Was ist eure Meinung Polyamorie?

Wie steht ihr zu Polyamorie?

  • Finde ich gut!

    Stimmen: 34 32,1%
  • Nichts für mich

    Stimmen: 55 51,9%
  • Habe ich noch nie was von gehört, was ist das ?

    Stimmen: 3 2,8%
  • Ich würde es selbst gern mal ausprobieren :-)

    Stimmen: 16 15,1%
  • Ich empfinde selbst Polyamorie

    Stimmen: 16 15,1%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    106
G
Benutzer158833  Verbringt hier viel Zeit
  • #1
Hallo,
was ist eure Meinung zu Polyamorie?
Würde mich mal interessieren.
Liebe Grüße
 
Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #2
Ich empfinde polyamor und ich finde mich gut so. :thumbsup:
 
wild_rose
Benutzer164330  Beiträge füllen Bücher
  • #4
Kann funktionieren und schön sein, wenn man den bzw die richtigen Partner dazu hat.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #5
nichts, was ich mir für mich vorstellen kann, und ausschlusskriterium für einen partner - ich bin nicht nur sexuell sondern auch emotional extremst monogam.

wenn andere das so handhaben finde ich das irgendwas zwischen egal und interessant, hab also so gesehen kein problem damit... nur bei mir ists halt nicht und für partner darfs halt nicht, damit er zu mir passt.
 
G
Benutzer Gast
  • #6
Ich bin´s nicht, aber wenn´s für andere ok ist, spricht nicht viel dagegen, oder? :zwinker:
 
Sun am See
Benutzer138543  (31) Sehr bekannt hier
  • #8
Wie und wann habt ihr es gemerkt ? :smile:

Ich war 18 und trauerte meiner ersten und langjährigen großen Liebe hinterher. Ich suchte nach Ablenkung und lernte einen Mann kennen, in den ich mich verliebte - trotz des Liebeskummers wegen dem anderen. Wir kamen auch zusammen, doch nach ein paar Monaten verliebte ich mich in einen dritten Mann. Von Leugnung bis Selbsthass habe ich da alles durchgemacht was man an Gefühlen durchmachen kann, wenn man glaubt das sei nicht okay und nicht normal und einem das auch immer wieder so gesagt wird.
Den Begriff Polyamorie kenne ich erst seit ca. 2 Jahren, damals fand ich nach einer Internetrecherche heraus, dass ich nicht alleine damit bin und es sogar Möglichkeiten zu scheinen gibt, dies auch auszuleben. Mit meinem aktuellen Partner bin ich seit 3 1/2 Jahren zusammen, zuerst monogam.
Die Tatsache, dass ich mich innerhalb dieser Beziehung in meinen besten Freund verliebte, veranlasste, dass mein Wunsch meine polyamoren Gefühle auszuleben immer stärker wurde. Daher leben mein Partner und ich seit Ende letzten Jahres nicht mehr monogam. Der erste Versuch mit meinem besten Freund ging nicht so gut aus :frown: Mittlerweile bin ich aber wieder sehr glücklich mit zwei Männern :smile:
 
Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #9
Wie und wann habt ihr es gemerkt ? :smile:
Nun ja... ich kannte offene Beziehungen o.ä. aus meinem Umfeld überhaupt nicht, also versuchte ich mich an der klassischen Beziehung, fühlte mich aber immer schon mehreren Menschen gleichzeitig und andauernd eng verbunden.
Als ich mich in der 1. Beziehung nach ein paar Jahren sehr heftig neu verliebte und fremdging, sagte man mir, dann könnte ich meinen Freund nicht richtig lieben, also trennte ich mich... Da war ich Anfang 20.
Irgendwie war ich aber auch sehr neugierig und knüpfte verschiedene enge Verbindungen, die auch teilweise missverstanden wurden. Es gab auch Leute, die mir dann nachsagten, ein schlechter Mensch zu sein, dabei hatte ich einfach nur zu viele Menschen unheimlich gern (nichtmal mit Liebesgefühlen, aber ich neige allgemein zu engen emotionale Bindungen)...
Ich fing an, mich zu fragen, wieso man nicht mehr als einen Menschen lieben durfte.
Ich rutschte schließlich in die nächste Beziehung und wollte nun alles "richtig" machen, aber das Dilemma blieb dasselbe. Ich hing eigentlich noch an jemandem, der kein Interesse hatte und verliebte mich zusätzlich auch da wieder nach einigen Jahren neu...
Schließlich folgte auch hier die Trennung. Ich fragte mich lange, was mit mir nicht stimmte, warum ich nicht treu sein konnte und wieso ich nicht nur an "den Einen" denken konnte, der einem immer als das Ziel aller Bemühungen verkauft wurde...
Schließlich lernte ich mit Mitte 20 ein polyamores Pärchen kennen und das öffnete mir endlich die Augen. Wir hatten eine wundervolle Zeit zusammen und ich beobachtete sehr lange, wie sie ihre Beziehung führten... Und manches fand ich so passend für mich, dass ich es auch in meiner Beziehung haben wollte.
 
