Was muss ich an mir und meinem Leben noch ändern, um eine Freundin zu finden?

Benutzer12529 

Echt Schaf
Und wie soll ich mit mir im Reinen sein, wenn ich nach so vielen Jahren immer noch keinen Erfolg hatte?
Indem du aufhörst, dich darüber zu definieren, ob du eine Beziehung(oder auch "nur" Sex) hast.
Es gibt soviel mehr, was einen Menschen ausmacht, als den vergleichsweise kleinen Teil, ob er/sie Liebesbeziehungen oder/und Sex hat.

Abgesehen davon hast du Erfolg, aber in anderen Bereichen.
 

Benutzer106520 

Benutzer gesperrt
Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit, die aufgrund seines Lebens und der Erfahrungen die er gemacht hat beruhen.
Somit hat jede Wahrheit seine Daseinsberechtigung und ist in ihrer gewissen Art und Weise in diesen Moment richtig..
Man kann also in den seltensten Fällen jemanden von einer anderen Wahrheit überzeugen, da es nun mal nicht zu seinem Leben und seinen Erfahrungen wie auch Verletzungen kompatibel ist. Was man allerdings schon kann, ist, Einsicht zu sich selbst zu entwickeln und schädliche Gedanken, die die Baumeister deines Lebens sind, abzuschalten oder zu reframen und in positivere Gedanken zu verwandeln. Zum Beispiel hast du geschrieben, dass du Angst hast, wenn du eine neue Frau kennenlernt, weil du null Erfahrung in Liebe und so hast. Diese Angst kommt irgendwo her. Ursache: Erfahrungen, Auslöser: Deine Gedanken. Womöglich auch nicht vollständig verarbeitet. Man kann sich also an negative, schädliche, ängstliche Gedanken klammern, damit man sich wieder bestätigt fühlt oder aber man entscheidet sich mit etwas Einsicht und Verarbeitung dafür, bewusst etwas in seinem Leben zu ändern und macht sich stattdessen hoffnungsvolle, positive, zuversichtliche Gedanken und wird früher oder später dafür belohnt werden. Das Tolle im Leben ist ja, dass man FAST (bis auf Verbrechen, Hungernöte, Kriege etc) alles positiv oder aber auch negativ sehen kann.

Ich habe mich gestern aber etwas ähnliches gefragt. Natürlich weiß ich, dass ich innerlich noch etwas verarbeiten muss und damit wachsen muss um wieder bereit zu sein für etwas neues. Ich habe in den letzten Monaten viele Frauen kennengelernt, sei es nun beim Fortgehen, beim Baden gehen oder auch im Internet. Bei allen, passte mir irgendetwas nicht, was eine Beziehung ausschließt. Entweder war es rein optischer Natur, manchmal aber auch rein charakterlicher Natur oder einer Mischung aus beiden. Andere Male kann es wieder an mangelnden, gemeinsamen Hobbies oder Interessen liegen oder aber auch dass der Altersunterschied zu hoch ist. Ich musste bereits einigen Frauen einen Korb geben in den letzten Monaten, weil ich in ihnen nicht die Richtige sah aufgrund oben beschriebener Merkmale.
Natürlich mögen bei uns unterschiedliche Dinge greifen, warum wir gerade gerne eine Beziehung hätten und sie derzeit aber nicht finden. Im Endeffekt ist es aber das selbe Resultat. Du sowie auch ich müssen Dinge aus der Vergangenheit verarbeiten und damit innerlich wachsen. Woran ich das bei dir merke? Sind negative Erfahrungen aus der Vergangenheit abgeschlossen, sind sie es nicht mehr wert, davon zu reden und sie von der Vergangenheit in die Gegenwart zu transportieren um deine mögliche Zukunft einzuschwärzen.
 
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Benutzer91095 

Team-Alumni
Das meinst du mit „mit sich im Reinen sein“, und ich sehe auch ein, dass es ein Stück weit notwendig ist. In der Praxis habe ich damit aber meine Schwierigkeiten. Warum das so ist, lässt sich in folgender Frage zusammenfassen? Und wie soll ich mit mir im Reinen sein, meine Schwächen akzeptieren, wenn ich nach so vielen Jahren immer noch keinen Erfolg hatte?

Man kann auch mit sich im Reinen sein, wenn man keinen Erfolg hatte. Erfolg zu haben und seine Schwächen zu akzeptieren sind ja irgendwo zwei Paar Schuh. Man kann Erfolg haben, auch wenn man Schwächen hat. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

Für mein Versagen muss es ja einen Grund geben

Dein Versagen hat den Hauptgrund, dass du dich nicht richtig auf andere Leute einlassen kannst, weil du Angst hast, dass sie dich mit deinen Schwächen nicht mögen würden. Du bist außerdem viel zu sehr mit dir selbst beschäftigt, dass du gar nicht auf die Besonderheiten anderer Leute eingehen kannst, weswegen es dir schwer fällt, dich in jemand anderen überhaupt zu verlieben und ihn als Mensch mit Macken zu akzeptieren und trotzdem wertzuschätzen. Du hast so hohe Ansprüche an dich selbst und deine Umwelt, dass es einfach unmenschlich ist und daher auch nicht umsetzbar. Du hast so hohe Erwartungen, dass dir dadurch entgeht, wie schön und toll Menschen eigentlich sind, wenn man sie nicht unbewusst unter die Erwartungshaltung setzt, dass sie bestimmte Dinge tun oder sein müssen, wo du denkst, dass du sie brauchst. Deswegen verliebst du dich kaum. Und deswegen "versagst" du auch und hast keine Beziehung. Denn natürlich willst du auch nur eine Beziehung mit jemanden, in den du verliebt bist (vollkommen gerechtfertigt).

Wie soll ich mich selbst denn davon überzeugen, dass dem nicht so ist, dass ich trotz Laster und trotz Fehler in der Vergangenheit Erfolg haben kann?

Du solltest dich einfach von diesem "Erfolg/Versagen"-Gedanken losmachen. Ich halte den bei dir für sehr zerstörerisch. Es ist egal, ob du Erfolg hast. Probier erstmal glücklich und zufrieden mit dir zu sein. Definier dich nicht über deinen Erfolg oder dein Versagen. Das ist ja furchtbar anstrengend. Ich finde es schon wichtig, dass man Ziele und Wünsche im Leben hat, die man verfolgt und für die man kämpft. Aber so wie du das betreibst, kann das nicht gesund sein. Ich finde es ok, wenn man sich zum Teil über seine Träume definiert. Aber ich finde es komisch, wenn man sich darüber definiert, ob die Träume in Erfüllung gegangen sind oder nicht.



Das werde ich für mich selbst machen, danke für den Tipp. Und was wäre dann der nächste Schritt? Zu wissen – oder zu glauben zu wissen – was die Gründe für gewisse Ängste sind, hilft einem ja nicht dabei, sie loszuwerden oder lernen, mit ihnen klar zu kommen.

Ängste sind tückisch, denn sie übertragen sich sehr leicht, vor allem wenn sie so unspezifisch sind wie bei dir. Ein konkretes Beispiel: Jemand hat Spinnenangst (ist ja eher eine spezifische Angst) und seine letzte Erfahrung hat damit zu tun, dass er ein Marmeladenglas aus dem Supermarktregal rausgenommen hat und ihm eine Spinne über die Hand gelaufen ist. Das hat natürlich eine ziemliche Panik ausgelöst. So. Jetzt kann es passieren - je nachdem wie stark seine Phobie ist - dass er deswegen das nächste Mal entweder keine Marmelade mehr kauft. Oder dass er einen großen Umweg zu einem anderen Supermarkt macht. Oder dass er sich gar nicht mehr traut, bestimmte Sachen zu kaufen, weil er das immer damit verbindet, dass da vllt eine Spinne sein könnte. Und mit der Zeit weiß er gar nicht mehr bewusst, warum er diese ganzen Sachen nicht mehr macht, weil es schon Routine geworden ist, dass er sie nicht macht. Und er davon Angst bekommt.

Verstehst du, was ich meine? Wenn man die Gründe für seine Angst kennt, dann kann man nicht nur lernen, die Bereiche, in denen sich die Angst bemerkbar macht, einzudämmen, sondern man kann auch lernen, die Angst beim Schopf zu packen und sie unter Kontrolle zu kriegen. Momentan bist du deiner Angst ausgesetzt und gelähmt dadurch. Wenn du aber weißt, was dein wirklicher "Feind" ist (die Angst ist ja nur ein Symptom), dann kannst du halt auch erst richtig damit umgehen.



Möglichkeit Dr. 1 halte ich für zu riskant: Schließlich ist es ja nicht auszuschließen, dass ich sehr lange darauf warten muss oder es sogar niemals erleben werde. Also bleibt nur Möglichkeit Nr. 2. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, was du meinst: Könntest du es vielleicht noch einmal erklären. Eins habe ich aber verstanden: Es wird eine anstrengende Arbeit an mir selbst sein. :zwinker: Aber wenn sie mir hilft, wäre es schade, es nicht zu versuchen, zumal es bei dir geklappt hat.

Kontrolliere dich dabei, dass du es aktiv zulässt, ein paar Sachen in deinem Leben einfach nicht unter Kontrolle zu haben. Es ist ok, wenn du viel unter Kontrolle hast, aber führe auch Situationen herbei, bei denen du weißt, dass du entweder keine Kontrolle über das Geschehen mehr hast, oder bei denen du weißt, dass du höchstwahrscheinlich mit den Situationen überfordert bist. Sieh aber zu, dass diese Situationen von dir kontrolliert zustande kommen, sodass du dich darauf vorbereiten kannst. Sieh es als Übung an, dich einfach mal von anderen Sachen beeinflussen zu lassen und die Kontrolle abzugeben. Sieh es als Erfolg an, wenn du die Sache durchstehst, auch wenn es dir peinlich ist oder wenn was blödes passiert oder wenn du denkst, dass es vollkommen bescheuert ist. Zwing dich einfach dazu. Triff manchmal einfach absichtlich die Entscheidung, die du sonst nicht treffen würdest und warte ab, was passiert. Das kann ganz schön interessant, und auch mal befreiend sein.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es stimmt natürlich, dass sie es nicht wissen kann. Aber es gibt schon gute Gründe, schockiert zu sein und aus allen Wolken zu fallen, wenn dir jemand, mit dem du bis dahin so gut wie nie über Privates gesprochen hast, nun plötzlich anfängt, dir von seinen intimsten Problemen zu erzählen. Ich hätte das wirklich nicht erwartet. Aber falls es noch einmal zu so einer Situation kommen würde, würde ich ihr sagen, dass es mir unangenehm ist.

Auch wenn es nie um sexuelle Themen ging, habe ich durchaus schon mal Gespräche über sehr persönliche Themen mit Leuten geführt, mit denen ich sonst nicht all zu viel zu tun hatte - und diese Gespräche haben mir teilweise sehr gut getan.

Ich erinnere mich z.B. an ein Gespräch mit einer Person aus meinem Sportverein über den Tod eines nahen Verwandten von mir, das sich irgendwie ergeben hat, obwohl ich mit dieser Person sonst nur recht oberflächlichen Kontakt hatte. - Aber irgendwie war sie einfach zur rechten Zeit am rechten Ort, hat sich etwas Zeit für mich genommen und auch noch sehr passende Worte gefunden, die mir wirklich sehr gut getan haben.
Und ähnlich habe ich auch schon Gespräche über recht persönliche Dinge mit Leuten geführt, die ich vorher nicht all zu gut kannte. Aber auch dabei ist mir kein Zacken aus der Krone gebrochen. - Ganz im Gegenteil: Ich fand es schön, dieser Person dadurch geholfen zu haben, dass ich einfach nur eine Weile zugehört und etwas dazu gesagt habe. (Da ging es z.B. um familiäre Probleme einer Klassenkameradin)

Natürlich habe ich auch keine Lust dazu, dauernd als seelischer Mülleimer herhalten zu müssen.
Aber es ist doch auch nichts schlimmes, für jemanden da zu sein, der sich in irgendeiner persönlichen Notlage befindet - auch wenn man ihn nicht all zu gut kennt.

Die Sache ist die: Bei jeder Frau, die ich sympathisch und gutaussehend (ohne dass es sich gleich um sexuelle Anziehung handelt) finde, frage ich mich mittlerweile sofort, ob sie in Frage kommen könnte oder nicht. Dabei gehe ich leider extrem sachlich vor und spüre rein gar nichts. Vielleicht gerade deswegen, weil ich so sachlich an die Sache herangehe und mich so sehr darauf fixiere. Aber vielleicht auch, weil ich eigentlich ziemlich wenig mit potentiell interessanten Frauen zusammenkomme – eigentlich lerne ich außerhalb meiner Lehrtätigkeit immer weniger neue Frauen kennen, statt mehr – und daher Angst habe, dass meine Chancen dadurch noch geringer werden, als sie es eh schon sind. Aber genau das verkrampft mich zusätzlich. Es ist also ein Teufelskreis.
Und ich weiß nicht, wie ich da rauskommen kann. Es ist mir nämlich durchaus bewusst, dass ich unbedingt lockerer werden und mich in gewissen Situationen eine gewisse Scheiß-Egal-Haltung zulegen muss, aber selbst da steht mir mein Hirn im Weg.

