Wegziehen wegen Job oder bleiben wegen der Liebe?

Benutzer70471 

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Hallo liebe Forum-Leser,

ich habe im Moment ein großes Problem, zu dem ich gerne ein paar Meinungen hätte. (Sorry für den langen Text)

Die Situation ist folgende: Vor ca. 2 1/2 Jahren bin ich aufgrund eines Praktikums (+Bachelorarbeit) und anschließendem Jobangebots ca. 500 km von meinem Heimatort in meinen jetzigen Wohnort gezogen. Anschluss habe ich schnell gefunden und so auch meinen Freund kennengelernt, mit dem ich jetzt schon 2 Jahre zusammen bin. Vor ca. einem halben Jahr sind wir zusammengezogen, da mir mein jetziger Arbeitgeber vermittelte, dass es nach den 2 Jahren Befristung eventuell eine Festanstellung geben könnte.

Diese Hoffnung wurde dann vor ein paar Wochen von meinem Chef zerschmettert, dieser kann mir nämlich nur eine weitere Beschäftigung über eine Zeitarbeitsfirma anbieten. Aber es wäre eine Möglichkeit mit dem gleichen Gehalt in der Gegend zu bleiben. Da ich mich total ver*** gefühlt habe, habe ich mich hingesetzt und ein paar Bewerbungen geschrieben. Drei davon waren in der Nähe (max. 100 km entfernt) und eine war weiter weg. Erst wollte ich mich nicht bewerben, aber die Stelle klang so interessant, dass selbst mein Freund meinte, ich solle mich da sofort bewerben.

Kurz zu der Stelle: Der Arbeitsort liegt ca 550 km von meinem jetzigen Wohnort entfernt, aber wiederum nur 100 km von meinem alten Heimatort und damit von meiner Familie entfernt. Es ist eine Stelle im wissenschaftlichen Bereich (Laborarbeit) des KTI bzw. im öffentlichen Dienst, die gleichzeitig mit einer mehrjährigen Weiterbildung zur Sachverständigen verbunden ist. Solche Stellen werden nur äußerst selten an Externe weitergegeben.

Die Bilanz der ganzen Bewerberei: Eine direkte Absage und drei Vorstellungsgespräche. Die erste Firma hat sich nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr gemeldet und gibt mir keine Antwort, wenn ich telefonisch nachfrage. Die zweite Firma hätte mich gerne angestellt, hätte mir aber 10 0000 € im Jahr weniger gezahlt als ich jetzt verdiene. Dazu käme noch das Pendeln (100 km), weswegen sich das ganze finanziell nicht lohnt und ich abgesagt habe. Und dann kam es wie es kommen musste, ich habe mich bei der Stelle, die weiter weg liegt, durchgesetzt und darf dort anfangen. Diese Stelle war vor allem nach dem Vorstellungsgespräch mein absoluter Favorit.

Der anfänglichen Euphorie stellen sich jetzt immer mehr Zweifel entgegen. Mein Freund wäre sehr traurig, wenn ich wegziehen würde, unterstützt mich aber trotzdem. Er studiert hier noch und möchte sein Studium auch gerne an einem Standort durchziehen und nicht mittendrin irgendwo anders hinziehen. Auch aus unseren gemeinsamen Wohnung müsste er dann raus, weil er sie sich nicht alleine leisten kann. Dann kommt natürlich dazu, dass er hier groß geworden ist und seine Familie und Freunde hier hat, die ich ihm nicht nehmen will.

Aber selbst wenn wir sagen würden, dass wir erst einmal eine Fernbeziehung führen würden, würde es trotzdem für ihn bedeuten, dass er irgendwann zu mir ziehen muss. Ich bin dann an einen Standort gebunden. Ich habe mich damals selbst für den Umzug entschieden und war mal mehr und mal weniger glücklich damit. Aber er würde das nur für mich machen, was natürlich was völlig anderes ist.

Auch wird so eine Fernbeziehung nicht so leicht werden, da immerhin 550 km zwischen uns liegen und wir jetzt schon einmal zusammen gelebt haben und das wunderbar klappt. Ich glaube, die Nähe zwischen uns wird mir und auch ihm enorm fehlen.

