Vegan - Für Neugierige, Einsteiger und Fortgeschrittene.

V
Benutzer97853  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1
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Hallo ihr Lieben,
Ich würde gerne einen Thread zum Thema “Vegan leben“ erstellen.
Hier kann sich jeder austauschen: Leute, die nur Fragen dazu haben, Leute, die Tipps brauchen, Leute, die Ratschläge weiter geben wollen. :smile:
Wer lebt hier denn alles vegan? Gibt es 100% Veganer unter uns?
Ich selbst interessiere mich für das Thema, bin aktuell aber „nur“ Pescetarier. Ich esse hier und da aber mal vegane Mahlzeiten - oft sogar unbewusst. :grin:
Bei meinem Porridge habe ich angefangen die Milch gegen Hafermilch auszutauschen (Ich mag die zuckerfreie von Provamel sehr) und wechsle Bio-Naturjoghurt und Sojajoghurt ab.
Wichtig: Bitte kein Bashing! Sowohl nicht von Seiten derer, die von veganer Ernährung gar nichts halten, als auch nicht denen, die streng vegan leben und nicht verstehen können, wie man noch Käse essen kann.
Es geht hier darum die Leute zu unterstützen, die einen Einstieg in die vegane Lebensweise finden wollen. :smile:

Alles Liebe
Vry
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Beiträge füllen Bücher
  • #2
Ich bin Vegetarier und würde sagen, 50% der Mahlzeiten sind vegan, da ich keine Milch oder Butter und Sahne mag :sick:
, noch nie gegessen
 
Sun am See
Benutzer138543  (28) Sehr bekannt hier
  • #3
Ist das GIF süß :love:
Vegan lebe ich nicht, könnte ich auch nicht:seenoevil: Aber ich esse häufiger mal vegan, weil ich sämtliche Sachen nicht vertrage, da ich eine Laktoseintoleranz und chronische Magenschleimhautentzündung habe. Manche Fleisch Alternativen finde ich auch echt lecker.
Ab und zu esse ich Fleisch (1-2 mal die Woche), bräuchte ich aber wohl nicht. Worauf ich nicht verzichten könnte ist Fisch :seenoevil:
 
Lumichan
Benutzer178834  dauerhaft gesperrt
  • #4
Ich versuche gerade vegan zu leben aber das funktioniert noch nicht so weil ich manchmal einfach auch Hunger noch auf Fleisch habe
 
Mr. L*
Benutzer168169  Meistens hier zu finden
  • #6
da ich keine Milch oder Butter und Sahne mag :sick:
, noch nie gegessen
Wenn Du diese Lebensmittel noch nie probiert hast wie kannst Du dann wissen, daß Du sie nicht magst :what:

Auch ich habe früher einige Dinge gesehen, die ich mir ursprünglich, nicht hätte vorstellen können, zu essen. Da man sich jedoch meines Erachtens kein echtes Urteil bilden kann, ohne zumindest zu probieren, habe ich dies für gewöhnlich auch getan und war teilweise wirklich überrascht, wir gut mir so manches davon geschmeckt hat...


Ansonsten habe ich zweimal für etwa ein halbes Jahr vergetarisch gelebt, rein, um mir selbst zu beweisen, daß ich auch auf Fleisch verzichten kann, wenn ich will...

Was mir aufgefallen ist, daß viele vegane oder vegetarische Lebensmittel auch eingefleischten Fleischessern schmecken, wenn man sie nicht extra zuvor darauf hinweist, daß diese kein Fleisch enthalten :grin:

Was ich sehr schade finde, ist, daß viele vegetarische / vegane Speisen, in meinen Augen einfach unverhältnismäßig teuer sind :realmad:

Bei meinem Lieblingsburgerladen gibt es zum Beispiel einen veganen Patty, der auch wirklch richtig super schmeckt, aber drei Euro Aufpreis kostet, warum??? - Wäre der vegane Burgerpatty, bestehend aus Erbsen, Rüben, Kokosöl und Kartoffelstärke, preisneutral zu den wirklich guten und qualitiv sehr hochwertigen Rotbunt-Färsenpatties, würde ich diese definitiv deutlich öfter essen, als die aus der Rotbunt-Färse!

Ich für meinen Teil würde jedenfalls deutlich öfter vegan / vegetarisch essen (gehen), wenn die Preise nicht diese überzogenen "hipper Lifestyle, das ist ja gerade soooo totaaaal in" Preise wären :geknickt::schuettel:
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #7
Ich esse nur selten Fleisch, verzichte nach Möglichkeit auf Milchprodukte, aber Fisch gehört bei mir dazu, ebenso wie Eier, da ich sonst nicht wüsste, wo mein Eiweiß herkommen soll. Sojaprodukten kann ich nichts abgewinnen.

Richtig fehlen tut mir Fleisch nicht, kann sehr gut darauf verzichten.
 
froschteich
Benutzer164451  (36) Beiträge füllen Bücher
  • #8
Ich würde eigentlich auch gerne öfter vegan essen und ich hatte da mal ein super Restaurant gleich um die Ecke, das auch Take-Away hatte. Aber die meisten veganen Restaurants würzen extrem stark und ich verstehe ehrlich gesagt auch dieses ganze Fleischersatz-Zeug nicht. Zumindest hier in der Stadt gibt es mindestens einen Laden wo 90% der Mahlzeiten Fleischersatz ist, was meiner Meinung nach ein total blödes Konzept ist. Mich interessiert weder Fleisch noch Fleischersatz und Fleischesser werden das wohl auch nicht sonderlich interessant finden.

Ich würde es ja toll finden, wenn es mehr vegane Restaurants geben würde, die normale Sachen anbieten. Nudeln mit Gemüse, Bohnensalate, Pilzgulasch mit Kartoffeln, Letscho mit Reis, etc. - aber irgendwie ist zumindest hier alles so "Superscharfes Chili-Kurkuma-Zitronengras-Curry mit Jalapenoreis und Entenvleisch" o.Ä.

