles direkt angesprochen, ausdiskutiert und nichts schwelt vor sich hin - das ist punktuell eben anstrengend, weil ich es nicht kenne, aber es ist deutlich stabiler. Besser kann ich es nicht beschreiben.

Den besoffenen Heiratsantrag würde ich an deiner Stelle erstmal ausklammern, solange dazu kein nüchternener Kommentar von deinem Freund kam.
Zum einen waren es mehrere und zum anderen haben wir da nüchtern schon oft genug drüber geredet. Ernst ist ihm das Thema schon.

Mach ein Gedankenspiel: wäre er - unabhängig von Kindern - derjenige, der "es ist" für Dich? Seid ihr ein Team? Liebst Du ihn?
Das finde ich jetzt etwas weit hergeholt. Torschlusspanik hin oder her, aber mir geht es ja nun nicht darum, "irgendwen" zu haben. Das kann und konnte ich immer. Warum ich ihn habe, weiß ich und wir sind weit davon entfernt, irgendwen als "Notnagel" zu haben. Mir geht es auch nicht primär um Kinder oder um "irgendwen als Vater".

Ihr seid so kurz zusammen
Knapp ein Jahr. Ich finde das jetzt nicht so unendlich kurz? Sicherlich sind das keine 7 Jahre, aber wir sehen uns fast täglich, haben gemeinsamen Alltag, Berufsleben und meine OP schon gut überstanden - da sind wir nun auch weit von der rosaroten Kennenlernphase entfernt.

Mich selbst überwältigt es, was für ein unfassbar gut funktionierendes Team meine Eltern sind, wobei sie nicht vergessen haben, dass sie auch ein Liebespaar sind.

Das geht mir ähnlich. Und meinem Freund wohl auch. Ich finde aber auch, dass einen dass noch mehr unter Druck setzt. Meine Eltern haben sich eigentlich nie großartig gestritten, als ich ein Kind war, das hat bei mir echt ein Bild von einer perfekten und harmonischen Beziehung aufgebaut. Mir muss nun keiner erklären, dass oberflächliche Harmonie nichts zu bedeuten hat, bei meinen Eltern ist es tatsächlich so, dass sie kaum Reibungspunkte haben und unglaublich gut miteinander auskommen - und auch nach über 25 Jahren Ehe noch verliebt sein können. Ich finde das beneidenswert, aber es stresst mich auch ein bisschen.

Zur Jobsituation: Ich bin bereits verbeamtet und entfristet. Mein Schwebezustand ist also eher fachlich, denn tatsächlich vorhanden. Und mein Gehalt reicht auch für eine Familie, ich spare monatlich ein Drittel meines Gehalts und könnte noch mehr über haben, wenn ich mir nicht soviel gönnen würde.

Mir geht es auch gar nicht so sehr darum, jetzt ein Kind zu kriegen, falls das falsch rübergekommen ist. Sondern es ist eher so, dass ich es laut ticken höre. Ich will das. Und diese Ungeduld nagt. Objektiv ist mir klar, dass das alles sich erstmal noch setzen muss. Aber subjektiv möchte ein Teil sagen: "Scheiß doch drauf und mach." Dass in mir subjektive Teile gewinnen, ist mir bei extrem selten. Mein Verhalten ändert sich davon nicht. Ich hätte nur so gerne mehr innere Ruhe.
 
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Benutzer13408 

Meistens hier zu finden
Nun hast Du mit Deiner Antwort erfolgreich so ziemlich alles widerlegt, was Du vorher in Deinem Anfangspost bezweifelt hast. Wenn ein Jahr Beziehung für Dich "nicht so wenig" ist, dann ist es doch großartig und Euren Träumen steht eigentlich nichts mehr im Wege. Eine Schwangerschaft dauert halt auch 10 Monate und das ist im Endeffekt fast genauso lange wie ihr Euch jetzt kennt. Und, wie ich nun aus eigener Erfahrung weiß, ist schon während der Schwangerschaft "alles anders" und da wäre es für mich undenkbar, mich dann auch noch mit Grundsatzdiskussion über Unpünktlich, Übergewicht des Partners etc. auseinanderzusetzen und darüber unsicher zu sein, ob es vielleicht doch nicht das RIchtige für mich ist.

