Warum hat er für die Beziehung nicht gekämpft?

Benutzer65998 

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Hallo liebes Forum,

ich hatte zu dem Thema schon eine Umfrage erstellt, aber ich glaube, ich würde euch gerne einmal nach euren Meinungen hinsichtlich einiger individuellerer Probleme fragen. Deshalb hier also der Thread.

Die Kurzversion: Mein Freund beendet unsere mehrjährige Fernbeziehung und löscht daraufhin alle Kontaktmöglichkeiten, nur kurze Nachrichten über Whatsapp sind gelegentlich noch möglich (wobei das jetzt auch nicht mehr der Fall ist). Es gibt keine Aussprache, nichts. Das Ganze passiert nach einer anfänglichen kurzen "Beziehungspause" an meinem Geburtstag, an den er da nicht mehr gedacht hatte.

Mögliche Gründe: 1. Er glaubt, dass ich ihn betrügen würde/betrogen hätte und er mir deshalb nicht mehr vertrauen kann. Dafür gab es aber nie einen Grund, aber er glaubte mir nicht. 2. Wir hatten deshalb oft Streit in den letzten Monaten der Beziehung. Ich selbst hatte in dieser Phase viele jobtechnische Probleme, d.h. ich war auch nicht immer der pure Sonnenschein und seine Eifersuchtsdramen und permanente kontrollierende Nachfragen, wo ich mit wem sei und ob ich mal schnell ein Selfie schicken könne, trugen nicht gerade zu meiner Stabilität bei. 3. Ich wollte mehr Verbindlichkeit in der Beziehung, wir haben uns ohnehin nur sehr selten gesehen, er war da immer sehr unsensibel und sagte mir ständig, dass für ihn aktuell gerade nur die Jobsuche eine Rolle spielen würde. Ich sei ihm nicht unwichtig, aber nicht das wichtigste in seinem Leben. Dass es mir dabei nur mal um einen gemeinsamen Urlaub ging bzw. eine langfristige Perspektive war klar, er hat sich da aber trotzdem permanent unter Druck gesetzt gefühlt.

Mein Hauptproblem ist: Ich habe so viel für ihn getan und gleichzeitig erduldet in dieser Beziehung, so viel, was Verzicht angeht, so viel, was unsere gemeinsame Zeit anbelangt, dass ich es so wahnsinnig gemein finde, dass er diese Beziehung beendet. Und dabei meine ich nicht, dass er mir etwas schulde und das deshalb nicht tun dürfe. Sondern vielmehr habe ich ja auch die Probleme in unserer Beziehung gesehen. Aber ich habe mich dafür entschieden, für uns zu kämpfen und alles für uns zu geben. Warum hat er das nicht getan? Warum hat er nicht halb so viel Mut wie ich bewiesen, warum hat er mich einfach in einem Scherbenhaufen zurückgelassen?

Warum tut jemand soetwas? Und vor allem auf eine so feige Art und Weise? Warum habe ich seiner Meinung nach soetwas verdient?

Ein weiteres Problem ist: Das Ganze fühlt sich für mich wie eine komplette Niederlage an. Ich bin fast 29 und er war erst mein zweiter Freund. Meine erste Beziehung lief sechs Jahre lang und wir sind bis heute gut befreundet, aber damals ging es aus verschiedenen Gründen nicht weiter. Es gab nie böses Blut zwischen uns. Ich war immer so stolz, nicht blindlings in eine neue Beziehung zu stolpern, sondern meine Partner im Hinblick auf eine Langzeitperspektive gut ausgewählt zu haben. Das erste "Scheitern" war schon nicht so toll, aber da waren wir beide der Meinung, an den Umständen einfach nichts mehr ändern zu können. Mein zweiter Freund wusste daher ganz genau, wie wichtig mir der Status unserer Verbindung ist. Erst Monate nach unserem Kennenlernen habe ich mich zu einer Beziehung mit ihm entschlossen, obwohl er mir natürlich von Anfang an gefiel. Erst da wusste ich, dass mehr zwischen uns war als bei einer Affäre oder einer Romanze (die ich vor ihm natürlich auch hatte). Ich sagte ihm, dass ich eine Beziehung mit ihm nur unter der Voraussetzung einginge, dass das etwas Ernsthaftes sei, etwas, für das es sich zu kämpfen lohne. Ich habe da mein Versprechen auch stets eingelöst. Immer. Ich hätte ihn niemals so respektlos fallen gelassen, wie er es getan hat.

Vielleicht ist es auch das, was mich so enttäuscht. Dass ich seine Liebe offenbar nicht wert war. Alle, seine ganze Familie, sagten, dass er so dumm sei, dass er jemanden wie mich nie wieder finden würde. Aber er trennt sich trotzdem.

Und das Schlimmste ist: Das Ganze ist nicht mehr ganz so neu. Und es tut immer noch so wahnsinnig weh. Wie komme ich hin zu dem Gedanken, dass das alles kein Weltuntergang ist. Irgendwie hat das richtig mein Weltbild zerstört. Wenn zwei Menschen beschließen, dass sie zusammengehören, dann verlässt der eine den anderen doch nicht einfach so? Oder? Was habe ich falsch gemacht?
 

