Unglücklich im Job und privat

Benutzer89550 

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Hallo zusammen,

ich möchte das Forum heute nutzen, um mal meine Gedanken nieder zu schreiben. Vielleicht hat ja der ein andere vielleicht einen Tipp für mich.

Ich bin bald 25 Jahre alt, stehe fest im Berufsleben und habe seit 3,5 Jahren eine Beziehung. Ich arbeite in einer Behörde. Der Beruf war immer okay für mich, kein Traumberuf, aber ich war auch nicht totunglücklich damit. Vor einem Jahr wurde ich dann befördert, habe nun deutlich mehr Verantwortung und seitdem geht es irgendwie bergab. Fachlich gesehen bin ich meiner neuen Position gewachsen, nur meine Psyche macht es irgendwie langsam nicht mehr mit. Der Leistungsdruck ist enorm, ich stehe permament unter Stress. Wenn ich mal eine Woche nicht da bin, liegen Berge von Akten auf meinem Tisch, was folglich dazu führt, dass ich im Urlaub nicht zu 100% abschalten kann.
Ich bin ein Mensch, der sich selbst oft Druck macht, habe auch schon versucht, mehr Abstand zur Arbeit zu nehmen und es etwas gelassener anzugehen, nur leider kann ich mir das nicht leisten.
Ich verdiene nun sehr gut, doch tagtäglich frag ich mich, ob es das wert ist. Ich komme nach Hause und breche manchmal unter Tränen zusammen, sehe kein Ufer mehr und fühl mich im Job gefangen. Bereue meinen Aufstieg und wünschte, ich wäre einfach auf meiner alten Stelle geblieben. Doch damals hat es mich nach einer neuen Herausforderung gedurstet, ich fühlte mich unterfordert und jetzt ist es das Gegenteil.

Ich hab schon oft darüber nachgedacht, mich weg zu bewerben. Innerhalb der Behörde geht das leider nicht, da es dort nicht viele verschiedene Stellen gibt. Die einzige Möglichkeit wäre, sich komplett woanders hin zu bewerben. Einerseits gefällt mir der ganze Behördenkram sowieso schon lange nicht mehr. Gesetze, Akten, etc. Ich habe meine Ausbildung dort gemacht, 2009 ausgelernt und arbeite seitdem dort. Aufgrund Depressionen habe ich damals nicht meinen Realschul-Abschluss gemacht und hab somit nur den Quali (damals freiwillig mitgemacht) und die abgeschlossene Ausbildung. Ich sehe daher meine Chancen, woanders neu anzufangen, nicht so gut an.
Zudem quält mich die Frage, was ich als Alternative machen wollen würden. Mich sehnt es nach einem Job, der mir Spaß macht, doch ich weiß nicht mal, was mir Spaß macht. Früher hab ich mich als kreativ bezeichnet, aber ich glaube mein Job hat mich abgestumpft. Ich bin total unkreativ und ideenlos geworden.
Außerdem verdiene ich ganz gut. Würde ich woanders anfangen, wäre das erstmal vorbei. Ich hab immer zu viel Existenzängste.

Ich hab das Gefühl, ich bin nur noch am Arbeiten. Wenn ich heim komme, will ich nur noch auf die Couch und nichts mehr machen. Hab mittlerweile eigentlich auch keine Freunde mehr. Hatte davor auch nicht soo viele, aber leider haben wir uns alle sehr verändert, sodass wir alle getrennte Wege mittlerweile gehen. Ich hab eigentlich nur noch meinen Freund, den ich sehr liebe und ohne den ich wohl komplett verloren wäre.
War diese Woche beim Arzt und der hat mich jetzt erstmal wegen Depressionen krank geschrieben. Und ich sitz da und hab ein mega schlechtes Gewissen meinen Kollegen gegenüber :frown: Aber ich weiß auch einfach nicht weiter.

Mir erscheint alles so sinnlos. Mit 24 sollte das Leben ein Abenteuer und eine einzige Party sein. Ich fühle mich einsam und verstaubt, gefangen in einem langweiligen Leben. Mir macht nichts mehr Spaß, ich hab zugenommen und finde mich nicht mehr hübsch.
Jeder ist seines Glückes Schmied, aber ich weiß nicht, was ich schmieden soll.
Mir fällt es auch schwer, neue Leute kennen zu lernen, bin ziemlich schüchtern und hab immer das Gefühl, ich muss mich bei Fremden verstellen. Werde nur selten richtig warm mit Menschen.