Ansonsten merke ich gerade, dass ich mir sehr schwer tue Milchprodukte wegzulassen. Ich hab eine neue Freundschaft und ihr Bub hat eine Milchallergie und ich versuch dann immer irgendwas ohne Milchprodukte zu finden, was ich auch gerne esse, aber das ist oft sehr schwer. Gerade meine Snacks sind sehr milchlastig, was ich so noch gar nie gemerkt habe - und wenns auch nur die Butter ist. Aber vllt. ist das jetzt eh eine gute Gelegenheit mal wieder zu schauen, ob es inzwischen gute pflanzliche Butter da draußen gibt.
 
Mr. L*
Benutzer168169  Meistens hier zu finden
  • #10
ob es inzwischen gute pflanzliche Butter da draußen gibt.
Nein, die gibt es nicht, da Butter per Definition ein Milchprodukt ist :zwinker: - Es gibt aber sogenanntes Albaöl (nicht ganz so günstig), das mit verschiedenen Zusätzen (siehe Link) tatsächlich einen seeeehr butterähnlichen Geschmack erreicht, ich nutze es jedenfalls sehr gerne :thumbsup:
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Beiträge füllen Bücher
  • #11
Wenn Du diese Lebensmittel noch nie probiert hast wie kannst Du dann wissen, daß Du sie nicht magst :what:
Ich musste als Kind unheimlich viel Zwangsfütterungen über mich ergehen lassen. Weil ich fand Milch direkt nach dem Abstillen :kotz:
Da war natürlich niemand happy. Wie soll das Baby den gross werden. Funfakt, ich bin heute die längste in der Familie von allen :grin:
 
reed
Benutzer116134  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #12
Ich esse kein Fleisch (mehr) und versuche auch immer mehr vegan zu essen, obwohl ich das wahrscheinlich nie 100 % durchziehen werden. :ashamed:

Kokos- oder Haselnussmilch in Müsli finde ich z.B. so viel leckerer als normaler Milch.

An Kaffee schwarz habe ich mich auch gewöhnt.

Ich koche nicht gerne, deshalb sind Kichererbsen, Spinat und scharfe Soße inzwischen mein Standard-Gericht, wenn es schnell gehen muss.
Letztens hat ein Kumpel vegane Lasagne gemacht, die war wirklich wahnsinnig lecker und im Vergleich zu normaler Lasagne auch überhaupt nicht so „schwer“.

Nur für Eier habe ich noch keine Lösung. Wenn sie in Teig etc. drin sind, geschenkt. Aber eigentlich möchte ich keine Eier mehr selbst zubereiten, nur als kleine, schnelle, herzhafte Mahlzeit hat noch nichts ein Spiegelei auf Brot ersetzen können.
Jemand eine Idee?
 
Sorceress Apprentice
Benutzer89539  Team-Alumni
  • #14
Ich lebe so ziemlich vegan. Bewusste Ausnahmen sind ein paar Lederprodukte die ich noch auftrage, und vielleicht so 2x im Jahr Honig. Versehentlich mal was falsches kaufen kommt halt vor. Wenn es vegetarisch ist und sich nicht verschenken lässt, esse ich es zur Not anstatt es wegzuwerfen.

Die Umstellung empfand ich erstmal als riesige Hürde, aber sobald die Entscheidung gefallen war wurde es relativ normal. Man muss nur ein paar "es geht nicht" aus dem Kopf kriegen.
 
Sun am See
Benutzer138543  (28) Sehr bekannt hier
  • #15
An Kaffee schwarz habe ich mich auch gewöhnt.
Ist auch ok, trinke ich auch immer wenn ich irgendwo anders bin. Zuhause mache ich aber doch meinen Schuss Milch mit rein.
 
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rowan
Benutzer39498  Planet-Liebe ist Startseite
  • #102
wie viele verschiedene Gemüse willst du separat kochen, bis ein Essen dabei herauskommt?
Wie meinst du das? Warum muss man separate Gemüsesorten kochen damit ein Essen dabei rauskommt?
Protein bekommt der Ottonormalesser genügend, dafür braucht es nicht mal unbedingt Hülsenfrüchte pur. Einige Kohlenhydrate sind auch proteinreich (Quinoa zum Beispiel) und Tofu ist in der Hinsicht natürlich auch super.

Beispiele für schnelle vegane Gerichte die wir im Alltag häufig kochen (in diesem Fall fast alles Nudelgerichte, wir sind Nudelmenschen):

Eine Zwiebel in Streifen schneiden, mit Olivenöl in die Pfanne, Gemüse nach Belieben dazu (oft Zucchini und Kirschtomaten), etwas Farbe nehmen lassen, salzen und pfeffern. Dann mit einem guten Schluck Balsamicoessig ablöschen. Etwas einkochen lassen. Währenddessen Nudeln nach Wahl kochen.
Die gekochten Nudeln in die Pfanne geben, etwas Nudelwasser und Olivenöl dazu, nach Belieben nachwürzen, frischen Basilikum dazu, fertig. Oder noch etwas fertige Tomatensauce rein (ich mag zum Beispiel gerne Arrabiata dazu).

Grünen Spargel und Frühlingszwiebeln in schräge Stücke schneiden, scharf anbraten. Rausnehmen. Pilze in Scheiben schneiden (am Liebsten Shiitake), Tofu (fest, Natur, am Liebsten welchen aus dem Asiamarkt) leicht auspressen und in die Pfanne bröseln. Pilze dazu geben, beides scharf anbraten. Spargel und Frühlingszwiebeln wieder dazu geben, mit Sauce ablöschen: Sojasauce, Sesamöl, Gochujang (koreanische Chilipaste, gibt‘s in vielen Supermärkten im Asia-Sortiment in so roten Plastikdosen) und etwas Reisessig verquirlen und drüber kippen. Dann fertige Udon-Nudeln dazu geben, verrühren und warm werden lassen. Fertig!
Auch hier lassen sich die Gemüsesorten natürlich variabel ersetzen.