Benutzer79820 

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Wie komme ich hin zu dem Gedanken, dass das alles kein Weltuntergang ist. Irgendwie hat das richtig mein Weltbild zerstört. Wenn zwei Menschen beschließen, dass sie zusammengehören, dann verlässt der eine den anderen doch nicht einfach so? Oder? Was habe ich falsch gemacht?

Weil es letztlich kein Weltuntergang ist... So einfach und banal sich das auch anhört...
Denn vor eurer Verbindung hattest Du ein Leben und jetzt wo ihr getrennt seit, hast Du ebenfalls ein Leben.

Das Problem was Du meiner Meinung nach hast, ist das Du versuchst, deinen Exfreund seelisch festzuhalten. Dinge und Menschen sowie auch Gefühle, können sich aber im Laufe der Zeit ändern. So wie Du nicht den Tag festhalten kannst, nur damit es nicht Nacht wird, so kannst Du so etwas auch nicht festhalten. Leider wollen wir Menschen rational gesehen meist die erlebte Vergangenheit wiederholen, damit wir uns wieder glücklich fühlen können.

Liebe soll aber schließlich keine Pflicht oder Zwang sein, sondern vielmehr eine freiwillige romantische Entscheidung und die treffen wir jeden Tag aufs neue. Du möchtest doch keinen Partner an deiner Seite, der nur deswegen mit Dir zusammen ist, weil er gesagt hat, dass er mit Dir gemeinsam kämpfen würde, aber Dich in Wirklichkeit garnicht liebt oder?
So gesehen sei doch froh, nun hast Du die Gelegenheit, einen Menschen zu finden der eben genau das tut.

Wenn ich Dir also jetzt sagen könnte, was Du in Zukunft machen könntest, um solche Szenarien zu vermeiden, würdest Du das vermutlich das als Werkzeug sehen, um die nächste Liebe besser "festhalten" zu können. So funktioniert das aber nicht...
Liebe, Freundschaft, Beruf, ja das Leben an sich birgt immer eben ein Risiko, bei der es niemals eine 100% Sicherheit geben wird.

Sei stattdessen lieber dankbar für die Erfahrung, wer weiss, für was sie noch gut ist :smile:
Der momentane Schmerz den Du fühlst, stelle Dich ihm, denn das wird dein Prozess zur Reifung sein.

Eure Beziehung ist gescheitert, nicht Du als Mensch. Also suche nicht den Fehler nur bei Dir... es sollte eben nicht sein...
Menschen sind eben nun mal unterschiedlich, dass macht uns aus, deswegen kannst Du nicht den gleichen Mut haben wie dein Exfreund. Jeder Mensch ist eben anders und genau deswegen hast Du ihn geliebt, weil er so ist wie er ist.

Widme Dir die Zeit, die Du nun vermehrt nutzen kannst für Dich selbst und erforsche Dich ein wenig, arbeite an Dir, triff Dich mit Freunden, habe deinen Spaß und frage Dich, wieso Du Beziehungen, so einen überdimensionalen Stellenwert beizumessen scheinst (nicht das es falsch ist, aber meist ist der "Fall" dann tief...), denn deine Suche nach absoluter Sicherheit ist mir direkt ins Auge gefallen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Kraft :smile:
 
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Benutzer65998 

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Du möchtest doch keinen Partner an deiner Seite, der nur deswegen mit Dir zusammen ist, weil er gesagt hat, dass er mit Dir gemeinsam kämpfen würde, aber Dich in Wirklichkeit garnicht liebt oder?
Vielen lieben Dank für deinen Beitrag! Ja, ich weiß eben nicht: Liebt er mich nicht mehr? Oder ist er nur den (seinen) Problemen aus dem Weg gegangen? Das ist für mich gerade so ein Rätsel, was ich nicht lösen kann, und weshalb ich immernoch so unglaublich versucht bin, weiterzukämpfen. Wäre ihm alles so gleichgültig gewesen, hätte er ja möglicherweise nicht so eine Mauer um sich gezogen. Ich kann das einfach nicht verstehen. Er sagte nach der Trennung, jetzt, wo ich nicht mehr in seinem Leben bin, ist er viel ausgeglichener, ist nicht mehr permanent angespannt. Ja, aber hätte man das nicht auch innerhalb der Beziehung ändern können, wenn er sich mir geöffnet hätte? Wenn er doch offenbar Gefühle hat, warum schneidet man jeglichen Kontakt zu dieser Person ab? Das will nicht in meinen Kopf.
Widme Dir die Zeit, die Du nun vermehrt nutzen kannst für Dich selbst und erforsche Dich ein wenig, arbeite an Dir, triff Dich mit Freunden, habe deinen Spaß und frage Dich, wieso Du Beziehungen, so einen überdimensionalen Stellenwert beizumessen scheinst (nicht das es falsch ist, aber meist ist der "Fall" dann tief...), denn deine Suche nach absoluter Sicherheit ist mir direkt ins Auge gefallen.
Ich unternehme tatsächlich viel, habe einen sehr unterstützenden Freundeskreis, habe auch schon den ein oder anderen Mann gedatet. Und es ist gar nicht so, dass es mir so wichtig ist, eine Beziehung zu haben. Ich war zwischen meinen beiden Beziehungen gute drei Jahre Single und war glücklich. Ich bin nur der Meinung: Wenn man eine Beziehung eingeht, dann gehört da doch Verantwortungsbewusstsein dazu oder? Ja, vielleicht suche ich nach Verbindlichkeit, denn wenn ich mich schon auf meinen Partner nicht verlassen kann, auf wen denn dann? Ich brauche dazu auch keinen Ehering, aber doch das Gefühl, wirklich vertrauen zu können. Oder ist genau das in deinen Augen falsch?
 

