Verdammt zum Alleinsein? - Leben zum Guten gewendet, für nichts?

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Hallo liebe Leute,

bevor ich mit meinem Problem anfange, möchte ich euch gleich zu Beginn gerne vorwarnen, um einige Dinge zu erklären und ggf. falschen Erwartungen an meinen Beitrag vorzubeugen:
  • Ich würde diesen Beitrag gerne länger schreiben, aber ich weiß, dass sich in unserer Gesellschaft niemand mehr als 15 min. Zeit für ein Problem nehmen wird, das nichts mit dem eigenen Leben zu tun hat. Ich verstehe und akzeptiere, dass die Beschäftigung mit den Problemen anderer Leute eher als Zeitverschwendung gewertet wird. Daher werde ich mich so kurz wie möglich fassen. Sollte irgendetwas deshalb unklar sein, fragt bitte nach, dann erkläre ich es ausführlicher. Ich habe den Text so kurz gestaltet, wie die Verständlichkeit noch gewährleistet ist.
  • Viele von euch werden meinen Beitrag vermutlich als Gejammere auffassen. Bitte bedenkt, dass ich mich nicht an euch wenden würde, wenn ich eine schnelle und einfache Lösung für mein Problem gefunden hätte, und es bloß an der Durchführung haken würde.
  • Diesen Beitrag schreibe ich so, wie ich wirklich denke. Im echten Leben wirke ich anders. Die folgenden Dinge würde ich niemals jemandem im echten Leben kommunizieren. Dementsprechend klar und deutlich werden meine Worte gewählt sein. Behaltet das bitte im Hinterkopf.
  • Bei dem, was ich jetzt schreiben werde, handelt es sich nicht um ein konkretes Problem, sondern um ein ganzes Wollknäuel an Problemen - bei dem sich die einzelnen Fäden so lange miteinander versponnen haben, bis selbst ich dort nicht mehr durchblicke.
Zu meiner Person (damit ihr wisst, um wen es geht):
Ich bin männlich, 28 Jahre alt.
Eltern geschieden, Vater+Mutter+Stiefvater Alkoholiker. Im Kindesalter häufig Gewalt und Kämpfe meiner Eltern miterlebt.
Im Jugendalter großer Notendruck seitens der Eltern. Schlechte Noten wurden mit Liebesentzug bestraft, d.h. ich musste mich jedes mal rechtfertigen und es hing tagelang der Haussegen schief. Ich wurde als Mensch nur dann angenommen, wenn ich die Erwartungen meiner Eltern erfüllte.
Mobbing von der ca. 3. Klasse bis 10. Klasse, in dieser Zeit nur einen Kumpel gehabt, ansonsten sozial isoliert gewesen. Mobbing war phasenweise sehr intensiv (d.h. stadtbekannter Außenseiter, zum Abschuss durch jedermann freigegeben).
Allgemein eher nerdige Interessen. Möglicherweise leicht autistische Ader, weiß ich nicht genau. Hochsensibilität könnte sein (ich nehme viele Details wahr, habe sensible Sinnesorgane, und fühle zudem die Stimmung anderer Menschen sofort), weiß ich ebenfalls nicht genau. Will mich hier aber auch nicht als etwas Besseres darstellen, vermutlich bin ich einfach normal intelligent und schlecht sozialisiert.
Körperlich schon immer dünn und schwach gewesen, kann alles essen ohne zuzunehmen (liegt in der Familie). Dadurch als Partner noch uninteressanter als ich es eh schon bin.

Mein Problem:
Als ich 19 Jahre alt war, war mein Leben schön. Ich hatte eine Langzeitbeziehung mit einer Frau, die mich verstand; einen großen Freundeskreis, bestehend aus ehemaligen Außenseitern, bei denen ich mich angenommen fühlte; und machte gerade mein Abi.

Ich unternahm nahezu täglich etwas mit meiner Freundin und meinen Freunden, und fühlte mich glücklich.

Dann passierten zwei Dinge:
  • Erstens begann ich eine Ausbildung in einer Firma, die ihre Mitarbeiter aufs Übelste auspresste (Demütigungen und >12-Stunden-Tage). Kündigung kam nicht in Frage, da meine Eltern mir das verboten haben (ich hatte damals nicht das nötige Selbstbewusstsein, um mich dem entgegenzustellen). Die Ausbildung ging über fast 2 Jahre, bis ich am Ende meiner Kräfte kündigte.
  • Zweitens betrog mich meine Freundin mit meinem besten Kumpel, und die beiden hetzten durch Lügen meinen Freundeskreis gegen mich auf. Ich verlor mit einem Schlag alles (besten Kumpel, den ich mein ganzes Leben lang gekannt habe; erste Freundin = Langzeitbeziehung von 4 Jahren; Ausbildung durch o.g. Abbruch; Freunde durch die Lügengeschichten). Meine gesamte Zukunftsperspektive war weg.
Mit nunmehr 21 Jahren stand ich allein da. Ich hatte sämtliches Vertrauen in Menschen dauerhaft verloren (jahrelanges Mobbing + der o.g. Verrat, danach glaubt ihr anderen Menschen nicht einmal mehr das Datum). Ich war zudem gezwungen, mich beruflich umzuorientieren. Zumindest zwang mich diese Phase dazu, mich von allen Erwartungen anderer Menschen an mich zu lösen, und mich zum ersten Mal in meinem Leben zu fragen, was ich wirklich will.

Ich begann daraufhin ein Lehramtsstudium für zwei naturwissenschaftliche Fächer. Dieses Studium war so anstrengend, dass ich währenddessen so gut wie keine Zeit für private Dinge hatte. Die Situation empfand ich als belastend, aber im Sinne des Ziels biss ich mich durch. Ich hatte drei kurzfristige Beziehungen (keine davon erreichte den 1. Jahrestag) und wurde erneut betrogen. Ich erreichte nach 5 Jahren meinen Abschluss mit guten Noten, aber auf Kosten dessen, dass ich durch das Studium sozial vereinsamte.

JETZT habe ich mein Referendariat begonnen und bin in eine neue Stadt gezogen. Von meiner Lebenssituation her geht es mir gut: Ich habe eine schöne Wohnung in zentraler Lage, keine Geldsorgen, eine angenehme Schule, freundliche Vorgesetzte, nette Schüler, und mein Beruf macht mir großen Spaß. Jedoch habe ich keine Kraft mehr, um im privaten Bereich irgendetwas zu unternehmen.

Ich habe kein Interesse daran, auf Partys zu gehen und zu feiern, da ich das als trivial empfinde; dort dreht sich schlussendlich alles nur um Trinken und Alkohol, auch wenn viele Leute das gar nicht wahrnehmen. Ich werde häufig dazu eingeladen, "mitzukommen" um "was trinken zu gehen", mich "auf ein Bierchen zu treffen" oder "feiern zu gehen". Die Sprüche wiederholen sich, als wenn die Leute nichts anderes an Freizeitaktivitäten mehr kennen würden.
Obwohl ich Alkohol nicht vehement ablehne, widert mich das an. Mehr noch: Die Leute verstehen nicht, wenn man ihnen absagt, da sie dies als soziales Desinteresse werten. Daher weiche ich solchen Anfragen inzwischen stets durch Verweis auf Arbeit, frühes Aufstehen etc. aus.

Die meisten Menschen scheinen nicht mit mir kompatibel zu sein. Ich interessiere mich für eine Menge Dinge, aber nicht für jene, die von meinem Rollenbild als Mann erwartet werden (Autos, Sport, Partys usw.). Ich mag stattdessen Fotografie, Astronomie, interessiere mich für exotische Pflanzen wie für Informatik. Ich entspanne mich gerne in Thermen und Saunen, beschäftige mich mit Tarotkarten und ihrer Symbolik, höre gerne Ambient-Musik von freien Künstlern auf Jamendo, schreibe hin und wieder Geschichten, schaue mir Videos über Survival an, und mache Kraftsport um zuzunehmen und gesund zu bleiben.
Nun fragt mich aber bitte nicht, wer gerade die angesagtesten Bands sind, welche Party in welchem Club am Samstag stattfindet, wo es Konzertkarten für das nächste Open Air gibt, was der Unterschied zwischen Nu Metal und Heavy Metal ist, oder ob ich schon den neuesten Hollywoodfilm mit flacher Handlung in einem der sogenannten Kinos gesehen habe, wo man bald ein Monatsgehalt für eine Tüte Popcorn dalässt, bevor man sich den dreißigminütigen Werbeblock ansehen darf. Ist nicht so mein Ding, aber hey, ich bin halt "langweilig".

Daher fällt es mir auch sehr schwer, eine Partnerin zu finden. Frauen fühlen sich, neben körperlichen Attributen, anscheinend sehr zu Männern hingezogen, die sich nicht ständig selbst hinterfragen, sozial sehr beliebt sind, und gewisse Standardinteressen teilen. Inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich äußerlich wohl recht attraktiv bin (und auch entsprechende Blicke erhalte), weiß was ich im Leben erreichen will, selbstbewusst meine Ziele verfolge - aber sobald mein Mund aufgeht und ich auch nur drei Sätze spreche, ist beim anderen Geschlecht sofort Feierabend.
Während meines Studiums hatte ich eine Phase, in der ich mich (aus Resignation) angepasst habe und mir eine Maske aufgesetzt habe, da hat es deutlich besser geklappt!

