Was muss ich an mir und meinem Leben noch ändern, um eine Freundin zu finden?

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Höre damit auf, in solchen Rollenbildern zu denken! Nur weil eine Frau gewisse Eigenschaften hat, die allgemein als eher männlich angesehen werden, ändert das noch lange nichts daran, dass sie eine Frau ist!

Den Punkt von Banane finde ich wirklich wichtig. Wulfric, du musst lernen, dass es Frauen abseits der Norm gibt. Nicht alle Frauen sind Tussis, interessieren sich für Schminke und Shoppen. Davon ab gibt es Frauen mit vielerlei anderen Interessen, die auch ihren Deckel finden.

Ihr habt mich, glaube ich, falsch verstanden.

In meiner Jugend habe ich Frauen immer nur in der Kumpelrolle gekannt und sie nie als sexuelle Wesen betrachtet. Verstärkt wurde das wahrscheinlich dadurch, dass sie nicht besonders weiblich waren. Es wurde wie gesagt nur dadurch verstärkt, es hängt bei Weitem nicht nur damit zusammen, wie ich versucht habe, zu erklären. Aber es war nicht mein Ziel, zu bestreiten, dass sie Frauen sind, nur weil sie keine typisch weiblichen Eigenschaften haben.

Was ich nun konkret meinte, war: Sie haben im Gegensatz zu anderen Frauen im gleichen Alter nicht darauf geachtet, ihre Weiblichkeit durch entsprechende Kleidung oder Frisur zur Geltung zu bringen, hatten zum Teil Interessen, die eher denjenigen der Jungs in dem Alter entsprachen, usw. Es ist überhaupt nichts Verachtendes dabei, das so zu sagen. Die eine oder andere hat sich seitdem übrigens auch verändert und ich verstehe mich nach wie vor gut mit ihnen. Aber es ist doch nun mal so, dass es von der Gesellschaft vorgegebene Rollenbilder gibt, ob man die nun gut oder schlecht findet. Und ich sage lediglich, dass sich die besagten Frauen damals nicht diesem gesellschaftlichen Frauenbild entsprechend verhalten haben. Und das ist dem Jugendlichen, den ich damals war, aufgefallen. Ich weiß echt nicht, was daran so schlimm ist, das zu sagen. Im Übrigen habe ich mich auch nicht 100%ig gemäß dem typischen Männerbild verhalten.

Und wenn dir eine (in diesem Fall eben weibliche) Person so vertraut, dass sie mit dir über ihre Beziehungsprobleme spricht, heißt das noch lange nicht, dass sie dich als unmännlich, schwul, o.Ä. ansieht.

Tut mir leid, aber ich entscheide noch immer, was ich hören will und was nicht. Wenn eine Frau, mit der ich abgesehen von der Uni bis dato so gut wie gar nichts zu tun hatte, plötzlich anfängt, mir von ihren Problemen beim Sex zu erzählen, ist es für mich ein Problem. Es ist euer gutes Recht, das anders zu sehen, aber akzeptiert bitte, dass ich mich dabei unwohl fühle. Sie ist nämlich sehr weit gegangen: So hat sie mir en détail die sexuellen Fantasien ihres Freundes geschildert und mir erzählt, wie sie sich dabei fühlt. Sowas kann man als Frau einer sehr guten Freundin erzählen oder als Mann einem sehr guten Freund, aber doch nicht eines Angehörigen des anderen Geschlechts, den man zu allem Überfluss kaum kennt! Besagte Kommilitonin hat die sexuellen Fantasien ihres Freundes als krank bezeichnet und ist davon ausgegangen, dass ich das genau so sehe. Indirekt hat sie mich dazu aufgefordert, zu den sexuellen Fantasien ihres Freundes Stellung zu beziehen. Für mich war das so, als ob sie mich nicht als Mann empfinden würde; als Mann, der vielleicht ähnliche Fantasien hat – auch wenn es in dem konkreten Fall nicht stimmt. Hinzu kommt, dass ich sehr schamhaft bin, sodass dieses Gespräch über das intimste Thema überhaupt umso schlimmer für mich war. Ist es wirklich so verwerflich?

Hast du schon mal ein Intelligenztest gemacht? Gerade intelligente Männer haben die größten Probleme mit Frauen.

So einen Test habe ich noch nie gemacht, nein. Ich würde nicht sagen, dass ich besonders intelligent bin, aber dumm bin ich auch nicht. Aber Selbsteinschätzungen sind diesbezüglich etwas schwierig.

Nein, was du brauchst ist jemand der dir unter die Arme greift und Ahnung von Frauen hat, alleine bekommst du das anscheinend nicht hin.

Da hast du vollkommen Recht. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich es sogar schon mal zugegeben. Die Frage ist nur: Wo finde ich so jemanden?

Genau das habe ich schon vor ein paar Seiten geschrieben: Du versuchst dich gesellschaftlichen Normen zu unterwerfen, um nicht aufzufallen. Das ist aber nicht, worauf es ankommt. Vielmehr kommt es doch darauf an, dass die Frau zu dir passt. In meinen Augen fehlt da bei dir eventuell auch die nötige Selbstreflexion. Hast du dir schon einmal überlegt, welche Werte dir wichtig sind? Nach welchen Maximen du lebst? Welche Interessen und Hobbies hast du, die die Frau auch haben soll?

Dass es vorrangig geht, jemanden zu finden, der zu mir passt, ist mir bewusst. Alles andere wäre auch langfristig gesehen zum Scheitern verurteilt. Doch was heißt es konkret, „zu mir passen“? Das ist nämlich gar nicht so eindeutig. Jemand, der zu mir passt, kann zum Beispiel auch jemand sein, der mich ergänzt – es muss also nichts zwangsläufig jemand sein, der mir von der Persönlichkeit her ähnlich ist. Es ist mir auch schon das eine oder andere Mal aufgefallen, dass Leute, die mir von der Persönlichkeit her (nicht von den Interessen oder den Werten her!) zu ähnlich sind, manchmal auf die Nerven gehen. Bei den Interessen und Werten sollte es dagegen keine 100%ige (vor allem nicht bei den Interessen), aber schon eine gewisse Übereinstimmung geben.

Was die Werte und Hobbys betrifft, die eine potentielle Partnerin haben sollte: Wichtig sind mir Werte wie Treue (gegenüber des Partners, aber auch von Freunden und Familienmitgliedern), Toleranz, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Es ist mir auch wichtig, dass sie das, was sie tun machen hat oder verspricht zu machen, ernst nimmt: Konkret soll die Arbeit also nicht so schnell wie möglich erledigt sein, sondern gründlich gemacht werden. Was die Hobbys betrifft, so sollte sie nicht vollkommen unsportlich sein, gerne mal ausgehen (mit Freunden was unternehmen, ins Kino oder ins Theater gehen, gerne auch mal „feiern“), an meinen Hauptinteressensgebieten (Geschichte, Politik, usw) nicht vollkommen desinteressiert sein. Nur um jedes Missverständnis zu verhindern (denn es gab hier im Forum leider schon einige): Solche Frauen gibt es, ich habe sogar die eine oder andere in meinem Freundeskreis. Mir geht es, zusammenfassend formuliert, um ein gewisses Maß an gemeinsamen Interessen und Vorstellungen, die meiner Meinung nach unabdingbar sind für ein gemeinsames Leben.

Du solltest diese Erfahrungen aus dieser Zeit nutzen. In der Hinsicht hast du einigen Geschlechtsgenossen vermutlich einiges voraus. Reflektiere, was du in dieser Zeit über Frauen gelernt hast und wie du es für die Partnersuche nutzen kannst.

So habe ich das noch nie gesehen, danke für den Tipp! Ich denke offensichtlich wie so oft zu sehr an die negativen und zu wenig an die positiven Aspekte einer als Nachteil empfundenen Erfahrung.

Noch ein kurzer Gedanke: Mach dein Selbstbewusstsein nicht zu sehr von deinem Umfeld abhängig. Nicht umsonst heißt es Selbst

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich ganz verstanden habe. Was meinst du genau, wenn du sagst, ich soll mein „Selbstbewusstsein nicht zu sehr von meinem Umfeld abhängig“ machen?

Ich versteh schon ungefähr, was du meinst, aber ich seh jetzt nicht, was das für Auswirkungen auf deine Sicht von Frauen haben soll, die für dich typisch Frau sind. Ich selbst war in meinem Jugend- und Studentenalter überwiegend mit Männern befreundet und habe erst im Job Frauen gefunden, mit denen ich befreundet sein wollte. Ich kenne also das Dilemma und ich kenne es auch, mit Männern befreundet zu sein, die man sexuell nicht attraktiv findet. Aber das hält mich doch nicht davon ab, andere Männer sexuell attraktiv zu finden.

Es geht nicht vorrangig darum, dass ich sie besagte Frauen nicht sexuell attraktiv fand, sondern dass ich sie damals überhaupt nicht wirklich als Frauen wahrgenommen habe. Ich habe dann gar nicht mehr daran gedacht, dass es andere Frauen gibt, die ich wiederum sexuell attraktiv finden könnte. Es war irgendwie so, dass ich die Erfahrungen, die ich mit diesen Frauen gemacht habe, auf die gesamte Frauenwelt verallgemeinert habe, sodass ich für lange Zeit auch das Interesse an Frauen jenseits der Freundschaftsebene verloren habe. Aber gut, vielleicht ist das jetzt gar nicht so wichtig, wie ich dachte.

Diese Aussage finde ich ziemlich hart. Sie hat mit dir über intime Details geredet und du fühlst dich deswegen in deiner Männlichkeit verletzt? Sorry, diese Aussage und deine sofortige Distanzierung von ihr empfinde ich als so dermaßen unsympathisch, dass ich grad gar nicht weiß, was ich dazu sagen soll.

Wie ich schon banane schrieb:Tut mir leid, aber ich entscheide noch immer, was ich hören will und was nicht. Wenn eine Frau, mit der ich abgesehen von der Uni bis dato so gut wie gar nichts zu tun hatte, plötzlich anfängt, mir von ihren Problemen beim Sex zu erzählen, ist es für mich ein Problem. Es ist euer gutes Recht, das anders zu sehen, aber akzeptiert bitte, dass ich mich dabei unwohl fühle. Sie ist nämlich sehr weit gegangen: So hat sie mir en détail die sexuellen Fantasien ihres Freundes geschildert und mir erzählt, wie sie sich dabei fühlt. Sowas kann man als Frau einer sehr guten Freundin erzählen oder als Mann einem sehr guten Freund, aber doch nicht eines Angehörigen des anderen Geschlechts, den man zu allem Überfluss auch noch kaum kennt! Besagte Kommilitonin hat die sexuellen Fantasien ihres Freundes als krank bezeichnet und ist davon ausgegangen, dass ich das genau so sehe. Indirekt hat sie mich dazu aufgefordert, zu den sexuellen Fantasien ihres Freundes Stellung zu beziehen. Für mich war das so, als ob sie mich nicht als Mann empfinden würde; als Mann, der vielleicht ähnliche Fantasien hat – auch wenn es in dem konkreten Fall nicht stimmt. Hinzu kommt, dass ich sehr schamhaft bin, sodass dieses Gespräch über das intimste Thema überhaupt umso schlimmer für mich war. Ist es wirklich so verwerflich?