Benutzer79820 

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Liebt er mich nicht mehr? Oder ist er nur den (seinen) Problemen aus dem Weg gegangen? Er sagte nach der Trennung, jetzt, wo ich nicht mehr in seinem Leben bin, ist er viel ausgeglichener, ist nicht mehr permanent angespannt. Ja, aber hätte man das nicht auch innerhalb der Beziehung ändern können, wenn er sich mir geöffnet hätte? Wenn er doch offenbar Gefühle hat, warum schneidet man jeglichen Kontakt zu dieser Person ab? Das will nicht in meinen Kopf.

Wenn er Problemen aus dem Weg geht, sagt das er ausgeglichener ohne Dich und nicht mehr so angespannt ist, klingt das für mich (entschuldige bitte) nicht wirklich danach, dass er Dich liebt oder siehst Du das anders? Denn sonst würde er doch nicht das als eine Art Last oder Druck empfinden und Dir so erklären. Vielleicht hat er es nur nicht so offen gesagt, aber sein Verhalten jetzt nach eurer Trennung spricht für mich eine eindeutige Sprache. Klar hättet ihr vieles in der Beziehung machen oder verändern können, offensichtlich war nur die Bereitschaft dazu nicht vorhanden. Was wiederrum nicht wirklich dafür spricht, dass er Dich noch liebt. Genauso wie man sich verliebt, entliebt man sich manchmal... Warum das so ist, was die Gründe sind, ob er mittlerweile eventuell eine andere hat oder ob Du das dann im Endeffekt wirklich verstehen kannst oder nicht, sind alles Gründe des Verstandes von denen das Gefühl nicht viel versteht. Durch das Tal bzw diesen Schmerz hindurch zu gehen wirst Du nicht drum herum kommen.

Wenn man eine Beziehung eingeht, dann gehört da doch Verantwortungsbewusstsein dazu oder? Ja, vielleicht suche ich nach Verbindlichkeit, denn wenn ich mich schon auf meinen Partner nicht verlassen kann, auf wen denn dann? Ich brauche dazu auch keinen Ehering, aber doch das Gefühl, wirklich vertrauen zu können. Oder ist genau das in deinen Augen falsch?

Es geht nicht darum, eine Beziehung ernst zu nehmen, sondern viel mehr habe ich den Eindruck, wie Du es bereits selbst schon geschrieben hast, das Du eine Beziehung als verbindlich ansiehst. Was ansich auch nicht weiter schlimm ist, wenn man nicht vergisst, dass man keinen bis auf alle Ewigkeit gültigen Vertrag abgeschlossen hat, der einem die Liebe des anderen garantiert. Wie bereits erwähnt, scheinst Du nach einer Art Sicherheit zu suchen, die aber so garnicht existiert. Und Du scheinst im Vorfeld, bevor sich eine Beziehung anbahnt vergewissern zu wollen, wieviel Risiko deine Liebe die Du investierst möglicherweise bietet. Erst wenn Du von deinem Gegenüber eine positive Rückmeldung darüber bekommst (würde er genauso kämpfen wie ich), gehst Du eine Beziehung ein. Kann es vielleicht sein, dass Du ohne es zu merken, unbewusst eine so sichere Liebe suchst, wie die Nestliebe deiner Eltern?
 

Benutzer90869  (27)

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Er sagte nach der Trennung, jetzt, wo ich nicht mehr in seinem Leben bin, ist er viel ausgeglichener, ist nicht mehr permanent angespannt. Ja, aber hätte man das nicht auch innerhalb der Beziehung ändern können, wenn er sich mir geöffnet hätte?

Wenn es einem am Selbstbewusstsein mangelt und du das Gefühl hast, dass deine Freundin in Wahrheit außerhalb deiner Reichweite liegt, hat man ständig Verlustängste, die sich in Eifer- und Kontrollsucht äußern. Mit der Trennung hat er vielleicht nicht dir, aber sich selbst was Gutes getan, was aber nicht an deiner Person liegt.
 

Benutzer135804 

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warum interessiert dich das überhaupt noch?!ich kenne krankhaft eifersüchtige männer,glaub mir.und daher kann ich dir nur sagen:sei einfach froh,dass du ihn jetzt los bist.
 