Das gilt für mich...wenn Du das Gefühl hast, dass es richtig für Dich ist, dann tu es doch. Hier wurden ja lediglich Deine eigenen Zweifel aufgegriffen und darauf eingegangen.

Lg, orbit
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Wie alt bist du denn?
Ich bin 30, er ist 32.
Nun hast Du mit Deiner Antwort erfolgreich so ziemlich alles widerlegt, was Du vorher in Deinem Anfangspost bezweifelt hast. Wenn ein Jahr Beziehung für Dich "nicht so wenig" ist, dann ist es doch großartig und Euren Träumen steht eigentlich nichts mehr im Wege. Eine Schwangerschaft dauert halt auch 10 Monate und das ist im Endeffekt fast genauso lange wie ihr Euch jetzt kennt. Und, wie ich nun aus eigener Erfahrung weiß, ist schon während der Schwangerschaft "alles anders" und da wäre es für mich undenkbar, mich dann auch noch mit Grundsatzdiskussion über Unpünktlich, Übergewicht des Partners etc. auseinanderzusetzen und darüber unsicher zu sein, ob es vielleicht doch nicht das RIchtige für mich ist.

Das gilt für mich...wenn Du das Gefühl hast, dass es richtig für Dich ist, dann tu es doch. Hier wurden ja lediglich Deine eigenen Zweifel aufgegriffen und darauf eingegangen.

Lg, orbit
Mein "Problem" ist subjektiver Natur und hat nichts damit zu tun, dass es mir darum geht, jetzt schwanger zu werden.

Da ich den Eindruck habe, dass wir da aneinander vorbeireden, habe ich das ergänzt. Das ist nicht als Widerlegung gedacht, sondern als Vertiefung.

Für mich sind das einfach eine Frage der Abstrahierung. Ich weiß, wie sich meine Gedanken objektiv darstellen. Ich weiß, in welcher Lage ich mich befinde und wie mein Leben objektiv aussieht. Ich weiß, wie lange ich ihn kenne, was ich davon zu halten habe, was ich Freundinnen raten würde und so weiter.
Es ist aber subjektiv nicht das Gleiche. Sicherlich kann ich mir den ganzen Tag das Mantra objektiver Erwägungen runterbeten. Objektive Überlegungen kann mein Verstand ohnehin am Besten, dafür eröffne ich hier keinen Thread. :zwinker:

Mir geht es schlicht und ergreifend um die emotionale Seite, um dieses subjektive Ticken, Nagen und Drängen. In einem drin. Unabhängig von dem, was ich weiß und was mir mein Verstand so schon erzählt.
 
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Benutzer34605  (35)

Sehr bekannt hier
Wie alt bist du denn?

Das wollte ich auch fragen.

Aber unabhängig davon, bin ich auch der Meinung, gerade was Beziehungen angeht, gibt es keinen perfekten Zeitpunkt. Das muss jedes Paar für sich entscheiden, wie das Tempo gelegt werden soll.

Ich selbst hatte auch eine 7,5-jährige Beziehung, die insgesamt gut war, aber es hatte nie gereicht, um Familie zu gründen. Noch dazu glaube ich heute, dass man sich auch für einige Dinge, je nach Alter, zu lange Zeit lassen kann. Wer weiß schon, was in 10 Jahren ist? Und dann? Will man dann immer noch kinderlos sein, wo man eigentlich welche haben möchte?

Meinen jetzigen Mann hate ich nach ca. 2,5 Jahren mit 27 geheiratet. Für manche zu schnell, für manche eben genau richtig. Unser erstes Kind bekommen wir jetzt nach 4 Jahren.

