Was gibst du GERNE... und was kann man von dir ERWARTEN?

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Eigentlich eine ganz simple Frage: wo ist für euch der Unterschied?

Die Erläuterung ist ein wenig komplizierter - ausformuliert lautet meine Frage: wo ist der Punkt, an dem ihr etwas zwar von euch aus tut, es aber niemand von euch erwarten kann?
Handlungsweisen, Gefälligkeiten, was auch immer - mich interessiert der Punkt, an dem ihr entrüstet wäret wo es jemand als Selbstverständlichkeit oder auch nur Dienstleistung erwartet, wo ihr es aber von euch aus (hin und wieder) gerne und freiwillig tut.


Nachfolgend zwei Beispiele.

1) normalerweise lasse ich mich für das Erstellen von Websites bezahlen - und ich würde hämisch lachen, würde jemand von mir erwarten, das umsonst zu tun. Es gibt aber durchaus Fälle, in denen ich von mir aus anbiete, das umsonst zu tun - weils mir die Sache wert zu sein scheint, weils sich richtig anfühlt.

2) nie im Leben würde ich auf die Idee kommen mich als Altenpfleger und -begleiter verdonnern zu lassen - ist so garnicht mein Bereich, als Job wäre es für mich eine Katastrophe - aber wenn sich wie letzt die Situation ergibt... ja, dann lasse ich meinen eigenen Einkaufswagen stehen, verpasse alle geplanten Termine und nehme mir ne Stunde Zeit eine alte Dame beim einkaufen zu begleiten. Fordern hätte das niemand von mir können - ich hätte einfach nur den Kopf geschüttelt - aber in dem Fall schien es mir richtig.


Vielleicht erklärt das ein wenig die Frage: was sind für euch solche Schnittpunkte, die niemand von euch fordern kann, die ihr aber unter Umständen selber, aktiv und willentlich betretet?
Damit meine ich jetzt nicht so intime Sachen wie "Sex haben" - sondern eben wirklich eher alltägliche Handlungsweisen, die ihr normalerweise nicht begehen würdet, dann aber unter gewissen Umständen eben doch.
 

Benutzer155480  (39)

Sehr bekannt hier
Ich berate gerne andere Leute in punkto Nähen - Techniken, Schnittmuster, historische Geschichte des Nähens. Aber niemand kann von mir erwarten, dass ich ihm etwas nähe, was er/sie selbst nicht schafft oder worauf er/sie keine Lust hat. Den Fehler habe ich mal gemacht und fast die Lust an meinem liebsten Hobby verloren.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Auch wenn ich ein sehr hilfsbereiter Mensch bin, finde ich es generell ziemlich unschön, wenn andere Menschen von mir irgendwelche Dinge erwarten und fordern. - Insbesondere, wenn sie nicht auf Gegenseitigkeit beruhen.
Eine klar definierte Grenze habe ich da aber nicht.
 

Benutzer71015  (40)

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich sag's mal so:
Je näher man mir steht, desto mehr kann man von mir erwarten.
Alles andere ist extrem situationsabhängig.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Je näher man mir steht, desto mehr kann man von mir erwarten.
Jap, das ist definitiv ein sehr wichtiger Punkt - aber für mich gibt es noch unabhängig davon Punkte, wo ich zwar mal von mir aus sage "ist ok", die aber keiner von mir fordern kann.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Da ich immer Angst hab, eine Enttäuschung für andere Leute zu sein, halte ich die Erwartungshaltung mir gegenüber bewusst niedrig. Keiner erwartet also irgendwas von mir, und alle freuen sich dann, wenn ich mal den Müll raustrage :upsidedown:
 

Benutzer135968 

Sehr bekannt hier
einen ausgeben. gewissen personen helfen, wenn sie mal hilfe brauchen, wenn ich vorort bin. aber zu jeder zeit, immer bereit zu sein, allen zu helfen, die hilfe brauchen, dass würde mir irgendwann sicher zu viel werden. sowas wie anderen die tür aufhalten, wenn ich nicht in eile bin, mach ich immer. oder den platz frei machen, wenn sie darum bitten. ich biete den platz dann nicht jedem sofort an, nur weil jene person zB in den bus steigt. aber zB als mitarbeiter in einem kaufhaus, würde ich nicht jedem kunden sagen. kann ich ihnen helfen? (ich kann sowas selbst nicht leiden, wenn das andere tun) helfen tu ich aber immer, wenn ich kann.
 
B

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Uh, der Nerv trifft einen Punkt. Vor einigen Wochen verstarb mein Vater und man hat von mir erwartet, dass ich auf die Beerdigung gehe. Nur war ich da gerade in den Ferien und liess das daher sausen - zumal es kein Geheimnis war, dass unser Verhältnis mies gewesen ist. Meine Mum hatte Verständnis, die restliche Familie fand mein Verhalten zum Teil daneben...


Jedenfalls: Ich hasse Erwartungen an mich. Ich gebe, wenn ich mag, sehr gern, aber das ist eben abhängig von meiner Laune und ob ich auch gerade etwas zu geben habe. Es kam schon zu oft vor, dass meine Grosszügigkeit missbraucht worden ist und deswegen bin ich vorsichtig mit Erwartungen. Zum Glück habe ich mich gegen Kinder und andere Verpflichtungen entschieden, so muss ich gar nicht viel von mir mitgeben. Konkret bin ich aber zu folgenden Taten bereit - so lange ich davon ausgehen kann, dass das auch für mich gilt:

- Beim Umzug / bei der Renovierung helfen
- Dass man als Freund bei mir übernachten kann, wenn man nach Berlin kommt
- Hilfsarbeiten im vernünfigem Umfang, fürdie ich qualifiziert bin (eine Website bedeutet sehr viel Aufwand und das würde ich z.B. schon nicht tun, allenfalls eine Einführung geben. Ist aber eh nicht so mein Gebiet)
- Mal was dem Nachbar ausleihen von unter 100 Euro Wert

Sowas halt. Wie erwähnt, man hat mich schon oft ausgenommen, weil ich mal wesentlich grosszügiger mit meinem Geld, meiner Zeit und meiner Geduld umging. Ich bereue diese Zeit; wenn man zu viel anbietet, lockt es garantiert die falschen Leute an. Die "Guten" halten sich sowieso eher zurück und man muss ihnen die Hilfe fast aufzwingen.
 