Benutzer85989 

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Wenn du deine alte Beziehung und deinen Ex so beschreibst, dann solltest du dir vor Augen halten, was nicht so gut geklappt hat und vielleicht daraus deine Schlüsse ziehen, dass es besser so ist.
Deine Jobprobleme haben dich enorm belastet und egal ob Nah- oder Fernbeziehung, für mich persönlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Partner einen (emotional) unterstützt, aber das hat er nicht getan.
Und auch dass er nicht bereit dazu ist, mit dir über eure Beziehung zu sprechen oder eine Aussprache zu halten und er dir auch noch jegliche Kontaktmöglichkeiten sperrt, sollte dir beweisen, dass du ihm nicht wichtig bist.
Du hast einen guten Freundeskreis und lernst auch neue Männer kennen, nutze das um deine Beziehung zu verarbeiten.
 

Benutzer65998 

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Danke für eure klaren Worte. Ja, ich weiß, ich muss jetzt mal loslassen, aber es ist so schwer. Vielleicht ist das schon so ein bisschen mit Nestliebe zu vergleichen, wobei meine Familie ganz eng ist und ich diese Nestliebe immer noch empfange und quasi immer dahin zurückkehren kann, daran also kein Mangel herrscht. Vielleicht liegt es auch gerade daran, dass er mir so wichtig war und ist, weil für ihn die Familie ebenfalls etwas so Schönes ist wie für mich. Ich hatte immer den Eindruck, dass wir unsere festen Werte teilen. Nun, jetzt ist er weg und irgendwie ein gutes Stück meines Vertrauens auch.

Ich weiß, letztlich ist es mein Problem, weil ich den Perfektionismus, der mir ohnehin im Leben manchmal in die Quere kommt, offenbar auch in meine Beziehungen einbastele. Bei mir gibt's nur die perfekte Beziehung, in der alles glatt läuft und die fürs Ewige bestimmt ist. Und jetzt ist das auf einmal nicht mehr der Fall. Alle sind für mich da und trotzdem habe ich das Gefühl, in den Augen meiner Familie und Freunde als Versagerin dazustehen. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht, wie ich diesen Gedanken abstellen kann.
 

Benutzer79820 

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Warum sollten deinen Freunden oder deiner Familie, die Dir und denen Du so wichtig zu sein scheinst, der Gedanke kommen, dass Du eine Versagerin bist?
 

Benutzer65998 

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Weil ich immer die bin, die genau weiß, was sie will. Die zu Familienfeiern nicht jedes mal jemand Neues mitbringt. Meine Eltern haben meinen ersten Freund gemocht, aber den zweiten geliebt. Erst vor ein paar Monaten sagte mir meine Mutter noch, was ich für eine fantastische Wahl ich doch getroffen hätte. Als ich ihr gesagt habe, dass mein Freund mit mir Schluss gemacht hat, musste ich sie fast mehr trösten als sie mich. Ach, ich weiß auch nicht wie ich das beschreiben soll. Es ist mir eigentlich nicht so wichtig, was andere von mir halten. Aber vielleicht, weil ich mich aktuell selbst so unendlich als Versagerin fühle, denke ich, dass andere das wohl auch von mir denken müssten.
 
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Hast du deiner Mutter auch von seiner Eifersucht und dem Druck den er aufgebaut hat erzählt? Davon, dass er mehr Verbindlichkeit, die du gern gehabt hättest, ausgeschlagen hat? Von seiner magelnden Unterstützung / Rücksicht ? Und der fehlenden Bereitschaft, mit dir an diesen Problemen zu arbeiten?

Denn wenn ich das so lese, dann ist das nicht der Schwiegersohn, den ich mir wünschen würde.
 

Benutzer79820 

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Weil ich immer die bin, die genau weiß, was sie will. Die zu Familienfeiern nicht jedes mal jemand Neues mitbringt. Meine Eltern haben meinen ersten Freund gemocht, aber den zweiten geliebt. Erst vor ein paar Monaten sagte mir meine Mutter noch, was ich für eine fantastische Wahl ich doch getroffen hätte. Als ich ihr gesagt habe, dass mein Freund mit mir Schluss gemacht hat, musste ich sie fast mehr trösten als sie mich. Ach, ich weiß auch nicht wie ich das beschreiben soll. Es ist mir eigentlich nicht so wichtig, was andere von mir halten. Aber vielleicht, weil ich mich aktuell selbst so unendlich als Versagerin fühle, denke ich, dass andere das wohl auch von mir denken müssten.

Das ist ja alles schön und gut, aber Du tust gerade so, als würdest Du für zwei Menschen entscheiden bzw. dafür die Verantwortung übernehmen können. Du wolltest ja, aber dein ehemaliger Partner eben nicht und daran kannst Du nichts ändern, weder mit Worten noch mit Taten lässt sich diese Liebe entfachen, wenn sie nicht so schon freiwillig vorhanden ist.

Ich bin der Meinung, bei dem was Du geschrieben hast, ein Muster zu erkennen. Du suchst tatsächlich die verlässliche Nestliebe deiner Eltern in einer Beziehung mit deinem Partner. So "sicher" diese Nestliebe deiner Familie auch ist, sollte Dir aber auch bewusst sein, dass sich so eine Sicherheit nicht auf eine Beziehung übertragen lässt. Wie ich bereits geschrieben habe, besteht immer ein gewisses Restrisiko.

