UNI Probleme - Was tun?

Benutzer124657  (22)

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Also zunächst einmal kurz zur FH: Ich habe dort am Dienstag einen Termin, ich werde mir das einfach mal anschauen. Schaden kann es nicht. Entschieden ist aber auch lange noch nichts.

Zu meinem Prof. Ich kann eure Bedenken schon nachvollziehen, teile sie aber nicht. Bei anderen Profs würde ich das vielleicht anders sehen, aber er ist insgesamt anders als die anderen Profs, die ich kenne. Er kennt die meisten seiner Studenten beim Namen und läuft in der Klausur rum und hilft, wenn es mal wo klemmt. Das er jemand so berechnend herausdiskutieren wollte, halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Außerdem habe ich weder meine Hochbegabung erwähnt, noch meine Bedenken am System, abgesehen davon, dass es mir zu unpersönlich ist und mir der Praxisbezug fehlt.
Er meinte auch zu Beginn direkt, dass eigentlich generell keine HiWi-Stellen an Studenten im 2. oder 3. Semester vergeben werden.
Auch hat er ja sogar vorgeschlagen, ich könnte dann für einen Master wieder an die Uni kommen.

Sicherlich Recht habt ihr, dass eine kleinere Uni für mich besser geeignet ist.

Ich kenne mich nicht in Chemie aus, aber du setzt nach zwei Semestern einen Schwerpunkt, das ist nicht gut. Du engst dich in vielerlei Hinsicht zu sehr ein.
Na ja, in zwei Semester wäre das sicherlich zu kurz. Aber habe ihn schon in drei Jahren Ausbildung gefunden. Ich habe ihn also schon mit an die Uni gebracht.

Du beackerst hier im Forum gerade drei Threads nebeneinander, drei Probleme auf einmal. Eigentlich beackerst Du Dein ganzes Leben: Studium, "Lebenskrise", Partnerschaft. Das erzeugt natürlich eine Menge Sorgen bei Dir, Du schreibst dann ja auch, dass Du Dich Nachts zergrübelst. Und im Nebensatz taucht jetzt hier noch auf, dass Deine (offensichtlich recht alten, es sei denn, Dein Vater ist in früher Frührente) Eltern Dir laufend Druck machen.
Die Partnerschaft steht gerade definitiv hinten an. Das mag hier im Forum anders erscheinen, hat aber gerade definitiv die letzte Priorität. Mir ist es auch selbst lieber, wenn ich erstmal die anderen Probleme lösen kann.
Mein Vater ist 62 und dieses Jahr genau genommen pensioniert worden. Meine Mutter wird dieses Jahr 50.
Ja, dummerweise kommt gerade alles zusammen.

Wenn Du wirklich hochbegabt bist und ein tiefes Interesse an Chemie hast, ist das Unistudium Chemie ein Pappenstiel. Dann ist das, was für 80-90 % der Bevölkerung ein Buch mit sieben Siegeln ist, nicht schwer. Es erfodert nur ein gewisses Maß an Disziplin, das Du aktuell nicht aufbringen kannst, weil Deine Baustellen an anderen Stellen Dich komplett vereinnahmen. Also müssen die erstmal weg.
Ja, da hast du wohl Recht.

Was das Verreisen angeht: Ja, ich hab mich wohl wieder mal zu schnell von meinen Eltern bequatschen lassen. Dennoch weiß ich einfach nicht, ob das gerade das Beste ist. Die schlechteste Option ist es aber mit Sicherheit nicht.

Also ich fasse mal etwas zusammen:
An meiner jetzigen Uni werde ich wohl auf Dauer eher nicht glücklich werden. Sehr empfehlenswert für mich wäre wohl eine kleine Uni mit Chemie und idealerweise auch Pharmazie (dann kann ich mir ein paar interessante Pharmazievorlesungen rauspicken). Als Vorschlag wurde Clausthal genannt.
Das erste Problem, dass es zu lösen gibt, ist allerdings außerhalb der Uni angesiedelt. Die Anonymität und die Erwartungen meiner Eltern. Vielleicht lassen sich diese aber auch mit einem Uniwechsel lösen. Die Anonymität dürfte an einer kleinen Uni erheblich geringer ausgeprägt sein, außerdem würde mir in Hinsicht aufs Abnabeln vmtl. auch eine größere räumliche Trennung von meinen Eltern gut tun. Sowie es vmtl. auch nicht schaden kann, wenn meine Eltern mal sehen, dass ich eigene Entscheidungen treffe und nicht nur mache, was sie von mir erwarten.
Eine andere Option wäre es, erstmal für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Mit work and travel oder durch einen Freiwilligendienst.
In der aktuellen Situation (die offiziellen Bewerbungsfristen fürs kommende Semester sind an den meisten Unis bereits abgelaufen) wäre es womöglich auch nicht das Dümmste, beides zu kombinieren, also die Wartezeit mit einem Auslandsaufenthalt zu überbrücken. Noch ein Semester weiter zu studieren, um dann wechseln zu können, halte ich nämlich für ziemlich dämlich.
Sollte es mit meinen Eltern tatsächlich irgendwelche Finanziellen Probleme geben, kann ich mir immer noch einen Job suchen, ich habe ja sogar eine Ausbildung.
 

Benutzer153302 

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Flöchen99 Flöchen99 In Clausthal gibt es keine Pharmazievorlesungen, du kannst aber einen Schwerpunkt in die Organische Chemie legen, und weiterhin gibt es sehr gute Biochemie-Vorlesungen (einer der OC-Profs ist Biochemiker). Toxikologie hattest du glaube ich vorher auch noch angesprochen, das war bei mir damals Wahlpflicht, wie es jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn du mehr Fragen zu Clausthal hast (Namen, Adressen, etc) kannst du mich auch gerne anschreiben :zwinker: Btw: Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Mitte Oktober, also knapp 2 Monate :zwinker:
 

Benutzer124657  (22)

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Toxikologie hattest du glaube ich vorher auch noch angesprochen, das war bei mir damals Wahlpflicht, wie es jetzt aussieht weiß ich nicht.
Toxikologie und Rechtskunde ist Pflicht im Chemiestudium. Das braucht man für den Chemikalienschein.

Btw: Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Mitte Oktober, also knapp 2 Monate :zwinker:
Oh, okay :eek:. Wann fängt denn da das Semester an? Hier gehen die Semester Anfang Oktober los, Bewerbungsschluss ist oft schon Mitte Juli.
 

Benutzer132552 

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Sehr empfehlenswert für mich wäre wohl eine kleine Uni mit Chemie und idealerweise auch Pharmazie (dann kann ich mir ein paar interessante Pharmazievorlesungen rauspicken).