Leider kann ich dir hier keinen Tipp geben, weil es mir ganz ähnlich geht, wie dir.
Auch ich war schon paar mal in der Situation, dass mein Kopf keine Argumente gefunden hat, die gegen eine Beziehung mit einer bestimmten Frau sprechen (obwohl er normalerweise sehr eifrig dabei ist, unzählige solcher Argumente zu finden...) und dass ich trotzdem allerhöchstens freundschaftliche Gefühle für diese Frau empfinde.

Und andererseits kommt es sehr selten auch mal vor, dass ich von einer Frau, die ich kaum kenne, total fasziniert bin, bis ich erkenne, dass es handfeste Argumente gibt, die sie als potentielle Partnerin disqualifizieren (vergeben, Raucherin, etc.).

Nur die Kombination aus Gefühlen und nicht vorhandenen Gegenargumenten habe ich bisher nur ein einziges mal erlebt und mich dann jahrelang nicht getraut, die Initiative zu ergreifen.
Und da ich nur sehr selten überhaupt neue Leute kennenlerne, komme ich höchstens auf jeweils 1-2 Begegnungen der beiden obigen Varianten.


Und wie soll ich mit mir im Reinen sein, wenn ich nach so vielen Jahren immer noch keinen Erfolg hatte? Machbar ist es sicherlich, aber das ist je nach Charakter mehr oder weniger schwer. Ich habe damit die größten Schwierigkeiten.
Obwohl ich das Gefühl habe, dass ich insgesamt mit mir doch etwas zufriedener bin, als du, weiß ich auch nicht wirklich, wie ich angesichts meiner völligen Erfolglosigkeit in Sachen Liebe wirklich komplett mit mir im Reinen sein soll.
Aber trotzdem ist es sicherlich erstrebenswert, alles dran zu setzen, dass man zumindest abgesehen vom Thema Liebe mit sich selbst zufrieden ist und ein Leben führt, das einem gefällt.


Das werde ich für mich selbst machen, danke für den Tipp. Und was wäre dann der nächste Schritt? Zu wissen – oder zu glauben zu wissen – was die Gründe für gewisse Ängste sind, hilft einem ja nicht dabei, sie loszuwerden oder lernen, mit ihnen klar zu kommen.
Gerade für rationale, kopfgesteuerte Menschen wie uns düfte doch genau das der erste Schritt sein, um die Ängste entweder zu bekämpfen, oder so zu akzeptieren, dass man gut mit ihnen leben kann.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Ich kann mich nicht wie das größte Arschloch verhalten. Wenn es jemandem so beschissen geht, kann man ihm nicht einfach knallhart sagen, dass einen seine Probleme nicht interessieren und dass man sie gar nicht wissen will. Ich habe Anstand. Und ich wurde auch so erzogen.
Entschuldige bitte, aber das ist doch nun wirklich ein hausgemachtes Problem. Wenn jemand deine Grenzen überschreitet, dann musst du sie deutlich machen und die Person wieder aus deinem persönlichen Bereich hinausbugsieren. Ich sage nicht, dass es leicht ist. Ich war mein halbes Leben lang ein Mülleimer für die Probleme anderer Leute, aber irgendwannnnnn ist eben auch mal gut. Und das hat nichts mit "wie das größte Arschloch verhalten" zu tun, sondern damit, auf sich selbst zu achten und sich selbst auch wertzuschätzen.

Was würdest du denn machen, wenn sich jemand dermaßen an dich klammern würde und dir zu verstehen gäbe, dass du beinahe der Einzige bist, den sie hat?
Sowas ist massiv manipulatives Verhalten. Ich würde so jemanden zu einer Beratungsstelle begleiten, und wenn er mir zu verstehen geben würde, dass er das alles nicht will sondern nur meine Hilfe, dann würde ich gehen und ihm sagen, dass er gern wiederkommen kann, sobald er sich anderweitig Hilfe gesucht hat, weil ich dafür die falsche Ansprechperson bin.
Oft hilft man dem Menschen definitiv nicht, wenn man ihn auf diese Weise unterstützt.

Hat man überhaupt einen Einfluss darauf, ob man sich verliebt oder nicht? Und was, wenn es nicht passiert? Muss man sich dann einfach damit abfindet, dass man sein Leben lang Single bleiben wird? Und was, wenn man nicht dafür geschaffen ist, alleine zu leben? Selbst unter euch gibt es einige, die mal zugegeben haben, dass das Single-Dasein trotz einiger unbestreitbarer Vorteile auf Dauer nichts wäre. Und muss man nicht, damit man sich überhaupt verlieben kann, erst einmal mit genügend potentiell interessanten Frauen in Verbindung kommen?
Ich finde deine Fragen schwierig und verständlich, aber am schwierigsten finde ich die Anspannung/Panik und den Druck den man hier rauslesen kann. Es gibt einfach kein Patentrezept fürs Verlieben, fürs Partnerfinden und fürs Zusammenbleiben.
Was, wenn es nicht passiert? Dann muss man sich wohl irgendwie einrichten. Es kann dir hier wohl keiner beantworten warum genau du dich nicht verliebst, warum genau du noch keine Beziehung hattest. Wir können nur mutmaßen und Denkanstöße geben, mehr nicht. Das ist wohl das Schwierige daran, denn am Ende musst du die Frage selbst beantworten, und das womöglich losgelöst von deinen analytischen Fähigkeiten, die dich auf dieser Ebene wenig weiterbringen werden.

Vielleicht gerade deswegen, weil ich so sachlich an die Sache herangehe und mich so sehr darauf fixiere.
Das kann ich mir zum Beispiel gut vorstellen. Verlieben ist eben nichts Rationales, Sachliches, das passiert auf einer ganz anderen Ebene. Ist diese Ebene für dich denn allgemein überhaupt zugänglich oder fällt es dir insgesamt schwer, den "sachlichen" Teil in dir einfach mal in Urlaub zu schicken, etwas nur zu genießen und zu fühlen?

Manchmal hab ich übrigens den Eindruck, alles was mit Frauen zu tun hat, geht bei dir schon in eine fast zwanghafte Richtung vom Denken her. Du kannst das ja gar nicht mehr loslassen...

Ich habe übrigens auch den Eindruck, dass du sehr starr an Rollenbildern festhältst, was diese Sache mit "typischen" und "untypischen" Frauen betrifft (ich mag den Ausdruck "weiblich/unweiblich" hier nicht, da er - wie banane0815 schon mehrfach geschrieben hat - in meinen Augen auch einfach unpassen ist).
Natürlich gaukeln uns die Medien ein bestimmtes Frauenbild vor. Dennoch ist z.B. Kaylee aus Firefly für mich eine unheimlich weibliche Frau, obwohl sie Ingenieurin ist - oder auch B'Elanna Torres aus Star Trek, wenn man Klingonen mag :zwinker: Was ich sagen will, ist: Weiblichkeit lässt sich an so vielen Dingen festmachen. Und grade in der Jugend (und mit 16/17 ist das eben noch lang nicht abgeschlossen) geht vieles auch um Identitätsfindung, grade auch hinsichtlich geschlechtlicher Identität. Auch mit Anfang 20 kann das noch so sein. Die eigene Rolle finden, innerhalb all der Geschlechterrollen, die einen von außen versuchen zu überrollen, die sich aufdrängen wollen - das st eine große Aufgabe, und man wird dem nicht gerecht, wenn man Menschen, egal ob männlich oder weiblich, so kategorisiert und auch stereotypisiert.

Ich frage mich auch, warum du (manche) Frauen so sehr als geschlechtslos betrachten "musst".
Hast du gewissermaßen Angst davor, diese Rollenbilder aufzubrechen? Denn das würde in gewisser Hinsicht KOntrollverlust bedeuten, was dir als "Kontrollfreak" durchaus Angst einjagen kann. Du scheinst in diesem Rollendenken schon etwas verhaftet zu sein, und es gibt ja eben auch Struktur und damit Halt...
 
4 Monat(e) später

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo zusammen,

nach langer Zeit melde ich mich hier wieder. Davor möchte ich euch aber ein frohes neues Jahr wünschen!

Die Tatsache, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, hat leider nicht damit zu tun, dass es mir besser gehen würde, sondern ist ausschließlich darauf zurückzuführen, dass ich eine Auszeit brauchte – eine Zeit, in der ich mich mal nicht ständig bewusst mit meinen Problemen beschäftige. Besser geworden ist leider nichts.

Man sagt immer, man verliebt sich gerade dann, wenn man es am Wenigsten erwartet. Damit ich in die Lage komme, müsste ich mich aber so etwas wie einer Gehirnwäsche unterziehen. Denn ich denke automatisch daran, sobald ich ein Paar sehe, sobald mir Freunde von ihrem Partner erzählen, sobald in Romanen, Filmen oder Serien das Thema Liebe behandelt wird, usw. Selbst wenn ich gerade sehr viel Spaß bei einer Sache habe und nicht an das Thema Liebe denke, kann sich das sofort ändern, sobald ich ein Paar sehe, das gerade Händchen hält oder sich gerade küsst, oder mir Freunde oder Bekannten ihren neuen Partner vorstellen, usw. Natürlich werde ich dann nicht für den Rest des Tages daran denken müssen, aber es führt dazu, dass ich ständig mit dem, was mir fehlt, konfrontiert werde. Und es führt zu massiven Stimmungsschwankungen.

Ein weiteres großes Problem ist die Tatsache, dass ich manchmal – das kann von Woche zu Woche sehr unterschiedlich sein – viel zu viel alleine bin. Dabei habe ich ja hier gelernt, dass die Voraussetzung, einen Partner zu finden, die Fähigkeit ist, auch alleine leben, glücklich leben zu können. Doch ganz alleine kann ich nicht glücklich sein, ich bin kein Einzelgänger-typ mehr. Meinen Hobbys kann ich bis auf das Sprachcafé, an dem ich teilnehme, nur alleine nachgehen (Schwimmen und Radfahren, viel Lesen, Krimis gucken, usw.), und meine Freunde treffe ich zwar regelmäßig, aber sie haben nicht immer Zeit, und da mein Freundeskreis seit einiger Zeit schrumpft statt größer zu werden, ist es nur noch schlimmer. Dabei brauche ich Gesellschaft, ich brauche Leute, mit denen ich mich unterhalten kann. Wenn ich mich besonders einsam fühle, gehe ich schwimmen oder fahre Rad; das tut mir dann gut, aber das kann man auch nicht am laufenden Band tun. Manchmal versuche ich auch, mit irgendeinem Bekannten ein Treffen zu organisieren, aber diejenigen, die dann Zeit haben, sind oft ausgerechnet die, die sehr ähnliche Probleme haben wie ich. Nicht gerade ermutigend...

Und das Leben, das ich gerne führen würde, kann ich aus finanziellen Gründen nur sehr bedingt führen – und daran wird sich in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Klar, es ist meine Entscheidung, eine Promotion angefangen zu haben, aber jetzt ist sie getroffen und ich kann sie auch nicht so einfach rückgängig machen.

Ich habe wirklich überlegt, was ich machen könnte, um neue Leute kennenzulernen. Ihr habt mir ja viele Tipps gegeben. Aber irgendwie ist alles an mangelnder Zeit oder an fehlendem Interesse gescheitert. Mangelnde Zeit hört sich für euch jetzt sicherlich sehr widersprüchlich an, aber was ich meine, ist Folgendes: Neben meiner Promotion, meiner Lehrtätigkeit, meinen Hobbys und den Treffen mit meinen Freunden bleibt mir manchmal unter der Woche keine Zeit für andere Sachen übrig. Es gibt Wochen, in denen ich unmöglich 2 x 2 Stunden für einen Sprachkurs (was ich mir überlegt hatte) aufbringen kann. Manchmal hätte ich mehr als genug Zeit, manchmal aber auch gar keine. Und so ein Kurs bringt nur etwas, wenn man regelmäßig hingeht und auch die Hausaufgaben macht. Und was den Tanzkurs betrifft: Einmal hat mir eine Freundin bei einem Swing-Abend einige Tanzschritte beigebracht. Anfangs fand ich es spaßig, aber irgendwann hatte ich die Nase voll. Und wenn ich ab-und-zu – auch wenn es selten ist – mit Bekannten in einen Club gehe, tanze ich auch nur kurz. Ich mag es einfach nicht, also das Tanzen generell nicht. Ich bekomme immer wieder gesagt, ich solle bloß nichts machen, nur um eine Freundin zu finden. Aber Tanzen wäre genau so etwas, denn an der Sache selbst kann ich keinen Gefallen finden. Ebenso wenig an einem Kochkurs oder an einem Malkurs: Beides mag ich genauso wenig.