Und wenn es noch ein extremeres Beispiel aus meiner Familie geben soll: Mein Schwager hat seine Frau jetzt nach genau einem Jahr des Kennens geheiratet und sie ist ebenfalls bereits im 4. Monat schwanger (geplant!). Sie ist auch bereits 37 und er 40. Also man muss nicht vor 35 schwanger werden, wie soll man das denn planen, wenn es sich nicht eher ergibt.

Mach dir keinen Kopf, was mal werden wird, rede viel mit deinem Freund, wie er es empfindet und aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, auch nicht zu lange grübeln, sonst verpasst man vielleicht den idealen Punkt für sich.
 

Benutzer138875 

Beiträge füllen Bücher
Lange Vorgeschichte, danke für die Schilderungen. Und es freut mich, dass Du einen Partner gefunden hast, mit dem die "Chemie" stimmt und mit dem Du Dir vorstellen könntest, Kinder zu haben.

Kinder zu bekommen, war für mich seit langem eine großartige Vorstellung. Diese Idee hatte ich schon als junger Erwachsener. Seltsam, aber, was ich mir nie wirklich umfangreicher ausgemalt hatte, war der Gedanke, Kinder zu haben.

Was ich damit sagen will, ist dass bei aller Kinderliebe und dem Ideal einer glücklichen Familie, die eigentliche und große Herausforderung, der schnöde Alltag darstellt. Den Tag mit Kindern zu verbringen verlangt nach viel Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Fähigkeit zur Zuwendung — gleichwohl sind es ambivalent anmutende Tugenden wie Strukturiertheit, Disziplin und Gründlichkeit, bis hin zur zeitweiligen Selbstlosigkeit, die von Eltern eingefordert werden, um Kindern das Leben zu erleichtern.

Ich würde also, bei einem Partner, mit dem ich mir Kinder vorstellen kann, versuchen zu überprüfen, wie die Konstellation untereinander in Sachen Kommunikation, Streitkultur und Aufgabenteilung funktioniert. Und, ob sie immer noch so gut oder noch schlechter funktioniert, wenn Kinder in die Sphäre der trauten Zweisamkeit "eindringen".

Off-Topic:
Wenn ich diese von mir so nüchtern formulierten Zeilen lese, schaudert's mich selbst ein wenig, bei so viel rationaler Bedenkenträgerei, im Zuge eines so gefühlsbetonten Themas. Aber, — und das habe ich im Zuge meines Elternseins gelernt — all diese Gedanken sind es Wert, dass man sich gründlich mit ihnen beschäftigt.
 
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Benutzer150208  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich kenn dazu eine Lebensweisheit von meinem Vater die sich bewahrheitet hat.
für kinder ist es nie die richtige zeit.

Er meint damit es gibt nicht den perfekten moment und wenn man kinder will sollte man aufhören zu verhüten und die Natur machen lassen.
denn sein wir doch mal ehrlich niemand kann sagen was die zukunft bringt.
und egal was passiert man muss mit den Problemen immer kämpfen.
wenn man nun weiß das man kinder will sollte man sich nur bewusst sein das da Jahrzehnte an problemen und sorgen dazukommen.

Ich für mein teil kann damit leben weil ich weiß das alle sorgen und probleme spätestens dann vergessen sind wenn man eknen moment des glücks hat und die geben einem kids zum glück mehr als genug.