Sun am See
Benutzer138543  (31) Sehr bekannt hier
  • #10
Off-Topic:
Fedora Fedora eigentlich könnten wir uns auch den ganzen Tag nur noch gegenseitig zustimmen oder? :grin: Geht mir dauernd so bei dir:seenoevil:
 
Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #11
Off-Topic:
Fedora Fedora eigentlich könnten wir uns auch den ganzen Tag nur noch gegenseitig zustimmen oder? :grin: Geht mir dauernd so bei dir:seenoevil:
Ich finde es gerade unglaublich angenehm zu wissen, dass mir jemand "hinterherliest", der genau weiß, was ich meine oder etwas schreibt, bei dem ich direkt schmunzeln muss, weil es mich an mich erinnert.
Bei dem Thema kann man sich wohl kaum einiger sein. :zwinker:
 
Sun am See
Benutzer138543  (31) Sehr bekannt hier
  • #12
Off-Topic:

Ich finde es gerade unglaublich angenehm zu wissen, dass mir jemand "hinterherliest", der genau weiß, was ich meine oder etwas schreibt, bei dem ich direkt schmunzeln muss, weil es mich an mich erinnert.
Bei dem Thema kann man sich wohl kaum einiger sein. :zwinker:
Off-Topic:
Du ich fühl mich auch immer total verstanden von dir. Das passt einfach bei uns, zumindest was das angeht :zwinker:
 
G
Benutzer158833  Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #13
Ich war 18 und trauerte meiner ersten und langjährigen großen Liebe hinterher. Ich suchte nach Ablenkung und lernte einen Mann kennen, in den ich mich verliebte - trotz des Liebeskummers wegen dem anderen. Wir kamen auch zusammen, doch nach ein paar Monaten verliebte ich mich in einen dritten Mann. Von Leugnung bis Selbsthass habe ich da alles durchgemacht was man an Gefühlen durchmachen kann, wenn man glaubt das sei nicht okay und nicht normal und einem das auch immer wieder so gesagt wird.
Den Begriff Polyamorie kenne ich erst seit ca. 2 Jahren, damals fand ich nach einer Internetrecherche heraus, dass ich nicht alleine damit bin und es sogar Möglichkeiten zu scheinen gibt, dies auch auszuleben. Mit meinem aktuellen Partner bin ich seit 3 1/2 Jahren zusammen, zuerst monogam.
Die Tatsache, dass ich mich innerhalb dieser Beziehung in meinen besten Freund verliebte, veranlasste, dass mein Wunsch meine polyamoren Gefühle auszuleben immer stärker wurde. Daher leben mein Partner und ich seit Ende letzten Jahres nicht mehr monogam. Der erste Versuch mit meinem besten Freund ging nicht so gut aus :frown: Mittlerweile bin ich aber wieder sehr glücklich mit zwei Männern :smile:

Darf ich fragen wie dein Partner darauf reagiert hat, als du ihm gesagt hast das du nicht nur einen Menschen liebst ? :smile:
 
Felicia80
Benutzer135804  (45) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #14
Ich empfinde polyamor und ich finde mich gut so. :thumbsup:
dito.mir gehts super mit meinen männern und mich auf einen festlegen,darin werd ich wohl nie mehr einen sinn sehen.ich hab sie ja alle lieb.
 
B
Benutzer167164  (36) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #15
Mittlerweile bin ich aber wieder sehr glücklich mit zwei Männern :smile:

Habt ihr spezielle Spielregeln untereinander? Trennst du beide Beziehungen strikt voneinander oder unternehmt ihr auch mal was gemeinsam? Haben deine Partner wiederum einen weiteren Partner?

Ich fing an, mich zu fragen, wieso man nicht mehr als einen Menschen lieben durfte

Ich persönlich bin monogam, weil ich noch nie Polyamorie verspürt habe. Dennoch glaube ich, dass potenziell viel mehr Menschen im Grunde polyamor sind, wir aber mangels Prägung noch recht "selten" Polyamorie ausleben.
 
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Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #41
Ist mir zu pseudo-theoretisch. Schon das Wort "Polyamorie"! Diese schiefe Missgebilde aus Latein und Griechisch. Das kann nicht aus einer wissenschaftlichen Küche kommen. :grin:
Wenn man sich jahrelang fragt, was mit einem falsch läuft, dann ist man über jedes Wort froh, egal welches "Gebilde" es ist. Wenn es ein Wort dafür gibt, weiß man nämlich, dass man nicht allein damit ist und man hat die Chance, mit anderen ins Gespräch zu kommen, weil es ein Wort gibt, das man googeln kann...

Auf ZDF hab ich mal ne Doku gesehen über eine polyamore Beziehung (1 Frau mit 2 Männern) und da war, soweit ich mich erinnern kann, der Plan, dass alle 3 mit Kindern, welche zu dem Zeitpunkt schon auf der Welt waren, in einer gemeinsamen Wohnung leben. Und das auf lange Sicht.
Da wurden dann aber feste Regeln aufgestellt, weil es anders echt schwierig geworden wäre.
Nun ja... Es gibt Menschen, die das intensiver ausleben können (oder wollen) und andere, bei denen das nicht so einfach ist (bzw. nicht gewollt ist). Man darf nicht vergessen, dass man mit so einer Lebenseinstellung am Rande der gesellschaftlichen Duldung steht. Hier sind ja noch recht viele recht offen, da kann man darüber reden. In meinem Wohn- und Familienumfeld sieht das schon anders aus, da halte ich das geheim. Noch dazu verliebt man sich ja nun auch nicht zwangsläufig in Menschen, die schnell mal locker-flockig sagen: "Klar, lass uns zu dritt oder zu viert zusammenziehen."
Ich fände das schon toll, aber man muss da auch einfach der Realität ins Auge sehen.

Ich habe einen festen Partner und er ist so offen, dass er emotionale Kontakte zu anderen Menschen zulässt.
Neben dieser Beziehung pflege ich eine sehr enge intime Freundschaft zu einer weiteren Person. Manch einer würde das sicherlich schon Zweitbeziehung nennen, so wie wir das ausleben, ich fände es aber einfach nicht sehr fair, ihn mit so einer Bezeichnung zu binden. Am Ende ist das aber nur eine Festlegung unter uns.
Außerdem habe ich zeitweise immer noch engen, manchmal vorsichtig intimen, Kontakt zu dem weiter oben erwähnten Pärchen.
Für die Frage der Zukunftsplanung gilt auch: So offen wie möglich, so angepasst wie nötig... Ich möchte Kinder. Wahrscheinlich werde ich es eines Tages bereuen, sie nicht von allen/beiden Menschen zu haben, die ich liebe. Ich sehe aber in meinem Leben keinen guten Weg, das umzusetzen (mal abgesehen davon, dass die Beteiligten dazu ja auch noch eine eigene Meinung haben :zwinker:). Also wird es wohl "nur" zur Familienbildung in der klassischen Pärchenbeziehung kommen. Offen für Gefühle bleibt sie trotzdem.
Vielleicht darf man eines Tages, wenn ich in Rente gehe, mal mehr als einen Menschen heiraten. Dann sammel ich mir alle zusammen, die noch wollen und wir machen uns einen Poly-Alterswohnsitz. :zwinker:
 