Dazu kommt, dass ich ja eigentlich hier bleiben könnte, wenn ich als Leiharbeiter arbeite. Aber mein jetziger Job ist absolut nicht mein Traumjob. Es handelt sich um ein großes mittelständiges Unternehmen (>2000 MA), von dem ich mich oft ver**** fühle. Ich lag in den letzten zwei Jahren so oft zuhause und habe geweint, weil ich mich so unnütz gefühlt habe. Von manch älteren Mitarbeitern wurde einem regelrecht vermittelt, dass man nichts kann und sie hier die Oberhand haben, obwohl man gleichgestellt war. Es gab auch schöne Momente, aber meine Motivation wurde in den letzten zwei Jahren mit Füßen getreten, weswegen ich immer mehr das Gefühl hatte, dass ich da weg muss. Der Quatsch mit der Zeitarbeitsfirma gab mir den letzten Tritt, den ich brauchte, um zu erkennen, dass ich das nicht mehr will.

Ich will den Job nicht über die Liebe stellen. Aber dieser Job scheint wirklich mein Traumjob zu sein. Ich will die Beziehung zu meinem Freund aber auch nicht auf die Probe stellen oder ihn irgendwann mal dazu zwingen, wegziehen zu müssen, da er in dieser Region einfach seine Wurzeln hat.

Was meint ihr dazu?
 
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Benutzer147155  (30)

Ist noch neu hier
hat dein freund nicht gesagt er steht hinter dir? dann rede mit ihm. erarbeitet GEMEINSAM eine Lösung wie es euch am besten passt.
wie lange muss dein freund noch studieren? vieleicht zieht er ja nach dem studium zu dir? weist du ob er nicht für dich nach dem studium seinen heimatort aufgeben würde?
fernbeziehung hin oder her, wer sich liebt überbrückt auch so eine zeit mit zusammenhalt. nur es wäre schade wenn aus diesem grund die beziehung scheitert weil ihr nicht miteinander redet und gemeinsam an die sache ran geht.
 

Benutzer70471 

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hat dein freund nicht gesagt er steht hinter dir? dann rede mit ihm. erarbeitet GEMEINSAM eine Lösung wie es euch am besten passt.
wie lange muss dein freund noch studieren? vieleicht zieht er ja nach dem studium zu dir? weist du ob er nicht für dich nach dem studium seinen heimatort aufgeben würde.
fernbeziehung hin oder her, wer sich liebt überbrückt auch so eine zeit mit zusammenhalt. nur es wäre schade wenn aus diesem grund die beziehung scheitert weil ihr nicht miteinander redet und gemeinsam an die sache ran geht.

Wir haben vor und nach dem Vorstellungsgespräch ziemlich viel darüber gesprochen. Er sagt, ich soll das unbedingt machen, weil es "die" Chance ist. Aber gleichzeitig meinte er auch, dass er sich selbst Vorwürfe machen würde, wenn er mich davon abhalten würde. Also im Moment denke ich da eher, dass wir das mit der Fernbeziehung probieren, wir sind da relativ offen.
Aber es zeigt sich ja meistens auch erst, ob man wirklich damit fertig wird, wenn es soweit ist. Hat da jemand schon einmal Erfahrungen mit gesammelt? Vor allem der Punkt, dass man schon einmal zusammen gelebt hat und dann sich räumlich so extrem wieder trennt...

Er sagt selbst, dass er eher keinen Job bei sich in der Region finden wird und er auch bereit ist, einige Jahre woanders zu wohnen bzw. auch seinen Master in einer anderen Stadt zu machen. Er ist jetzt im zweiten Semester vom Bachelor, da er vorher noch eine Ausbildung gemacht hat, und muss deshalb noch mind. 2 Jahr studieren. Ich hatte auch schon angeboten, dass wir eventuell einen Wohnort zwischen zwei großen Städten aussuchen und dann beide später pendeln. Dann wäre man da ja auch flexibel.