Demzufolge lässt sich mein Problem in vier Stichpunkten zusammenfassen:
  • Aufgrund meiner Lebensgeschichte, Sozialisierung etc. liegen meine Interessen einfach deutlich fernab des Interessenpools, den sich die allermeisten Leute teilen. Gleichgesinnte zu finden ist schwer bis unmöglich. Selbst wenn jemand Interesse an z.B. Fotografie hat, so verstehen diese Leute einen in den anderen übrigen Aspekten nicht. Menschen zu finden, die in einem Großteil ihrer Interessen mit mir übereinstimmen, ist extrem schwierig.
  • Ich reagiere darauf inzwischen mit selbstgewählter sozialer Isolation, da ich wahrnehme/spüre, dass die allermeisten Menschen mich nicht verstehen. Ich bin lieber alleine, als mich mit Menschen abzugeben, denen ich nicht zeigen darf wie ich wirklich bin, ohne auf Ablehnung und Unverständnis zu stoßen. Ich mag auch deren Freizeitaktivitäten nicht und ziehe ebenfalls aus diesem Grund das Alleinsein vor, das ist aber nur ein Nebenpunkt. Am meisten trifft mich das Gefühl, zu spüren, dass ich als Mensch unverstanden bin.
  • Eine Freundin zu finden ist die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, wobei ich mich im Prinzip nicht von anderen Menschen unterscheide, jedoch die Nadel unendlich klein ist. Es gibt einfach zu wenige, die mit mir kompatibel zu sein scheinen. Dabei habe ich keine großartigen Ansprüche an Äußerlichkeiten, d.h. einmal am Tag duschen und kein morbides Übergewicht reichen mir.
  • Privat fühle ich mich einsam und kraftlos, wobei meine berufliche Lebenssituation hervorragend ist und ich im Job motiviert bin und gut ankomme.
Ich wünsche mir eine stabile Langzeitbeziehung und ein paar Freunde, die mich wirklich verstehen, bin aber unfähig, diese zu finden.

Da meine Interessen eher nicht der Norm entsprechen, und Leute mit ähnlichen Interessen sich eher nicht an den üblichen Kontaktorten aufhalten, beißt sich die Katze hier in den Schwanz und wir haben ein Henne-Ei-Problem: Ich gehe nicht raus --> deshalb lerne ich keine neuen Leute kennen --> deshalb finde ich die 0,1% kompatiblen Leute nicht --> was mich weiter demotiviert unter die Leute zu gehen. --> Teufelskreis

Meine berufliche Situation (Referendariat) wird mir bald für ca. 1,5 Jahre den größten Teil meiner Freizeit rauben. Bis ich diese Phase überwunden haben werde, d.h. einen festen Job habe und der Prüfungsstress weg sein wird, werde ich 30 Jahre alt sein. Die ersten Leute in meinem Umfeld haben schon geheiratet, heiraten jetzt, haben sich verlobt, oder stecken in einer Langzeitbeziehung.

Ich habe vor einigen Tagen die einzige Frau in vielen, vielen Jahren gefunden, die mich versteht und wirklich interessant findet (den Unterschied merke ich auch sofort bei der Kommunikation!), aber sie ist schon längst mit einem anderen "Nerd" verheiratet. So etwas tut mir weh und demotiviert mich noch weiter, da ich das Gefühl habe, dass nun bald sämtliche Züge für mich abgefahren sein werden. Die letztgenannte Situation hat mir das schmerzlich bewusst gemacht und ist auch der Grund dafür, warum ich mich hier angemeldet habe und euch um Rat fragen möchte.

Wenn auch nur irgendwer hier einen konstruktiven Vorschlag hat, wie ich mit 30 Jahren nicht als Dauersingle mit 12 Katzen enden werde, bitte, meldet euch. Ich wäre euch sehr dankbar.
 
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Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du hast recht, wenn du keine neuen Menschen kennenlernst, verringert das die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Beziehung ergibt, deutlich. Wie du auch richtig erfasst hast, ist es für einige Menschen gar nicht einfach, den richtigen Partner zu finden. Auch, wenn es dir anders vorkommen mag und du den Eindruck hast, dass viele Menschen im wesentlichen gleiche Interessen haben (deiner Beobachtung nach: Menschen wollen trinken/feiern, man muss die aktuellen Filme kennen, als Mann soll man sich für Autos und Sport interessieren) - meistens gibt es dann doch feine Unterschiede und nicht jeder ist mit fast jedem kompatibel :zwinker: Es ist also für viele Menschen so, dass sie ein bisschen nach einem passenden Partner suchen müssen. Aber ich will auch nicht so tun, als wäre es nicht mit anderen Hobbys leichter als für dich. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass deine Vergangenheit (Mobbing, Betrug etc.) dich geprägt und unsicher gemacht hat, was wohl allgemein als weniger attraktiv wahrgenommen wird. Andererseits bist du nicht der einzige Mensch auf der Welt, dem soetwas passiert ist - und auch Menschen mit solchen Erlebnissen finden Partner (das soll deine Probleme damals nicht kleinreden!).

Fragt sich also, wo du jemanden kennenlernst. Da helfen Freundschaften natürlich auch, denn gleichgesinnte Freunde haben ja auch wieder Freunde, mit denen man sich verstehen kann. Da ist ja auch eine Baustelle bei dir - neue Freunde zu finden wäre sicher auch nicht schlecht für dich. Schon allein deshalb, weil du mit deiner aktuellen Situation in Bezug auf Freunde ja auch nicht zufrieden bist und man Unzufriedenheit immer ein Stück weit ausstrahlt - und Unzufriedenheit wirkt wohl auf kaum jemanden attraktiv.
Wo hast du denn diese Frau kennengelernt, die bereits mit einem Nerd verheiratet ist? Sind die beiden nett? Ist da Potenzial für eine Freundschaft? Sonst fallen mir spontan deine Interessen ein - gibt es da irgendetwas, was du aktiv ausübst, worüber du Menschen kennenlernen könntest? Gegebenenfalls auch im Internet über entsprechende Foren. Das wäre auch ein Ansatzpunkt für dich auf der Suche nach einer Beziehung: Das Internet, besonders Foren, die ohnehin deinen Interessen entsprechen, aber auch Partnersuche-Portale. Du hast schon recht, du entsprichst wohl nicht gerade dem "Durchschnittsmann" - aber du willst ja auch nicht die "Durchschnittsfrau" - das Internet ist groß und da hat man meiner Meinung nach gar keine so schlechte Chance auf jemanden mit ähnlichen Interessen zu stoßen.

Ich hab im Hinterkopf, dass du hier direkter schreibst um dich kurz zu fassen, aber dennoch muss ich fragen: Bringst du deine Abneigung gegenüber Feiern/Kinofilmen etc. im echten Leben ähnlich zum Ausdruck? Deine Einstellung klingt so recht "radikal", ich könnte mir vorstellen, dass das einige Menschen abschreckt. Ich muss mit Freunden und auch mit meinem Partner nicht alles teilen - aber ich erwarte eine gewisse Offenheit gegenüber den Dingen, die wir nicht teilen. Mir ist es bspw. nicht wichtig, dass mein Partner gerne feiern geht - aber er sollte nicht spöttisch den Mund verziehen und mich über die Trivialität meines Tuns aufklären, wenn ich das tue.

Frauen fühlen sich, neben körperlichen Attributen, anscheinend sehr zu Männern hingezogen, die sich nicht ständig selbst hinterfragen, sozial sehr beliebt sind, und gewisse Standardinteressen teilen.

Den Teil mit den Standardinteressen würde ich nicht unterschreiben. Das körperliche spielt auch nur bedingt eine Rolle - da du meinst, du bekommst schon Blicke, schließe ich das als Hauptproblem mal aus. Zutreffend ist allerdings: Selbstbewusstsein macht sexy, ein "eigenes Leben haben", das sich auch oft darin zeigt, dass ein Freundeskreis vorhanden ist, macht sexy. Selbst Menschen, die Schüchternheit gut finden, stehen selten aus Selbstzweifel und Traurigkeit. Ich halte das für normal und menschlich - man möchte ganz einfach einen Partner der psychisch gesund ist, schließlich belastet einen alles andere und schlechte Stimmung kann auch anstrengend sein. Die schlechte Stimmung transportierst du hier leider auch, mit folgendem zweiten (!) Satz deines Posts:

Ich würde diesen Beitrag gerne länger schreiben, aber ich weiß, dass sich in unserer Gesellschaft niemand mehr als 15 min. Zeit für ein Problem nehmen wird, das nichts mit dem eigenen Leben zu tun hat.

Ehrlich gesagt hatte ich sofort deutlich weniger Lust, weiterzulesen. Mir wurde im zweiten Satz schon unterstellt, dass ich eigentlich keine Lust habe, mich mit dir und deinen Problemen auseinanderzusetzen, dass ich - weil Mensch "in unserer Gesellschaft" - mir kaum Zeit für etwas nehme, das nicht mit meinem Leben zu tun hat. Wenn du dieses allgemeine Misstrauen, diese negative Vorverurteilung gegenüber Menschen auch nur ansatzweise zum Ausdruck bringst, wenn du Menschen (bezieht sich auf Frauen und Männer) kennenlernst, machst du es dir schwer, Freunde zu finden. Niemand lässt sich soetwas gerne unterstellen. Und es wirkt nicht sehr glücklich.
Es ist wohl eine soziale Norm, dass man am Anfang eines Kennenlernens nicht gleich alle Schattenseiten von sich zeigt. Man versucht, andere Menschen erstmal mit seinen positiven Seiten zu überzeugen, die negativen kommen früh genug hinzu. Das hat für mich wenig mit verstellen zu tun, es ist einfach so, dass man sich selbst "verkauft" und natürlich gut präsentiert. Jedem ist klar, dass jeder Mensch auch schlechte Tage hat. Deshalb: Erstens solltest du deine negative Einstellung keinesfalls rüberbringen. Zweitens wäre es auch gut, generell an dieser zu arbeiten, da sie wohl mehr oder weniger bewusst trotzdem rüberkommt. Ich wette, mit dem oben genannten Satz wolltest du nicht verschrecken, trotzdem tust du es. Du hast schlechte Erfahrungen gemacht, aber deshalb ist es für andere Menschen, die dafür nichts können, trotzdem nicht schön, vorverurteilt zu werden.