Wenn ich mir das hier so durchlese, merke ich erst selbst noch einmal, wie dreckig es mir eigentlich geht.

Falls jemand von euch sowas schon mal durchlebt hat, meldet euch. Dann fühl ich mich nicht so alleine.
 

Benutzer101233  (39)

Planet-Liebe Berühmtheit
:knuddel:... ich kann dir nur eines raten.
Mach Schluss mit dem Job! Jeder einzelne Cent wird dich früher oder später erdrücken.

Natürlich kannst du auch den Weg der Therapie gehen, aber das muss dann ganz offiziell gehen und du musst dir darüber im Klaren sein, dass es deine Arbeitskollegen mitbekommen.
Das ist aber immer noch besser, als an der ganzen Sache zugrunde zu gehen, denn danach sieht es bei dir zur Zeit aus. :hmm:
 
L

Benutzer

Gast
Hast du dir schon überlegt dich nochmal komplett umzuorientieren? Mit 24 ist man jetzt auch noch nicht in einem Alter, in dem alle Bildungswege verbaut sind.
 

Benutzer89550 

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Michi04, ja, den Gedanken habe ich leider auch :frown:

luxxy, ja habe ich. Da habe ich aber eben das Problem, das ich nicht weiß, was mir Spaß macht. Zumal wird auch für vieles Abi verlangt und ich hab ja nicht mal die mittlere Reife, obgleich ich wohl ein sehr gutes Zeugnis mitbekommen würde. Hätte ich ein konkretes Ziel, könnte ich sicher dafür kämpfen. Wie finde ich nur heraus, was mir Spaß macht. Früher hat mein Herz für Bücher gebrannt. Ich hab auch eigene "Fan-Films" zusammengeschnitten, das cutten hat mir mega viel Spaß gemacht. Mittlerweile habe ich irgendwie für gar nichts mehr eine Leidenschaft, ich leb so vor mich hin :frown:
 

Benutzer18889 

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Was spricht denn dagegen, einen höheren Abschluss zu machen?

Ich kenne es auch so, dass Hauptschulabschluss und Ausbildung zusammen normalerweise als Realschulabschluss gelten, womit du dich für Dinge bewerben könntest, wo dieser Voraussetzung ist.
 

Benutzer89550 

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Das würde sich nur lohnen, wenn ich genau wüsste, was ich machen will...
 

Benutzer18889 

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Ich habe damals nach meiner Ausbildung auch erstmal auf gut Glück mein Abi nachgemacht. Was ich damit würde anfangen wollen, wusste ich überhaupt nicht. Es schwankte zwischen Polizei, Medizinstudium und einem weiteren Studium, welches es dann am Ende wurde, also ziemlich umkonkret.

Bildung zahlt sich fast immer aus und mir hat das insgesamt total viel gebracht. Ich fand es einfach lohnenswert im Gesamten. Damit eröffnen sich viele Möglichkeiten und die mind. zwei Jahre der Schule hättest du dann Zeit für verschiedene Infoveranstaltungen, Praktika etc.
 

Benutzer89550 

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Das mit dem Praktika ist natürlich ein super Argument. Durch meinen Vollzeit-Job hab ich für sowas natürlich keine Zeit und kann mich daher auch nicht über andere Jobs so gut informieren.
Dafür allerdings den sicheren Job im öffentlichen Dienst aufgeben ... ich weiß nicht. Wenn ich nach dem Abschluss genau so schlau bin wie jetzt, wäre das blöd :/ Außerdem würde ich dann auch kein Geld mehr verdienen.
 

Benutzer101233  (39)

Planet-Liebe Berühmtheit
... aber du merkst doch selber, dass dich dieses Geld in keinster Weise glücklich macht. Das Gegenteil ist doch der Fall.
 

Benutzer18889 

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Dein aktueller Job scheint aber ja auch keine Option zu sein, jedenfalls nicht auf Dauer.