Reife Avocado zermatschen, Misopaste dazu, mischen. Frühlingszwiebeln klein schneiden. Nudeln kochen, Avocadosauce dazu, Frühlingszwiebeln darüber geben. Nach Belieben noch Sriracha oder Shichimi Togarashi (eine japanische Gewürzmischung).
Eine etwas elaboriertere Variante mit Basilikum und Zitrone: 15 Minute Creamy Avocado Pasta — Oh She Glows

Sommers wie Winters machen wir gerne Ofengemüse; im Sommer werfe ich dafür meistens Zwiebeln, Zucchini, Aubergine und Paprika auf ein Blech, Olivenöl und Gewürz drauf (dazu liebe ich das Kräuterbutter-Gewürz von Ankerkraut, und noch etwas geräuchertes Paprikapulver dazu), gut 30min bei 200 Grad, zwischendurch mal umrühren. In den letzten Minuten noch Kirschtomaten (im Ganzen) dazu, so das sie aufplatzen, aber nicht komplett zerlaufen.
Dazu passt z.B. ein schneller Couscous.
Im Winter mache ich eine Marinade aus Harissa, Olivenöl und Balsamico und nehme Gemüse der Saison, also Wurzeln (gerne Möhren und Pastinake), Kohl (Rosenkohl finde ich in dieser Form essbar, und Blumenkohl), Zwiebeln, Lauch, Süßkartoffeln,... und dann gibt es oft Reis oder Quinoa dazu.

Diese Wraps mache ich mega gerne: Lunch This Week: Chickpea Salad Wraps — Oh She Glows
Ich mische meistens noch ein paar Kapern und etwas Preiselbeeren rein, die Sonnenblumenkerne lasse ich weg.


Generell kaufen wir in aller Regel Gemüse nach Saison und lokal. Im Moment ist das natürlich extrem ergiebig, im Sommer vegan kochen finde ich viel einfacher als im Winter (obwohl ich Kohl, Lauch und so weiter echt gerne mag). Bei uns gibt es schon Zucchini, Auberginen und Tomaten vom lokalen Bauern, Paprika noch nicht. Außerdem immer noch Mangold, Süßkartoffeln, neue Kartoffeln, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Sellerie, Möhren, alles mögliche an Kräutern, Erbsen gibt es schon frisch, breite Bohnen auch (Stangenbohnen bestimmt auch bald), Salate ohne Ende,... das Angebot ist riesig :smile: Wir überlegen immer auf welches Gemüse wir denn Lust hätten. Manchmal (momentan oft) gibt es dann trotzdem Fleisch oder Fisch dazu (oder Käse), aber die Mengenverhaeltnisse sind anders als wenn ich „andersrum denke“ :smile:
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #157
Um Menschen den Übergang leichter zu machen :zwinker:

Es gibt ja durchaus einen nicht geringen Prozentsatz an Menschen, die gerne (mehr) vegan/vegetarisch essen wollen, die aber auf ihre Lieblingsspeisen dafür nicht verzichten wollen. Manchmal hat man halt Bock auf Schnitzel, Burger und Grillwurst. Weil man es halt kennt und weil man es auch mag.

Da nimmt der Fleischersatz dann einfach die Hürde. Man kann trotzdem noch liebgewordene Sachen essen, man muss nicht auf alles verzichten, es fühlt sich nicht mehr nach Verzicht an.

Ich beispielsweise mag Burger seeeeehr gerne. Jetzt hab ich aber mal ein vegetarisches Rezept ausprobiert, wo halt dann Kidneybohnen und Käse statt Hackfleisch genommen werden. Gut gewürzt ist das zwar immer noch kein Hackfleisch, aber dicht genug dran, dass ich an der Stelle auf das Hack verzichten kann, ohne gleich auf meine geliebten Burger verzichten zu müssen.
 
G
Benutzer Gast
  • #1.313
Trotzdem bin ich immer noch skeptisch über die lange Zutatenliste veganer Produkte mit einigem an Chemie. Gesund kann das auch nicht sein. 🌭🥪
Das kommt ja wohl stark aufs Produkt an. Bei Rügenwalder veganer Streichwurst etc. gebe ich dir Recht (finde ich aber trotzdem noch viel "gesünder" als die Zutaten in echter Streichwurst :ninja: ).
Aber es gibt sooooo viele Aufstriche, die vegan und wirklich gesund sind völlig ohne Chemie. Bei dm, Rossmann, von Tartex, Zwergenwiese etc., oder einfach Hummus und Co.
 
G
Benutzer Gast
  • #1.413
sich für mich ein vegetarisches oder veganes Gericht auszudenken
Das finde ich aber immer echt heftig. Essen deine Eltern in JEDER Mahlzeit Fleisch? Zumindest vegetarische Gerichte sollte doch jeder Fleischesser auch mal standardmäßig kochen?
Bei uns wird das Problem übrigens so gelöst, dass wir uns was ausdenken und dann für alle kochen. :grin: Wobei meine Eltern mittlerweile z.B. bei Bolognese auch nur noch die vegane Version kochen, auch ohne uns :link:

Ich denke, dass mich gekauftes veganes Rührei-Pulver durchaus stören würde, wenn ich es essen müsste, aber das ist ja nicht der Punkt, ich will's nur verstehen.
Du denkst und würdest, wenn du müsstest. Heißt das, du hast es noch nie probiert?
Ich habe übrigens auch noch nie Rühreipulver probiert, weil ich dafür keine Notwendigkeit sehe. Aber wenn es jemandem schmeckt, warum nicht? Ich frage mich ja auch nicht, wer bitte Lakritze mit Salz mag, nur weil ICH es nicht mag, darf es doch trotzdem existieren.

Dann würde halt Rührei zukünftig von meinem Speiseplan verschwinden, darum geht es ja. Das wäre die Konsequenz. Warum dann aber jemand Rührei imitiert, und zwar auf eine Weise, die weder geschmacklich noch sinnlich irgendwas mit Eiern zu tun hat, das raffe ich nicht
Nö, wenn man vegan werden will, ist die Konsequenz, nichts mehr vom Tier zu essen, sonst nichts. Wie man die übrigen Lebensmittel verarbeitet, steht doch jedem frei. :zwinker:
Man sagt ja auch nicht zum Fleischesser: Du isst Fleisch, also isst du gefälligst auch Innereien und Knochenbrühe, das ist ja die Konsequenz aus dem Fleischessen.

