Was ist mit mir los - ich fühle mich zu einem alten Mann hingezogen!

Benutzer81026 

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Außerdem wurde ein weiterer Gast heute sehr anhänglich. Er hielt meine Hand ganz fest und zeigte dabei auf seinen Hosenstall.

Vermutlich musste er ganz dringend zur Toilette und hat Dich mit einer Schwester verwechselt.

Wahrscheinlich eigne ich mich auch besser als Putzkraft als als Betreuerin für Demenzkranke. :cry:

Blödsinn!!
Hinfallen - Aufstehen - Krone richten

Es wäre doch schlimm, wenn jeder für jeden Job geeignet wäre.

Auch für Dich gibt es eine Aufgabe da draußen. Es ist halt nur noch nicht so ganz klar was Dir liegt und was nicht.
Auf jeden Fall beende diese Tätigkeit. Und zwar sofort.
Du brauchst Abstand von all dem.

Ich habe Dich ja schon mal gefragt, ob eine Arbeit mit Tieren was für Dich wäre.
Mehr kann ich Dir da jetzt dann auch nicht mehr raten.
 

Benutzer120069  (40)

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Vermutlich musste er ganz dringend zur Toilette und hat Dich mit einer Schwester verwechselt.



Blödsinn!!
Hinfallen - Aufstehen - Krone richten

Es wäre doch schlimm, wenn jeder für jeden Job geeignet wäre.

Auch für Dich gibt es eine Aufgabe da draußen. Es ist halt nur noch nicht so ganz klar was Dir liegt und was nicht.
Auf jeden Fall beende diese Tätigkeit. Und zwar sofort.
Du brauchst Abstand von all dem.

Ich habe Dich ja schon mal gefragt, ob eine Arbeit mit Tieren was für Dich wäre.
Mehr kann ich Dir da jetzt dann auch nicht mehr raten.


Hallo Cyria,

ich bin halt sehr enttäuscht, dass es dieser Job nicht ist. Ich habe mir vorher so gut vorstellen können, mit kranken Menschen zu arbeiten. Es tut weh zu erkennen, dass man dafür absolut nicht geeignet ist. Denn irgendwie hängt teilweise auch mein Herz an diesen bedauernswerten Menschen.

Ich soll diesen Job nur bis Ende Februar machen, aber nicht einmal das würde ich wahrscheinlich durchhalten. :frown:
Ich denke auch daran, wie andere auf mich herabsehen werden, dass ich es wieder mal nicht geschafft habe!
Meine Eltern, meine wenigen Bekannten...
Ich bin doch ohnehin nirgendwo gut angesehen wegen meines ständigen Scheiterns. Ernte Verachtung oder höchstens mal Mitleid. Sogar ein Mitmieter, der auf meiner Etage wohnt, hat mich schon als "blöde Hartz IV-Empfängerin" beschimpft!

Eine Arbeit mit Tieren könnte ich mir schon vorstellen, da ich seht tierlieb bin.
Nur, was verdient man da als ungelernte Kraft?
 

Benutzer81026 

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Denn irgendwie hängt teilweise auch mein Herz an diesen bedauernswerten Menschen.

Und genau das ist Dir zum Verhängnis geworden. Du handelst eher aus Mitleid anstatt aus Unterstützung. Und sowas wird einem in jedem helfenden Beruf zum Verhängnis.
Man muss schon eine gewisse gesunde Distanz zu seinem Beruf mitbringen. Erlernbar ist das meines Erachtens nicht.

Ich soll diesen Job nur bis Ende Februar machen, aber nicht einmal das würde ich wahrscheinlich durchhalten. :frown:
Ich denke auch daran, wie andere auf mich herabsehen werden, dass ich es wieder mal nicht geschafft habe!
Meine Eltern, meine wenigen Bekannten...
Ich bin doch ohnehin nirgendwo gut angesehen wegen meines ständigen Scheiterns. Ernte Verachtung oder höchstens mal Mitleid. Sogar ein Mitmieter, der auf meiner Etage wohnt, hat mich schon als "blöde Hartz IV-Empfängerin" beschimpft!

Eine Arbeit mit Tieren könnte ich mir schon vorstellen, da ich seht tierlieb bin.
Nur, was verdient man da als ungelernte Kraft?

Gut, das Herabsehen deines Umfeldes auf Dich ist nicht gerade angenehm. Das verstehe ich, dass Dich das beunruhigt.
Die Sache mit Deinem Mitmieter ist gemein, allerdings werden täglich Menschen auf diese Art und Weise beschimpft. Ist leider so.
Du alleine hast es in der Hand, aus diesem Hamsterrad rauszukommen.
Und das beginnt damit, dass Du diesen Job im Altenheim jetzt endlich mal hinschmeißt, ok!!!

Die Sache mit den Tieren:
Du sollst dort nicht als ungelerne Kraft arbeiten, sondern nochmals eine Ausbildung machen. Und diese auch abschließen, auch wenn es für Dich nicht so einfach ist.
Pferdepflegerin/Pferdewirtin, Tierarzthelferin, im Tierheim arbeiten, im Zoo als Tierpflegerin etc.
Google ist auch hier wieder Dein Freund bzw. auch die Arbeitsamtseite.
Da sind alle Berufe genauestens mit Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungsinhalten, Verdienst etc. beschrieben.
 

Benutzer120069  (40)

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Ja, ich glaube, es ist an der Zeit einen Schlussstrich zu ziehen!
Heute kam die Mitarbeiterin vom Sozialen Dienst wegen der Urlaubsplanung auf mich zu, aber ich habe mich noch nicht getraut, sie auf meine Problematik anzusprechen. Wobei ich denke, dass meine Teamleiterin sie schon ausführlich darüber in Kenntnis gesetzt hat.