Also lass dich von der panik nicht verrückt machen.
ich hab die Attacken inzwischen auch regelmäßig kann mich jedoch noch beruhigen. Für meine persönlich vorstellung hab ich ja noch 5 jahre zeit wie du auch. Und du weißt ja aus erfahrung was so alles in einem jahr passieren kann xd
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Leider kann ich dir nichts raten, außer dir sagen, dass ich dich sehr gut verstehen kann und oft denke, dass es meinen Freundinnen wie dir gehen muss. Gleiches Studium (oft inkl. Promotion) ca. 10 Jahre Ausbildung und dann nicht den optimalen Partner, optimalen Moment ect.
Ich denke mittlerweile, dass man es irgendwann einfach anpacken muss. Natürlich ist es gut mit einem Partner das Zusammenleben zu üben, man muss das aber nicht 10 Jahre lang tun. Ein gutes Jahr reicht meiner Meinung nach aus.
Kinder ändern sehr viel und man weiß nicht wie sie einen selbst verändern bevor man eigene hat.
Ich erwarte mein 2. Kind und stehe kurz vor dem 2. Staatsexamen, wir haben uns das bewußt so ausgesucht (2 Kinder im Ref), weil ich mir die Prüfungen mit zwei Kindern zutraue und weil ich nicht in einen längerfristigen Job einsteigen wollte und dann nach einem Jahr für evtl. mehrere Jahre ausfallen wollte. Im Ref muss mich keiner ersetzen.
Existenzangst bzw. keinen Job zu finden hatte und habe ich nicht. Meist hatte ich immer mehr Arbeit als mir lieb war. Oft denke ich, dass die berufliche Situation so einen große Rolle spielt, dass man die Familie vergisst und auf einmal ist man 35, da wird es mit einem zweiten Kind schon eng.
Beziehungstechnisch gibt es keine Garantie weder bei mir, die ihren Partner über 10 Jahre hat noch bei meiner Schwester, die erst nach der Zeugung ihres Sohnes mit dem Vater zusammenkam.

(Was mich allerdings etwas stutzig gemacht hat, ist das dein Freund 15kg in weniger als einem Jahr zugenommen hat. Das wäre für mich ein Problem, weil ich Angst hätte, dass er in 5 Jahren 30kg mehr hat.)

Kannst du dir deinen Freund als Vater deiner Kinder vorstellen? Oder bist du es nur leid weiterzusuchen und evtl. keinen passenden Mann zu finden? Sorry, dass ich das frage aber ich habe das Gefühl, dass du ein wenig genervt von deinem Freund bist. Allerdings weiß ich nicht genau wie ich darauf komme.
 

Benutzer145341  (29)

Öfters im Forum
Mein Tipp wäre auch dass du dich mal mit deinem Freund zusammensetzt und ihr einen Plan macht wie ihr das alles zeitlich angeht. So würde ich das machen. Nach meiner persönlichen Liste würde ich mich 1. um den Job kümmern, 2. gemeinsame Wohnung suchen und dann nach 1-2 Jahren in der Wohnung kommen Kinder und Hochzeit dran.

Setzt euch doch zusammen und überlegt euch gemeinsam wie ihr das angehen möchtet, was zuerst kommt und wie lange ihr warten könnt/wollt. Solange man sich auf sein Ziel zubewegt ist alles viel erträglicher, egal wie lange man tatsächlich braucht. Ich würde auf jeden Fall empfehlen zusammenzuziehen und 1 Jahr gemeinsam in der neuen Wohnung verbringen, das ist so ein Schwellenwert wo ich finde man weiß danach ob man es länger gemeinsam aushält oder nicht. Die ersten Monate bemühen sich beide extrem und danach fängt man an sich natürlich zu verhalten und erst dann sieht man wie der andere im Haushalt wirklich ist. Außerdem dauert es ca. 2 Jahre bis die Verliebtheit abkühlt und ich würde so eine Entscheidung persönlich erst dann treffen.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
(Was mich allerdings etwas stutzig gemacht hat, ist das dein Freund 15kg in weniger als einem Jahr zugenommen hat. Das wäre für mich ein Problem, weil ich Angst hätte, dass er in 5 Jahren 30kg mehr hat.)