Als Schüler/Student hat man weniger Geld, das ist wohl so. Ich finde das auch nervig, weil ich vorher etwa 500 Euro monatlich mehr hatte. Für mich übersteigt der Nutzen aber immer noch die Kosten, weil mein Ausbildungsberuf mich auf Dauer nicht glücklich gemacht hätte, das Studium aber sehr. Da muss man abwägen. Selbst zu Abizeiten war ich sehr froh, das gemacht zu haben, auch wenn ich da noch planlos war

Mein aufgegebener Job war übrigens auch im öffentlichen Dienst. :zwinker:
 

Benutzer89550 

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Michi04, ja das stimmt wohl. Aber ich muss ja auch noch Miete zahlen. Mein Freund würde mich sicher ne Zeit lang mit finanzieren, aber auch nicht ewig. Und ich wollte mir eigentlich die nächsten Jahre auch was aufbauen, evtl. eine Wohnung/Haus kaufen.

Maria88, wie hast du dann rausgefunden, was du machen wolltest?


Generell habe ich einfach Angst, diesen großen Schritt zu machen und meinen Job an den Nagel zu hängen. Hab auch schon drüber nachgedacht, einfach die Stunden zu reduzieren und nur noch TZ zu arbeiten.
 

Benutzer18889 

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Maria88, wie hast du dann rausgefunden, was du machen wolltest?


Generell habe ich einfach Angst, diesen großen Schritt zu machen und meinen Job an den Nagel zu hängen. Hab auch schon drüber nachgedacht, einfach die Stunden zu reduzieren und nur noch TZ zu arbeiten.

Ich habe schon durch die Fachrichtung meines Gymnasiums (Gesundheit/Soziales) eine Richtung vorgegeben bekommen, die mich interessierte. Mir machten die Fächer Pädagogik, Psychologie und Gesundheit dort sehr viel Spaß. Da ich mit Chemie eher Probleme hatte, wusste ich schon, dass Medizin vielleicht weniger gut passen würde. Mathe konnte ich auch genauso wenig wie auf der Realschule damals, wodurch eine Vielzahl an technischen oder wirtschaftlichen Berufen rausgefallen wäre, wobei die mich aber sowieso nie interessiert hatten.

Die Schulen, bei denen man sich im Abi auf ein Fachgebiet spezialisiert, finde ich diesbezüglich sehr sinnvoll. Das heißt aber natürlich nicht, dass man da die Grundfächer Deutsch, Mathe, Englisch, 2. Fremdsprache nicht hat, denn das muss man trotzdem belegen. Man kommt aber etwas davon weg, "nur" die üblichen Verdächtigen unterrichtet zu bekommen. Ob einen grundsätzlich eher der sozialwissenschaftliche, technische oder wirtschaftliche Bereich (das sind die Bereiche, in denen man in meiner Umgebung das Abi machen konnte) interessiert, kann man ja vorher schon abschätzen oder ggf. Informationsgespräche mit den jeweiligen Schulen vereinbaren.

Während der Schul- und Studienzeit hat man weniger Geld als zuvor in fester Anstellung, das ist klar, aber bereut habe ich das keine Sekunde.

Teilzeit zu arbeiten, ist finanziell aber doch auch keine Option, jedenfalls nicht auf Dauer. Damit wärst du komplett abhängig von deinem Freund.
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Hallo zusammen,
ich möchte das Forum heute nutzen, um mal meine Gedanken nieder zu schreiben. Vielleicht hat ja der ein andere vielleicht einen Tipp für mich.
Es gibt Tricks. Dein Problem ist ja nicht objektiv Deine Lebenssituation (die klingt ja fast grossartig), sondern Deine Gefuehle im Umgang damit. Gegen Deine Depressionen musst Du Dich informieren (Psychotherapie, Medikamente usw). Es ist effektiver an sich selbst zu arbeiten als an aeusseren Faktoren.
Mache fuer den Anfang vielleicht mal eine Liste.
Du hast eine gut funktionierende Beziehung.
Du hast einen sicheren gut bezahlten Job. Dieser mag Dir stressig vorkommen. Betrachte es positiv als Herausforderung.
Du bist jung und gesund (mal abgesehen von der Depression, aber es geht ja gerade darum, diese konstruktiv handzuhaben.)
Wenn Du verzweifelt bist, mache Dir bewusst, dass viele Menschen Dich um Dein Leben beneiden wuerden. Das macht zwar nicht gluecklich aber leidlich zufrieden.
Erwarte vom Leben nicht zu viel, sondern erfreue Dich an Deinem Glas, welches weit mehr als halbvoll ist und denke nicht an halbleer.
Aktionismus im Sinne eines Jobwechsels schiene mir falsch. Dann hast Du nur veraenderte aeussere Faktoren und bist vielleicht noch ungluecklicher.
Treibe Sport, wenn Du Zeit hast. Nimm jeden Tag ein heisses Bad und lies dabei ein gutes Buch dabei. Du musst Dich auf die Reihe kriegen und nicht die Umstaende.
 