Ich habe den Eindruck, dass ich in einer tiefen Depression stecke.
Heute ging es mir besonders schlecht.
Ich bin dann nicht nur traurig, sondern habe dann auch gewaltige Probleme mein Umfeld zu lesen und zu fühlen.
Gestern wurde ein Kuchen gebacken und als die Pflegekraft ihn da stehen sah, meinte sie mit ernstem Gesicht:"Also nein, den können wir den Leuten nicht vorsetzen. Der sieht gar nicht gut aus."
Ich wunderte mich noch, da der Kuchen in meinen Augen ganz normal aussah. Ich antwortete fragte dann so blöd:"Meinst du wirklich, den kann man so nicht auf den Tisch stellen?"
Erst Minuten später wurde mir bewusst, dass ihre Bemerkung nicht ernst gemeint war. :rolleyes:
Der alte Herr sagte heute etwas im Scherz zu mir, was ich auch voll für ernst auffasste. Als er mein Gesicht sah, lachte er mich aus, dass ich ihm geglaubt hatte. Er bezeichnete mich als "Döfken".
Als eine Pflegekraft mich heute beauftragte neue Knöpfe an Kissenbezüge zu nähen, fühlte ich mich überfordert und hätte fast losgeheult. Ich bin eine absolute Grobmotorikerin und kann nicht nähen. :cry:
Aus Frust ging ich zu der Praktikantin und klagte ihr mein Leid. Ich hatte nicht bemerkt, dass sie selbst nicht gut drauf war. Sie erzählte mir dann von dem Stress, den sie mit ihrem Freund hat.

Ich weiß, es ist egoistisch, aber gerade heute hätte mir die Nähe des alten Herrn gutgetan. Leider wurde ich heute ziemlich ignoriert, weil seine Freundin da war.

Vielleicht wäre eine Arbeit mit Tieren wirklich sinnvoll für mich.
Da wäre ich nicht von ihren Stimmungen abhängig und sie wären bestimmt nicht sauer, wenn ich mal nicht so funktioniere.
 
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Benutzer35148 

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Daß Du Dich da mal nicht täuschst mit deiner Meinung über Tiere.
Jegliche Säugetiere empfinden und sind auch empänglich für Stimmungsschwankungen.
Schau Dir mal Spaßeshalber Sendungen rund um Zoos an (auf den Dritten Programmen laufen diese zur Genüge, oder auch mal den Hundepsychologen bei den Privaten ).
An manchen Tieren kann man auch ganz schön verzweifeln, wenn man selber nicht gerade selbstbewußt ist.

Das Hauptproblem liegt an Dir selber, tief in Dir drin.
Was auch immer es ist, vielleicht solltest Du das zuerst herausfinden,
und Dir in der Zeit einen Job suchen, bei dem Du nichts mit Menschen egal welchen Alters und auch nichts mit Tieren zu tun hast...

Das klingt vielleicht teilweise scherzhaft, aber das meine ich im Ernst.
 

Benutzer81026 

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Daß Du Dich da mal nicht täuschst mit deiner Meinung über Tiere.
Jegliche Säugetiere empfinden und sind auch empänglich für Stimmungsschwankungen.
Schau Dir mal Spaßeshalber Sendungen rund um Zoos an (auf den Dritten Programmen laufen diese zur Genüge, oder auch mal den Hundepsychologen bei den Privaten ).
An manchen Tieren kann man auch ganz schön verzweifeln, wenn man selber nicht gerade selbstbewußt ist.

Das Hauptproblem liegt an Dir selber, tief in Dir drin.
Was auch immer es ist, vielleicht solltest Du das zuerst herausfinden,
und Dir in der Zeit einen Job suchen, bei dem Du nichts mit Menschen egal welchen Alters und auch nichts mit Tieren zu tun hast...

Das klingt vielleicht teilweise scherzhaft, aber das meine ich im Ernst.


Mmmmm... in deiner Aussage gebe ich Dir schon recht.

Allerdings haben Tiere erwiesenermaßen auch einen therapeutischen Effekt, der der TS auch zu Gute kommt.
Was jetzt nicht im Umkehrschluss heißt, dass die Tiere als Therapeuten herhalten müssen.

Viele Heime und Einrichtungen haben Tiere mittlerweile fest in den Alltag integriert. Und dabei handelt es sich um keine ausgebildeten Therapietiere.
Gerade wenn Menschen schlecht drauf sind und Zuspruch brauchen, helfen Tiere sehr häufig über diesen Tiefpunkt hinweg.
Tiere sind dankbar und machen dem Pfleger keine Vorwürfe, wenn mal nicht alles so am Schnürchen klappt (was natürlich nicht schlechte Pflege bedeuten darf), oder der Pflegende schlecht drauf ist und Aufmunterung braucht.

Ich bin schon noch der Meinung, daß die TS in einer Arbeit mit Tieren gut aufgehoben sein wird.
Allerdings sehe ich trotzdem noch zusätzlich therapeutischen Handlungsbedarf, um die Grundproblematik in den Griff zu bekommen.

Also liebe TS, lass' dich nicht entmutigen!!!
 

Benutzer35148 

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Allerdings haben Tiere erwiesenermaßen auch einen therapeutischen Effekt, der der TS auch zu Gute kommt.
Was jetzt nicht im Umkehrschluss heißt, dass die Tiere als Therapeuten herhalten müssen.
[...]
Ich bin schon noch der Meinung, daß die TS in einer Arbeit mit Tieren gut aufgehoben sein wird.
Allerdings sehe ich trotzdem noch zusätzlich therapeutischen Handlungsbedarf, um die Grundproblematik in den Griff zu bekommen.
Richtig, nur kommt es sehr auf die Tiere und Tierarten an, und es ist ein Unterschied ob Tiere ganz bewußt zur Therapie eingesetzt werden (manche verurteilen das schon als Tierquälerei), oder ob Tiere dazu ohne professionelle Hilfe herhalten müssten.

Also liebe TS, lass' dich nicht entmutigen!!!
Das auf jeden Fall :jaa:
 

Benutzer120069  (40)

Benutzer gesperrt
Mmmmm... in deiner Aussage gebe ich Dir schon recht.

Allerdings haben Tiere erwiesenermaßen auch einen therapeutischen Effekt, der der TS auch zu Gute kommt.
Was jetzt nicht im Umkehrschluss heißt, dass die Tiere als Therapeuten herhalten müssen.