Das alles führt dazu, dass ich abgesehen vom Stammtisch und von meinen eigenen Lehrveranstaltungen mit keinen neuen Leuten zusammenkomme. Nicht gerade ideal, um eine Freundin zu finden.

Da ich wahrscheinlich eh keine finden werde, wollte ich euch fragen, wie man lernen kann, alleine zu leben und dabei glücklich zu sein. Und selbst wenn ein Wunder geschieht und ich nicht als Single sterben sollte: Da die Fähigkeit, alleine zu leben ohne einsam zu sein, gerade die Voraussetzung für das Finden einer Freundin ist, muss ich so oder so lernen, alleine zu leben.


P.S. Auf eure Beiträge antworte ich euch noch![DOUBLEPOST=1389031672,1389027514][/DOUBLEPOST]
Indem du aufhörst, dich darüber zu definieren, ob du eine Beziehung(oder auch "nur" Sex) hast. Es gibt soviel mehr, was einen Menschen ausmacht, als den vergleichsweise kleinen Teil, ob er/sie Liebesbeziehungen oder/und Sex hat. Abgesehen davon hast du Erfolg, aber in anderen Bereichen.


So, wie du es formulierst, kann ich dir nur zustimmen, wir haben zu dem Thema genau die gleiche Einstellung. Wie du dir sicher vorstellen kannst, kommt jetzt das Aber. Wie sollte es auch anders sein? :zwinker: Das Problem ist nämlich, dass ich seit ca. 4 Jahren merke, dass mir etwas fehlt. Davor war dieses Gefühl überhaupt nicht vorhanden, und es ist auch nicht von einem Tag auf den anderen aufgetaucht, sondern es hat sich allmählich durchgesetzt. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Ich habe mich gerade in den letzten Jahren ziemlich verändert, wie auch Freunde und Familienmitglieder sagen, ich bin in ein Alter gekommen, in dem Menschen ganz von selbst anfangen, an die Zukunft zu denken, und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl der Einsamkeit empfunden.


Ich denke nicht 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche an das Thema „Liebe“, wenngleich ich muss eben, wie in meinem vorigen Beitrag erwähnt, immer wieder daran denken: immer dann, wenn ich Liebespaare sehe oder das Thema Liebe in Gesprächen thematisiert wird .


Was man allerdings schon kann, ist, Einsicht zu sich selbst zu entwickeln und schädliche Gedanken, die die Baumeister deines Lebens sind, abzuschalten oder zu reframen und in positivere Gedanken zu verwandeln.


Nichts lieber als das! Doch wie macht man es? Wie kann man sein Gehirn dazu bringen, einem solche negativen Gedanken nicht aufzuzwingen?



Dein Versagen hat den Hauptgrund, dass du dich nicht richtig auf andere Leute einlassen kannst, weil du Angst hast, dass sie dich mit deinen Schwächen nicht mögen würden. Du bist außerdem viel zu sehr mit dir selbst beschäftigt, dass du gar nicht auf die Besonderheiten anderer Leute eingehen kannst, weswegen es dir schwer fällt, dich in jemand anderen überhaupt zu verlieben und ihn als Mensch mit Macken zu akzeptieren und trotzdem wertzuschätzen. Du hast so hohe Ansprüche an dich selbst und deine Umwelt, dass es einfach unmenschlich ist und daher auch nicht umsetzbar. Du hast so hohe Erwartungen, dass dir dadurch entgeht, wie schön und toll Menschen eigentlich sind, wenn man sie nicht unbewusst unter die Erwartungshaltung setzt, dass sie bestimmte Dinge tun oder sein müssen, wo du denkst, dass du sie brauchst. Deswegen verliebst du dich kaum. Und deswegen "versagst" du auch und hast keine Beziehung. Denn natürlich willst du auch nur eine Beziehung mit jemanden, in den du verliebt bist (vollkommen gerechtfertigt).


In einigen Punkten muss ich dir leider Recht geben: Ich habe hohe Ansprüche an mich und an meine Mitmenschen, meine Verkrampfung macht das Entstehen von Gefühlen nahezu unmöglich und ich kann mich nicht richtig auf andere Leute einlassen – wenngleich es Ausnahmen gibt. Meine engsten Freunde sind solche Ausnahmen: Ich habe mit der Zeit gelernt, mich auf sie einzulassen. Wenn das nicht so wäre, hätten diese Freundschaften nicht die Qualität und Intensität, die sie haben. Früher war das übrigens ganz anders, da waren meine Freundschaften aus genau dem Grund viel oberflächlicher.



Ich würde aber trotzdem nicht ganz so weit gehen, wie du. So denke ich nicht, dass ich so sehr „mit mir selbst beschäftigt bin, dass ich gar nicht auf die Besonderheiten anderer Leute eingehen kann“. Zeigen meine wirklich engen Freunde (die zugegeben nur wenige sind) nicht, dass ich diese Fähigkeit zumindest im Ansatz besitze, auch wenn es es in Sachen Liebe ja noch einmal deutlich intensiver ist?


Aber wie dem auch sei: Wie kann ich die von dir aufgezeigten Probleme denn verbessern?



Es ist egal, ob du Erfolg hast. Probier erstmal glücklich und zufrieden mit dir zu sein.


Das sehe ich ein, ich versuche es auch, schaffe es aber nicht wirklich (siehe erster heutiger Beitrag).



Verstehst du, was ich meine? Wenn man die Gründe für seine Angst kennt, dann kann man nicht nur lernen, die Bereiche, in denen sich die Angst bemerkbar macht, einzudämmen, sondern man kann auch lernen, die Angst beim Schopf zu packen und sie unter Kontrolle zu kriegen. Momentan bist du deiner Angst ausgesetzt und gelähmt dadurch. Wenn du aber weißt, was dein wirklicher "Feind" ist (die Angst ist ja nur ein Symptom), dann kannst du halt auch erst richtig damit umgehen.


Ich verstehe was du meinst, ja. Ich wüsste auch sehr gerne, worin meine Angst genau besteht und welches die tieferen Ursachen dafür sind. Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, eine Therapie zu beginnen. Unabhängig von allen praktischen Aspekten, die ich schon öfters erwähnt habe, will ich mich mit einigen Aspekten meiner Vergangenheit nicht beschäftigen. Das ist aber genau das, was Psychologen am meisten lieben.


Ich weiß zum Beispiel auch so, dass mich meine Eltern zwar immer sehr geliebt haben, als ich noch ein Kind war manchmal aber viel zu wenig Zeit für mich hatten, sodass ich mich manchmal alleine oder im Stich gelassen gefühlt habe. Dieses Bedürfnis nach Liebe und Zuneigung ist vielleicht auch darauf zurückzuführen. Sowas habe ich mal in einem Artikel gelesen und daraufhin ist mir meine eigene Erfahrung wieder in den Sinn gekommen. Aber was würde es bringen, darauf herumzureiten? Das alles gehört der Vergangenheit an und ich hatte alles in allem eine sehr glückliche Kindheit.


Und da wir es gerade von Vergangenheit und Psychologie haben: Ich habe das Gefühl, sehr vom Beziehungsmodell meiner Eltern geprägt zu sein, das – soweit ich es beurteilen kann – zwar auf einer gegenseitigen geistigen Anziehung und auf Liebe beruht, aber dem körperliche Anziehung und Sex wohl aber keine Rolle spielen. Meine Mutter ist sehr streng konservativ erzogen worden, und Sex wurde bei ihr als etwas Schmutziges betrachtet. Davon scheint sie sehr geprägt worden zu sein. Sex ist diesem streng religiösen Prinzip zufolge lediglich das notwendige Mittel zur Fortpflanzung. Zu Hause wurde bei uns auch nie über Sex gesprochen, wenn wir Kinder als Jugendliche mal einen Witz machten, der weit unter die Gürtellinie ging, war meine Mutter offensichtlich schockiert. Mein Vater macht zwar ab und zu solche Witze, aber über Liebe und Sex hat auch er nie gesprochen. Das ist in anderen Familien anders, wie ich selbst schon erleben konnte.


Ich selbst habe da ganz andere Ansichten, als meine Mutter, aber irgendwie scheine ich doch davon geprägt zu sein. Ich kann mich zwar in Frauen verlieben, was ja in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal passiert ist, aber ich habe gleichzeitig das Gefühl, von ihnen aber mehr geistig als sexuell angezogen zu werden. Und so frage ich mich, ob ich überhaupt in der Lage bin, eine Beziehung zu führen, die über Liebe und geistiger Anziehung hinausgeht. Zumindest habe ich manchmal Angst davor, auch wenn es vielleicht völlig unbegründet ist. Aber dass diese Angst mich lähmt, das ist wiederum nicht auszuschließen.



Eine andere Angst, die mich lähmt, sind einige negativen Beispiele aus meiner Familie: In meiner Familie gibt es gleich mehrere Alleinstehenden, die mittlerweile zwischen 50 und 60 sind und auch noch nie einen Partner hatten. Sie hatten keinen in jungen Jahren, dann hatten sie auf Grund ihres Jobs, der sie voll in Anspruch genommen hat, gar keine Zeit für Hobbys, in denen sie ihren Partner hätten kennenlernen können – und jetzt? Jetzt sind sie zu alt, um eine Familie zu gründen… Klar, es können noch andere Gründe hinter ihrem Alleinsein stecken, aber ihr Beispiel macht mir Angst. Und das wiederum verkrampft mich wohl.


Kontrolliere dich dabei, dass du es aktiv zulässt, ein paar Sachen in deinem Leben einfach nicht unter Kontrolle zu haben. Es ist ok, wenn du viel unter Kontrolle hast, aber führe auch Situationen herbei, bei denen du weißt, dass du entweder keine Kontrolle über das Geschehen mehr hast, oder bei denen du weißt, dass du höchstwahrscheinlich mit den Situationen überfordert bist. Sieh aber zu, dass diese Situationen von dir kontrolliert zustande kommen, sodass du dich darauf vorbereiten kannst. Sieh es als Übung an, dich einfach mal von anderen Sachen beeinflussen zu lassen und die Kontrolle abzugeben. Sieh es als Erfolg an, wenn du die Sache durchstehst, auch wenn es dir peinlich ist oder wenn was blödes passiert oder wenn du denkst, dass es vollkommen bescheuert ist. Zwing dich einfach dazu. Triff manchmal einfach absichtlich die Entscheidung, die du sonst nicht treffen würdest und warte ab, was passiert. Das kann ganz schön interessant, und auch mal befreiend sein.


Das ist ein sehr guter Tipp, danke! Ich habe sogar eine Idee, wie er sich umsetzen ließe!


Nur die Kombination aus Gefühlen und nicht vorhandenen Gegenargumenten habe ich bisher nur ein einziges mal erlebt und mich dann jahrelang nicht getraut, die Initiative zu ergreifen.Und da ich nur sehr selten überhaupt neue Leute kennenlerne, komme ich höchstens auf jeweils 1-2 Begegnungen der beiden obigen Varianten.


Und hast du nicht Angst, dass diese Kombination bei dir nie eintritt, und dass du nicht genügend neue Leute kennenlernst, als dass du eine ernsthafte Chance hättest, eine Freundin zu finden?


Genau diese angst habe ich nämlich: In meiner Familie gibt es gleich mehrere Alleinstehenden, die mittlerweile zwischen 50 und 60 sind und auch noch nie einen Partner hatten. Sie hatten keinen in jungen Jahren, dann hatten sie auf Grund ihres Jobs, der sie voll in Anspruch genommen hat, gar keine Zeit für Hobbys, in denen sie ihren Partner hätten kennenlernen können – und jetzt? Jetzt sind sie zu alt, um eine Familie zu gründen… Klar, es können noch andere Gründe hinter ihrem Alleinsein stecken, aber ihr Beispiel macht mir Angst...


Ich finde deine Fragen schwierig und verständlich, aber am schwierigsten finde ich die Anspannung/Panik und den Druck den man hier rauslesen kann. Es gibt einfach kein Patentrezept fürs Verlieben, fürs Partnerfinden und fürs Zusammenbleiben.


So wird es wohl leider sein. Ich fange an, Panik zu kriegen, mache mir immer mehr Druck und verkrampfe mich immer mehr, was dazu führt, dass meine Chancen, jemals eine Freundin zu finden, noch geringer werden. Ich muss also unbedingt aus diesem Teufelskreis herauskommen. Das kann nur dadurch geschehen, dass ich lockerer werde. Aber wie?


Verlieben ist eben nichts Rationales, Sachliches, das passiert auf einer ganz anderen Ebene. Ist diese Ebene für dich denn allgemein überhaupt zugänglich oder fällt es dir insgesamt schwer, den "sachlichen" Teil in dir einfach mal in Urlaub zu schicken, etwas nur zu genießen und zu fühlen?