Kannst du dir deinen Freund als Vater deiner Kinder vorstellen? Oder bist du es nur leid weiterzusuchen und evtl. keinen passenden Mann zu finden? Sorry, dass ich das frage aber ich habe das Gefühl, dass du ein wenig genervt von deinem Freund bist. Allerdings weiß ich nicht genau wie ich darauf komme.
Ersteres macht mich auch stutzig, wobei es vielleicht auch eine Differenz zwischen seinem geschätzten Vorher-Gewicht und seinem Weihnachtsgewicht war. Da das Thema von mir aber nun mehr als deutlich angesprochen wurde, geht er nun wieder regelmäßig zum Sport und hat auch schon was runter. Dazu kam was an der Schilddrüse, was im letzten Jahr rauskam und nun medikamentös behandelt wird. Das kann eventuell auch was abfangen.

Als Vater meiner Kinder kann ich ihn mir vorstellen. Und als meinen Mann im Übrigen auch. Für mich sind das mehrere Aspekte: Ich hatte ja letztes Jahr diese schwere OP mit langer Krankschreibung und er war für mich da. Man finde mal einen Mann, der täglich 200km fährt, um 4 Stunden am Bett zu hocken. Gleichzeitig hatten wir aber auch perfekten Urlaub, gehen uns nicht auf den Keks, wenn wir beide frei und Zeit haben, lachen viel, reden viel. Wir sind uns in sehr vielen wichtigen Dingen extrem einig und haben auch gleiche Vorstellungen.

Und ja, er geht mir auch manchmal auf den Keks. Mit Unpünktlichkeit, Ausreden für alles, was er verbaselt und Klassenclowngetue, wenn ich schon gestresst bin. Da ist für mich aber Prämisse: Kann ich damit auf Dauer klarkommen? Und ja, da bin ich optimistisch. Wir können nämlich hinterher auch beide drüber lachen.

Man muss ja auch die eigenen Dämonen im Kopf haben. Herrisch, selbstgerecht, unbarmherzig und ungeduldig war ich schon immer. :engel: Aber ich hatte bisher immer Männer, die klein beigegeben haben. Nun habe ich einen, der auch mal sagt: "Sei nicht so selbstgerecht! Und bevor du dich aufregst: Hier habe ich dir Schokolade mitgebracht." :herz: Das ist schon extrem gut so. Ich höre mich die gleichen Sätze in jeder Beziehung sagen. Und nun habe ich mal einen Gegenspieler, der auch mal Widerworte gibt. Sicherlich ist das unbequem. Ich muss mich ja zur Abwechslung auch mal mit mir selber beschäftigen und kann nicht immer nur andere Leute und deren Probleme aufräumen. Das kann ich nämlich. Vor der eigenen Haustüre kehren, sich entschuldigen und mal jemandem recht geben - ist noch im Betastadium. :pfff:

Mein Tipp wäre auch dass du dich mal mit deinem Freund zusammensetzt und ihr einen Plan macht wie ihr das alles zeitlich angeht. So würde ich das machen. Nach meiner persönlichen Liste würde ich mich 1. um den Job kümmern, 2. gemeinsame Wohnung suchen und dann nach 1-2 Jahren in der Wohnung kommen Kinder und Hochzeit dran.
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Mir ist vorhin auch aufgefallen, dass das Thema Hochzeit in meinem Posting gar nicht so richtig auftaucht, aber so richtig wichtig ist mir das Thema auch nicht. Eher als "Addon", weniger als Muss.