Viele Heime und Einrichtungen haben Tiere mittlerweile fest in den Alltag integriert. Und dabei handelt es sich um keine ausgebildeten Therapietiere.
Gerade wenn Menschen schlecht drauf sind und Zuspruch brauchen, helfen Tiere sehr häufig über diesen Tiefpunkt hinweg.
Tiere sind dankbar und machen dem Pfleger keine Vorwürfe, wenn mal nicht alles so am Schnürchen klappt (was natürlich nicht schlechte Pflege bedeuten darf), oder der Pflegende schlecht drauf ist und Aufmunterung braucht.

Ich bin schon noch der Meinung, daß die TS in einer Arbeit mit Tieren gut aufgehoben sein wird.
Allerdings sehe ich trotzdem noch zusätzlich therapeutischen Handlungsbedarf, um die Grundproblematik in den Griff zu bekommen.

Also liebe TS, lass' dich nicht entmutigen!!!


Hallo Cyria,

danke für deinen Zuspruch!
Es ist für mich schlimm zu erkennen, dass ich mich nicht für einen Job mit Menschen eigne, da ich mich selbst als einfühlsam, lieb und geduldig betrachte.
Doch es geht nicht. Ich glaube, dass auch die Demenzkranken teilweise meine Stimmungen spüren.

Ich liebe Tiere und könnte mir gut vorstellen, mit ihnen zu arbeiten.
Danke für diesen guten Tipp!
Schon in meiner Kindheit war ich eine Pferdeliebhaberin und war auch jahrelang aktiv im Reitsport.
Die Pferde gaben mir das bisschen Selbstbewusstsein, dass ich damals überhaupt hatte. Ich denke noch heute ganz gerührt an ein sehr lebhaftes und schwieriges Tier, das bei mir immer lammfromm war und knuddeln wollte.
Ich hatte während meiner Schulzeit in überlegt Pferdewirtin zu werden, aber beim Arbeitsamt riet man mir davon ab, weil ich in dem Beruf doch so wenig verdienen würde. Leider habe ich mich von meinem Berufswunsch abbringen lassen und hängte auch mein Hobby einige Jahre später an den Nagel.
Ich liebe auch Esel, und im Altenheim besuche ich regelmäßig in der Pause das Gehege mit Kaninchen und Meerschweinchen.

Vielleicht wäre es ein Versuch wert sich in diese Richtung zu orientieren.
 

Benutzer42813 

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Du handelst eher aus Mitleid anstatt aus Unterstützung. Und sowas wird einem in jedem helfenden Beruf zum Verhängnis.
Man muss schon eine gewisse gesunde Distanz zu seinem Beruf mitbringen. Erlernbar ist das meines Erachtens nicht.

Das stimmt nicht ganz... In meinem Beruf ist es ähnlich, dass man mit oft sehr viel emotionaler Zuwendung reingeht und mit Distanzlosigkeiten konfrontiert wird. Auch bei mir muss man den Respekt behalten, emotional zugewandt bleiben und trotzdem die innere Distanz behalten, einmal um sihc selbst zu schützen und einmal, um den Job eben tatsächlich richtig und verantwortungsvoll zu machen.

Man kann es lernen, finde ich. Man muss sich nur darüber klar sein, dass man es lernen muss. So lange man glaubt, mit ganzem Herzen und ganz viel Liebe da rein zu gehen sei richtig, klappt es nicht. Aber wenn man eine Vorstellung davon hat, wo man hin will, kann man durchaus lernen, professionell distanziert und trotzdem zugewandt zu bleiben.

Ich kenne Stormy auch aus früheren Threads. Trotz aller psychischen Schwierigkeiten und ihrem niedrigen Selbstwertgefühl ist sie eine sehr intelligente Frau. Sie hat "nur" große Schwierigkeiten damit, sich von ihrer Umwelt abzugrenzen.

Sich abzugrenzen lernt man aber nicht, indem man jeder Konfrontation ausweicht. Sich abzugrenzen lernt man, indem man sich mit distanzlosen Menschen auseinander setzt und Schritt für Schritt lernt, die eigenen Grenzen aufrecht zu erhalten.

***

So lange Stormy in dem Job ist, hat sie die einmalige Chance, diese Fähigkeit zu üben. Es ist etwas, was sehr wichtig für sie ist. Distanz aufrechterhalten und dabei in sich zu ruhen. Liest du das, Stormy? Das musst du üben. Distanz aufrecht erhalten und in dir selbst ruhen. Nur so kannst du dich schützen.

Du bist intelligenter als du selbst glaubst. Ich wollte dir hier ein paar Tipps aufschreiben, wie man so was machen kann, aber ich merke, dass ich es nicht will. Das würde ich nur bei einer dummen Frau machen. Bei dir schreibe ich einfach:

Finde Mittel und Wege, die zu dir passen und mit denen du Distanz zu anderen Menschen aufrecht erhalten kannst.
 

Benutzer81026 

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Das stimmt nicht ganz... In meinem Beruf ist es ähnlich, dass man mit oft sehr viel emotionaler Zuwendung reingeht und mit Distanzlosigkeiten konfrontiert wird. Auch bei mir muss man den Respekt behalten, emotional zugewandt bleiben und trotzdem die innere Distanz behalten, einmal um sihc selbst zu schützen und einmal, um den Job eben tatsächlich richtig und verantwortungsvoll zu machen.

Man kann es lernen, finde ich. Man muss sich nur darüber klar sein, dass man es lernen muss. So lange man glaubt, mit ganzem Herzen und ganz viel Liebe da rein zu gehen sei richtig, klappt es nicht. Aber wenn man eine Vorstellung davon hat, wo man hin will, kann man durchaus lernen, professionell distanziert und trotzdem zugewandt zu bleiben.

Ich kenne Stormy auch aus früheren Threads. Trotz aller psychischen Schwierigkeiten und ihrem niedrigen Selbstwertgefühl ist sie eine sehr intelligente Frau. Sie hat "nur" große Schwierigkeiten damit, sich von ihrer Umwelt abzugrenzen.

Sich abzugrenzen lernt man aber nicht, indem man jeder Konfrontation ausweicht. Sich abzugrenzen lernt man, indem man sich mit distanzlosen Menschen auseinander setzt und Schritt für Schritt lernt, die eigenen Grenzen aufrecht zu erhalten.