Zuletzt bearbeitet:
Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #43
Ich halte Polyamorie für großen Mist. Ich würde sogar behaupten, wer seinen Partner emotional & sexuell teilt, liebt diesen nicht aufrichtig genug und möchte sich deshalb nicht ausschließlich für diesen entscheiden.
Ich halte es für großen Mist, Sachen die man nicht nachfühlen kann, als großen Mist zu bezeichnen. Wenn es für dich nicht passt, ist es deine Sache. Wie aufrichtig ich liebe oder nicht, wirst du aber niemals einschätzen können. Du kennst mich ja nichtmal. Nachgesagt wird mir sehr viel eher, dass ich mit vielen Dingen und Menschen emotionaler umgehe als viele andere. Deshalb behaupte ich aber auch noch lange nicht, dass andere nur zu wenig Liebe für mehr als eine Person hätten... Lass doch einfach bitte jedem seine Gefühle und maße dir nicht an, diese werten zu können.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die in Polyamorie- und offenen Beziehungen leben sehr viel egoistischer und wenig kompromissbereit sind, wenn ich mir so ihren Charakter anschaue. Von daher würde ich mutmaßen, dass diese Menschen eher beziehungsunfähig (für monogame Beziehungen) sind. Vielleicht fehlt dem ein oder anderen auch ein wenig Bescheidenheit, denn man muss nicht immer alles im Leben haben.
Wie viele kennst du persönlich? Auf keinen, den ich persönlich kenne, trifft diese Beschreibung zu. In jeder Gruppe von Menschen wirst du ganz verschiedene Charaktere finden. Wieso sollte das anders sein, wenn man polyamor empfindet.

Zudem gibt es bei den meisten Polyamorie-Beziehungen einen "Hauptpartner", was doch ziemlich ungerecht gegenüber der Nebenpartner(n) ist.
Oft genug liegt das nur daran, dass eine gleichwertige Partnerschaft unter mehreren Personen kaum gesellschaftliche Duldung erfährt. Man passt sich eben zu einem gewissen Punkt an das an, was von einem erwartet wird... Nach außen eine Paarbeziehung ("Hauptpartner") und weitere Emotionen versucht man irgendwo angemessen einzuordnen, damit man nicht ganz aus der Rolle fällt...
Ginge es nur nach meinen Gefühlen, hätte ich zwei gleichwertige Partner...

Grundsätzlich glaube ich jedenfalls nicht daran, dass das Beziehungsmodell der Polyamorie mal die Monogamie ablösen wird.
Wieso sollte es auch? Es geht überhaupt nicht darum, irgendwas abzulösen. Es geht darum, verschiedene Formen zu respektieren und zuzulassen. Ich bin sicher, dass für viele Menschen ein monogames Beziehungsmodell passend ist und bleibt. Ebenso ist für andere aber ein polyamores Beziehungskonzept passend.
 
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Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #55
Mr. Poldi Mr. Poldi
Ich glaube, wenn man es wirklich rein naturwissenschaftlich betrachten würde, wäre es noch am einfachsten zu verstehen, selbst wenn man bisher nicht alles im Detail nachvollziehen kann.
Wenn biochemische Prozesse dazu führen, dass wir uns verlieben, wieso sollten die dann nur bei einem Menschen anspringen? Selbst wenn es andere Prozesse gibt, die dazu führen könnten, dass ein Neuverlieben das Abkühlen alter Gefühle bewirkt, wäre es im Sinne der Evolution, wenn dies nicht bei allen Individuen so wäre.

Ich denke, dass die Begrenzung auf eine Person viel mehr moralische und gesellschaftliche Hintergründe hat, die natürlich auch stark beeinflussen, was man versteht und nachvollziehen kann - vor allem, wenn sich die bekannte Norm mit dem deckt, was man empfindet. Sie ist in diesem Fall aber tatsächlich in der Menschheitsgeschichte auch gar nicht durchgängig.
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Ich unterscheide da übrigens klar zwischen Polyamorie und einer offenen Beziehung (wenngleich meine Form der offenen Beziehung nicht dem Standardfall entspricht).
Das sind freilich unterschiedliche Dinge, die aber auch zusammenfallen können. Polyamorie ist ja erstmal nur das Gefühl für mehrere Menschen. Eine polyamore Beziehung zwischen mehreren Personen kann sowohl offen (für weitere), als auch in dieser festen Gruppe exklusiv sein.
Meine Beziehung ist offen, für Gefühle und für sexuelle Interaktion.
Sie ist vielleicht nicht das, was viele unter einer "offenen Beziehung" verstehen, weil mir Sex ohne Gefühle nichts bringt und ich entsprechend wenige Sexpartner hatte/habe. Trotzdem sind Intimität und Gefühle bei neuen Begegnungen grundsätzlich möglich und das ist etwas, was ich durchaus als Offenheit bezeichnen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #59
Ich denke, dass die Begrenzung auf eine Person viel mehr moralische und gesellschaftliche Hintergründe hat, die eine Person natürlich auch stark beeinflussen - vor allem, wenn sich die bekannte Norm mit dem deckt, was man empfindet.
und so, wie es dich ein wenig gegrummelt hat als Mr. Poldi Mr. Poldi seine vermutung über ernsthafte liebe bei polyamoren geäussert hat (was ich übrigens gut verstehen kann!), so grummelt mich diese aussage von dir.