So, jetzt nochmal ein gut gemeinter Frontalschlag ins Gesicht. Fakt ist: Du scheiterst gerade im zweiten Semester Chemiestudium. Trotz Deiner überdurchschnittlichen Intelligenz, die ich nach wie vor nicht in Frage stelle. Und jetzt willst Du das Problem lösen, indem Du Dich auf die dämliche Idee versteifst, Pharmazievorlesungen dazu zu nehmen und gebetsmühlenartig verkündest, Organische Chemie sei Deine große Passion? Im modernen Mangamgent Bullshit Bingo: Du bringst Deine PS nicht auf die Straße. Das ist, als wenn jemand mit einem hochgezüchteten Rennwagen Rennen fahren würde und keine Punkte holt, weil er immer in der ersten Runde gegen die Wand fährt. Der löst sein Problem nicht damit, in einen Wagen zu steigen, der nochmal 200 PS höher motorisiert ist, sondern indem er Fahrstunden nimmt. Fahrstunden brauchst Du, um Dein Problem 1. zu lösen. Dabei kann ein Wechsel nach Clausthal oder wohin auch immer helfen, da es dort ein bisschen weniger anonym ist, aber das ist nicht die Komplettlösung. Die liegt in ganz viel Arbeit an Dir, da kann der Uniwechsel nur ein Puzzlestein sein. Auch in Clausthal warten sie nicht auf Dich und empfangen Dich mit Palmwedeln und Girlanden. Auch da musst Du aktiv auf andere zugehen. Freundschaften muss man sich erarbeiten. Je älter man wird, umso mehr. Problem 2. löst sich nach Lösung von Probelm 1. ganz von selbst, egal wo und in welchem Studiengang. Du wirst Punkte holen, wenn Du Fahrstunden genommen hast, ganz egal in welchem Rennwagen Du dann sitzt.

Egal an welche Uni und welchen Unitypus Du wechselst und was Du zusätzlich hörst: Du wirst 100 Namensreaktionen auswendig lernen müssen. Und Du wirst auswendig lernen müssen, welche anorganischen Verbindungen kubisch-flächenzentriert und welche hexagonal-dichtest kristallisieren. Und dann kommt im 3. auch noch die staubtrockenene Thermodynamik / Physikalische Chemie dazu. Da musst Du dann noch dämliche Gleichungen und Gesetze auswendig lernen. Dem kannst Du nicht weglaufen. An keiner Uni dieser Welt. Wenn Du das nicht willst oder kannst, bist Du falsch an der Uni. Dann mach Dich selbständig, oder was auch immer.
 

Benutzer124657  (22)

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Auch in Clausthal warten sie nicht auf Dich und empfangen Dich mit Palmwedeln und Girlanden. Auch da musst Du aktiv auf andere zugehen. Freundschaften muss man sich erarbeiten. Je älter man wird, umso mehr. Problem 2. löst sich nach Lösung von Probelm 1. ganz von selbst, egal wo und in welchem Studiengang.
Ja, das ist mir bewusst.
Das wäre zu hoffen.

Egal an welche Uni und welchen Unitypus Du wechselst und was Du zusätzlich hörst: Du wirst 100 Namensreaktionen auswendig lernen müssen. Und Du wirst auswendig lernen müssen, welche anorganischen Verbindungen kubisch-flächenzentriert und welche hexagonal-dichtest kristallisieren. Und dann kommt im 3. auch noch die staubtrockenene Thermodynamik / Physikalische Chemie dazu. Da musst Du dann noch dämliche Gleichungen und Gesetze auswendig lernen.
Ja, du hast Recht. Ich muss erstmal den Rest in den Griff bekommen, bevor ich mich tatsächlich noch im irgendwelche anderen Vorlesungen setzen kann.
Dennoch schadet es in meinen Augen nicht, sich diese Option offen zu halten. Und sei es nur für die Wahlpflichtmodule.
Und ich weiß auch, dass ich durch die AC halt durch muss. Die PC ist nicht das Problem, die liegt mir recht gut und ich finde sie im Allgemeinen auch deutlich interessanter als die AC. Und die Unis haben auch alle sehr ähnlich Module das ist mir bewusst. Allerdings gibt es z.B. Unis, die im Bachelor wenigstens keine Theoretische Chemie haben. Das wäre dann vielleicht etwas besser für mich geeignet.
 

Benutzer113006 

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Flöchen99 Flöchen99 : du darfst mir gerne eine PN schreiben. Wenn ich nicht ganz falsch liege, dürften wir an der selben Uni studiert haben. Bzgl. Sozialleben hätte ich ein paar Tipps.
Zum Rest möchte ich dir auch schreiben, dafür brauche ich aber mehr Zeit. :zwinker:
 

Benutzer124657  (22)

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Es mag aber auch sein, dass ich mir einfach zu viele Gedanken mache und selbst das eigentlich nicht so schlimm ist :seenoevil:. Dass ich einfach nur mal richtig rangehen muss, ohne all den Scheiß drum rum, der mich davon abgehalten hat sowie den mittlerweile gewonnenen Erfahrungen.
 

Benutzer153302 

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Oh, okay :eek:. Wann fängt denn da das Semester an? Hier gehen die Semester Anfang Oktober los, Bewerbungsschluss ist oft schon Mitte Juli.
Ich kann mich irren, aber Semesterstart dürfte in ganz Deutschland zum 1.10. sein. Die Vorlesungen beginnen in Clausthal aber erst am 22.10., guckst du hier :zwinker:
Allerdings gibt es z.B. Unis, die im Bachelor wenigstens keine Theoretische Chemie haben. Das wäre dann vielleicht etwas besser für mich geeignet.
Theoretische Chemie gibts in Clausthal zB gar nicht, dafür aber Technische Chemie. Inwieweit du da vom Regen in die Traufe kommst kannst nur du selber beantworten.

Dem Beitrag von H Horst K. ist nichts mehr hinzuzufügen.

https://www.amazon.de/Strategic-App...d=1534518077&sr=8-2&keywords=namensreaktionen Der hier ist wohl in einer OC-VL Standardwerk, aber erst im Masterstudium.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Nochmal zu deinen Beiträgen in diesem Thread. Ich verfolge den Thread mit Aufmerksamkeit und möchte noch ein paar Anmerkungen im Thread lassen.

Zur Studienberatung: jede Beratung ist nur so gut, wie du selbst. Die Beratung kann dir die Entscheidung nicht abnehmen, daher wundert es mich nicht, wenn du sagst, es hat dir wenig gebraucht. Zur Entscheidungsfindung musst du anders kommen als zur Studienberatung zu gehen.