***

So lange Stormy in dem Job ist, hat sie die einmalige Chance, diese Fähigkeit zu üben. Es ist etwas, was sehr wichtig für sie ist. Distanz aufrechterhalten und dabei in sich zu ruhen. Liest du das, Stormy? Das musst du üben. Distanz aufrecht erhalten und in dir selbst ruhen. Nur so kannst du dich schützen.

Du bist intelligenter als du selbst glaubst. Ich wollte dir hier ein paar Tipps aufschreiben, wie man so was machen kann, aber ich merke, dass ich es nicht will. Das würde ich nur bei einer dummen Frau machen. Bei dir schreibe ich einfach:

Finde Mittel und Wege, die zu dir passen und mit denen du Distanz zu anderen Menschen aufrecht erhalten kannst.


Ja das stimmt schon. Vorallem in dem Punkt "sich abgrenzen lernen" gebe ich Dir recht.
Nur wenn der Rückhalt der Kollegen und Vorgesetzten fehlt, wird es schwierig sein dies "einfach so" zu erlernen.
Wenn sie mehr Unterstützung anstatt Häme und dumme Kommentare von der Seite bekommen würde, dann könnte sie es durchaus schaffen denke ich. Wenn sie Beistand bei prekären Situationen und Zuspruch bekommen würde. Dem ist aber leider nicht so.
Gerade unerfahrenen und nur angelernten Kollegen muss man hier zur Seite stehen.

Meiner Meinung nach (so wie ich aufgrund der Beschreibungen da jetzt rauslesen kann) ist dieses Heim allgemein nicht wirklich der Kracher unter den Pflegeeinrichtungen. Das fängt bei der unqualifizierten Mitarbeiterführung von oben an und hört ganz unten auf.
Deswegen hier immer noch mein Ratschlag: Kündigen. Und zwar sofort.

Hallo Cyria,

danke für deinen Zuspruch!
Es ist für mich schlimm zu erkennen, dass ich mich nicht für einen Job mit Menschen eigne, da ich mich selbst als einfühlsam, lieb und geduldig betrachte.
Doch es geht nicht. Ich glaube, dass auch die Demenzkranken teilweise meine Stimmungen spüren.

Ich liebe Tiere und könnte mir gut vorstellen, mit ihnen zu arbeiten.
Danke für diesen guten Tipp!
Schon in meiner Kindheit war ich eine Pferdeliebhaberin und war auch jahrelang aktiv im Reitsport.
Die Pferde gaben mir das bisschen Selbstbewusstsein, dass ich damals überhaupt hatte. Ich denke noch heute ganz gerührt an ein sehr lebhaftes und schwieriges Tier, das bei mir immer lammfromm war und knuddeln wollte.
Ich hatte während meiner Schulzeit in überlegt Pferdewirtin zu werden, aber beim Arbeitsamt riet man mir davon ab, weil ich in dem Beruf doch so wenig verdienen würde. Leider habe ich mich von meinem Berufswunsch abbringen lassen und hängte auch mein Hobby einige Jahre später an den Nagel.
Ich liebe auch Esel, und im Altenheim besuche ich regelmäßig in der Pause das Gehege mit Kaninchen und Meerschweinchen.

Vielleicht wäre es ein Versuch wert sich in diese Richtung zu orientieren.

Na siehst Du, da ist doch schon was vorhanden. Knüpfe da an!

Das sollte Dir vorerst mal so ein bisschen "egal" sein. Es gibt Berufe, die sind noch schlechter bezahlt.

Fasse Fuß in dem Bereich der dir liegt. Nach oben hin ist alles offen auf der Karriereleiter!

DER WEG IST DAS ZIEL!
 

Benutzer42813 

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Nur wenn der Rückhalt der Kollegen und Vorgesetzten fehlt, wird es schwierig sein dies "einfach so" zu erlernen.
Wenn sie mehr Unterstützung anstatt Häme und dumme Kommentare von der Seite bekommen würde, dann könnte sie es durchaus schaffen denke ich. Wenn sie Beistand bei prekären Situationen und Zuspruch bekommen würde. Dem ist aber leider nicht so.
Gerade unerfahrenen und nur angelernten Kollegen muss man hier zur Seite stehen.

Ja, damit hast du recht. Da läuft im System sehr viel schief, und Stormy sowie die alten Menschen als schwächste Glieder im System haben darunter zu leiden. Eine ungelernte bzw. notdürftig angelernte Kraft im Umgang mit psychisch kranken Menschen alleine zu lassen ist unverantwortlich. Es ist kein Wunder, dass Stormy damit schwer zurecht kommt. Mal eben so aus dem Handgelenk schütteln kann niemand eine professionelle Haltung. Die erlernt man normalerweise in seiner Ausbildung ein gutes Stück und ein weiteres Stück in den ersten Berufsjahren.

Wobei ich es auch trotz einer sehr unfähigen Ausbildungsleitung erlernt habe - indem ich es über andere Kanäle zu lernen versucht habe.

Ideal wäre natürlich, wenn Stormy jetzt aufgrund der bereits gemachten Erfahrungen gereifter in die Ausbildung zur Pflegeassistentin geht. Oder wie immer diese verkürzte Ausbildungsform heißt. Da kann sie die Theorie dann ganz anders verwerten. Wenn sie anschließend wieder auf Stellensuche ist, hat sie mehr Hintergrundwissen. Nach einem Seminar "Umgang mit demenzkranken Patienten" oder auch "Umgang mit distanzlosen Patienten" kann man manche Sachen auch ganz anders handhaben. Ich weiß, dass ich bei mir heute beruflich nach hardcore-Situationen entspannt nach Hause gehe und sie zu einer lustigen Geschichte verwurschtele, während ich am Anfang nach "Routine-Situationen" total verzweifelt war. Die ersten ein, zwei Jahre in sozialen Berufen sind immer unglaublich hart. Erst danach kann man entscheiden, ob man für diesen Job geschaffen ist oder nicht.

Leider kann Stormy nicht sofort kündigen. Sie wurde in diesen Job geschickt und kriegt kein Hartz IV, wenn sie ihn nicht macht. Das ist schlecht für Stormy und schlecht für ihre Patienten, denn für beide Seiten wäre es besser, wenn Stormy auch zumindest eine Kurzausbildung für ihre Arbeit gemacht hätte. Sie muss also sehen, dass sie das beste daraus macht, um den alten Menschen und sich selbst gerecht zu werden.