Und doch, wenn man Kala Namak nutzt, schmeckt es durchaus nach Ei, aber selbst wenn es nach Vanillepudding schmecken würde, wäre das doch total egal? :grin:
 
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G
Benutzer Gast
  • #1.416
Ich finds ja eher absurd, wie man seitenweise und immer wieder erklären und rechtfertigen soll, warum man etwas essen will, das einem eben lecker schmeckt, aber halt nicht vom Tier kommt - während die andere Seite nicht erklären muss, warum sie gerne die Periode vom Huhn in der Pfanne verrührt, die Muttermilch von Kälbern wegtrinkt oder zerhacktes Schwein und Fett (und andere fragwürdige Zutaten) in einen Darm presst und isst. :upsidedown:
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #1.443
Ich denke, das macht mir die Vorstellung so schwer, dass mir ein "Käsefondue" aus Käse-Imitat mit hundert zweifelhaften Zutaten schmecken könnte, die in der Summe vermutlich viel problematischer sind als richtiger Käse aus Milch von glücklichen Kühen.
Käse ist… schwierig. Mal ganz ehrlich: Würstchen ohne Darm zu bauen ist deutlich leichter als Käse oder Ei. Also alles, was die Konsistenz deutlich verändert und aufgrund der Grundzutaten eine Vielzahl an Funktionen mitbringt ist schwer umsetzbar. Das ist abseits von trivial 😁
Zu den zweifelhaften Zutaten: In der EU sind alle Zusatzstoffe geprüft und im Rahmen von Studien erforscht. Einer der Gründe, warum es z.B. Höchstmengen gibt und die Liste auch immer mal wieder ausgemistet wird (was gerade eben der Fall ist).
Ein riesiges Problem momentan sind dabei Pökelsalze und Phosphate, diese werden überwiegend in Fleisch und andere tierische Produkte eingebracht. Dagegen sind Methylcellulose und Kartoffelfasern auch wenn es komisch klingt deutlich harmloser. Im nächsten Schritt muss man auch nochmal weitergehen. Also nicht nur schauen, ob es tatsächlich schädliche Inhaltsstoffe sind oder man selbst auf seine Vorurteile hineinfällt, sondern es auch mit dem vergleichen, was man alternativ essen würde.
An dieser Stelle sei angemerkt, dass verarbeitetes Fleisch mittlerweile von der WHO als karzinogen eingestuft wurde — also in einer Stufe ist, in der sich auch Tabak und UV-Licht befinden. Rotes Fleisch wurde als „probably carcinogenic for humans“ eingeordnet, das ist zwar weniger als die erste Gruppe und nur die 2A (verarbeitetes Fleisch ist in Gruppe 1), aber eben nicht „harmlos“. Hier spielt uns die Gewohnheit einen sehr üblen Streich.
Halten wir an dieser Stelle fest: Es gibt auch sehr gute gesundheitliche Gründe, keine/sehr wenige tierische Produkte zu verzehren.
So könnte ich mir eine vegetarische oder auch vegane Zukunft noch am ehesten vorstellen. Aber veganes Rührei, nur damit es nach etwas aussieht, das ich kenne?
Naja, wenn du häufig Rührei isst und sonst eher weniger kochen kannst, dann ist das doch erstmal eine gute „Ausstiegsstrategie“, bei der du verhältnismäßig wenig Kenntnisse abseits des bisher bekannten brauchst. Nicht jeder Mensch bringt Skills in der Küche mit — oder entsprechende Kreativität und die meisten Menschen sind eben in einer (zu viel) fleischessenden Gesellschaft großgeworden und kenne eben diese Konzepte mit Fleisch.
Aber wenn die Würstchen/Grillfleisch etc essen, ist es kein Aufwand, mir dann eben gleichzeitig eine Packung Ersatzprodukte mitzunehmen.
Stimmt. Ist übrigens bei mir auch so ☺️ Auch wenn ich mittlerweile mit Grillburritos, Bohnenburger oder lustigen Kreationen manchmal den Neid der anderen auf mein Essen ziehe, geht das einerseits mit Vorbereitungszeit einher und andererseits muss man eben auch wissen, was man tut. Mein Vater kann Würstchen und Steaks grillen… das bekommt er auch gut mit den Produkten aus dem Supermarkt hin. Und bei Burgern muss sich meine Mutter für mich kein eigenes Gericht mehr ausdenken. Ein entsprechendes Patty im Supermarkt gekauft und die Sache ist geregelt. Braun wird es auch, so ist dann auch klar, wie es gegrillt werden muss 😁🙃
Ich denke, dass mich gekauftes veganes Rührei-Pulver durchaus stören würde, wenn ich es essen müsste, aber das ist ja nicht der Punkt, ich will's nur verstehen.
Warum sollte es dich stören? Wärst du nicht eher neugierig? Ich finde es übrigen cool, dass du es dir gekauft hast ☺️ bei Ei hilft es mir, mir vor Augen zu halten, dass es eher das „Konzept“ Rührei hat und nicht zu 100% das Ei imitieren möchte (das ist echt schwer… außer im kalten Eiersalat 😂)
Also angenommen, ich mag Rührei und esse es regelmäßig, und irgendwann entscheide ich mich für eine vegane Lebensweise. Dann würde halt Rührei zukünftig von meinem Speiseplan verschwinden, darum geht es ja. Das wäre die Konsequenz. Warum dann aber jemand Rührei imitiert, und zwar auf eine Weise, die weder geschmacklich noch sinnlich irgendwas mit Eiern zu tun hat, das raffe ich nicht. Nur weil's optisch irgendwie daran erinnert?
Weil es die Funktion erfüllt. Ich will morgens meistens Proteine und warm und Gemüse und vorzugsweise wenige einfache Kohlenhydrate. Also klar, Porridge mit irgendeinem Joghurtverschnitt… oder warmer Linsensalat… aber ersteres trifft nicht meinen Geschmack, letzteres ist aufwändig. Deswegen breche ich es runter auf die Funktion und baue darauf auf ☺️ bei mir gibt’s dann z.B. auch mal warme pürierte Bohnenpaste mit Antipastigemüse und einer kleinen Menge Brot. Das ist aber eben umgedacht.