1.) Wirfst du deiner vergebenen Kommilitonin ernsthaft vor, dass sie dich nicht attraktiv findet?

Natürlich nicht. Wie kommst du denn darauf? Ich habe gesagt, dass ich das Gefühl habe, sie sieht mich gar nicht als Mann, aber das impliziert keineswegs, dass sie mich attraktiv finden muss.

2.) Wirfst du ihr vor, dass sie das Vertrauen in dich hat, um mit dir private, intime Probleme zu besprechen?

Ich habe ein Problem damit, dass jemand, den ich kaum kenne, mit mir über seine intimsten Probleme redet. Besagte Kommilitonin hat nur sehr wenige Freunde, und offensichtlich bin ich ihr wichtiger, als sie mir. Für mich kann es nur Freundschaft geben, wenn beide für den Anderen in etwa das Gleiche empfinden. Für mich ist sie nun mal keine Freundin, sondern nur eine ehemalige Kommilitonin. Sie weiß kaum was über mich, wir haben uns bis zum erwähnten Treffen nahezu ausschließlich über die Uni unterhalten.

3.) Wie fühlst du dich dabei, wenn du ihr dann einfach den Rücken zuwendest, weil du dich in deinem männlichen Stolz verletzt fühlst?

Ich habe den Kontakt nicht abgebrochen, sondern mich lediglich von ihr distanziert. Wenn du die Nachrichten sehen würdest, die sie mir schickt. Sie ist seitdem sie ihre Probleme hat extrem egozentrisch und möchte, dass man Mitleid mit ihr hat. Sie will mit mir reden, erwartet aber ernsthaft von mir, dass ich über 1 Stunde fahre, um sie zu besuchen. Das habe ich schon mal gemacht, sehe aber nicht ein, weshalb ich sie immer besuchen kommen muss. Damals habe ich ihr über 3 Stunden ununterbrochen zugehört, seitdem haben wir auch einmal telefoniert. Ganz ehrlich: Ich habe einfach nicht die Zeit, mich intensiver um sie zu kümmern, schließlich habe ich neben meiner Arbeit auch richtige Freunde. Außerdem finde ich, dass sie sich auch ein bisschen mehr für mich, wie es mir geht, und das, was ich mache, interessiert, wenn sie mich schon als guten Freund sieht.

5.) Und was zum Teufel meinst du mit "Ausdruck eines nicht normalen Verhältnisses zum anderen Geschlecht?

Dass ich Frauen lange Zeit gar nicht als sexuelle Wesen gesehen habe, sondern nur in der Kumpelrolle. Das „nur“ ist hier wichtig: Es wäre kein Problem gewesen, wenn beides gleichzeitig vorhanden gewesen wäre. Aber das war lange nicht der Fall, und das ist für mich nicht normal.
 

Benutzer121794 

Meistens hier zu finden
Warum hast du ihr zum passenden Zeitpunkt nicht einfach mitgeteilt, dass dir das Gespräch gerade etwas zu weit geht?
Und wieso klärst du auch die restlichen Punkte nicht direkt mit ihr selbst?
 

Benutzer127891 

Öfters im Forum
Ich weiß gar nicht worüber du dich so aufregst.
Seine Aussage macht ihn eigentlich relativ sympathisch, sie zeigt, dass da noch ein wenig Mann in ihm ist.

Ich kann ihn da schon verstehen, auch wenn ich zum Glück nie in so einer Situation war.
In meinem ganzen Leben habe ich nicht einmal mit Frauen über ihne Beziehungsprobleme geredet, selbst wenn alles platonisch war.

Muss man echt noch erklären, dass so etwas einen jungen Mann extrem kränken kann?
Das er den Kontakt abgebrochen hat war sogar gut.
Es hat noch nicht mal etwas mit ihr zutun, sie hat ihn nur aufgezeigt, wie ihn Frauen sehen.
Daran ist er aber selbst Schuld.
Off-Topic:


Ich sag's mal so: Ich habe immer noch einen großen männlichen Freundes- und Bekanntenkreis (viele vergeben oder in anderen Verhältnissen) und ich rede mit denen natürlich über intime, private Probleme, genauso wie die auch mit mir über ihre intimen, privaten Probleme in Beziehungen oder sonstigen zwischengeschlechtlichen Verhältnissen reden. Das ist in meinen Augen vollkommen normal und das hat nichts damit zu tun, ob ich sie nicht als Männer sehe (in meinem Freundeskreis sind sogar viele Männer, die ich eigentlich ganz attraktiv finde) oder nicht. Es hat eher was damit zu tun, dass man die Meinung der Leute schätzt und deswegen sich auch eine Meinung von ihnen einholen will. In meinen Augen ganz normal. Ich fühle mich in meiner Weiblichkeit jedenfalls nicht beschnitten, wenn ein Freund mich um Rat zu einem intimen Problem fragt.
Ich finde, Eure beiden Betrachtungsweisen sind richtig. Lotusknospe hat aus einer vollkommen logisch und nüchternen Sichtweise recht. So, wie es in einer perfekten Welt sein sollte. Aber die Welt ist eben nicht perfekt. Es gibt nicht wenige (skrupelose) Frauen, die bewusst oder unbewußt Männer als ihren seelischen Mülleimer mißbrauchen. Und irgendwo muß, je nachdem wie die individuelle Situation ist, die Reißleine gezogen werden. Jemand, der überhaupt keine sexuellen Probleme mit Frauen hat, dem macht es auch weniger aus, für eine Myriade noch den Seelenonkel zu spielen (wenn die Zeit überhaupt reicht). Der hat auch so einen gefestigten Ruf, und wird nicht so schnell in eine Schublade gesteckt.
Tut mir leid, aber ich entscheide noch immer, was ich hören will und was nicht. Wenn eine Frau, mit der ich abgesehen von der Uni bis dato so gut wie gar nichts zu tun hatte, plötzlich anfängt, mir von ihren Problemen beim Sex zu erzählen, ist es für mich ein Problem. Es ist euer gutes Recht, das anders zu sehen, aber akzeptiert bitte, dass ich mich dabei unwohl fühle. Sie ist nämlich sehr weit gegangen: So hat sie mir en détail die sexuellen Fantasien ihres Freundes geschildert und mir erzählt, wie sie sich dabei fühlt. Sowas kann man als Frau einer sehr guten Freundin erzählen oder als Mann einem sehr guten Freund, aber doch nicht eines Angehörigen des anderen Geschlechts, den man zu allem Überfluss kaum kennt! Besagte Kommilitonin hat die sexuellen Fantasien ihres Freundes als krank bezeichnet und ist davon ausgegangen, dass ich das genau so sehe. Indirekt hat sie mich dazu aufgefordert, zu den sexuellen Fantasien ihres Freundes Stellung zu beziehen. Für mich war das so, als ob sie mich nicht als Mann empfinden würde; als Mann, der vielleicht ähnliche Fantasien hat – auch wenn es in dem konkreten Fall nicht stimmt. Hinzu kommt, dass ich sehr schamhaft bin, sodass dieses Gespräch über das intimste Thema überhaupt umso schlimmer für mich war. Ist es wirklich so verwerflich?
Nein. Du wirst hier als Seelischer Mülleimer®™ mißbraucht.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Es geht nicht vorrangig darum, dass ich sie besagte Frauen nicht sexuell attraktiv fand, sondern dass ich sie damals überhaupt nicht wirklich als Frauen wahrgenommen habe. Ich habe dann gar nicht mehr daran gedacht, dass es andere Frauen gibt, die ich wiederum sexuell attraktiv finden könnte. Es war irgendwie so, dass ich die Erfahrungen, die ich mit diesen Frauen gemacht habe, auf die gesamte Frauenwelt verallgemeinert habe, sodass ich für lange Zeit auch das Interesse an Frauen jenseits der Freundschaftsebene verloren habe. Aber gut, vielleicht ist das jetzt gar nicht so wichtig, wie ich dachte.


Du tust grad so, als hätte deine Welt damals nur von unweiblichen Frauen bestanden. Wie gesagt, ich war damals auch mit Jungs befreundet, die ich nur als Kumpel wahrgenommen habe und nicht attraktiv fand. Trotzdem gab es aber immer noch genug Jungs (auf der Straße, in der Schule, etc.), die ich attraktiv fand. Gab es bei dir keine Mädls/Frauen, die du auch als Frauen wahrgenommen hast?


Wie ich schon banane schrieb:Tut mir leid, aber ich entscheide noch immer, was ich hören will und was nicht. Wenn eine Frau, mit der ich abgesehen von der Uni bis dato so gut wie gar nichts zu tun hatte, plötzlich anfängt, mir von ihren Problemen beim Sex zu erzählen, ist es für mich ein Problem. Es ist euer gutes Recht, das anders zu sehen, aber akzeptiert bitte, dass ich mich dabei unwohl fühle. Sie ist nämlich sehr weit gegangen: So hat sie mir en détail die sexuellen Fantasien ihres Freundes geschildert und mir erzählt, wie sie sich dabei fühlt. Sowas kann man als Frau einer sehr guten Freundin erzählen oder als Mann einem sehr guten Freund, aber doch nicht eines Angehörigen des anderen Geschlechts, den man zu allem Überfluss auch noch kaum kennt! Besagte Kommilitonin hat die sexuellen Fantasien ihres Freundes als krank bezeichnet und ist davon ausgegangen, dass ich das genau so sehe. Indirekt hat sie mich dazu aufgefordert, zu den sexuellen Fantasien ihres Freundes Stellung zu beziehen. Für mich war das so, als ob sie mich nicht als Mann empfinden würde; als Mann, der vielleicht ähnliche Fantasien hat – auch wenn es in dem konkreten Fall nicht stimmt. Hinzu kommt, dass ich sehr schamhaft bin, sodass dieses Gespräch über das intimste Thema überhaupt umso schlimmer für mich war. Ist es wirklich so verwerflich?