Zum Studium: mich hat das Studium oft angekotzt. Viele Dinge sind einfach sooo irrelevant, gerade wenn man weiß, dass man seinen Schwerpunkt später nicht in den Bereich legen möchte. Zum anderen nervte mich das Studium oft, weil ich viele Sachen in kurzer Zeit machen musste (Danke Bologna!) - aber der entscheidende Punkt ist, dass mir das Studium Spaß machte, wenn ich den Teufel im Detail suchte. Wenn ich mich tagelang in der Bibliothek aufhielt, um wichtige Details für Hausarbeiten herauszuarbeiten, dann war ich im Elfenbeinturm und konnte mich total im Detail verlieren. Nichtsdestotrotz gab's halt auch Inhalte, die weniger erquickend waren. Meinen Stundenplan legte ich z.B. nicht so, dass ich viel frei hatte. Es war zwar ein netter Nebeneffekt nicht früh zur Uni zu müssen oder eine 3-Tage Woche zu haben, aber wenn es ein interessantes Seminar am Freitag hatte, nahm ich das. Mir brachte es nichts, Seminare unter der Woche zu belegen, die mich nicht interessieren und durch die ich mich durchquälen muss. Was ich sagen will: das Studium ist auch ein bisschen was du draus machst. Es kann nicht sein, dass du sagst, die Uni ist schuld oder oder oder. Du musst dich selbst motivieren und dir immer wieder denken, dass der Weg das Ziel ist und du diesen Weg gehen musst, um dein Ziel zu erreichen. Ich glaube, dass es vielen Studierenden so geht wie dir. Du bist damit keine Ausnahme.

Ich bin zwar nicht hochbegabt, aber ja, an der Uni merkt man erstmal, dass man gar nicht so die Special Snowflake ist, wie man es an der Schule dachte zu sein. In meinem Studienfach war ich in der Schule richtig gut. An der Uni gab's da Leute mit viel besseren Noten. Das muss man akzeptieren und sich langfristig auf seinen Hosenboden setzen und lernen. :zwinker:


Per PN hatte ich dir einen Link geschickt. Es gibt ein Programm, bei dem du ausländischen Studierenden Grundlagenunterricht geben kannst. Überleg dir, ob das was für dich wäre, wo du fachlich brillieren kannst. Vielleicht nicht jetzt, aber vielleicht nach Semester 4 oder 5.

Für mich hört es sich übrigens auch so an, wie wenn es dir gut tun würde, aus deinem Elternhaus auszuziehen. Klar, sie finanzieren dich und wollen, dass du das Studium packst. Nichtsdestotrotz solltest du deinen Freiraum für eigene Entscheidungen haben. Du musst meiner Meinung nach nicht jede kleine Entscheidung mit deinen Eltern absprechen. Kann es sein, dass sie dir unterbewusst Druck machen?

Ich bin mit deiner Hochbegabung gar nicht im Bilde. Wann wurde das festgestellt? Hast du dich in der Ausbildung dann gelangweilt und hattest dort gute Note? Welche Schule hast du denn besucht, wenn dein Prof meint, dass sich Schüler dieser Schule grundsätzlich schwer tun würden? Waldorfschule oder was kann man sich darunter vorstellen?
 

Benutzer160853  (34)

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Ein Berufsausbildung prägt vor, aber das Studium soll dir auch neue Horizonte aufzuzeigen. Schon daher würde ich mit einer gewissen Offenheit vorgehen.
Du solltest diese Freiheit nutzen. Vielleicht gewinnst du so Raum für neue Gedanken.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Achja, was mir an der FH tatsächlich sehr zusagt, ist das Praxissemester sowie die Wahlmodule Marketing und BWL, in Bezug auf meine geplante Selbstständigkeit. Außerdem die Module Pharmakologie und Toxikologie.
Weniger zusagend finde ich den Bereich Polymere, der Verfahrenstechnik-Teil ist für mich so mittelmäßig interessant.
Ich glaube, dein Hauptproblem sind deine überzogenen Erwartungen an das Studium.
Suchst du ernsthaft einen Studiengang, in dem dich jedes Modul gleichermaßen total interessiert?

In jedem Studium und vor allem am Anfang eines jeden Studiums wird es Module geben, die dir sehr gut gefallen und andere, durch die du dich durchquälen musst, weil sie eben auch dazu gehören. Da werden eben erstmal relativ breit gefächert die Grundlagen vermittelt.
Das dient einerseits als Wissensbasis für die spätere Vertiefung und Speizailieiserung und andererseits dazu, überhaupt erst herauszufinden, was einem gefällt, um sich für eine passende Spezialisierung entscheiden zu können.

Und ich glaube echt nicht, dass eine FH was für dich ist.
Da ich noch einen Diplomstudiengang absolviert habe, kenne ich mich mit dem Bachelor-Master-Gedöns, Modulen (Bei mir gab es nur Vorlesungen und Scheine), ECTS-Punkten, usw. leider überhaupt nicht aus...
Aber ein FH-Studium ist doch auf jeden Fall deutlich verschulter, als ein Uni-Studium. Da hast du noch deutlich mehr vorgegebene Inhalte und weniger Wahlmöglichkeiten!
Was spricht denn dagegen, in der Uni nebenbei noch etwas fachfremdes zu hören, das dich interessiert (sei es nun BWL, Marketing oder Pharmakologie)?
Wenn du Glück hast, lässt es sich sogar irgendwie als Wahlfach, Wahlpflichtmodul, o.Ä. anrechnen... und wenn nicht, dann hörst du es eben einfach aus persönlichem Interesse - ohne dass es irgendwie angerechnet wird.

Und wenn du jetzt an einer Uni studierst, die in den interessanten Bereichen außerhalb deines Studiengangs zu wenig bietet, dann musst du dir wohl eine andere Uni suchen.

Was aus meiner Sicht möglicherweise für eine FH sprechen würde, ist, dass ich mich an der Uni tatsächlich etwas verloren fühle bzw. der Umgang mir eigentlich zu unpersönlich ist.
Ich glaube, das ist einfach ganz normal am Anfang des Studiums!
Da kommt man von der Schule, in der fast alles vorgegeben war und in der einem alles hinterhergetragen und in vorgekauten, mundgerechten Häppchen auf dem Silbertablett serviert wurde und kommt plötzlich an die Uni, wo es nur noch verschiedene Räume gibt, in denen man von den Professoren große, unhandliche Wissensbrocken zum Fraß vorgeworfen bekommt.