moralisch? gesellschaftlich? deckt sich mit der norm? das sollen die gründe sein? da scheiss ich drauf - ich bin so, weil ich so empfinde, weil allein der gedanke einem anderen mann emotional oder körperlich näherzukommen in mir abscheu auslöst, wenn mein herz einmal vergeben ist.

natürlich kann es in der theorie sein, dass diese punkte einfluss genommen haben darauf, wie ich jetzt bin. damit zu argumentieren bzw. das als aussage hinzustellen wäre aber ungefähr so wie wenn ich sagen würde "die polyamoren sind doch nur so, weil sie gegen moralische und gesellschaftliche normen rebellieren wollen!" - ich glaub, das wäre auch nicht angemessen.

bleiben wir doch einfach bei: menschen sind verschieden, empfinden verschieden, haben verschiedene sexuelle ausrichtungen... und das, einfach nur, weil sie sind wie sie sind. ich kann mir auch nicht vorstellen wie frauen lesbisch oder auch nur bi sein können... gibts aber offensichtlich. ich kann mir nicht vorstellen wie man polyamor empfinden kann... gibts aber offensichtlich. schadet alles niemanden, ist also vollkommen in ordnung.
 
Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #62
moralisch? gesellschaftlich? deckt sich mit der norm? das sollen die gründe sein? da scheiss ich drauf...
Ich denke nicht, dass das etwas ist, was man bewusst steuert.

natürlich kann es in der theorie sein, dass diese punkte einfluss genommen haben darauf, wie ich jetzt bin. damit zu argumentieren bzw. das als aussage hinzustellen wäre aber ungefähr so wie wenn ich sagen würde "die polyamoren sind doch nur so, weil sie gegen moralische und gesellschaftliche normen rebellieren wollen!" - ich glaub, das wäre auch nicht angemessen.
Es ging ja hier gar nicht um die Frage, warum man so oder so ist. Ich denke, ich bin auch nicht mit großartig anderen Moralvorstellungen aufgewachsen als du. Es ging um die Frage, was man versteht - und ich denke schon, dass dabei das Umfeld eine entscheidende Rolle spielt und man das für einen "Normale" eher erfasst, wenn man denn nicht selbst anders empfindet.

bleiben wir doch einfach bei: menschen sind verschieden, empfinden verschieden, haben verschiedene sexuelle ausrichtungen... und das, einfach nur, weil sie sind wie sie sind.
Darin sind wir uns völlig einig. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn jemand meine Gefühle nicht versteht. Es trifft mich aber sehr persönlich, wenn jemand sagt, in meiner Beziehung könne es dann keine richtige Liebe geben. Das ist etwas, was mich wirklich schmerzt, weil ich weiß, dass ich sehr intensiv liebe und empfinde und wer mich näher kennt, weiß das auch. Ich kann es nicht ändern, dass es nicht jeder nachfühlen kann, aber ich erwarte dass man mir meine Fähigkeit richtig zu lieben deshalb nicht abspricht.
 
G
Benutzer Gast
  • #113
Ich verliebe und verknalle mich schnell beim Sex. Ich liebe es tief zu fühlen und ich finde verliebt ist Sex tiefer, egal bei welcher Spielart.
Liebe ist für mich aber nicht gleich Verbindlichkeit.

Wenn ich jemanden liebe, übernehme ich natürlich emotionale Verantwortung. Das bedeutet aber nicht zusammen wohnen, heiraten, Finanzplanung.

Ich könnte mir eine polyamore Partnerschaft gut vorstellen, aber nur wenn man Synergien bilden kann und alle untereinander befreundet sind.

Mich um die emotionalen Bedürfnisse von mehr als einem Partner zu kümmern, könnte ich mit meinem Lifestyle gar nicht leisten. Offene Beziehung ohne sich verlieben zu dürfen, würde für mich aber auch nicht klappen.

Vielleicht sieht man das jenseits der 40 nochmal anders. Ich will ja keine Kinder mehr, Vermögen baue ich alleine auf, zusammenziehen muss nicht sein. Was bleibt also? Zeit miteinander verbringen, vögeln, die Freunde/Familie des Anderen kennenzulernen und Halt empfangen und Halt geben. Das habe ich definitiv für mehr als eine Person im Portfolio.

Ich bin also so poly light, würde ich sagen. Ständig wechselnde Menschen würden mich stressen. Ich bin sehr sicherheitsbedürftig und auch sehr treu. Aber ich habe wahnsinnig gerne wilden Sex und nur ein Partner stößt da früher oder später an Grenzen.
 
R2-D2
Benutzer215024  (36) Öfter im Forum
  • #118
Ich bin Teil eines Polyküls. Läuft bis dato herausragend. Alle Beteiligten (Sie, ich, Ihr Mann) wollen keine Kinder. Das würde ich nie außerhalb einer klassischen Familenkonstruktion machen. Die Beziehung von ihr zu ihm ist völlig anders als ihre zu mir. Mit mir teilt sie andere Hobbies, lebt BDSM aus, nimmt generell eine sehr fürsorglich-dominante Rolle ein. Mit ihm verstehe ich mich platonisch gut. Davor hatten sie eine offene Ehe und ich habe am Anfang klar gesagt, dass ich Gefühle habe, aber ihre Beziehung nicht beschädigen will. Sobald es ihm schlecht mit geht, bin ich von meiner Seite aus raus. Ich hatte nie eine so liebevolle, leidenschaftliche und tiefe Beziehung. Sie gewinnt durch die Sache mit mir brutal an Energie, was die Ehe laut den beiden extrem aufwertet. Wurde mittlerweile schon der Familie vorgestellt. Wir machen regelmäßig Unternehmungen zu Dritt. Selbst meine konservativen Eltern sind nach anfänglichem Durchdrehen mittlerweile komplett überzeugt, dass die Beziehung mir einfach nur extrem gut tut. Ich denke, es kommt halt auf die Menschen innerhalb der Beziehung an, dass die Bedürfnisse zueinander passen und man gut kommuniziert. Ich käme zum Beispiel nicht mit einem anderen devoten Partner klar, mit dem sie die gleichen teils extremen Praktiken ausleben würde, weil die durch das dafür benötigte Vertrauen für mich etwas besonderes sind, das ich exklusiv halten will. Das ist für sie auch völlig fein.
 