Meine Bedenken sind halt nur, dass ich freiwillig weggezogen bin und er von sich auch selbst nie wegziehen würde, so wie ich ihn kenne. Seine Eltern haben hier ein Haus, dass er als ältester zugesprochen bekommen hat. Auch sagt er immer wieder, dass er auf jeden Fall noch einmal in seinem Heimatdorf leben möchte, weil das einfach seine Heimat ist.

Es klingt echt doof, wir sind ja "nur" zwei Jahr zusammen. Aber bei ihm passt alles, die Beziehung ist toll und ich kann mir keinen anderen vorstellen. Und dann wäre es doch blöd, wenn es wegen eines Jobs und der weiten Entfernung auseinander gehen würde, oder?!
 

Benutzer129692 

Beiträge füllen Bücher
Er sagt selbst, dass er eher keinen Job bei sich in der Region finden wird und er auch bereit ist, einige Jahre woanders zu wohnen bzw. auch seinen Master in einer anderen Stadt zu machen.
Da sich Dein Freund offenbar vorstellen kann, einige Jahre an einem anderen Ort zu studieren und zu arbeiten, wäre es also eine Fernbeziehung für die nächsten 2 Jahre. Spätestens dann könnte er in Deine Nähe ziehen.

Auch sagt er immer wieder, dass er auf jeden Fall noch einmal in seinem Heimatdorf leben möchte, weil das einfach seine Heimat ist.
Der Wegzug von seiner Heimatstadt müsste ja auch nicht für immer sein. Denn vielleicht ergibt sich in einigen Jahren bei Dir doch noch eine Möglichkeit an einen anderen Standort zu wechseln, der näher bei der Heimatstadt Deines Freundes liegt.

Hat da jemand schon einmal Erfahrungen mit gesammelt? Vor allem der Punkt, dass man schon einmal zusammen gelebt hat und dann sich räumlich so extrem wieder trennt...
Die Beziehungen, die ich kenne, bei denen die Paare nach dem Zusammenwohnen eine Fernbeziehung (auch über größere Entfernungen geführt haben) geführt haben, haben alle gehalten.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Seine Eltern haben hier ein Haus, dass er als ältester zugesprochen bekommen hat. Auch sagt er immer wieder, dass er auf jeden Fall noch einmal in seinem Heimatdorf leben möchte, weil das einfach seine Heimat ist.
In meinen Augen ist das kein Argument. Du bist in meinem Alter und ich gehe einfach mal davon aus, dass eure Eltern noch nicht alt und gebrechlich sind und unter normaler Lebenserwartung noch mind. 20 Jahre leben. Und erst dann greift das Argument mit dem Haus.

Ähnlich wie N Nobody2013 finde ich, dass er nicht immer in seiner Heimat leben muss. Nach ein paar Jahren an einem anderen Ort kann er immer noch in die Heimat zurückkehren.

Wie lange geht dein Job am neuen Ort denn? Ist es eine unbefristete oder befristete Stelle? Geht es um eine Vollzeitstelle?
Im öffentlichen Dienst ist man doch häufig relativ flexibel, sodass du evtl. 3-4 Tage an deinem Arbeitsort bleiben könntest und dann wieder an deinen derzeitigen Wohnort für das Wochenende zurückkehrst.

Im Prinzip sind zwei Jahre (sowohl als Beziehungsdauer als auch als verbleibende Studiendauer) eine kurze Zeit und man weiß nie, was die Zukunft bringt.
 

Benutzer127716  (31)

Meistens hier zu finden
Ich will den Bogen mal etwas weiter spannen, erstmal weg von deinem Freund und auf dich bezogen, und im Anschluss nochmal deinen Freund miteinbeziehen:

Weg von deinem Freund:
Im Laufe der letzten Jahre ist mir immer stärker bewusst geworden, was ein zufrieden stellender Job (selbiges gilt für das Studium) für immense Auswirkungen hat. Meiner Meinung nach ist das abgesehen von gesundheitlichen Aspekten die wichtigste Basis für persönliche Zufriedenheit und Glück. Wieso glaube ich das? Ein kleines Gedankenexperiment:
1)
Stell dir vor du wärst Single, hättest aber diesen erfüllenden Job (von dem du glaubst, dass du den beim LKA findest). Stell dir vor, du hättest deinen Freund jetzt nicht kennengelernt, sondern wärst Single und es gäbe auch keinen potentiellen männlichen Anwärter, für den zwingend an Ort und Stelle bleiben müsstest. Könntest du glücklich und zufrieden sein, auch wenn du Single bist? Mit einem Strahlen, voller Spaß und Freunde morgens aufstehen und abends deinen Mädels von deinem fantastischen Job erzählen, von dem mit leuchtenden Augen und voller Enthusiasmus erzählst?
2)
Und nun nimm dir die Situation jetzt im Job: Du bist in einer glücklichen Beziehung, aber du heulst teilweise abends wg. deinem Job, fühlst dich nicht respektiert, die Bezahlung ist auch nicht sonderlich gut. Stehst du gerne jeden morgen auf? Gehst du gerne morgens zur Arbeit? Bist du gespannt auf den Arbeitstag, der vor dir liegt? So wie ich das verstehe, quälst du dich mehr oder weniger jeden Tag, erlebst viele Rückschläge und der Job erfüllt dich nicht.

Meine Hypothese lautet, dass man mit einem glücklichen Job als Single zufriedener ist, als in einer glücklichen Beziehung ohne Job. Das ist sehr hart formuliert (vor allem: das ist im Worst Case gedacht, also soweit, dass eure Beziehung die Entfernung nicht überlebt, es gibt ja viele Gegenbeispiele), aber ich hoffe du verstehst, was ich sagen will: Ohne eine tollen Job wird es einfach schwierig, eine rundum Zufriedenheit mit sich und seinem Leben zu schaffen, die meiner Meinung nach jeder Mensch erreichen sollte (leider glaube ich, dass die Meisten menschen meilenweit davon entfernt sind).
Wenn du dich in deine Single Zeit zurück erinnerst (sofern es sie denn gab^^), wirst du sicher feststellen, dass es dir auch ohne eine Beziehung gut ging und du ein tolles Leben hattest.

Im Endeffekt geht also darum, womit du besser leben kannst: unglücklicher Job oder dem Risiko, dass im Worst Case die Beziehung drunter leidet (im besten Falle ändert sich bei euch beiden nichts, auch möglich).
Die Arbeit und der Job ist eben noch ein Lebensmittelpunkt und fordert mindestens 8h pro Tag ein. Gegen dieses Faktum versuchen sich meines Erachtens viele Menschen zu wehren, aber das halte ich für einen sehr großen Fehler.

Jetzt drehe ich den Spieß aber nochmal um, und beziehe deinen Freund ein:
Findest du nicht, dass die Heimatverbundenheit deines Freundes etwas einseitig auf die Situation wirkt? Im Endeffekt bedeutet seine Heimatverbundenheit ganz zu Ende gedacht doch folgendes (sofern du in der Ecke keinen cooleren Job findest): Du bist weiter unglücklich im Job, aber er bleibt bequem zu Hause sitzen und bewegt sich ein paar Centimeter, um dir einen besseren Job in einem größeren Umkreis zu ermöglichen.
Er will dir nix verbauen, das ist auch richtig, aber dein Argument, dass du ihn nicht aus seiner Heimat rausreißen willst, solltest du vllt. auch nochmal unter diesem Gesichtspunkt betrachten.
 
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Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
Da will ich mal den Gedanken von kara weiter ausbauen.

Was wird denn, wenn dein Freund fertig ist mit dem Studium? Ich will erst gar nicht mit der Globalisierung anfangen, aber was passiert, wenn er am heimischen Herd keinen passenden Job findet? Bleibst du jetzt bei ihm, wirst du ihn dann versorgen müssen über einen Job, der dir selbst nicht gefällt, damit er nicht wegziehen muss?

Die Zukunftsstrategie deines Freundes ist in meinen Augen alles andere als zukunftsfähig und zudem mit ihrem Absolutheitsanspruch auch nicht beziehungsfähig, da wenig kompromissorientiert.