Und was das unpersönliche anbelangt: z.B. bei den Ingenieuren an der Uni Stuttgart (mit gefühlten drölfzig tausend Anfängern pro Jahr und HM im hoffnungslos überfüllten Audimax inkl. Videoübertragung in einen zweiten Hörsaal) geht es sicherlich deutlich unpersönlicher zu, als in meinem Physikstudium an einer Uni, die eher für Medizin, Jura und feingeistige Orchideenfächer bekannt ist, so dass ich einer von ca. 100 Studienanfängern war und wo manche Spezial-Vorlesungen im Hauptsudium in kleinen Seminarräumen mit vielleicht 15 Studenten stattfanden.

[doublepost=1534443424][/doublepost]Wenn ich mich der Thematik mal von der anderen Seite nähere, mir also sozusagen meinen "Wunsch-Studiengang" zusammenstelle, komme ich (nach aktuellem Stand) auf folgendes Ergebnis:
Eine praxisnahe Mischung aus Pharmazie und Chemie (mit Fokus auf die organische Chemie) an der Uni (Anbindung an die Universitäre Forschung), in einem kleinen Studiengang mit vielleicht etwas schulischerem Charakter (also halt persönlicher) und.
Für die persönliche Note muss das Studium nicht verschult sein
Mein kleiner, schnuckeliger Studiengang (100 Anfänger, von denen nach dem Vordiplom noch ca. 60 übrig waren) war eine ziemlich persönliche Sache. In vielen Vorlesungen sollte und durfte man Fragen stellen... und sonst konnte man jederzeit nach der Vorlesung runter gehen zum Prof und da noch was fragen.
Nur wenige Professoren hatten Sprechstunden mit vorheriger Anmeldung, Wartelisten, o.Ä. (eigentlich hatte das nur ein Professor, der nebenbei noch Prodekan für irgendwas war und deshalb häufig in einem anderen Büro am anderen Ende der Stadt saß). Viel häufiger konnte man einfach spontan an der Bürotür des Professors anklopfen oder kurz die Sekretärin Fragen, ob der Prof gerade Zeit hat.
Und auch unter den Studenten bildeten sich insbesondere ganz am Anfang - im Mathe-Vorbereitungskurs und den allerersten Wochen Gruppen von Studenten, die gemeinsam versuchten, sich in der unbekannten Welt der Uni zurecht zu finden und die dann oftmals bis zum Diplom und darüber hinaus gehalten haben.

Das mag sein. Aber ich denke, es ist möglich, auch das irgendwie in einen Kontext zu stellen, sodass ersichtlich ist, wo es hingehört, wofür man es braucht, was man später mal damit macht.
Gerade in der Grundlagenforschung ist das oftmals völlig unmöglich.
Da entdeckt man eine neue, total abgefahrene Sache und findet sie einfach nur deshalb interessant, weil sie neu ist und sich erforschen lässt. Ob es jemals eine praktische Anwendung dafür geben wird, ist dagegen ziemlich uninteressant und kommt häufig erst viele Jahrzehnte später.

Ob jetzt im Labor von Heike Kamerlingh Onnes zufällig entdeckt wurde, dass sehr kaltes Quecksilber seinen elektrischen Widerstand verliert (Supraleitung), ob man entdeckt hat, dass es eine Wechselwirkung zwischen dem Kernspin und starken Magnetfeldern gibt, ob Einstein seine Relativitätstheroie entwickelt hat, oder ob am Spieltag in der Arbeitsgruppe von Geim und Novoselov Tesafilm auf Graphitblöcke gedrückt und wieder abgezogen wurde, um damit monoatomare Graphitschichten abzulösen (Graphen) - Niemand fragte sich ob das auch einen praktischen Nutzen haben könnte.
Das war einfach von sich aus interessant und spannend und ergab viele Möglichkeiten für die weitere Forschung. - Und trotzdem gibt es für alles heute praktische Anwendungen oder zumindest Ideen, wie man es verwenden könnte.

Mit die schönsten Vorlesungen in meinem Studium waren übrigens die Mathematik-Vorlesungen:
Da wurde nicht über praktische Anwendungsmöglichkeiten gelabert. Da wurde in ziemlich sturem Frontalunterricht vor meinen Augen ein wunderschönes, elegantes, logisches Gedankengebäude aufgebaut, das mich total fasziniert hat. Vier Semester lang Definitionen, Sätze, Beweise, Lemmas, usw. - und endlich kein blödes, stupides Rechnen mehr, wie zuvor in 13 Jahren Schule.

Heute bin ich trotzdem irgendwo zwischen angewandter Forschung, Entwicklung und extrem anspruchsvoller Kleinserienproduktion unterwegs und fühle mich dort ziemlich wohl, weil meine Arbeit auch einen praktischen Nutzen hat und es nicht mehr nur um Tehorien und Forschung um der Forschung willen geht.
Aber trotzdem möchte ich die Ausflüge in die Grundlagenforschung ohne praktischen Nutzen im Studium nicht missen, weil das auch hochinteressant und faszinierend war.

Ich bin zwar nicht hochbegabt, aber ja, an der Uni merkt man erstmal, dass man gar nicht so die Special Snowflake ist, wie man es an der Schule dachte zu sein. In meinem Studienfach war ich in der Schule richtig gut. An der Uni gab's da Leute mit viel besseren Noten. Das muss man akzeptieren und sich langfristig auf seinen Hosenboden setzen und lernen. :zwinker:
Oh ja, das kenne ich auch nur zu gut.
In der Schule war ich stinkfaul und habe trotzdem einen Abischnitt von 1,7 (glaube ich... es könnte auch 1,6 oder 1,8 gewesen sein..) aus dem Ärmel geschüttelt und 15 Punkte im Physik-Abi geschafft. Ich dachte, ich wäre super schlau und begabt.
Und dann kam ich ins Physikstudium. Ein 1,x-Abischnitt und 14-15 Punkte im Physik-Abi waren quasi Standard. Viele haben sogar mit wenig Aufwand einen Abischnitt zwischen 1,0 und 1,2 geschafft. Und plötzlich war ich nicht mehr der super schlaue Überflieger, der in den Pausen seinen Mitschülern den Mathe-Stoff erklärt hat, den die Lehrerin nicht vermitteln konnte, sondern einer unter vielen Studenten, die alle mit dem anspruchsvollen Stoff gekämpft haben, die gemeinsam versucht haben, sich im Uni-Chaos zurecht zu finden, usw.
Das war ungewohnt, aber letztendlich fand ich es super.
 

Benutzer129692 

Beiträge füllen Bücher
Du wirst an der Uni zum Wissenschaftler ausgebildet. Die Voraussetzung, um wissenschaftlich arbeiten zu können, sind jedoch solide Grundkenntnisse. Sich diese anzueignen macht vielen keinen Spaß. Sie zu erlernen ist aber leider nötig.