Am Ende könnte ich mir auch vorstellen, dass dir ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten helfen könnte. Nicht, weil du irgendeine Störung hast, sondern, weil es dir sicher helfen könnte, Tipps für eine andere Sichtweise, eine positivere Grundeinstellung, zu bekommen. Du scheinst da alleine nicht rauszukommen und das ist tatsächlich ein Punkt, der soziale Kontakte erschwert.
 
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Benutzer91095 

Team-Alumni
J JunoPeaks hat schon viel Kluges gesagt. Ich ergänze nur noch:

Du schreibst selbst, du hast keine Kraft, dich mit Menschen auseinanderzusetzen, Leute kennenzulernen und eine Partnerin zu suchen. Das wäre der wichtigste Punkt, an dem du ansetzen sollst. Vereinsamung ist ein Teufelskreis und kann sehr gefährlich werden. An dem Punkt musst du dir überlegen, ob du in der Lage bist, dich selbst rauszuziehen oder ob du Hilfe brauchst.

Den anderen Punkt lasse ich nicht gelten. Jeder hat individuelle Interessen. Zu sagen, man selbst wäre ja ach-so-special und atypisch klingt immer ein bisschen eingebildet, wenn du verstehst, was ich meine :zwinker: Wir alle sind doch irgendwo seltsam und haben komische Hobbys. Trotzdem haben wir Beziehungen. Du müsstest schon sehr unflexibel und intolerant sein, wenn du drauf bestehst, dass deine Partnerin einen Großteil deiner Interessen teilt. Und wenn man so ist, dann wird das mit einer Beziehung sowieso schwierig. Ich habe eher den Eindruck, dass du momentan zu kraftlos bist, um neugierig auf und offen für eine andere Person zu sein. Daher denkst du, du brauchst jemanden, der 100% auf dich zugeschnitten ist. Daher stellst du gewisse Ansprüche an deine Partnerin, die utopisch sind. Und daher meinst du, es gibt so eine Person nicht oder du findest sie nie.

Aber das sind falsche Annahmen. Wenn du mehr Lebensenergie hättest, wenn du optimistischer und neugieriger wärst, dann würdest du in deinem Liebesleben auch mehr Flexibilität ertragen. Es reicht doch meistens, wenn man vielleicht ein Interesse hat, das man sich teilt. Wenn man sich verliebt, dann ist alles andere egal. Aber du hast momentan gar nicht die Kraft, dich zu verlieben. Kein Wunder, dass es auch nicht passiert.
 
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Gast
Zuerst möchte ich zwei Zitate beantworten, die allgemein für alle interessant sind. Danach werde ich mich den einzelnen Usern zuwenden.

Mir wurde im zweiten Satz schon unterstellt, dass ich eigentlich keine Lust habe, mich mit dir und deinen Problemen auseinanderzusetzen

Das ist schade. Ich habe gar nicht geschrieben, dass du keine Lust dazu hättest. Sondern ich habe geschrieben, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich in unserer Gesellschaft niemand mehr als 15 min. Zeit nehmen wird, um sich mit einem Problem zu beschäftigen, dass nicht das eigene Leben betrifft. Dich kenne ich gar nicht, und gerade bei Planet-Liebe kann es gut sein, dass die Menschen hier zu den wenigen Ausnahmen gehören. Ich sehe aber das Potential für Missverständnisse bei solchen Sätzen von mir, deshalb würde ich so etwas im echten Leben niemals äußern. Ich hatte gehofft, dass es hier richtig verstanden wird.

Bringst du deine Abneigung gegenüber Feiern/Kinofilmen etc. im echten Leben ähnlich zum Ausdruck?

Zuerst möchte ich klarstellen, dass ich meinen Beitrag ehrlich geschrieben habe - so, wie ich insgeheim wirklich denke. Auf gar keinen Fall würde ich das im realen Leben durchblicken lassen. Kommentare bzgl. Dingen, die ich ablehne, gebe ich nicht von mir. Ich sage dann einfach, dass ich z.B. keinen Alkohol mag, freundlich und ohne das weiter auszuführen. Selbstverständlich behalte ich auch meine Lebensgeschichte, insb. die negativen Phasen, für mich. Ich achte darauf, wertungsfrei zu kommunizieren.

J JunoPeaks :
  • Ich hätte kein Problem damit, neue Menschen kennenzulernen. Ich bin prinzipiell aufgeschlossen, freundlich, kommunikativ und werde auch gerne eingeladen. Es ist nur so, dass ich keine Lust habe, diesen Einladungen zu folgen, da mir die Menschen sehr oberflächlich vorkommen.
  • Die Frau habe ich an meinem Zentrum für schulpraktische Lehrerbildung kennengelernt. Sie ist ebenfalls Lehrerin. Meiner Meinung nach wäre da durchaus das Potential für eine Freundschaft, wobei ich ihren Mann und ihre Freunde nicht kenne. Mir wurde aber schon ein Angebot gemacht, diese mal kennenzulernen, was ich gerne angenommen habe. Sobald wir etwas mehr Zeit haben, werden wir das sicher nachholen. Das ist im Moment wirklich meine beste Chance, um Freunde zu finden. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass das nur auf Zeit sein wird - nach dem Referendariat werden sich alle Lehrer quer über Deutschland verteilen, in der Hoffnung, eine der wenigen Stellen zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie (oder irgendjemand anderes aus meinem beruflichen Umfeld) hier bleiben wird, ist klein. Ich mache natürlich meinen Umgang mit den Menschen nicht davon abhängig, aber behalte es im Hinterkopf. Aus meinem Studium konnte ich z.B. auch niemanden "mitnehmen", selbst wenn ich das gewollt hätte. Ist für mich psychologisch ein zusätzlicher Hemmschuh, weil das Thema "Menschen gehen lassen" mein Leben sowieso schon lange Zeiträume über dominiert hat, und ich einfach keine Lust mehr habe, Bindungen aufzubauen, nur um sie wieder zerbrechen zu sehen.
  • Partnersuchportale habe ich schon ausprobiert. Ich werde dort oft angeschrieben, aber die Menschen interessieren mich absolut nicht. Viele davon stammen aus niedrigen Bildungsschichten (ihr wisst, wie ich das meine...) oder haben andere Eigenschaften, die ich nicht interessant finde und die mich eher abschrecken. Andersherum schreibe ich dort gerne andere Menschen an, aber die finden mich wiederum nicht interessant. "Nerds" sind darüber hinaus fast gar nicht vertreten, und ich habe einige der größten Singlebörsen durchprobiert.
  • Die Idee mit den Foren finde ich gut, das werde ich mal ausprobieren.