Wenn dir das Gespräch zu intim wird, dann hättest du auch was sagen können. Niemand zwingt dich, eine Freundschaft zu haben, wenn du keine willst. Du hast selbst der Frau stundenlang zugehört, bist zu ihr hingefahren und hast dich mit ihr über's Telefon unterhalten. Für mich bedeutet das schon zumindest eine Bereitschaft für eine Freundschaft von deiner Seite. Dass du das alles nicht wolltest, das kann sie ja nicht riechen. Und ja, es kann sein, dass sie gerade ein aufschürfendes Problem hatte und gerne mit jemandem drüber reden wollte und du eben gerade da warst. Manchmal kann man Menschen damit einfach wirklich gut helfen; z.B. war ich mal mit einer Unikollegin bei einem Kongress als gerade ihr Onkel gestorben ist. Da war ich dann halt die Ausheulschulter, obwohl ich sie gar nicht gut kannte. Natürlich hätte ich auch einfach gehen können und sie ihrem Schicksal überlassen können, gerade weil ich mit sowas eigentlich nicht gut umgehen kann. Aber ich hab gesehen, dass ich sie einfach gut unterstützen kann, wenn ich da bin.

Und ansonsten: Ewige Seiten hast du hier immer wieder darüber geredet, dass du es nie schaffst mit deinen Unikolleginnen über das Thema Uni hinauszukommen. Jetzt hast du mal eine Frau dazu gebracht, dass sie mit dir auch über andere Sachen redet und anstatt diese Gelegenheit zu nutzen und mal mit Menschen über was Privateres zu reden, flüchtest du gleich, weil es nicht "normal" ist, wenn Frauen mit Männern über sowas reden.

Btw. bin ich mir sicher, dass viele Menschen sexuelle Themen als Gesprächsthema zwischen Mann und Frau als positiv betrachten würden um die zwischengeschlechtliche Interaktion voranzutreiben. Sex ins Gespräch reinbringen wird doch da immer als DIE Strategie präsentiert. Wieso es also laut dir grundsätzlich verkehrt sein soll, erschließt sich mir nicht so recht.

Natürlich nicht. Wie kommst du denn darauf? Ich habe gesagt, dass ich das Gefühl habe, sie sieht mich gar nicht als Mann, aber das impliziert keineswegs, dass sie mich attraktiv finden muss.

Sowie du deine Freundinnen nicht als sexuelle Frauen gesehen hast, hat sie dich (laut deiner Aussage) auch nicht als sexuellen Mann angesehen, sondern eher als geschlechtslosen Mann. Übrigens glaube ich das überhaupt nicht. Dadurch, dass sie gerade ein Problem mit ihrem Freund hatte, hat sie einen anderen Mann um einen Ratschlag gebeten. Wenn sie dich als geschlechtslos wahrgenommen hätte, dann hätte sie dich wohl kaum gefragt, denn dann hätte sie wohl auch nicht gedacht, dass du ihr bei dem Problem helfen könntest.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
In meiner Jugend habe ich Frauen immer nur in der Kumpelrolle gekannt und sie nie als sexuelle Wesen betrachtet. Verstärkt wurde das wahrscheinlich dadurch, dass sie nicht besonders weiblich waren. Es wurde wie gesagt nur dadurch verstärkt, es hängt bei Weitem nicht nur damit zusammen, wie ich versucht habe, zu erklären. Aber es war nicht mein Ziel, zu bestreiten, dass sie Frauen sind, nur weil sie keine typisch weiblichen Eigenschaften haben.

Was ich nun konkret meinte, war: Sie haben im Gegensatz zu anderen Frauen im gleichen Alter nicht darauf geachtet, ihre Weiblichkeit durch entsprechende Kleidung oder Frisur zur Geltung zu bringen, hatten zum Teil Interessen, die eher denjenigen der Jungs in dem Alter entsprachen, usw. Es ist überhaupt nichts Verachtendes dabei, das so zu sagen. Die eine oder andere hat sich seitdem übrigens auch verändert und ich verstehe mich nach wie vor gut mit ihnen. Aber es ist doch nun mal so, dass es von der Gesellschaft vorgegebene Rollenbilder gibt, ob man die nun gut oder schlecht findet. Und ich sage lediglich, dass sich die besagten Frauen damals nicht diesem gesellschaftlichen Frauenbild entsprechend verhalten haben. Und das ist dem Jugendlichen, den ich damals war, aufgefallen. Ich weiß echt nicht, was daran so schlimm ist, das zu sagen. Im Übrigen habe ich mich auch nicht 100%ig gemäß dem typischen Männerbild verhalten.

Das Problem ist nicht, dass du festgestellt hast, dass sie nicht dem weiblichen Rollenbild entsprechen.
Was ich allerdings seltsam finde, ist, dass du das als "nicht besonders weiblich" bezeichnest. Du entsprichst ja auch längst nicht allen männlichen Rollenbildern und bist trotzdem eindeutig ein Mann.
"Nicht besonders weiblich / männlich" ist für mich einfach genau so unsinnig wie "ein bisschen schwanger".

Aber was ich abgesehen von dieser sprachlichen Sche noch viel bedenklicher finde, ist, dass sich das, was du schreibst, zumindest für mich so anhört, als ob du nur "weibliche", also weitestgehend dem weiblichen Rollenbild entsprechende Frauen attraktiv findest.
Wieso orientierst du dich so sehr an solchen Rollenbildern, obwohl du doch selbst dem zu deinem Geschlecht gehörenden Rollenbild nicht wirklich entsprichst?
Und teilweise frage ich mich dann auch, ob dich diese Orientierung an Rollenbildern und ähnlichen Vorurteilen nicht auch ein Stück weit darin behindert, Leuten offen gegenüberzustehen, sie kennenzulernen, usw., anstatt sie gleich in irgendwelche Rollenbild-Vorurteils-Schubladen stecken zu wollen.

Oder noch etwas provokativer gefragt:
Ist es wirklich dein persönlicher Geschmack, der dir sagt, dass du Frauen, die nicht den weiblichen Rollenbildern entsprechen, nicht attraktiv findest? - Oder versuchst du nicht eher, dich krampfhaft an diesen Klischees und Rollenbildern zu orientieren, weil dir eigene Erfahrungen fehlen, an denen du dich orientieren kannst?

Gerade jemand wie du (oder auch ich), der selbst dem männlichen Rollenbild nur sehr bedingt entspricht, ist vielleicht auch nicht unbedingt der passende Partner für eine Frau, die dem weiblichen Rollenbild voll und ganz entspricht.
Da gibt es vielleicht andere, nach deiner Definition "unweibliche" Frauen, die besser passen... Vielleicht ergänzen sich ja "unweiblich" und "unmännlich" besser, als "weiblich" und "unmännlich" oder "unweiblich" und "männlich".

Tut mir leid, aber ich entscheide noch immer, was ich hören will und was nicht. Wenn eine Frau, mit der ich abgesehen von der Uni bis dato so gut wie gar nichts zu tun hatte, plötzlich anfängt, mir von ihren Problemen beim Sex zu erzählen, ist es für mich ein Problem. Es ist euer gutes Recht, das anders zu sehen, aber akzeptiert bitte, dass ich mich dabei unwohl fühle. Sie ist nämlich sehr weit gegangen: So hat sie mir en détail die sexuellen Fantasien ihres Freundes geschildert und mir erzählt, wie sie sich dabei fühlt. Sowas kann man als Frau einer sehr guten Freundin erzählen oder als Mann einem sehr guten Freund, aber doch nicht eines Angehörigen des anderen Geschlechts, den man zu allem Überfluss kaum kennt! Besagte Kommilitonin hat die sexuellen Fantasien ihres Freundes als krank bezeichnet und ist davon ausgegangen, dass ich das genau so sehe. Indirekt hat sie mich dazu aufgefordert, zu den sexuellen Fantasien ihres Freundes Stellung zu beziehen. Für mich war das so, als ob sie mich nicht als Mann empfinden würde; als Mann, der vielleicht ähnliche Fantasien hat – auch wenn es in dem konkreten Fall nicht stimmt. Hinzu kommt, dass ich sehr schamhaft bin, sodass dieses Gespräch über das intimste Thema überhaupt umso schlimmer für mich war. Ist es wirklich so verwerflich?
Ich hätte sicherlich keine Lust darauf, derartige Gespräche mit einer Person zu führen, die ich kaum kenne und würde da wohl auch eher zurückhaltend bis abweisend reagieren.
Und auch mit sehr guten Freunden könnte ich mangels eigener Erfahrung wohl schlecht ein sinnvolles Gespräch über irgendwelche mehr oder weniger seltsame Sexualpraktiken, sexuelle Phantasien, o.Ä. führen, was ich diesen Freunden dann auch mitteilen würde.
In sofern kann ich deine Probleme mit diesem Gespräch durchaus nachvollziehen.
Aber es erschließt sich mir wirklich nicht, weshalb man so etwas nur mit gleichgeschlechtlichen Freunden besprechen sollte. Ist es bei solchen Problemen zwischen Mann und Frau nicht vielleicht auch mal äußerst hilfreich, die Sichtweise einer Person des anderen Geschlechts zu hören?
Ich glaube, da denkst du mal wieder viel zu stark in irgendwelchen seltsamen Rollenbildern, Vorurteilen, usw.


So einen Test habe ich noch nie gemacht, nein. Ich würde nicht sagen, dass ich besonders intelligent bin, aber dumm bin ich auch nicht. Aber Selbsteinschätzungen sind diesbezüglich etwas schwierig.

Dass es vorrangig geht, jemanden zu finden, der zu mir passt, ist mir bewusst. Alles andere wäre auch langfristig gesehen zum Scheitern verurteilt. Doch was heißt es konkret, „zu mir passen“? Das ist nämlich gar nicht so eindeutig. Jemand, der zu mir passt, kann zum Beispiel auch jemand sein, der mich ergänzt – es muss also nichts zwangsläufig jemand sein, der mir von der Persönlichkeit her ähnlich ist. Es ist mir auch schon das eine oder andere Mal aufgefallen, dass Leute, die mir von der Persönlichkeit her (nicht von den Interessen oder den Werten her!) zu ähnlich sind, manchmal auf die Nerven gehen. Bei den Interessen und Werten sollte es dagegen keine 100%ige (vor allem nicht bei den Interessen), aber schon eine gewisse Übereinstimmung geben.
Dass eine Person, die einem extrem ähnlich ist, möglicherweise irgendwie "langweilig" oder anderweitig unattraktiv ist, kann ich gut nachvollziehen.
Irgendwo muss es schon eine Mischung aus Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, bzw. zumindest Unterschieden geben, um einerseits miteinander zu harmonieren und um sich andererseits gegenseitig interessant zu finden.

