Was ist mit mir los - ich fühle mich zu einem alten Mann hingezogen!

Benutzer120069  (41)

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Hallo,

ich arbeite jetzt seit fast zwei Monaten in einem Altenheim, wo ich hauswirtschaftliche Arbeiten ausführe und bei der Betreuung demenzkranker Menschen mithelfe.

Ich baute gleich am Anfang eine Bindung zu einem 84-jährigen Herrn auf, der morgens von seiner Frau gebracht und nachmittags wieder abgeholt wird.
Ich fühlte mich aufgrund seiner aufgeschlossenen und offenen Persönlichkeit sehr schnell zu ihm hingezogen. Außerdem ist er gebildet (kann sich trotz Demenz noch sehr gut ausdrücken), charmant und humorvoll. Ein ganz toller Mensch eben.

Seit über einem Monat sagt er mir fast täglich, dass er mich liebt. Ich habe das ganze nie ernst genommen, weil ich dachte, er ist aufgrund seiner Erkrankung verwirrt und weiß nicht, was er da sagt.
Einmal hatte er Tränen in den Augen und sagte, wenn einer mich geliebt habe, dann er. Wenn wir nicht zusammen kämen, dann nur, weil die Umstände es verhindert haben.
Seine Äußerungen machen auch deutlich, dass er durchaus auch noch viele klare Momente hat.
Er spricht z.B. sehr positiv über seine Frau, die alles für ihn tun würde. Er könne ihr nicht so weh tun und sich von ihr trennen. Es sei aber ein großes Problem für ihn, weil er sich in seinem Alter noch einmal verknallt habe. Er könnte niemals eine Tochter in mir sehen.

Zuerst bestärkte ich ihn auch darin, dass er eine tolle Frau habe, die er doch sicher sehr liebe.
Doch inzwischen sage ich nichts mehr darauf, weil ich mit meinen eigenen Gefühlen überfordert bin.
Ich glaubte einige Zeit, in ihm so etwas wie einen Opa oder Ersatzvater zu sehen.
Doch vor ein paar Wochen wurde mir bewusst, dass er als Mann mich anzieht. Seine ganze Art zieht mich einfach in ihren Bann. Dabei wehre ich mich so sehr dagegen, weil er schließlich ein sehr alter Mann ist.
Bin aber so ehrlich zu schreiben, dass ich oft seine Nähe suche. Auch wenn meinen Kolleginnen das missfällt und sie mich auch schon einige Male darauf hingewiesen haben Distanz zu wahren.
Ich nutze jede Gelegenheit um mit ihm ins Gespräch zu kommen und dass wir uns mal kurz berühren können. Er hält dann schon mal meine Hand oder gibt mir einen Handkuss.
Einmal fragte er mich, als wir unbeobachtet waren, ob er mich mal küssen dürfe. Ich hielt ihm meine Wange hin.
Sei einer Woche ist es so, dass seine Berührungen intimer geworden sind.
Er tätschelte z.B. mal mein Knie, als wir bei einem Gesellschaftsspiel nebeneinander am Tisch saßen. Vor ein paar Tagen neckte ich ihn ein bisschen mit einem Ball, als er sich herumdrehte und mir an die Brust griff. Ich war erschrocken, wusste aber nicht, wie ich reagieren sollte.
Heute tatschte er mir ein paar Mal auf den Po. Ich bin nicht in der Lage ihm das zu verbieten.
Meine Kolleginnen beanstanden, dass er mich mit dem Kosenamen anspricht, den er für seine Frau benutzt. Sie ist auch irritiert, wenn sie ihn abholt und er sich von mir mit einem "tschüss, Möppelchen" verabschiedet.

Heute sagte er, jeder dürfe sehen, wie lieb er mich habe.
Er träume davon mit mir mal für zwei Wochen in den Urlaub zu fahren.

Ich weiß nicht, wie ich auf sein Verhalten reagieren soll.
Richtig wäre wahrscheinlich ihn barsch abzuservieren und auf ihn an seine Frau zu erinnern.
Aber das kann ich nicht, weil ich ihn lieb habe.
Ich kann nicht einordnen, welche Art von Gefühlen ich für ihn habe.
Ich sehe ihn nicht wie einen Vater, sonst wären mir seine Berührungen ja unangenehm. Denke aber auch nicht an Sexualität, wenn ich an ihn denke.
Da ist eher der Wunsch, wir hätten uns zu einer anderen Zeit und unter anderen Umständen kennengelernt. Ich stelle mir dann vor, er wäre nicht Mitte achtzig, sondern vielleicht Mitte fünfzig.
Wie es dann mit ihm hätte werden können...