Ich bin schon in der Lage, Gefühle zu empfinden. Eigentlich. Denn selbst wenn ich ein wunderschönes Erlebnis habe, kann ich es oft nicht in vollen Zügen genießen, weil negative Gedanken in mir aufkommen. Die versuche ich dann so gut es geht beiseite zu schieben, was mir dann meistens gelingt. Aber es ist schon unglaublich, dass diese negativen Gedanken überhaupt entstehen. Das ist übrigens alles andere als rational, schließlich gibt es überhaupt keinen Grund, diese negativen Gedanken zu haben – abgesehen von meiner Angst. Ich bin also, um es mal etwas überspitzt zu formulieren, schon etwas schizophren. Ein Teil von mir ist sehr sachlich und rational, ein anderer Teil lässt sich manchmal von negativen Gedanken leiten, für die es keinen Grund gibt. Das Rationale und Sachliche tritt meistens dann auf, wenn es darum geht, Strategien zu entwickeln. Aber wie du schon sagtest: Liebe passiert auf einer anderen Ebene.


Ich frage mich auch, warum du (manche) Frauen so sehr als geschlechtslos betrachten "musst". Hast du gewissermaßen Angst davor, diese Rollenbilder aufzubrechen? Denn das würde in gewisser Hinsicht KOntrollverlust bedeuten, was dir als "Kontrollfreak" durchaus Angst einjagen kann. Du scheinst in diesem Rollendenken schon etwas verhaftet zu sein, und es gibt ja eben auch Struktur und damit Halt...


Ich habe schon eine genaue vorstellen dessen, wie sich die typische Frau und der typische Mann verhalten. Das ist umso merkwürdiger, als ich selbst nicht dem traditionellen Männerbild entspreche (ein Anführer sein, usw.). Aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum ich in diesen Rollenbildern denke…
 

Benutzer120899  (37)

Sorgt für Gesprächsstoff
Es könnten sich ja mal einpaar Frauen mit typischen und untypisch en Ansprüchen mit Dir treffen. Es würde bestimmt schnell einfallen wieso die Richtige dich nicht anspricht. Die Realität ist wichtig nicht nur Worte. Bei mir könntest Du was uber Frauen erfahren wie du es nicht denkst. Über starke und viele Schwache Seiten. Selbsgenugsamere Frauen können Dir dann den Rest zeigen. Das muss ein falsches Zeichensenden sein......


Meine Mutter hat mal den falschen geheiratet und seinen Bruder ausgeschlagen. Beide wollten sie verdammt sehr! Er kam ihr so erfolgreich und elitär vor, dasd sie ihn für Arrogant hielt. Erst jetzt begreift sie was er einer Frau alles bieten kann und tut, seiner Frau! An mir kannst Du die komischsten hintergedanken testen die die richtige vielleicht abhalten von dir oder sogar verhindern dass sie sich für dich anstrengt dass sie dir gefällt. Auch könnte ich sagen was eine potentielle Frau stören könnte selbst wenn sie fehler begeht wenn sie das stört! !!
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
In einigen Punkten muss ich dir leider Recht geben: Ich habe hohe Ansprüche an mich und an meine Mitmenschen, meine Verkrampfung macht das Entstehen von Gefühlen nahezu unmöglich und ich kann mich nicht richtig auf andere Leute einlassen – wenngleich es Ausnahmen gibt. Meine engsten Freunde sind solche Ausnahmen: Ich habe mit der Zeit gelernt, mich auf sie einzulassen. Wenn das nicht so wäre, hätten diese Freundschaften nicht die Qualität und Intensität, die sie haben. Früher war das übrigens ganz anders, da waren meine Freundschaften aus genau dem Grund viel oberflächlicher.

Ich würde aber trotzdem nicht ganz so weit gehen, wie du. So denke ich nicht, dass ich so sehr „mit mir selbst beschäftigt bin, dass ich gar nicht auf die Besonderheiten anderer Leute eingehen kann“. Zeigen meine wirklich engen Freunde (die zugegeben nur wenige sind) nicht, dass ich diese Fähigkeit zumindest im Ansatz besitze, auch wenn es es in Sachen Liebe ja noch einmal deutlich intensiver ist?

Aber wie dem auch sei: Wie kann ich die von dir aufgezeigten Probleme denn verbessern?

Ich glaube, du kannst das nur verbessern, indem du glücklicher wirst. Je glücklicher, desto mehr Toleranz und Neugierde hat man, weil man weniger Energie für sich selbst braucht und mehr Energie für die "Überraschungen des Lebens" hat. Je glücklicher und zufriedener man selbst ist, desto offener ist man auch.

Und wenn du mich fragst, wie du glücklicher werden kannst:
- Schlüsselerlebnis (da musst du aber schon sehr viel Glück haben)
- Therapie
- Selbsttherapie (such dir einen alternativen Sinn des Lebens, der nicht darauf fokussiert ist, dass du ne Partnerin an deiner Seite haben musst.)

Ich verstehe was du meinst, ja. Ich wüsste auch sehr gerne, worin meine Angst genau besteht und welches die tieferen Ursachen dafür sind. Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, eine Therapie zu beginnen. Unabhängig von allen praktischen Aspekten, die ich schon öfters erwähnt habe, will ich mich mit einigen Aspekten meiner Vergangenheit nicht beschäftigen. Das ist aber genau das, was Psychologen am meisten lieben.
Ich glaube, du hast sehr klischeehafte Vorstellungen von einer Sitzung beim Psychologen. Du denkst wohl, du legst dich auf die braune Ledercouch und der Herr mit der Nickelbrille fragt dich "Nun erzählen Sie mal, wie war denn eigentlich das Verhältnis zu ihrer Mutter als Sie klein waren?" :argh:

Tatsächlich gibt es sehr viele unterschiedliche Therapieansätze und nicht überall wird deine Vergangenheit aufgerollt. Ich glaube auch, du kannst dich dagegen wehren, wenn du das nicht willst. Ich kenne sogar Psychologen, die selbst gar nichts davon halten, sich ewig in der Vergangenheit aufzuhalten, weil sie eben sagen, dass es für die Zukunft nicht notwendigerweise etwas bringt. Ich würde daher deine prinzipielle Ablehnung eines psychologischen Beratungsgesprächs ernsthaft überdenken. Du behinderst dich damit nämlich wirklich selbst. Ich kenne auch tatsächlich mehrere Menschen in deinem Alter (und älter), die in deiner Situation sind (oder es waren) und die nicht diese Panik und Angst ausströmen, wie du es tust. Denen würde ich nicht raten, zum Psychologen zu gehen, weil sie diese Situation zwar natürlich stört, aber nicht so ungemein belastet, wie es bei dir der Fall ist.

Eine andere Angst, die mich lähmt, sind einige negativen Beispiele aus meiner Familie: In meiner Familie gibt es gleich mehrere Alleinstehenden, die mittlerweile zwischen 50 und 60 sind und auch noch nie einen Partner hatten. Sie hatten keinen in jungen Jahren, dann hatten sie auf Grund ihres Jobs, der sie voll in Anspruch genommen hat, gar keine Zeit für Hobbys, in denen sie ihren Partner hätten kennenlernen können – und jetzt? Jetzt sind sie zu alt, um eine Familie zu gründen… Klar, es können noch andere Gründe hinter ihrem Alleinsein stecken, aber ihr Beispiel macht mir Angst. Und das wiederum verkrampft mich wohl.

Frag sie doch mal, warum sie alleine sind. Vielleicht sind sie es ja freiwillig. Soll's ja auch geben.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Weißt du, ich hab dir schon zu oft gesagt, dass ich bei dir Therapie angeraten finde.
Ich hab dir auch gesagt, dass es NICHT so laufen muss wie du befürchtest, nämlich wenn du selbst von Beginn an sagst, dass du dieses und jenes Thema nicht anschneiden willst (und auch darauf beharrst), wenn du dir einen guten Therapeuten suchst oder halt von Beginn an eine Verhaltenstherapie machst, in der es eben nicht um die Vergangenheit geht.
Ich persönlich bin der Meinung, dass wenn man Themen die einen belasten völlig unangetastet lässt, sie zu einem ständig nagenden Etwas im Hintergrund werden. Aber das muss jeder selbst wissen.

Dennoch finde ich immer noch, dass du eine Therapie bräuchtest, weil du aus dir selbst überhaupt nicht rauskommst.
Deine Reflexionsfähigkeit geht nicht so weit, dass du daraus Schlüsse ziehen und agieren kannst. Du bleibst völlig in dir verhaftet, so wirkt es auf mich.
Und deshalb weiß ich nicht ob es noch irgendwas bringt, dir zu antworten. Ich würde gerne was sagen, das hilft, das dich weiterbringt, aber ich glaube, dass dein Problem einfach tiefer liegt. Denn deine Probleme - das Glücklichsein ohne Partner, das Partnerfinden, die Vorstellung die du von Menschen hast etc. - die sind nicht alle auf deiner rationalen Ebene zu lösen oder aufzudröseln. Und es gelingt dir anscheinend auch nicht, sie überhaupt für dich selbst aufzudröseln und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.

Das kann nur dadurch geschehen, dass ich lockerer werde. Aber wie?
Locker wirst du nicht durch denken sondern durch handeln. Durch Nicht-Denken.

Ein Teil von mir ist sehr sachlich und rational, ein anderer Teil lässt sich manchmal von negativen Gedanken leiten, für die es keinen Grund gibt.
Und mit BEIDEN Teilen wirst du bei der Partnersuche nicht glücklich werden.

Aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum ich in diesen Rollenbildern denke…
Und derartige Stereotypien können durchaus auch zum Misserfolg bei der Partnersuche beitragen, wenn auch hier vermutlich dein geringstes Problem liegt.

Off-Topic:
Ich bin also, um es mal etwas überspitzt zu formulieren, schon etwas schizophren.
Mir ist da was dran gelegen, deswegen sag ichs jetzt einfach: bitte das Wort nicht falsch verwenden. Wenn du meinst, dass du zwei widersprüchliche Seiten in dir hast, hat das mit Schizophrenie nichts zu tun.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Man sagt immer, man verliebt sich gerade dann, wenn man es am Wenigsten erwartet. Damit ich in die Lage komme, müsste ich mich aber so etwas wie einer Gehirnwäsche unterziehen. Denn ich denke automatisch daran, sobald ich ein Paar sehe, sobald mir Freunde von ihrem Partner erzählen, sobald in Romanen, Filmen oder Serien das Thema Liebe behandelt wird, usw. Selbst wenn ich gerade sehr viel Spaß bei einer Sache habe und nicht an das Thema Liebe denke, kann sich das sofort ändern, sobald ich ein Paar sehe, das gerade Händchen hält oder sich gerade küsst, oder mir Freunde oder Bekannten ihren neuen Partner vorstellen, usw. Natürlich werde ich dann nicht für den Rest des Tages daran denken müssen, aber es führt dazu, dass ich ständig mit dem, was mir fehlt, konfrontiert werde. Und es führt zu massiven Stimmungsschwankungen.
Ich finde es schon bedenklich, dass du dich von völlig alltäglichen Situationen und Erlebnissen derart beeinflussen und verunsichern lässt.

Natürlich denke ich auch mal daran, dass ich gerne eine Partnerin hätte, wenn ich von lauter knutschenden Päärchen umgeben bin... aber wenn ich irgendwo in einem Film, oder in der Realität ein Paar sehe, wenn ich mit vergebenen Freunden (inkl. Partner) unterwegs bin, usw. denke ich siherlich nicht permanent an diese Sache, sondern widme mich z.B. dem netten Abend mit meinen Freunden.

Ein weiteres großes Problem ist die Tatsache, dass ich manchmal – das kann von Woche zu Woche sehr unterschiedlich sein – viel zu viel alleine bin. Dabei habe ich ja hier gelernt, dass die Voraussetzung, einen Partner zu finden, die Fähigkeit ist, auch alleine leben, glücklich leben zu können. Doch ganz alleine kann ich nicht glücklich sein, ich bin kein Einzelgänger-typ mehr. Meinen Hobbys kann ich bis auf das Sprachcafé, an dem ich teilnehme, nur alleine nachgehen (Schwimmen und Radfahren, viel Lesen, Krimis gucken, usw.), und meine Freunde treffe ich zwar regelmäßig, aber sie haben nicht immer Zeit, und da mein Freundeskreis seit einiger Zeit schrumpft statt größer zu werden, ist es nur noch schlimmer. Dabei brauche ich Gesellschaft, ich brauche Leute, mit denen ich mich unterhalten kann. Wenn ich mich besonders einsam fühle, gehe ich schwimmen oder fahre Rad; das tut mir dann gut, aber das kann man auch nicht am laufenden Band tun. Manchmal versuche ich auch, mit irgendeinem Bekannten ein Treffen zu organisieren, aber diejenigen, die dann Zeit haben, sind oft ausgerechnet die, die sehr ähnliche Probleme haben wie ich. Nicht gerade ermutigend...
Da kann ich nur meine Aussage zum drölfzigsten mal wiederholen:
Wenn du mehr unter Leute kommen willst, musst du dir eben Hobbies und Interessen zulegen, denen man zusammen mit anderen Leuten nachgehen kann. - Und wenn dir dazu aktuell die Zeit fehlt, musst du eben die einsamen Aktivitäten einschränken, die deine Zeit beanspruchen.