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Sorceress Apprentice
Benutzer89539  Team-Alumni
  • #119
Ich habe nie gezielten Kontakt "zur Szene" gesucht, habe auch keine Ahnung wer das ist oder wo man die findet. Ich wüsste jedenfalls in meinem Nahumfeld nicht, wer sich der polyamoren Szene zugehörig fühlt. Kenne aber einige Leute, die oft erst wenn man sich schon eine Weile kennt, irgendwann halt wo es thematisch passt erwähnen dass sie poly sind. Wobei die meisten dieser Beziehung auch schon lange bestehen.

Wobei ich allerdings schon verstehen kann, wenn Menschen lieber frühzeitig kommunizieren dass sie poly sind. Wenn man datet, ist das ja schon ein wichtiges Signal, um nicht die "falschen" Menschen anzulocken und von den "richtigen" übersehen zu werden.

Mir sind Bindung und Verbindlichkeit wichtig. Wobei ich aber auch meine Freiräume sehr schätze, und damit für mich selbst gar nicht aktiv daten gehe (und wenn, wohl eher mit primär sexuellem Aspekt). Sollte sich eine weitere Beziehung ergeben, lasse ich es gerne auf mich zukommen wie das passt, so vom Reißbrett aus betrachtet mag ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht so viel zeitliche Ressourcen dafür verplanen, und konzentriere mich auf eine Beziehung.

Damit habe ich ja schon fast wieder monogame Züge innerhalb des polyamoren Bereichs :grin:. Wobei ich auch weiß, dass ich potenziell mich in andere vergucken kann, auf eine Art die weder in einer monogamen noch einer offenen Beziehung gut funktionieren würden. Und es auch spannende Begegnungen gab, wo ich schon grundsätzlich das Zeug für mehr gesehen hätte, es dann aber aus anderen Gründen nicht passte (eine Person hatte kein romantisches Interesse, eine Person in einer monogamen Beziehung, eine weitere nur an monogamer Beziehung interessiert).

Also, mir ist schon beides sehr wichtig: die Tür offen zu haben, und schon von vorneherein einen Raum der Möglichkeiten zu kommunizieren und (ungefähr) zu verhandeln. Aber auch Verbindlichkeit und "Enge". Wenn ich mich nicht voll drauf einlassen könnte, kann ich es auch lassen oder auf einer sexuellen/Freundschaft+-Ebene halten.
 
Fedora
Benutzer71015  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #126
Ich selbst bin in einer monogamen Beziehung finde das Thema aber interessant... nicht weil ich es selber ausprobieren will sondern weil mich generell Menschen, ihre Geschichten, ihre Lebensweisheiten, ihre Lebensarten etc. interessieren.
Ich finde, diese Einstellung macht dich sehr sympathisch. :smile:

Ich stelle mir das (technisch) unglaublich schwierig vor! Meine Frau und ich arbeiten beide 40h, haben einen Haushalt zusammen (keine Kinder), und pflegen ein paar Hobbys. Wir investieren natürlich auch viel in unsere Beziehung. Machen Ausflüge, gemeinsame Zeit am Wochenende, reden viel, treffen Freunde usw. Mal ganz blöd gefragt... wie findet man die Zeit das 2x oder 3x zu machen bei 24h am Tag? 😅
Zeit ist, meiner Ansicht nach, der wirklich am meisten limitierende Faktor an der Sache. Es ist aber ähnlich wie mit engen Freundschaften, man muss sie pflegen und manchmal auch gegenseitige planerische Unzulänglichkeiten aushalten; dann klappt es - und wenn man viele Freunde hat, muss man sie zusammenbringen oder man sieht sie seltener.

Alles was sich kombinieren lässt, macht es einfacher. Teilst du mit deinen Partnerpersonen Hobbys? Sind Ausflüge mit beiden (allen) Partnerpersonen möglich? Kann man Qualitätszeit miteinander auch zu dritt oder zu viert empfinden? Funktioniert auch mit einem nichtelterlichen Partner die Kinderbetreuung? Kann Zeit miteinander mit verschiedenen Freunden kombiniert werden?
Für mich ist die Kunst, hier funktionierende Überschneidungen zu finden, essenziell, um das Zeitdilemma in den Griff zu bekommen. Auch in unserer Polybeziehung ist das aber nicht immer ganz leicht und muss immer wieder ausgehandelt werden.

Klar man hat sich dann nicht exklusiv, aber wie ist es wenn jemand Probleme hat... vielleicht sogar beide PartnerInnen? Meine Frau hatte vor einiger Zeit viel verkraften müssen, da ihre Eltern gestorben sind und Sie Probleme in der Firma hatte. Ich war natürlich viel für Sie da... wie geht das wenn der zweite Partner vielleicht auch Probleme hat und jemanden zum reden will... oder akzeptiert sie dann einfach wenn ich Partnerin B sage das sie die nächsten Wochen auf mich verzichten muss weil ich mich um Partnerin A kümmern möchte? Oder sage ich Partnerin A: "Du ich muss heute mal wieder zu Partnerin B die hat mich jetzt schon eine Woche nicht gesehen... es ist Kuschelzeit". Partnerin A will am Wochenende zu einem Konzert, aber Partnerin B hat Urlaub und will eine Woche wegfahren... kommen da nicht irgendwann Vorwürfe?
Da ist ganz viel Verständnis füreinander gefragt und vielleicht auch die eine oder andere Struktur. Wenn eine Partnerin Sorgen hat, hat das Priorität und es muss in Ordnung sein, dann auch mal mehr auf den Partner zu verzichten, wenn es einem selbst gut geht. Wenn mehrere Personen Probleme haben, hilft es natürlich, wenn auch mehrere Personen zum Reden-Kümmern-Kuscheln da sind. Wenn man zu viert ist, ist das z.B. nicht mehr so ein Problem oder auch, wie bei uns, wenn es eine Kette gibt. Wenn mein einer Partner seine andere Freundin umsorgt, gibt es ja noch einen zweiten, der mich umsorgen kann. Auch hier ist es aber eigentlich wie bei Freundschaften. Dasselbe Dilemma hat man ja auch, wenn ein sehr guter Freund in der Klemme steckt und gleichzeitig eine Partnerin Probleme hat. Lässt du dann einen hängen oder managed man das dann irgendwie?
Und Reise- und Konzertpläne kann man doch durchaus unproblematisch miteinander abstimmen und/oder eben kombinieren.