Zudem ist das Studium in Natur- und Ingenieurwissenschaften oftmals auch so konzipiert, dass nur die Leute übrig bleiben, die neben einer Begabung auch eine gewisse Frustrationsresistenz besitzen. Denn diese ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Wissenschaftlers. In der Forschung geht es darum, ein ungelöstes Problem zu lösen. Dies geht für gewöhnlich mit vielen Fehler- und Rückschlägen einher. Nur wer trotzdem weitermacht und sich weiter motivieren kann, wird irgendwann eine Lösung für sein Problem finden.

Das zweite Semester ist übrigens häufig der Zeitpunkt, an dem manchmal auch sehr begabte Studenten ihre Studienwahl in Frage stellen. Manche brechen das Studium dann ab, andere promovieren später sogar.

Für mich wäre eine Reifeprüfung eben, sich selbst Wissen anzueignen, es selbstständig zu erarbeiten, zu verstehen.
Das machst Du dann während der Masterarbeit und Promotion.

bei manchem (z.B. Physik) frage ich mich aber auch, wozu das überhaupt jemals nützlich sein soll.
Physik und Mathematik bilden nicht nur die Grundlage für den Aufbau des Periodensystems, sondern für den kompletten Bereich der physikalischen Chemie. Chemie besteht nicht nur darin, im Labor zu stehen, sondern das ist lediglich ein Teilaspekt.

Also zunächst einmal kurz zur FH: Ich habe dort am Dienstag einen Termin, ich werde mir das einfach mal anschauen.
Ich glaube nicht, dass Du an einer FH glücklich wirst. Denn das Problem ist aus meiner Einschätzung nach nicht, dass Du fachlich überfordert bist, sondern dass Dir die nötige Frustrationsresistenz bisher noch fehlt. Hieran solltest Du meiner Einschätzung nach dringend arbeiten. In Deinen Threads hatte ich schon häufiger den Eindruck, dass Du Deine Hochbegabung teilweise als Ausrede verwendest, wenn Du etwas nicht durchziehen möchtest.

Ich bin mir übrigens sehr sicher, dass ein Teil Deiner Professoren und Betreuer selbst hochbegabt ist, aber bei ihnen kommt noch eine gewisse Frustrationstoleranz hinzu.
 

Benutzer165578 

Öfters im Forum
Und was das unpersönliche anbelangt: z.B. bei den Ingenieuren an der Uni Stuttgart (mit gefühlten drölfzig tausend Anfängern pro Jahr und HM im hoffnungslos überfüllten Audimax inkl. Videoübertragung in einen zweiten Hörsaal) geht es sicherlich deutlich unpersönlicher zu, als in meinem Physikstudium an einer Uni, die eher für Medizin, Jura und feingeistige Orchideenfächer bekannt ist, so dass ich einer von ca. 100 Studienanfängern war und wo manche Spezial-Vorlesungen im Hauptsudium in kleinen Seminarräumen mit vielleicht 15 Studenten stattfanden.
Ich habe gerade mal nachgeschaut, wie viele Studienanfänger es an seiner Uni in seinem Studiengang gibt: 123. Davon schließen 51 den Bachelor auch ab. Erfahrungsgemäß gehen die meisten nach dem ersten oder zweiten Semester ab, sodass fraglich ist, ob eine kleinere Uni die (vermutlich eher hausgemachten) Probleme lösen kann.
Flöchen99 Flöchen99 , wenn dir das zu unpersönlich ist, stellt sich mir die Frage, was du eigentlich genau willst: Eine persönlichere, weil kleinere Uni dürfte tendentiell immer mit einem (noch) verschulteren System einhergehen.

Mein kleiner, schnuckeliger Studiengang (100 Anfänger, von denen nach dem Vordiplom noch ca. 60 übrig waren) war eine ziemlich persönliche Sache. In vielen Vorlesungen sollte und durfte man Fragen stellen... und sonst konnte man jederzeit nach der Vorlesung runter gehen zum Prof und da noch was fragen.
Nur wenige Professoren hatten Sprechstunden mit vorheriger Anmeldung, Wartelisten, o.Ä. (eigentlich hatte das nur ein Professor, der nebenbei noch Prodekan für irgendwas war und deshalb häufig in einem anderen Büro am anderen Ende der Stadt saß). Viel häufiger konnte man einfach spontan an der Bürotür des Professors anklopfen oder kurz die Sekretärin Fragen, ob der Prof gerade Zeit hat.
Und auch unter den Studenten bildeten sich insbesondere ganz am Anfang - im Mathe-Vorbereitungskurs und den allerersten Wochen Gruppen von Studenten, die gemeinsam versuchten, sich in der unbekannten Welt der Uni zurecht zu finden und die dann oftmals bis zum Diplom und darüber hinaus gehalten haben.
All das von banane0815 banane0815 genannte hatte ich an allen Unis, auch mit 260 Anfängern war es jederzeit möglich und meist auch gerne gesehen, in der Vorlesung oder danach Fragen zu stellen. Und im Büro konnte man auch vorbeischauen, auch wenn manche Profs (verständlicherweise) eine vorherige Absprache begrüßten. Das sind für mich selbstverständliche Sachen, die mMn nichts darüber aussagen, ob es an einer Uni persönlich zugeht oder nicht.