Könnt ihr mir sagen, was mit mir los ist?
Diese Situation wird zunehmend belastend für mich. Vor allem, weil eine Bekannte mir vorwirft, ich würde diesem alten Herrn Hoffnungen machen.

LG
Stormy
 

Benutzer122671  (25)

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Oh sowas habe ich noch nie erlebt :0 also er ist wirklich schon ein sehr alter Mann wahrscheinlich etwas verwirrt. Also Du solltest ihm klar machen, dass das nichts wird und wenn er dir an den hintern geht und Du nichts dazu sagst erweckt das nicht den Eindruck dass das nichts werden kann. Also es gibt alte Menschen die wirklich total ja "süß" rüber kommen :smile: vielleicht gehört er ja zu denen :smile: erinner ihn einfach so oft wie möglich an seine Frau und frag ihn mal wie damals dir Zeit mit seiner Frau war vielleicht erinnert er sich daran und ihm wird klar was er da überhaupt macht :smile:
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Könnt ihr mir sagen, was mit mir los ist?
Diese Situation wird zunehmend belastend für mich. Vor allem, weil eine Bekannte mir vorwirft, ich würde diesem alten Herrn Hoffnungen machen.

LG
Stormy

Kann es sein, dass der alte Herr in Moment der einzige Mann in Deinem Leben ist?
Du Dich ihm aus Einsamkeit mehr zuwendest, als es gut ist? Du weißt ganz genau, dass Du Dich in Träumereien verlierst - der alte Mann ist fast dreimal so alt wie Du es bist.

Mit ihm gibt es keine Zukunft à la "Mann und Frau".

Wenn Du die Situation ändern möchtest, dann wende Dich an die Leitung des Altenheims.
Damit das aufhört muss eine Distanz her und nur die hauptverantwortlichen Personen können da helfen.
Zärtliche und sexuelle Anspielungen von älteren Menschen gegenüber dem Personal? Ich denke, dass kommt so selten nicht vor und Deine Vorgesetzten müssen entscheiden, wie Du Dich zu verhalten hast, bzw. müssen dem alten Herren seine Grenzen aufzeigen. Am besten wäre eine Versetzung in eine andere Abteilung oder ähnliches.

Kannst Dich ja auch erst mal an den Geistlichen des Hauses wenden und Dich ihm anvertrauen.
Du bist da in etwas reingeraten, aus dem Du schnellstmöglich wieder raus musst.

Und zwar bevor man an Deiner beruflichen Professinalität zweifelt und Dich rauswirft.
 

Benutzer120069  (41)

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Kann es sein, dass der alte Herr in Moment der einzige Mann in Deinem Leben ist?
Du Dich ihm aus Einsamkeit mehr zuwendest, als es gut ist? Du weißt ganz genau, dass Du Dich in Träumereien verlierst - der alte Mann ist fast dreimal so alt wie Du es bist.

Mit ihm gibt es keine Zukunft à la "Mann und Frau".

Wenn Du die Situation ändern möchtest, dann wende Dich an die Leitung des Altenheims.
Damit das aufhört muss eine Distanz her und nur die hauptverantwortlichen Personen können da helfen.
Zärtliche und sexuelle Anspielungen von älteren Menschen gegenüber dem Personal? Ich denke, dass kommt so selten nicht vor und Deine Vorgesetzten müssen entscheiden, wie Du Dich zu verhalten hast, bzw. müssen dem alten Herren seine Grenzen aufzeigen. Am besten wäre eine Versetzung in eine andere Abteilung oder ähnliches.

Kannst Dich ja auch erst mal an den Geistlichen des Hauses wenden und Dich ihm anvertrauen.
Du bist da in etwas reingeraten, aus dem Du schnellstmöglich wieder raus musst.

Und zwar bevor man an Deiner beruflichen Professinalität zweifelt und Dich rauswirft.