Und wenn du nur darüber jammerst, dass du zu wenig Zeit hast, ist es dir schlicht und ergreifend nicht wichtig genug, neue Leute kennenzulernen. - Sonst würdest du dein Leben so umstrukturieren, dass du Zeit dazu hast.
Aber da drehen wir uns mal wieder im Kreis...

Und das Leben, das ich gerne führen würde, kann ich aus finanziellen Gründen nur sehr bedingt führen – und daran wird sich in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Klar, es ist meine Entscheidung, eine Promotion angefangen zu haben, aber jetzt ist sie getroffen und ich kann sie auch nicht so einfach rückgängig machen.
Du könntest auch deine Promotion abbrechen und dir mit deinem bereits erworbenen Uni-Abschluss in der Tasche einen Job suchen.

Ich möchte dir das sicherlich nicht empfehlen. Aber es war deine eigene Entscheidung, zu promovieren - und somit musst du eben auch entweder die Begleitumstände der Promotion akzeptieren, oder die Entscheidung revidieren und die Promotion abbrechen.
Jammern bringt dich auch hier keinen Millimeter weiter.

Da ich wahrscheinlich eh keine finden werde, wollte ich euch fragen, wie man lernen kann, alleine zu leben und dabei glücklich zu sein. Und selbst wenn ein Wunder geschieht und ich nicht als Single sterben sollte: Da die Fähigkeit, alleine zu leben ohne einsam zu sein, gerade die Voraussetzung für das Finden einer Freundin ist, muss ich so oder so lernen, alleine zu leben.
Ich kann dir nur sagen, dass ich so etwas niemals versuchen würde, weil ich mir 100%ig sicher bin, dass ich das niemals schaffen werde.
Wenn ich irgendwann davon überzeugt bin, dass die elementaren und wichtigsten Ziele und Bedürfnisse in meinem Leben (also Partnerin finden und Kinder bekommen und erziehen), bleiben mir nur zwei Möglichkeiten:
1. Meinem Leben ein Ende setzen
2. Ohne Ziel, Plan und Lebensfreude vor mich in vegetieren, um den Leuten, denen ich etwas bedeute, die Trauer um mich zu ersparen.

Nichts lieber als das! Doch wie macht man es? Wie kann man sein Gehirn dazu bringen, einem solche negativen Gedanken nicht aufzuzwingen?
Als ersten Schritt kann man zumindest mal versuchen, die negativen Gedanken mit aller Macht zu unterdrücken, was natürlich auch nicht immer auf Anhieb funktionieren wird...


Aber in einer ganz anderen Sache habe ich es in einem langwierigen Prozess erfolgreich geschafft, gewisse unerwüschte Gedanken und Emotionen immer weiter zu unterdrücken, bis sie irgendwann in den entsprechenden Situationen überhaupt nicht mehr aufgekommen sind.
Aber das ist ein schwerer und steiniger Weg, der gut und gerne mal einige Jahre dauern kann.


In einigen Punkten muss ich dir leider Recht geben: Ich habe hohe Ansprüche an mich und an meine Mitmenschen, meine Verkrampfung macht das Entstehen von Gefühlen nahezu unmöglich und ich kann mich nicht richtig auf andere Leute einlassen – wenngleich es Ausnahmen gibt. Meine engsten Freunde sind solche Ausnahmen: Ich habe mit der Zeit gelernt, mich auf sie einzulassen. Wenn das nicht so wäre, hätten diese Freundschaften nicht die Qualität und Intensität, die sie haben. Früher war das übrigens ganz anders, da waren meine Freundschaften aus genau dem Grund viel oberflächlicher.

Ich würde aber trotzdem nicht ganz so weit gehen, wie du. So denke ich nicht, dass ich so sehr „mit mir selbst beschäftigt bin, dass ich gar nicht auf die Besonderheiten anderer Leute eingehen kann“. Zeigen meine wirklich engen Freunde (die zugegeben nur wenige sind) nicht, dass ich diese Fähigkeit zumindest im Ansatz besitze, auch wenn es es in Sachen Liebe ja noch einmal deutlich intensiver ist?

Aber wie dem auch sei: Wie kann ich die von dir aufgezeigten Probleme denn verbessern?
Ich glaube, dass Lotusknospe hier eine ganz wichtige Sache angesprochen hat.


Und der einzige Weg, etwas daran zu ändern, ist, auch Leuten, die du auf den ersten Blick aufgrund irgendeines Makels gleich ablenen würdest, ganz bewusst eine Chance zu geben. Auch hier musst du dich dazu zwingen, etwas zu tun, was du normalerweise nicht tun würdest.

Dazu noch eine kleine Anekdote aus einem ganz anderen Bereich:
Als Trainer und Betreuer habe ich immer wieder mit sehr anstrengenden Kindern, Störenfrieden, usw. in meinen Gruppen zu tun und muss mich anstrengen, sie trotzdem möglichst gleich zu behandeln, wie alle anderen "braven" Kinder in meiner Gruppe. Ich muss ihnen die selben Chancen geben - auch wenn ich sie vorher zig mal ermahnen musste, usw. und ich versuche, ihnen dafür auch niemals böse zu sein.
Das ist sicher nicht der einfache und entspannte Weg. Aber wenn ich mich auch auf diese Kinder einlasse, zeigen sie mir mit der Zeit oftmals, dass sie auch noch ganz andere Eigenschaften haben.
So durfte ich z.B. erfahren, dass hinter der Fassade eines extrem wilden und anstrengenden Mädchens ein unglaublich schlauer Kopf steckt, dass dieses Mädchen auch hochkonzentriert und ruhig ein Buch verschlingen kann, usw. und ich habe dieses Mädchen letztendlich wirklich ins Herz geschlossen, obwohl ich am Anfang nur einen wilden, rothaarigen Störenfried vor mir sah.

Ich verstehe was du meinst, ja. Ich wüsste auch sehr gerne, worin meine Angst genau besteht und welches die tieferen Ursachen dafür sind. Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, eine Therapie zu beginnen. Unabhängig von allen praktischen Aspekten, die ich schon öfters erwähnt habe, will ich mich mit einigen Aspekten meiner Vergangenheit nicht beschäftigen. Das ist aber genau das, was Psychologen am meisten lieben.

Vielleicht macht es deine Weigerung, dich mit gewissen Dingen zu beschäftigen, ja auch unmöglich, bei deinen akutellen Problemen weiter zu kommen...
Und vielleicht musst du dir dann auch irgendwann eingestehen, dass du nicht weiter kommst, wenn du die letzten Möglichkeiten, die sich dir bieten, ablehnst.
Eine andere Angst, die mich lähmt, sind einige negativen Beispiele aus meiner Familie: In meiner Familie gibt es gleich mehrere Alleinstehenden, die mittlerweile zwischen 50 und 60 sind und auch noch nie einen Partner hatten. Sie hatten keinen in jungen Jahren, dann hatten sie auf Grund ihres Jobs, der sie voll in Anspruch genommen hat, gar keine Zeit für Hobbys, in denen sie ihren Partner hätten kennenlernen können – und jetzt? Jetzt sind sie zu alt, um eine Familie zu gründen… Klar, es können noch andere Gründe hinter ihrem Alleinsein stecken, aber ihr Beispiel macht mir Angst. Und das wiederum verkrampft mich wohl.
Diese abschreckenden Beispiele solltest du viel eher als Motivation dazu sehen, dein Leben aktiv anders zu gestalten!

Und hast du nicht Angst, dass diese Kombination bei dir nie eintritt, und dass du nicht genügend neue Leute kennenlernst, als dass du eine ernsthafte Chance hättest, eine Freundin zu finden?
Selbstverständlich könnte das durchaus passieren... aber was bringt es mir, wenn ich mir den Kopf darüber zerbreche?

So wird es wohl leider sein. Ich fange an, Panik zu kriegen, mache mir immer mehr Druck und verkrampfe mich immer mehr, was dazu führt, dass meine Chancen, jemals eine Freundin zu finden, noch geringer werden. Ich muss also unbedingt aus diesem Teufelskreis herauskommen. Das kann nur dadurch geschehen, dass ich lockerer werde. Aber wie?
Wie? - Das wurde hier schon unzählige male gesagt: Indem du über deinen Schatten springst, Dinge tust, die dir eigentlich widerstreben, Erfahrungen machst, die dich viel Überwindung kosten, usw.

Ich bin schon in der Lage, Gefühle zu empfinden. Eigentlich. Denn selbst wenn ich ein wunderschönes Erlebnis habe, kann ich es oft nicht in vollen Zügen genießen, weil negative Gedanken in mir aufkommen. Die versuche ich dann so gut es geht beiseite zu schieben, was mir dann meistens gelingt. Aber es ist schon unglaublich, dass diese negativen Gedanken überhaupt entstehen. Das ist übrigens alles andere als rational, schließlich gibt es überhaupt keinen Grund, diese negativen Gedanken zu haben – abgesehen von meiner Angst. Ich bin also, um es mal etwas überspitzt zu formulieren, schon etwas schizophren. Ein Teil von mir ist sehr sachlich und rational, ein anderer Teil lässt sich manchmal von negativen Gedanken leiten, für die es keinen Grund gibt. Das Rationale und Sachliche tritt meistens dann auf, wenn es darum geht, Strategien zu entwickeln. Aber wie du schon sagtest: Liebe passiert auf einer anderen Ebene.
Ich kenne diese negativen Gedanken in schönen Situationen duchaus aus eigener Erfahrung. Aber ich habe auch Dinge gefunden, bei denen ich ganz ohne diese Gedanken einfach nur im hier und jetzt glücklich sein kann.
Bei mir ist das die ehrenamtliche "Arbeit" mit Kindern - und damit eine Sache, die ich mir früher niemals hätte vorstellen können und die ich erst mal aus völlig anderen Gründen angefangen habe, bevor ich gemerkt habe, wie schön diese Sache tatsächlich ist.


Von daher solltest du vielleicht auch mal neue Dinge ausprobieren, bei denen du nicht unbedingt glaubst, dass es dir Spaß machen könnte. - Vielleicht mekrst du ja, dass du dich in dieser Hinsicht falsch eingeschätzt hast und findest etwas, das dich tatsächlich glücklich macht.

Und selbst die Entscheidung, es mal mit professioneller Hilfe zu versuchen, obwohl du wenig davon hältst, könnte eine Sache sein, bei der du über deinen Schatten springen kannst und evtl. wider Erwarten feststellen kannst, dass sie dich doch weiter bringt.
Ich habe schon eine genaue vorstellen dessen, wie sich die typische Frau und der typische Mann verhalten. Das ist umso merkwürdiger, als ich selbst nicht dem traditionellen Männerbild entspreche (ein Anführer sein, usw.). Aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum ich in diesen Rollenbildern denke…
Dann zwinge dich dazu, diese bescheuerten Gedanken beiseite zu schieben, wenn sie mal wieder aufkommen!
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Es könnten sich ja mal einpaar Frauen mit typischen und untypisch en Ansprüchen mit Dir treffen. Es würde bestimmt schnell einfallen wieso die Richtige dich nicht anspricht.


Ich verstehe nicht ganz, was du meinst. Könntest du es mir noch einmal erklären?


Ich glaube, du kannst das nur verbessern, indem du glücklicher wirst. Je glücklicher, desto mehr Toleranz und Neugierde hat man, weil man weniger Energie für sich selbst braucht und mehr Energie für die "Überraschungen des Lebens" hat. Je glücklicher und zufriedener man selbst ist, desto offener ist man auch.
Und wenn du mich fragst, wie du glücklicher werden kannst:
- Schlüsselerlebnis (da musst du aber schon sehr viel Glück haben)
- Therapie
- Selbsttherapie (such dir einen alternativen Sinn des Lebens, der nicht darauf fokussiert ist, dass du ne Partnerin an deiner Seite haben musst.)


Ich weiß, dass einiges an mir liegt, aber eben auch nicht alles. Warum bist du denn so sehr davon überzeugt? Ich verstehe das wirklich nicht…


Du sagst, ich solle glücklicher werden, womit ich vollkommen einverstanden bin. Und im Grunde genommen bist du der Meinung, dass eine Therapie – egal in welcher Form – die einzige Lösung ist. Aber glaubst du nicht, dass auch Faktoren wie Glück (im Sinne von Zufall) und das Verhalten meiner Mitmenschen eine wesentliche Bedeutung haben?