… beschleicht mich das Gefühl die Polyamorie funktioniert nur mit Verzicht und Zurückstecken und am Ende mögen es Liebesbeziehungen sein aber nicht in einer Tiefe wie sie vielleicht andere Menschen Liebesbeziehungen definieren würden.
Schade, dein Start war so sympathisch und nun ist es da wieder, das Unverständnis, das zur Abwertung der Emotionen in dieser Beziehungsform führt. Das was ich schon vor acht Jahren, in genau diesem Thread traurig fand und was mich immer noch unfassbar traurig macht. Ich bin noch immer in derselben vertrauensvollen und tiefen Polybeziehung wie damals. Unsere Gefühle unterscheiden sich nicht mehr voneinander als bei jeden anderen Personen, die man vergleicht.
Sprich doch bitte den Leuten nicht die Tiefe ihrer Gefühle ab, nur weil du das Lebensmodell nicht so richtig für dich greifen kannst. Das ist wirklich verletzend.
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #129
Nochmals sorry, ich wollte die nicht kränken!
Das glaube ich Dir wirklich, denn wie Fedora Fedora schrieb, war vieles an deinem Post sympathisch-interessiert.
Deshalb möchte ich dir den Vorschlag dalassen, etwas das Denken, hier vor allem aber die Formulierung zu verändern.
So, wie es jetzt dasteht, finde ich es auch verletzend und es ist ein Urteil deinerseits über die Gefühle anderer Menschen.
Warum bleibst Du nicht bei dir? "Ich könnte wahrscheinlich einfach nicht so tiefe Gefühle für mehrere Personen haben und leben." wäre eine ganz andere Aussage als jetzt. Und sie wäre bestimmt auch wahrer, weil dein Urteil ja nur daher rührt, dass du dir etwas nicht vorstellen kannst. Ich hoffe, der Unterschied wird klar.
 
CasualFun
Benutzer218141  dauerhaft gesperrt
  • #134
Zählt es auch, wenn man zu der dritten Person eine rein sexuelle Beziehung pflegt?
Wenn Du tatsächlich Sexualität und Gefühle/Liebe vollständig voneinander trennen kannst, dann würde ich das nicht als polyamore Beziehung im eigentlichen Sinne sehen.
Laut Definition ist Polyamorie ja eine Liebesbeziehung zu mehreren Personen gleichzeitig mit dem Einverständnis aller Beteiligten.
Hm, das sind zwei Punkte.
Das Wort Polyamorie sagt erstmal nur, mehrere Menschen zu lieben oder lieben zu können. Ganz eng an der Etymologie geht's da nur um Liebe, nicht um Beziehung.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird tatsächlich oft die "ausgelebte Liebe", also Beziehung zu/mit mehreren darunter verstanden und das Selbstverständnis der polyamoren Community ist, dass dies einvernehmlich geschieht, mMn basierend auf der Sicht, dass Liebe und Heimlichkeit nicht miteinander vereinbar sind.
Ich bin mit einem Mann verheiratet, habe aber, mit seinem Wissen und Einverständnis, eine, ich würde es Sex Beziehung nennen, mit einer anderen Frau. Da geht es uns beiden aber nur um Sex, da sind, bis auf sehr enge Freundschaft, keine Gefühle im Spiel.
Ich finde es bleibt Dir überlassen wie Du das nennst, welches label Du da drauf machst. Hängt nicht zuletzt davon ab, was Liebe für Dich ist und ob Du für diese Frau irgend eine Art Liebe fühlst - das kannst nur Du wissen.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #135
Ja, da hab ich auch gestutzt.
Das gibt es seit den 70ern nicht mehr.
Eigentlich.
Die gibt es nach wie vor, eine sogar lange in meiner Wohnortnähe, wusste ich lange nicht.
Ich habe es nur deshalb erfahren, weil ich mit jemanden dort lebendem befreundet bin.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #136
Vielleicht zum Thema der "Beliebigkeit", die ja in solchen Themen viel zu oft hoch kommt, weil sich viele einfach nur sehr oberflächlich in dieses Thema reindenken: Liebesbeziehungen sind nicht oberflächlich oder es sind keine. Das gilt für monogame Beziehungen, wie auch für jedes Poly-Konstrukt. Es gibt mit SICHERHEIT Menschen, die davon tönen, dass sie in einem Polyamoren Konstrukt leben und eigentlich nur Sex haben und haben wollen. Es gibt aber auch sehr sehr viele monogame Beziehungen, in denen von der doofen Frau mit dem Nudelholz zu Hause oder dem blöden Säufer in der Kneipe erzählt wird und ebenfalls keinerlei Tiefe Existiert und ggf. nicht mal mehr freundschaftliche Gefühle (um Mal ein Klischee behaftetes Beispiel zu bringen).