Ja, der alte Herr ist im Moment der einzige Mann in meinem Leben.
In der Vergangenheit war es eher so, dass Männer sich nur mit mir abgaben, wenn Hoffnung auf schnellen Sex bestand. An einer Beziehung waren sie meistens nicht interessiert.
Zärtliche Annäherungen und Komplimente, wie der alte Herr es macht, waren mir unbekannt.
Nie hat mir jemand gesagt, dass ich hübsch, tüchtig und ein prima Mädchen sei.
Ich glaube, ich fühle mich auch so zu ihm hingezogen, weil das ganz so etwas unschuldiges an sich hat. Denn ich weiß ja, dass es bei diesen Annäherungen bleiben wird, da die Umstände mehr nicht zulassen würden und er sexuell auch sicher nichts mehr auf die Reihe bekommt. Hätte ich ihn irgendwo anders und noch geistig vollkommen klar kennengelernt, hätte er mich womöglich sogar abgestoßen. Ich hätte dann sicherlich gedacht, wieder einer, der vergeben ist und nur auf Sex aus ist.

Aber so ist alles anders.
Ich suche immer wieder seine Nähe und er auch.
Ich finde es immer rührend, wenn er mit der Gruppe und der Pflegefachkraft für irgendwelche Betreuungsangebote in einen anderen Raum wechseln soll. Dann guckt er erst einmal, wo ich bin und ob ich mitkomme.
Gestern entfernte er sich während der Gymnastik von der Gruppe und kam zurück in die Wohnküche, wo ich beschäftigt war. Ich hatte das Gefühl, er wollte nur in meiner Nähe sein.
Er ruft mich auch ganz häufig an den Tisch, um mir oft überflüssige Fragen zu stellen. Gestern antwortete die Pflegefachkraft auf sein "Möppelchen, ich wollte dich mal was fragen" verärgert mit "Möppelchen hat jetzt keine Zeit!"
Eine Frau, die neu hinzugekommen ist, fragte ihn gestern, warum er mich so nennt. Er antwortete, dass es sein Kosename für mich sei. Daraufhin dachte sie schon, ich sei seine Frau.

Ich habe mir schon so oft vorgenommen mich zu distanzieren, aber ich schaffe es nicht.
Das ganze hat für mich wirklich so etwas reines und unschuldiges an sich. Wie er z.B. auch sagt, dass seine Frau wisse, dass er mich mag. Außerdem sei sie nicht dumm und habe das gespürt. Den Eindruck habe ich auch, denn sie mustert mich oft so komisch, wenn sie ihn abholt. Seit einiger Zeit achte ich darauf nicht in seiner Nähe zu sein, wenn sie erscheint.

Am Montag ist wieder Teambesprechnung mit den Mitarbeiterinnen, die mit mir zusammen angefangen haben und der Mitarbeiterin vom sozialen Dienst.
Ich überlege, ob ich mein Problem dann ansprechen soll, aber es ist mir irgendwie peinlich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer25861  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin Gesundheits und Krankenpflegerin und arbeite mit psychisch erkrankten Menschen.
Ich rate dir dringend Nähe und Distanz zu wahren. Ansonsten wirst du da in etwas reingezogen, was dich evtl.irgendwann den Job kostet.
Der ältere Herr ist demenzerkrankt und hat sicherlich noch seine klaren Momente, dennoch ist er wahrscheinlich seit Jahrzenten schon verheiratet. Ich kann mir denken, dass sich seine Ehefrau irgendwann bei deiner Teamleitung beschweren wird.

Versuche doch einmal zu analaysieren was das für Gefühle sind.
Ich selber kann mir so etwas nicht vorstellen,mich jemals in einen Patienten zu verlieben. Dafür lasse ich die Menschen gar nicht an mein wirklich ICH heran. Arbeit ist Arbeit, Privat ist Privat. Damit fährt man am besten.
 

Benutzer120069  (41)

Benutzer gesperrt
Ich bin Gesundheits und Krankenpflegerin und arbeite mit psychisch erkrankten Menschen.
Ich rate dir dringend Nähe und Distanz zu wahren. Ansonsten wirst du da in etwas reingezogen, was dich evtl.irgendwann den Job kostet.
Der ältere Herr ist demenzerkrankt und hat sicherlich noch seine klaren Momente, dennoch ist er wahrscheinlich seit Jahrzenten schon verheiratet. Ich kann mir denken, dass sich seine Ehefrau irgendwann bei deiner Teamleitung beschweren wird.