Und mal anders: Ich habe Rührtofu ganz schön lange intuitiv abgelehnt. Bis ich in einem Frühstücksladen war, das vegane Frühstück am besten klang (hey… mariniertes Gemüse, diverse hausgemachte süße und herzhafte Aufstriche und lila Kartoffelchips sind ein Argument 😁) und ich mir blöd vorkam, das Rührei umzubestellen. Was soll ich sagen? Es hat in einigen Fällen das Rührei abgelöst. Nicht, weil es genauso schmeckt wie Ei. Sondern weil es tatsächlich vielseitiger ist (ich mag den Eigeschmack nicht immer), mir in dem Moment besser geschmeckt hat als das Rührei und ich ohnehin versuche, weniger tierische Produkte zu essen.
DIESES Umami-saftig-sabber-Gefühl bei mir auslösen würden, ich wär einfach nur FROH, wenn dann keine Kuh und kein Schwein deshalb zwangsweise sterben müsste. Und das sag ich durchaus als Fleischesser.
Ooooh ja 😍 Wenn es hilft, dass man sich besser an die Planetary Health Diet hält, ist schon ein ganzes Stück geschafft ☺️☺️ und das ist halt auch wichtig: Es muss gut schmecken. Die wenigsten Menschen möchten ihr Leben lang verzichten und wenn das bedeutet, dass man auf nachhaltigeren Quellen Dinge herstellt, die gesünder sind als die Alternativen, dann ist vielen bereits geholfen.
Wenn ich jetzt umgekehrt entscheiden würde, keine Gemüse mehr zu essen, aber gleichzeitig meine geliebten Auberginen so sehr vermisse, dass ich anfange, mir eine Ersatz-Aubergine aus Schweinehack und anderen Zuaten zu basteln, wäre das vermutlich auch komisch.
Warum trinken Menschen entkoffeinierten Kaffee? Warum essen Menschen fettreduzierten Bacon? Warum gehen Menschen in Schwimmbäder, wenn es auch Seen gibt? Warum essen Menschen, die Gluten und Weizen ablehnen, Brot?
Warum gibt es Salz, das kein Salz ist?

Menschen entscheiden, dass sie etwas möchten/gut finden/vermissen und dann entscheiden sie auf Basis ihrer Präferenz aber auch hinsichtlich der Konsequenzen. Für einige Menschen sind die Konsequenzen (Landerosion, Trinkwasserverschmutzung, Schäden an der eigenen Gesundheit, Leid der Tiere) zu groß und sie entscheiden sich deswegen gegen das Produkt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie es nicht eigentlich gerne hätten — wenn es diese Konsequenzen nicht mit sich bringen würde.
Also wenn du z.B. auf Avocado verzichten würdest (auch dafür gibt es gute Gründe) und es schaffst, aus der heimischen Gurke oder Kartoffel den gleichen Geschmack hinzukriegen, fände ich das sehr cool.
Du hast es wahrscheinlich schon probiert, aber ich finde Erbsenmatsch eigentlich recht gut :smile: ist leider weniger cremig, aber mit Zitrone (ja..Essig würde auch gehen, passt aus meiner Sicht aber weniger) durchaus ein leckerer Ersatz.
So, ich nenne jetzt ein Beutelchen "Mein Rührei-Ersatz" der Firma "Biovegan" mein eigen. (Für den erstaunlichen Preis von 2,99 Euro hätte ich mir auch 10 Bio-Eier kaufen können, aber nun gut.) Ich bin sehr gespannt. Vielleicht überzeugt es mich ja.
Wie gesagt: ich würde Rührtofu empfehlen. Ich wünsche viel Spaß beim Probieren ☺️
Bei mir gibt es immer wieder neue Umstellungen. Fleisch und Fisch aufzugeben ging eigentlich recht gut, aber bei allem anderen dauert es bei mir auch. Dafür hält es mich dann hoffentlich lange zufrieden und meinen Fußabdruck möglichst klein :smile:
Und das ist der entscheidende Punkt. Ich hab mich entschieden vegan zu leben und will eben keine Hühnersuppe mehr und auch keine Würstchen. Ich nehme Gemüsesuppe und freue mich auf total schöne Experimente, die die vegane Ernährung so mit sich bringt.
Verstehe mich nicht falsch: Ich finde es mega, was du zauberst und schaue mir da gerne gelegentlich was ab ;-)
Aber die Umsetzung, damit zu „spielen“, etc. braucht neben Können auch Kreativität und die haben viele Menschen so beim Essen eigentlich nicht. Viele sind eher „reproduktiv“ veranlagt und kopieren anderes, konstruieren bekanntes um, entwickeln für sich selbst aber nichts Neues. Auch fehlende Kenntnisse sind ein häufiger Grund (auch wenn man das schnell ausgleichen könnte) ☺️
 
froschteich
Benutzer164451  (36) Beiträge füllen Bücher
  • #1.522
In der ORF-TVthek gibts momentan (bis Montag und mit Ländersperre glaube ich) eine Reportage zu Fleisch- und Milchersatzprodukten, die ich total interessant gefunden habe. Da wird alles beleuchtet von Nachhaltigkeit bis zu Nährstoffen, Geschmack, etc. Ist für manche hier vielleicht längst Basiswissen, aber für mich war so gut wie alles neu :grin: ich hab z.B. nicht gewusst, dass Mandelmilch so arg schlecht für die Umwelt ist (von Sojaprodukten hab ichs ja doch schon gewusst), es sei denn es ist alles aus regionaler Produktion. Und dass es eher eine Marketingstrategie ist zu sagen, dass Milchersatz prinzipiell nachhaltiger als Kuhmilch ist.
Ich habe bis jetzt auch nie wirklich auf Zusatzstoffe geschaut und nicht gewusst, wieviel Müll da teilweise beigesetzt wird und dass man beim Kauf darauf achten sollte, dass so wenig zusätzliche Stoffe wie möglich drinnen sind. Grad ich mit meiner chronischen Krankheit sollte da wohl besonders gut aufpassen, da manche Zusatzstoffe Entzündungen anregen.