In Zeiten, in denen ich mich oft mit Freunden treffe, denke ich nicht so oft an meine Probleme und bin auch glücklich. Aber es ist nun mal so, dass immer mehr Freunde immer weniger Zeit haben, und dass mein Freundeskreis nicht mehr wächst, sondern schrumpft. Klar, ich habe sehr viele Bekannten, aber das ist nicht das Gleiche, zumal oft kein Interesse – manchmal auf meiner, oft aber auf ihrer Seite – an einer richtigen Freundschaft besteht: Man sieht sich ab-und-zu, hat Spaß, aber das war’s auch schon. So ist es zum Beispiel mit meinen Bekannten vom Stammtisch oder mit einigen Doktorandenkollegen. Ich habe auf Grund meiner Situation aber kaum noch die Möglichkeit, leicht neue Leute kennenzulernen – so wie es noch der Fall war, als ich noch richtig studiert habe.



Klar, ich gehe viel raus: sei es um zu schwimmen, um mir einen Vortrag anzuhören, usw. Aber es reicht nicht, unter Menschen zu sein, um sich nicht einsam zu fühlen. Ich muss dafür von Freunden umgeben sein, wenn auch natürlich nicht 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche. Ich brauche meine Freunde einfach. Mit wem sollte ich sonst Dinge teilen, die ich erlebt habe? Mit wem sollte ich sonst Sachen zusammen erleben? Mit wem sollte ich sonst über Dinge reden, die mir wichtig sind?, usw.


Worin soll also der Sinn meines Lebens bestehen? Wenn ich die Arbeit als das Wichtigste überhaupt betrachtet, für die ich alles opfere, werde ich vielleicht erfolgreich, weniger einsam aber sicher nicht. Und eine Freundin würde ich so noch weniger finden können. Sport- oder Sprachkurse sind immer nur auf Zeit und auf jeden Fall zu kurz, um darin einen neuen Sinn für sein Leben zu finden. Klar, ich könnte mich ehrenamtlich engagieren? Aber wo? Es gibt nichts, das mich interessiert oder für das ich geeignet bin: Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International, um nur zwei Beispiele zu nehmen, kommen für mich alleine schon wegen der Ideologie nicht in Frage, die mir oft zu radikal ist; ich bin nicht religiös genug, um mich in einer kirchlichen Gemeinde zu engagieren; eine Partei würde mich prinzipiell engagieren, aber wo soll der Reiz sein, sich zu engagieren, wenn man nicht einmal an den Wahlen teilnehmen kann? Und diese Liste ließe sich problemlos weiterführen.



Vielleicht meintest du aber auch etwas ganz anderes…


Tatsächlich gibt es sehr viele unterschiedliche Therapieansätze und nicht überall wird deine Vergangenheit aufgerollt. Ich glaube auch, du kannst dich dagegen wehren, wenn du das nicht willst. Ich kenne sogar Psychologen, die selbst gar nichts davon halten, sich ewig in der Vergangenheit aufzuhalten, weil sie eben sagen, dass es für die Zukunft nicht notwendigerweise etwas bringt. Ich würde daher deine prinzipielle Ablehnung eines psychologischen Beratungsgesprächs ernsthaft überdenken. Du behinderst dich damit nämlich wirklich selbst. Ich kenne auch tatsächlich mehrere Menschen in deinem Alter (und älter), die in deiner Situation sind (oder es waren) und die nicht diese Panik und Angst ausströmen, wie du es tust. Denen würde ich nicht raten, zum Psychologen zu gehen, weil sie diese Situation zwar natürlich stört, aber nicht so ungemein belastet, wie es bei dir der Fall ist.


Ich hab dir auch gesagt, dass es NICHT so laufen muss wie du befürchtest, nämlich wenn du selbst von Beginn an sagst, dass du dieses und jenes Thema nicht anschneiden willst (und auch darauf beharrst), wenn du dir einen guten Therapeuten suchst oder halt von Beginn an eine Verhaltenstherapie machst, in der es eben nicht um die Vergangenheit geht. Ich persönlich bin der Meinung, dass wenn man Themen die einen belasten völlig unangetastet lässt, sie zu einem ständig nagenden Etwas im Hintergrund werden. Aber das muss jeder selbst wissen. Dennoch finde ich immer noch, dass du eine Therapie bräuchtest, weil du aus dir selbst überhaupt nicht rauskommst.


OK, ich habe wohl tatsächlich eine viel zu klischeehafte Vorstellung dessen, worin eine Therapie besteht. Aber wie würdet ihr die Sache konkret angehen? Ich könnte in einem ersten Schritt Kontakt mit der Psychologischen Beratung der Uni aufnehmen – eine dort arbeitende Psychologin hatte mir ja angeboten, mir bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten zu helfen. Was sollte ich aber genau fragen? Ihr seid ja alle der Meinung, dass so viel in einem Leben einfach nicht in Ordnung ist… Und wie viel kostet so eine Therapie in etwa – sowohl zeitlich als auch finanziell? Eins ist zumindest sicher: Für die finanziellen Kosten müsste ich ganz alleine aufkommen. Ich bin nämlich über mein Heimatland versichert und habe hier nur einen Anspruch auf medizinische Grundversorgung.


Frag sie doch mal, warum sie alleine sind. Vielleicht sind sie es ja freiwillig. Soll's ja auch geben.


Klar, die gibt es, auch in meiner Familie. Aber diejenigen, an die ich denke, sind nicht freiwillig alleine – dafür ist ihr Frust viel zu spürbar.


Und deshalb weiß ich nicht ob es noch irgendwas bringt, dir zu antworten. Ich würde gerne was sagen, das hilft, das dich weiterbringt, aber ich glaube, dass dein Problem einfach tiefer liegt.



Ich hoffe, dass du dich täuschst, denn wenn du Recht haben solltest, wäre es die reinste Katastrophe: Es würde bedeuten, dass absolut nichts in Ordnung ist mit mir und dass eine Lösung des Problems, wenn sie überhaupt möglich ist, extrem zeitintensiv und nervenauftreibend wäre und nur in vielen Jahren zu erreichen ist. Die Kraft und die Energie, die ich dafür aufbringen müsste, habe ich nicht, und so lange will ich nicht noch warten müssen, um endlich eine Freundin zu haben.


Locker wirst du nicht durch denken sondern durch handeln. Durch Nicht-Denken.


Und konkret?



Da kann ich nur meine Aussage zum drölfzigsten mal wiederholen: Wenn du mehr unter Leute kommen willst, musst du dir eben Hobbies und Interessen zulegen, denen man zusammen mit anderen Leuten nachgehen kann. - Und wenn dir dazu aktuell die Zeit fehlt, musst du eben die einsamen Aktivitäten einschränken, die deine Zeit beanspruchen.


Das alles ist mir doch bewusst. Und ich bin auch nicht vollkommen inaktiv geblieben. So habe ich mich auch für das Sprachcafé entschieden, das ich schon öfters erwähnt habe: Ich kann etwas machen, was mir Spaß macht, es ist nicht zeitlich beschränkt, und man trifft oft die gleichen Leute. Das Ganze hat aber nur einen kleinen Hacken: Die Leute außerhalb des Stammtisches zu treffen, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ich verstehe mich zwar gut mit ein paar Leuten, und wir haben auch viel Spaß, aber sie sehen oft auch nicht das Interesse, sich mal einfach so zu treffen – man sieht sich ja sowieso spätestens beim nächsten Stammtisch.



Abgesehen davon habe ich nun mal auch nach sehr langem Suchen kein Hobby gefunden, das die von dir genannten Kriterien erfüllt. Sport kommt zum Beispiel schon einmal nicht in Frage: Ich mag schwimmen sehr, aber ich wäre für einen Verein viel zu schlecht und viel zu alt – ich habe auch erst viel zu spät (vor zwei Jahren!) damit begonnen. Und abgesehen vom Schwimmen und vom Radfahren kann ich überhaupt nichts. Irgendwelche Sport- oder Sprachkurse können ganz nett sein, aber als „neue Hobbys“ sind sie vollkommen ungeeignet, da sie nur auf Zeit sind. Und wie ich schon Lotusknospe geschrieben habe: Ein Engagement in „Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International, um nur zwei Beispiele zu nehmen, kommt für mich alleine schon wegen der Ideologie nicht in Frage, die mir oft zu radikal ist; ich bin nicht religiös genug, um mich in einer kirchlichen Gemeinde zu engagieren; eine Partei würde mich prinzipiell engagieren, aber wo soll der Reiz sein, sich zu engagieren, wenn man nicht einmal an den Wahlen teilnehmen kann?“ Ich habe mich auch über einen Debattierclub in meiner Stadt informiert: Das Konzept gefällt mir sehr (Unterhaltung über aktuelle politische oder wirtschaftliche Themen), aber die sind extrem elitär: Sie nehmen nicht jeden auf, veranstalten jedes Jahr ein Wettbewerb, usw. Es gibt in meiner Stadt auch ein „Tatort“-Café, aber es ist recht schwierig, dort Kontakte zu knüpfen: Es gibt nicht unbedingt eine große Kontinuität, was die Teilnehmer betrifft, viele Leute kommen mit Freunden und setzen sich dann an einen kleinen Tisch. Ganz ehrlich: Mir fällt einfach nichts mehr ein, was mir gefallen könnte und mir gleichzeitig die Möglichkeiten bieten würde, neue Leute kennenzulernen.


Und wenn du nur darüber jammerst, dass du zu wenig Zeit hast, ist es dir schlicht und ergreifend nicht wichtig genug, neue Leute kennenzulernen. - Sonst würdest du dein Leben so umstrukturieren, dass du Zeit dazu hast.


Die Zeit ist nicht das Hauptproblem. In meinem letzten Beitrag habe ich übrigens etwas ganz Bestimmtes gemeint. Wenn du einen Sprachkurs machst, besteht dieser aus 2x2 Stunden pro Woche – entweder morgens (da kann ich nicht) oder abends, und zwar das ganze Semester lang. Parallel dazu musst du dann noch recht viele Hausaufgaben machen, ein Referat vorbereiten, für die Klausur lernen, usw. Denn es ist ja klar: Du musst den Kurs bestehen, um weitermachen zu können. Die Kurse sind in der Regel auch gut, aber der Aufwand ist echt groß.


Aber es war deine eigene Entscheidung, zu promovieren - und somit musst du eben auch entweder die Begleitumstände der Promotion akzeptieren, oder die Entscheidung revidieren und die Promotion abbrechen.


Jammern bringt dich auch hier keinen Millimeter weiter.


Das ist mir durchaus bewusst. Die Sache ist nur: Wenn ich nicht promoviert hätte, wäre es (noch) viel schlimmer gewesen, weil ich mit meinem Abschluss kaum etwas hätte machen können.


Aber in einer ganz anderen Sache habe ich es in einem langwierigen Prozess erfolgreich geschafft, gewisse unerwüschte Gedanken und Emotionen immer weiter zu unterdrücken, bis sie irgendwann in den entsprechenden Situationen überhaupt nicht mehr aufgekommen sind. Aber das ist ein schwerer und steiniger Weg, der gut und gerne mal einige Jahre dauern kann.


Ich zwinge mich oft auch dazu, negative Gedanken zu verdrängen, manchmal sogar mit Erfolg. Aber was bringt es? Im Moment bin ich zwar glücklicher, aber irgendwann wache ich auf und merke, dass sich nichts wirklich geändert hat. Um etwas konkreter zu werden: Es gab im vergangenen Jahr immer wieder Zeiten, in denen ich kaum an meine Probleme gedacht habe, in denen ich ziemlich glücklich war, aber bin ich meinem Ziel näher gekommen? Nein.


Und der einzige Weg, etwas daran zu ändern, ist, auch Leuten, die du auf den ersten Blick aufgrund irgendeines Makels gleich ablenen würdest, ganz bewusst eine Chance zu geben. Auch hier musst du dich dazu zwingen, etwas zu tun, was du normalerweise nicht tun würdest.


Um ihnen eine Chance geben zu können, muss ich sie aber erst kennenlernen. So viele neue Leute lerne ich aber nicht mehr kennen. Aber ihr habt mich schon letztes Jahr davon überzeugt, dass ich meinen Mitmenschen eine Chance geben muss, statt sie sofort abzulehnen. Ich bemühe mich also darum.


Wie? - Das wurde hier schon unzählige male gesagt: Indem du über deinen Schatten springst, Dinge tust, die dir eigentlich widerstreben, Erfahrungen machst, die dich viel Überwindung kosten, usw


Solche Dinge habe ich auch schon gemacht. Allerdings gab es immer jemand, der mir einen kleinen Ruck gegeben hat oder mir zumindest einen Vorschlag gemacht hat, den ich angenommen habe. Ich wäre zum Beispiel nie im Leben alleine in einen Club gegangen. Problematisch wird es, wenn ich vollkommen alleine, auf mich selbst gestellt bin.


Von daher solltest du vielleicht auch mal neue Dinge ausprobieren, bei denen du nicht unbedingt glaubst, dass es dir Spaß machen könnte. - Vielleicht mekrst du ja, dass du dich in dieser Hinsicht falsch eingeschätzt hast und findest etwas, das dich tatsächlich glücklich macht.