Versuche doch einmal zu analaysieren was das für Gefühle sind.
Ich selber kann mir so etwas nicht vorstellen,mich jemals in einen Patienten zu verlieben. Dafür lasse ich die Menschen gar nicht an mein wirklich ICH heran. Arbeit ist Arbeit, Privat ist Privat. Damit fährt man am besten.


Ich glaube, seine Frau hat sich bereits bei der Teamleitung beschwert.
In einem Gespräch mit der Mitarbeiterin vom Sozialen Dienst und der Teamleiterin vor einigen Wochen wurde ich darauf hingewiesen mehr Distanz zu wahren. Das wäre dann auch eine Entlastung für seine Frau.

Irgendwie ist es für mich schwer zu analysieren, was genau für Gefühle er bei mir auslöst.
Ich bin gern mit ihm zusammen, er heitert mich auf und ich unterhalte mich gern mit ihm.
Was mich irritiert, ist meine Reaktion auf seine Berührungen. Sie sind mir angenehm und lösen teilweise bei mir auch ein Kribbeln aus.Wahrscheinlich, weil er liebevoll ist und nicht grob wie die Männer, die mir näher kamen bzw. mir näher kommen wollten.
Als er gestern aus meinem Glas trinken wollte, hätte ich nichts dagegen gehabt. Das ist total untypisch für mich, weil ich mich normalerweise davor ekele. Ich wollte auch nie eine Freundin oder meine Eltern aus meinem Glas trinken lassen.

Andererseits empfinde ich auch manchmal mütterliche Gefühle für ihn.
Wenn er traurig ist, würde ich ihn am liebsten in den Arm nehmen und trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet.
Es ist manchmal so, dass ich da einen kleinen Jungen vor mir sehe, den ich einfach süß finde.
Wenn er z.B. Tränen in den Augen hat, weil er das Gefühl hat, die anderen wollten ihn nicht beim Kegeln mitmachen lassen.
Oder als ich ihn einmal zum WC begleitete, um ihm das Licht anzumachen. Bevor ich ging und die Tür schloss, sagte er:"Aber nicht lauern, ich würde mich dann schämen!" In dem Moment war er wie ein Kind für mich.

Ich weiß nur, ich habe ihn lieb. Bin mir aber natürlich im klaren darüber, dass mein Verhalten nicht richtig ist. :frown:
 

Benutzer25861  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Vielleicht ist es einfach nur ein Gefühl , dass du dich um Ihn kümmern kannst? Du hast das Gefühl gebraucht zu werden?
Mein Rat wáre, auch wenn es schwer fällt, schaffe Distanz zwischen euch. Versuche evlt. Ihm zu erklären, dass dies dein Job ist, nicht mehr und nicht weniger.
Du brauchst doch bestimmt den Job. Wenn die Frau sich schon beschwert hat, haben sicherlich deine Kollegen und Teamleitung ein besonderes Auge auf dich.

Versuche doch in deiner Freizeit auszugehen, Männer kennenzulernen.
Ich glaube es geht nichtmal um diesen bestimmten Herren. Er ist ein Mann, der dich wertschätzt. Da du dies aus deiner Vergangenheit nicht zu kennenscheinst, bist du anfällig und dankbar, dass du Aufmerksamkeit bekommst.
 

Benutzer81026 

Meistens hier zu finden
Ich schließe mich meiner geschätzten Kollegin kLeInEz in allen Punkten an :jaa:
Es kommt durchaus vor, dass man sich zu dem einen oder anderen Patienten/Klienten/Bewohner emotional mehr hingezogen fühlt, als zu einem anderen. Unterm Strich jedoch MUSS man alle gleich behandeln.

Man befindet man sich auf der Seite des "Dienstleisters" und hat entsprechende Regeln und Gepflogenheiten zu beachten und einzuhalten.

Es ist Deine Aufgabe diesem "Treiben" ein geordnetes Ende zu setzen.
Du kannst von einem demenzkranken Bewohner nicht erwarten, dass dieser die nötige Distanz einhält.
Trotzdem sind ständige Hinweise bei Fehlverhalten obligat.
Auch wenn er es nicht dauerhaft verstehen und behalten kann.
Das ist nunmal die Herausforderung im pflegerischen Bereich. Gerade weil man den zu Betreuenden körperlich und emotional so nahe kommt wie eigentlich nur dem eigenen Partner/Familie.