Ich war auch voll überrascht, wie einfach es ist Mandelmilch selber zu machen und dass die Mandelmilch (und anderer Milchersatz) im Supermarkt nur so teuer ist, weil das Marketing so viel kostet.
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #1.526
froschteich froschteich , ich habe das Video noch nicht gesehen, da ich dafür einen Proxy benötige (darf nur im AT wiedergegeben werden).
Allerdings kurz vorweg zur Einordnung: Bei Kuhmilch ist nicht nur die Milch selbst potentiell problematisch, sondern eben auch der hohe Wasserverbrauch der Kühe, die großen Mengen Gülle, die Mengen an Methan (Kühe pupsen, insbesondere, wenn sie nicht ausreichend mit Heu und Gras gefüttert werden) und die Produktion des Futters. Wie bei Menschen auch, braucht die Kuh “etwas mehr“, um wirklich die Mengen zu bilden, die in der Milchwirtschaft gängig sind. Heißt selbst wenn das Soja für die Sojamilch von frisch gerodetem Regenwald kommen würde (was sie im allgemeinen nicht tut, insbesondere bei verarbeiteten tierischen Produkten sieht das anders aus, da dort keine Angaben über die Entstehung der Vorprodukte gemacht werden müssen), ist deutlich weniger Produkt notwendig, um Sojadrink herzustellen, als die Kuh am Leben und am Milch gegeben zu halten (anteilig berechnet natürlich. Produktion von Lebensmitteln durch einen essenden Zwischenstopp sind im allgemeinen recht wenig effizient, da das Tier auch lebt, Wärme produziert und das Futter nicht 1:1 in Milch umwandelt).
Ja, Mandeln sind wirklich nicht gut — aber müssen eben auch mit Milch in Relation gesetzt werden und die meisten Milchkühe leben eben nicht irgendwo auf einer grünen Wiese und fressen nur Gras.
Ich habe bis jetzt auch nie wirklich auf Zusatzstoffe geschaut und nicht gewusst, wieviel Müll da teilweise beigesetzt wird und dass man beim Kauf darauf achten sollte, dass so wenig zusätzliche Stoffe wie möglich drinnen sind. Grad ich mit meiner chronischen Krankheit sollte da wohl besonders gut aufpassen, da manche Zusatzstoffe Entzündungen anregen.
Milch steht immer wieder in der Diskussion, entzündungsfördernd zu sein, da läuft die Forschung aber noch und es scheint nicht klar zu sein, was dabei herauskommt. Was jedoch klar sein sollte, ist, dass Milch ein doch recht komplexes Produkt ist, bei dem die Liste recht lang wäre, wenn man die tatsächlichen Inhaltsstoffe aufzählen müsste 😉
Zusatzstoffe sind bei den gekauften Produkten oftmals notwendig, um die Konsistenz zu erhalten, aber auch zum Beispiel, um das Nährwertprofil zu verbessern.
Es macht mit Sicherheit jedoch einen Unterschied, ob ich irgendeinen 0-8-15 Sojadrink kaufe oder etwas, das z.B. explizit Milch nachbildet. Da muss dann auch etwas „mehr“ gemacht werden, damit das Produkt so ist.
Generell ist es jedoch mit einer Darmerkrankung (und auch ansonsten) sinnvoll, die Zutatenlisten zu lesen.
Ich war auch voll überrascht, wie einfach es ist Mandelmilch selber zu machen und dass die Mandelmilch (und anderer Milchersatz) im Supermarkt nur so teuer ist, weil das Marketing so viel kostet.
Ja ☺️ das sind viele Sachen, die auch daheim gut funktionieren. Ich habe auch schon Hafermilch selbstgemacht (und ja, auch Enzyme hinzugegeben, da mir das besser schmeckt, wenn der Zucker verfügbar ist).
Was fairerweise aber auch hinzukommt ist der Entwicklungsaufwand, das wirtschaftliche Risiko und deutlich kleinere Chargen. Milch kann sehr gut in riesigen Mengen sehr effizient verarbeitet werden — bei den pflanzlichen Alternativen fehlen noch viele der für die Effizienz notwendigen Zwischenschritte, es müssen neue Anlagen gekauft werden, die Sachen müssen separat gelagert werden, Lieferketten müssen organisiert werden, etc.
In Deutschland spielt übrigens auch die Steuer mit rein. Pflanzliche Drinks zählen nicht zu den Grundnahrungsmitteln und werden deswegen mit einem höheren Steuersatz besteuert als Kuhmilch.
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #1.610
Naja, das gilt halt für alle stark verarbeiteten Fertigprodukte, egal ob vegan oder nicht 🙃
Wobei es da — und ich weiß, das ist eigentlich mehr Differenzierung und Auseinandersetzung als der Otto-Normalverbraucher haben möchte/aufbringen kann — durchaus Unterschiede gibt.
Konservierungsstoffe sind z.B. eher seltener vertreten, was auch damit zusammenhängt, dass vieles weniger anfällig ist (was mit den Grundzutaten und der Herstellung zusammenhängt). Auch die Pökelsalze kommen eher nicht vor. Schmelzsalze findet man, aber halt nicht so oft wie in vielen „klassischen“ Fertiggerichten.
Verdickungsmittel sind weiterhin eine Sache, aber auch da kann mittlerweile gut auf unproblematisch umgestiegen werden, z.B. auf Kartoffelfasern.
Klar.. in klarer Suppe wird als Abfüllhilfe bestimmt noch das ein oder andere eingesetzt — das ist dann tatsächlich unabhängig davon, ob neben den Nudeln noch Würstchen mitschwimmen und wenn es „konventionell“ hergestellt wird ohne dass umgestellt wird, dann ist es eben dasselbe. Hinzukommt ein im Durchschnitt größeres Interesse an der Zusammensetzung des Produktes und eine höhere Zahlungsbereitschaft bei veganen Produkten. Gerade Fleisch ist leider (und ja, das geht zulasten der Gesundheit, der Qualität und der Umwelt) ein ziemliches Billigprodukt geworden, im veganen Markt herrscht weniger Preisdruck (in einigen Teilen) und die Rohstoffe sind teilweise sehr günstig.

