Was muss ich an mir und meinem Leben noch ändern, um eine Freundin zu finden?

Benutzer102211 

Öfters im Forum
Und ich fürchte, bei dieser Vermeidungs !strategie wird es bleiben.
Hoffentlich sind wir uns alle darüber einig, daß das hier zu nichts führt :smile:
Dann greif ich jetzt mal ein anderes kleines Zipfelchen heraus:
Wulfricd:
Eine Therapie halte ich nach wie vor für den falschen Weg, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Fangen wir mal mit den ganz materiellen an: Eine Therapie verlangt viel Zeit und Geld, was ich beides nicht habe.
Ich biete hier Zeitmanagment an, wie einen faulen Fisch in der Augustsonne.
Wulfricd:
Da ich kein nachweisbares Problem habe, müsste ich das auf jeden Fall aus eigener Tasche bezahlen.
Kreativität ist da gefragt.
Wulfricd:
Es kommen aber noch ganz andere, inhaltliche, Gründe hinzu. So bin ich zum Beispiel der Meinung, dass mich eine Therapie noch weiter nach unten ziehen würde. Ein Therapeut würde mich zum Beispiel mehr oder weniger direkt dazu zwingen, mich mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen, was ich unter keinen Umständen will.
Da waren wir ja schon mal. Die logische Folgerung war, Dich selbst zu verändern - und zwar ohne die Hilfe einer Prostituierten. Also bleibt nur noch der kreative Weg der Problemlösung. Nun willst du den auch nicht so recht, weil Methodik wohl der Teufel des Studenten ist.
Wulfricd: Es hatte durchaus eine schöne Kindheit, und auch die Jugendzeit habe ich damals als sehr angenehm empfunden, aber ich müsste mich zwangsläufig wieder sehr intensiv mit den vielen Fehlern beschäftigen, die ich auf dem Gebiet der zwischenmenschlichen Beziehungen begangen habe – und dazu habe ich wirklich keine Lust.
Akzeptiert! Manchmal denke ich da genau so.
Wulfricd: Unter diesen Fehlern habe ich lange genug gelitten, und ich bin sehr froh, sie erkannt und so gut es geht geradegebogen zu haben. Hinzu kommt, dass ich einem Therapeuten, den ich nicht kenne, gewisse Dinge nie im Leben erzählen könnte; ich würde mich sehr unwohl fühlen, könnte am nächsten Tag vor Scham wahrscheinlich nicht mehr in den Spiegel gucken.
OK, aber wenn Du nacheinander die eine oder andere Option verwirfst, dann bleibt am Ende nur noch eine übrig - und das ist dann meißt die, die Dir von der Gesellschaft aufgezwungen wird, also die schlechteste!
Wulfricd: Es gibt eben gewisse Probleme, die ich im wirklichen Leben nicht gerne zugebe – selbst vor Freunden, von denen ich weiß, dass sie auf dem entsprechenden Gebiet erfolgreich sind, schäme ich mich, mein Versagen zuzugeben, auch wenn ich es bei dem Einen oder Anderen mittlerweile getan habe.
Auch das kann ich gerade so verstehen, obwohl ich es im realen Leben immer so gemacht hab, daß ich diese kleinen Geheimnisse quasi aus der Nase der Leute herausgezogen hab
Wulfricd:Schließlich gibt es noch einen dritten Grund, vielleicht sogar den wichtigsten: Was bin ich noch wert, wenn ich es nicht einmal schaffe, so kleine Probleme ohne professionelle Hilfe zu lösen? Im Vergleich zu vielen Menschen habe ich insgesamt betrachtet doch viel Glück und wer weiß, was in meinem Leben noch alles auf mich zukommt? Und warum sollte ich mein Problem nicht alleine lösen können?
Die Antwort bekommst Du jetzt:
Weil Du Dich konsequent weigerst, die geistigen Werkzeuge der Problemlösung beherrschen zu lernen!
Du hast bisher eindrucksvoll bewiesen, daß Du dieses von Dir selbst eröffnete Thema nicht einmal strukturieren kannst.
Problemlösung verlangt aber auch noch Kreativität.

Was tun?
Wir haben ja einige mögliche Wege:

- den Weg durch das Bordell ( zwar schon verworfen, aber unter neuen Aspekten wieder interessant )

- den Weg über die Werbeagentur ( daß ich da am Anfang nicht drauf gekommen bin, zeigt, daß ich wohl schon senil bin )

- den Problemlösungsweg ( der jetzt am Begriff Methodik scheitert )

- den Weg in's Kloster ( warum versuchst Du es nicht einfach mal, Dich mittels Autosuggestion von dem Wunsch nach einer Freundin zu verabschieden )

Das Faultier
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich würde es eventuell so formulieren: die Vorstufe wird nicht erkannt oder nicht richtig eingeordnet. Man erkennt die Gefühle nicht oder kann sie nicht zuordnen bzw. von anderen unterscheiden. Auch hier würde ich zum Ausprobieren raten. Entweder man erreicht so einen Zufallstreffer oder aber man verfeinert vielleicht sein Gespür.

Das sieht vermutlich jeder anders. Ich persönlich habe aus meiner Erfahrung gelernt: Wenn ich mir zu unsicher bin und es trotzdem mache, dann geht es nur in die Hose. Wenn ich mir unsicher bin, dann hat es seine Gründe, selbst wenn es hausgemachte Gründe sind. Ich würde zuerst die hausgemachten Gründe beseitigen, bevor man sich unüberlegt einfach so "reinstürzt". Es ist mir früher schon mal passiert, als ich unerfahren war. Es habe gedacht, ich könnte nicht anders und die Sympathie, die ich für eine andere Person aufbringen würde, wäre das höchste der Gefühle, daher hab ich es probiert und mir damit gehörig ins Knie geschossen. Und einer anderen Person natürlich auch -> nicht gut bzw. kontraproduktiv. Daher rate ich: Zuerst mal vor der eigenen Haustür kehren, dann kann man auf die Straße gehen, ohne Staub und Schmutz mit sich rumzuschleppen und dort zu verteilen.

Der minimale Anspruch sollte schon sein, dass man eine körperliche Begierde und wachsendes Interesse zur anderen Person hat.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Das sieht vermutlich jeder anders. Ich persönlich habe aus meiner Erfahrung gelernt: Wenn ich mir zu unsicher bin und es trotzdem mache, dann geht es nur in die Hose. Wenn ich mir unsicher bin, dann hat es seine Gründe, selbst wenn es hausgemachte Gründe sind. Ich würde zuerst die hausgemachten Gründe beseitigen, bevor man sich unüberlegt einfach so "reinstürzt". Es ist mir früher schon mal passiert, als ich unerfahren war. Es habe gedacht, ich könnte nicht anders und die Sympathie, die ich für eine andere Person aufbringen würde, wäre das höchste der Gefühle, daher hab ich es probiert und mir damit gehörig ins Knie geschossen. Und einer anderen Person natürlich auch -> nicht gut bzw. kontraproduktiv. Daher rate ich: Zuerst mal vor der eigenen Haustür kehren, dann kann man auf die Straße gehen, ohne Staub und Schmutz mit sich rumzuschleppen und dort zu verteilen.

Der minimale Anspruch sollte schon sein, dass man eine körperliche Begierde und wachsendes Interesse zur anderen Person hat.

Mh. Ja, verstehe dein Argument. Ich habe es nur selbst etwas anders erlebt: ich musste aktiv werden, um mein eigenes Interesse spüren zu können. Natürlich muss es dann irgendwann kommen. Doch was genau "wachsendes Interesse" ist und wann genau "irgendwann" ist, ist schwierig zu beschreiben. Deswegen ist dieses Thema auch so kompliziert.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ihr müsst euch vor allem von der Vorstellung verabschieden, dass "flirten" schon so etwas wie eine Verlobung ist!

Flirten ist einfach ein schönes Spiel zwischen 2 Menschen. Völlig unverbindlich!!!
Man kann mit einer netten Verkäuferin flirten, ohne das sie hinterher denkt man möchte zwangsläufig "mehr" von ihr.
Ich kann eine Frau in den Arm nehmen, sie necken, ihr einen klaps auf den Po geben, sie auf die Wange küssen, ihr in die Augen schauen usw. absolut ohne Hintergedanken, sondern einfach nur weil ich sie sympathisch finde.
Flirten ist nur ein schönes Spiel, wenn man es zumindest in seinen groben Grundzügen beherrscht. Ist das nicht der Fall, ist es eher eine unangenehme Situation, in der man sich selbst einen großen Druck macht, dem man nicht standhalten kann (ich will flirten, aber habe keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte, was ich jetzt tun soll, wie ich auf sie eingehen soll, usw.).
In einem Flirt werden Dinge von mir verlangt, die ich nicht mal ansatzweise kann. So etwas ist für mich kein schönes Spiel. - Auch wenn es für viele Andere, die eben zumindest die groben Grundlagen beherrschen, wirklich ein schönes Spiel ist.
Tja, aber das ist doch ein Problem, richtig? Und das größere Problem ist, ihr beide scheint euch zu sagen: so bin ich, das kann ich nicht ändern, deswegen werde ich dieses Problem nicht bekämfen oder ändern (, sondern versuche die Symptome zu umgehen oder einfach damit zu leben). Das ist menschlich. Ich tue das genauso, aber wann immer ich das der Fall ist, lösen sich die Probleme erst, wenn ich eingesehen habe, dass ich eben doch etwas an mir persönlich ändern muss, damit es besser wird. Eure Persönlichkeit ist kein starres Gebilde und einprogrammierte Schemata können durchbrochen werden. Solange ihr das nicht wirklich, wirklich wollt, wird sich auch nichts tun.
Die Frage ist eher: Wie kann ich Dinge, die so tief in mir verwurzelt sind und die schon quasi mein gesamtes Leben lang (zumindest seit meiner Jugend) mein gesamtes Denken und Handeln bestimmen, ändern? - Das hört sich für mich ähnlich erfolgversprechend an wie der Versuch, mein Haus zum Flugzeug umzubauen.

Und, um den Bogen zu eurem Problem zurück zu schlagen, ihr könnt euch nicht kopfgesteuert verhalten, kein Risiko eingehen, nie unverbindlich daten und erwarten, dass eine Freundin dabei herausspringt. Das passt nicht zusammen. Nach meiner Erfahrung kommen Beziehungen niemals ohne Mut zustande. Jede Geschichte, die ich kenne, beginnt damit, dass einer sich überwand und auf den anderen zuging. Keiner von ihnen wusste, ob daraus eine gute oder eine schlechte Beziehung werden würde. Sie wussten auch nicht (wie könnten sie denn?), ob sie die Beziehung wirklich wollten. Das weiß man eigentlich erst, wenn man eine führt (oder sich intensiv und häufig getroffen hat), ganz besonders, wenn es die erste ist. Ihr wisst doch noch gar nicht genau, was euch wirklich wichtig ist. Bestimmt habt ihr Kriterien, die sich später als nebensächlich herausstellen werden und andere, die ihr gar nicht bedacht habt. Ohne Ausprobieren wird das nicht besser. Ohne Ausprobieren werdet ihr nur mit sehr viel Glück (wollt ihr euch tatsächlich allein darauf verlassen?) eine Freundin finden.
Dass eine gewisse Portion Mut nötig ist, um die Initiative zu ergreifen, ist mir klar.