Außerdem solltest Du dringend deine eigene Haltung dazu hinterfragen.
Tätscheln unterm Tisch, nach der Brust greifen etc. geht einfach zu weit. Das darfst Du nicht weiter zulassen.
Du hast keine pflegerische Ausbildung und bist vermutlich auch deswegen mit dieser Situation überfordert.

Wende ich umgehend an Deine Vorgesetzte. Das Problem ist ja bekannt. Und halte so viel wie möglich gesunde Distanz zu dem betreffenden Bewohner.
 

Benutzer81026 

Meistens hier zu finden
Nachdem ich gerade mal in deinen anderen Beiträgen quergelesen habe....

Du solltest auf jeden Fall mit deinem Arge-Betreuuer reden und dort aufhören zu arbeiten.
Das ist meines Erachtens nichts für Dich.
Aufgrund deines mangelnden Selbstbewusstseins, mangelnder Durchsetzungskraft und fehlende Vorbildung ist es vermutlich nur noch eine Frage der Zeit daß die Situation irgendwann eskaliert.

Du wirkst mit deinen 31 Jahren eher so wie eine verschüchterte 15-jährige (das ist jetzt kein Vorwurf oder eine Herabwürdigung)
In unserem Beruf braucht man einfach Power, Autorität, Rückgrat, Selbstbewusstsein und eine gute Ausbildung, um den alltäglichen Wahnsinn in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen standzuhalten.
Und das hast Du nicht (auch nicht böse gemeint), da Du anscheinend genug mit dir selbst zu kämpfen hast.

Eventuell wäre eine (nochmalige?) Verhaltenstherapie notwendig, so daß Du dann letztendlich doch noch, in einem von Dir zu bewältigendem Beruf, Fuß fassen und in gewisser Weise durchstarten kannst.
Versuche den Teufelskreis aus Zurückweisung, Misserfolg und Enttäuschung zu durchbrechen. Das kannst Du bestimmt mit entsprechender therapeutisch-qualifizierter Hilfe schaffen.
Aber reite dich nicht noch weiter hinein. Das frustriert dich noch mehr als was die ganz Sache letztendlich wert ist.

Eventuell kann Dich da eine gute Freundin oder jemand aus der Familie bei deinem Vorhaben unterstützen?
 

Benutzer120069  (41)

Benutzer gesperrt
Ich schließe mich meiner geschätzten Kollegin kLeInEz in allen Punkten an :jaa:
Es kommt durchaus vor, dass man sich zu dem einen oder anderen Patienten/Klienten/Bewohner emotional mehr hingezogen fühlt, als zu einem anderen. Unterm Strich jedoch MUSS man alle gleich behandeln.

Man befindet man sich auf der Seite des "Dienstleisters" und hat entsprechende Regeln und Gepflogenheiten zu beachten und einzuhalten.

Es ist Deine Aufgabe diesem "Treiben" ein geordnetes Ende zu setzen.
Du kannst von einem demenzkranken Bewohner nicht erwarten, dass dieser die nötige Distanz einhält.
Trotzdem sind ständige Hinweise bei Fehlverhalten obligat.
Auch wenn er es nicht dauerhaft verstehen und behalten kann.
Das ist nunmal die Herausforderung im pflegerischen Bereich. Gerade weil man den zu Betreuenden körperlich und emotional so nahe kommt wie eigentlich nur dem eigenen Partner/Familie.

Außerdem solltest Du dringend deine eigene Haltung dazu hinterfragen.
Tätscheln unterm Tisch, nach der Brust greifen etc. geht einfach zu weit. Das darfst Du nicht weiter zulassen.
Du hast keine pflegerische Ausbildung und bist vermutlich auch deswegen mit dieser Situation überfordert.

Wende ich umgehend an Deine Vorgesetzte. Das Problem ist ja bekannt. Und halte so viel wie möglich gesunde Distanz zu dem betreffenden Bewohner.


Danke auch für deine Antwort.
Ich habe auch teilweise wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich andere Gäste/Bewohner wegen ihm vernachlässigt habe. Einige lassen mich auch inzwischen spüren, dass mein Verhalten nicht in Ordnung ist.
Eine Dame aus der Gruppe hat wohl auch mal bei der Teamleiterin moniert, dass ich mit dem alten Herrn Händchen halte.