Wenn ich eine Einschätzung machen sollte (was ich jetzt mal einfach mache), dann würde ich sagen, dass:
  • Du offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen bist und derzeit unter Wert gehandelt wirst (Einschätzung des Bewerbungs-/Vorstellungsgespräch-Verhältnis)
  • Du sicher die Chancen auch in Zukunft erkennen wirst
  • Und es damit irgendwann zu Konflikten mit seiner Heimatverbundenheit kommen wird
Frag ihn doch mal, wie er sich das alles vorstellt (Thema Zukunftsstrategie ...)

Bitte nimm den Job, solche Leute wie du werden einfach gebraucht und finden sicher jemanden, der auch passt (oder er merkte rechtzeitig)
 

Benutzer115625 

Beiträge füllen Bücher
Nimm den Job. Der Rest ergibt sich.

“You can't make decisions based on fear and the possibility of what might happen.” - Michelle Obama

Grüße,

Ali Mente
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Das Argument mit dem Elternhaus Deines Freundes und den Heimatgefühlen ist auch für mich aktuell keins. Soweit ich das verstehe, hat er eh noch nie anderswo gelebt, oder? Vielleicht entdeckt er beim Masterstudium, dass er seine nächsten Jahre eh nicht so familien- und heimatnah verbringen will und ihm das gut gefällt. Kann auch sein, dass er auf Dauer doch in sein Elternhaus will - aber das ist doch nicht jetzt zu entscheiden. Ein Haus kann man auch vermieten übrigens...
Ihr seid jung, sich jetzt so an einen Ort zu binden, finde ich nicht sinnvoll.

Ich finde gut, dass er Dich bei der Bewerbung um diesen Job unterstützt hat. Und: toll, dass es geklappt hat! Ich ermutige Dich, die Stelle dort anzunehmen und eben erst einmal die räumliche Distanz zu Deinem Freund einzugehen.

Zur Wohnung: Ist sie wg-tauglich? Könnte man sie in eine WG umwandeln, so dass er die Wohnung behalten könnte und er nicht umziehen müsste? Wenn nicht: na, dann steht halt ein Umzug an, vielleicht täte es ihm ja auch gut, aus Eurer Paarwohnung rauszukommen und in eine WG zu ziehen. In einer Unistadt ist das ja meist gut machbar.
Für die praktischen Dinge gibt es eine Lösung.

Wenn Du so unglücklich warst in den letzten Jahren in diesem Betrieb, dann ist es höchste Zeit zu wechseln. Die Stelle scheint doch wie für dich gemacht. Also mach Dir selbst ein Geschenk zu Weihnachten und sag Ja zum Neuen, auch wenn es Ungewissheit mit sich bringt.

Ich kenne mehrere Paare, die irgendwann für eine gewisse Zeit - Monate oder Jahre - eine Fernbeziehung führen mussten (nach voriger räumlicher Nähe). Sie haben das gut überstanden.
 

Benutzer70471 

Verbringt hier viel Zeit
So, ich will jetzt mal nach und nach antworten. Aber Danke für die Antworten, hilft mir doch sehr, so viel Zuspruch zu finden.

N Nobody2013 :
Er hat den Vorschlag mit dem Master in meiner Nähe selbst gemacht. Für immer bleibe ich in meiner neuen Stelle wohl nicht, aber zumindest für sehr lange, da ich nach dieser Weiterbildung noch spezialisierter wäre wie zuvor schon. Eine entsprechende Stelle gäb es wahrscheinlich nicht überall in Deutschland.

Noir Désir Noir Désir
Es handelt sich um ein unbefristete Stelle in Vollzeit, was heute ja relativ selten geworden ist. Gerade deswegen und weil mein zukünftiger Arbeitgeber viel in mich investieren wird, sollte ich mich längerfristig an einen Standort binde. Natürlich kann man nie sagen, ob ich ewig dort arbeiten werde (ich hätte auch nie gedacht, dass ich in meinen jungen Jahren schon so oft umziehen muss), aber es ist doch etwas furchteinflößend...