Selbstverständlich muss ich mutig genug sein, um eine Beziehung einzugehen, obwohl ich mir nicht sicher sein kann, dass im Endeffekt wirklich Alles passt: Einerseits weil ich selbst mangels Erfahrung gar nicht so genau weiß, worauf ich wirklich Wert lege und anderseits, weil man längst nicht Alles im Vorfelt komplett ausloten kann.
Um eine Beziehung eingehen zu wollen, muss diese 100%ige Sicherheit auch gar nicht da sein, aber ich sollte doch zumindest schon mal das Gefühl haben, dass es passen könnte und dass wir zumindest halbwegs kompatibel sind. Ohne dieses Gefühl eine Beziehung einzugehen, halte ich für völlig idiotisch. - Und dieses Gefühl entsteht bei mir eben nicht so schnell.
Nur geht es hier nicht nur darum, "ins kalte Wasser zu springen", wie du sagst. Wenn du einer Frau, die du nur sympathisch findest (bei mir sind es übrigens 70% aller Frauen, mit denen ich im Alltag zu tun habe!), signalisierst, dass du sie näher kennenlernen möchtest, wird diese Frau aller Wahrscheinlichkeit nach davon ausgehen, dass du an ihr interessiert bist, und zwar nicht als gute Freundin, sondern als Partnerin. Jetzt nehmen wir mal an - so unrealistisch ist das nicht -, dass sie, wenn nicht bereits in dich verliebt ist, zumindest tatsächlich an dir interessiert ist und dir wiederum signalisiert, dass sir mehr von dir möchte: Wie würdest du reagieren? Würdest du sie streicheln, sie küssen oder vielleicht sogar mit ihr ins Bett gehen, ohne überhaupt noch das Geringste für sie zu empfinden? Ich ahne, was du mir antworten wirst, und zwar dass wir wohl keine andere Wahl haben. Aber für mich ist beispielsweise ein Kuss etwas sehr Besonderes, auch wenn es vielleicht naiv und unerfahren klingt. Ich würde niemanden auf den Mund küssen, für den ich nichts empfinde. Zumal ich mich dann beschissen fühlen würde und ein so schlechtes Gewissen haben würde, dass ich nicht mehr in den Spiegel schauen könnte, wenn ich ihr dann gestehen müsste, dass ich nun doch nichts für sie empfinde. Zwar ist das noch nie konkret passiert, aber ich kenne mich leider zu gut.

Unverbindliches und harmloses Flirten ist dagegen was ganz Anderes.


Da bin ich auch wieder beim fließenden Übergang: Ein wenig Körperkontakt aufbauen, wenn ich das Gefühl habe, dass die anfängliche Sympathie und das Interesse auf Gegenseitigkeit basieren? - Warum nicht?
Sie gleich küssen, wenn das der Fall ist? - Niemals!

Falsch! Das Spiel macht nur Spaß, wenn man gut darin ist. Und das ist nun mal nicht unser Fall. Wir würden uns also eher zu etwas zwingen – wobei ich erkannt habe, dass offenbar kein Weg daran vorbeiführt –, was wir nicht können und uns überhaupt keinen Spaß macht. Wenn du uns aber ein paar Tipps gibt, wie Flirtversuchen bei schüchternen Männern aussehen könnte: Gerne! ;-)
Genau das ist es: Flirten macht nur Spaß, wenn man es zumindest in seinen Grundzügen beherrscht.

Das ist eben genau das, was ich meinte: So funktioniert Annäherung im Idealfall nicht. Im Idealfall funktioniert Annäherung komplett automatisch und ist alles andere als eine Kopfarbeit, zumindest dann nicht, wenn du gerade mit der Person zusammen bist. Und sofern du kein Autist oder ähnliches bist, dann wird es bei dir genauso funktionieren. Das genau ist das Schöne an der Liebe, an der Attraktion, an Lust und Begierde: Sie funktioniert ohne Anstrengung, wenn man es denn auch zulässt. Aus der Tatsache, dass du dich selbst nach diesen Dingen sehnst, schließe ich, dass du grundsätzlich auch das Handwerkszeug dafür besitzt, nur kannst du es eben nicht anwenden, weil du dich selbst hemmst oder weil die Umwelt dich hemmt. Ich für meinen Teil denke, wenn die Annäherung schwierig und anstrengend ist, dann macht man was falsch oder es ist die falsche Person. Da muss man halt rausfinden, was das Problem ist.

Ein Stück weit kann ich das durchaus nachvollziehen und bestätigen.
Ich habe es nämlich zumindest schon ein mal erlebt, dass die Dinge zwar nicht komplett automatisch, aber doch relativ locker, ohne all zu viele Gedanken und ohne all zu viele Hemmungen gelaufen sind:
Da bin ich einer Kommilitonin ein klein wenig näher gekommen und hatte dabei immer das Gefühl, dass Interesse und Sympathie auf Gegenseitigkeit basieren. Da konnte ich dann auch mal relativ locker die Initiative ergreifen und ein Treffen vorschlagen, usw. - und sie ist dann eben auch drauf eingegangen.
Die Sache lief zwar nicht so schnell, wie hier oft geschildert (weil wir beide eher schüchtern und vor Allem kopfgesteuert sind), aber es ging vorwärts - bis ich irgendwann nach einiger Zeit festgestellt habe, dass sie einfach doch nicht mein Fall ist.

Aber wenn ich in meinem Leben bisher nur einer einzigen Frau begegnet bin, mit der diese ersten zaghaften Schritte möglich waren, so frage ich mich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich während meines gesamten Lebens auch nur ein mal einer Frau begegne, mit der gesamte Marathonlauf bis zur Beziehung so locker und mehr oder weniger automatisch abläuft.

B. Der schüchterne/normale Kopf schleicht ebenfalls ein bisschen herum und versucht erstmal durch Augenkontakt und vorgeschobenen Gründen ein Treffen zu arrangieren. Anders als der nicht-selbstbewusste Kopf schafft er es aber, die Dame anzulächeln, mit den Augen zu schmunzeln und seine Aufmerksamkeit recht ungeteilt ihr zukommen zu lassen, was sie natürlich merkt. Mal funktioniert es und es kommen auf einmal positive Signale von ihr, dann wird der normale Kopf mutiger und fängt an zu flirten und zu necken, wenn es aber nicht funktioniert, dann passiert nicht mehr.
Dazu müsste man aber irgendwie in der Lage sein, über Mimik und Gestik zu kommunizieren, was bei mir nicht der Fall ist.

Anlächeln? - Wie funktioniert das? - Ich kann vielleicht ein gekünsteltes, grenzdebiles Grinsen durch bewusstes, erzwungenes nach oben ziehen der Mundwinkel erzeugen... aber Anlächeln?!?
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Dazu müsste man aber irgendwie in der Lage sein, über Mimik und Gestik zu kommunizieren, was bei mir nicht der Fall ist.

Anlächeln? - Wie funktioniert das? - Ich kann vielleicht ein gekünsteltes, grenzdebiles Grinsen durch bewusstes, erzwungenes nach oben ziehen der Mundwinkel erzeugen... aber Anlächeln?!?

Ich greif mir jetzt nur kurz das heraus, da ich schon länger hier nicht mehr reingeschaut hab :zwinker:
Jeder lebendige Mensch ohne Nervenschaden kommuniziert mit Mimik und Gestik - absolut jeder. Wenn du denkst du tust das nicht, stimmt was mit deiner Selbstwahrnehmung nicht. Was lebt und spricht, kann gar nicht anders, sofern nicht ein gröberer Schaden vorliegt.
WIE kommuniziert wird ist dann die andere Frage - die einen beherrschen es intuitiv besser, andere machen Kurse, wieder andere scherts nicht... das ist zu vergleichen mit Laufen lernen. Füße voreinander setzen tut irgendwann jeder, Goldstandard Tanzkurse sind nicht jedermanns Sache, fallen dem einen total leicht und ein anderer wird nie auf das Level kommen.
Und Anlächeln kommt aus Augen und Herzen, nicht aus den Mundwinkeln.

Viel davon ist Einstellungssache - wer durch die Welt läuft und denkt, ich kann das eh alles nicht, wird das auch auf seine Umwelt ausstrahlen.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand nicht lächeln kann. Oder freundlich und offen gucken. Ich hab mit so vielen unterschiedlichen Leuten zu tun - Lächeln ist selbst bei Babies ein Reflex. Das ist schlicht kaum möglich, dass du das nicht kannst.

Also schließt sich der Kreis, das Problem ist in der Selbstwahrnehmung zu suchen. Und an der kann man arbeiten.

Gilt übrigens meines Erachtens auch für den TS - dieser bescheuerte Selbsthass für vergeudete Zeit Mist ist einfach nur destruktiv und unnötig. Und ebenso ein Problem der Selbstwahrnehmung. An der man arbeiten kann.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Aber wenn ich in meinem Leben bisher nur einer einzigen Frau begegnet bin, mit der diese ersten zaghaften Schritte möglich waren, so frage ich mich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich während meines gesamten Lebens auch nur ein mal einer Frau begegne, mit der gesamte Marathonlauf bis zur Beziehung so locker und mehr oder weniger automatisch abläuft.

Was ich mit meinen elendslangen Ausführungen meinte - und bitte nimm es mir nicht krumm: In dir drinnen stimmt irgendwas nicht und das führt dazu, dass du so selten einer Frau begegnest, die dich interessiert und bei der du dich traust, vorwärts zu gehen. Wenn das in dir drinnen, was auch immer es ist, wieder im Lot ist, dann ist die Sache mit den Frauen kein so großes Problem mehr. Dessen bin ich mir sehr sicher.


Dazu müsste man aber irgendwie in der Lage sein, über Mimik und Gestik zu kommunizieren, was bei mir nicht der Fall ist.

Anlächeln? - Wie funktioniert das? - Ich kann vielleicht ein gekünsteltes, grenzdebiles Grinsen durch bewusstes, erzwungenes nach oben ziehen der Mundwinkel erzeugen... aber Anlächeln?!?

Lächeln ist Grundvoraussetzung. Es wundert mich nicht, dass es bisher noch nicht geklappt hat, wenn du es nicht zustande bringst zu lächeln. Kannst du lauthals lachen und dich vor Lachen gar nicht wieder einkriegen? Kommt es überhaupt vor, dass ein Gefühlsimpuls sich irgendwie irgendwo in deiner Mimik/Gestik niederschlägt?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was ich mit meinen elendslangen Ausführungen meinte - und bitte nimm es mir nicht krumm: In dir drinnen stimmt irgendwas nicht und das führt dazu, dass du so selten einer Frau begegnest, die dich interessiert und bei der du dich traust, vorwärts zu gehen. Wenn das in dir drinnen, was auch immer es ist, wieder im Lot ist, dann ist die Sache mit den Frauen kein so großes Problem mehr. Dessen bin ich mir sehr sicher.
Das Problem ist nur, dass ich keine Ahnung habe, was mit mir nicht stimmen könnte... bis auf meine Einsamkeit (sowohl was eine Beziehung anbelangt, als auch was meinen überschaubaren Freundeskreis betrifft), bin ich eigentlich mit mir im Reinen und fühle mich sehr wohl in meiner Haut.
Und wenn das wirklich das Problem in meinem Inneren sein sollte, dann wäre das ja ein Teufelskreis, aus dem ich gar nicht raus kommen kann.