Lotusknospe Lotusknospe :
  • Eine Psychotherapie habe ich, rein interessehalber um zu schauen ob es mir helfen würde mich besser zu verstehen, bereits gemacht. Es hat absolut nichts geholfen. Der Therapeut hat auch, meiner Meinung nach, absolut nicht verstanden was meine Lebenssituation für mich bedeutet. Kohle abgerechnet hat aber wie ein Weltmeister, und es war mir eine große Freude, über mehrere Monate hinweg einen Kampf um die Aufnahme in die private Krankenversicherung zu führen, die mich nicht aufnehmen wollte, weil der Therapeut m.E. fälschlicherweise eine leichte Depression "diagnostiziert" hat - ohne mir davon zu berichten, dass er die Diagnose gestellt und an die Krankenkasse übermittelt hat. Ich weiß, dass hier mein Ärger durchklingt, aber aus meiner Perspektive war das wieder mal ein Sargnagel für mein Vertrauen in Menschen, und eine weitere Bestätigung für mein Modell "Jeder Mensch tut, hinter einer Maske von sozialen Normen und freundlichen Umgangsformen verborgen, nur das, was ihm nützt".
  • Insofern habe ich schon vor vielen Jahren die Entscheidung getroffen, dass ich der Einzige bin, der meine Situation auflösen kann. Dazu muss meine Psyche aber davon überzeugt sein, dass das sinnvoll ist - und genau das ist im Moment nicht der Fall. Ich bin unterbewusst davon überzeugt, dass mir meine Verschlossenheit viele Vorteile verschafft (allen voran, nicht verletzt zu werden), deshalb fällt es mir schwer, das abzulegen. Bitte versteh, dass ich in meinem Leben stets nur Nachteile dafür in Kauf genommen habe, wenn ich mich irgendwem gegenüber geöffnet habe. Ein gesundes Urvertrauen, wie man es typischerweise im Kindesalter entwickelt, ist bei mir nie entstanden. Das fing schon damit an, dass meine Eltern (die eigentlich für das Wohlergehen ihres Kindes verantwortlich waren) sich vor meinen Augen betrunken und schlugen, ging über ca. 10 Jahre Mobbing, und hörte dabei auf, dass mein bester Kumpel mir meine Freundin ausspannte und alle meine langjährigen Freunde hinter meinem Rücken monatelang gegen mich aufhetzte, bis dann der Zeitpunkt gekommen war, mich öffentlich abzuschießen. Auch wenn ich das inzwischen relativ gut verdaut habe, bin ich nicht der Meinung, dass ich jemals ein vollständiges Urvertrauen aufbauen werde.
  • Ich habe ein Vertrauen in mich selbst, in meine Fähigkeiten, und in meine Zukunftsgestaltung entwickelt - also ein Vertrauen, was mich betrifft. Aber ein Vertrauen anderen Menschen gegenüber habe ich nicht, obwohl ich ironischerweise sehr gut Kontakte knüpfe und neuen Menschen gegenüber erstmal aufgeschlossen bin.
  • Was die Partnerin angeht: Ich erwarte nicht, dass sie meine Interessen und Hobbys teilt. Das wäre arrogant (und überdies langweilig). Ich erwarte nur, dass sie mich als Mensch wirklich versteht und annimmt. Und meiner Erfahrung nach ist genau dieses wahre Verständnis nur bei den Menschen der Fall, die eher atypische Interessen haben. Ob sie jetzt ein Chemienerd ist, oder gerne programmiert, oder hobbymäßig seit 5 Jahren an einem maßstabsgetreuen Modell des Brandenburger Tors aus 50.000 Zahnstochern bastelt, ist dabei nebensächlich. Ich persönlich habe einfach die Beobachtung gemacht, dass solche Leute einen mühelos verstehen, während der Rest der Welt große Schwierigkeiten damit zu haben scheint. Keine Arroganz, nur Beobachtung! Meine Lehramtskollegin sieht das übrigens exakt genauso.
  • Ich bin optimistisch und neugierig. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich mein Leben zum Guten gewendet hat, und weiter wenden wird. Ich lerne auch gerne neue Menschen und neue Dinge kennen. An der Grundeinstellung liegt es nicht. Es raubt mir nur, und da hast du recht, die Lebensenergie, wenn ich ständig das Gefühl habe, dass mich die anderen Menschen einfach nicht verstehen. Dieses Unverstandensein zehrt an der Motivation und Kraft.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Eine Psychotherapie habe ich, rein interessehalber um zu schauen ob es mir helfen würde mich besser zu verstehen, bereits gemacht. Es hat absolut nichts geholfen. Der Therapeut hat auch, meiner Meinung nach, absolut nicht verstanden was meine Lebenssituation für mich bedeutet. Kohle abgerechnet hat aber wie ein Weltmeister, und es war mir eine große Freude, über mehrere Monate hinweg einen Kampf um die Aufnahme in die private Krankenversicherung zu führen, die mich nicht aufnehmen wollte, weil der Therapeut m.E. fälschlicherweise eine leichte Depression "diagnostiziert" hat - ohne mir davon zu berichten, dass er die Diagnose gestellt und an die Krankenkasse übermittelt hat. Ich weiß, dass hier mein Ärger durchklingt, aber aus meiner Perspektive war das wieder mal ein Sargnagel für mein Vertrauen in Menschen, und eine weitere Bestätigung für mein Modell "Jeder Mensch tut, hinter einer Maske von sozialen Normen und freundlichen Umgangsformen verborgen, nur das, was ihm nützt".

Hast du einen Psychologen gehabt, mit dem du dich nicht verstanden hast? Wieso hast du dir keinen gesucht, mit dem's gepasst hat? Ich weiß, einen Psychologen, der einen versteht, ist tw. sehr schwierig und aufwändig zu finden, aber eine Psychotherapie bei jemandem, der nicht versteht, worum's dir im Leben geht, bringt ja tatsächlich von vornherein nichts.
Insofern habe ich schon vor vielen Jahren die Entscheidung getroffen, dass ich der Einzige bin, der meine Situation auflösen kann. Dazu muss meine Psyche aber davon überzeugt sein, dass das sinnvoll ist - und genau das ist im Moment nicht der Fall. Ich bin unterbewusst davon überzeugt, dass mir meine Verschlossenheit viele Vorteile verschafft (allen voran, nicht verletzt zu werden), deshalb fällt es mir schwer, das abzulegen. Bitte versteh, dass ich in meinem Leben stets nur Nachteile dafür in Kauf genommen habe, wenn ich mich irgendwem gegenüber geöffnet habe. Ein gesundes Urvertrauen, wie man es typischerweise im Kindesalter entwickelt, ist bei mir nie entstanden. Das fing schon damit an, dass meine Eltern (die eigentlich für das Wohlergehen ihres Kindes verantwortlich waren) sich vor meinen Augen betrunken und schlugen, ging über ca. 10 Jahre Mobbing, und hörte dabei auf, dass mein bester Kumpel mir meine Freundin ausspannte und alle meine langjährigen Freunde hinter meinem Rücken monatelang gegen mich aufhetzte, bis dann der Zeitpunkt gekommen war, mich öffentlich abzuschießen. Auch wenn ich das inzwischen relativ gut verdaut habe, bin ich nicht der Meinung, dass ich jemals ein vollständiges Urvertrauen aufbauen werde.

Wenn du nicht vertrauen kannst, kannst du auch keine gesunde Beziehung führen. Beziehungen bedeuten Risiko, vor allem auch Risiko selbst verletzt zu werden. Ich glaube dir schon, dass du denkst, die Verschlossenheit bringt dir mehr als sie dir schadet. Aber dann musst du dich auch damit abfinden, dass du dir in der Sache mit der Partnersuche hauptsächlich selbst im Weg stehst. Achso, und Vertrauen ist auch wichtig, um Freundschaften zu schließen. Es gibt sowas, das man als "Vertrauensvorschuss" bezeichnen könnte. Ohne dem wird's schwierig im Zwischenmenschlichen, denn Misstrauen provoziert idR Misstrauen auf der anderen Seite. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass du naiv einfach irgendwelchen Leuten vertrauen sollst. Und klar, wenn du emotional nicht in der Lage bist, das Risiko für Verletzungen einzugehen, dann solltest du auch nicht blind vertrauen. Aber ohne Vertrauen in andere Leute funktioniert das, was du haben magst, mMn nicht.
Was die Partnerin angeht: Ich erwarte nicht, dass sie meine Interessen und Hobbys teilt. Das wäre arrogant (und überdies langweilig). Ich erwarte nur, dass sie mich als Mensch wirklich versteht und annimmt. Und meiner Erfahrung nach ist genau dieses wahre Verständnis nur bei den Menschen der Fall, die eher atypische Interessen haben. Ob sie jetzt ein Chemienerd ist, oder gerne programmiert, oder hobbymäßig seit 5 Jahren an einem maßstabsgetreuen Modell des Brandenburger Tors aus 50.000 Zahnstochern bastelt, ist dabei nebensächlich. Ich persönlich habe einfach die Beobachtung gemacht, dass solche Leute einen mühelos verstehen, während der Rest der Welt große Schwierigkeiten damit zu haben scheint. Keine Arroganz, nur Beobachtung! Meine Lehramtskollegin sieht das übrigens exakt genauso.

Das ist doch ok. Es gibt doch zum Glück genug Menschen mit atypischen Interessen. Ich persönlich habe einen ganzen Freundes- und Bekannten- und Familienkreis voll von denen. Ich kenne kaum Menschen mit typischen Interessen.
Ich bin optimistisch und neugierig. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich mein Leben zum Guten gewendet hat, und weiter wenden wird. Ich lerne auch gerne neue Menschen und neue Dinge kennen. An der Grundeinstellung liegt es nicht. Es raubt mir nur, und da hast du recht, die Lebensenergie, wenn ich ständig das Gefühl habe, dass mich die anderen Menschen einfach nicht verstehen. Dieses Unverstandensein zehrt an der Motivation und Kraft.

Ich denke, es könnte auch mit dir zusammenhängen. Inwiefern fühlst du dich denn nicht verstanden? Vielleicht liegst du eben auch falsch, oder vielleicht drückst du dich missverständlich aus (hier wurdest du ja auch falsch verstanden), vielleicht hast du zu Beginn zu hohe Erwartungen oder vielleicht wirkst du arrogant in deiner Haltung?
 

Benutzer72433 

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die anderen haben schon ne menge gutes gesagt, aber hierzu:
Ich werde häufig dazu eingeladen, "mitzukommen" um "was trinken zu gehen", mich "auf ein Bierchen zu treffen" oder "feiern zu gehen". Die Sprüche wiederholen sich, als wenn die Leute nichts anderes an Freizeitaktivitäten mehr kennen würden.
Obwohl ich Alkohol nicht vehement ablehne, widert mich das an. Mehr noch: Die Leute verstehen nicht, wenn man ihnen absagt, da sie dies als soziales Desinteresse werten. Daher weiche ich solchen Anfragen inzwischen stets durch Verweis auf Arbeit, frühes Aufstehen etc. aus.
möchte ich auch noch was anmerken.

dass du keinerlei motivation hast auf irgendwelche "partys" zu gehen kann ich voll und ganz verstehen, das geht mir genauso - allein bei dem gedanken rollen sich mir die zehennägel.
was ganz anderes ist es aber mit dem "auf nen bierchen": meiner erfahrung nach heisst das nicht "lass uns saufen" sondern ist ein synonym für "lass ma zusammensetzen, quatschen, ne nette zeit haben und evtl. nebenher nen bier oder zwei trinken - oder kaffee". nen bisschen wie die sache mit dem "dvd-abend": sinn und zweck der sache ist es nicht, filme zu gucken, sondern sich zusammen in gemütlicher zweisamkeit auf nen sofa zu setzen und sich tendenziell ein wenig näher zu kommen.

in dem sinne kann ich die interpretation als "soziales desinteresse" sehr gut nachvollziehen. wenn dir die menschen die dich dazu einladen grundsätzlich sympathisch sind solltest du es vielleicht einfach mal probieren - du kannst ja direkt sagen "aber ich hab nicht viel zeit" oder so, dann kannst du dich wenn es dir zu unbehaglich wird einfach aus dem staub machen und hast schlimmstenfalls ne stunde investiert die dir keinen spaß machte.
 