Nur weil Beziehungen scheitern können und Du lieber nur 1 statt 2-3 Beziehungspartner deiner Familie vorgestellt hättest, brauchst Du Dich deswegen weder schlecht zu fühlen noch auf die irrsinnige Idee zu kommen, dass deine Famile oder Freunde jetzt schlecht von Dir denken könnten.

Vielleicht hat deine Familie auf die Trennung deines Partner so reagiert, weil sie genau wissen, wie tief verletzt Du innerlich deswegen bist, was denen wiederrum ebenfalls weh tut. Solche Dinge passieren eben, man kann sich vor seelischen Schmerzen nicht völlig schützen.

Verliere bitte nur nicht den Mut für deine nächste Beziehung, auch wenn Du glaubst das Urvertrauen verloren zu haben, denke ich das Du mir zustimmst, wenn ich sage, dass jeder neue Partner eine neue Chance verdient und nicht für die Altlasten deiner bisherigen Beziehungen zu leiden hat.
 

Benutzer65998 

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Das ist ja alles schön und gut, aber Du tust gerade so, als würdest Du für zwei Menschen entscheiden bzw. dafür die Verantwortung übernehmen können. Du wolltest ja, aber dein ehemaliger Partner eben nicht und daran kannst Du nichts ändern, weder mit Worten noch mit Taten lässt sich diese Liebe entfachen, wenn sie nicht so schon freiwillig vorhanden ist.
Nein, wenn keine Liebe mehr da ist, ist es natürlich quasi unmöglich, sie wieder zu entfachen. Allerdings hatten wir schon ein paar Mal die Situation, dass ich in schwierigen Situationen sehr um uns gekämpft habe und wir wieder zurück gefunden haben in eine liebevolle Beziehung. Wenn ihn Dinge so wütend oder verzweifelt machen, dass ich kaum an ihn herankomme, ist das erfahrungsgemäß eine Phase, die nichts mit (mittelfristigem) Gefühlsverlust seinerseits zu tun hat. In der akuten Situation ist er jedoch gefühlskalt und legt dann eine "Mir ist alles egal"-Haltung an den Tag. Die Male, die das passiert ist und ich ihn nicht habe fallen lassen, war er später sehr dankbar und sagte mir, dass ich ihn nie aufgeben solle, er könne selbst nicht verstehen, warum er so extrem reagiere.

Nun, die Frage, die sich mir gerade stellt, ist eigentlich eher, warum ich immer noch dazu geneigt bin, mir den "Rückeroberungsstress" zu geben. Ich sollte ja eigentlich jetzt mal aufwachen, aber ich fühle mich immer noch so ohnmächtig. Zumal Novembermöwe ja völlig recht hat:
Hast du deiner Mutter auch von seiner Eifersucht und dem Druck den er aufgebaut hat erzählt? Davon, dass er mehr Verbindlichkeit, die du gern gehabt hättest, ausgeschlagen hat? Von seiner magelnden Unterstützung / Rücksicht ? Und der fehlenden Bereitschaft, mit dir an diesen Problemen zu arbeiten?
Er ist alles andere als perfekt, aber es war so aufregend mit ihm, nie langweilig, vielleicht gerade weil er kein ganz einfacher Mensch war. Vielleicht ist es eher der Lifestyle, den ich mit ihm geführt habe, den ich jetzt so unheimlich vermisse. Zu wissen, dass ich mich nicht alle paar Wochen mal aus Deutschland zu ihm wegstehlen kann. Das Exotische, die andere Kultur. Das fehlt mir wahrscheinlich genauso sehr, wie er. Und das ist bestimmt auch ein Grund, weshalb ich mir gerade eine ganz normale Beziehung mit jemand anderem, in der man wirklich einen Alltag miteinander teilt, so schwer vorstellen kann.

Schon verrückt. Ich wäre am Liebsten immer bei ihm gewesen, wollte ja auch, dass wir uns geregelter sehen. Aber jetzt im Nachhinein sieht so vieles von dem, was ich früher als schlimm empfand, doch sehr rosig aus. Ich kapier's nicht.
 

Benutzer79820 

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Nein, wenn keine Liebe mehr da ist, ist es natürlich quasi unmöglich, sie wieder zu entfachen. Allerdings hatten wir schon ein paar Mal die Situation, dass ich in schwierigen Situationen sehr um uns gekämpft habe und wir wieder zurück gefunden haben in eine liebevolle Beziehung. Wenn ihn Dinge so wütend oder verzweifelt machen, dass ich kaum an ihn herankomme, ist das erfahrungsgemäß eine Phase, die nichts mit (mittelfristigem) Gefühlsverlust seinerseits zu tun hat.

Sorry wenn sich das etwas böse anhört, aber das klingt ein wenig nach, es sich "schön reden" wollen. Denn die Gefahr dabei ist, dass Du ein endgültigen Schlussstrich niemals anerkennen wirst, da Du immer aufgrund deiner bisherigen Erfahrungswerte mit ihm glaubst, dass es wieder nur eine Phase ist... Um es mal anders zu formulieren, glaubst Du, das so ein Verhalten bzw. Umgang auf Dauer und auch mehrmals von einer gesunden Beziehung zeugt?