Denn wenn sie kündigt, hat sie auf einmal einfach gar kein Geld mehr. So was ist nicht zumutbar. Sie muss den Job machen. Da kann man gerne über die Gesellschaft und über das schlechte Pflegesystem schimpfen, völlig zurecht, aber sie kann nicht einfach so kündigen. Also muss sie lernen, sich auf gesunde Art abzugrenzen. Jetzt, ohne Unterstützung durch das Team und die Vorgesetzten, aus sich alleine oder mit ein bisschen Unterstützung durch das Forum. Idealerweise mit Unterstützung durch einen Verhaltenstherapeuten.

Es ist hart. Aber es ist so. Früher hat sie es nicht gelernt. Jetzt muss sie es, denn es ist überlebenswichtig geworden.
 

Benutzer81026 

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Ja, damit hast du recht. Da läuft im System sehr viel schief, und Stormy sowie die alten Menschen als schwächste Glieder im System haben darunter zu leiden. Eine ungelernte bzw. notdürftig angelernte Kraft im Umgang mit psychisch kranken Menschen alleine zu lassen ist unverantwortlich. Es ist kein Wunder, dass Stormy damit schwer zurecht kommt. Mal eben so aus dem Handgelenk schütteln kann niemand eine professionelle Haltung. Die erlernt man normalerweise in seiner Ausbildung ein gutes Stück und ein weiteres Stück in den ersten Berufsjahren.

Wobei ich es auch trotz einer sehr unfähigen Ausbildungsleitung erlernt habe - indem ich es über andere Kanäle zu lernen versucht habe.

Ideal wäre natürlich, wenn Stormy jetzt aufgrund der bereits gemachten Erfahrungen gereifter in die Ausbildung zur Pflegeassistentin geht. Oder wie immer diese verkürzte Ausbildungsform heißt. Da kann sie die Theorie dann ganz anders verwerten. Wenn sie anschließend wieder auf Stellensuche ist, hat sie mehr Hintergrundwissen. Nach einem Seminar "Umgang mit demenzkranken Patienten" oder auch "Umgang mit distanzlosen Patienten" kann man manche Sachen auch ganz anders handhaben. Ich weiß, dass ich bei mir heute beruflich nach hardcore-Situationen entspannt nach Hause gehe und sie zu einer lustigen Geschichte verwurschtele, während ich am Anfang nach "Routine-Situationen" total verzweifelt war. Die ersten ein, zwei Jahre in sozialen Berufen sind immer unglaublich hart. Erst danach kann man entscheiden, ob man für diesen Job geschaffen ist oder nicht.

Leider kann Stormy nicht sofort kündigen. Sie wurde in diesen Job geschickt und kriegt kein Hartz IV, wenn sie ihn nicht macht. Das ist schlecht für Stormy und schlecht für ihre Patienten, denn für beide Seiten wäre es besser, wenn Stormy auch zumindest eine Kurzausbildung für ihre Arbeit gemacht hätte. Sie muss also sehen, dass sie das beste daraus macht, um den alten Menschen und sich selbst gerecht zu werden.

Denn wenn sie kündigt, hat sie auf einmal einfach gar kein Geld mehr. So was ist nicht zumutbar. Sie muss den Job machen. Da kann man gerne über die Gesellschaft und über das schlechte Pflegesystem schimpfen, völlig zurecht, aber sie kann nicht einfach so kündigen. Also muss sie lernen, sich auf gesunde Art abzugrenzen. Jetzt, ohne Unterstützung durch das Team und die Vorgesetzten, aus sich alleine oder mit ein bisschen Unterstützung durch das Forum. Idealerweise mit Unterstützung durch einen Verhaltenstherapeuten.

Es ist hart. Aber es ist so. Früher hat sie es nicht gelernt. Jetzt muss sie es, denn es ist überlebenswichtig geworden.


Sie kann sich auf jeden Fall krankschreiben lassen. Ist nicht die feine englische, aber in dem Fall finde ich ist eine Absolution angebracht :zwinker:

Paralell dazu einen Ausbildungsplatz suchen und dann kündigen. So würde ich es machen.

"Wobei ich es auch trotz einer sehr unfähigen Ausbildungsleitung erlernt habe - indem ich es über andere Kanäle zu lernen versucht habe."
Dazu fehlen Stormy momentan die Resourcen denke ich....


"Die ersten ein, zwei Jahre in sozialen Berufen sind immer unglaublich hart."
OHHHH JAAAA!!! Das kann ich 1000% so unterstreichen.
Trotz langjähriger Berufserfahrung wollte ich nach gerade mal 5 Tagen Intensivstation hinschmeißen. Ich hab echt gedacht, ich raff' des nimmer... War der absolute Horror damals.
 

Benutzer120069  (40)

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Ich finde es wirklich lieb, dass ihr euch so intensiv mit meiner Problematik auseinandersetzt!
Erst einmal ein Dankeschön an Shiny Flame, dass ich deiner Ansicht nach sehr intelligent bin. Ich halte mich leider nicht für besonders klug. Mir ist ja auch schon von mehreren Seiten bestätigt worden, dass ich nicht die cleverste bin.
Trotzdem bin ich für jede positive Meinung über mich sehr dankbar, eben weil die meisten Menschen nicht gut über mich denken.

Vielleicht muss ich ja auch "nur" lernen mich abzugrenzen, und ich wäre dann irgendwann sogar brauchbar für diesen Job?
Was mir wirklich fehlt, ist eine Vorbildung, wo ich den Umgang mit Demenzkranken hätte lernen können.
So muss ich immer nach Gefühl handeln und das führt eben manchmal zu Fehlverhalten. Doch im Grunde bin ich ja ein liebevoller, einfühlsamer und geduldiger Mensch, der sich aufgrund dieser Eigenschaften für diese Tätigkeit eignen müsste.