Und wenn ich mich mir überlege, welchen Frauen ich in letzter Zeit begegnet bin, fallen mir doch meistens ernsthafte Gründe ein, warum da nichts passiert ist, die völlig unabhängig davon sind, ob etwas in mir drin im Lot ist oder nicht. - Denn die Frauen sind dann immer noch z.B. vergeben, hässlich, viel zu jung oder alt, extrem christlich, o.Ä.
Lächeln ist Grundvoraussetzung. Es wundert mich nicht, dass es bisher noch nicht geklappt hat, wenn du es nicht zustande bringst zu lächeln. Kannst du lauthals lachen und dich vor Lachen gar nicht wieder einkriegen? Kommt es überhaupt vor, dass ein Gefühlsimpuls sich irgendwie irgendwo in deiner Mimik/Gestik niederschlägt?
Ich liege zwar nicht bei jeder Kleinigkeit vor Lachen auf dem Boden, aber ich kann doch ohne Probleme herzhaft lachen und es kommt auch durchaus mal vor, dass ich mit dem Lachen kaum aufhören kann.
Aber beim Flirten und ähnlichen Dingen ist es eher ein anderes Problem: Mangels Gefühl für derartige Situationen läuft bei mir dort nichts einfach so automatisch und wenn ich bewusst versuche, zu lächeln, wird daraus eher ein bescheuertes Grinsen. (Viele Leute sehen auf Fotos ja auch total bescheuert aus, wenn sie der Fotograf bittet, zu lächeln - und so ist das bei mir eben auch, wenn ich mich dazu zwinge, eine Frau bewusst anzulächeln)
Ich glaube, nicht nur das Lächeln, sondern auch sonst müsste in solchen Situationen vieles eher aus dem Bauch heraus geschehen und nicht durch bewusste Gedanken, weil das dann einfach nur gekünstelt ist und auch so wirkt.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich schmeiss auch mal drei mehr oder weniger zusammenhängende Gedanken an die Wand, mal schauen ob was haften bleibt.

1. Perfektionismus.
Ich habe den Eindruck, dass hier teils Ansprüche an einen selbst, wie auch Ansprüche an eine potentielle Partnerin verhindern, dass man aktiv wird. Das kann teils daher kommen, dass man so veranlagt ist, teils auch durch Vorerfahrungen entstanden sein, wird aber vermutlich zumindest davon bestärkt, dass man eben noch keine Beziehungserfahrung hat. Vermutlich ist da eine Vorstellung, wie es sich anfühlen muss zu lieben und geliebt zu werden - und welche Vorraussetzungen man selbst erfüllen muss, damit das passiert, genauso wie man ein Bild hat, wie sie sein muss und wie es sich anfühlen muss. Warten steigert gerne mal die Erwartungshaltung. Ins zu Hohe.

Und: Man wagt nicht den Flirt, weil man es nicht kann - und übersieht dass man derartige Kommunikation eben nur erlernen kann, wenn man aktiv wird und anfängt es zu tun. 1000 Bücher helfen nicht dabei schwimmen zu lernen, wenn man sich nicht ins Wasser wagt.

Was da u.a. gebraucht wird, ist Akzeptanz. Man muss lernen, dass es ok ist Fehler zu machen, ok ist mal zu scheitern - und dass es einen trotzdem vorwärts bringt. Aus Fehlern kann man lernen. Manche MUSS man machen um weiterzukommen. Genauso sollte man sich selbst als unperfektes Wesen mit Fehlern (an manchen kann man arbeiten, an manchen nicht) akzeptieren. Und "lieben". Mit sich im Reinen sein. Es ist ne Binsenweisheit, aber ja: Ohne diese Grundvorraussetzung kann man auch andere nicht wirklich lieben - und sich selbst nicht wirklich geliebt fühlen. Es ist völlig ok, ein paar Macken und Fehler zu haben, die hat jeder - und wenn's passt, liebt man seine Partnerin mitsamt ihren Fehlern, genauso wie man selbst mit seinen Fehlern geliebt wird.

Damit Hand in Hand geht vermutlich...

2. Bindungsangst.
Klar - man will eine Beziehung. Aber gleichzeitig: Die Liebe, die Partnerschaft, die soll auch etwas großes und perfektes sein - man selbst hat aber mehr oder weniger unterbewusst Angst, diesem Anspruch nicht genügen zu können (wird sicher mit der Zeit als "ewiger Single" nicht besser). Was macht man: Man sucht sich unerreichbare Kandidaten für die Partnerschaft, Kandidaten die einerseits den Anschein machen, die eigenen Schwächen "kompensieren" zu können (die sind alles, was man nicht ist aber gerne wäre, das macht sie attraktiv), andererseits aber gerade durch dieses Missverhältnis außer Reichweite scheinen. Das "Tolle'" daran - Jegliches Scheitern oder gar nicht erst versuchen ist da bereits fest eingebucht. Sprich: Man unterteilt die Welt in mehr oder weniger in "passt nicht" und "krieg ich eh nicht". Kann so natürlich nicht funktionieren. Und "erspart" einem die Situation, wirklich eine Beziehungsanbahnung zu starten, die scheitern und einen verletzen könnte. Natürlich sollte man wo keine Anziehung ist auch keine Beziehung starten - was aber helfen würde, wäre Menschen besser kennen zu lernen, bevor man sie in die oben genannten Schubladen packt und einfach zu schauen, ob und was sich entwickelt. Ganz ohne perfektionistischen Anspruch und ohne den Gedanken, dass da jetzt DIE Beziehung rausspringen muss. Nur: das Kennenlernen reicht nicht... und da kommen wir zum nächsten Problem:

3. Zu viel denken, zu wenig fühlen.
Man öffnet sich nicht - Angst vor Verletzung, Angst es zu versauen, Angst Fehler zu machen - und analysiert stattdessen. Wie soll ich mich verhalten, passt sie überhaupt,... Problem dabei: Beziehungen basieren auf Gefühlen. Und genau diese Seite hält man kontrolliert im Zaum, denkt rational - und öffnet sich nicht wirklich. Was fehlt, ist dieser Sprung weg von der Analyse, vom Rationalen. Das einfach mal machen, mal leben, mal öffnen. Schauen was passiert. Ins kalte Wasser springen. Man hat Angst sich eine Blöße zu geben, Angst dass es eh nix bringt,... -> man verschließt sich, wahrt Distanz. Um wirklich auf einer Ebene in Kontakt zu kommen, auf der Gefühle entstehen können, müsste man sich aber öffnen. Eigene "Fehler" akzeptieren und in Kauf nehmen. Einen Vertrauensvorschuss geben.

Normal ist das kein Problem - Die meisten von uns haben die Erfahrung gemacht, dass Fehler da nicht schlimm sind. Dass gar nicht so viel passieren kann. Und auch wenn ne Beziehungsanbahnung mal scheitert, man nen Korb kriegt, man selbst merkt dass da nicht mehr draus werden kann, oder gar ne Beziehung scheitert - das tut dann auch mal weh, aber es ist ok und gehört dazu. Ohne Risiko geht's nicht. Niemand weiß genau was kommt. Wer also hunderprozentig sicher sein will dass es klappt, bevor er sich öffnet und verletzlich macht, wird sich nie öffnen. Weil es die 100 Prozent nicht gibt. Oder er erschlägt die "Wunsch-Partnerin in Spe" bei gefühlten 99 Prozent dann irgendwann mit einem "Ich liebe Dich!" aus heiterem Himmel - weil er - bis er sich sicher war - nicht in der Lage war sich zu öffnen und dann alles auf einmal rauskommt. Menschliche Beziehungen entwickeln sich nun mal organisch. Schritt für Schritt. Grundvoraussetzung ist Offen dafür zu sein, sich zu öffnen, nach und nach. Step by step aufeinander einzugehen. Signale zu empfangen, Signale zu senden. Es ist ein laaaanger Weg vom Kennenlernen oder Flirt bis zu einer Beziehung. Da kann alles und nichts entstehen. Aber: wenn man nicht offen ist oder verkrampft, weil es "muss", dann steht man sich selbst im Weg.

...und jetzt?
Was man lernen müsste, wäre also: sich selbst Fehler zuzugestehen, weniger zu analysieren, auf andere zuzugehen und vielleicht weniger konkret nach DER BEZIEHUNG und DER FRAU zu suchen, als Menschen kennenzulernen und sich ihnen zu nähern - auch im Sinne davon, sie näher an sich heranzulassen. Step by step. Und: weniger erwarten und konkret suchen, sich mehr "überraschen" lassen, was passiert. Erwartungshaltungen sind der Tod, an denen kann man oft nur scheitern. Sieht man beim Kinobesuch: Wenn man zu viel erwartet, wird man öfter enttäuscht, als wenn man reingeht und sich überraschen lässt. :zwinker: Ein Flirt ist kein Heiratsantrag. Von nichts, einem guten Gespräch, evtl. Sex, über ne Freundschaft bis zu ner Beziehung kann da alles rauskommen. Man weiß es nicht, bevor man nicht wirklich in Kontakt tritt und offen ist.

Für solche Situationen muss man ein Gefühl entwickeln - Kommunikation dieser Art ist kein rein rationales Schachspiel. Ein Spiel ist es aber durchaus - eines das eine gewisse Leichtigkeit braucht, eins bei dem Fehler erlaubt und normal sind und jede Art von Druck Gift ist, eins bei dem man Spaß haben sollte, weil man streng genommen nix verlieren, sondern nur gewinnen kann, wenn man mit der richtigen Einstellung und Erwartungshaltung rangeht. Ähnlich wie später, wenn es mal von den Vorzeichen stimmt und in Richtung Beziehungsanbahnung geht - auch wenn da die "Stakes" höher sind und es mehr zu verlieren gibt. Aber auch da geht's schlicht auch um die emotionale Seite, öffnet man sich Stück für Stück, "kommunizieren eben auch die Emotionen". Die zumindest ein wenig zu zeigen und zu- und rauszulassen, im Laufe des Kennenlernens, sich ein wenig zu öffnen, Leichtigkeit und Spaß zu erlauben, Gefühle bei sich selbst zulassen - ohne dass da gleich große Liebe sein muss und zwingend eine Beziehung rausspringen muss, ohne zu viel Analyse, aus dem Bauch raus, ohne Angst - da liegt glaube ich das Problem.