Nun, die Frage, die sich mir gerade stellt, ist eigentlich eher, warum ich immer noch dazu geneigt bin, mir den "Rückeroberungsstress" zu geben. Er ist alles andere als perfekt, aber es war so aufregend mit ihm, nie langweilig, vielleicht gerade weil er kein ganz einfacher Mensch war.

Denn "Rückeroberungsstress" gibst Du Dir, weil Du wahrscheinlich denkst, einen Hengst zähmen zu können, dass macht das Ganze wiederrum so attraktiv für Dich. Deshalb kommst Du vermutlich auch nicht von ihm los...

Das fehlt mir wahrscheinlich genauso sehr, wie er. Und das ist bestimmt auch ein Grund, weshalb ich mir gerade eine ganz normale Beziehung mit jemand anderem, in der man wirklich einen Alltag miteinander teilt, so schwer vorstellen kann.

Allerdings ist es auch nicht sinnvoll, dass Du Dir soviele Gedanken über deine Vorstellungskraft machst, denn momentan "klammerst" Du Dich noch zu sehr an deinen ehemaligen Partner und möchtest ihn nicht einfach loslassen und findest dafür sogar Gründe. Denn bevor Du solche Gedanken hegst, wo Du nicht wissen kannst, was Du bei einer neuen Person alles kannst und was nicht, würde ich erstmal die Probleme an Dir selbst in Angriff nehmen, denn die sind nicht so unwesentlich. Machst Du das nicht, werden sich solche oder ähnliche Situationen immer und immer wiederholen, bist Du glaubst, dass der Zustand des "Ohnmachtsgefühls" normal ist.
 
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Benutzer65998 

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Ich habe nun noch einmal über alles nachgedacht (danke, The-Finest The-Finest für deinen sehr konsequenten Einsatz) und bin nun so weit, dass ich ihm gerne einen Brief schreiben möchte. Einen Brief, in dem ich einfach all meinen Gefühlen einmal freien Lauf lassen möchte, weil ich das ja bislang noch nicht konnte, da er mich ja nicht angehört hat. Es soll kein Abschiedsbrief sein, ich möchte einfach nur, dass er weiß, was er mir bedeutet hat und was er mir noch immer bedeutet. Dass ich so, wie es jetzt ist, nicht loslassen kann. Und dass ich mir deshalb von ihm etwas erhoffe. Entweder, dass er uns noch eine Chance gibt, oder, dass er mir einen ernsthaften und aufrichtigen Brief zurück schreibt und mir erklärt, was genau passiert ist, dass nun alles vorbei sein muss.

Er beginnt morgen seinen Militärdienst und sein Bruder gab mir die Adresse der Kaserne. Er hofft sehr, dass wir es wieder hinkriegen. :cry: Und jetzt finde ich mich gerade selber dumm. Eigentlich sollte ich mir deswegen ja keine Hoffnungen machen. Aber ich habe jetzt seit einer Stunde zum ersten Mal seit Wochen keinen physischen Herzschmerz mehr.

Vielleicht ist der Brief ja eine gute Idee. Hat damit schon einmal jemand gute Erfahrungen gemacht, entweder, um die Beziehung besser verarbeiten oder um die Beziehung wieder aufleben lassen zu können?
 
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Wär glaub ich eher nicht so meins :zwinker:

Aber: Für wie wahrscheinlich hältst du es, dass er reagiert, nachdem er dir deine Antworten bist jetzt schuldig geblieben ist?
Und wie reagierst du, wenn nichts zurück kommt oder nicht das, was du dir erhoffst?

Und: Würde es dir vielleicht auch helfen, den Brief einfach nur zu schreiben und nicht abzuschicken?
 

Benutzer65998 

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Naja, ich dachte, ich nutze auch gleich mal die Gelegenheit und packe ein paar Fotos von uns dazu... Vielleicht erinnert er sich ja dann daran, dass es eigentlich keinen Grund gab, das alles auf diese Art und Weise zu beenden.

Gerade bilde ich mir ein, dass selbst, wenn nichts zurück käme, ich mir dann wirklich für immer sagen könnte, dass ich alles versucht hätte. Dass ich ihm einmal alles, was ich zu diesem Thema zu sagen habe, losgeworden bin. Und dass ich dann kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, weil er nicht vertrauen kann oder konnte. Ich konnte ihm ja nie wirklich sagen, dass es mich verletzt, dass er mir unterschwellig Dinge vorwirft, die nicht stimmen. Und deshalb muss ich diesen Brief auch abschicken, ich muss ihm irgendwie diese Rückmeldung geben.

Ich habe die Hoffnung, dass er nun wieder so weit klar denken kann, dass er entweder seinen Fehler einsieht oder dass er mir rational seine Gründe für eine Trennung mitteilt. Aktuell habe ich das Gefühl, weil seine letzten Handlungen so wirken, als hätte ich die letzten drei Jahre mit einem Kleinkind verbracht. Ich will, dass er sich dann wenigstens jetzt wie ein Erwachsener verhält und dieses Gefühl des Bereuens und Versagens auf meiner Seite endlich verschwindet. Ich will, dass die Jahre mit ihm, auch wenn das alles ist was uns bleibt, nicht umsonst waren, nicht verschwendet mit jemandem, der keinen Respekt in sich trägt.