K Kara_Nirwan
Ich glaube dein Text hat mir am meisten geholfen. Ich habe mich auch schon oft gefragt, was ich machen sollte, falls ich keinen neuen Job finde und hatte regelmäßig Angst davor. Jeden Morgen denke ich mir, dass ich da nicht mehr hingehen möchte. Das ist wohl dann doch das eindeutigste Zeichen dafür, dass ich gehen muss.

mickflow mickflow
Ich glaube jetzt muss ich mal ne Lanze für meinen Freund brechen. Er unterstützt mich total in meinem Vorhaben und hatte sich nach der Ausbildung auch mal in Frankfurt beworben, was immerhin 300 km entfernt gewesen wäre, wurde aber nicht genommen, weil sie dann doch jemanden mit einem Hochschulabschluss haben wollten. Deswegen studiert er jetzt und ein passendes Studienfach gab es zufälligerweise in der Nähe.
Ich weiß nur nicht, ob er in der Stadt, in die ich gehen werde (Stuttgart) sich wohl fühlen wird. Er war noch nie dort und die Schwaben sind dann doch manchmal etwas gewöhnungsbedürftig...

mosquito mosquito
Der Vermieter will keine WGs in seinen Wohnungen haben. Er müsste sich dann wirklich was eigenes suchen. Außerdem ist er nicht so der Typ für eine WG. Aber das ist ja ein anderes Thema.

Meine größte Angst ist wohl, dass ich ihn sozusagen dazu zwinge, woanders hin zu ziehen, weil ich mich längerfristig binde. So etwas kann einem ja später auch mal leicht vorgeworfen werden, wenn der eine Part nicht glücklich in der neuen Stadt wird...
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Er hat den Vorschlag mit dem Master in meiner Nähe selbst gemacht.
Guter Mann. :zwinker:
Das ist doch eine gute Aussicht.

Es handelt sich um ein unbefristete Stelle in Vollzeit, was heute ja relativ selten geworden ist. Gerade deswegen und weil mein zukünftiger Arbeitgeber viel in mich investieren wird, sollte ich mich längerfristig an einen Standort binde. Natürlich kann man nie sagen, ob ich ewig dort arbeiten werde (ich hätte auch nie gedacht, dass ich in meinen jungen Jahren schon so oft umziehen muss), aber es ist doch etwas furchteinflößend...

Aber vor allem eine tolle Chance! Zugreifen!
Du musst dort nicht immer bleiben. Das erwartet heute keiner mehr. Fang an, schau, wie es Dir gefällt - und dann schau weiter.

Ich weiß nur nicht, ob er in der Stadt, in die ich gehen werde (Stuttgart) sich wohl fühlen wird. Er war noch nie dort und die Schwaben sind dann doch manchmal etwas gewöhnungsbedürftig...
Gewöhnungsbedürftig ist alles, was einem fremd ist. :zwinker:
Auch das mit dem Masterstudium wär nicht für ewig, falls er sich da nicht wohlfühlt auf Dauer.
Verplan nicht jetzt schon gedanklich das nächste Jahrzehnt. Schritt für Schritt. Er ist grad im zweiten BA-Semester, eins nach dem anderen. Und er wird Dich ja sicher auch besuchen und dann feststellen, ob er Stuttgart mag. Oder er zieht zum Master in eine andere Unistadt, die aber nicht so weit entfernt ist wie die jetzige. Wird sich ergeben.

mosquito mosquito
Der Vermieter will keine WGs in seinen Wohnungen haben.
Er müsste sich dann wirklich was eigenes suchen. Außerdem ist er nicht so der Typ für eine WG. Aber das ist ja ein anderes Thema.
Und ehrlich gesagt nebensächlich bei der Entscheidung für oder gegen die unbefristete Vollzeitstelle.