Was man am Ende draus macht, bleibt einem selbst überlassen. Fakt ist aber: eine Polyamore Konstruktion, ein Polykül bzw. ein Netz aus Liebesbeziehungen ist eben genau das was außen drauf steht.

Wenn man dazu eine Vorstellungshilfe benötigt, ist es hilfreich, wenn man selbst 2 - 3 monogame Beziehungen hatte. Vorzugsweise keine 2 - 3 Wochen Kinderbeziehungen, sondern schon welche, wo man sich auf einen Partner ernsthaft eingelassen hat. Wenn man sich die jeweils besten Zeiten daraus nimmt und sie sich parallell vorstellt, kommt man vielleicht hin. Jede Beziehung ist sehr grundlegend anders. Mit jedem Partner und jeder Partnerin hat man andere Rituale, andere liebevolle Gesten und oft ein anderes Miteinander. Jede Beziehung ist einzigartig und damit alles andere als beliebig.

Es kam weiter oben der Einwand, dass es ja dann egal sei wer einen tröstet, weil man ja eine Art Partner-Redundanz hat. JA, man hat mehrere Partner, die im Zweifelsfall eine Stütze sein können. Überraschenderweise hat man aber meistens sogar mehrere Eltern, die das können, und mehrere Freunde und mehrere Verwandte. Sind die dann aus beliebig? Ist eine Schwester austauschbar gegen die andere, wenn man sich ausheulen will, weil die Arbeit gerade kacke ist?

Richtig. Denn wenn Menschen irgendwie austauschbar sind, dann hat man keine tiefen Beziehugen zu ihnen. Dann geht es nicht tiefer als bei einem Bekannten mit dem man mal ein Bier oder ein Weinchen trinken geht und übers Wetter philosophiert. Da kommt es nicht so sehr drauf an mit welchem das ist.

Und noch ein Hinweis zur Zeit: Jap, das ist der begrenzende Faktor. Tiefe Beziehungen brauchen Zeit, das gilt auch für Freundschaften. Tiefe lässt sich nicht durch Abwesenheit erzeugen und auch nicht konservieren. Und wann immer Zeit involviert ist, kommt es schwer drauf an wie gut man in Sachen Projektmanagement ist. Das gilt auch insbesondere, wenn man Kindern hat in der westlichen Welt und die Kernfamilie das präferierte und bescheurerte Modell der Wahl ist. Das ist aber ein anderes Thema und ich hab gerade Kaffee und will mich gaaaaar nicht aufregen. :grin:
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #138
Wenn man sich die jeweils besten Zeiten daraus nimmt und sie sich parallell vorstellt, kommt man vielleicht hin.
Ich mag deinen Beitrag, aber da habe ich Fragen..
Warum denn die besten Zeiten? Die weniger guten Zeiten gibt es doch in jeder Beziehungsform.
Daher würde ich mir Beziehungen schon in ihrer Gesamtheit vorstellen.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #139
Ich mag deinen Beitrag, aber da habe ich Fragen..
Warum denn die besten Zeiten? Die weniger guten Zeiten gibt es doch in jeder Beziehungsform.
Daher würde ich mir Beziehungen schon in ihrer Gesamtheit vorstellen.
Das war vielleicht Widersprüchlich formuliert. Es ging mir darum nicht Ex A mit aktuellem Freund B zu vergleichen und dabei dran denken was für A der A doch war. :zwinker:
Vielleicht hätte ich "funktionierend" schreiben sollen. Das hätte es besser getroffen.
 
CasualFun
Benutzer218141  dauerhaft gesperrt
  • #140
Warum denn die besten Zeiten? Die weniger guten Zeiten gibt es doch in jeder Beziehungsform.
Für mich sind gerade das die Situationen, an denen beide und die Beziehung wachsen können.
Darum kann ich mit Partnern nichts anfangen, die in solchen Momenten einen schmalen Fuß machen.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #141
Für mich sind gerade das die Situationen, an denen beide und die Beziehung wachsen können.
Darum kann ich mit Partnern nichts anfangen, die in solchen Momenten einen schmalen Fuß machen.
Ds geht ein bisschen am Thema vorbei. Es ging mir ja darum einen Vorstellungsraum zu schaffen. Irgendwas greifbares, um das Gefühl nachvollziehen zu können und die Nähe, die jede Beziehung bringen kann, auch wenn welche davon parallel stattfinden.
 
Kokiri
Benutzer157013  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #142
Bis hier hin sehr gelungener Post. Und dann Absturz.
Ich denke er meint, dass eine Reduzierung auf die moderne Kernfamilie für Familien generell (auch außerhalb von Polyamorie) auch sehr viele Probleme aufwirft, was Betreuung und Zeitmanagement angeht. Im Gegensatz dazu steht der Satz "um ein Kind großzuziehen, braucht es ein Dorf". In der modernen Welt kapseln viele sich immer stärker ab, aber eigentlich brauchen gerade Familien Gemeinschaft. Ob das jetzt Tanten/Onkel/Großeltern oder Freunde oder eben weitere Beziehungspartner sind, ist da erst mal egal.
 
CasualFun
Benutzer218141  dauerhaft gesperrt
  • #143
Ds geht ein bisschen am Thema vorbei. Es ging mir ja darum einen Vorstellungsraum zu schaffen. Irgendwas greifbares, um das Gefühl nachvollziehen zu können und die Nähe, die jede Beziehung bringen kann, auch wenn welche davon parallel stattfinden.
Stimme Dir zu, mein Beitrag bezieht sich so gesehen auch mehr auf einen "thematischen Seitenarm" und nicht direkt auf Deinen Punkt, dass jede Beziehung anders und einzigartig ist, weil die Menschen und die Umstände niemals gleich sein können.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #144
Bis hier hin sehr gelungener Post. Und dann Absturz.
Huch, deinen Beitrag hatte ich total übersehen...aber ja, was Kokiri Kokiri sagt.