Das kann natürlich sein, ja. Ich muss aber erst einmal etwas finden...
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich weiß, dass einiges an mir liegt, aber eben auch nicht alles. Warum bist du denn so sehr davon überzeugt? Ich verstehe das wirklich nicht…


Wo hab ich denn das geschrieben? Ich habe doch seit Anfang deiner Threads betont, dass du nicht allein "Schuld" an deiner Situation hast. Natürlich ist es eine Mischung aus familiärer Prädisposition, Erziehung, Umstände, Lebensentscheidungen, Zufall, Glück, Pech, Erfahrungen, die dich in die Situation gebracht haben, in der du jetzt eben bist. Es geht aber nicht um die Situation, in der du bist, sondern, wie du damit umgehst, und ja, dafür bist du verantwortlich wie du damit umgehst. Oder meinst du, jeder Mensch in deiner Situation würde so damit umgehen wie du es tust?


Du sagst, ich solle glücklicher werden, womit ich vollkommen einverstanden bin. Und im Grunde genommen bist du der Meinung, dass eine Therapie – egal in welcher Form – die einzige Lösung ist. Aber glaubst du nicht, dass auch Faktoren wie Glück (im Sinne von Zufall) und das Verhalten meiner Mitmenschen eine wesentliche Bedeutung haben?

Das Verhalten deiner Mitmenschen kannst du nicht steuern und nicht bewusst verändern. Es ist müßig sich darüber Gedanken zu machen, was anders wäre, wenn die Situation anders wäre. Ich schrieb ja, ein Schlüsselerlebnis würde vermutlich auch den Knoten in deinem Kopf lösen. Du kannst natürlich auch herumsitzen und auf dein Schlüsselerlebnis warten. Ich würde mich aber nicht drauf verlassen, dass es bald auftaucht.

In Zeiten, in denen ich mich oft mit Freunden treffe, denke ich nicht so oft an meine Probleme und bin auch glücklich. Aber es ist nun mal so, dass immer mehr Freunde immer weniger Zeit haben, und dass mein Freundeskreis nicht mehr wächst, sondern schrumpft. Klar, ich habe sehr viele Bekannten, aber das ist nicht das Gleiche, zumal oft kein Interesse – manchmal auf meiner, oft aber auf ihrer Seite – an einer richtigen Freundschaft besteht: Man sieht sich ab-und-zu, hat Spaß, aber das war’s auch schon. So ist es zum Beispiel mit meinen Bekannten vom Stammtisch oder mit einigen Doktorandenkollegen. Ich habe auf Grund meiner Situation aber kaum noch die Möglichkeit, leicht neue Leute kennenzulernen – so wie es noch der Fall war, als ich noch richtig studiert habe.

Du wiederholst dich. Was du erzählst, habe ich schon längst wahrgenommen, aber es ändert nichts an der Tatsache: Du bist mit dieser Situation nicht alleine und andere Leute kämpfen mit ähnlichen Problemen oder noch schlimmeren. Aber trotzdem leiden sie nie so sehr wie du es tust. Du hattest die Wahl nach deinem Studium einen Szeneriewechsel zu vollziehen. Du hast dich dagegen entschieden und du hast dich auch gegen eine WG entschieden. Jetzt bist du in einer Situation gefangen, mit der du wohl oder übel die nächsten Jahre zurecht kommen musst. Ich sage nicht, dass es die falsche Entscheidung gewesen ist, aber so ist es nun eben. Du hättest auch woanders dein Doktorat machen können und deine Freunde zurücklassen können. Wolltest du nicht. Ok! Aber dann musst du auch einen Weg finden, wie du dich mit der Situation arrangierst bzw. wie du das beste draus machen kannst.

Worin soll also der Sinn meines Lebens bestehen? Wenn ich die Arbeit als das Wichtigste überhaupt betrachtet, für die ich alles opfere, werde ich vielleicht erfolgreich, weniger einsam aber sicher nicht.
Und eine Freundin würde ich so noch weniger finden können. Sport- oder Sprachkurse sind immer nur auf Zeit und auf jeden Fall zu kurz, um darin einen neuen Sinn für sein Leben zu finden. Klar, ich könnte mich ehrenamtlich engagieren? Aber wo? Es gibt nichts, das mich interessiert oder für das ich geeignet bin: Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International, um nur zwei Beispiele zu nehmen, kommen für mich alleine schon wegen der Ideologie nicht in Frage, die mir oft zu radikal ist; ich bin nicht religiös genug, um mich in einer kirchlichen Gemeinde zu engagieren; eine Partei würde mich prinzipiell engagieren, aber wo soll der Reiz sein, sich zu engagieren, wenn man nicht einmal an den Wahlen teilnehmen kann? Und diese Liste ließe sich problemlos weiterführen.


Vielleicht solltest du mal ein bisschen abstrakter denken. Wenn du aber so verbissen und fokussiert auf dein Problem bist, dann ist das schwierig. Lies dich ein bisschen in philosophische Werke zu dem Thema ein. Vielleicht gibt dir das Inspiration.

OK, ich habe wohl tatsächlich eine viel zu klischeehafte Vorstellung dessen, worin eine Therapie besteht. Aber wie würdet ihr die Sache konkret angehen? Ich könnte in einem ersten Schritt Kontakt mit der Psychologischen Beratung der Uni aufnehmen – eine dort arbeitende Psychologin hatte mir ja angeboten, mir bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten zu helfen. Was sollte ich aber genau fragen? Ihr seid ja alle der Meinung, dass so viel in einem Leben einfach nicht in Ordnung ist… Und wie viel kostet so eine Therapie in etwa – sowohl zeitlich als auch finanziell? Eins ist zumindest sicher: Für die finanziellen Kosten müsste ich ganz alleine aufkommen. Ich bin nämlich über mein Heimatland versichert und habe hier nur einen Anspruch auf medizinische Grundversorgung.

Ich würde erstmal bei der Krankenkasse nachfragen, ob es wirklich nicht möglich ist, dass eine Therapie von ihnen gezahlt wird (was heißt denn "medizinische Grundversorgung"?). Dann würde ich mit der Psychologin reden und fragen, was sie denn für Therapievorstellungen hätte, die für dich geeignet wären. Alternativ würde ich auch beim Hausarzt dein Problem schildern und ihn fragen, ob er eine Idee hat.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich verstehe was du meinst, ja. Ich wüsste auch sehr gerne, worin meine Angst genau besteht und welches die tieferen Ursachen dafür sind. Aber ich kann mich einfach nicht dazu überwinden, eine Therapie zu beginnen. Unabhängig von allen praktischen Aspekten, die ich schon öfters erwähnt habe, will ich mich mit einigen Aspekten meiner Vergangenheit nicht beschäftigen. Das ist aber genau das, was Psychologen am meisten lieben.
Kongnitive Verhaltenstherapie funktioniert zum Großteil NICHT so, dass gezielt Vergangenes aufbereitet wird, sondern ist eher eine Art Schule, mit verschiedenen, dich belastenden Situationen anders umzugehen und deine Gefühle in produktivere Bahnen zu lenken.
Vielleicht solltest du dir dazu erstmal ein Buch durchlesen, um dir deine Ängste davor zu nehmen. Z.b. http://www.amazon.de/Feeling-Good-The-Mood-Therapy/dp/0380810336/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389119742&sr=8-1&keywords=the new mood therapy ist wirklich gut.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
... man bemüht sich nicht um Zufriedenheit und Glück im Augenblick, um damit ein Ziel zu erreichen. Man bemüht sich darum um zufrieden und glücklich mit dem Augenblick zu sein.
Etwas, dass du immer noch nicht verstanden zu haben scheinst.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Vielleicht solltest du dir dazu erstmal ein Buch durchlesen, um dir deine Ängste davor zu nehmen. Z.b. http://www.amazon.de/Feeling-Good-The-Mood-Therapy/dp/0380810336/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389119742&sr=8-1&keywords=the new mood therapy ist wirklich gut.

Das Buch ist wirklich super. Wird auch gern mal therapiebegleitend von Psychologen empfohlen. Ich setz mal den Link zur deutschen Version rein: http://www.amazon.de/Feeling-Good-Depressionen-Selbstachtung-wohlzufühlen/dp/3873876280
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit

Wo hab ich denn das geschrieben? Ich habe doch seit Anfang deiner Threads betont, dass du nicht allein "Schuld" an deiner Situation hast. Natürlich ist es eine Mischung aus familiärer Prädisposition, Erziehung, Umstände, Lebensentscheidungen, Zufall, Glück, Pech, Erfahrungen, die dich in die Situation gebracht haben, in der du jetzt eben bist. Es geht aber nicht um die Situation, in der du bist, sondern, wie du damit umgehst, und ja, dafür bist du verantwortlich wie du damit umgehst. Oder meinst du, jeder Mensch in deiner Situation würde so damit umgehen wie du es tust?

Du hast natürlich Recht. Wenn ich deprimiert bin, bin ich oft sehr empfindlich und vergesse, dass ich nicht der Einzige bin, der solche Probleme hat. Tut mir leid…


Du hattest die Wahl nach deinem Studium einen Szeneriewechsel zu vollziehen. Du hast dich dagegen entschieden und du hast dich auch gegen eine WG entschieden. Jetzt bist du in einer Situation gefangen, mit der du wohl oder übel die nächsten Jahre zurecht kommen musst. Ich sage nicht, dass es die falsche Entscheidung gewesen ist, aber so ist es nun eben. Du hättest auch woanders dein Doktorat machen können und deine Freunde zurücklassen können. Wolltest du nicht. Ok! Aber dann musst du auch einen Weg finden, wie du dich mit der Situation arrangierst bzw. wie du das beste draus machen kannst.



Meine Entscheidung gegen eine WG (vielleicht sollte ich sie doch revidieren…) ist eine Sache, das mit der Promotion eine ganz andere. Da wäre es wirklich bekloppt gewesen, die Uni zu wechseln. So gute Möglichkeiten hätte ich an einer anderen Uni nicht gehabt. Aber es ändert nichts daran, dass es meine Entscheidung war, und dass ich deren Konsequenzen austragen muss, auch da hast du Recht.


Vielleicht solltest du mal ein bisschen abstrakter denken. Wenn du aber so verbissen und fokussiert auf dein Problem bist, dann ist das schwierig. Lies dich ein bisschen in philosophische Werke zu dem Thema ein. Vielleicht gibt dir das Inspiration.


Komischerweise habe ich im Studium keine Schwierigkeiten, abstrakt zu denken. Sobald es aber um das konkrete Leben, um den Alltag geht, fällt es mir wirklich sehr schwer. Ich verstehe zum Beispiel nicht, woran du denkst, wenn du vom abstrakten Denken sprichst.


Ich würde erstmal bei der Krankenkasse nachfragen, ob es wirklich nicht möglich ist, dass eine Therapie von ihnen gezahlt wird (was heißt denn "medizinische Grundversorgung"?). Dann würde ich mit der Psychologin reden und fragen, was sie denn für Therapievorstellungen hätte, die für dich geeignet wären. Alternativ würde ich auch beim Hausarzt dein Problem schildern und ihn fragen, ob er eine Idee hat.


Meine Krankenkasse würde sicherlich eine Therapie zahlen – die Frage ist nur, ob sie auch die Kosten für eine Therapie im Ausland übernehmen würde. Das Ziel der europäischen Versicherungskarte, die ich habe, ist eigentlich, dass man sich im Notfall im europäischen Land, in dem sich gerade befindet, behandeln lassen kann. Alles läuft aber über die Krankenkasse des Heimatlandes. Wenn ich hier zum Arzt gehe, muss ich schriftlich versichern, dass ich nicht zum Zweck der Behandlung nach Deutschland gekommen bin. Auch das war eine schlechte Entscheidung: Ich habe mich für diese Variante entschieden, weil sie für mich finanziell gesehen sehr viel günstiger ist (in meinem Heimatland zahlt man als Student fast nichts im Vergleich zu hier), und weil ja ursprünglich geplant war, dass ich nur für ein Jahr hier bleibe. Das führt auch dazu, dass ich in Deutschland keinen Hausarzt habe – ich war ein, zweimal hier beim Arzt, aber eben nur für Notfälle – wenn es nichts Dringendes ist, gehe ich zu meinem Hausarzt in meiner Heimat.


Aber gut, ich kann mich bei der Krankenkasse trotzdem mal erkundigen, das kostet ja nichts.


Kongnitive Verhaltenstherapie funktioniert zum Großteil NICHT so, dass gezielt Vergangenes aufbereitet wird, sondern ist eher eine Art Schule, mit verschiedenen, dich belastenden Situationen anders umzugehen und deine Gefühle in produktivere Bahnen zu lenken. Vielleicht solltest du dir dazu erstmal ein Buch durchlesen, um dir deine Ängste davor zu nehmen. Z.b. http://www.amazon.de/Feeling-Good-The-Mood-Therapy/dp/0380810336/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389119742&sr=8-1&keywords=the new mood therapy ist wirklich gut.