Richtig ist auch, dass es an mir ist die nötige Distanz zu wahren. Nur ist es bisher immer nur bei guten Vorsätzen geblieben, obwohl mir bewusst ist, dass ich meinen Job damit gefährde.
Oft fragt er mich auch im Beisein von anderen, auch von Pflegekräften, ob ich ihn noch liebe.
Ich schaffe es nicht Nein zu sagen, obwohl es von mir doch erwartet wird. Ich will ihm einerseits nicht vor den Kopf stoßen und andererseits möchte ich ihn nicht vergraulen. Ich schätze inzwischen seine Anhänglichkeit und sein Vertrauen so sehr! Wahrscheinlich, weil ich das in meinem Leben nie erfahren habe.
 

Benutzer81026 

Meistens hier zu finden
Danke auch für deine Antwort.
Ich habe auch teilweise wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich andere Gäste/Bewohner wegen ihm vernachlässigt habe. Einige lassen mich auch inzwischen spüren, dass mein Verhalten nicht in Ordnung ist.
Eine Dame aus der Gruppe hat wohl auch mal bei der Teamleiterin moniert, dass ich mit dem alten Herrn Händchen halte.

Richtig ist auch, dass es an mir ist die nötige Distanz zu wahren. Nur ist es bisher immer nur bei guten Vorsätzen geblieben, obwohl mir bewusst ist, dass ich meinen Job damit gefährde.
Oft fragt er mich auch im Beisein von anderen, auch von Pflegekräften, ob ich ihn noch liebe.
Ich schaffe es nicht Nein zu sagen, obwohl es von mir doch erwartet wird. Ich will ihm einerseits nicht vor den Kopf stoßen und andererseits möchte ich ihn nicht vergraulen. Ich schätze inzwischen seine Anhänglichkeit und sein Vertrauen so sehr! Wahrscheinlich, weil ich das in meinem Leben nie erfahren habe.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer bei Dir.
Hast Du mein vorhergehendes Post schon gelesen? Bzgl. etwaiger Therapie und so?

Du sollstes diesen Job wirklich stillegen. Das ist kein Versagen deinerseits, sondern eine notwendige Entscheidung.
Die ganze Sache wird über kurz oder lang (eher kurz) eskalieren.
Vor allem deswegen, weil der Bewohner aufgrund seiner dementiellen Erkrankung keine Distanz halten kann (sowohl verbal als auch körperlich), und Du aufgrund deiner Vorgeschichte dies ebenfalls nicht adäquat kommunizieren kannst, daß hier jetzt einfach mal Schluss mit Lustig ist.
Ich wurde von diversen Patienten auch schon angegrabbelt, sexuell angequatscht und auch schon mal überraschender Weise geküsst. Meine Reaktion darauf war aber konsequent anders als deine :zwinker:

Gehe am Montag zum Arzt und lass' dich erstmal krankschreiben. Diesen Tip gebe ich hier nicht pauschal, in deinem Fall finde ich ihn aber angemessen, da Du mittlerweile komplett überfordert bist. So kannst Du keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Der nächste Weg ist zu deinem Arbeitsvermittler. Es ist seine Pflicht dich da zu unterstützen.

Dann solltest Du wirklich nochmals überlegen, ob eine (weitere?) Therapie notwendig ist. Und während dieser Therapie wirst Du nicht arbeitsfähig sein.

Ansonsten wüsste ich jetzt auch nicht, in welcher Berufssparte du am Besten aufgehoben wärst.
Du hast ein grundlegendes Verhaltensproblem. Das ist aber keine Schande oder dergleichen. Dieses gilt es zu behandeln, so daß Du wieder fit für den Alltag wirst.

Wäre denn eine Arbeit mit Tieren was für Dich?
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer106548 

Team-Alumni
Hi,

ok, ist ja erstmal positiv, dass Du den Job noch nicht verloren hast. Ist das immer noch der Patient, wegen dem Du fast 'rausgeflogen wärst? Ich denke schon, oder?

Ich denke, mit bißchen laienhafter Psychologie ist das ganz schnell erklärt, was da in Dir "passiert": lies Dir einfach nochmal Deine alten Threads durch (die mit dem anderen Nick). Ich denke, das ist jetzt so ziemlich das erste Mal in Deinem Leben, dass Dich ein Mann nett, toll, super, attraktiv usw findet und das ohne sexuelle Anspielungen auch 'rüber bringt. Du fühlst Dich geliebt und respektiert. Genau das Gegenteil Deiner bisherigen Erfahrungen.