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Hast du einen Psychologen gehabt, mit dem du dich nicht verstanden hast? Wieso hast du dir keinen gesucht, mit dem's gepasst hat?

Eigentlich möchte ich in diesem Thread nicht über dieses Thema diskutieren, weil bei mir keine Notwendigkeit dazu besteht. Trotzdem wäre es unhöflich, deine Frage nicht zu beantworten, deshalb lass mich das ein wenig erläutern.

Erstens sind die Wartezeiten für einen Platz ausgesprochen ewig lang (im Bereich von z.T. Jahren).
Zweitens habe ich kein konkretes psychisches Problem, sondern wollte die Sitzungen eher ausprobieren, um zu schauen, ob ich meine Lebensqualität etwas verbessern kann. Es ist nicht so, dass mich meine unangenehme Vergangenheit lähmen oder krankmachen würde. Sie ist mir nur etwas unangenehm, und ich war der naiven Auffassung, dort professionelle Tipps bekommen zu können, wie man damit besser umgehen könnte. Also eher als Prophylaxemaßnahme zur Aufrechterhaltung einer gesunden Psyche. Man muss ja nicht erst ankommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist! Daraus ergibt sich aber auch, dass ich keine Notwendigkeit sah, nach meiner Therapie noch einmal eine weitere bei einem anderen Therapeuten anzufangen. Es gibt ja so gesehen nichts zu therapieren, was behandlungsbedürftig wäre. Daher habe ich das nicht weiter verfolgt.
Drittens hat der Psychotherapeut anfangs, d.h. in den Probesitzungen, den Eindruck erweckt, sehr interessiert zu sein und konstruktive Ratschläge zu erteilen. Das Ganze endete abrupt genau danach, denn nach dem Ende der Probesitzungen bekommt man ja Kohle, kann dem "Patienten" eine selbst ausgesuchte "Diagnose" aufdrücken und abkassieren. Ich hätte zu dem Zeitpunkt dann natürlich abbrechen können, was aber keinen Sinn gemacht hätte, da die Sitzungen bereits von der Krankenkasse genehmigt waren, die Diagnose mir gegenüber verschwiegen wurde, und ich mir somit gedacht habe: "Warum abbrechen, ich kann der Sache ja auch eine Chance geben, vielleicht kommt ja doch noch das Aha-Erlebnis?"
Es lag mir da ganz einfach fern, sofort abzubrechen. Man hört ja auch immer wieder, dass man sich auf sowas einlassen soll, weil es sonst keinen Sinn macht und nicht funktioniert. Deshalb war ich offen und neugierig auf die Therapie. Letztendlich ist Psychotherapie in meinen Augen aber nur eine Pseudowissenschaft, mit der unschuldige Leute abgezockt werden. (Anm.: Wieder so ein Statement, das ich mir nur denke, aber nie öffentlich sagen würde...) Ich habe mich ein wenig umgehört und anscheinend sind viele Therapeuten mit allem, was über "Meine Tochter hat sich ohne meine Erlaubnis ein Tattoo stechen lassen, Hilfe wie soll ich damit umgehen?" hinausgeht, überfordert. Eine professionelle Analyse meiner Psyche, verbunden mit wissenschaftlich evaluierten Ratschlägen und Maßnahmen, oder gar Transparenz im Vorgehen des Psychotherapeuten, wird man m.E. nicht finden. Jeder, der Google bemüht, findet tausende an Beiträgen, die genau das belegen.

Daher mein Fazit zu dem Thema:
  • Die beste Prophylaxe ist eine intakte soziale Struktur, in die man eingebettet ist: Familie, Freundeskreis, Beziehung, Arbeit.
  • Die beste Psychoanalyse ist ein Gespräch mit guten Freunden, denen das eigene Wohlergehen am Herzen liegt; diese kennen einen zudem besser.
  • Bewegen kann man in seinem Leben sowieso immer nur selbst etwas. Veränderung kann nur aus dem Inneren kommen, äußere Ereignisse können lediglich dabei unterstützend wirken.
  • Wer nicht suizidal oder sonst in irgendeiner Form in einer lebensgefährlichen Situation etc. ist, benötigt in meinen Augen keine Psychotherapie. Es wird eher mit der Vorstellung, den Therapeuten zur Projektionsfläche der eigenen Hoffnungen zu machen, viel Geld in diesem Land verdient.
Wenn du nicht vertrauen kannst, kannst du auch keine gesunde Beziehung führen.

Dann kann ich eben keine "gesunde Beziehung" führen. Klingt provokant, aber lass mich das kurz erklären. :zwinker:

Jeder Mensch soll, das setze ich jetzt mal als gängige Vorstellung voraus, weder total verschlossen, noch total naiv sein. Die "gesunde" Handlungsweise besteht also daraus, dass sich der Mensch auf einer Skala zwischen Verschlossenheit und Naivität bewegt, und dort das richtige Maß finden lernt.

Demzufolge wäre nach deiner Definition jeder Mensch beziehungsunfähig, da kein Mensch zu ultimativem Vertrauen (im Sinne von: "spring da von der Brücke runter", oder "leih mir 50.000 Euro, du kriegst es morgen wieder") fähig ist.

Deshalb sehe ich es so, dass jeder Mensch irgendwo fähig zum Vertrauen ist, und irgendwo auch wieder nicht. Das hängt zu sehr von der konkreten Situation ab: Mit wem kommuniziere ich? Seit wann kenne ich diese Person? Wie hat sich diese Person in meiner Anwesenheit bisher verhalten? Was für vergleichbare Vorerfahrungen habe ich mit ähnlichen Menschen bereits im meinem Leben gemacht?

Ich finde daher, dass ich durchaus fähig bin, Menschen zu vertrauen - nämlich denen, die ich für vertrauenswürdig erachte. Und das sind nunmal, aufgrund meiner Vorerfahrungen, nicht viele. Ich lasse mir hier aber nicht den Stempel aufdrücken, pauschal nicht vertrauensfähig zu sein. Ich weiß, das war sicher nicht so von dir gemeint, aber ich wollte es trotzdem klarstellen.

Ich vertraue einfach vielen Menschen ein wenig, und nur wenigen Menschen sehr viel. Das ist individuell.

Achso, und Vertrauen ist auch wichtig, um Freundschaften zu schließen. Es gibt sowas, das man als "Vertrauensvorschuss" bezeichnen könnte. Ohne dem wird's schwierig im Zwischenmenschlichen, denn Misstrauen provoziert idR Misstrauen auf der anderen Seite.

Da muss man jetzt auch wieder differenzieren: Behalte ich mein Misstrauen für mich, oder zeige ich es öffentlich?

Darüber hinaus habe ich mir aber schon vor vielen Jahren geschworen, dass ich die Erlebnisse mit meiner damaligen Freundin, meinem damaligen besten Kumpel und meinem damaligen Freundeskreis nicht darin münden lasse, für den Rest meines Lebens ein generelles Misstrauen zu entwickeln. Es gab natürlich eine Phase, da habe ich anderen Menschen wie gesagt nicht einmal mehr das Datum geglaubt. Das ist aber lange her. Heute bekommt eigentlich jeder von mir einen Vertrauensvorschuss. Deshalb habe ich wie gesagt auch kein Problem, neue Leute kennenzulernen, d.h. sorglos auf sie zuzugehen und mich ihnen ein gutes Stück weit zu öffnen.

Das Vermächtnis meiner alten Clique soll nicht sein, dass ich eine generelle Unfähigkeit entwickle, Menschen zu vertrauen. Den Sieg gönne ich denen nicht! :grin:

Ich bin aber vorsichtiger geworden, auch, weil ich mich naturgemäß nach dieser Situation damals gefragt habe: Wenn schon mein bester Kumpel (der das seit Kindestagen gewesen ist) und meine Freundin (mit der ich 4 Jahre zusammen gewesen bin) sowie alle meine langjährigen Freunde es geschafft haben, mich dermaßen zu verraten und an der Nase herumzuführen - wem kann ich dann überhaupt noch vertrauen? :zwinker: Ich glaube, daher ist es nur ein natürlicher Reifeprozess gewesen, danach eine gewisse Vorsicht zu entwickeln. Das gehörte einfach zum Erwachsenwerden dazu. Wenn die beiden mich nicht verarscht hätten, hätte es jemand anderes getan - die Lektion wäre dieselbe geblieben. Nur frage ich mich seitdem halt, ob nicht jeder Mensch per se zu so etwas fähig wäre.

Es gibt doch zum Glück genug Menschen mit atypischen Interessen. Ich persönlich habe einen ganzen Freundes- und Bekannten- und Familienkreis voll von denen. Ich kenne kaum Menschen mit typischen Interessen.

Wo hast du die kennengelernt, wenn ich fragen darf? Nach meiner Beobachtung sind solche Leute sehr, sehr selten.

Ich denke, es könnte auch mit dir zusammenhängen. Inwiefern fühlst du dich denn nicht verstanden?