Meine größte Angst ist wohl, dass ich ihn sozusagen dazu zwinge, woanders hin zu ziehen, weil ich mich längerfristig binde. So etwas kann einem ja später auch mal leicht vorgeworfen werden, wenn der eine Part nicht glücklich in der neuen Stadt wird...
Tss. Sorry. Du zwingst ihn zu gar nix. Er hat selbst vorgeschlagen, später in Deine Stadt zu wechseln. Ist doch noch über Jahre nicht aktuell. Wartet ab. Und warum so pessimistisch? Kann ja auch sein, dass er es grandios findet.
Zerbrich Dir nicht seinen Kopf. Er hat Dich ermutigt, Dich zu bewerben, was ich toll finde. Und scheint ja offen genug zu sein, über den heimatlichen Tellerrand hinauszuschauen. Statt jetzt schon ängstlich zu überlegen, was er Dir dann vorwerfen könnte, wenn er im Master in Stuttgart unglücklich sein sollte: Schritt für Schritt.
Job annehmen, Umzug regeln, überlegen, wie oft wer wen besuchen kann und wie Ihr Eure Beziehung künftig gestalten wollt.
Der Rest ergibt sich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer131884 

Sehr bekannt hier
[QUOTE="
Ich weiß nur nicht, ob er in der Stadt, in die ich gehen werde (Stuttgart) sich wohl fühlen wird. Er war noch nie dort und die Schwaben sind dann doch manchmal etwas gewöhnungsbedürftig...
[/QUOTE]
Okay, das mit Stuttgart und vor allem den Schwaben ist natürlich das Killerargument, das hab ich nicht gewusst! Das ändert alles, ich weiß von was du sprichst!

Ich bin selbst einer :smile:

Nein, Spaß bei Seite, Stuttgart bietet enorme Möglichkeiten, man muss die Stadt nicht unbedingt mögen, aber grade wenn's um Studium geht, da gibt's kaum was was sich dort nicht auch finden lässt, zudem Firmen ohne Ende für die Abschlussarbeiten und ggf. Den ersten Job. Also, wer hier nicht studieren und arbeiten kann, muss schon sehr spezielle Wünsche haben (und damit mach ich jetzt KEINE DISKUSSION UM DEN WILDEN SÜDEN AUF!). Auch kulturell braucht sich die Gegend und die Stadt nicht zu verstecken, man kann hier leben! Und wer das Stadtleben nicht mag (wie ich), der findet was im Umland (okay, ich hör auf, ich komm ins Schwärmen ...)
[DOUBLEPOST=1419197680,1419197125][/DOUBLEPOST]Ach noch was, ich hatte in deiner Lebensphase mal ein Jahr eine Fernbeziehung zu einem Mädchen, als auch in einer "fernen" Stadt studierte und ich in der Heimat. Sie war damals in San Francisco, 9 Stunden Zeitunterschied und keine Mails und Skype, etc.

Heute, nein seit gestern, sind wir genau 19 Jahren verheiratet und haben eine wundervolle Tochter. Geht alles, man muss es nur wollen.
 

Benutzer127716  (31)

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Wenn es dir hilft war die Mühe und Zeit ja nicht umsonst investiert :grin:

Kurzer Hinweis noch:
Dass du auf deinen Freund so sehr Rücksicht nimmst ist ja sehr löblich, aber meines Erachtens ist das etwas fernab der heutigen Realität in der Arbeitswelt, sich nur an einen Ort zu halten. Es gibt sooo viele interessante und aufregende Jobs in diesem Land, nur muss man dafür halt auch bereit sein, seinen Wohnsitz zu verlegen, neue Erfahrungen zu sammeln und sich dabei selbst clamheimlich auch weiterzuentwickeln. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber bevor jemand unter seinem miesen Job leidet-was nebenbei auch Auswirkungen auf sein Umfeld hat- sollte er sich zur Veränderung (Job- und Umfeldwechsel) ermutigen..mit jeder neuen Umfeldveränderung lernt man auch enorm viel dazu und entwickelt sich weiter, das ist doch ein sehr feiner Deal in Kombination mit einem neuen, aufregenden Job :zwinker:

Was studiert dein Freund denn? Wundert mich etwas, dass a) er sich es da "leisten" kann, so enorm heimatverbunden zu sein, und b) du ihn da nur ungern herausreißen möchtest.
 
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