Ich weiß nicht, ob das verständlich ist, aber ich habe gerade die Hoffnung, dass es helfen könnte...
 

Benutzer79820 

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Naja, ich dachte, ich nutze auch gleich mal die Gelegenheit und packe ein paar Fotos von uns dazu... Vielleicht erinnert er sich ja dann daran, dass es eigentlich keinen Grund gab, das alles auf diese Art und Weise zu beenden.

Das wirkt auf mich so, als wolltest Du ihn beeinflussen (eine Reaktion erzwingen), was seine Einstellung zu Dir betrifft. Aber nochmal, was nützt es Dir, wenn er zu Dir zurück kommen würde, aufgrund deines offengelegten Briefes und deiner erbettelten Zurücknahme, wenn er von selbst nicht darauf kommt und es möglicherweise garnicht will?

Gerade bilde ich mir ein, dass selbst, wenn nichts zurück käme, ich mir dann wirklich für immer sagen könnte, dass ich alles versucht hätte. Dass ich ihm einmal alles, was ich zu diesem Thema zu sagen habe, losgeworden bin. Und dass ich dann kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, weil er nicht vertrauen kann oder konnte. Ich konnte ihm ja nie wirklich sagen, dass es mich verletzt, dass er mir unterschwellig Dinge vorwirft, die nicht stimmen. Und deshalb muss ich diesen Brief auch abschicken, ich muss ihm irgendwie diese Rückmeldung geben.

Ich denke, dass Du Dir da etwas in den Kopf gesetzt hast, von dem Du selbst gefühlsmäßig überzeugt bist, nochmal etwas bewirken zu können.

Ich habe die Hoffnung, dass er nun wieder so weit klar denken kann, dass er entweder seinen Fehler einsieht oder dass er mir rational seine Gründe für eine Trennung mitteilt.

Er hat Dir doch den Grund genannt und zwar weil er Dich nicht mehr liebt. Auch wenn er das nicht verbal so direkt getan hat, so spricht seine Handlung eine eindeutige Sprache oder warum sollte er sich sonst trennen?

Aber wenn es Dir gut tut, dann schreibe diesen Brief, ich hoffe sehr für Dich, dass Du danach loslassen kannst auch wenn keine Resonanz erfolgen sollte...

Alles Gute :smile:
 

Benutzer20579  (37)

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Nimm es mir nicht übel, aber ich habe das Gefühl, dass du dir ein ziemliches Scheinkonstrukt von "Es hätte doch so schön sein können" aufbaust, was gar nicht so viel mit der Realität zu tun hat.

Ich bin der Meinung, dass ihr beide ziemliche Probleme habt, an denen ihr jeweils für euch arbeiten müsst, um jemanden zu finden, der am Ende vielleicht besser passt.

Denn mal ehrlich: Einem krankhaft eifersüchtiger Freund, der sagt, dich nicht zu lieben, der sagt, dass es ihm ohne dich besser geht - dem willst du allen Ernstes noch einen Brief hinterherschicken, damit er einsieht, was er an dir hatte? Wie liest sich das objektiv für dich, wenn du mal davon absiehst, dass es deine Beziehung ist?

Für mich klingt es sehr alarmierend. Und was du als "für die Beziehung kämpfen" beschreibst, klingt für mich nach dem verzweifelten Versuch, etwas festzuhalten, was dir entgleitet. Du definierst dich sehr darüber, wieviel du für ihn gekämpft hast. Möchtest du das? Jemanden, den du immer nur mit Kampf und Kraft bei dir halten kannst, und der dir dann noch ins Gesicht, sagt, dass du nicht das Wichtigste in seinem Leben ist? Ich finde das total demütigend. Wieso lässt du dir das bieten? Und redest dir dann noch ein, dass er das nicht sage, weil er es so meint, sondern weil er überfordert ist? Das klingt doch gruselig, findest du nicht? Wärst du meine Freundin, ich würde dich schütteln und nicht noch sagen: "Ach, ihr wart das perfekte Paar! Wie schade!"

Ich habe den Eindruck, dass du für den Schein - für dich (!) und dein Umfeld - bereit bist, enorme Abstriche zu machen, echte Alarmzeichen abzutun, um dann für dich und alle anderen die -vermeintlich- perfekte Beziehung zu leben.

Dass dein Umfeld auf die Trennung geschockt reagiert und möchte, dass ihr euch wieder zusammenrauft, ist klar - die kennen ja nur die geschönte Version. Und du fühlst dich durch deren Reaktion in dieser Version bestärkt, dabei stellt diese Version gar nicht eure Beziehungsrealität dar.