Und ja, ich denke, so wird es auch laufen. Wir planen ohnehin für dieses Jahr den Zusammenzug. Gucken auch schon manchmal Wohnungen im Internet und loten aus, wem was wichtig ist. Die Vorstellungen passen gut. Eventuell ist es auch eine gute Idee, nochmal 1-2 Jahre in einer überteuerten Altbauwohnung dem dekadenten Leben zu frönen, bevor es an die Kinderplanung geht. Das hat ja auch seinen Reiz. :love:
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Das klingt ja schon mal ganz positiv. Ich bin auch selbstgerecht, rechthaberisch und drehe meinem Mann hin und wieder die Wörter im Mund rum. Warum? Weil ich es kann! Das ist nicht nett, aber hin und wieder bin ich so und zelebriere es und siehe da, er liebt mich dennoch. So wird es bei deinem Freund auch sein. Genervt bin ich auch hin und wieder. Das sind alles keine Ausschlussgründe für eine gemeinsame Zukunft.
Vielleicht lässt das subjektive an-dir-Nagen nach, wenn ihr gemeinsam lebt und echte, handfeste Pläne habt.
Und noch was: Unsere Kinder haben und noch enger zusammengebracht und gleichzeitig auch voneinander entfernt. Das klingt absurd, ist aber so. Wenn man aber eine gute Basis hat, dann schafft man das auch.
In meinem Umfeld gibt es zwei Frauen die alleinerziehend sind, beide wollten eher ein Kind haben als eine "Familie sein". So beschreibe ich es. Leider ging es schief, obwohl die Männer dazu gute Väter sind. Ich finde es wichtig, dass man eine Familie sein will, die fest zusammenhält und nichts dazwischenlässt. Der Beistand deines Freundes während deiner Kankheit kann für seine Einstellung ein wichtiger Indikator sein.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Das klingt ja schon mal ganz positiv. Ich bin auch selbstgerecht, rechthaberisch und drehe meinem Mann hin und wieder die Wörter im Mund rum. Warum? Weil ich es kann! Das ist nicht nett, aber hin und wieder bin ich so und zelebriere es und siehe da, er liebt mich dennoch. So wird es bei deinem Freund auch sein. Genervt bin ich auch hin und wieder. Das sind alles keine Ausschlussgründe für eine gemeinsame Zukunft.
Vielleicht lässt das subjektive an-dir-Nagen nach, wenn ihr gemeinsam lebt und echte, handfeste Pläne habt.
Und noch was: Unsere Kinder haben und noch enger zusammengebracht und gleichzeitig auch voneinander entfernt. Das klingt absurd, ist aber so. Wenn man aber eine gute Basis hat, dann schafft man das auch.
In meinem Umfeld gibt es zwei Frauen die alleinerziehend sind, beide wollten eher ein Kind haben als eine "Familie sein". So beschreibe ich es. Leider ging es schief, obwohl die Männer dazu gute Väter sind. Ich finde es wichtig, dass man eine Familie sein will, die fest zusammenhält und nichts dazwischenlässt. Der Beistand deines Freundes während deiner Kankheit kann für seine Einstellung ein wichtiger Indikator sein.
Da sprichst du etwas wichtiges an: Loyalität, auch wenn man die gegenseitigen Schwächen kennt. Ich bin ein sehr loyaler Mensch. Trotz meiner Macken. Und ich brauche jemanden, der zu mir steht und mich und meine Bedürfnisse ernst nimmt. Ich habe in meiner letzten Beziehung zu spät erkannt, dass mein Ex das nicht konnte. Er kannte meine Bedürfnisse und ignorierte sie trotzdem. Seine Abhängigkeit habe ich als Loyalität gedeutet, indem er sich mir irgendwo unterordnete, dachte ich, wir wären uns einig und hätten eine gemeinsame Basis. Gleichzeitig gingen meine Bedürfnisse unter, weil es immer um ihn und seine Probleme ging.

Außerdem finde ich auch, dass man aufpassen muss, was man hat und was man möchte. Man hat in jeder Beziehung Baustellen, kleinere und größere. Ich komme aus einer, bei der ich lange nicht erkannt habe, dass es eine Bauruine ist. Und nun habe ich Angst, dass mir das nochmal passiert und werde bei Rissen im Putz direkt panisch. Mein Perfektionismus neigt dazu, zu nörgeln, wenn es mal nicht so toll ist, wie gewohnt - dabei war in meiner letzten Beziehung alles, was am Ende "okay" war, schon ein Lichtblick. Da verschiebt sich einfach die Wahrnehmung.