Aber wenn du bei anderen Menschen fast alle Dinge, die dich ausmachen, abschreckend findest, weil du dich und deine Eigenschaften oft selbst nicht leiden kannst, fehlen bei den Menschen, die du nicht abschreckend findest, möglicherweise die Gemeinsamkeiten, die einfach auch nötig sind, um sich gut zu verstehen.

Aber dein genannter Anforderungskatalog hört sich für mich gar nicht mal so abwegig an... da scheinst du ja doch auch auf gewisse Gemeinsamkeiten Wert zu legen.


Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich ganz verstanden habe. Was meinst du genau, wenn du sagst, ich soll mein „Selbstbewusstsein nicht zu sehr von meinem Umfeld abhängig“ machen?
In ihrem Zitat schreibst du, dass dein persönliches Glück stark vom Umgang mit anderen Menschen abhängt und dass du andererseits auch unglücklich wirst, wenn du siehst, dass es manchen deiner Mitmenschen "zu gut" geht.
Damit machst du dein Wohlbefinden und auch dein Selbstbewusstsein doch sehr stark von anderen Menschen abhängig.
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Umso mehr bin ich aus allen Wolken gefallen, als sie dann angefangen hat, mir von ihren Problemen mit ihrem Freund zu erzählen – auch den intimsten. Es war mir extrem unangenehm, ich habe mich sozusagen in meiner Männlichkeit verletzt gefühlt, bin mir ein bisschen vorgekommen wir der schwule beste Freund.
sie hat dich eindeutig als mann angesehen. sonst hätte sie dir nicht von den problemen mit ihrem partner erzählt und dich erst recht nicht um deine meinung zu xy gefragt. sie wollte deine sichtweise als mann auf die probleme mit ihrem freund erfahren.

So hat sie mir en détail die sexuellen Fantasien ihres Freundes geschildert und mir erzählt, wie sie sich dabei fühlt. Sowas kann man als Frau einer sehr guten Freundin erzählen oder als Mann einem sehr guten Freund, aber doch nicht eines Angehörigen des anderen Geschlechts, den man zu allem Überfluss kaum kennt!
ich bespreche vieles mit männern, die ich kaum weiter kenne, auch wenn vieles nur online geschieht. mit dene würd ich im RL aber auch drüber reden, wenn mich etwas so sehr beschäftigt und ich wissen will, wie ein mann/männer möglicherweise wirklich über xyz denkt.
sind bisher die besten ratschläge etc bei rumgekommen, die ich zu vielen männerbezogenen problemen je bekommen habe.
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Warum hast du ihr zum passenden Zeitpunkt nicht einfach mitgeteilt, dass dir das Gespräch gerade etwas zu weit geht? Und wieso klärst du auch die restlichen Punkte nicht direkt mit ihr selbst?

Wie stellst du dir das vor? Ich habe ja versucht, ihr vorsichtig mitzuteilen, dass sie mir die Details gerne ersparen kann. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte sie mir schon Dinge erzählt, die ich lieber nicht hätte hören wollen. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass sie mir von ihren Problemen beim Sex erzählen würde! Ihr ging es so beschissen, dass sie jegliches Schamgefühl verloren hat. Und außerdem musste sie mir ja quasi davon erzählen, weil sie mir ja zeigen wollte, dass ihr Freund nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Was hätte ich da machen sollen? Es hört sich vielleicht bekloppt an, aber das habe ich einfach nicht über Herz gebracht. Ich habe mich aber sehr schnell darüber aufgeregt – auch über mich, weil ich mich selbst verleugnet habe und etwas gemacht habe, was ich nicht wollte.

Ich finde, Eure beiden Betrachtungsweisen sind richtig. Lotusknospe hat aus einer vollkommen logisch und nüchternen Sichtweise recht. So, wie es in einer perfekten Welt sein sollte. Aber die Welt ist eben nicht perfekt. Es gibt nicht wenige (skrupelose) Frauen, die bewusst oder unbewußt Männer als ihren seelischen Mülleimer mißbrauchen. Und irgendwo muß, je nachdem wie die individuelle Situation ist, die Reißleine gezogen werden. Jemand, der überhaupt keine sexuellen Probleme mit Frauen hat, dem macht es auch weniger aus, für eine Myriade noch den Seelenonkel zu spielen (wenn die Zeit überhaupt reicht). Der hat auch so einen gefestigten Ruf, und wird nicht so schnell in eine Schublade gesteckt. Nein. Du wirst hier als Seelischer Mülleimer®™mißbraucht.

Du fasst das Ganze sehr gut zusammen, ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Du tust grad so, als hätte deine Welt damals nur von unweiblichen Frauen bestanden. […] Gab es bei dir keine Mädls/Frauen, die du auch als Frauen wahrgenommen hast?

Zwischen meinem 15. und meinem 20. Lebensjahr zumindest nicht. Davor auf jeden Fall, in den unmittelbaren Jahren danach ab-und-zu, mittlerweile wieder deutlich öfter. Ich muss sagen, dass ich in der Zeit, in der ich in diesem sehr weiblichen Umfeld gelebt habe, das Interesse an Frauen außerhalb der Freundschaft vollkommen verloren habe. Dass die Frauen, mit denen ich am meisten zu tun hatte, nicht besonders weiblich waren (wie gesagt: einigen haben sich seitdem verändert), hat dazu beigetragen. Jeder reagiert anders auf eine bestimmte Situation: Ich hatte so viel Frauen um mich herum, dass es mir eigentlich genügt hat, ein Anderer würde vielleicht ganz anders darauf reagieren. Vielleicht spielt das für meine heutige Situation eigentlich keine so große Rolle, aber ich werde gerade diesen Gedanken nicht los. Deshalb habe ich die Sache noch mal erwähnt.

Wenn dir das Gespräch zu intim wird, dann hättest du auch was sagen können. Niemand zwingt dich, eine Freundschaft zu haben, wenn du keine willst. Du hast selbst der Frau stundenlang zugehört, bist zu ihr hingefahren und hast dich mit ihr über's Telefon unterhalten. Für mich bedeutet das schon zumindest eine Bereitschaft für eine Freundschaft von deiner Seite.

Wie ich chasin rainbows schon geschrieben habe: Wie stellst du dir das vor? Ich habe ja versucht, ihr vorsichtig mitzuteilen, dass sie mir die Details gerne ersparen kann. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte sie mir schon Dinge erzählt, die ich lieber nicht hätte hören wollen. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass sie mir von ihren Problemen beim Sex erzählen würde! Ihr ging es so beschissen, dass sie jegliches Schamgefühl verloren hat. Und außerdem musste sie mir ja quasi davon erzählen, weil sie mir ja zeigen wollte, dass ihr Freund nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Was hätte ich da machen sollen? Es hört sich vielleicht bekloppt an, aber das habe ich einfach nicht über Herz gebracht. Ich habe mich aber sehr schnell darüber aufgeregt – auch über mich, weil ich mich selbst verleugnet habe und etwas gemacht habe, was ich nicht wollte.

Ich bin einfach zu nett. Das war schon immer so. Und es hat auch dazu geführt, dass alle Leute, die irgendwelche Probleme hatten, sofort zu mir gekommen sind: Ich könne ja so gut zuhören, blablabla. In den allermeisten Fällen waren das Frauen, das ich sowohl auf dem Gymnasium als auch in meinem Erststudium fast nur mit Frauen zu tun hatte. Das hat die Sache nicht besser gemacht. Aber ich habe ihnen immer zugehört. Zugegeben: Es hat mich anfangs gar nicht gestört. Aber genau das ist das Problem, weil meine Mitmenschen eben auch das Gefühl hatten, dass es mich nicht störte und immer wieder kamen. Bis ich irgendwann das Gefühl hatte, als „seelischer Mülleimer“ missbraucht zu werden und dann sozusagen die Gegenoffensive gestartet habe. Aber das ist ein anderes Thema.

Und ansonsten: Ewige Seiten hast du hier immer wieder darüber geredet, dass du es nie schaffst mit deinen Unikolleginnen über das Thema Uni hinauszukommen. Jetzt hast du mal eine Frau dazu gebracht, dass sie mit dir auch über andere Sachen redet und anstatt diese Gelegenheit zu nutzen und mal mit Menschen über was Privateres zu reden, flüchtest du gleich, weil es nicht "normal" ist, wenn Frauen mit Männern über sowas reden.

Grundsätzlich hast du schon Recht, aber die Geschichte mit dieser einen Kommilitonin ist ein Sonderfall: Sie ist eine ehemalige Kommilitonin und als sie noch studiert hat hatten wir privat eigentlich nichts miteinander zu tun gehabt; sie ist außerdem seit Jahren vergeben und Jahre älter als ich, sodass ich mir nie mehr von ihr erhofft hatte. Und schließlich ist sie überhaupt nicht mein Typ. Die Situation ist also ganz anders, als bei meinen derzeitigen Kommilitoninnen.

Über Privates zu reden, ist eine Sache. Aber es gibt Dinge, mit denen ich persönlich nur mit den engsten Freunden rede – und bestimmte Dinge (z.B. irgendwelche Sex-Probleme) würde ich niemals mit einer Frau besprechen, auch wenn sie eine sehr gute Freundin ist. Ich bin nämlich jemand mit einem sehr großen Schamgefühl und bin in einem Umfeld groß geworden, in dem über Themen wie Sex nie gesprochen wurde. Das war das Tabu-Thema Nummer 1. Ich sage nicht, dass es gut ist, aber man kann das nicht einfach über Bord werfen.

Dadurch, dass sie gerade ein Problem mit ihrem Freund hatte, hat sie einen anderen Mann um einen Ratschlag gebeten. Wenn sie dich als geschlechtslos wahrgenommen hätte, dann hätte sie dich wohl kaum gefragt, denn dann hätte sie wohl auch nicht gedacht, dass du ihr bei dem Problem helfen könntest.

Du wirst langsam glauben, dass es mir Spaß macht, dir zu widersprechen, aber das ist wirklich nicht der Fall. Aber das, was du sagst, stimmt zwar grundsätzlich, trifft in diesem einen Fall aber nicht zu. Besagte Kommilitonin hat mich nämlich keineswegs um Rat gefragt und es ging ihr auch nicht im Geringsten darum, mich um meine Hilfe zu bitten: Sie wollte einfach nur jemanden, der ihr zuhört und der ihr sagt, dass sie Recht hat. Das ist wirklich alles. Dass ich ein Mann bin, hat nicht die geringste Rolle gespielt. Wichtig war vielmehr, dass sie offenbar kaum jemanden hatte, mit dem sie reden konnte.