Aber, zum 1000. Mal: er ist verheiratet, er ist ein Patient, er ist Demenzkrank, er ist von Dir (und anderen) abhängig. Also lass es bitte bitte endlich sein!

Zieh für Dich das Positive da 'raus: es gibt auch andere Männer, als Du sie bisher anscheinend wie das Licht die Fliegen angezogen hast. Auch jüngere, auch welche, die nicht von Dir und Deiner Berufsausübung abhängig sind. Du hast es ja jetzt gespürt.
Also lass diesen Mann in Ruhe (kannst Du Dich nicht auf eine andere Station versetzen lassen?) und beginne endlich, Dich wieder in die Realität zu begeben, außerhalb der Heim-Mauern.
 

Benutzer122687  (37)

Ist noch neu hier
Hallo
Ich würde den rat von Cyria befolgen, den du steckst schon tiefer drinnen als es gut ist. Je länger du es hinauszögerst, desto schwieriger und schlimmer wird es für dich.
 

Benutzer120069  (41)

Benutzer gesperrt
Hallo,

vielleicht habt ihr alle recht und es ist tatsächlich nicht der richtige Job für mich.
Aber an manchen Tagen habe ich eben auch das Gefühl, diesen Menschen etwas positives geben zu können!

Heute z.B. habe ich eine alte Dame beruhigt, dass ihr Mantel immer noch an der Garderobe hängt (sie macht sich oft Sorgen, ihr Mantel könne wegkommen). Daraufhin hat sie mich aus Dankbarkeit umarmt. :smile:
Eine andere Frau konnte ich trösten. Sie weinte die ganze Zeit, weil sie Angst hatte, dass ihre Tochter sie nicht abholen kommt.
Und der alte Herr...
Ich weiß, es ist nicht richtig, aber ich möchte die Zeit, die mir noch mit ihm bleibt, ausnutzen.
Auch wenn ich heute so richtig bemerkt habe, wie krank er wirklich ist. Er dachte zwischendurch mal, ich sei seine Frau und jagte einen anderen Mann weg, der bei mir stand. Er war sehr anhänglich und suchte immer wieder Körperkontakt. Ich habe mich nicht gegen sein Streicheln über meinen Arm und seine Handküsse gewehrt. Es ist nun mal so, dass es bei mir eigenartigerweise ein Kribbeln auslöst. Also Gefühle in irgendeiner Weise habe ich wohl leider für ihn, auch wenn ich gern einen lieben Opa in ihm sehen würde. :confused:
Mag sein, ich bin wirklich nicht ganz normal.
Er sagte auch, er hätte mir gerne ein Kind gemacht. Daraufhin musste ich doch lachen und sagte, dass das dann wohl eher hätte passieren müssen. Er meinte, nun ja, man könnte es auch jetzt noch versuchen. Das fand ich total süß!
Wenn er 20 Jahre jünger und noch klar im Kopf wäre, könnte ich mir durchaus ein Kind mit ihm vorstellen. Wer hat schon das Glück, so einen tollen Mann dafür zu finden. Aber leider ist es zu spät. Er hat sein Leben gelebt.
Von daher glaube ich auch, alles ist in Ordnung. Es wird von seiner Seite weder verbal noch körperlich eskalieren. Wir haben uns einfach lieb und schätzen einander. Wenn er mal seine Launen hat, versuche ich das zu ignorieren und es mit seiner Erkrankung zu entschuldigen.

Mein Vertrag endet im Februar, und ich weiß ja noch nicht, ob ich die Probezeit bestehe. Aber ich würde mich freuen, wenn ich diese Zeit dort noch arbeiten kann. Vielleicht gelingt es mir ja an mir zu arbeiten und in diesem knappen halben Jahr noch ein gewisses Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen zu erlangen. Ganz ohne Therapeuten...
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hallo,

ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde es unmöglich, wie du mit dem Patienten umgehst. Wäre ich an der Stelle von seiner Frau, würde ich alles dran setzen, dass du keinen Kontakt mehr zu ihm hast.

Dir persönlich würde ich raten, von selbst den Kontakt abzubrechen. Das kommt mir alles nicht sehr gesund vor.
 