Nach meiner Erfahrung - vor allen Dingen mit mir selbst - ist für Menschen, die perfektionistisch sind, die sich gerne festbeißen und etwas "hinkriegen" wollen, die Tatsache, dass etwas mal nicht klappt, das schlimmste, was passieren kann. Du bist es gewöhnt, Dinge hinzukriegen. Das ist auch eine Frage von Macht und Kontrollgefühl: Deine Beziehung, du willst sie hinkriegen. Dass er da jetzt nicht mitmachen möchte, stellt dich vor einen bodenlosen Abgrund. Die eigene Ohnmacht, das Gefühl, selbst zu versagen, das ist in solchen Situationen einfach übermächtig.

Nachdem meine letzte Beziehung auch eher unglücklich zu Ende gegangen ist, hatte ich das Problem auch. Ich weiß nichtmals, was schlimmer war: Der Liebeskummer und die Trauer oder das Gefühl des eigenen Scheiterns. Das Gefühl, nicht alles versucht zu haben, ob man noch hätte mehr machen können, WAS man noch hätte mehr machen können.

Was du dir aber klar machen musst: Eine Beziehung besteht aus zwei Leuten. Kontrollieren kannst du dich und dein Verhalten, seins nicht. So gern du es möchtest. Eure jeweiligen Verhaltensmuster sind eigentlich geprägt von Verlustangst und Angst vor Kontrollverlust. Er hat seine Notbremse gezogen und möchte es nun alleine probieren. Er hat den Effekt, den mancher beschreibt, der aus solch einer Bindung kommt: Er hat das Gefühl, frei atmen zu können, fühlt sich weniger gestresst. Und du stehst orientierungslos da und möchtest an dem festhalten, was ihr hattet.

Ich glaube persönlich nicht, dass du dir diese Beziehung zurückholen solltest. Ich glaube nicht, dass du noch Briefe schreiben und Bilder verschicken solltest, damit er "sieht, was er verloren hat". Ganz ehrlich, glaubst du, es wäre eine gute Idee? Glaubst du ehrlich, ihr könntest zurück? Dahin, wo alles "so perfekt war"? Wann war das eigentlich? Ich habe damals im Rückblick gemerkt, dass der Zeitraum, von dem ich dachte "damals war doch alles sooo toll!" recht überschaubar war. Und man darf sich nichts vormachen: Mit Menschen, bei denen die Beziehung eine Achterbahnfahrt de Gefühle ist, kommen einem die guten Momente noch toller vor, einfach, weil der Kontrast zu den üblen Momenten und dem ganzen Stress so groß ist. Da werden dann auch unendlich Hormone freigesetzt, man fühlt sich, wie beim ersten Date und ist total glücklich. Die Ernüchterung folgt aber unweigerlich.

Für Menschen, die es gewohnt sind, alles hinzukriegen, alles zu können und alles zu erreichen und die über einen großen Perfektionismus verfügen, ist es die größere Aufgabe, etwas loszulassen, was gescheitert ist, als sich an etwas festzubeißen, von dem sie glauben, es noch hinkriegen zu können. Von daher glaube ich, dass man an der Aufgabe, loszulassen, enorm wachsen kann.

Und ich kann sagen: Es gibt auch Männer, mit denen es einfach ist. Und dann fragt man sich, warum man das nicht ein paar Jahre früher haben konnte. :zwinker:
 
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Benutzer68742 

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Für mich klingt das, was du bisher über eure Beziehung geschrieben hast, auch nicht so rosig, aber da hat eigentlich The-Finest The-Finest eigentlich auch schon alles zu gesagt, was mir durch den Kopf ging. :smile:

Zum der Sache mit dem Brief:
Nachdem sich mein Freund nach anderthalb Jahren von mir trennte, war ich auch erst in so einer Phase, wo ich um die Beziehung "kämpfen" wollte, ohne Sinn und Verstand quasi :zwinker: Die Trennung lief sehr schnell zwischen Tür und Angel ab und es gab so viele Dinge, die mir durch den Kopf gingen. Also hab ich ihm auch irgendwann einen Brief geschrieben, einen ziemlich langen sogar. Und er hat geantwortet. Wir haben dann bestimmt 6 bis 7x hin und her geschrieben und so noch einiges klären können. Anschließend daran konnte ich die Trennung dann auch akzeptieren und inzwischen bin ich SO froh darüber, weil man sich in den emotionalen Momenten nur an das Schöne erinnert kann und will. Aber mit etwas Abstand erkennt man dann, wie furchtbar das eigentlich war und wie viel Glück man hat, davon nun befreit worden zu sein. :engel:
Auf gemeinsame Fotos usw. würde ich trotzdem auf jeden Fall verzichten bei dem Brief. Versuch so weit es geht sachlich zu bleiben und die Sachen auf den Punkt zu bringen, die dir keine Ruhe lassen, die du von ihm noch wissen willst. Wenn du versuchst, zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken, fühlt er sich womöglich unter Druck gesetzt und antwortet gar nicht erst.

Und auch noch mal im Hinblick auf Dreizehn Dreizehn s Worte: Versuche wirklich, durch den Brief zu einem vernünftigen Abschluss eurer Beziehung zu kommen und nicht, sie krampfthaft wiederbeleben zu wollen. Er wird seine Grund gehabt haben, diesen Schritt zu vollziehen, den solltest du dann auch akzeptieren.
 
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