Aber gut das alles ist jetzt auch nicht wichtig. Mir ging es in meinem Beitrag von Samstag um etwas ganz anderes. Die Geschichte mit der einen Kommilitonin war ja eher nebensächlich…

Was ich allerdings seltsam finde, ist, dass du das als "nicht besonders weiblich" bezeichnest. Du entsprichst ja auch längst nicht allen männlichen Rollenbildern und bist trotzdem eindeutig ein Mann. "Nicht besonders weiblich / männlich" ist für mich einfach genau so unsinnig wie "ein bisschen schwanger".

Ich würde das ein bisschen anders sagen. Wenn ich in dem Kontexte sage, dass jemand männlich ist, meine ich, dass er sich auch so verhält, wie man es von einem Mann allgemein erwartet, und dass ihn seine Mitmenschen auch als einen „richtigen Mann“ wahrnehmen. Und natürlich ist es so, dass manche Männer mehr oder weniger der allgemein verbreiteten Vorstellung dessen, was einen Mann auszeichnet und wie er sich zu verhalten hat, entsprechen. Es ändert zwar nichts daran, dass sie vom reinen Geschlecht her immer noch männlich sind, aber je nach dem, wie sie sich verhalten, was sie für Interessen haben, usw., werden sie als mehr oder weniger männlich wahrgenommen. Ich sage nicht, dass das gut ist, aber leider ist es mir schon öfter aufgefallen.

Oder noch etwas provokativer gefragt: Ist es wirklich dein persönlicher Geschmack, der dir sagt, dass du Frauen, die nicht den weiblichen Rollenbildern entsprechen, nicht attraktiv findest? - Oder versuchst du nicht eher, dich krampfhaft an diesen Klischees und Rollenbildern zu orientieren, weil dir eigene Erfahrungen fehlen, an denen du dich orientieren kannst?

Das ist eine berechtigte Frage. Ich würde es so sagen: Eine Frau, die nicht in allem Punkten dem allgemein verbreiteten Frauenbild entspricht, stört mich zunächst nicht. Sie darf ruhig auch allgemein als männlich bezeichnete Interessen oder Charaktereigenschaften haben. Allerdings gibt es Dinge, die ich bei Frauen sehr unattraktiv finde: wenn sie auf ihr Aussehen nicht besonders großen Wert legen. So zum Beispiel, wenn sie nie, aber wirklich nie, nie Schuck tragen, sich nie sei es nur ein bisschen schminken, nie Parfüm verwenden. Oder wenn sie immer die gleichen Klamotten anziehen, ob sie jetzt an der Uni, auf einer Party oder bei einem Empfang sind. Ganz langweilige, banale Klamotten. Welche, die Männer – natürlich ein paar Abweichungen – eigentlich auch tragen könnten. Kurzum: Wenn Frauen ihre Weiblichkeit nie zum Ausdruck bringen (wenn ich irgendein Bild hätte, würde ich es dir schicken, denn ich weiß nicht, ob du dir das, was ich meine, bildlich vorstellen kannst). Solche Frauen sind meistens welche, die entweder mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, oder denen es egal ist, welchen Eindruck sie auf Andere machen, usw. Ich verurteile sie nicht, aber ich finde sowas einfach unattraktiv.

Wenn ich jetzt bsp. auf einem Geburtstag eingeladen bin, achte ich ja auch darauf, dass ich möglichst gut aussehe und so. Darauf lege ich viel Wert. Und zwar selbst dann, wenn ich weiß, dass keine Frauen anwesend sind. Und Menschen, denen ihr Aussehen vollkommen egal ist, die es nicht interessiert, welchen Eindruck sie auf Andere machen, mit denen kann ich zwar umgehen, aber ich könnte keine Partnerin haben, die so ist.

Aber es erschließt sich mir wirklich nicht, weshalb man so etwas nur mit gleichgeschlechtlichen Freunden besprechen sollte. Ist es bei solchen Problemen zwischen Mann und Frau nicht vielleicht auch mal äußerst hilfreich, die Sichtweise einer Person des anderen Geschlechts zu hören?

Wie ich Lotusknospe schrieb: Ich bin nämlich jemand mit einem sehr großen Schamgefühl und bin in einem Umfeld groß geworden, in dem über Themen wie Sex nie gesprochen wurde. Das war das Tabu-Thema Nummer 1. Ich sage nicht, dass es gut ist, aber man kann das nicht einfach über Bord werfen. Aus diesem Grund würde ich wirklich nur mit meinen engsten männlichen Freunden über Sex- reden.

Außerdem ging es besagter Kommilitonin keineswegs darum, meine Sicht der Dinge zu hören: Sie wollte einfach nur jemanden, der ihr zuhört und der ihr sagt, dass sie Recht hat. Das ist wirklich alles. Dass ich ein Mann bin, hat nicht die geringste Rolle gespielt. Sie war einfach nur verzweifelt, ihr ging es beschissen, und ich war wohl eine der Einzigen, der gerade Zeit hatte oder nicht allzu weit weg wohnte.

Aber wenn du bei anderen Menschen fast alle Dinge, die dich ausmachen, abschreckend findest, weil du dich und deine Eigenschaften oft selbst nicht leiden kannst, fehlen bei den Menschen, die du nicht abschreckend findest, möglicherweise die Gemeinsamkeiten, die einfach auch nötig sind, um sich gut zu verstehen.


Da hast du vollkommen Recht, ja.

sie hat dich eindeutig als mann angesehen. sonst hätte sie dir nicht von den problemen mit ihrem partner erzählt und dich erst recht nicht um deine meinung zu xy gefragt. sie wollte deine sichtweise als mann auf die probleme mit ihrem freund erfahren.

Wie ich bereits schrieb: Besagte Kommilitonin hat mich keineswegs um Rat gefragt und es ging ihr auch nicht im Geringsten darum, mich um meine Hilfe zu bitten: Sie wollte einfach nur jemanden, der ihr zuhört und der ihr sagt, dass sie Recht hat. Das ist wirklich alles. Dass ich ein Mann bin, hat nicht die geringste Rolle gespielt. Aber abgesehen von mir hatte sie wohl keinen, mit dem sie hätte reden können.[DOUBLEPOST=1375916087,1375913403][/DOUBLEPOST]Kurzer Nachtrag: Ich bin im Forum in den letzten Tagen wieder auf Threads gestoßen, in denen es um die Frage ging, wie Körperkontakt (Streicheln, Umarmen, Küssen, usw.) zu werten sei. Einige der gestellten Fragen haben mich wirklich sehr überrascht: Wenn sich zwei Menschen geküsst haben, hat sich glaube ich die Frage, ob es mehr ist als nur Freundsschaft, erübrigt. Aber mich verwirrt gerade etwas anderes, und zwar spüre ich gar nicht so oft das Bedürfnis, irgendjemanden zu küssen oder zu streicheln (Umarmungen schließe ich da aus, weil es etwas anderes ist: sie haben nicht unbedingt einen "sexuellen" Hintergrund, man kann ja auch Freunde oder seine Eltern umarmen). Ich finde es schon merkwürdig, dass einige, sobald sie jemand sehen, der gut aussieht, Lust auf Körperkontakt haben, ich dagegen gar nicht so oft.

Was mich auch nicht loslässt, ist das, was ich schon am Samstag geschrieben habe (entschuldigt bitte die Wiederholung): "Allgemein ist es so, dass ich, wenn ich mit einer Frau zu tun habe, immer daran denken muss, dass ich in Sachen Liebe null Erfahrung habe. Meine Stimmung wird etwas schlechter, ich bekomme manchmal sogar Bauchschmerzen und jegliche Lust, sie näher kennenzulernen, verschwindet – ob sie nun gut aussieht oder nicht. Das habe ich in letzter Zeit immer wieder gemerkt."
 
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Benutzer127891 

Öfters im Forum
Ich bin im Forum in den letzten Tagen wieder auf Threads gestoßen, in denen es um die Frage ging, wie Körperkontakt (Streicheln, Umarmen, Küssen, usw.) zu werten sei. Einige der gestellten Fragen haben mich wirklich sehr überrascht: Wenn sich zwei Menschen geküsst haben, hat sich glaube ich die Frage, ob es mehr ist als nur Freundsschaft, erübrigt. Aber mich verwirrt gerade etwas anderes, und zwar spüre ich gar nicht so oft das Bedürfnis, irgendjemanden zu küssen oder zu streicheln (Umarmungen schließe ich da aus, weil es etwas anderes ist: sie haben nicht unbedingt einen "sexuellen" Hintergrund, man kann ja auch Freunde oder seine Eltern umarmen). Ich finde es schon merkwürdig, dass einige, sobald sie jemand sehen, der gut aussieht, Lust auf Körperkontakt haben, ich dagegen gar nicht so oft.
Das ist nicht merkwürdig, sondern logische Konsequenz. Die anderen sind es nicht anders gewohnt. Wer weniger negative Erfahrungen hat, hat auch mehr Lust.

Vielleicht solltest Du mal auf Kuschelparties für Singles gehen...
 

Benutzer121794 

Meistens hier zu finden
Wie stellst du dir das vor? Ich habe ja versucht, ihr vorsichtig mitzuteilen, dass sie mir die Details gerne ersparen kann. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte sie mir schon Dinge erzählt, die ich lieber nicht hätte hören wollen. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass sie mir von ihren Problemen beim Sex erzählen würde! Ihr ging es so beschissen, dass sie jegliches Schamgefühl verloren hat. Und außerdem musste sie mir ja quasi davon erzählen, weil sie mir ja zeigen wollte, dass ihr Freund nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Was hätte ich da machen sollen? Es hört sich vielleicht bekloppt an, aber das habe ich einfach nicht über Herz gebracht. Ich habe mich aber sehr schnell darüber aufgeregt – auch über mich, weil ich mich selbst verleugnet habe und etwas gemacht habe, was ich nicht wollte.