Zielsetzung müsste wohl erstmal sein, an sich selbst zu arbeiten (Kommunikationsskills, sich öffnen, sich Fehler erlauben,...) und Menschen kennen zu lernen - idealerweise welche mit denen man eine gemeinsame Basis hat, auf der man aufbauen kann, die eine höhere Wahrscheinlichkeit auf ne ähnliche Wellenlänge und gemeinsame Gesprächsthemen birgt - Interessen und Hobbies bieten sich z.B. an.

Wenn aber nun eh schon auf dem Weg dahin, Kontakt aufzunehmen die Blockade zu groß ist, das große Vermeidungs-Analyse-Karussell zu früh anspringt, man sich damit blockiert, dass man zuviel denkt, und dadurch erst gar nicht ins kalte Wasser springt, also lernt und fühlt - dann kommt man da nicht raus. In gewisser Weise könnte man da auch manch Endlosdiskussion hier als "Vermeidungstaktik" sehen. Es wird schier endlos analysiert und gegrübelt - die perfekten Lösungen und den ultimativen Plan zur Selbstüberlistung wird man aber hier nicht finden. Entweder man schafft es, rauszugehen und zu machen, sich selbst zu überwinden und neue Verhaltensweisen zu erlernen - oder man merkt hey, diese Blockade ist zu groß, ich komm nicht über diese Hürde, ich dreh mich im Kreis, ich steck in meinen Verhaltens- und Denkmustern fest.

Da würde ich mir dann durchaus die Frage stellen, ob nicht ein Therapeut helfen könnte. Es ist keine Schande, sich helfen zu lassen. Es ist vernünftig. Wenn Du, Wulfric, schreibst das sei für Dich eine Niederlage, ein "Scheitern" - dann hast Du noch nicht verstanden, dass Du gar nicht perfekt sein und alles allein schaffen musst. Dein Problem, ist Dich anderen gegenüber zu öffnen. Das "zusammen" zu lernen. Mit harter Arbeit in Richtung "Selbstperfektion" on your own (kann so nicht klappen...) löst Du dieses Problem vermutlich nicht. Warum also nicht Hilfe annehmen? Der professionelle Blick von aussen ist ne Menge wert, neue Denkansätze und Hilfestellungen auch. Wenn Du mich fragst: Du musst Dich selbst akzeptieren. Mit Deinen Fehlern. Lernen Dich zu öffnen, und andere an Dich heranzulassen. Lernen zu vertrauen. Lass Dir helfen. Gestehe Dir Schwächen zu. DIESE Blockade musst du überwinden. Erst dann kann der Rest funktionieren. Du kannst das schon alleine probieren - aber schließe die Möglichkeit Dir professionell helfen zu lassen nicht kategorisch aus. Es könnte vieles einfacher machen, vielleicht sogar der einzige Weg sein.

Falls ich komplett daneben liege: sorry. Aber denk mal drüber nach.

In diesem Sinne, just my 2 cents,
brainie
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
1. Perfektionismus.
[...]
Und: Man wagt nicht den Flirt, weil man es nicht kann - und übersieht dass man derartige Kommunikation eben nur erlernen kann, wenn man aktiv wird und anfängt es zu tun. 1000 Bücher helfen nicht dabei schwimmen zu lernen, wenn man sich nicht ins Wasser wagt.
Ich glaube zwar nicht, dass ich generell zu hohe Ansprüche an eine potentielle Partnerin habe, o.Ä.
Aber an der Sache mit dem Flirten ist durchaus etwas Wahres dran: Da traue ich mich nämlich wirklich nicht so richtig ran, weil ich eben das Gefüh habe, es nicht mal ansatzweise zu können, so dass jeder Versuch von Anfang an zum scheitern verurteilt ist und es gar nicht so weit kommen kann, dass ich irgendwelche Erfahrungen sammle, die mich weiterbringen könnten.

Ich habe sicherlich nicht den Anspruch, gleich perfekt flirten zu können, aber wenn ich nicht mal weiß, wie ich anfangen soll, kann ich auch keine weiteren Erfahrungen sammeln.

Was da u.a. gebraucht wird, ist Akzeptanz. Man muss lernen, dass es ok ist Fehler zu machen, ok ist mal zu scheitern - und dass es einen trotzdem vorwärts bringt. Aus Fehlern kann man lernen. Manche MUSS man machen um weiterzukommen. Genauso sollte man sich selbst als unperfektes Wesen mit Fehlern (an manchen kann man arbeiten, an manchen nicht) akzeptieren. Und "lieben". Mit sich im Reinen sein. Es ist ne Binsenweisheit, aber ja: Ohne diese Grundvorraussetzung kann man auch andere nicht wirklich lieben - und sich selbst nicht wirklich geliebt fühlen. Es ist völlig ok, ein paar Macken und Fehler zu haben, die hat jeder - und wenn's passt, liebt man seine Partnerin mitsamt ihren Fehlern, genauso wie man selbst mit seinen Fehlern geliebt wird.
Wenn man das jetzt sehr engstirnig interpretiert, ist das aber ein Teufelskreis, aus dem ich gar nicht rauskommen kann:
Solange ich mich einsam fühle, kann ich nicht komplett mit mir im Reinen sein, aber solange ich nicht mit mir im Reinen bin, habe ich auch keine Chance, etwas an meiner Einsamkeit zu ändern.
Wenn das wirklich so ist, könne ich gleich alle Bemühungen sein lassen.

2. Bindungsangst.
Klar - man will eine Beziehung. Aber gleichzeitig: Die Liebe, die Partnerschaft, die soll auch etwas großes und perfektes sein - man selbst hat aber mehr oder weniger unterbewusst Angst, diesem Anspruch nicht genügen zu können (wird sicher mit der Zeit als "ewiger Single" nicht besser).
Dieses Problem sehe ich bei mir überhaupt nicht.
Ich habe zwar das Gefühl, zu blöd für die Anbahnung einer Beziehung zu sein, aber ich habe keinerlei Bedenken, eine Beziehung führen zu können.
Und die Frauen, die ich mir bisher mehr oder weniger ausgesucht habe, waren auch keine unerreichbaren Übermenschen. - Denn an einer Frau, die ich für unerreichbar halte, kann ich gar kein derartiges Interesse entwickeln, das über eine kleine Schwärmerei hinaus geht. (Dazu ist mein Kopf viel zu stark und kann das Aufkommen unnötiger Gefühle für unerreichbare Frauen problemlos gleich im Keim ersticken)

Natürlich sollte man wo keine Anziehung ist auch keine Beziehung starten - was aber helfen würde, wäre Menschen besser kennen zu lernen, bevor man sie in die oben genannten Schubladen packt und einfach zu schauen, ob und was sich entwickelt. Ganz ohne perfektionistischen Anspruch und ohne den Gedanken, dass da jetzt DIE Beziehung rausspringen muss.
Das steht aber im Widerspruch zur hier schon oft getätigten Aussage, dass man nicht zu lange zögern darf, bis man mit entsprechenden Interessensbekundungen, Annäherungsversuchen, etc. anfängt, weil man sonst nicht mehr interessant ist. (Und diese Aussage entspricht auch durchaus meiner Erfahrung)

3. Zu viel denken, zu wenig fühlen.
Man öffnet sich nicht - Angst vor Verletzung, Angst es zu versauen, Angst Fehler zu machen - und analysiert stattdessen. Wie soll ich mich verhalten, passt sie überhaupt,... Problem dabei: Beziehungen basieren auf Gefühlen. Und genau diese Seite hält man kontrolliert im Zaum, denkt rational - und öffnet sich nicht wirklich. Was fehlt, ist dieser Sprung weg von der Analyse, vom Rationalen. Das einfach mal machen, mal leben, mal öffnen. Schauen was passiert. Ins kalte Wasser springen. Man hat Angst sich eine Blöße zu geben, Angst dass es eh nix bringt,... -> man verschließt sich. Um wirklich auf einer Ebene in Kontakt zu kommen, auf der Gefühle entstehen können, müsste man sich aber öffnen. Eigene "Fehler" akzeptieren und in Kauf nehmen. Einen Vertrauensvorschuss geben.
Dieses "sich öffnen", "Gefühle zulassen", usw. wird sicherlich notwendig sein. Aber ich sehe nicht eine mögliche Angst vor Fehlern als Ursache dafür, dass ich das nicht schaffe, sondern eher, dass meine Rationalen Gedanken generell immer extrem dominant sind und es einfach keinen Knopf gibt, um diese Gedanken auszuschalten und den Gefühlen freie Bahn zu lassen.

Ich weiß nur zu gut, dass ich in solchen Situationen Nichts zu verlieren habe und ein Fehler zumindest längst nicht so schlimm ist, als wenn ich es gar nicht erst versuche... aber auch diese Gedanken helfen nicht dabei, meinen Kopf auszuschalten.
Bei der Geschichte mit meiner Kommilitonin habe ich ja auch selbst gemerkt, dass es überhaupt kein Beinbruch ist, wenn man nach einiger Zeit merkt, dass es doch nicht passt. Aber trotzdem kann ich bei diesen Geschichten meinen Kopf einfach nicht ausschalten und den Gefühlen freien Lauf lassen. (Bei meiner Kommilitonin hat das vermutlich auch nur funktioniert, weil sie ähnlich verkopft ist wie ich und die Sache schön langsam laufen konnte, so dass der Kopf immer genügend Zeit hatte, um sein OK zu irgendwelchen Gefühls-Sachen zu geben.
 

Benutzer10802 

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Banane, eines vorweg: Das ist Wulfric's Thread, deshalb drehen sich meine Gedanken in meinem Vor-Post mehr um ihn und seine Lage - da muss nicht zwingend alles auf Dich passen, auch wenn ihr sicher Berührungspunkte habt. :zwinker:

Ich habe sicherlich nicht den Anspruch, gleich perfekt flirten zu können, aber wenn ich nicht mal weiß, wie ich anfangen soll, kann ich auch keine weiteren Erfahrungen sammeln.
Dir ist schon klar, dass Du diese "Ich kann das nicht"-Mauer selbst baust, oder? :zwinker: Wie gesagt, man kann es nur lernen, wenn man es versucht. Klar - anfangs kann man sich mit etwas Theorie und Plan eventuell "helfen", über die Hürde zu kommen. Aber man muss es nicht "können", nicht perfekt sein, es geht nicht um's "gewinnen" - es geht darum etwas zu tun, aus den alten Denk- und Verhaltensmustern auszubrechen und neue Erfahrungen zu sammeln. Solange Du es nicht wagst, wirst Du keine neuen Erfahrungen machen und es nicht lernen.

Du sitzt auf einer einsamen Insel. Ein paar hundert Meter weiter gibt's noch eine Insel, da sitzt auch ein Menschlein, dazwischen Wasser. Was tun? Du kannst sagen "Wasser ist nicht mein Element, ich kann nicht schwimmen". Du kannst 100 Bücher über das Schwimmen lesen. Dir ausmalen wie Du ertrinkst. Oder Du setzt nen Fuß ins Wasser und probierst es. Wie kommst Du am schnellsten rüber auf die andere Insel? Und selbst wenn das Menschlein da drüben nicht die Lösung für Deine Einsamkeit ist - was hast Du dabei gelernt?