Off-Topic:
Alles im OT bitte nicht zitieren.
Ich schildere dir einfach mal ein paar meiner Erfahrungen von kleinen und großen Studiengängen (und Unis) als Input, ob du an einer kleineren Hochschule wirklich besser aufgehoben bist oder ob du die Dinge vielleicht einfach nur mehr selbst in die Hand nehmen musst.
Du weißt ja, wo ich studiert habe. An den beiden Unis im Ausland hatte ich eine überschaubare Anzahl an Kommilitonen (<15 und <30), die Profs kannten alle mit Namen und es war unmöglich, einem Prof nicht zu begegenen, ohne dass er einen auf's Studium ansprach - ob auf dem Abteilungsflur oder in der Stadt. Ich persönlich fand es nicht so toll, dass die eine Prof mir Samstags im Supermarkt die Hand auf die Schulter gelegt hat und wissen wollte, wie ich mit dem Studium vorankomme und dass ich jederzeit zu ihr kommen könne, wenn es Probleme gibt. In dem Moment kam ich mir wie ihr persönliches Sorgenkind vor, dabei hatte ich nie irgendwelche Probleme und kam hervorragend durch's Studium, wie die Noten auch beweisen.
Auch dass alle Studenten und Profs sich jede zweite Woche zum Kaffeetrinken trafen, ging mir auf Dauer gegen den Strich. Hat man mal gefehlt, wurde man bei der nächsten Gelegenheit sofort von einem Prof angesprochen, warum wieso weshalb. Offiziell war es zwar völlig freiwillig, aber eigentlich wurde erwartet, dass man immer dabei ist. Das ist besonders toll, wenn man 2 von 4 Profs nicht sonderlich sympathisch findet und dann schauspielern muss, weil man auf die Klausuren zwar aus Anonymitätsgründen nur seine Matrikelnummer geschrieben hat, aber den Profs dennoch nach kürzester Zeit klar war, wer welche Nummer hat.
Da waren mir die beiden deutschen Unis (in dem einen Studiengang haben 260 angefangen und 94 aufgehört, im Parallelstudium weiß ich es nicht genau, es waren aber ähnliche Zahlen), wo ich mit der Matrikelnummer in der Masse unterging, deutlich lieber.
Der Vorteil des in der Masse untergehens ist nämlich auch, dass man ungeniert Fragen stellen kann oder Kritik am Prof üben kann, ohne dass man Konsequenzen befürchten muss.
An der deutschen Uni hat eine Studentin kurz vor Semesterende mal die Frage rausgehauen, ob sie in der Klausur auch mit Buchstaben rechnen müsse :what::kopfwand:. Es war eine Analysis-Vorlesung und sämtliche Differential- und Integralrechnung der letzen Monate war mit VARIABLEN, da war nichts mit 3+4=7). Die Prof ist in dem Moment zwar vom Glauben abgefallen, aber der Vorteil der Studentin war, dass sie die Frage aus einer anonymen Masse von über 200 anderen Leuten heraus gestellt hat und sie selbst der Professorin deshalb gar nicht negativ in Erinnerung bleiben konnte. Ich weiß nicht, ob sie das in einem Raum mit 15 Studenten auch gefragt hätte.
Im Ausland in dem kleinen Kurs hatte ich widerum das Problem, dass ich nicht wusste, wie ich meinem Prof klar machen sollte, dass ihm grundlegende Statistikkenntnisse fehlen - ohne, dass ich eine schlechtere Note befürchten musste. (Es war ein Modul, in dem den Studenten quantitative Kenntnisse vermittelt werden sollten. Anstatt einen Prof vom Mathe-Department zu engagieren, mussten die Profs des Studienganges das selbst machen, obwohl sie eigentlich in einer ganz anderen Disziplin lehrten. Manche hatten wirklich Ahnung davon, aber dieser eine Prof hat z.B. konsequent behauptet, dass man das Signifikanzniveau alpha nicht vorab festlegen könne. :schuettel: Nachdem ich ihn mal darauf hingewiesen hatte, dass ich glaube, dass er bei der Standardabweichung ein Quadrat vergessen habe (ich wusste ganz genau, dass es fehlt) und er daraufhin ausgerastet ist, habe ich mir jegliche weitere Kritik gespart.
In diesem Fall hätte ich mir einen größeren Studiengang zurückgewünscht, in dem ich ihm aus dem Raum heraus hätte zurufen können, dass in seinen Formeln der deskriptiven Statistik immer wieder Fehler sind, ohne dass er das sofort mit meiner Matrikelnummer in Verbindung gebracht hätte.)

An diesem Beispiel dürfte sich auch zeigen, was dir mMn noch ein bisschen fehlt: Frustrationstoleranz. Es wird immer Vorlesungen geben, in denen du dich zu Tode langweilst, weil es für dich nichts neues ist und wo du verzweifelst. Ging mir in dem quantitative Methoden-Kurs genauso, aber nicht nur da. :zwinker:
Aber wenn du ehrlich bist, dann müsstest du das doch auch aus deiner Ausbildung und dem Berufsleben kennen, oder? Auch in der Berufsschule gab es doch wahrscheinlich Situationen, in denen du dich gelangweilt hast oder wo du dich gefragt hast, wofür du dir jetzt anorganische Chemie anhören musst. Und während deiner Arbeit hast du wahrscheinlich auch immer wieder mal langweiliges, (vielleicht nur scheinbar) unnützes Zeug gemacht, oder?
Dieses Problem wird dir dein Leben lang begegnen, die Frage ist nur, wie du damit umgehst. Umso früher du das lernst, umso weniger frustrierend dürfte es sein. :smile:

Meiner Meinung nach kannst du auch an einer kleinen Uni wie in Clausthal untergehen. Was dir vorrangig zu fehlen scheint, sind Kontakte zu Kommilitonen - aber nur, weil es an einer kleineren Uni weniger Studenten gibt, heißt das nicht, dass der Zugang zu ihnen einfacher wird. Engagiere dich in Initiativen, beteilige dich in der Fachschaft (dann hast du auch einen viel besseren Kontakt zu Profs), suche dir einen Sportpartner, gründe eine eigene Band, ... Es gibt so viele Möglichkeiten, als Student neue Leute kennenzulernen.
Wenn das Pendeln dich tatsächlich davon abhält, dass du nichts Außeruniversitäres machen kannst, zieh in Uninähe. Die Pendler in meinen Studiengängen waren auch immer die, die am wenigsten vernetzt waren, weil sie immer nach der letzten Vorlesung zum Zug gehetzt sind, statt danach noch zu quatschen oder an der Fachschaftssitzung teilzunehmen.
Wäre es bzgl. der finanziellen Sache und dem Druck durch deine Eltern eine Möglichkeit, dass du nebenher arbeitest? Du hast eine abgeschlossenen Ausbildung und darfst bis zu 20h/Woche arbeiten, ohne deinen Studentenstatus zu verlieren. Noch dazu hättest du dadurch ein bisschen Praxis, die dir im Studium so fehlt.

Auch ich glaube eher nicht, dass eine FH deine Probleme lösen kann, aus den von den anderen Usern genannten Gründen. Hier noch ein paar Überlegungen zum Praxissemester an der FH, das dich so beeindruckt. Wenn du Pech hast, hast du überhaupt keine Wahl, wo du das Praxissemester ableistest. Ich kenne zwei FHs, wo die Profs den Studenten das Praktikum vermitteln und diese höchstens zwischen Firma A, B oder C wählen können, weil die FH mit diesen Firmen kooperiert. Es gibt eine Zusage von D und inhaltlich würde es auch passen? Interessiert die FH nicht.
Das würde ich also bei deinem Gespräch am Dienstag unbedingt abklären.
Hast du schon mal überlegt, stattdessen auf eigene Faust ein 6-monatiges Praktikum zu machen? Du kannst entweder ein Urlaubssemester nehmen oder es nach deinem Bachelor machen, ob hier oder im Ausland. Da gibt es so viele Möglichkeiten, dass ein Praxissemester für mich kein Argument für eine Hochschule wäre.