Vorsichtig heißt in dem Fall dann wohl mit nicht genügend Nachdruck/Ernsthaftigkeit. In dem Moment hast du anscheinend den Weg des kurzfristig geringsten Widerstands gewählt und jetzt heißt es dann wohl 'deal with it'. :zwinker:
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich würde das ein bisschen anders sagen. Wenn ich in dem Kontexte sage, dass jemand männlich ist, meine ich, dass er sich auch so verhält, wie man es von einem Mann allgemein erwartet, und dass ihn seine Mitmenschen auch als einen „richtigen Mann“ wahrnehmen. Und natürlich ist es so, dass manche Männer mehr oder weniger der allgemein verbreiteten Vorstellung dessen, was einen Mann auszeichnet und wie er sich zu verhalten hat, entsprechen. Es ändert zwar nichts daran, dass sie vom reinen Geschlecht her immer noch männlich sind, aber je nach dem, wie sie sich verhalten, was sie für Interessen haben, usw., werden sie als mehr oder weniger männlich wahrgenommen. Ich sage nicht, dass das gut ist, aber leider ist es mir schon öfter aufgefallen.
Ich weiß schon, was du meinst...
Aber zumindest ich sträube mich vehement dagegen, selbst in diesen "Männlichkeits-" oder "Weiblichkeitsabstufungen" zu denken, weil ich mich selbst für 100%ig männlich halte (Ich habe nun mal definitiv einen Penis...), obwohl ich sicherlich in vielerlei Hinsicht nicht dem typischen Männerbild entspreche.

Das ist eine berechtigte Frage. Ich würde es so sagen: Eine Frau, die nicht in allem Punkten dem allgemein verbreiteten Frauenbild entspricht, stört mich zunächst nicht. Sie darf ruhig auch allgemein als männlich bezeichnete Interessen oder Charaktereigenschaften haben. Allerdings gibt es Dinge, die ich bei Frauen sehr unattraktiv finde: wenn sie auf ihr Aussehen nicht besonders großen Wert legen. So zum Beispiel, wenn sie nie, aber wirklich nie, nie Schuck tragen, sich nie sei es nur ein bisschen schminken, nie Parfüm verwenden. Oder wenn sie immer die gleichen Klamotten anziehen, ob sie jetzt an der Uni, auf einer Party oder bei einem Empfang sind. Ganz langweilige, banale Klamotten. Welche, die Männer – natürlich ein paar Abweichungen – eigentlich auch tragen könnten. Kurzum: Wenn Frauen ihre Weiblichkeit nie zum Ausdruck bringen (wenn ich irgendein Bild hätte, würde ich es dir schicken, denn ich weiß nicht, ob du dir das, was ich meine, bildlich vorstellen kannst). Solche Frauen sind meistens welche, die entweder mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, oder denen es egal ist, welchen Eindruck sie auf Andere machen, usw. Ich verurteile sie nicht, aber ich finde sowas einfach unattraktiv.
Ich weiß schon, was du meinst... und wenn du solche Frauen nicht attraktiv findest, dann ist das eben so.
Jeder hat nun mal seine persönlichen Präferenzen und das ist auch gut so.

Wie ich Lotusknospe schrieb: Ich bin nämlich jemand mit einem sehr großen Schamgefühl und bin in einem Umfeld groß geworden, in dem über Themen wie Sex nie gesprochen wurde. Das war das Tabu-Thema Nummer 1. Ich sage nicht, dass es gut ist, aber man kann das nicht einfach über Bord werfen. Aus diesem Grund würde ich wirklich nur mit meinen engsten männlichen Freunden über Sex- reden.
Selbst wenn dich dein persönliches Schamgefühl daran hindert, gewisse Dinge zu tun, oder gewisse Dinge mit bestimmten Leuten zu besprechen, so musst du trotzdem akzeptieren, dass andere Leute nicht das selbe Schamgefühl haben.

Und wenn dir die Sache selbst als Zuhörer zu weit geht, dann musst du eben damit aufhören, "nett" zu sein und der Person klar machen, dass du gewisse Dinge nicht hören willst, bzw. über gewisse Dinge nicht sprechen willst.

Wenn du dich nicht traust, ihr das auf eine für sie verständliche Art und Weise zu sagen, musst du eben damit leben, dass sie dich als ihren "seelischen Mülleimer" benutzt. - Auch wenn du das eigentlich nicht leiden kannst.
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Vielleicht solltest Du mal auf Kuschelparties für Singles gehen...

Ja, sicher, soweit kommt’s noch!

In dem Moment hast du anscheinend den Weg des kurzfristig geringsten Widerstands gewählt und jetzt heißt es dann wohl 'deal with it'.

Und wenn dir die Sache selbst als Zuhörer zu weit geht, dann musst du eben damit aufhören, "nett" zu sein und der Person klar machen, dass du gewisse Dinge nicht hören willst, bzw. über gewisse Dinge nicht sprechen willst.Wenn du dich nicht traust, ihr das auf eine für sie verständliche Art und Weise zu sagen, musst du eben damit leben, dass sie dich als ihren "seelischen Mülleimer" benutzt. - Auch wenn du das eigentlich nicht leiden kannst.

Schön, wenn das Leben so einfach ist, nicht? Ich Aber so ist dem nicht. Ich kann mich nicht wie das größte Arschloch verhalten. Wenn es jemandem so beschissen geht, kann man ihm nicht einfach knallhart sagen, dass einen seine Probleme nicht interessieren und dass man sie gar nicht wissen will. Ich habe Anstand. Und ich wurde auch so erzogen. Besagte Kommilitonin ist zu weit gegangen, und ich habe mich darüber aufgeregt. Aber ich habe die Konsequenzen gezogen, indem ich mich von ihr distanziert habe. Ich könnte ja sowieso nicht mehr für sie tun, als ich schon getan habe.

Aber zumindest ich sträube mich vehement dagegen, selbst in diesen "Männlichkeits-" oder "Weiblichkeitsabstufungen" zu denken, weil ich mich selbst für 100%ig männlich halte (Ich habe nun mal definitiv einen Penis...), obwohl ich sicherlich in vielerlei Hinsicht nicht dem typischen Männerbild entspreche.

Das Problem ist nur, dass sehr viele Menschen in diesen typischen Rollenbildern denken...

Selbst wenn dich dein persönliches Schamgefühl daran hindert, gewisse Dinge zu tun, oder gewisse Dinge mit bestimmten Leuten zu besprechen, so musst du trotzdem akzeptieren, dass andere Leute nicht das selbe Schamgefühl haben.

Das akzeptiere ich, ja. Was ich aber nicht akzeptiere, ist dass sie auf Andere keine Rücksicht nehmen und so tun, als würden alle Anderen genau so denken wie sie.


Aber gut, kehren wir mal zurück zur Eingangsfrage: Warum finde ich keine Freundin? Und damit verbunden: Was nuss ich machen, um endlich eine zu finden? Auch wenn sich viele Dinge ewig hinausgezögert haben, habe ich in den letzten anderhalb Jahren insgesamt doch schon viel getan. Und trotzdem werden die Chancen, dass es irgendwann klappt, eher kleiner, als größer
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Aber gut, kehren wir mal zurück zur Eingangsfrage: Warum finde ich keine Freundin? Und damit verbunden: Was nuss ich machen, um endlich eine zu finden? Auch wenn sich viele Dinge ewig hinausgezögert haben, habe ich in den letzten anderhalb Jahren insgesamt doch schon viel getan. Und trotzdem werden die Chancen, dass es irgendwann klappt, eher kleiner, als größer

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann lautet deine Frage eigentlich: "Warum verliebe ich mich nicht?"

Ich persönlich würde es auch schwierig finden, einen Partner zu finden, wenn ich es nicht mal schaffe, mich in eine Person zu verlieben. Man muss schon beim ersten Schritt anfangen und nicht erst beim fünften.
 

Benutzer121794 

Meistens hier zu finden
Schön, wenn das Leben so einfach ist, nicht? Ich Aber so ist dem nicht. Ich kann mich nicht wie das größte Arschloch verhalten. Wenn es jemandem so beschissen geht, kann man ihm nicht einfach knallhart sagen, dass einen seine Probleme nicht interessieren und dass man sie gar nicht wissen will. Ich habe Anstand. Und ich wurde auch so erzogen. Besagte Kommilitonin ist zu weit gegangen, und ich habe mich darüber aufgeregt. Aber ich habe die Konsequenzen gezogen, indem ich mich von ihr distanziert habe. Ich könnte ja sowieso nicht mehr für sie tun, als ich schon getan habe.

Mir entzieht es sich schon lange, was du hier eigentlich noch hören willst. Dass du nicht gleichzeitig der seelische Mülleimer für alles sein kannst, wenn du so allergisch auf weibliche Bettgeschichten reagierst, kann dich jetzt nicht wirklich überraschen?! Dementsprechend wirst du da wohl alleine deinen individuellen Kompromiss finden müssen und bei dem kann zumindest ich dir nicht helfen, weil ich die Problematik nicht nachvollziehen kann.

PS: Übrigens auch ganz witzig, wie du ehrliches Handeln gemäß deiner Ansichten jetzt indirekt größtes Arschlochverhalten nennst. :zwinker:
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Off-Topic:
Ich kann mich nicht wie das größte Arschloch verhalten. Wenn es jemandem so beschissen geht, kann man ihm nicht einfach knallhart sagen, dass einen seine Probleme nicht interessieren und dass man sie gar nicht wissen will. Ich habe Anstand. Und ich wurde auch so erzogen. Besagte Kommilitonin ist zu weit gegangen, und ich habe mich darüber aufgeregt. Aber ich habe die Konsequenzen gezogen, indem ich mich von ihr distanziert habe.
Das ist arschiger, als ein "ich möchte keine Details aus deinem Sexleben wissen, bin dafür wohl auch nicht der richtige Ansprechpartner für dich".

Aber mich verwirrt gerade etwas anderes, und zwar spüre ich gar nicht so oft das Bedürfnis, irgendjemanden zu küssen oder zu streicheln
vielleicht gehörst du einfach zu der sorte mensch (dazu gehören auch männer, bevor du dich in deiner männlichkeit verletzt fühlst :zwinker:...) die sowas und mehr nur mit leuten wollen, für die sie gefühle haben/entwickeln.

Und wie Lolly so schön andeutet: Wie willst du eine Partnerin finden, wenn du dich nicht verliebst?
 

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann lautet deine Frage eigentlich: "Warum verliebe ich mich nicht?" Ich persönlich würde es auch schwierig finden, einen Partner zu finden, wenn ich es nicht mal schaffe, mich in eine Person zu verlieben. Man muss schon beim ersten Schritt anfangen und nicht erst beim fünften.

Ja, das stimmt. Aber wie soll ich an die Sache herangehen? Es ist mir selbst nicht klar, was mit mir los ist. Oder besser gesagt: Ich merke schon, dass je länger mein Versagen andauert, umso schlimmer wird es. Aber wie ich das Problem lösen kann, ist mir schleierhaft.

Und dann stellt sich natürlich die Frage: Wie kann ich damit umgehen, dass ich vielleicht mein ganzes Leben lang Single bleiben werde? Das ist wirklich eine große Angst von mir.