"Ich will aber nicht ertrinken!" Okay. Vielleicht schluckst Du zwischendurch ein bißchen Wasser. Aber vielleicht merkst Du zwischendrin auch, dass das Meer gar nicht so tief und gefährlich ist, wie es von Aussen ausgesehen hat. Und: Vielleicht macht Dir das Schwimmen sogar Spaß.

So oder so: Mann muss sich dazu überwinden mal anzufangen, und man muss Misserfolge als ein Schrittchen auf dem Weg dahinzukommen, dass man es kann, einordnen. Und, blöde gesagt: Es kann sein, dass man 500 Frauen kennenlernen muss, bis die passende dabei ist. Wenn man nun aber keine von denen kennenlernt, um Misserfolge zu vermeiden, bringt einen das aber nicht weiter. Kurz: Man muss raus aus der sicheren Comfort-Zone und in Kontakt treten. Auch emotional. Offen sein. Und Nähe zulassen.
Solange ich mich einsam fühle, kann ich nicht komplett mit mir im Reinen sein, aber solange ich nicht mit mir im Reinen bin, habe ich auch keine Chance, etwas an meiner Einsamkeit zu ändern.
Wenn das wirklich so ist, könne ich gleich alle Bemühungen sein lassen.
Mir ging's um folgendes: Man sollte sich seiner selbst bewusst sein, auch seiner Schwächen. Man muss nicht perfekt sein. Man darf Fehler haben, man darf Fehler gemacht haben. Aber man sollte zu sich stehen können. Man braucht keinen Perfektionsanspruch an sich selbst, auch wenn es gut ist, an sich zu arbeiten. Man sollte sich schlicht mögen. Das meine ich mit "mit sich im Reinen".

Dass Dir in Deinem Leben etwas fehlt ist verständlich. Nichts dagegen zu tun, oder zu denken "ich bin halt so, ich kann mich nur so verhalten, was anderes probieren kann ich nicht, das kann ich nicht ändern - und ich mag mich selbst nicht deswegen" - das wäre weniger gut.

Verstehst Du wo ich hin will? Das Problem sollte nicht sein, dass man eventuell etwas (noch) nicht gut kann - viel blöder ist's, wenn man's erst gar nicht versucht oder krampfhaft versucht, seine Schwächen zu verstecken oder sich zu kontrollieren. Blöde gesagt: Man kann z.B. auch offensiv damit umgehen, dass man eben nicht der größte Flirtmeister vor dem Herren oder schüchtern ist. Derartige Schwächen sind nicht zwingend schlecht, sie können auch als sympathisch empfunden werden. Kurz: Man muss nicht perfekt (und arrogant sein), wichtig ist's vorhandene Schwächen selbst nicht zu schwer zu nehmen und es trotzdem zu versuchen. Und eben sich ein wenig zu öffnen und andere und Gefühle (damit meine ich nicht nur Liebe, sondern auch der Flirt an sich spielt auf einer emotionalen Ebene) an sich ranzulassen.
Und die Frauen, die ich mir bisher mehr oder weniger ausgesucht habe, waren auch keine unerreichbaren Übermenschen. - Denn an einer Frau, die ich für unerreichbar halte, kann ich gar kein derartiges Interesse entwickeln, das über eine kleine Schwärmerei hinaus geht. (Dazu ist mein Kopf viel zu stark und kann das Aufkommen unnötiger Gefühle für unerreichbare Frauen problemlos gleich im Keim ersticken)
Frage 1: Siehst Du Dich als Mann, in den sich (die für Dich richtigen) Frauen verlieben können?
Frage 2: Der "starke Kopf" - der ist auch fleissig mit dabei, wenn es darum geht Dich selbst zu blockieren. Wie sieht es denn aus: Hast Du schon Frauen kennengelernt, bei denen Du dir Chancen einräumen würdest, die Dich reizen? Verliebst Du Dich überhaupt? Wie gehst Du mit Gefühlen um?
Das steht aber im Widerspruch zur hier schon oft getätigten Aussage, dass man nicht zu lange zögern darf, bis man mit entsprechenden Interessensbekundungen, Annäherungsversuchen, etc. anfängt, weil man sonst nicht mehr interessant ist. (Und diese Aussage entspricht auch durchaus meiner Erfahrung)
Nee, Denkfehler: Man kann sich flirty kennenlernen, körperlicher werden, Signale senden die in diese Richtung gehen - das ist durchaus nicht unwichtig als Vorzeichen beim Kennenlernen. Aber: Warum sollte man "leichtes Flirten" nur dann auspacken, wenn man die gefühlte Traumfrau vor sich hat? Kann man nicht Menschen auch einfach so auf dieser Ebene kennenlernen? Ohne dass da zwingend was rausspringen muss? Es geht doch nicht um Schwarz oder Weiß - es geht darum die Sache ohne Druck, mit Leichtigkeit anzugehen und anderen die "Chance" eines Kennenlernens zu geben. Ein Flirt ist erstmal ein Spiel, aber eben auch ein Abtasten - was ist das für ein Mensch, wie versteht man sich auf dieser Ebene, wohin könnte das führen. Da kann auch mal Attraktion entstehen, wo man sich nicht sofort vermutet hat.

Von daher: Man kann mit Menschen flirten, ohne konkrete Absichten zu verfolgen und sich zu viel Druck zu machen. Es ist kein Heiratsantrag, es ist ein bißchen verbales Ping-Pong, dass mehr emotional als rational funktioniert, eine andere Kommunikationsebene. Da sollte dabei man schon etwas offen sein und aus sich rauskommen können. Es geht nicht zwingend darum nach 3 Dates nen Heiratsantrag zu machen - ja man sollte die Flirt-Ebene früh einführen, aber nein, das hindert einen nicht daran Menschen etwas Raum zu geben, um sich kennenzulernen und sich emotional etwas zu öffnen, und zu schauen ob da nicht doch was entsteht. Nur: Man muss diese Ebene überhaupt erstmal zulassen.
Dieses "sich öffnen", "Gefühle zulassen", usw. wird sicherlich notwendig sein. Aber ich sehe nicht eine mögliche Angst vor Fehlern als Ursache dafür, dass ich das nicht schaffe, sondern eher, dass meine Rationalen Gedanken generell immer extrem dominant sind und es einfach keinen Knopf gibt, um diese Gedanken auszuschalten und den Gefühlen freie Bahn zu lassen.
Ich glaube da kannst Du nur mal versuchen "mit Gewalt" auszubrechen. Etwas zu ändern und neues versuchen wäre "rational gesehen" richtig. Ich glaube, dass das, was Du da als rationales Denken empfindest, entspringt einer "irrationalen", unterbewussten Angst, die Dich blockiert und hindert aus Dir rauszukommen. Du willst nichts falsch machen und machst deshalb nichts. Das ist nicht rational. Du wirkst auf mich geradezu unfassbar kontrolliert und dadurch verkrampft. Das steht Gefühlen im Weg. Gefühlen die raus wollen und müssen. Du musst irgendwie lernen, auch mal loszulassen. Einfach "zu sein", im Moment. Gefühlen folgen. Emotionen zulassen. Dir erlauben Fehler zu machen, dumm zu sein, kindisch zu sein, emotional zu sein, zu spielen, zu entdecken, zu erforschen. Und anderen erlauben, diese Seiten an Dir zu entdecken.

Einen solchen Teufelskreis kann man nur durchbrechen, wenn man mal etwas anders macht. Wenn man vor der Wand steht hilft dagegenlaufen nicht, man sucht sich besser nen Weg drum herum oder klettert darüber. "Ich kann aber nicht klettern?" Dann lerne es. Probiert Neues. Verhaltens- und Denkweisen kann man nur ändern, wenn man sich überwindet mal anders zu handeln, sich die Möglichkeit gibt, neue Erfahrungen zu machen und damit auch sein Denken zu ändern. Das fiese: Du wirst mit rationalen Überlegungen nicht weiterkommen. Du musst Deiner anderen, der emotionalen Seite irgendwie mal etwas Platz lassen rauszukommen. Weg von dem was Du kannst, hin zu dem was Du neu lernen und erfahren kannst. Diese andere Seite an Dir kennenlernen. Ihr Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.

Schwimmen lernt man im Wasser, Klettern an der Wand. Mehr Sicherheit kann man manchmal nur erreichen, in dem man mehr Situationen in denen man sich unsicher fühlt zulässt. Konfrontation statt Vermeidung. Etwas Kontrolle abgeben. Neue Erfahrungen machen statt sich weiter im Kreis zu drehen. Ja, es kann viel, viel Überwindung kosten da ranzugehen. Und man begründet für sich vermeintlich rational, warum das nie funktionieren kann. Diese Denke entsteht aber aus Angst, aus einem Sicherheitsbedürfnis. Man blockiert sich, weil man nicht raus aus der Comfort-Zone will. Muss man aber, um neue Erfahrungen zu sammeln. Wenn man nicht selbst da raus kommt, es einen stört und man darunter leidet wie es ist - dann braucht man Hilfe von Aussen. Dann wäre eventuell doch der Gedanke an Therapie angebracht.
 
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Benutzer78484 

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Ich glaube zwar nicht, dass ich generell zu hohe Ansprüche an eine potentielle Partnerin habe, o.Ä.
Aber an der Sache mit dem Flirten ist durchaus etwas Wahres dran: Da traue ich mich nämlich wirklich nicht so richtig ran, weil ich eben das Gefüh habe, es nicht mal ansatzweise zu können, so dass jeder Versuch von Anfang an zum scheitern verurteilt ist und es gar nicht so weit kommen kann, dass ich irgendwelche Erfahrungen sammle, die mich weiterbringen könnten.
Du musst scheitern hier auch als Erfolg sehen, weil du so schonmal die Dinge lernst, die NICHT funktionieren. Zwei, drei, ..., zehn mal richtig auf die Nase fallen oder sich blamieren, dann sollte man in Grundzügen drauf haben, was man besser nicht machen sollte.

Allgemein sind mir bei dir und dem TS viel zu viele eingefahrene Gedankenmuster vorhanden, um die "Komfortzone" nicht verlassen zu müssen.
Wer immer nur darüber nachdenkt, warum etwas nicht klappen wird, geht automatisch schon mit einer viel negativeren Einstellung an alles heran.
Wenn man dagegen absolut positiv an sowas rangeht, strahlt man das mit der Zeit auch nach außen aus, wirkt direkt viel offener auf andere Menschen, verkrampft viel weniger.

Auch was so gerne als "verkopft" bezeichnet wird, halte ich keineswegs für (zu) rationales Handeln, sondern vielmehr für eine Verteidigungshaltung, um sich gewissen Problemen gar nicht erst stellen zu müssen.