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
Mhmm. Ich denke erwarten kann man von mir Dinge, die vorher in irgendeiner Form vereinbart wurden. Also ich stehe zu meinem Wort und wenn ich das nicht kann, dann nur aus wirklich gewichtigen Gründen. Mein Wort gebe ich nur für Dinge, die ich auch einzuhalten bereit bin und je näher mir jemand steht, desto mehr bin ich bereit zu geben.

Darüber hinaus gibt es im Grunde kaum Grenzen. Wenn ich selbstbestimmt und aus freien Stücken Dinge tun kann, von denen (auch) andere proftieren, bin ich bereit unter Umständen auch alles zu geben, bis an meine Grenzen und darüber hinaus. Auf Forderungen á la "Das gehört sich aber so!" reagiere ich schon ziemlich allergisch. Ich lasse mir ungern Dinge diktieren und vorschreiben, leide an latenten Autoritätsproblemen und liebe meine Freiheit und Selbstbestimmung. Lässt man mich aber von mir aus Dinge tun, gebe ich sehr gerne und eine Menge.
 

Benutzer162121  (36)

Benutzer gesperrt
Interessantes Thema, ich kann das auch gar nicht so einfach beantworten.
Erwarten kann man von mir Respekt. Zumindest bis zu dem Punkt, wo man eben diesen auch mir entgegenbringt. Das ist einfach so ne generelle Haltung von mir.
Abgesehen davon kommt es immer drauf an, wie gerne ich jemanden habe, oder was ich mir davon verspreche. Danach richtet sich dann, was ich bereit bin zu geben. Erwarten sollte aber keiner was, das kann ich nicht leiden. Ich handle aber viel nach dem Prinzip "Eine Hand wäscht die Andere".
 

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
Interessantes Thema, ich kann das auch gar nicht so einfach beantworten.
Erwarten kann man von mir Respekt. Zumindest bis zu dem Punkt, wo man eben diesen auch mir entgegenbringt. Das ist einfach so ne generelle Haltung von mir.
Ja, das stimmt. Eine grundsätzliche Achtung vor meinem Gegenüber, darf man von mir erwarten. Übrigens bedingungslos. Also auch, wenn sich jemand aus meiner Sicht respektlos mir gegenüber verhält, veranlasst mich das nicht dazu, den Anderen "Auge um Auge, Zahn um Zahn" genauso zu behandeln. Ich möchte nicht, dass ein Anderer diese Macht über mich hätte. Selbst wenn mir innerlich wünsche, dass mein Gegenüber bitte sofort zu Staub zerfallen möge, würde ich ihn (bewusst zumindest) nicht so behandeln.
 

Benutzer133456  (50)

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Bei mir sind diese beiden Dinge so in etwa gleich.
Ich bin der geborene Therapeut/ Priester/ Troester, hoere ich immer wieder, und finde ich auch. Fuer mich sind alle Menschen irgendwie arm dran und beduerfen Trost. Und ich gebe den staendig, ungefragt, unwillkuerlich; kann gar nicht anders. Die einzigen, die mich nicht ertragen koennen, sind die, die sich einen Sport daraus machen, ohne Anlehnungsbeduerfnis an andere durchs Leben zu kommen. Wenn ich solchen begegne, erinnern die mich immer an fauchende Katzen, die sich graesslich vor irgendwas ekeln (vor mir eben). Und irgendwie bringt mich das dann zum Lachen. Vielleicht, weil sogar solche Leute arm dran sind, genau deswegen...
:engel:
 
B

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Gast
Also auch, wenn sich jemand aus meiner Sicht respektlos mir gegenüber verhält, veranlasst mich das nicht dazu, den Anderen "Auge um Auge, Zahn um Zahn" genauso zu behandeln. Ich möchte nicht, dass ein Anderer diese Macht über mich hätte. Selbst wenn mir innerlich wünsche, dass mein Gegenüber bitte sofort zu Staub zerfallen möge, würde ich ihn (bewusst zumindest) nicht so behandeln.
Wie oft nehme ich mir das auch vor... und wie oft scheitere ich daran. Trotzdem eine sehr gute Strategie, ich wünschte, ich könnte öfter über meine Wut hinweg blicken.
 

Benutzer162121  (36)

Benutzer gesperrt
Ja, das stimmt. Eine grundsätzliche Achtung vor meinem Gegenüber, darf man von mir erwarten. Übrigens bedingungslos. Also auch, wenn sich jemand aus meiner Sicht respektlos mir gegenüber verhält, veranlasst mich das nicht dazu, den Anderen "Auge um Auge, Zahn um Zahn" genauso zu behandeln. Ich möchte nicht, dass ein Anderer diese Macht über mich hätte. Selbst wenn mir innerlich wünsche, dass mein Gegenüber bitte sofort zu Staub zerfallen möge, würde ich ihn (bewusst zumindest) nicht so behandeln.
Finde ich sehr gut die Einstellung.
 
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