Ich habe einfach das Gefühl, dass die allermeisten Menschen mit mir als Person nichts anfangen können. Viele schätzen mich offenbar für einige Qualitäten, die ich zu haben scheine, aber auf privater Ebene gilt das nicht. Da bin ich eher auf dem falschen Planeten gelandet: Die verstehen mich oft nicht, ich verstehe die oft nicht. Es ist einfach eine generelle Inkompatiblität in den Interessen, in der Lebensansicht, und in den Freizeitaktivitäten.

Beispielsweise habe ich beobachtet, dass ich mir viel mehr Gedanken um "richtig vs. falsch", "gut vs. böse" zu machen scheine als andere, und auch viel mehr Hemmungen habe, egoistisch zu handeln als andere.

Vielleicht liegst du eben auch falsch, oder vielleicht drückst du dich missverständlich aus (hier wurdest du ja auch falsch verstanden), vielleicht hast du zu Beginn zu hohe Erwartungen oder vielleicht wirkst du arrogant in deiner Haltung?

Missverständlich ausdrücken kann immer passieren, dagegen gibt es kein Rezept. Früher war ich darin der unangefochtene Olympiasieger (mit Goldmedaille), heute scheint mir das nicht häufiger zu passieren als anderen. Seit ca. 1-2 Jahren erlebe ich es sogar häufiger, dass andere sich bei mir für missverständliche Ausdrucksweise entschuldigen, als dass ich selbst nicht richtig verstanden werde.

Zu hohe Erwartungen war bei mir früher auch ein ganz großes Problem. Heute jedoch nicht mehr. Ich erwarte einfach gar nichts mehr von anderen, das ist für mich am besten, denn dann werde ich auch nicht enttäuscht. Und wenn etwas doch eine positive Wendung nimmt, freue ich mich umso mehr, denn das kommt dann unerwartet.

Arrogant wirke ich inzwischen gar nicht mehr. Da hat sich zwischen 20 Jahren und 28 Jahren bei mir eine Menge an Schwarz-Weiß-Denken aufgelöst. Ich versuche mich inzwischen in jeden Menschen hineinzuversetzen und zu verstehen, warum er/sie etwas tut; dabei wird mir fast immer klar, dass meine eigene Betrachtungsweise nicht die einzig Richtige ist, sondern dass es noch viele andere Möglichkeiten gibt, die genauso auf derselben Stufe stehen wie meine eigene. Meine eigene Meinung ist nur eine Meinung unter vielen. In der Regel kommt das kommunikativ auch so herüber.

Ausnahme ist wieder dieser Thread, wo ich Dinge sehr offen schreibe, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, wie es ankommt.

was ganz anderes ist es aber mit dem "auf nen bierchen": meiner erfahrung nach heisst das nicht "lass uns saufen" sondern ist ein synonym für "lass ma zusammensetzen, quatschen, ne nette zeit haben und evtl. nebenher nen bier oder zwei trinken - oder kaffee".

Meiner Erfahrung nach eben genau das nicht. Es endet zwar natürlich nicht in einem Saufgelage, aber man wird stets blöd angeschaut oder bekommt Sprüche, wenn man nicht mittrinkt. Das fängt schon damit an, dass ich mit den Standardgetränken Bier/Wein/Sekt absolut nichts anfangen kann. Warum stößt du nicht mit Sekt an? Warum willst du nicht auch ein Bier? Aber der Wein passt doch so gut zum Essen? usw. usf.

Das, was du beschreibst, gilt eher für öffentliche Orte wie (moderne) Bars und Cafés. Dort geht es wirklich um den Austausch und das Beisammensein, und das Trinken ist nur Nebensache. Dahin gehe ich auch gerne jederzeit mit.

In gefühlt 99% der Fälle werde ich jedoch gefragt, ob ich privat irgendwohin mitkomme oder feiern gehe, und da kann ich mich darauf verlassen, dass Alkohol mit im Spiel ist, ob ich will oder nicht.

wenn dir die menschen die dich dazu einladen grundsätzlich sympathisch sind solltest du es vielleicht einfach mal probieren

Habe ich natürlich, sonst würde ich sowas nicht behaupten! Am Ende landet man oft entweder in einem Club/einer Disco/einer Kneipe, oder bei irgendeinem Kollegen, wo jeder ein Glas auf dem Tisch stehen hat. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Eigentlich möchte ich in diesem Thread nicht über dieses Thema diskutieren, weil bei mir keine Notwendigkeit dazu besteht. Trotzdem wäre es unhöflich, deine Frage nicht zu beantworten, deshalb lass mich das ein wenig erläutern.

Du hättest auch einfach sagen können, dass du das nicht diskutieren willst, weil es nicht relevant ist. Wäre auch vollkommen ok und höflich genug gewesen :smile:

Ich finde daher, dass ich durchaus fähig bin, Menschen zu vertrauen - nämlich denen, die ich für vertrauenswürdig erachte. Und das sind nunmal, aufgrund meiner Vorerfahrungen, nicht viele. Ich lasse mir hier aber nicht den Stempel aufdrücken, pauschal nicht vertrauensfähig zu sein. Ich weiß, das war sicher nicht so von dir gemeint, aber ich wollte es trotzdem klarstellen.

Ich hatte das so geschrieben, weil du gesagt hast, du kannst nie ein vollständiges Urvertrauen aufbauen. Offenbar habe ich das missinterpretiert. Dir unterstellen, dass du nicht vertrauen kannst, wollte ich nicht.

Das Vermächtnis meiner alten Clique soll nicht sein, dass ich eine generelle Unfähigkeit entwickle, Menschen zu vertrauen. Den Sieg gönne ich denen nicht! :grin:

Das ist eine gute Einstellung!

Wo hast du die kennengelernt, wenn ich fragen darf? Nach meiner Beobachtung sind solche Leute sehr, sehr selten.

In meinem Studium (das zugegebenermaßen etwas nerdig ist), bei meinen seltsamen ehrenamtlichen Tätigkeiten, bei meinen seltsamen Hobbys, und natürlich im Job (der wie Studium eher nerdig ist). Da ich die meiste Zeit seltsame Sachen mache, treffe ich die meiste Zeit natürlich auch seltsame Leute. Das klingt jetzt vielleicht seltsam :grin: aber es ist doch eigentlich recht nachvollziehbar. Und, was man nicht vergessen darf: Viele seltsame Leute tragen ihre Seltsamkeit auch nicht an der Oberfläche, sondern werden erst so richtig seltsam, wenn man sie näher kennenlernt.

Es ist mir eher schleierhaft, wie man über seine Hobbys keine gleichgesinnten anderen Leute kennenlernt, es sei denn, man übt seine Hobbys vollkommen abgeschottet und alleine aus. Dann könnte man sich überlegen, daran etwas zu ändern.

Hast du schon mal Leute zu dir eingeladen, die du ok/nett findest? Oder hast du schon mal Events initiiert? Da kannst du ja bis zu einem gewissen Rahmen selbst bestimmen, wie diese Veranstaltungen ausschauen, und musst nichts machen, worauf du keine Lust hast.
 
G

Benutzer

Gast
Hast du schon mal Leute zu dir eingeladen, die du ok/nett findest? Oder hast du schon mal Events initiiert? Da kannst du ja bis zu einem gewissen Rahmen selbst bestimmen, wie diese Veranstaltungen ausschauen, und musst nichts machen, worauf du keine Lust hast.

Da sprichst du einen ganz wesentlichen Faktor an. Im Studium habe ich nie Leute zu mir eingeladen, weil ich einerseits oft wenig Zeit hatte, und andererseits auf ca. 10m² gelebt habe (in einer WG ohne gemeinschaftliches Wohnzimmer oder ähnliches - da kann man nichts unternehmen).
Jetzt im Referendariat könnte ich zwar Leute zu mir einladen, aber ich bin in einer neuen Stadt und kenne abseits meiner Arbeitskollegen niemanden. Na klar könnte ich die jetzt alle zu mir einladen, aber private Einladungen sind da gar nicht üblich. Es wird sich immer nur zum Feiern o.ä. getroffen. Ich könnte da nun was anfangen, aber ich frage mich ernsthaft, ob diese Leute überhaupt zu mir passen.
Ich sehe aber schon...ich werde wohl nicht darum herumkommen, es mal auszuprobieren. Klingt sehr trivial, ich weiß.

Was meine Hobbys angeht: Ich übe die tatsächlich allein aus, wenn ich überhaupt mal Zeit dafür habe. Als "richtiges Hobby", das die Bezeichnung verdient, habe ich nur die Fotografie. Auch hier blieb mir im Studium kaum Zeit, das überhaupt mal auf einem seriösen Niveau zu betreiben, und jetzt in meiner neuen Stadt wird sich das so schnell auch kaum ändern. Vom Referendariat hört man ja auch immer nur, dass es für viele "die schlimmste Zeit meines Lebens" ist (vgl. http://www.sueddeutsche.de/karriere...at-die-schlimmste-zeit-meines-lebens-1.592394, http://www.sueddeutsche.de/bildung/referendare-der-willkuer-der-ausbilder-ausgeliefert-1.1664818), und genau auf sowas stelle ich mich auch schon ein. In wie weit es da Sinn macht, Kontakte in einem Fotoclub etc. zu knüpfen, nur um sich in ein paar Monaten notgedrungen nicht mehr melden zu können, wäre fraglich.