Auch die zusätzlichen BWL-Kurse wären für mich persönlich kein Argument für die FH. Es gibt in deiner Nähe genügend Vorlesungen, in die du dich einfach hineinsetzen kannst, um etwas für deine geplante Selbständigkeit zu lernen. Das, was in Deutschland leider bei vielen Arbeitgebern gilt - dass man ihnen nur mit dem Schreiben einer Klausur beweisen kann, dass man Ahnung von einem Thema hat bzw. dass sie für alles schriftliche Nachweise brauchen - interessiert bei einer Selbständigkeit nicht.
Ich hatte dir doch auch von den MOOCs erzählt, dort lernst du exakt das, was du auch vor Ort an der Uni lernen würdest und bekommst auf Wunsch ein Zertifikat.
Oder du schnappst dir einfach die entsprechenden Bücher in der Unibibliothek und lernst in deinem Tempo das, was du deiner Meinung nach brauchst (was das sein könnte, erfährst du z.B. in der Selbständigenberatung).
Bei allen drei Alternativen ist der große Vorteil, dass du es jederzeit abbrechen kannst, wenn es dir zu doof wird. An der FH musst du vielleicht fachfremde Module belegen, auch wenn du sie als uninteressant erachtest?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn das Pendeln dich tatsächlich davon abhält, dass du nichts Außeruniversitäres machen kannst, zieh in Uninähe. Die Pendler in meinen Studiengängen waren auch immer die, die am wenigsten vernetzt waren, weil sie immer nach der letzten Vorlesung zum Zug gehetzt sind, statt danach noch zu quatschen oder an der Fachschaftssitzung teilzunehmen.
Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen!
Ich habe selbst den Fehler gemacht, über die ganze Studienzeit bei meinen Eltern zu wohnen und an die Uni zu pendeln (ca. 25 min Autofahrt). Aus finanziellen Gründen war das durchaus angebracht, da mir das Studium nicht so leicht gefallen ist, dass ich nebenher noch viel hätte arbeiten können... aber für mein Sozialleben war es definitiv ein ganz großer Fehler!
Wenn man in der Unistadt wohnt ist es z.B. viel leichter, spontan mit den Kommilitonen abends noch ein Bier trinken zu gehen, o.Ä.
 

Benutzer165578 

Öfters im Forum
Off-Topic:
banane0815 banane0815 , nimm's mir bitte nicht übel, aber ich finde es schon irgendwie witzig, dass 25 Minuten Autofahrt dein Sozialleben ernsthaft negativ beeinflusst haben. Mit einem Auto ist man super flexibel, weil man abends eben nicht auf den letzten Zug oder Bus angewiesen ist (wie Flöchen99 Flöchen99 ). Und wenn man die Strecke nicht zwei Mal am Tag fahren will, überbrückt man die Zeit bis zum gemeinsamen Bier eben mit Lernen in der Unibibliothek, so, wie man auch die Zeit zwischen zwei Vorlesungsblöcken überbrückt.
25 Minuten dürften doch auch viele Studenten, die in dieser Unistadt gelebt haben, mit den Öffis oder zu Fuß gebraucht haben.
Off-Topic:
Gemäß Definition ist jemand Pendler, wenn er die Gemeindegrenze überschreitet. Da damit aber u.U. jemand als Pendler gilt, der nur 3 Minuten zur Arbeit hat, und umgekehrt jemand, der eine Stunde braucht, um innerhalb der Stadt von seinem Wohn- zu seinem Arbeitsort zu kommen, kein Pendler wäre, gibt es in der Wissenschaft eine Ergänzung zu dieser Definition: über 45 Minuten einfache Wegstrecke.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bordnaboen Bordnaboen
Gerade in den ersten Semestern haben viele meiner Kommilitonen im gleichen, großen Studentenwohnheim gewohnt, so dass viele Aktionen da völlig spontan und ungeplant abliefen (beim Nachbarn anklopfen und fragen, ob er jetzt Lust hat, ein Bier zu trinken, o.Ä.) - und da kam dann einfach niemand auf die Idee, mich anzurufen und zu fragen, ob ich Lust hätte, mitzukommen.

Wenn ich es mitbekommen habe, habe ich immer versucht, mitzukommen und nochmal in die Unistadt zu fahren... aber trotzdem ging vieles einfach an mir vorbei.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich habe 35 min Autofahrt (und zwei Stunden Zugfahrt..) auch eher als Behinderung empfunden. Man kann halt eben nicht spontan noch 2-10 Bier trinken, weil man entweder fahren muss oder nicht mehr nach Hause kommt.
 

Benutzer166918  (32)

Öfters im Forum
Off-Topic:
Off-Topic:
banane0815 banane0815 , nimm's mir bitte nicht übel, aber ich finde es schon irgendwie witzig, dass 25 Minuten Autofahrt dein Sozialleben ernsthaft negativ beeinflusst haben. Mit einem Auto ist man super flexibel, weil man abends eben nicht auf den letzten Zug oder Bus angewiesen ist (wie Flöchen99 Flöchen99 ).
Schon, allerdings kann ich's total verstehen, dass es auch gefühlt was anderes ist. Ich habe zum Glück in meiner Unistadt gewohnt, kenne das aber aus anderen Zusammenhängen.
 

Benutzer153302 

Meistens hier zu finden
Mein Mann hatte auch erst den Plan, während des Studiums bei den Eltern zu wohnen (ca. 35 min Fahrt). Bereits in der ersten Woche hat er diesen Plan verworfen, weil er gemerkt hat, dass das Sozialleben meist abends stattfindet.
 

Benutzer124657  (22)

Meistens hier zu finden
Zunächst einmal etwas zu den Fragen und eine Korrektur:

Für mich hört es sich übrigens auch so an, wie wenn es dir gut tun würde, aus deinem Elternhaus auszuziehen.
Das bin ich bereits, ich wohne bei meinem Opa im Haus in einer eigenen Wohnung, nicht mehr bei meinen Eltern.

Du musst meiner Meinung nach nicht jede kleine Entscheidung mit deinen Eltern absprechen. Kann es sein, dass sie dir unterbewusst Druck machen?
Ja, das ist definitiv so!

Ich bin mit deiner Hochbegabung gar nicht im Bilde. Wann wurde das festgestellt?
Bereits in der Grundschule, ich glaube mit acht.