Falls man sich nochmal ein bisschen mehr damit auseinandersetzen möchte, ist diese Übersichtsarbeit:


Was bei der Differenzierung von stark verarbeiteten Lebensmitteln oft runterfällt sind Softdrinks. Sie scheinen ein signifikanter Treiber zu sein, wenn es um Erkrankungen im Zusammenhang mit hochverarbeiteten Lebensmitteln geht. Das ist erstmal kein Problem von „Essen“.
Das nächste Problem mit „hochverarbeiteten Lebensmitteln“ ist die Verpackung, aus der Schadstoffe ins Produkt eingebracht werden können. Das macht beispielsweise recycelte Materialien sehr schwierig, wenn sie direkten Kontakt zum Lebensmittel haben.
Der nächste Punkt beinhaltet auch den ersten: Hochverarbeitete Lebensmittel sind sehr verschieden. Viele der hochverarbeiteten Lebensmittel hier sind es international nicht unbedingt, zumal in der EU viele, viele Zusatzstoffe auch jetzt nicht zugelassen sind (und ja, man arbeitet da gerade berechtigterweise nach und verbietet, bzw. reguliert. Insbesondere hier werden uns Nanomaterialien noch einige Jahre begleiten und beschäftige)
Nehmen wir mal ein paar Beispiele:
Eine Tomatensuppe lässt sich beispielsweise recht gut ohne Zusatzstoffe und Hilfsstoffe produzieren, wird sie in einer Dose (wir nehmen jetzt an, dass die Versieglung der Dose perfekt ist und nichts ins Produkt übergeht) konserviert ist sie auch ohne Konservierungsmittel jahrzehntelang problemlos essbar. Sie muss womöglich geschüttelt werden vor Verzehr.
Nehmen wir jetzt als Vergleich eine Torte aus der Tiefkühlung. Die Sahne muss stabilisiert werden, es darf kein Wasser austreten und das Fett darf nicht ranzig werden, außerdem ist sie anfällig für mikrobiellen. Außerdem muss die Sahne perfekt geschlagen und dennoch maschinell verarbeitbar sein — sprich: sehr viel stabiler als es bei normaler Sahne der Fall wäre. Zu viele Früchte machen die Creme weniger stabil und sind auch schlecht normierbar, sie fügen Wasser hinzu, hier eignen sich also Extrakte und Aromen, Vanille und Tonka sind teuer und wer zahlt schon mehr als 10€ für eine Tiefkühltorte? Die Rohstoffe sind teuer, von daher müssen sie möglichst optimiert eingesetzt werden, teilweise führen pflanzliche Fette wie z.B. Kokosöl auch zu einem besseren Ergebnis. Der Teig soll saftig bleiben ohne matschig zu werden, es werden also Stabilisatoren und Feuchthaltemittel benötigt, außerdem soll der Teig nicht hart oder trocken werden, demnach wird wie in der Sahne auch modifizierte Stärke verwendet (und ja.. Stärke ist ein riiiiiiiesiges Thema. Es gibt sogar eine Zeitschrift 😁). Die Torte soll aber auch „bunt“ sein und gut schmecken… also Farb- und Aromastoffe, die dann auch noch zum Zucker (der wirklich nicht harmlos oder unschädlich ist) hinzukommen, andere Herstellungsverfahren bringen z.B. auch Schaum als Problem mit sich. Das trifft beispielsweise Frittieröle, aber auch die Fruchtsaftherstellung (nicht immer und überall, aber bei einigen Sorten ist es ohne… sehr schwierig).
Wir sind also auch bei der Torte mit recht vielen Zusatzstoffen noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Ich empfehle an dieser Stelle, sich mit „alten“ Fertiggerichten oder mit Ready-to-eat/ready nach Aufguss mit Wasser-Essen zu beschäftigen. Da geht/ging es teilweise noch deutlich “wilder“ her.
Backmischungen aus Lateinamerika oder den USA lesen sich teilweise auch „interessant“.

Was ebenfalls hinzukommt: Die Anforderungen sind (völlig zurecht) recht hoch an die Produkte und die Sicherheit (und da muss gegebenenfalls auch verglichen werden, wie schlimm zum Beispiel eine Botulismus-Erkrankung wäre im Vergleich zum Konservierungsmittel) und die Zahlungsbereitschaft ist eher weniger groß (was kein Vorwurf an irgendjemanden sein soll, aber soetwas wie Frosta ist zwar lecker und „clean“, aber auch nicht günstig und damit für jede Person erschwinglich). Außerdem müssen die Lebensmittel teilweise sehr lange (nicht gefroren) haltbar sein, dürfen dabei aber nicht den Geschmack oder die Vitamine einbüßen. Letzteres bedeutet in vielen Fällen entweder, dass einige Sterilisationsverfahren (Hitze) wegfallen, weshalb entweder anders sterilisiert wird (Bestrahlung wäre da zum Beispiel eine Möglichkeit, ist aber nur in Ausnahmefällen erlaubt) oder das Wachstum von Bakterien und Pilzen anderweitig eingeschränkt werden muss. Hier kommen dann Säureregulatoren und Konservierungstoffe ins Spiel. Konservierungsstoffe wirken teilweise sehr spezifisch (nicht alle hemmen die gleichen Bakterien und Pilze), “unterstützen“ sich gegenseitig (wodurch man weniger braucht, die Kombis und deren Auswirkung auf den Menschen und auch ihre Auswirkung in Kombi mit gewissen Medikamenten sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht) und sie wirken unterschiedlich gut innerhalb gewisser pH-Bereiche (und der pH-Wert ist natürlich auch ein Faktor fürs Wachstum/Absterben), weshalb die Säureregulatoren wichtig sind.
Dabei geht es dann um Produktsicherheit, weshalb ein Verzicht schwierig ist, da er zum Beispiel mit einer kürzen Haltbarkeit oder eben geschmacklichen/inhaltlichen Einschränkungen und anderen und womöglich unattraktiveren Verpackungsformen einhergeht. Ein anderer Ansatz ist der Einsatz sogenannter Schutzkulturen. Also das Einbringen von Bakterien, die verhindern, dass sich ungewollte Mikrorganismen ausbreiten, dies geht aber häufig mit einer sensorischen Veränderung des Produktes einher und auch diese Bakterien sind natürlich an gewisse Bedingungen gebunden, sie eignen sich also nicht für alles gleichermaßen, ist also keine einfach zu handhabende Lösung und wäre für die Industrie wahrscheinlich mit sehr großen Prozess-, Rezepturen- und maschinellen Veränderungen verbunden (und ich vermute mal, dass die Kulturen auch langfristig teurer wären als die Standard-Konservierungsstoffe).
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #2.036
Das Zeug von Rügenwalder ist echt gut. Wenn es etwas selbstgemachtes sein soll empfehle ich vegane Leberwurst:
1 Block Räuchertofu
1 Dose Kidneybohnen
1 kleingeschnittene und angeröstete Zwiebel
Knoblauch Gewürz
Majoran (ruhig 1 - 2EL)
Senf nach Geschmack
Und soviel Öl, dass die Masse beim pürieren cremig wird. So 5 bis 6 EL mindestens.