Ich lese hier, wenn man es mal zusammenfasst, eigentlich immer nur Ausreden, warum etwas nicht klappt und keinen echten Willen, mal ins kalte Wasser zu springen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Auch was so gerne als "verkopft" bezeichnet wird, halte ich keineswegs für (zu) rationales Handeln, sondern vielmehr für eine Verteidigungshaltung, um sich gewissen Problemen gar nicht erst stellen zu müssen.
Exakt. An Stelle von "ich kann das nicht" müsste "Ich will das können" stehen. Wobei das Wollen so groß sein muss, dass es einem ermöglicht die Hemmungen und Hindernisse zu überwinden. An Stelle von "Ich würde mich blamieren!" müsste ein großes "Egal, normal, nicht so schlimm, gehört dazu, ich mache neue Erfahrungen und lerne daraus" treten. Und statt "Das wird eh nix!" (= Self-Fulfilling Prophecy) bräuchte man eine Offenheit für Neues, einen Hunger auf neue Erfahrungen. Ein "Egal wie's wird, ich mach das beste draus!". Man sollte die Gründe suchen etwas zu tun. Nicht die Gründe etwas nicht zu tun. Und: manchmal reicht schon ein Pro-Grund, um tausend Kontras verblassen zu lassen.

"Ich bin aber so!"? Da stellt sich dann die Frage "Willst Du so sein?". Was könnte man machen, um die eigenen Denk- und Verhaltensmuster aufzubrechen? Man muss kein neuer Mensch werden - man muss neue Dinge tun, lernen und wagen, neue Erfahrungen machen. Sonst schmort man nur weiter im eigenen Saft. Im Kreis Weiterdenken und Grübeln ist keine Lösung, viele der Kontra-Gründe gegen alles mögliche, die einen umschwirren, sind nur scheinbar rational. Derartiges ermöglicht einem lediglich, nicht wirklich zur (nötigen!) Tat schreiten zu müssen und in der persönlichen Comfort Zone zu bleiben. Es begründet scheinbar rational, warum man nichts tut. An sich ist es aber irrational. Es blockiert. Es vermeidet. Ergebnis: Man tut nichts. Wodurch sich aber nun leider auch nichts wirklich ändert.
 
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Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Mann ist hier viel passiert! Ich werde mir später alles genau durchlesen und auch darauf antworten. Eins ist mit aber beim schnellen Drüberlesen aufgefallen:

Ich lese hier, wenn man es mal zusammenfasst, eigentlich immer nur Ausreden, warum etwas nicht klappt und keinen echten Willen, mal ins kalte Wasser zu springen.

Du hast sicherlich Recht mit deiner Aussage, dass ich nicht oft genug ins kalte Wasser springe, und dass ich manchmal versuche, diese Haltung zu rechtfertigen. Dass ich deine ursprüngliche Aussage etwas relativiert habe ("nicht oft genug", "manchmal") liegt ganz einfach daran, dass mir in vielen Fällen - bei Weitem nicht immer, aber doch nicht selten - überhaupt die Gelegenheit fehlt, ins kalte Wasser zu springen. Und hiermit komme ich auf meine derzeitigen Hauptprobleme zurück. Im Laufe des Diskussion wurden zwar sehr wichtige Punkte angesprochen, wofür ich euch auch sehr dankbar bin, weil ich mit einiger Sachen wirklich nicht bewusst war, aber im Grunde genommen handelt es sich nicht um meine gegenwärtigen Probleme.

Um diese abstrakte Ebene zu verlassen: Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt, dass ich sehr lange brauche, um Gefühle zu entwickeln. Über die tieferen Ursachen dieses anscheinend nur oberflächlichen Problems wurde hier in den letzten Tagen ziemlich intensiv diskutiert, und ich habe über all das - bis auf die neuesten Beiträge - viel nachgedacht. NUR: Das ist für die Gegenwart insofern nicht wirklich relevant, als ich schon seit längerer Zeit gar nicht mehr in einer Situation war, in der ich mit diesen Problemen konfrontiert gewesen wäre. Anders, noch konkreter, formuliert: Mein Hauptproblem ist derzeit, dass ich einfach nicht weiß, wo und wie ich neue Frauen kennenlernen kann, die interessant UND alleinstehend sind.

Ein paar konkrete Beispiele: Ich habe in diesen Sommerferien trotz anfänglichen Befürchtungen durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis drei neue Frauen kennengelernt. Wunderbar!, werdet ihr mir wahrscheinlich sagen. Es gibt dabei nur ein klitzekleines Problem: Die erste war nur für ein Jahr in Deutschland, die zweite ist verheiratet und die dritte - die ich an sich gerne näher hätte kennenlernen wollen - hat angedeutet, dass sie einen Freund hat: So etwas wie sexuelle Anziehung war nicht vorhanden, aber ich fand sie sehr sympathisch und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, was mir relativ selten passiert. Alle drei fallen als mögliche Partnerin also aus. Und es ist nicht ihre einzige Gemeinsamkeit: Alle drei Frauen sind nämlich auch älter, als ich. Dieses sehr aktuelle Beispiel ist insofern interessant, als es meine Situation bestens beschreibt.

Es wurden eurerseits immer wieder Vorschläge gemacht, wie ich dieses Problem lösen könnte, aber irgendwie weiß ich immer noch nicht, wie ich die Sache angehen soll. Auf der einen Seite sagt ihr mir, dass ich offen sein soll für Neues und beispielsweise einen Tanz-, Koch-, oder Malkurs besuchen sollte, um neue Leute – darunter auch Frauen – kennenzulernen; auf der anderen Seite aber sagt ihr mir, dass ich nichts machen sollte, was mit keinen Spaß macht, nur mit dem Ziel, eine Freundin zu finden. Fakt ist aber, dass ich Tanzen, Kochen oder Malen hasse. Das gleiche gilt für alle Mannschaftssportarten, die ich kenne. Aus diesem Grund bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es keinen großen Sinn macht, meine Zeit damit zu verschwenden. Ich habe früher mal ein Instrument gespielt und war sogar mehrere Jahre Mitglied eines Jugendorchesters, aber dafür muss man viel Zeit haben, und wirklich interessant waren die Leute da auch nicht. Ich hatte eine Zeit lang daran gedacht, meinem Uniorchester beizutreten, aber leider sind sie da so elitär, dass man vorspielen muss und nur Leute genommen werden, die ein hohes Niveau haben. Bei mir ist das nicht der Fall. Ich habe im Frühjahr einen Schwimmkurs belegt, ebenso wie einen Stimmbildungskurs, und bin sogar der Fachschaft meines Seminars beigetreten: Der Schwimmkurs ist zu Ende und mein eigentliches Ziel (schwimmen, zu lernen) erreicht; im Stimmbildungskurs mussten wir uns immer wieder zum Affen machen, was für mich eine sehr gute Übung war. In beiden Fällen war es aber so, dass ich mir auch erhofft hatte, interessante Frauen kennenzulernen. Im Stimmbildungskurs waren sogar welche, die ich ganz nett fand, aber keine hat mich vom Hocker gerissen und die interessantesten von ihnen schienen eh vergeben gewesen zu sein. Die Fachschaft habe ich sehr schnell wieder verlassen, weil es mir einfach keinen Spaß gemacht hat, mit Leuten zu tun zu haben, denen es nur ums „Feiern“, oder besser gesagt ums „Sich betrinken“, ging.

Was nun? Ich überlege, im kommenden Semester einen Sprachkurs zu belegen, werde vielleicht ab-und-zu an einem Sprachcafé teilnehmen, und man hat mir die E-Mail eine Frau gegeben, die gerne ein Tandem mit mir machen möchte. Und ich gebe auch nicht die Hoffnung auf, dass ich in den neuen Seminaren an der Uni neue Frauen kennenlernen werde. Das alles ist schön und gut, aber ich habe es nur zu oft erlebt, dass die wenigen Frauen, die ich interessant finde, alle schon vergeben sind. Das liegt in diesem Fall wohl daran, dass nicht nur ich sie interessant finde, vor allem aber daran, dass ich in erster Linie mit Gleichaltrigen zu tun habe und mich nun mal in einem Alter befinden, in dem die meisten Leute vergeben sind und allmählich ans Heiraten denken.

Bei den Frauen, die ich durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis kennenlerne, verhält es wie oben geschildert ähnlich. Ich habe daher zwar versucht, mich an der Uni bewusst etwas jüngeren Kommilitonen anzunähern (2, 3 Jahre können schon einen großen Unterschied ausmachen), aber bisher sind meine Bemühungen erfolgslos geblieben: Es ist nämlich gar nicht so leicht, sich neue Freunde zu machen.

Um endlich zum Schluss zu kommen (mein Beitrag ist doch viel länger geworden, als geplant :zwinker: ): Auch wenn ich nur ungern ins kalte Wasser springe, werde ich es wohl oder übel tun müssen, das habe ich mittlerweile eingesehen. Jetzt fehlen mir nur noch den Mut, aber auch die Gelegenheit. Die Frage dabei ist ganz einfach: Wie kann ich dafür sorgen, dass ich sie bekomme?
 

Benutzer121701  (40)

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Ich habe nicht geschafft alle Tipps zu lesen, dein Problem im Ganzen ist mir aber klar. Hast du nicht versucht, deine Traumfrau im Internet zu finden? Es gibt eine Menge von Seiten, wo man die Information über den Menschen lesen kann, bevor man ihn kennenlernt. Sogar wenn du keine passende Frau findest, kannst du deine Flirtentalente verbessern und den Kreis von bekannten alleinstehenden Frauen erweitern.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Wenn du Mannschaftssport doof findest, was ist denn mit anderen Sportarten? Meine eher kleine Uni bietet auch da einiges an, z.B. Badminton oder Discgolf, natürlich aber auch diverse Sportkurse wie Zumba.

Da kann man wöchentlich flexibel hingehen, also besteht kein Termindruck. Es gibt auch Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse.
 

Benutzer78484 

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Wenn du Mannschaftssport doof findest, was ist denn mit anderen Sportarten? Meine eher kleine Uni bietet auch da einiges an, z.B. Badminton oder Discgolf, natürlich aber auch diverse Sportkurse wie Zumba.

Wer da mitmacht wird 100% für schwul gehalten, da kann man sich auch gleich einen Knoten in den Löres machen :grin:
 

Benutzer44981 

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Banane, eines vorweg: Das ist Wulfric's Thread, deshalb drehen sich meine Gedanken in meinem Vor-Post mehr um ihn und seine Lage - da muss nicht zwingend alles auf Dich passen, auch wenn ihr sicher Berührungspunkte habt. :zwinker:
Da hast du recht... irgendwie haben die letzten Sachen so gut zu mir gepasst, dass ich da etwas zu viel geschrieben und auf mich bezogen habe... Ich gelobe Besserung!

Deshalb erst mal nur kurz und knapp: Ich kann das alles in deinem Beitrag gut nachvollziehen.

Die Frage ist nur, ob ich auch dazu in der Lage bin, irgendwas davon umzusetzen... denn ich habe einfach den Eindruck, dass die Hürde der ersten Schritte, die nötig sind, um überhaupt Erfahrungen zu sammeln, die mich weiter bringen könnten, so hoch ist, dass meine Fähigkeiten nicht ausreichen, um sie überspringen zu können.