Hast du dich in der Ausbildung dann gelangweilt und hattest dort gute Note?
Ich habe am naturwissenschaftlich-technischen Gymnasium Abitur und Ausbildung gemacht. Ja, ich habe mich zumindest in meinen Haupinteressensfächern immer wieder gelangweilt und ausgebremst gefühlt. Im Abi hatte ich einen Schnitt von 1,9, die Ausbildungsnote ist eine 2 (da gibt es nur ganze Noten).
Nach dem Schulwechsel von meiner vorherigen Schule habe ich meinen Notenschnitt von ca. 2,8 auf zwischenzweitlich bis 1,7 im ersten Halbjahr der 12. Klasse verbessert.

Welche Schule hast du denn besucht, wenn dein Prof meint, dass sich Schüler dieser Schule grundsätzlich schwer tun würden? Waldorfschule oder was kann man sich darunter vorstellen?
Oben besagtes naturwissenschaftlich-technisches Gymnasium.

Wenn das Pendeln dich tatsächlich davon abhält, dass du nichts Außeruniversitäres machen kannst, zieh in Uninähe. Die Pendler in meinen Studiengängen waren auch immer die, die am wenigsten vernetzt waren, weil sie immer nach der letzten Vorlesung zum Zug gehetzt sind, statt danach noch zu quatschen oder an der Fachschaftssitzung teilzunehmen.
Wäre es bzgl. der finanziellen Sache und dem Druck durch deine Eltern eine Möglichkeit, dass du nebenher arbeitest? Du hast eine abgeschlossenen Ausbildung und darfst bis zu 20h/Woche arbeiten, ohne deinen Studentenstatus zu verlieren. Noch dazu hättest du dadurch ein bisschen Praxis, die dir im Studium so fehlt.
Ich glaube, da sind zwei völlig verschiedene Dinge durcheinandergekommen. Ich wohne wie gesagt nicht mehr bei meinen Eltern, sonder 10-15 Gehminuten von der Uni entfernt.

Doch auch das bewahrt mich nicht von dem Problem, was banane0815 banane0815 beschrieben hat:
Gerade in den ersten Semestern haben viele meiner Kommilitonen im gleichen, großen Studentenwohnheim gewohnt, so dass viele Aktionen da völlig spontan und ungeplant abliefen (beim Nachbarn anklopfen und fragen, ob er jetzt Lust hat, ein Bier zu trinken, o.Ä.) - und da kam dann einfach niemand auf die Idee, mich anzurufen und zu fragen, ob ich Lust hätte, mitzukommen.
Das bekomme ich dann nämlich auch nicht mit, obwohl ich nur 5 Minuten davon weg wohne.

Ich werfe mal noch aus akuten Umständen etwas anderes ein. Ich war übers Wochenende mit anderen jungen Mensanern auf einem Aktiven-Wochenende (ich habe bei Mensa ein ehrenamtliches Amt inne). Das hat mir einige Dinge aufgezeigt.
Ich habe mich so wohl gefühlt dort die letzten Tage. Mir ist klar geworden, dass ich gerade mit den jungen Mensanern einfach zu wenig mache bisher. Es gibt auch da noch mehr Angebote die ich nutzen kann bzw. durch mein Amt auch selbst ins Leben rufen. Ich habe für mich den Entschluss gefasst, mich dort noch mehr einzubringen bzw. noch mehr auch mitzumachen. Dort habe ich die möglichkeit, einen Raum, in dem ich mich frei fühle, in den Altag zu integrieren.
Dass mir das jetzt so bewusst geworden ist, mag daran liegen, dass ich bisher noch keinen so intensiven Kontakt (mehrere Tage am Stück) mit den anderen jungen Mensanern hatte, aber auch an den ganzen aktuellen Umständen. Das ganze Programm befindet sich ja auch gerade erst im Aufbau.
Außerdem ist mir aber auch bewusst geworden, was für eine Bindung ich mittlerweile doch auch zu den älteren Mensanern hier habe und dass ich das Alles eigentlich nicht verlassen möchte gerade.
Jedenfalls habe ich heute einen "mehrteiligen" Entschluss gefasst. Ich möchte nicht aus dieser Gegend weg, da ich mich auch gerade durch dieses Wochenende noch einmal deutlich besser dort eingefunden habe in Bezug auf Mensa. Ich denke, ich sollte das in nächster Zeit noch weiter vorantreiben und kann mir davon noch ein wesentlich besseres Netzwerk erhoffen als bisher. Die Möglichkeiten sind da und einmal tiefer ausgebildet, kann mir dieses Netzwerk auch noch mehr Halt geben.
Außerdem sollte ich an der Uni mehr Kontakt knüpfen. Ein Anfang wäre in jedem Fall, mit Unisport zu beginnen.
Und alleine zu leben ist einfach nichts für mich. Mir tut sowohl ein gewisses Maß an Struktur, welches sich durch einen (zumindest teilweise) gemeinsamen Alltag ergibt, gut als auch einfach eine gewisse Gesellschaft, jemand mit dem man einfach mal etwas reden kann. Und für mich ist mein Opa da eben einfach nicht der richtige Mensch. Ich brauche jemand, mit dem ich über das reden kann, was mich interessiert und beschäftigt. Also muss irgendeine Lösung à la WG o.ä. her, ich mache mir da mal Gedanken drüber.
Auch ist mir mittlerweile - und auch noch einmal durch dieses Wochenende - das Problem mit der Uni klarer. Das Problem ist nicht wirklich das Uni-Konzept, da habt ihr Recht. Das Problem ist aber denke ich auch nicht eine fehlende Frustrationstoleranz, was hier angesprochen wurde. Ich denke, das ist hauptsächlich ein Problem fehlender Struktur und der falschen Herangehensweise. Das heißt jetzt nicht, dass Vieles des hier Geschriebenen Unfug ist. Das alles sind sicherlich Aspekte des Problems, die im Laufe der Diskussion mehr oder weniger hochgepusht wurden - und auch ich habe im Laufe dieses schwierigen und langen Prozesses Dinge in den Vordergrund gestellt, die nicht in den Vordergrund gehören. Aber ich denke, das Meiste davon war nicht der Grund des Problems sondern nur ein Aspekt, der sich in diesem Kontext mit eingespielt hat.
Kurz um, wenn man mit dem falschen Ansatz und einer ganzen Menge externer Probleme an die Uni geht, kann nichts gutes dabei herauskommen. Das ist ein Problem fehlenden sozialen Haltes, dass ich mich von meinen Eltern zu sehr unter Druck setzen lassen habe, einer Menge ungünstiger und belastender Begleitumstände sowie eines völlig falschen Lernverhaltens bzw. Ansatzes.
Ich möchte in diesem Augenblick noch nicht entscheiden, ob es für mich an der Uni oder der FH weitergehen soll. Aber ich werde mich in jedem Fall auf zwei Dinge konzentrieren. Das Studium und ein besseres soziales Netzwerk.
 
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