Das ist übrigens auch ein Kritikpunkt, den ich hier an dem "Tonfall" in diesem Thread hatte. Nicht immer gleich so hart es geht irgendwo drauf springen. Vielleicht einfach mal nachfragen wie etwas gemeint ist. Ich bin mit sicherheit nicht perfekt was das Formulieren einer Aussage in Textform angeht. Alle anderen aber auch nicht. Das liegt auch in der Natur der Sache. Wir haben hier nur die Schriftform, Kommunikation in Form von Mimik, Gestik, Tonfall und natürlich der Rückkanal auf gleicher Basis entfallen.

Einfach mal annehmen, dass das Gegenüber ein Mensch ist und dieser Mensch dir gar nicht persönlich was will und entspannt zurück fragen.
 
CasualFun
Benutzer218141  dauerhaft gesperrt
  • #145
Einfach mal annehmen, dass das Gegenüber ein Mensch ist und dieser Mensch dir gar nicht persönlich was will und entspannt zurück fragen.
Off-Topic:
🙏💝. Das klassische Wohlwollen, immer wieder gern genommen und hilfreich
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #146
Ich denke er meint, dass eine Reduzierung auf die moderne Kernfamilie für Familien generell (auch außerhalb von Polyamorie) auch sehr viele Probleme aufwirft, was Betreuung und Zeitmanagement angeht. Im Gegensatz dazu steht der Satz "um ein Kind großzuziehen, braucht es ein Dorf". In der modernen Welt kapseln viele sich immer stärker ab, aber eigentlich brauchen gerade Familien Gemeinschaft. Ob das jetzt Tanten/Onkel/Großeltern oder Freunde oder eben weitere Beziehungspartner sind, ist da erst mal egal.
Ich verstehe was du meinst, da meine beste Freundinnen aus Manila und China sind (und ich selbst ebenfalls nicht in Deutschland verwurzelt bin) und genau deshalb - ein Dorf erzieht die Kinder, also auch deren Kinder - große Probleme mit verklärtem westlichen Blick auf diese Erziehungsformate haben.
Verkürzt gesagt, haben beide Konstrukte Vorteile und Nachteile.

Damian Damian in der Regel frage ich wenn ich etwas nicht verstehe. Da ich dich verstehe und dir lediglich nicht zustimme, welche Frage wäre hier nützlich?
 
Milk&Apple
Benutzer200985  Öfter im Forum
  • #147
Ich sehe durchaus die Vorteile, denn ich vertrete die Auffassung, dass ein Mensch niemals alle Bedürfnisse eines anderen erfüllen kann. Und man soll ja auch niemals nie sagen, aber wirklich vorstellen kann ich mir Polyamorie nicht. Verliebt sein in zwei Menschen, ja, vielleicht, ich hatte zumindest schon mal tiefere Gefühle für zwei Personen zur gleichen Zeit, auch wenn diese nicht miteinander zu vergleichen waren und ich eigentlich jemand bin, der sich selten verliebt. Aber mit zwei Personen (oder gar mehr) eine Beziehung eingehen, wäre für mich nicht vorstellbar. Das Bedürfnis habe ich einfach nicht, mal abgesehen von pragmatischen Dingen wie dass es zeitlich schwer zu stemmen wäre, da ich viele Hobbys und Interessen habe und auch ausreichend me-Time brauche. Eine Beziehung zu einer Person fordert mich schon genug (im positiven und negativen Sinne) und reicht mir vollkommen aus. Ich ticke wohl auch zu monogam, Eifersüchteleien wären wohl vorprogrammiert.
 
CasualFun
Benutzer218141  dauerhaft gesperrt
  • #148
Ich merke inzwischen, dass ich für die Tiefe, die ich in einer Partnerschaft leben möchte gar nicht die Kapazität für mehrere Menschen/Beziehungen hätte. Und aktuell auch gar kein Bedürfnis.
Ich sehe durchaus die Vorteile, denn ich vertrete die Auffassung, dass ein Mensch niemals alle Bedürfnisse eines anderen erfüllen kann.
Das Argument habe ich beim poly-Stammtisch auch schon öfter gehört und ich hab zwei Gedanken dazu:
Ist es eigentlich wirklich Liebe, wenn der/die andere in erster Linie eigentlich "Bedürfniserfüller" ist?
Und warum reichen "normale" Freunde (bzw wenn's um sexuelle Bedürfnisse geht Affären&F+) dazu nicht aus? Warum eine zweite Partnerschaft?
Und man soll ja auch niemals nie sagen, aber wirklich vorstellen kann ich mir Polyamorie nicht. Verliebt sein in zwei Menschen, ja, ....
Das ist ja auch die eigentliche Wortbedeutung, mehrere zu lieben. Man könnte auch drüber diskutieren ob wir nicht alle polyamor sind, wenn wir Partner*in, unsere Kinder, Eltern, Verwandte usw lieben - jeden auf seine Art. Sind ja auch mehrere.
.....Aber mit zwei Personen (oder gar mehr) eine Beziehung eingehen, wäre für mich nicht vorstellbar. Das Bedürfnis habe ich einfach nicht, mal abgesehen von pragmatischen Dingen wie dass es zeitlich schwer zu stemmen wäre, da ich viele Hobbys und Interessen habe und auch ausreichend me-Time brauche.
Das unterschreibe ich komplett.
Und neben der zeitlichen seh ich (zumindest bei mir) auch noch die Begrenztheit der emotionalen Kapazität.
Eine Beziehung zu einer Person fordert mich schon genug (im positiven und negativen Sinne) und reicht mir vollkommen aus. Ich ticke wohl auch zu monogam, Eifersüchteleien wären wohl vorprogrammiert.
Ist das Gegenteil von monogam nicht polygam? Dann müsste das Gegenteil von polyamor eigentlich monoamor sein? Bzw hinter poly/mono ein passendes Wort für Beziehung/Partnerschaft.
 
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