Ich bin wirklich hin-und hergerissen zwischen dem Gedanken aufzugeben und dem Gedanken mich - wenn möglich- bis Februar dort durchzubeißen. Dann könnte ich zumindest auf mein Durchhaltevermögen stolz sein.
Es ist allerdings fraglich, ob man mir die Chance geben wird. :ratlos:

Heute morgen dachte ich, dass meine letzte Stunde in dem Altenheim bereits geschlagen hat.
Als ich dort ankam, bekam ich mit, dass im Büro ein Gespräch zwischen der Teamleiterin und der Frau des alten Herrn stattfand. Ich hörte nur, wie die Teamleiterin sagte:"Wir versuchen ja schon unser bestes, Ihren Mann von A... (mein Name) fernzuhalten."
Als die Frau das Büro verließ, bekam ich dann mit, dass sie die Mitarbeiterin vom Sozialen Dienst sprechen wollte.
In dem Moment wurde mir siedendheiß!
Ich sprach daraufhin die Teamleiterin an und fragte, ob alles in Ordnung sei. Sagte, dass ich im Vorbeigehen gehört habe, dass mein Name gefallen sei.
Sie antwortete, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche. Seine Frau habe geweint, weil er sie so schlecht behandele und oft richtig bösartig zu ihr sei. Sie habe es nie leicht mit ihm gehabt, aber seine Demenz habe alles noch verschlimmert. Vor einigen Jahren hatte sie Krebs und er hat sie nicht ein einziges Mal im Krankenhaus besucht. Dabei habe sie immer alles für ihn getan. Mein Name sei nur in dem Zusammenhang gefallen, dass er sich manchmal nicht gleich der Gruppe anschließt, weil er ein bisschen auf mich fixiert ist.
Ich gestand es noch mal ein, dass ich mich oft falsch verhalten und nicht genügend Distanz gewahrt habe.
Trotzdem blieb sie freundlich, obwohl sie mir am Mittwoch noch eine zickige Antwort gegeben hatte, als ich ihn in der Mittagszeit in einen separaten Ruheraum führen wollte. Sie wollte das unbedingt selbst machen.

Irgendwie glaubte ich, dass man mich jetzt auch darin unterstützen wollte mehr Distanz zu dem alten Herrn aufzubauen. Aber schon eine Stunde später kam die Pflegefachkraft zu mir und sagte, dass sich seine Frau beschwert habe, dass seine Hose gestern wieder mal etwas nass gewesen sei. Ich sollte jetzt die Aufgabe wahrnehmen ihn aufzufordern zur Toilette zu gehen. Dabei weiß jeder, dass er sich von niemandem etwas vorschreiben lässt.
Während der Mittagszeit sollte ich mit zwei schwerdementen Damen und ihm in den Garten gehen.
Den ganzen Morgen hatte ich versucht mir einzureden, dass er im Grunde doch ein Ekel ist und ich mich allein deswegen von ihm distanzieren müsse. Doch als er meine Hand nahm, beließ ich es so, und so saßen wir händchenhaltend da und ich empfand es als romantisch, in der milden Herbstsonne mit ihm dazusitzen. :hmm:
Kann es sein, dass ich tatsächlich nicht richtig ticke?
Als eine Mitarbeiterin des Altenheims mit einer Bewohnerin dazukam, fing er gleich ein Gespräch mit ihr an und stellte mich als seine Frau vor. Für sie muss es sehr befremdlich gewesen sein, dass ich da Hand in Hand mit einem Greis saß! Ich bin dann auch schnell aufgestanden und habe eifrig bunte Herbstblätter gesammelt, die ich den beiden alten Damen in die Hände drückte.

Nach der "Romantik" im Garten verfluchte ich mich mal wieder selbst, denn im Grunde tut mir seine Frau so sehr leid! Sie ist ein liebes altes Mütterchen und hat es nicht verdient, so mies von ihm behandelt zu werden. Am liebsten würde ich sie mal in den Arm nehmen und trösten!

Vielleicht würde ich in einem Beruf mit Tieren glücklich.
Aber trotzdem glaube ich, dass ich nicht ganz ungeeignet bin für einen Job im sozialen Bereich.
Ich war froh zu lesen, dass es auch anfangs für euch - Shiny Flame und Cyria - nicht leicht war und ihr mit so einigen Situationen zu kämpfen hattet.
Eventuell brauche ich nur mehr theoretische Grundlagen und könnte vielleicht als Betreuungsassistentin arbeiten?
Ich möchte mich so gerne um alte Menschen kümmern...
 
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Benutzer42813 

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Eventuell brauche ich nur mehr theoretische Grundlagen und könnte vielleicht als Betreuungsassistentin arbeiten?
Ich möchte mich so gerne um alte Menschen kümmern...

Du hast zumindest etwas, was viele andere Leute nicht haben, die vom Jobcenter einfach mal eben so in die Pflegeassistenz geschmissen werden: Du bringst die Bereitschaft mit, Freude an dem Job zu haben und dich wirklich um die alten Menschen zu kümmern.

Ich könnte es nicht. Ich komme mit Jugendlichen in der Pubertät klar, auch wenn sie schwierig sind, auch wenn sie kriminell sind, auch wenn sie gewalttätig sind... Klar, ich habe auch ein gutes Team, aber dennoch gibt es viele Leute, die diesen Job niemals machen könnten. Umgekehrt könnte ich deinen Job nicht machen. Ich fände es zu niederschmetternd, zuzuschauen, wie Menschen mehr und mehr abbauen und der Tod immer näher kommt. Ich könnte den Umgang mit Angehörigen nicht bewältigen. Glaube ich jedenfalls. Ich wäre aber auch gar nicht bereit, es zu versuchen. Das ist nicht meine Welt.

Wenn du meinst, dass du dir diese Berufsrichtung prinzipiell tatsächlich vorstellen kannst - dann würde ich schauen, dass du eben diese Weiterbildung machen kannst und ein bisschen mehr von dem verstehst, was man da machen kann.

Irgendwie glaubte ich, dass man mich jetzt auch darin unterstützen wollte mehr Distanz zu dem alten Herrn aufzubauen. Aber schon eine Stunde später kam die Pflegefachkraft zu mir und sagte, dass sich seine Frau beschwert habe, dass seine Hose gestern wieder mal etwas nass gewesen sei. Ich sollte jetzt die Aufgabe wahrnehmen ihn aufzufordern zur Toilette zu gehen. Dabei weiß jeder, dass er sich von niemandem etwas vorschreiben lässt.