PS: Übrigens auch ganz witzig, wie du ehrliches Handeln gemäß deiner Ansichten jetzt indirekt größtes Arschlochverhalten nennst.

Dann sage mir doch mal, wie du das der besagten Kommilitonin sagen würdest! Ihre Probleme waren so ernst, dass sie wegen Depressionen eine Zeit lang im Krankenhaus in Behandlung war. Sie war körperlich wie psychisch sehr schwach. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich durch meine Abweisung Schuld an einer Verschlechterung ihres Zustandes gewesen wäre. Aber ich merke ja selbst, dass meine Reaktion keine gute Lösung war.

Was würdest du denn machen, wenn sich jemand dermaßen an dich klammern würde und dir zu verstehen gäbe, dass du beinahe der Einzige bist, den sie hat?

Das ist arschiger, als ein "ich möchte keine Details aus deinem Sexleben wissen, bin dafür wohl auch nicht der richtige Ansprechpartner für dich"

Es geht längst nicht nur um ihr Sexleben. Es geht darum, dass es ihr beschissen geht, dass sie von einem Scherbenhaufen steht und ich einer der Einzigen bin, den sie hat. Wie würdest du ihr klar machen, dass sie dafür keine genügend gute Freundin ist?

Im Übrigen finde ich mein Verhalten gar nicht so „arschig“, wie du sagst. Ich habe den Kontakt nicht abgebrochen, sondern antworte nicht mehr sofort auf ihre Nachrichten und sage ich, dass ich keine Zeit habe, sie zu besuchen. Letzteres stimmt auch.

vielleicht gehörst du einfach zu der sorte mensch (dazu gehören auch männer, bevor du dich in deiner männlichkeit verletzt fühlst
...) die sowas und mehr nur mit leuten wollen, für die sie gefühle haben/entwickeln.

Das kann sein, ja. Aber leider weiß ich es nicht, da ich noch nie in der Situation war.

Und wie Lolly so schön andeutet: Wie willst du eine Partnerin finden, wenn du dich nicht verliebst?

Das weiß ich doch selbst, aber wie kann ich es denn schaffen, dass ich mich leichter verliebe? Mir ist das in den letzten 10 Jahren ein einziges Mal passiert – ich glaube zumindest, dass ich mich da verliebt habe. Ich bin schon von Natur aus nicht der Typ, der sich sehr leicht verliebt. Mein nicht enden wollendes Versagen und die damit allmählich eintretende Verbitterung macht das Ganze nur noch schlimmer.

Hat man überhaupt einen Einfluss darauf, ob man sich verliebt oder nicht? Und was, wenn es nicht passiert? Muss man sich dann einfach damit abfindet, dass man sein Leben lang Single bleiben wird? Und was, wenn man nicht dafür geschaffen ist, alleine zu leben? Selbst unter euch gibt es einige, die mal zugegeben haben, dass das Single-Dasein trotz einiger unbestreitbarer Vorteile auf Dauer nichts wäre. Und muss man nicht, damit man sich überhaupt verlieben kann, erst einmal mit genügend potentiell interessanten Frauen in Verbindung kommen?
 
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Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Schön, wenn das Leben so einfach ist, nicht? Ich Aber so ist dem nicht. Ich kann mich nicht wie das größte Arschloch verhalten. Wenn es jemandem so beschissen geht, kann man ihm nicht einfach knallhart sagen, dass einen seine Probleme nicht interessieren und dass man sie gar nicht wissen will. Ich habe Anstand. Und ich wurde auch so erzogen. Besagte Kommilitonin ist zu weit gegangen, und ich habe mich darüber aufgeregt. Aber ich habe die Konsequenzen gezogen, indem ich mich von ihr distanziert habe. Ich könnte ja sowieso nicht mehr für sie tun, als ich schon getan habe.

Sich wie die Axt im Walde zu verhalten, ist sicherlich sehr taktlos und unschön.
Allerdings kann man auch versuchen, auf diplomatische Art deutlicher zu werden und z.B. sagen, dass man wohl nicht der passende Gesprächspartner für derartige Probleme ist.

Das Problem ist nur, dass sehr viele Menschen in diesen typischen Rollenbildern denken...
aber das heißt noch lange nicht, dass man sich diesem Denken anschließen muss. :zwinker:

Das akzeptiere ich, ja. Was ich aber nicht akzeptiere, ist dass sie auf Andere keine Rücksicht nehmen und so tun, als würden alle Anderen genau so denken wie sie.
Woher soll die Frau denn wissen, dass du so schamhaft bist, wenn du es ihr nicht mitteilst? - Insbesondere, wenn sie gerade in einer Situation ist, in der sie dringend jemanden braucht, bei dem sie sich ausheulen kann...

Ja, das stimmt. Aber wie soll ich an die Sache herangehen? Es ist mir selbst nicht klar, was mit mir los ist. Oder besser gesagt: Ich merke schon, dass je länger mein Versagen andauert, umso schlimmer wird es. Aber wie ich das Problem lösen kann, ist mir schleierhaft.

Und dann stellt sich natürlich die Frage: Wie kann ich damit umgehen, dass ich vielleicht mein ganzes Leben lang Single bleiben werde? Das ist wirklich eine große Angst von mir.

Ich halte es für durchaus naheliegend, dass es dir schwer fällt, dich zu verlieben, wenn du andauernd an deinen bisherigen Misserfolg in Sachen Liebe denkst, dich verzweifelt von der Angst, ewig Single zu bleiben, leiten lässt und dadurch auch noch viele Dinge mit hohen Erwartungen verknüpfst.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es viel leichter ist, sich zu verlieben, wenn man mit sich halbwegs im reinen ist.
 

Benutzer121794 

Meistens hier zu finden
Dann sage mir doch mal, wie du das der besagten Kommilitonin sagen würdest! Ihre Probleme waren so ernst, dass sie wegen Depressionen eine Zeit lang im Krankenhaus in Behandlung war. Sie war körperlich wie psychisch sehr schwach. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich durch meine Abweisung Schuld an einer Verschlechterung ihres Zustandes gewesen wäre. Aber ich merke ja selbst, dass meine Reaktion keine gute Lösung war.

Was würdest du denn machen, wenn sich jemand dermaßen an dich klammern würde und dir zu verstehen gäbe, dass du beinahe der Einzige bist, den sie hat?

So quasi-suizidal kann sie ja nicht sein, wenn du dich noch guten Gewissens "distanzieren" kannst. :zwinker:
Die plötzliche Dramatisierung wirkt ohnehin ein bisschen wie die willkommene Rückwärtslegitimation für deine Aktion.
Wie gesagt, ich teile deine in diesem Zusammenhang radikale Haltung (von wegen Entmannung) nicht und kann mir auch nur schwer vorstellen, was ich in der Situation wann und wie gesagt hätte. Grundsätzlich sehe ich aber kein Problem darin, nen guten Freund oder Freundin darauf hinzuweisen, wenn sie ihrer Depri-Stimmung komplett verfällt und auch ihre Umwelt zu sehr vereinnahmt und mit runterzieht. Das finde ich sogar ziemlich wichtig.
So überzeugt kannst du von deiner Haltung ja irgendwo auch nicht (gewesen) sein, wenn du sie ums Verrecken nicht kundtun kannst/willst. Dann kannst du aber die Ursache für deine Unzufriedenheit unmöglich alleine bei anderen suchen.
Und ja, was an diesem leisen Kontaktabbruch jetzt eleganter oder weniger Im-Regen-Stehen-Lassen sein soll als an der direkten "Abfuhr", erschließt sich mir ebenfalls nicht.
 

Benutzer135032 

Ist noch neu hier
Also, da das alles SEHR unübersichtlich ist, möchte ich dir mal anbieten, per Privatnachricht alles zu schildern. Ich würde dir gerne helfen, habe aber keine Nerven, das alles jetzt durchzulesen (tut mir leid).

Liebe Grüße!
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ja, das stimmt. Aber wie soll ich an die Sache herangehen? Es ist mir selbst nicht klar, was mit mir los ist. Oder besser gesagt: Ich merke schon, dass je länger mein Versagen andauert, umso schlimmer wird es. Aber wie ich das Problem lösen kann, ist mir schleierhaft.

Ganz ehrlich, mir gehen die Ratschläge aus, und das schon seit ungefähr 20 Seiten.

Ich glaub, ich hab es dir irgendwann schon mal gesagt, was mir geholfen hat, dass ich mich leichter verlieben konnte: Sich selbst zu akzeptieren und all seine eigenen Stärken und Schwächen als Teil seiner selbst wahrzunehmen und mit den Dingen umgehen zu lernen anstatt sie zu verurteilen, sich für sie zu schämen oder sonst was.

Als ich das irgendwann mal konnte und mich nicht mehr verstecken musste, konnte ich auch endlich Leute in mein Leben lassen, offen für ihre Eigenheiten und Besonderheiten sein, auf ihre Quirks neugierig sein und ihre Facetten kennenlernen. Und mich dann natürlich auch ernsthaft zu verlieben. Jede andere Form der Verliebtheit ist für mich persönlich nicht ernsthaft auf eine andere Person gerichtet, sondern dient rein der Befriedigung des inneren Bedürfnisses, romantische Gefühle o.ä. gegenüber irgendeinem Ideal mit eingebildeten Projektionen der eigenen Wünsche zu erleben.

Und dann stellt sich natürlich die Frage: Wie kann ich damit umgehen, dass ich vielleicht mein ganzes Leben lang Single bleiben werde? Das ist wirklich eine große Angst von mir.

Wie mit allen Ängsten: Analysiere die Angst und setz dich mit ihr auseinander. Was steckt dahinter? Was genau ist schlimm daran, wenn du dein Leben lang Single wärst? Ist es die Einsamkeit? Ist es der Mangel an einer eigenen Familie? Wodurch ist deine Angst begründet? Du bist in meinen Augen ein massiver Kontrollfreak, was sich in Sachen Partnerschaft natürlich kontraproduktiv auswirken kann, selbst wenn du irgendwann mal in einer Beziehung bist. Die ist u.U. schneller wieder weg als du bist drei zählen kannst. Und mMn gibt es nur zwei Möglichkeiten, den Kontrollzwang in den Griff zu bekommen: Entweder du hast ein einschneidendes Aha-Erlebnis, wodurch du dein Leben durch eine andere Linse siehst - diese Möglichkeit hast du aber nicht in der Hand, sondern musst auf sie warten -, oder du lernst einfach, deinen Zwang nach Kontrolle mit deinem Kontrollzwang unter Kontrolle zu bringen. Verstehst du? Geht auch. Ist anstrengend, aber es funktioniert. Zumindest ist das mein Weg, denn ich habe erkannt, dass ich meinen Kontrollzwang nicht mehr aus mir rausbekomme, und auch gar nicht will. Denn er tut mir auch viel gutes. Mittlerweile würd ich ihn auch nicht mehr als Kontrollzwang bezeichnen. Es ist mehr eine "Kontrollophilie" :zwinker:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer114418 

Verbringt hier viel Zeit
Woher soll die Frau denn wissen, dass du so schamhaft bist, wenn du es ihr nicht mitteilst? - Insbesondere, wenn sie gerade in einer Situation ist, in der sie dringend jemanden braucht, bei dem sie sich ausheulen kann...