Vielen Dank für den Buchtipp! Ich werde mir das Buch bestellen (danke an Guinan für den Link zur deutschen Version!) und es anschließend lesen. Schaden kann es ja nicht.



... man bemüht sich nicht um Zufriedenheit und Glück im Augenblick, um damit ein Ziel zu erreichen. Man bemüht sich darum um zufrieden und glücklich mit dem Augenblick zu sein. Etwas, dass du immer noch nicht verstanden zu haben scheinst.



Doch, ich habe es verstanden. Wenn ich mich mit Freunden treffe oder meinen Hobbys nachgehe, dann geht es mir einzig und alleine darum, im Augenblick zufrieden und glücklich zu sein. Als ich mich vor zwei Jahren fürs Schwimmen entschieden habe, habe ich mir in erster Linie davon erhofft, ein neues Hobby zu finden, welches mir Spaß macht, und mir gleichzeitig ermöglicht, zufriedener mit mir selbst zu werden. Und wenn ich zum Sprachcafé gehe, dann mache ich das nicht, weil ich mir davon erhoffe, eine Freundin zu finden, sondern weil ich einfach Spaß daran habe.


Aber es ändert in der Tat nichts daran, dass es sich um keine allgemeine Zufriedenheit, bzw. kein allgemeines Glück handelt – sobald ich mal weniger Freunde sehe oder bestimmten Hobbys weniger nachgehen kann, geht es mir wieder schlechter. Daran, dass es nicht mehr so ist, muss ich gewiss arbeiten.

 
S

Benutzer

Gast
Klar, ich könnte mich ehrenamtlich engagieren? Aber wo? Es gibt nichts, das mich interessiert oder für das ich geeignet bin: Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International, um nur zwei Beispiele zu nehmen, kommen für mich alleine schon wegen der Ideologie nicht in Frage, die mir oft zu radikal ist; ich bin nicht religiös genug, um mich in einer kirchlichen Gemeinde zu engagieren; eine Partei würde mich prinzipiell engagieren, aber wo soll der Reiz sein, sich zu engagieren, wenn man nicht einmal an den Wahlen teilnehmen kann? Und diese Liste ließe sich problemlos weiterführen.


Es gibt noch ganz andere Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Vielleicht gibt es auch in Deiner Stadt eine entsprechende Agentur, die Dir solche Angebote vorstellen kann?

Die Leute außerhalb des Stammtisches zu treffen, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ich verstehe mich zwar gut mit ein paar Leuten, und wir haben auch viel Spaß, aber sie sehen oft auch nicht das Interesse, sich mal einfach so zu treffen – man sieht sich ja sowieso spätestens beim nächsten Stammtisch.

Hast Du diese Leute denn schon mal konkret, also ganz klar und deutlich gefragt, ob ihr euch mal treffen könnt? Wie war ihre Reaktion?

Ich gebe zu, Deinen Thread nicht vollständig gelesen zu haben, sollte ich Dir also etwas vorschlagen, was für Dich nicht in Frage kommt, dann tut es mir leid :zwinker: Bist Du bei Facebook?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich weiß, dass einiges an mir liegt, aber eben auch nicht alles. Warum bist du denn so sehr davon überzeugt? Ich verstehe das wirklich nicht…
Die Frage, wer an was wie schuld ist, ist auf dem Weg zur Lösung deiner Probleme völlig unerheblich!
Du kannst nun mal weder das Verhalten anderer Menschen, noch irgendwelche äußeren Umstände ändern. Aber du kannst sehr wohl etwas an deinem Leben, deinem Verhalten, deinen Einstellungen und deiner Persönlichkeit ändern, um deine Probleme zu lösen.
Oder besser gesagt, du kannst es nicht nur, sondern es bleibt dir auch kein anderer Weg mit nennenswerten Erfolgsaussichten, die über die kleine Chance einer wundersamen und schicksalhaften, zufälligen Begegnung mit deiner perfekten Traumfrau hinaus gehen.

Du sagst, ich solle glücklicher werden, womit ich vollkommen einverstanden bin. Und im Grunde genommen bist du der Meinung, dass eine Therapie – egal in welcher Form – die einzige Lösung ist. Aber glaubst du nicht, dass auch Faktoren wie Glück (im Sinne von Zufall) und das Verhalten meiner Mitmenschen eine wesentliche Bedeutung haben?
Damit müsstest du dich eben auf Dinge verlassen, auf die du keinerlei Einfluss hast. - Aber dann kannst du dir auch gleich jegliche Gedanken über deine Probleme ersparen und in den Tag hinein leben, wenn du nichts an dir und deinem Leben aktiv verändern willst.

Und da du es offensichtlich ohne fremde Hilfe und Unterstützung, bzw. nur mit Hilfe virtueller Laienmeinungen nicht schaffst, so an den maßgeblichen Stellschrauben zu drehen, dass eine positive Entwicklung erkennbar ist, ist es naheliegend, dir zu empfehlen, Hilfe von Leuten in Anspruch zu nehmen, die aufgrund ihres Studiums etwas von diesem Metier verstehen.

Ich hoffe, dass du dich täuschst, denn wenn du Recht haben solltest, wäre es die reinste Katastrophe: Es würde bedeuten, dass absolut nichts in Ordnung ist mit mir und dass eine Lösung des Problems, wenn sie überhaupt möglich ist, extrem zeitintensiv und nervenauftreibend wäre und nur in vielen Jahren zu erreichen ist. Die Kraft und die Energie, die ich dafür aufbringen müsste, habe ich nicht, und so lange will ich nicht noch warten müssen, um endlich eine Freundin zu haben.
Ich habe den Eindruck, dass du nach wie vor nach ein paar einfachen Dingen suchst, die du tun kannst, um ganz sicher eine Freundin zu finden, ohne dabei großartig über deinen Schatten springen zu müssen, oder dich anderweitig großartig anstrengen zu müssen.
Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es diesen leichtn Weg nicht gibt und dass du nur die Wahl hast, ob du dich nun wirklich dafür ins Zeug legst, etwas an deiner unbefrideigenden Situation zu ändern, oder ob du lieber in deiner "Komfortzone" verharrst und versuchst, dich mit deinem Leben irgendwie zu arrangieren.

Das alles ist mir doch bewusst. Und ich bin auch nicht vollkommen inaktiv geblieben. So habe ich mich auch für das Sprachcafé entschieden, das ich schon öfters erwähnt habe: Ich kann etwas machen, was mir Spaß macht, es ist nicht zeitlich beschränkt, und man trifft oft die gleichen Leute. Das Ganze hat aber nur einen kleinen Hacken: Die Leute außerhalb des Stammtisches zu treffen, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ich verstehe mich zwar gut mit ein paar Leuten, und wir haben auch viel Spaß, aber sie sehen oft auch nicht das Interesse, sich mal einfach so zu treffen – man sieht sich ja sowieso spätestens beim nächsten Stammtisch.
Dieses Problem kenne ich leider aus eigener Erfahrung viel zu gut. Aber leider habe ich auch nicht mal den Hauch einer Ahnung, was ich tun könnte, um etwas an dieser unbefriedigenden Situation zu ändern, die ich nun schon in mehreren Vereinen, Unisport-Kursen, etc. hatte, bzw. habe.

Das ist mir durchaus bewusst. Die Sache ist nur: Wenn ich nicht promoviert hätte, wäre es (noch) viel schlimmer gewesen, weil ich mit meinem Abschluss kaum etwas hätte machen können.
Dann bleibt dir wohl oder übel nichts anderes übrig, als dich mit den Folgen deiner Entscheidung bei der Wahl des Studiengangs irgendwie zu arrangieren und zu versuchen, das beste aus deiner Situation zu machen.

Um ihnen eine Chance geben zu können, muss ich sie aber erst kennenlernen. So viele neue Leute lerne ich aber nicht mehr kennen. Aber ihr habt mich schon letztes Jahr davon überzeugt, dass ich meinen Mitmenschen eine Chance geben muss, statt sie sofort abzulehnen. Ich bemühe mich also darum.
Dann hoffe ich einfach mal, dass du es schaffst, dein Vorhaben wenigstens bei den wenigen Leuten in die Tat umzusetzen, die du noch kennenlernst.

Solche Dinge habe ich auch schon gemacht. Allerdings gab es immer jemand, der mir einen kleinen Ruck gegeben hat oder mir zumindest einen Vorschlag gemacht hat, den ich angenommen habe. Ich wäre zum Beispiel nie im Leben alleine in einen Club gegangen. Problematisch wird es, wenn ich vollkommen alleine, auf mich selbst gestellt bin.
Vielleicht solltest du dich dann ja gerde mal diesem Problem stellen und etwas völlig alleine tun. Das muss ja nicht gleich irgendeine Sache sein, die für dich extrem beängstigend ist...
Aber vielleicht gibt es ja auch Dinge, die dich nicht so extrem viel Überwindung kosten und die du auch mal ganz alleine ohne den Einfluss anderer Leute tun könntest.

Das kann natürlich sein, ja. Ich muss aber erst einmal etwas finden...
Das ist natürlich ein Problem... und ich muss zugeben, dass es bei mir einfach ein Glücksgriff war.
Ich war eben als Teilnehmer bei einer Veranstaltung meines Vereins dabei und wurde von den Leuten am Ende der Veranstaltung gefragt, ob ich nicht Lust dazu hätte, mich auch im Verein zu engagieren. Da mir dieses Engagement recht nette Chancen und Vergünstigungen bei der Ausübung meines Hobbys beschert hat, habe ich zugesagt und die Sache einfach mal unverbindlich ausprobiert, obwohl ich schon große Bedenken hatte, ob ich überhaupt der richtige Typ für diese Tätigkeiten bin.
Und wider Erwarten hat mir diese Arbeit dann gleich unglaublich viel Spaß gemacht, so dass ich mich heue auch ohne all die Vergünstigungen weiterhin sehr gerne engagieren würde...
 

Benutzer115625 

Beiträge füllen Bücher
Nichts für Ungut, du bist der Inbegriff eines weinerlichen Jammerlappens. Das ist nicht beleidigend gemeint, es ist eine schlichte Feststellung. Du siehst einfach in allem ein Problem, du suchst förmlich danach. Das ist seit ich deinen "Werdegang" verfolge der Fall und es hat sich überhaupt nichts daran geändert. Deine negativen Glaubenssätze fest wie Beton, deine daraus resultierende selektive Wahrnehmung festigt sie noch weiter. Ohne eine Therapie wirst du mit deiner mangelnden Willensstärke alleine nicht mehr aus diesem Loch kommen, aber nichtmal dazu kannst du dich noch aufraffen. Solltest du nicht unheimliches Glück haben und etwas erleben, das dein Weltbild auf einen Schlag sprengt (wobei ich mir da ehrlicherweise nichts vorstellen kann, was du dir dann nicht doch im Sinne deiner Sichtweise zurecht biegst), mache ich mir in Bezug auf dich keine Illusionen.

Und dabei erkennst du nicht, dass es nicht deine Umwelt ist, die dich einsam macht, sondern du selbst. Du wirst nicht ins Abseits gestellt, sondern du stellst dich selbst ins Abseits. Du kannst das sogar in deinen Threads verfolgen. Seit ich das erste mal von dir gelesen habe, hast du dich isoliert. Es gab z.B. "Bestrebungen", sich mit dir zu solidarisieren. Leute schilderten dir ihren Werdegang aus ganz ähnlichen Situationen, ich war einer von denen. Aber du hast das weggeschoben, du seist etwas ganz anderes. Und schon standest du wieder außerhalb. Jetzt gibt dir kaum noch jemand diese "persönlichen Tipps", und du fühlst dich nicht verstanden.

Wenn du mal für einen kurzen Moment akzeptierst, dass das so ist, und das man diese Einstellung auch ausstrahlst, dann wirst sogar du verstehen müssen, dass du nicht wirklich offen dafür bist, jemanden kennenzulernen. Du gibst vor, das zu wollen, doch dein Unterbewusstsein sieht das offensichtlich anders ... und du spiegelst diese "Ablehnung" in jedem Wort was du hier schreibst, in jeder (Nicht)Handlung von der du hier berichtest und unweigerlich auch im Alltag mit jeder Pore deines Körpers. Worin das seine Ursache hat, darüber kann ich und können auch alle anderen hier nur mutmaßen. Es spielt auch keine Rolle mehr, denn DU wirst hier in diesem Forum wohl keine Hilfe mehr finden können. Ich will deshalb auch garnichts Konstruktives mehr beitragen.

Irgendwie traurig mit "anzusehen", wie all die teils exzellenten Ratschläge im Dunst deiner Weltanschauung aus Unmöglichkeiten und deines Selbstmitleids verpuffen.

Bitte wende dich an einen Therapeuten.

Grüße,

Ali Mente
 
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