Das Sortieren hilft jedenfalls, ein bisschen Abstand zu finden. Danke dafür.
 

Benutzer101356 

Meistens hier zu finden
Zum subjektiven "Ich will aber!" Gefühl:
Ich habe mal mit meiner Mutter drüber geredet, wieso sie es auch im Nachhinein gut findet, erst nach 10 Jahren Beziehung Kinder bekommen zu haben. Ich hatte die Erklärung im Kopf, dass man sich halt besser kennt, sich besser einschätzen kann und die Beziehung dadurch potentiell stabiler ist. Sie hat aber einen für mich sehr interessanten anderen Punkt genannt: Kinder sind stressig und sie verändern die Beziehungsdynamik ganz extrem - meine Mutter hat sich vor uns Kindern und seitdem wir ausgezogen sind kaum mit meinem Vater gestritten, aber als wir jünger waren, sehr oft (und nicht, weil wir so schlimme Kinder waren :zwinker: ). Und sie hat gesagt, dass die Jahre davor zu zweit eine Art "Speicher an Beziehungszeit" aufgebaut haben, die sie eben auch "schwere Zeiten" haben durchstehen lassen - weil sie sich eben ausreichend als Paar genießen konnten und wussten, was sie aneinander haben.

Vielleicht hilft ja der Gedanke beim Warten, dass ihr die nächsten 2 Jahre richtig nur für euch nutzen könnt - ihr könnt in Ruhe eure Wohnung einrichten, noch viele tolle spontane Wochenendausflüge machen, gemütlich den Sonntag mit Serien im Bett verbringen und spontan auf dem Küchentisch vögeln. :zwinker: Eben weil ihr noch nicht so lange zusammen seid, solltet ihr diese Zweisamkeit richtig genießen - mit Kindern ist es auch schön, aber wahrscheinlich sehr anders.
Mein Freund hibbelt ebenfalls schon sehr und ich sag ihm immer, dass ich nicht nur aus vernünftigen Gründen noch warten möchte (Studium abschließen, Jobeinstieg, zusammenziehen...), sondern dass ich eben - wenn wir dann endlich richtig zusammen wohnen können (Fernbeziehung) - unsere Beziehung voll auskosten möchte, bevor Kinder alles durcheinander würfeln. Der Gedanke daran versöhnt ihn dann immer etwas damit, dass es noch paar Jahre dauern wird. Vielleicht dich auch, v.a. weil 2 Jahre ja sehr überschaubar sind? :smile:
 

Benutzer139264 

Öfters im Forum
In der ganzen Geschichte von wegen Lebensplanung stößt mir persönlich die Frage des "Kinderwunsches" ziemlich sauer auf...hier geht es doch absolut nicht um das Erreichen eines Karriereziels - da handelt es sich immerhin um einen Menschen ! Und was, wenn dieses "Lebensplanziel" dann in seiner "Phase 1" (will sagen, durch Schwangerschaft und Geburt) erfüllt ist...wie geht es dann mit diesem kleinen Menschen weiter, der durch all dieses Planen letzten Endes zu einem Objekt degradiert erscheint ? Ich will mir eigentlich gar nicht vorstellen, was so ein Kind mit einer meiner Ansicht nach doch (unnötigerweise) torschlusspanikgebeutelten Mutter durchzustehen hat. Dies vor allem, wenn hinter all dem die gedankliche Grundlage steht, dass das Kind als eine Art "Mittel zum Zweck" (neben so manchen anderen Faktoren) zur Erfüllung einer Art persönlichen "Fünfjahresplans" (oder eben kürzer - man will ja möglichst keine Zeit verlieren) dienen soll...
 
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