Benutzer89550 

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Maria88, das ist natürlich super. Wenn ich darüber nachdenke, hat mir immer Deutsch und Englisch in der Schule Spaß gemacht, Mathe überhaupt nicht. Und jetzt mache ich ausgerechnet was mit Zahlen :kopfwand:

Teilzeit wäre kein Problem, ich würde immer noch genug verdienen, so viel wie mancher VZ verdient. Ich hab zudem keinen hohen Lebensstandart, das meiste Geld wird für Lebensmittel ausgegeben, der Rest wird gespart. Die Frage ist nur, ob es mir helfen würde.


huhngesicht, irgendwo hast du schon recht. Das hab ich mir auch die letzten 1,5 Jahre so eingeredet, aber geholfen hat es nichts. Geendet hat es, dass ich jetzt langsam immer mehr in eine Depression reinrutsche und das obwohl ich nahezu 10 Jahre frei von Depressionen war. Ich war so unternehmungslustig, hab Sport gemacht, bin um die Häuser gezogen. Jetzt erkenn ich mich selbst nicht wieder. Das kann man nicht mehr schön reden indem ich mir sage, ich habe es besser als viele andere. Was nützt mir das, wenn ich unglücklich bin?
Und dass ich gesund bin, stimmt so leider auch nicht ganz. Hab seit 1,5 Jahren ein taubes, kribbliges Bein und kein Arzt kann mir sagen woher das kommt. Das macht mich zusätzlich ziemlich fertig :cautious:
Wegen den Depressions-Sympthomen bin ich ja erstmal krankgeschrieben, damit ich keine richtige Depression bekomme. In der Zeit kann ich mal gucken, ob es mir ohne diese Arbeit besser geht.

Irgendwelche Tipps, wie man herausfindet, was einem Spaß macht? Internetseiten oder so? Oder einfach Praktikas ...
 
S

Benutzer

Gast
Liebe RGlover,

es stimmt nicht, dass du keine Leidenschaft mehr für irgendwas, was dir früher Spaß bereitet hat, empfinden kannst.
Das Gefühl hast du nur jetzt!

Völlig klar, du bist unzufrieden mit deinem Job, du bist unzufrieden mit deinem Bildungsweg, du bist unzufrieden mit deinem Körper und zu alledem plagt dich Versagensangst.

Wie soll jemand, dem so viele Gedanken im Kopf schwirren, Spaß für etwas empfinden? Dafür hast du in deiner aktuellen Gemütslage überhaupt keinen Platz, weil dich ganz andere Dinge beschäftigen.

Wie geht es denn mit deiner Depression jetzt weiter? Du bist deswegen jetzt krankgeschrieben, aber wirst du auch behandelt?

Du wirst merken, wenn du wieder mehr mit dir im Reinen bist, wird auch die Leidenschaft zurück kommen.

Und du musst lernen, dich auch mal für etwas zu loben. Sieh nicht alles so kritisch mit "Ich hab ja nur einen niedrigen Schulabschluss". Und? Du wurdest befördert, das heißt du scheinst tolle Arbeit geleistet zu haben. Genau sowas interessiert neue Arbeitgeber. Ab einem bestimmten Alter zählen Berufserfahrungsjahre, Arbeitgeberzeugnisse und Beförderungen viel mehr als Schulabschluss.

Die Frage bleibt natürlich, ob du von dieser Behörde wegwillst, oder generell aus dem Beruf?

Der Job macht dich nicht glücklich, weil es genau der Job ist oder weil er in dieser Behörde ist?