Unterstützen ja - aber das heißt nicht, dass du jetzt nie wieder mit ihm arbeiten musst. Ganz ehrlich - was soll die Pflegefachkraft machen, wenn er sich von niemandem etwas vorschreiben lässt? Wenn sie weiß, dass er auf dich öfter gut reagiert hat, fordert sie natürlich dich dazu auf, es zu machen. Irgendeiner muss es ja machen, und du arbeitest da genau wie sie.

Deine Kollegen haben auch eine Menge zu tun. Auch, wenn es dir so vorkommen mag - die meiste Zeit machen sie einen psychisch belastenden Job, müssen zu viele Menschen in zu wenig Zeit mit zu wenig Personal versorgen. Sie denken nicht die ganze Zeit an dich, im Gegenteil. Obwohl das Dilemma mit dem älteren Herrn dich im Moment sehr beschäftigt - es ist nicht das Zentrum der Arbeit in deiner Einrichtung. Die Leute haben noch eine Menge mehr zu tun. Sie sehen, dass der Mann dich als seine Ehefrau bezeichnet - aber sie wissen auch, dass er dement ist. Noch mal: Dement heißt, er hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Er redet wirr. Es kommt oft vor, dass demente Menschen sich auf diese Weise an eine bestimmte Pflegekraft anschließen und sich dareinsteigern, dass diese Pflegekraft eben zu ihnen ein ganz besonderes Verhältnis hat. DAs hat mir eine befreundete Krankenschwester erzählt. Auch, wenn dir das eine Zeitlang geschmeichelt hat - es war bereits ein Zeichen seiner psychischen Erkrankung.

Und das wissen die Mitarbeiter da auch ganz genau.

Wie wäre es, wenn du mal in einem ruhigen Moment eine ältere und sympathische Kollegin fragst, ob sie dir ein paar Tipps für den Umgang mit anhänglichen männlichen Patienten geben kann? Du kannst ruhig zugeben, dass du in letzter Zeit einfach nie wusstest, wie du darauf reagieren solltest, wenn er sich dir gegenüber zuneigungsintensiv und eben auch distanzlos verhieltest, weil du ja freundlich und zugewandt bleiben wolltest und eben nie eine Ausbildung für den Umgang mit dementen Menschen erhalten hast. Es schadet nichts, wenn du zugibst, dass du Angst hast, dass es falsch gewirkt haben könnte und das du einfach nicht wusstest, wie du sonst damit umgehen solltest. Nur deine eigenen romantischen Gefühle solltest du für dich behalten.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine solche Haltung von dir einmal dazu führt, dass du den einen oder anderen guten Tipp bekommst - und andererseits auch dazu, dass die älteren Kollegen dir gegenüber freundlicher werden. Wenn du ihnen signalisierst, dass du um Hilfe bittest und damit ihre Autorität anerkennst, tut ihnen das sicher auch gut! Und dann mögen sie dich auch ein Stück weit mehr.

So wird das Durchbeißen bis Februar vielleicht noch mal ein Stück leichter.
 

Benutzer81026 

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Doch als er meine Hand nahm, beließ ich es so, und so saßen wir händchenhaltend da und ich empfand es als romantisch, in der milden Herbstsonne mit ihm dazusitzen. :hmm:

Vielleicht würde ich in einem Beruf mit Tieren glücklich.
Aber trotzdem glaube ich, dass ich nicht ganz ungeeignet bin für einen Job im sozialen Bereich.
Eventuell brauche ich nur mehr theoretische Grundlagen und könnte vielleicht als Betreuungsassistentin arbeiten?
Ich möchte mich so gerne um alte Menschen kümmern...

Wuaaahhhh Stormy, also da hat's mich jetzt gerade echt geschüttelt.... :dizzy: Mal die Hand nehmen ist ja ok, aber net so... :cool:

Also wenn Du jetzt trotzdem an diesem Beruf festhältst, musst Du:

A) Dein Verhalten selbstverständlich ändern
und
B) Unbedingt den Kurs als Betreungskraft/Alltagsbegleiterin nach §83b SGB machen. Unbedingt.
Denn da lernst Du die wesentlichen grundlegenden Sachen.

Ich halte dich auch nicht für dumm, ganz im Gegenteil. Du hast eine sehr gute Selbstreflektion, kannst diese aber noch nicht ganz so gut umsetzen. Sprich dein Verhalten zügig ändern.
Alles andere kommt dann nach und nach. Man reift und wächst an seinen Aufgaben.
Ansonsten informiere dich auch über die versch. Möglichkeiten im Bereich "Tierpflege- und arbeit"
 

Benutzer120069  (40)

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Ich bin auch froh, dass mir Selbstreflektion inzwischen ganz gut gelingt. Nur mit dem Umsetzen in die Praxis hapert es noch. :geknickt:

Vielleicht könnt ihr mir auch einen Rat geben, wie ich aus der Rolle des ewigen "Liebchens" herauskomme?
So werde ich nämlich im allgemeinen genannt, auch von fremden Menschen.
Das hängt wohl damit zusammen, dass man mich nicht für voll nimmt.

Habe ich auch gestern im Altenheim wieder mal gedacht. Als ich mit den Leuten in den Garten gehen sollte, habe ich ihnen selbstverständlich ihre Jacken gegeben, weil alte Menschen ja meistens schnell frieren. Als die Pflegekraft sah, dass ich nur in der Bluse rausgehen wollte, sagte sie so tadelnd:"Zieh dir eine Jacke an, Mädchen!"
Aber das Mädchen meinte, sie bei knapp über 20 Grad nicht zu brauchen. :rolleyes:
Kein Wunder, dass der alte Herr mich "Möppelchen" nennt.
 

Benutzer81026 

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Ich bin auch froh, dass mir Selbstreflektion inzwischen ganz gut gelingt. Nur mit dem Umsetzen in die Praxis hapert es noch. :geknickt:

Vielleicht könnt ihr mir auch einen Rat geben, wie ich aus der Rolle des ewigen "Liebchens" herauskomme?
So werde ich nämlich im allgemeinen genannt, auch von fremden Menschen.
Das hängt wohl damit zusammen, dass man mich nicht für voll nimmt.