Verstehst du? Klar könnte ich viele Leute regelmäßig zu mir einladen, mein Hobby in einem Verein ausüben, und so haufenweise neue Leute kennenlernen. Ich bin mir sogar sehr sicher, dass das dazu führen würde, dass mein Problem binnen weniger Monate "gelöst" wäre und ich Freunde hätte. Die Frage ist nur, ob diese Leute dann überhaupt zu mir passen würden, oder ob man in der zwischenmenschlichen Beziehung zu ihnen dann nicht über ein gewisses Level hinaus kommt mit dem gegenseitigen Verständnis. Oberflächliche Freundschaften sind nichts für mich.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Naja, von nichts kommt nichts. Natürlich gibt es keine Garantie, dass du auf die Art Freundschaften knüpfst. Und ich rate natürlich auch davon ab, dauernd Leute einzuladen, die du nicht näher kennenlernen möchtest und unsympathisch findest. Aber wenn du neben Referendariat keine Zeit hast durch Freizeitausbau neue Leute kennenzulernen, wenn du auf keine Ressourcen im bestehenden Freundeskreis zurückgreifen kannst und ansonsten in deinem Umfeld nicht mehr interessante Leute da sind, dann bleibt dir nicht viel mehr, als daraus das beste zu machen. Vielleicht nehmen die Leute, die du schon kennst, ja noch weitere Freunde mit, und darunter ist dann jemand, der für dich interessant ist. Gerade das Verhältnis mit der einen Kollegin, mit der du dich gut verstehst, würde ich auf freundschaftlicher Ebene intensivieren. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie einen Freundeskreis mit Leuten hat, die ähnlich interessant für dich sein könnten.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das ist schade. Ich habe gar nicht geschrieben, dass du keine Lust dazu hättest. Sondern ich habe geschrieben, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich in unserer Gesellschaft niemand mehr als 15 min. Zeit nehmen wird, um sich mit einem Problem zu beschäftigen, dass nicht das eigene Leben betrifft. Dich kenne ich gar nicht, und gerade bei Planet-Liebe kann es gut sein, dass die Menschen hier zu den wenigen Ausnahmen gehören. Ich sehe aber das Potential für Missverständnisse bei solchen Sätzen von mir, deshalb würde ich so etwas im echten Leben niemals äußern. Ich hatte gehofft, dass es hier richtig verstanden wird.

Das ist mir schon klar, dass du jetzt nicht mich ganz persönlich gemeint hast. Aber dennoch postest du doch hier im Forum und richtest diesen Satz genau an uns, an die Leser hier im Forum - wie soll man das also sonst verstehen? Du betreibst hier ein bisschen Haarspalterei - aber ich will jetzt nicht weiter draufrumhacken. Vielleicht machst du dir einfach mal bewusst, dass auch durch solche Sätze eine negative Grundeinstellung rüberkommt.

Zum Übrigen: Ich verstehe, dass du nicht auf alle Leute Lust hast - musst du auch nicht. Trotzdem solltest du dich bei den Leuten, die du magst, um Kontakte bemühen. Natürlich passiert es, dass jemand wieder wegzieht. So ist das Leben, ich betrachte Freundschaften deshalb allgemein auch eher als etwas, das im Fluss ist, wie das übrige Leben auch. Manche Freundschaften bleiben auch über Entfernung, manche Menschen bleiben überraschend doch vor Ort. Natürlich gibt es Freundschaften, die auseinandergehen über die Entfernung. Aber diese Sorge kann einen doch nicht dauerhaft hindern, Kontakte zu knüpfen!
Füllst du die Partnersucheportale entsprechend aus, sodass von deiner Persönlichkeit und deinen Interessen etwas rüberkommt?
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Meiner Erfahrung nach eben genau das nicht. Es endet zwar natürlich nicht in einem Saufgelage, aber man wird stets blöd angeschaut oder bekommt Sprüche, wenn man nicht mittrinkt. Das fängt schon damit an, dass ich mit den Standardgetränken Bier/Wein/Sekt absolut nichts anfangen kann. Warum stößt du nicht mit Sekt an? Warum willst du nicht auch ein Bier? Aber der Wein passt doch so gut zum Essen? usw. usf.
aber sowas passiert doch (ernst gemeint) nur die ersten male? dass du nichts davon magst ist ungewöhnlich - entsprechend kommen nachfragen, das finde ich ganz natürlich. erklärste halt mit nem grinsen "die standardsachen schmecken mir nicht - ich bevorzuge xyz :zwinker:" und wenn man dich noch weiter bedrängt folgt halt das obligatorische "hey, willst du mich vergraulen? :tongue:" und damit sollte sich die sache dann erledigt haben.
ich selber bin da nicht so festgelegt, kenne die situation aber aus der anderen richtung: ne kumpeline von mir, kennengelernt als arbeitskollegin und dann befreundet, mag ums verrecken kein bier. hab ich anfangs auch sehr irritiert nachgefragt (ich kannte sowas vorher garnicht) aber seit ichs weiß hab ich für sie dann eben was anderes da, das ist doch kein problem.

In gefühlt 99% der Fälle werde ich jedoch gefragt, ob ich privat irgendwohin mitkomme oder feiern gehe, und da kann ich mich darauf verlassen, dass Alkohol mit im Spiel ist, ob ich will oder nicht.
dazu sagtest du allerdings, dass du nicht grundsätzlich etwas gegen alk hast - das klingt jetzt grade etwas anders? wie siehts denn bei dir mit auto und führerschein aus, das wäre doch die beste begründung weshalb du nicht trinkst wenn du noch fahren musst?
 
N

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Ich finde ja, man braucht gar keine Begründung, warum man nichts trinkt. Ich trinke auch keinen Alkohol (höchstens 2x im Jahr oder so) - hat noch nie jemanden gestört.
 
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Aber wenn du neben Referendariat keine Zeit hast durch Freizeitausbau neue Leute kennenzulernen, wenn du auf keine Ressourcen im bestehenden Freundeskreis zurückgreifen kannst und ansonsten in deinem Umfeld nicht mehr interessante Leute da sind, dann bleibt dir nicht viel mehr, als daraus das beste zu machen.

Alles klar, das finde ich eine realistische Einschätzung.

Gerade das Verhältnis mit der einen Kollegin, mit der du dich gut verstehst, würde ich auf freundschaftlicher Ebene intensivieren. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie einen Freundeskreis mit Leuten hat, die ähnlich interessant für dich sein könnten.

Den Ratschlag werde ich auf jeden Fall befolgen - allerdings hat sie zzt. einen Todesfall in ihrer Familie, weshalb das etwas warten muss. Ich hab aber regelmäßigen Kontakt zu ihr, und einen Freundschaftswunsch hat sie mir gegenüber sogar direkt geäußert. Da sehe ich sehr viel Potential.

Natürlich gibt es Freundschaften, die auseinandergehen über die Entfernung. Aber diese Sorge kann einen doch nicht dauerhaft hindern, Kontakte zu knüpfen!

Da wäge ich ab - ich hab in meinem Leben schon eine Menge Menschen gehen lassen müssen, oft auch gegen meinen Willen. Ich mag das nicht besonders. Wenn absehbar ist, dass ich mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit niemanden von meinen Arbeitskollegen anschließend wiedersehen werde, dann demotiviert mich das einfach, Zeit und Energie in den Aufbau von Freundschaften zu investieren.

Die o.g. Kollegin ist eine Ausnahme. Wir verstehen uns so gut, dass ich da einfach das Risiko eingehen werde!

Füllst du die Partnersucheportale entsprechend aus, sodass von deiner Persönlichkeit und deinen Interessen etwas rüberkommt?

Habe ich anfänglich gemacht - null Resonanz, über Wochen.

Dann habe ich eine Zeitlang "Standardinteressen" eingetragen, und bekam täglich Nachrichten.

Inzwischen hab ich eine Mischung gefunden. Wie J JunoPeaks schon sagte, erstmal die guten Seiten von sich zeigen, aber natürlich ohne mich dabei zu verstellen oder ein völlig falsches Bild von mir abzugeben. Mit der Variante bekomme ich vielleicht eine oder zwei Nachrichten pro Woche, aber nicht von der Zielgruppe, die mich interessiert.

aber sowas passiert doch (ernst gemeint) nur die ersten male? dass du nichts davon magst ist ungewöhnlich - entsprechend kommen nachfragen, das finde ich ganz natürlich.

Natürlich fragen die Menschen nach, weil es sie verwundert. Und natürlich antworte ich dann, erkläre es etwas (ohne mich zu rechtfertigen und ohne tiefergehende Begründungen zu liefern), und bekomme ein gespielt-respektierendes "alles klar!" von ihnen.

Aber insgeheim spüre ich ganz genau, dass sie mich als unnormal und unnatürlich ansehen. Der Alkohol ist hier nur ein Beispiel, das passiert mir mit vielen Dingen genauso.

dazu sagtest du allerdings, dass du nicht grundsätzlich etwas gegen alk hast - das klingt jetzt grade etwas anders?

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Alkohol. Ich trinke auch Alkohol, wenn ich das will.

Ich habe aber ganz entschieden etwas gegen die allgegenwärtige "Saufkultur" in Deutschland. Es ist schon bezeichnend für den Zustand unserer Gesellschaft, dass man sich überhaupt dafür rechtfertigen muss, keinen Alkohol trinken zu wollen. Andere Menschen reagieren verwundert, weil ich keine Drogen zu mir nehme? Keinen Alkohol, keinen Kaffee? (okay, Nichtrauchen ist ja inzwischen relativ normal, aber auch da gab es Zeiten, wo man auf Partys seltsam deswegen angeguckt wurde)

Kann man bitte einfach mal zusammen irgendetwas unternehmen, was mal so überhaupt rein gar nichts mit Alkohol zu tun hat? Also z.B. sich in ein Café setzen (allein die Bezeichnung lässt schon wieder tief blicken...) und dort einfach so was zusammen essen, oder irgendetwas trinken was keinen Alkohol impliziert?