Es stimmt natürlich, dass sie es nicht wissen kann. Aber es gibt schon gute Gründe, schockiert zu sein und aus allen Wolken zu fallen, wenn dir jemand, mit dem du bis dahin so gut wie nie über Privates gesprochen hast, nun plötzlich anfängt, dir von seinen intimsten Problemen zu erzählen. Ich hätte das wirklich nicht erwartet. Aber falls es noch einmal zu so einer Situation kommen würde, würde ich ihr sagen, dass es mir unangenehm ist.

Ich halte es für durchaus naheliegend, dass es dir schwer fällt, dich zu verlieben, wenn du andauernd an deinen bisherigen Misserfolg in Sachen Liebe denkst, dich verzweifelt von der Angst, ewig Single zu bleiben, leiten lässt und dadurch auch noch viele Dinge mit hohen Erwartungen verknüpfst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es viel leichter ist, sich zu verlieben, wenn man mit sich halbwegs im reinen ist.

Die Sache ist die: Bei jeder Frau, die ich sympathisch und gutaussehend (ohne dass es sich gleich um sexuelle Anziehung handelt) finde, frage ich mich mittlerweile sofort, ob sie in Frage kommen könnte oder nicht. Dabei gehe ich leider extrem sachlich vor und spüre rein gar nichts. Vielleicht gerade deswegen, weil ich so sachlich an die Sache herangehe und mich so sehr darauf fixiere. Aber vielleicht auch, weil ich eigentlich ziemlich wenig mit potentiell interessanten Frauen zusammenkomme – eigentlich lerne ich außerhalb meiner Lehrtätigkeit immer weniger neue Frauen kennen, statt mehr – und daher Angst habe, dass meine Chancen dadurch noch geringer werden, als sie es eh schon sind. Aber genau das verkrampft mich zusätzlich. Es ist also ein Teufelskreis.

Und ich weiß nicht, wie ich da rauskommen kann. Es ist mir nämlich durchaus bewusst, dass ich unbedingt lockerer werden und mich in gewissen Situationen eine gewisse Scheiß-Egal-Haltung zulegen muss, aber selbst da steht mir mein Hirn im Weg.

Und wie soll ich mit mir im Reinen sein, wenn ich nach so vielen Jahren immer noch keinen Erfolg hatte? Machbar ist es sicherlich, aber das ist je nach Charakter mehr oder weniger schwer. Ich habe damit die größten Schwierigkeiten.

Die plötzliche Dramatisierung wirkt ohnehin ein bisschen wie die willkommene Rückwärtslegitimation für deine Aktion.

Wenn du dieser Meinung bist, brauche ich mir auch gar nicht die Mühe zu geben, dir ausführlicher zu antworten. Nur so viel: Die „plötzliche Dramatisierung“ hängt damit zusammen, dass ich zunächst keine Details verraten wollte und es nur gemacht habe, um eben zu erklären, dass es zumindest einen Grund gab, weshalb ich mich nicht getraute habe, ihr nicht ins Gesicht zu sagen, dass ich ihre Probleme nicht hören will. Aber das als „willkommene Rückwärtslegitimation“ zu bezeichnen, finde ich schon unglaublich.

Im Übrigen zeigt Folgender Satz, dass du meine Beiträge nur überflogen und nicht wirklich gelesen hast: „Grundsätzlich sehe ich aber kein Problem darin, nen guten Freund oder Freundin darauf hinzuweisen, wenn sie ihrer Depri-Stimmung komplett verfällt und auch ihre Umwelt zu sehr vereinnahmt und mit runterzieht.“ Ich habe von vornherein darauf hingewiesen und dann mehrmals wiederholt, dass es sich um keine gute Freundin handelte, sondern lediglich um eine Kommilitonin, mit der ich bis dahin kaum zu tun hatte. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich bei einem guten Freund auch Hemmungen gehabt hätte.

Also, da das alles SEHR unübersichtlich ist, möchte ich dir mal anbieten, per Privatnachricht alles zu schildern. Ich würde dir gerne helfen, habe aber keine Nerven, das alles jetzt durchzulesen (tut mir leid).

Danke für dein Angebot! Ich werde es bei Gelegenheit mal machen!

Ich glaub, ich hab es dir irgendwann schon mal gesagt, was mir geholfen hat, dass ich mich leichter verlieben konnte: Sich selbst zu akzeptieren und all seine eigenen Stärken und Schwächen als Teil seiner selbst wahrzunehmen und mit den Dingen umgehen zu lernen anstatt sie zu verurteilen, sich für sie zu schämen oder sonst was. Als ich das irgendwann mal konnte und mich nicht mehr verstecken musste, konnte ich auch endlich Leute in mein Leben lassen, offen für ihre Eigenheiten und Besonderheiten sein, auf ihre Quirks neugierig sein und ihre Facetten kennenlernen. Und mich dann natürlich auch ernsthaft zu verlieben.

Das meinst du mit „mit sich im Reinen sein“, und ich sehe auch ein, dass es ein Stück weit notwendig ist. In der Praxis habe ich damit aber meine Schwierigkeiten. Warum das so ist, lässt sich in folgender Frage zusammenfassen? Und wie soll ich mit mir im Reinen sein, meine Schwächen akzeptieren, wenn ich nach so vielen Jahren immer noch keinen Erfolg hatte? Für mein Versagen muss es ja einen Grund geben – und ob zu Recht oder zu Unrecht fallen mir immer wieder meine Laster und Fehler in der Vergangenheit ein. Wie soll ich mich selbst denn davon überzeugen, dass dem nicht so ist, dass ich trotz Laster und trotz Fehler in der Vergangenheit Erfolg haben kann? Ich bin in manchen Situationen (merkwürdigerweise nicht in allen) jemand, der nur das glaubt, was er auch sieht. In dem Fall würde es dann so aussehen: Ich kann nur glauben, dass ich trotz Laster und trotz Fehler in der Vergangenheit Erfolg haben kann, wenn ich tatsächlich Erfolg habe. Aber du sagst mir, dass es umgekehrt ist: Erst muss ich mich akzeptieren, so wie ich bin. Ein Teil von mir ist fest davon überzeugt, dass du Recht hast – deine Argumentation ist überzeugend –, aber das Problem ist der Übergang von der Theorie in die Praxis.

Wie mit allen Ängsten: Analysiere die Angst und setz dich mit ihr auseinander. Was steckt dahinter? Was genau ist schlimm daran, wenn du dein Leben lang Single wärst? Ist es die Einsamkeit? Ist es der Mangel an einer eigenen Familie? Wodurch ist deine Angst begründet?

Das werde ich für mich selbst machen, danke für den Tipp. Und was wäre dann der nächste Schritt? Zu wissen – oder zu glauben zu wissen – was die Gründe für gewisse Ängste sind, hilft einem ja nicht dabei, sie loszuwerden oder lernen, mit ihnen klar zu kommen.

Du bist in meinen Augen ein massiver Kontrollfreak, was sich in Sachen Partnerschaft natürlich kontraproduktiv auswirken kann, selbst wenn du irgendwann mal in einer Beziehung bist.

Dass ich ein „massiver Kontrollfreak“ bin, kann ich leider nur bestätigen. :zwinker: Paradoxerweise habe ich aber selbst meine Gedanken, meiner Hirn nicht unter Kontrolle.

Wie ich Banane schon schrieb: Bei jeder Frau, die ich sympathisch und gutaussehend (ohne dass es sich gleich um sexuelle Anziehung handelt) finde, frage ich mich mittlerweile sofort, ob sie in Frage kommen könnte oder nicht. Dabei gehe ich leider extrem sachlich vor und spüre rein gar nichts. Vielleicht gerade deswegen, weil ich so sachlich an die Sache herangehe und mich so sehr darauf fixiere. Aber vielleicht auch, weil ich eigentlich ziemlich wenig mit potentiell interessanten Frauen zusammenkomme – eigentlich lerne ich außerhalb meiner Lehrtätigkeit immer weniger neue Frauen kennen, statt mehr – und daher Angst habe, dass meine Chancen dadurch noch geringer werden, als sie es eh schon sind. Aber genau das verkrampft mich zusätzlich. Es ist also ein Teufelskreis.

Und ich weiß nicht, wie ich da rauskommen kann. Es ist mir nämlich durchaus bewusst, dass ich unbedingt lockerer werden und mich in gewissen Situationen eine gewisse Scheiß-Egal-Haltung zulegen muss, aber selbst da steht mir mein Hirn im Weg.

Und mMn gibt es nur zwei Möglichkeiten, den Kontrollzwang in den Griff zu bekommen: Entweder du hast ein einschneidendes Aha-Erlebnis, wodurch du dein Leben durch eine andere Linse siehst - diese Möglichkeit hast du aber nicht in der Hand, sondern musst auf sie warten -, oder du lernst einfach, deinen Zwang nach Kontrolle mit deinem Kontrollzwang unter Kontrolle zu bringen. Verstehst du? Geht auch. Ist anstrengend, aber es funktioniert. Zumindest ist das mein Weg, denn ich habe erkannt, dass ich meinen Kontrollzwang nicht mehr aus mir rausbekomme, und auch gar nicht will. Denn er tut mir auch viel gutes. Mittlerweile würd ich ihn auch nicht mehr als Kontrollzwang bezeichnen. Es ist mehr eine "Kontrollophilie"

Möglichkeit Dr. 1 halte ich für zu riskant: Schließlich ist es ja nicht auszuschließen, dass ich sehr lange darauf warten muss oder es sogar niemals erleben werde. Also bleibt nur Möglichkeit Nr. 2. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, was du meinst: Könntest du es vielleicht noch einmal erklären. Eins habe ich aber verstanden: Es wird eine anstrengende Arbeit an mir selbst sein. :zwinker: Aber wenn sie mir hilft, wäre es schade, es nicht zu versuchen, zumal es bei dir geklappt hat.
 
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