Benutzer120069  (41)

Benutzer gesperrt
Hallo,

ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde es unmöglich, wie du mit dem Patienten umgehst. Wäre ich an der Stelle von seiner Frau, würde ich alles dran setzen, dass du keinen Kontakt mehr zu ihm hast.

Dir persönlich würde ich raten, von selbst den Kontakt abzubrechen. Das kommt mir alles nicht sehr gesund vor.

Ich habe wohl das Glück, dass er seiner Frau gar nicht erzählen kann, wie es zwischen uns abläuft. Wenn er zu Hause ist, hat er das eh wieder vergessen. Ist wohl auch besser so!
Ich habe aber auch manchmal ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass seine Frau es trotzdem schwer mit ihm hat.
Sie brachte ihn heute morgen ganz zermürbt und reagierte schon richtig verzweifelt, als er sich nicht gleich auf den Stuhl setzen wollte.
Wenn er mir sagt, dass er mich liebt, kann ich ihm nicht vor den Kopf stoßen.
Unsere Zeit ist begrenzt und da soll er noch glücklich sein, vielleicht in dem Glauben, dass er mit mir noch eine Liebschaft haben wird. Wenn wir uns nicht mehr wiedersehen, bin ich eh vergessen. Also wird zumindest für ihn kein Schaden dabei entstehen. Ich habe ihn einfach lieb!

Den Kontakt zu ihm abbrechen kann ich nicht, denn dann müsste ich den Job aufgeben.
Irgendwie sind mir aber auch ein paar der anderen alten Menschen ans Herz gewachsen, wenn auch nicht vergleichbar mit ihm.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich habe wohl das Glück, dass er seiner Frau gar nicht erzählen kann, wie es zwischen uns abläuft. Wenn er zu Hause ist, hat er das eh wieder vergessen. Ist wohl auch besser so!
Ich habe aber auch manchmal ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass seine Frau es trotzdem schwer mit ihm hat.
Sie brachte ihn heute morgen ganz zermürbt und reagierte schon richtig verzweifelt, als er sich nicht gleich auf den Stuhl setzen wollte.
Wenn er mir sagt, dass er mich liebt, kann ich ihm nicht vor den Kopf stoßen.

Es ist ja nicht so, dass du ihn nicht vor den Kopf stoßen willst. Es gefällt dir, dass er es sagt und du willst die Aufmerksamkeit weiterhin haben. Deswegen lässt du dir gerne alles gefallen. Deswegen reagierst du so, wie du reagierst.

Unsere Zeit ist begrenzt und da soll er noch glücklich sein, vielleicht in dem Glauben, dass er mit mir noch eine Liebschaft haben wird.

Wenn du sagst, er erinnert sich eh nicht an dich, wenn du nicht da bist, dann ist er auch glücklich, wenn du nicht da bist.

Also wird zumindest für ihn kein Schaden dabei entstehen. Ich habe ihn einfach lieb!

Fraglich, ob für ihn kein Schaden entsteht. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie seine Frau sich dabei fühlt. Abgesehen davon ist dein Verhalten als Pflegepersonal einfach untragbar. Du solltest da gar nicht arbeiten!

Den Kontakt zu ihm abbrechen kann ich nicht, denn dann müsste ich den Job aufgeben.

Ich will nicht böse sein, aber vllt wäre das ganz gut. Das scheint nicht der richtige Beruf für dich zu sein. Mich wundert, dass du den Job überhaupt noch hast.
 

Benutzer75087 

Verbringt hier viel Zeit
was ist, wenn der gute mann nicht mehr da ist? wenn er stirbt, würdest du es so einfach verkraften? so wie ich es rauslese, wird es sehr emotional für dich...und das kann in diesem beruf auf dauer nicht gut gehen.
 

Benutzer120069  (41)

Benutzer gesperrt
was ist, wenn der gute mann nicht mehr da ist? wenn er stirbt, würdest du es so einfach verkraften? so wie ich es rauslese, wird es sehr emotional für dich...und das kann in diesem beruf auf dauer nicht gut gehen.


Sollte er wirklich in der Zeit versterben, wo ich dort noch tätig bin, wäre es ein harter Schlag für mich!
Ja, ich würde erst einmal sehr trauern und er würde mir ohne Ende fehlen, das weiß ich. :-((
 
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