Habe ich auch gestern im Altenheim wieder mal gedacht. Als ich mit den Leuten in den Garten gehen sollte, habe ich ihnen selbstverständlich ihre Jacken gegeben, weil alte Menschen ja meistens schnell frieren. Als die Pflegekraft sah, dass ich nur in der Bluse rausgehen wollte, sagte sie so tadelnd:"Zieh dir eine Jacke an, Mädchen!"
Aber das Mädchen meinte, sie bei knapp über 20 Grad nicht zu brauchen. :rolleyes:
Kein Wunder, dass der alte Herr mich "Möppelchen" nennt.

Das hat natürlich sehr viel mit deiner Ausstrahlung und Wirkung auf deine Mitmenschen zu tun.
Ich war bis vor ein paar Jahren auch so ein ja-sagendes mimimimi Mädchen.
Bin erst durch meinen Beruf einfach konseqenter, selbstbewusster und kämpferischer geworden. Konnte ganz früher auch nie wirklich meine Meinung vertreten, hatte immer Angst was andere von mir denken könnten (ist zu einem kleinen Teil auch heute noch so).

Das alles ist ein Entwicklungsprozeß, bei dem auch ganz viel Wirkung von Außen eine Rolle spielt. Da kommt man nicht von heute auf morgen raus. Gewisse Rollen kleben an einem wie Sch...e am Hacken...
Immer wieder hier mal ein Stückerl dran arbeiten, dann da mal wieder. Und irgendwann wird ein Schuh draus.
 

Benutzer120069  (40)

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Nach dem heutigen Tag habe ich wieder mal meine Zweifel, dass ich auf Dauer in diesem Job glücklich werden könnte.
Ich stand kurz davor loszuheulen.

Es ist so schwer, wenn man zu jemandem eine Bindung aufgebaut hat und derjenige durch krankheitsbedingtes Verhalten alles kaputt macht!
Ich spürte heute morgen direkt, dass der alte Herr komisch drauf war. Ich stolperte am Frühstückstisch kurz über seine Krücke, wobei er mich gleich anmaulte:"Du bist an Ungeschicklichkeit nicht zu übertreffen. Ich pack dir gleich an die Brust!"
Ich wurde wütend und sagte ihm, er solle nicht so frech sein. Er ließ sich natürlich nicht einschüchtern und ich war dann ziemlich unfreundlich zu ihm. Ich wollte mich zusammenreißen, aber es gelang mir nicht.
Nach dem Frühstück wurde es schlimmer. Er ließ sich noch dazu überreden, bei der Sitzgymnastik mitzumachen. Dabei störte er die ganze Zeit mit rotzfrechen Bemerkungen. Als die Pflegekraft seine Krücken zur Seite legen wollte, schrie er sie an. Sie solle die Krücken in Ruhe lassen, sonst würde er ihr den Schädel einschlagen.
Natürlich ist eben auch das seine Erkrankung, aber ich habe ihn in dem Moment so verachtet! Gleichzeitig habe ich ein tiefes Mitleid mit seiner Frau, dem lieben alten Mütterchen, empfunden.

Eigentlich sollte ich nach dem Mittagessen mit der Praktikantin und den alten Leuten in den Garten gehen. Da sich mein "Verehrer" aber so daneben benommen hatte, durfte ich ihn und seine Freundin drinnen beaufsichtigen. Er war weiterhin fies zu mir und mokierte sich darüber, dass es mir nicht gleich gelang, beim Nähen den Faden einzufädeln.
Zwischendurch fragte eine alte Dame mindestens zwangzigmal, ob ihr Mantel noch an der Garderobe hänge.
Anschließend sollte ich einen Herrn auf einen Stuhl plazieren, der aber immer wieder aufstand, wirres Zeug dahermurmelnd. Dann kam mein "Verehrer" dazu und brüllte ihn an, er solle sich setzen und versuchte mit Gewalt den Armen auf den Stuhl zu drücken.

Ich dachte, ich sei im Irrenhaus! Dabei bin ich schon ein geduldiger Mensch, aber was zuviel ist, ist zuviel!
 

Benutzer42813 

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Willkommen in der Pflege und der Arbeit mit psychisch kranken Menschen...

Klingt wirklich nach einem anstrengenden und üblen Tag, wenn man noch keine Routine hat und bei jedem Handgriff nachdenken muss, wie man damit umgeht! Du kannst dir wahrscheinlich noch gar nicht vorstellen, dass man tatsächlich lernen kann, mit solchen Situationen gelassen umzugehen und sein inneres Zentrum zu behalten. Es ist möglich.

Such nach dem Weg, wie du es schaffen kannst.

Im Forum Dampf abzulassen ist immer ein guter erster Schritt!
 

Benutzer120069  (40)

Benutzer gesperrt
Willkommen in der Pflege und der Arbeit mit psychisch kranken Menschen...

Klingt wirklich nach einem anstrengenden und üblen Tag, wenn man noch keine Routine hat und bei jedem Handgriff nachdenken muss, wie man damit umgeht! Du kannst dir wahrscheinlich noch gar nicht vorstellen, dass man tatsächlich lernen kann, mit solchen Situationen gelassen umzugehen und sein inneres Zentrum zu behalten. Es ist möglich.

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Hallo Shiny Flame,

ja, der heutige Tag hat mir echt zugesetzt und ich bin auch sehr deprimiert!
Ich habe meine Kollegin bewundert, wie gelassen sie mit seinen Aggressionen und seiner Drohung umging. Ich wäre wahrscheinlich in Tränen ausgebrochen.
Es war für mich schon schwer genug, dass er mir gegenüber so frech wurde und sich auch den restlichen Tag über nicht anhänglich zeigte. Anscheinend bin ich nicht mehr sein Möppelchen.
Dann noch die anderen nervenden Situationen dazu...

Im Moment kann ich es mir tatsächlich noch nicht vorstellen, dass es gelingen kann, ruhig mit solchen Vorfällen umzugehen. Doch das muss man wohl oder übel, um in diesem Job bestehen zu können, sonst artet es nur in Frust aus.
Ich hoffe, ich habe die Stärke das zu lernen!
 
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