Frage 1: Siehst Du Dich als Mann, in den sich (die für Dich richtigen) Frauen verlieben können?
Prinzipiell ja, wobei das sicherlich nicht auf jede Frau zutrifft, die ich toll finde.
So muss ich z.B. bei der Frau, in die ich lange verliebt war, ohne mich richtig an sie ran zu trauen, neidlos anerkennen, dass ihr Freund deutlich besser zu ihr passt als ich zu ihr gepasst hätte.

Frage 2: Der "starke Kopf" - der ist auch fleissig mit dabei, wenn es darum geht Dich selbst zu blockieren. Wie sieht es denn aus: Hast Du schon Frauen kennengelernt, bei denen Du dir Chancen einräumen würdest, die Dich reizen? Verliebst Du Dich überhaupt? Wie gehst Du mit Gefühlen um?
Es gab schon ein paar Frauen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass eine Beziehung mit ihr recht gut funktionieren könnte. Allerdings ist es mit dem Chancen einräumen so eine Sache, weil ich mir einfach meiner Unfähigkeit beim Näherkommen bewusst bin.
Und zwecks verlieben ist das irgendwo glaube ich auch eine Defintionsfrage... in oben genannte Frau war ich auf jeden Fall verliebt... Für sie hatte ich wirklich Gefühle und konnte diese Gefühle, nachdem ich alle möglichen Zweifel bekämpft habe, auch durchaus zulassen, wobei ich mich trotzdem (oder sogar gerade wegen dieser intensiven Gefühle?) nicht wirklich an sie ran getraut habe.
Für andere Frauen hatte ich noch nie so große Gefühle, aber es gab trotzdem zumindest noch ein paar andere Frauen, an denen ich stark interessiert war. Das würde ich aber wohl nicht als Verlieben, sondern eher als eine Vorstufe dessen bezeichnen.

Nee, Denkfehler: Man kann sich flirty kennenlernen, körperlicher werden, Signale senden die in diese Richtung gehen - das ist durchaus nicht unwichtig als Vorzeichen beim Kennenlernen. Aber: Warum sollte man "leichtes Flirten" nur dann auspacken, wenn man die gefühlte Traumfrau vor sich hat? Kann man nicht Menschen auch einfach so auf dieser Ebene kennenlernen? Ohne dass da zwingend was rausspringen muss? Es geht doch nicht um Schwarz oder Weiß - es geht darum die Sache ohne Druck, mit Leichtigkeit anzugehen und anderen die "Chance" eines Kennenlernens zu geben. Ein Flirt ist erstmal ein Spiel, aber eben auch ein Abtasten - was ist das für ein Mensch, wie versteht man sich auf dieser Ebene, wohin könnte das führen. Da kann auch mal Attraktion entstehen, wo man sich nicht sofort vermutet hat.
Ein Flirt ist für mich eben weniger ein schönes, lockeres Spiel, sondern eher eine sehr anstrengende Situation. Um so was auf mich zu nehmen, brauche ich schon eine gewisse Motivation.
Es muss sich da nicht um die gefühlte Traumfrau handeln, aber doch um eine Frau, bei der ich mir prinzipiell vorstellen kann, dass die Anstrengung zumindest eine kleine Aussicht auf Erfolg hat.

Einen solchen Teufelskreis kann man nur durchbrechen, wenn man mal etwas anders macht. Wenn man vor der Wand steht hilft dagegenlaufen nicht, man sucht sich besser nen Weg drum herum oder klettert darüber. "Ich kann aber nicht klettern?" Dann lerne es. Probiert Neues. Verhaltens- und Denkweisen kann man nur ändern, wenn man sich überwindet mal anders zu handeln, sich die Möglichkeit gibt, neue Erfahrungen zu machen und damit auch sein Denken zu ändern. Das fiese: Du wirst mit rationalen Überlegungen nicht weiterkommen. Du musst Deiner anderen, der emotionalen Seite irgendwie mal etwas Platz lassen rauszukommen. Weg von dem was Du kannst, hin zu dem was Du neu lernen und erfahren kannst. Diese andere Seite an Dir kennenlernen. Ihr Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.
Das glaube ich dir alles... die Frage ist nur: Wie schafft man so etwas? - Wie kann man den Emotionen Platz lassen?
Dazu müsste ich ja irgendwie meinen rational denkenden Kopf ausschalten oder zumindest drosseln können... und dazu finde ich einfach keinen Schalter

Exakt. An Stelle von "ich kann das nicht" müsste "Ich will das können" stehen. Wobei das Wollen so groß sein muss, dass es einem ermöglicht die Hemmungen und Hindernisse zu überwinden.
Ich habe wirklich keinen sehnlicheren Wunsch, als all das zu können. - Aber offensichtlich ist selbst dieser Wunsch nicht ausreichend, um meinen inneren Schweinehund überwinden zu können.


Und ansonsten geht es mir auch ganz genau wie WulfricD: Die Gelegenheiten, in denen ich überhaupt über meinen Schatten springen könnte, sind extrem selten. So etwas kommt vielleicht ein mal im Jahr vor, evtl. sogar noch seltener.
Irgendwie scheint mir fast Alles, was ich mache, keine derartigen Gelegenheiten zu bieten.
 

Benutzer10802 

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Da hast du recht... irgendwie haben die letzten Sachen so gut zu mir gepasst, dass ich da etwas zu viel geschrieben und auf mich bezogen habe... Ich gelobe Besserung!
Kein Ding - ich wollte nur nochmal darauf hinweisen. Ich denke halt nicht, dass man euch komplett in den gleichen Topf werfen kann, auch wenn ihr teils ähnliche Baustellen habt. :zwinker:

Die Frage ist nur, ob ich auch dazu in der Lage bin, irgendwas davon umzusetzen... denn ich habe einfach den Eindruck, dass die Hürde der ersten Schritte, die nötig sind, um überhaupt Erfahrungen zu sammeln, die mich weiter bringen könnten, so hoch ist, dass meine Fähigkeiten nicht ausreichen, um sie überspringen zu können.
Wir hatten das Thema ja schon... Ich glaube immer noch, dass Dir vielleicht ein "Crash-Kurs" - sprich: Du bringst Dich in eine Situation, in der Du zu anderen Kontakt aufnehmen musst, in der Dich keiner kennt und das Umfeld eher ungewohnt ist (z.B. Sprachurlaub, Backpacking-Urlaub,...) - helfen könnte. Erfahrungsgemäß lassen sich solchen alten, festgefahrenen Muster in einem neuen Umfeld leichter aufbrechen.
Es gab schon ein paar Frauen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass eine Beziehung mit ihr recht gut funktionieren könnte. Allerdings ist es mit dem Chancen einräumen so eine Sache, weil ich mir einfach meiner Unfähigkeit beim Näherkommen bewusst bin.
Da hast Du dann aber doch Dein "Problem" schon so weit eingegrenzt, dass Du eigentlich ganz bewusst daran arbeiten kannst.
Und zwecks verlieben ist das irgendwo glaube ich auch eine Defintionsfrage... in oben genannte Frau war ich auf jeden Fall verliebt... Für sie hatte ich wirklich Gefühle und konnte diese Gefühle, nachdem ich alle möglichen Zweifel bekämpft habe, auch durchaus zulassen, wobei ich mich trotzdem (oder sogar gerade wegen dieser intensiven Gefühle?) nicht wirklich an sie ran getraut habe.
Das ist vermutlich eine Deiner Baustellen - aufkeimende Gefühle als Antrieb nehmen sich näher zu kommen und den Umgang miteinander step by step zu ändern. Sprich: Früher auf diese Kommunikations-Ebene gehen. Nicht alles drin halten und nichts zeigen. Sonst kommt man wie gesagt irgendwann an diesen doofen Punkt wo alles auf einmal rausplatzt und man die Herzensdame erschlägt - oder dahin, dass man es nie rauslässt und sie dann irgendwann nen anderen hat. Sie kann ja nicht riechen wie man fühlt.

Was passieren müsste, ist eine Annäherung von beiden Seiten, ein Abtasten & Kennenlernen, Schrittchen für Schrittchen - dann sieht man auch wie sie reagiert. Und das Ping-Pong der Signale kann auch bei ihr bewirken, dass sie Dich anders wahrnimmt und eventuell Gefühle entwickelt.
Für andere Frauen hatte ich noch nie so große Gefühle, aber es gab trotzdem zumindest noch ein paar andere Frauen, an denen ich stark interessiert war. Das würde ich aber wohl nicht als Verlieben, sondern eher als eine Vorstufe dessen bezeichnen.
Das ist ja auch ok - an dem Punkt müsste man halt dem Interesse nachgehen, und es auch "leichte Weise" signalisieren, schauen ob man sich näherkommen kann, ob sich da dann mehr entwickeln kann. Wo wir dann wieder bei der Überwindung der Blockade wären.
Ein Flirt ist für mich eben weniger ein schönes, lockeres Spiel, sondern eher eine sehr anstrengende Situation. Um so was auf mich zu nehmen, brauche ich schon eine gewisse Motivation.
Verstehe ich - man sollte nur aufpassen, sich nicht zu viel Erfolgsdruck zu machen - und der entsteht gerne, wenn da schon "zu viel" Emotion drinliegt. Man kann Kontaktaufnahme auf Flirt-Ebene durchaus auch mal betreiben, wenn da "nur" ein sympathischer Ersteindruck ist - es ist so einfacher, weil man gefühlt weniger zu verlieren hat. Ist doch eh erstmal total unverbindlich, ein bißchen Ping-Pong, mehr nicht. Und dabei kann man schon viel lernen.
Das glaube ich dir alles... die Frage ist nur: Wie schafft man so etwas? - Wie kann man den Emotionen Platz lassen?
Schwer zu beschreiben... Mehr im Hier und Jetzt sein vielleicht. Scheinbar irrationalen Impulsen auch mal nachgeben. Auch mal bewusst auf Konfrontationskurs mit Deiner rationalen Seite gehen. Dich in Situationen bringen, die sie verhindern will. Ein wenig Verrücktheit zulassen, wenn es sich richtig anfühlt. Bewusst mehr fühlen, mehr auf den Moment achten, auf die Situation, auf Dein Gegenüber, darauf was sich "richtig" oder gut anfühlt. Mehr Willen einsetzen. Ein wenig loslassen lernen. Ein wenig mehr Bauchgefühl.

Ich glaube nicht, dass das von heute auf Morgen geht. Und vermutlich fehlt Dir da ein Sicherheitsgefühl, um überhaupt in die Richtung zu kommen. Das kannst Du aber nur durch Übung und "Routine" ansatzweise erreichen. Du bist da momentan ein sprichwörtlicher "Fish out of water" - aber im Gegensatz zu dem Fisch hast du eigentlich keinen Grund in Panik zu verfallen, Dir kann da nichts passieren. Du musst Dich "nur" an die neue Situation gewöhnen und lernen, mit ihr umzugehen. Das geht. Und dann hast Du größere Chancen, dass es klappt, weniger zu denken und mehr "zu sein", zu fühlen und zu zeigen.