Gibt so knappe 2 Marmeladegläser Leberwurst, hält eine Woche im Kühlschrank, vielleicht 10 Tage.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Beiträge füllen Bücher
  • #2.037
Noch eine Stimme für Rügenwalder. Die Salami von denen schmeckte mir aber immer zu sehr nach Brot, da bevorzuge ich momentan die von Billie Green.
 
WomanInTheMirror
Benutzer123832  (28) Beiträge füllen Bücher
  • #2.038
Von Tartex schmeckt die vegane Leberwurst auch super :smile:
 
Goldkatze
Benutzer147503  Meistens hier zu finden
  • #2.039
Ich finde auch die Schinkenspicker von Rügenwalder gut und sehr nah am Original (Mortadella). Die "Salami" hingegen fand ich furchtbar was die Konsistenz an ging. Viel zu weich.

Ich habe dieses Rezept von veganer Leberwurst gemacht. Habe es für meinen Geschmack abgewandelt. 200 g Räuchertofu statt 175 g, weil in der Packung 200 g drin waren. Räuchersalz habe ich weggelassen, weil ich es sonst zu salzig fand.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (39) Öfter im Forum
  • #2.040
Schinkenspicker von Rügenwalder hört sich verlockend an aufgrund Eurer Empfehlungen. Evtl werde ich mir am Wochenende mal die ein oder andere Pakung kaufen.
Was mich allerdings etwas stört ist das der Eiweißgehalt nur lediglich 2,2 % beträgt.
Gibt es da keine Alternativen die bei etwas 10 % beginnen?
 
Fantasy.
Benutzer172046  Beiträge füllen Bücher
  • #2.041
Fußliebhaber84 Fußliebhaber84 Es ist jetzt vielleicht nicht das, was du suchst, aber die Salami von Billie Green hat 33%, wenn ich bei mir auf die Packung schaue.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (39) Öfter im Forum
  • #2.042
wo bekommet man Billy Green Produkte?
 
Fantasy.
Benutzer172046  Beiträge füllen Bücher
  • #2.043
W
Benutzer180521  Verbringt hier viel Zeit
  • #2.044
Hat jemand ein Rezept für vegane Gulaschsuppe? Ich hab mal eine mit Jackfruit gemacht, aber die waren von der Konsistenz her ungeil und die Würzung hat auch nicht gut gepasst - außer der Schärfe hat es eher langweilig geschmeckt. Also wäre ich auch offen für Empfehlungen für Gewürzmischungen, wobei mir selber machen noch lieber ist.
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (39) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #2.045
Fußliebhaber84 Fußliebhaber84 schau mal diesen Blogeintrag an, da finden sich neben Billie Green noch zwei andere vegane Salamisorten mit viel Protein. 🙂

Ich kenne das Problem ja selbst, bin auch ständig auf der Suche nach proteinreichen Aufschnitten und Aufstrichen.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (39) Öfter im Forum
  • #2.046
Danke Spiralnudel Spiralnudel ,werde heute Abend mal reinschauen
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #2.047
Hat jemand ein Rezept für vegane Gulaschsuppe? Ich hab mal eine mit Jackfruit gemacht, aber die waren von der Konsistenz her ungeil und die Würzung hat auch nicht gut gepasst - außer der Schärfe hat es eher langweilig geschmeckt. Also wäre ich auch offen für Empfehlungen für Gewürzmischungen, wobei mir selber machen noch lieber ist.

Das mach ich immer als Gulasch - also ein Ungar würde sagen: Pörkölt. Ist also keine Suppe.

Aber meiner Meinung nach (und so wie ich das Rezept eh für uns abwandle, weil ich gerne viel Sauce hab :grin: ), spricht bei dem Rezept absolut nix dagegen, einfach mehr Wasser/Tomatenmark zu nehmen, ggf. die Gewürze auch nach oben anzupassen, ein paar gewürfelte Kartoffeln mitzukochen und zum Schluss eine Handvoll Pilze noch eine viertel Stunde mitkochen zu lassen. Ich würd das ganze dann halt einfach länger kochen (tut meinen Sojaschnetzeln gar nix, ich koch die grundsätzlich über eine Stunde).

Von der Konsistenz her haben die Schnetzel gut Biss, bisschen fester als "richtiges Gulaschfleisch". Wenn man nix dazusagt, könnte man das wohl einem Fleischesser auch als "das Schwein war schon etwas älter" verkaufen :grin: Je länger man der Sache gibt, umso weicher werden die Schnetzel wieder. (Aber an ganz zartes Gulaschfleisch kommts von der Konsistenz nie ran)
Aufwärmen ist auch kein Problem. Ich koch meistens doppelte Menge für 2 Tage.
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (39) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #2.048
Alter, ich hatte gerade einen Shake-Orgasmus im Mund oder so. 😅
Ich dachte, ich teste die von Mrs. Brightside Mrs. Brightside empfohlene Alpro Proteinmilch in der Schokovariante mit Banane und Schokopulver (250 ml Alpro + 150 ml eiskaltes Wasser), und es war TO DIE FOR! 🥹🩷
IMG_1264.jpegIMG_1266.jpeg

Wird jetzt mein regelmäßiger Snack (ca. 400 Kalorien) nach dem Training. 😋
 
W
Benutzer180521  Verbringt hier viel Zeit
  • #2.049
Danke Ishtar Ishtar ! Klingt lecker :smile:
 
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