Selbst der Sprachgebrauch an sich regt mich insgeheim schon auf. Man geht in ein "Café", setzt sich in eine Kneipe (wo einem das metergroße Krombacher-Logo beidseitig am Eingang entgegenschlägt - als ob es das Wichtigste sei, was eine Kneipe in ihrer Außenwirkung anderen Menschen vermitteln müsse!), geht mit den Arbeitskollegen nach getaner Arbeit "noch ein Bierchen trinken", es wird zwischen Bier/Wein/Sekt und "hartem Alkohol" unterschieden (als ob die anderen Getränke kein Alkohol seien), Wein wird nicht getrunken sondern verkostet, wer viel Wein trinkt ist kein Trinker sondern ein Weinkenner, Bier ist in Bayern ein Grundnahrungsmittel, man "stößt an" um Dinge zu "feiern", trinkt "Fassbrause" (womit die Brauereien schlicht und ergreifend schon Kinder und Jugendliche an den Biergeschmack gewöhnen wollen) und so weiter.

Das jetzt allein nur zum Sprachgebrauch.

Unsere Gesellschaft kommt mir insgesamt sehr alkoholzentriert vor, ob die Leute das überhaupt noch merken ist eine andere Frage... .

wie siehts denn bei dir mit auto und führerschein aus, das wäre doch die beste begründung weshalb du nicht trinkst wenn du noch fahren musst?

Hab ich eine Zeitlang tatsächlich so gemacht, und ist auch das Einzige, was wirklich akzeptiert wird (verbal und nonverbal, nicht nur verbal). Ich hab mir früher immer den Reserveschlüssel vom Auto meiner Eltern eingesteckt, selbst wenn ich gar nicht mit dem Auto da war. Damit konnte man super andere Leute an der Nase herumführen. :grin:

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass das Nichttrinken von Alkohol nur dann gesellschaftlich akzeptiert wird, wenn der Grund nicht von der Person selbst zu vertreten ist. Wenn man also den Menschen zeigt: Hier, ich würde gerne trinken, aber ich darf nicht, aus Gründen, die ich nicht ändern kann. Das wird akzeptiert. Zum Beispiel, dass man auf einer Party der Fahrer ist.

Da ich zurzeit aber kein Auto habe, und mir diese Art der Verstellerei auf die Nerven geht, mache ich das nicht mehr.

Ich finde ja, man braucht gar keine Begründung, warum man nichts trinkt.

Danke! Das ist genau meine Einstellung. Der Mensch wird als drogenfreies Wesen geboren, das ist unser natürlicher Zustand. Eigentlich müssten sich die Alkoholtrinker, die Raucher und die Kaffeetrinker rechtfertigen, dass sie diese Substanzen konsumieren und sie (oft, nicht immer) anderen Menschen aufdrängen. Wenn die das einen Monat lang machen müssten (Oh, wie, du trinkst? Das hätte ich gar nicht von dir gedacht! Das ist ja ungewöhnlich!), wäre die Welt plötzlich ein gutes Stück besser. :zwinker:

Letztendlich geht es hier ja um das Thema "Anpassung an Normen". Alkohol ist da wie gesagt nur ein Beispiel. Wenn sich ein 16-jähriger Junge mit Autotuning beschäftigt, ist das "cool". Wenn derselbe Junge sich mit Astronomie beschäftigt, ist er ein "Freak". Wenn er Bier trinkt, ist das "normal". Wenn er keinen Alkohol trinkt, ist das "ungewöhnlich". Wenn er gerne auf Partys geht, ist er "gesellig". Wenn er gerne Fachbücher liest, ist er ein "Einzelgänger".

Warum?! Diese sozialen Konstrukte und normativen Wertungen beschränken doch nur das Potential unserer heranwachsenden Menschen zur Vielseitigkeit, d.h. schränken die Diversität ein, und limitieren die Entwicklung dieser Menschen.

Vieles kann man diesbezüglich mit den eigenen kommunikativen Fähigkeiten (Humor, Selbstbewusstsein etc.) wieder herausreißen, und so auch seine ungewöhnlichen Interessen cool machen, aber leider nicht alles.

Was dann das Problem erzeugt: Ich kann mein Ding durchziehen und auf die Meinung anderer Leute einen feuchten Kehricht geben, aber davon akzeptieren die einen insgeheim nicht als einen von ihnen!

Die Erziehung zur Toleranz hat glücklicherweise auch für abweichende Verhaltensweisen die soziale Stigmatisierung verringert, aber Toleranz darf hier nicht mit wirklicher Akzeptanz verwechselt werden. Ich kann sagen, dass ich jemanden, der kein Bier trinkt, toleriere; ich kann sogar nett zu ihm sein, ihm etwas anderes anbieten etc. - aber deswegen wird die Schere im Kopf nicht kleiner. Insgeheim trägt man dann trotzdem das Stigma des "Unnormalen", ob das nun aus political correctness verschwiegen wird oder nicht ist nachrangig. Das gilt wie gesagt nicht nur für Alkohol, sondern für jedes beliebige Thema. Es gibt bei vielen Themen eine ungeschriebene Norm, und dann gibt es jene, die davon abweichen.

Oder wie J JunoPeaks es schrieb: Mit anderen Hobbys wäre es vielleicht einfacher für mich. Das allein lässt tief blicken, denkt mal darüber nach. :grin:

- Disclaimer: Damit will ich natürlich niemandem hier unterstellen, insgeheim Leute zu stigmatisieren, die z.B. kein Bier trinken. Jeder hat da seine individuelle Toleranz und Akzeptanz. Was ich hier geschrieben habe, beziehe ich auf die Gesellschaft als Ganzes, nicht auf Individuen. -
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du wirst es vermutlich nicht hören wollen, aber du wirkst anhand deiner Texte wahnsinnig unentspannt auf mich. In deinen Beiträgen, die eher wie Predigten wirken, kennst du keinerlei Maß, du tust so, als ob deine Interessen völlig absonderlich wären, du keinerlei Möglichkeiten hättest, Frauen kennenzulernen etc. Der Punkt ist aber: das stimmt schlicht nicht. Es gibt genügend Menschen, die sich aus Alkohol und Kaffee nichts machen, Fotografie mögen, aber keine Kinofilme etc. Nur stilisieren die sich nicht alle zum außergewöhnlichen Schneeflöckchen, das ja völlig einzigartig auf dieser Welt wäre. Deine Haltung ist ja mit 17 ok, mit Ende 20 wirkt sie etwas befremdlich.
Ich hätte jedenfalls wenig Lust, Dinge mit dir zu unternehmen. Nicht weil mich deine Abstinenz irritiert oder deine Interessen abstoßen, sondern weil ich mich Prediger langweilen.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
C Crouchback : Ich seh das ja eigentlich wie du, allerdings kann ich mir vorstellen, dass der TS dazu sagen wird, dass er im RL ganz anders auftritt als hier, weil er hier ehrlich ist und seine Meinung ungefiltert kundtut, was er im RL nicht tut. Dadurch wird es aber natürlich schwierig, zu beurteilen, wie der TS im RL tatsächlich wirkt und wo das Problem liegen könnte, dass er sich so unverstanden fühlt. Ich kann mir jedenfalls auch nicht vorstellen, dass es am Alk oder an den exotischen Interessen liegt.

@Golden Dawn : Ich weiß auch nicht so recht, was das Problem ist, wenn du nichts trinkst. Ja, in der deutschen Kultur hat Alkohol einen höheren Stellenwert als vielleicht gesund ist, und ja, man wird schon mal schief angeschaut, wenn man keinen trinkt. Aber wenn es etabliert ist, dass man keinen Alkohol trinkt oder nur selten, dann ist das vielleicht einmal Thema und dann nie wieder. Und es gibt doch tatsächlich genug Leute, die keinen Alkohol trinken und es gibt doch auch genug Anlässe, zu denen man wenig/keinen Alkohol trinkt. Gerade in deinem Alter sollte das doch wirklich keine große Rolle mehr spielen. Mit 15 wird man vielleicht ausgegrenzt, wenn man nicht mittrinkt, aber mit Ende 20 ist das doch wurscht. Genauso auch die "Stigmatisierung" des "Unnormalen". Ist doch egal? Findest du es schlimm, wenn andere dich als unnormal empfinden? Das ist doch nicht notwendigerweise wertend gemeint. Ich würde das eher als Kompliment sehen, bin aber in meinem Pool an seltsamen Menschen leider selbst recht langweilig und durchschnittlich, sodass das wieder weniger interessant ist :zwinker:
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
C Crouchback : Ich seh das ja eigentlich wie du, allerdings kann ich mir vorstellen, dass der TS dazu sagen wird, dass er im RL ganz anders auftritt als hier, weil er hier ehrlich ist und seine Meinung ungefiltert kundtut, was er im RL nicht tut. Dadurch wird es aber natürlich schwierig, zu beurteilen, wie der TS im RL tatsächlich wirkt und wo das Problem liegen könnte, dass er sich so unverstanden fühlt. Ich kann mir jedenfalls auch nicht vorstellen, dass es am Alk oder an den exotischen Interessen liegt.

Ich glaube nicht, dass man die Einstellung, die der TE offenbar hat, im täglichen Umgang völlig verbergen wird können. Mir ist auch klar, dass er – hoffentlich – in seinem sozialen Umfeld keine Reden gegen Cafés und Fassbrause schwingt, aber die allgemeine Stimmung kann man nicht verbergen.
 
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