Also: Anfangen und machen - auch wenn's erstmal nicht klappen wird. Aber auf dem Weg dahin, dass es funktioniert - da ist jedes bisschen Erfahrung (und Routine) Gold wert. Am Scheitern kann man lernen - und wenn's mal nur ist, dass Scheitern gar nicht so schlimm ist. Wenn man nicht aktiv wird, lernt man auch nichts.
Dazu müsste ich ja irgendwie meinen rational denkenden Kopf ausschalten oder zumindest drosseln können... und dazu finde ich einfach keinen Schalter.
(...)
Ich habe wirklich keinen sehnlicheren Wunsch, als all das zu können. - Aber offensichtlich ist selbst dieser Wunsch nicht ausreichend, um meinen inneren Schweinehund überwinden zu können.
Das doofe ist: Ich glaube nicht, dass man das nur über "Denken" schafft. Wenn, dann geht es über Willen, über Trotz, über Konfrontationskurs, über positives Denken und über neue Erfahrungen. Wenn die skeptischen Gedanken kommen, sagen "nee, egal, ich will das jetzt!". Sie nicht durchlassen, ignorieren, mit positiven Gedanken "übermalen". Versuch Dich mal in Situationen zu bringen in denen das skeptische Gedankenkarussell überfordert die Klappe hält, den Schweinehund zu überrumpeln. Und: Routine darin zu erlangen, dann mit solchen Situationen umzugehen. Versuche offener für die Überraschungen, die die Welt einem so bieten kann, zu werden. Versuch aus Situationen die eigentlich nicht "Deins" und ungewohnt sind, das Beste zu machen.

Manchmal werden sie dann Deins, wenn Du ihnen ne Chance gibst. Oder daran arbeitest, dass sie Deins werden, Routine erlangst. Mir machen Dinge Spaß, bei denen ich früher gesagt hätte - nee, oh gott, bloß nicht. Manchmal überrascht man sich dann auch selbst. Woher ich das weiß? Weil ich's irgendwann doch probiert habe und offen rangegangen bin. Einfacher Deal mit dem Schweinehund: Ich probier's richtig, es ist ok, wenn's nix wird, aber solange hältst Du die Klappe. All die skeptischen Gedanken stellen ja nur "Möglichkeiten" dar, keine "absoluten Sicherheiten". Es gibt immer tausend Gründe etwas nicht zu tun. Die einfache Antwort ist - "na und, probieren kann man's trotzdem!". Und das große "Deshalb tu ich das!" kennst Du doch.

Ja, es ist gerne mal sauschwer, über den eigenen Schatten zu springen. Aber es geht. Und wird mit jedem Mal wo man es schafft ein wenig leichter. Weil der Schweinehund irgendwann auch merkt, dass er da nicht so viel zu melden hat und doch öfter mal daneben liegt.

Ganz rational gesehen: Du hast doch nichts zu verlieren. Gar nichts. Eigentlich - wenn man sich das verinnerlicht - könnte das zwei Dinge auslösen: Zum einen "Trotz" a la "Jetzt erst recht!", zum anderen Leichtigkeit. Du kannst eh nur vorankommen. Gegen probieren spricht selten wirklich was. Wie ist das denn beim Sport, wenn die Reginal-Liga-Mannschaft gegen den Bundesligisten spielt? Man hat gefühlt keine Chance. Man will schon gewinnen - aber Verlieren wäre nicht schlimm. Man hat keinen Druck. Und dann passiert eben auch mal das Pokalwunder. Weil man sagt "scheissegal, dass wir theoretisch chancenlos sind, wir spielen jetzt und machen das beste draus.". :zwinker: Kennst Du das nicht, dass gerade sowas unglaublich befreiend sein kann? Und das Siegtor kann man nur schießen, wenn man nicht denkt "Ohje, das hält der doch eh, wir haben das schon verloren, was mach ich hier überhaupt.".
Und ansonsten geht es mir auch ganz genau wie WulfricD: Die Gelegenheiten, in denen ich überhaupt über meinen Schatten springen könnte, sind extrem selten. So etwas kommt vielleicht ein mal im Jahr vor, evtl. sogar noch seltener.
Irgendwie scheint mir fast Alles, was ich mache, keine derartigen Gelegenheiten zu bieten.
Wie schon gesagt: Dann musst Du Dir neue Dinge und "Spielfelder" suchen. Und Du brauchst dringend mehr Praxis als Theorie. Weitermachen wie bisher ändert halt nichts - und: im Dir bekannten Revier liegt zwar gefühlt mehr Sicherheit, aber da sind eben auch Deine Denk- und Verhaltensweisen noch schwerer aufzubrechen, als wenn Du Dich an Neues wagst. Klar - mit etwas Glück stolpert Dir irgendwann vielleicht auch so die Richtige über den Weg. Ich würde es an Deiner Stelle aber deutlich bevorzugen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sie nicht dem Schicksal zu überlassen. Das steigert die Chancen immens. Und macht vielleicht sogar Spaß. :zwinker:
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Und jetzt noch zu WulfricD:
Wie schon oben in meiner Anwort auf Banane angeklungen - das mit dem Spaß ist so eine Sache. Klar, man sollte Spaß haben, bei dam was man tut. Aber: Manchmal hat man bei Dingen Spaß, bei denen man es nie für möglich gehalten hätte - wenn man offen rangeht und Ihnen eine Chance lässt. Ergo: Ja, wichtig wär's, man sollte aber nicht zu viel vorher aussortieren ohne es zu probiert zu haben. Etwas Offenheit ist durchaus von Vorteil.

Zu konkreten Aktivitäten, bei denen Du Frauen kennen lernen könntest: Deine Uni-Aktivitäten finde ich gut. Ich schmeiss jetzt einfach auch mal noch ein paar Dinge in den Raum:
Klettern, Tanzen (Standard, Tango, Salsa,...), Badminton, Squash, Fallschirmspringen, Laufgruppen, Skate-Nights, Wandergruppen, Freizeittreffs, studentische Lesezirkel/Gruppen, Kulturtreffs, Single-Gruppen, Laien-Theatergruppen, Forentreffen (:zwinker:), Filmclubs, VHS-Kurse, Spielegruppen ... Da hilft auch manchmal ein Blick in örtliche Kleinanzeigen-Hefte oder Internetrecherche, um Angebote in Deiner Richtung zu finden. Desweiteren gibt's natürlich Single-Börsen und Angebote im Internet, mit denen man Freizeit oder Reisepartner für alle möglichen Aktivitäten finden kann. Genauso gibt es oft lokale Angebote, Gruppen und Portale, für Menschen die "neu in der Stadt sind" - und sich zu allen möglichen Aktivitäten verabreden können.

Auch im Cafe, in der Mensa, im Park, beim Einkaufen... eigentlich überall wo viele Menschlein sind, ist Kennenlernen prinzipiell möglich. :zwinker:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer102211 

Öfters im Forum
Zitat von Lotusknospe:
Was ich mit meinen elendslangen Ausführungen meinte - und bitte nimm es mir nicht krumm: In dir drinnen stimmt irgendwas nicht und das führt dazu, dass du so selten einer Frau begegnest, die dich interessiert und bei der du dich traust, vorwärts zu gehen. Wenn das in dir drinnen, was auch immer es ist, wieder im Lot ist, dann ist die Sache mit den Frauen kein so großes Problem mehr. Dessen bin ich mir sehr sicher.​
banane0815:
Das Problem ist nur, dass ich keine Ahnung habe, was mit mir nicht stimmen könnte... bis auf meine Einsamkeit (sowohl was eine Beziehung anbelangt, als auch was meinen überschaubaren Freundeskreis betrifft), bin ich eigentlich mit mir im Reinen und fühle mich sehr wohl in meiner Haut.
Und wenn das wirklich das Problem in meinem Inneren sein sollte, dann wäre das ja ein Teufelskreis, aus dem ich gar nicht raus kommen kann.

Und wenn ich mich mir überlege, welchen Frauen ich in letzter Zeit begegnet bin, fallen mir doch meistens ernsthafte Gründe ein, warum da nichts passiert ist, die völlig unabhängig davon sind, ob etwas in mir drin im Lot ist oder nicht. - Denn die Frauen sind dann immer noch z.B. vergeben, hässlich, viel zu jung oder alt, extrem christlich, o.Ä.

Ich sehe zwei Möglichkeiten:
- dem inneren Problem auf den Grund gehen und es auflösen
- dieses innere Problem umlaufen, indem man aktuell den Sprung ins kalte Wasser wagt

Beides wurde schon diskutiert und verworfen.
Wenn aber irgendetwas in Eurem Leben abders werden soll, dann ist es langsam an der Zeit, mal einen Plan zu entwerfen, wie man es angehen könnte.
Merkt Ihr wirklich nicht, daß Ihr hier die Zeit zerredet?

z.B.
braini:
... im Cafe, in der Mensa, im Park, beim Einkaufen...
Was könnt Ihr damit anfangen, wenn kein Plan drumherum steht ?
Ich lerne beim Einkaufen immer wieder interessante Frauen kennen. Das ist scheinbar zufällig, hat nichts zu bedeuten - außer: man weiß nicht, wann/wo man sich mal wieder trifft.

Das Faultier
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was passieren müsste, ist eine Annäherung von beiden Seiten, ein Abtasten & Kennenlernen, Schrittchen für Schrittchen - dann sieht man auch wie sie reagiert. Und das Ping-Pong der Signale kann auch bei ihr bewirken, dass sie Dich anders wahrnimmt und eventuell Gefühle entwickelt.
Genau das gab es bei mir ein mal in Grundzügen mit meiner Kommilitonin.
Da gab es diese beidseitige Annäherung, das Abtasten und Kennenlernen Schritt für Schritt, bei dem wir beide wussten, dass das Interesse auf Gegenseitigkeit basiert. (Bis mein Interesse dann im Laufe des näheren Kennenlernens wieder geringer wurde)
Dabei war es wohl sogar ein Vorteil, dass nicht von Anfang an große Gefühle (und damit zumindest für mich auch ein großer Druck) da waren, sondern einfach nur eine gegenseitige Sympathie und das Interesse, sich besser kennenzulernen.

Das war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, obwohl das vielleicht 10% des Weges zu einer Beziehung waren, bis ich gemerkt habe, dass es doch nicht passt.
Aber das war eben auch bisher die einzige derartige Erfahrung in meinem Leben. Ansonsten habe ich noch nie auch nur diese ersten 10% geschafft.
Wenn das so weiter geht, werde ich vielleicht in 5-10 Jahren mal eine Frau treffen, bei der ich noch ein paar Schritte weiter komme... aber ob das reicht, um während meinem gesamten Leben überhaupt eine Partnerin zu finden, halte ich doch für eher zweifelhaft.

Irgendwas muss ich da doch gravierend änern, um die Wahrscheinlichkeit, einer solchen Frau zu begegnen, um einige Größenordnungen zu erhöhen...

Und ansonsten zu deinem Beitrag: Danke! - Das hört sich alles wirklich sinnvoll und plausibel an.
Jetzt muss ich "nur" schauen, wie sich das irgenwie umsetzen lässt.
 
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