Umorientierung kann Angst machen, aber zumeist hat es einen Grund, warum man diesen Schritt gewagt hat und demnach wird man es zumeist auch nicht bereuen. Was hast du zu verlieren? Klar, Finanzeinbußen, ein neues Umfeld, neue Herausforderungen, ein sicherer Job.
Aber bei deiner Erfahrung würde ich mal behaupten, wenn alle Stricke reißen, könntest du jeder Zeit in deinem alten Beruf wieder Fuß fassen. Die Erfahrung, die du bisher gesammelt hast, geht dir nicht verloren. Die steht und bleibt.

Jedem jungen Menschen sei es erlaubt, seine berufliche Zukunft in Frage zu stellen und ggf. etwas Neues auszuprobieren. Heutzutage werden solche "Ausreißer" im Lebenslauf überhaupt nicht mehr kritisch beäugt. Im Gegenteil. Das bringt nur noch mehr Erfahrungswerte. :zwinker:

Vielleicht ein kleiner Mutmacher am Rande: Mein Freund wurde vor 5 Jahren ebenfalls depressiv - aufgrund seines damaligen Jobs. Er hatte Verantwortung, er hat super verdient. aber er hatte einen Job, der ihn krank machte.
Dann kam er auf die Idee zu wechseln. Er wollte keine Führungsposition. Er wollte wieder Spaß am Arbeiten haben. Also suchte er sich etwas komplett anderes. Ich war anfangs dagegen, weil alles unsicher schien, wir auf sein Einkommen angewiesen waren, da ich noch studierte und ich zudem unsicher war, ob ihm eine neue Arbeitsstelle tatsächlich "heilen" kann.
Und siehe da. Er bekam sofort die favorisierte Stelle, verdiente natürlich weitaus weniger, aber er war glücklich. Er freut sich auf seine Arbeit und verdient aufgrund seiner guten Leistung inzwischen mehr als zuvor in der Führungsposition.

Manchmal muss man solche Schritte wagen. Warum sich mit etwas rumquälen, was einen unglüklich und schlimmstenfalls sogar krank macht? :knuddel:
 

Benutzer43798  (41)

Sehr bekannt hier
Du hast insgesamt mehrere Baustellen, die aber alle miteinander verwoben sind. Die Grundlage ist dein Job. Ich würde von vorneherein tatsächlich mal eine Liste machen, was dir an deinem Job gefällt und was nicht. Und dabei auch durchaus Kleingkeiten, wie Gespräche auf dem Flur, lange Fahrtwege und den Kaffee. Hast du deutlich mehr negative Punkte auf der Liste als positive würde ich den Job dort ernsthaft überdenken. Das kann in mehrere Richtungen gehen. Vielleicht ist es deine Aufgabe an sich. Dann wäre eine Umorientierung anzuraten, zb eine neue Ausbildung. Und mit 25 ist man bei Leibe noch nicht zu alt dafür, im Gegenteil kenne ich einige Menschen in meinem Umfeld, die mit Anfang 30 nochmal studiert haben, einen Jobwechsel gemacht haben und jetzt glücklicher damit sind.
Dann wäre die Möglichkeit des Stellenwechsels. Wenn deine Position (durch die Beförderung) dich mit Aufgaben konfrontiert hat, die dir nicht liegen und nicht den Ziel sind, dann frag in deiner Behörde nach ob du einen anderen Posten mit anderen Aufgaben bekommen kannst (vom Amtsleiter zur Kundenberatung zb). Stellst du aber fest, dass es an deinen Kollegen, dem Arbeitsumfeld und den Arbeitsbedingungen liegt, dann schau dich nach einer anderen Firma um. Vielleicht auch mal in der freien Wirtschaft, je nachdem, was du beruflich machst ist deine Qualifikation vielleicht dort sehr interessant.

Hab Mut zur Verändungern. Jetzt hast du die Chance. Dich weitere 10 Jahre durchzuquälen sit eher falsch. Wenn du nicht siehst, dass sich an deiner Situation etwas ändert und du bei aller Mühe irgendwann nur noch Job nach Vorschrift machst und dich jeden Morgen mehr aus dem Bett quälst, dann wirst du wirklich sehr unglücklich werden. Und deine Depressionen sich verschlimmern. Denke dran, dass du den Job noch 40 Jahre machen musst.

Letztlich wirkt sich deine Unzufriedenheit auf alles andere aus. Der Job überansprucht dich. Dadurch bist du deutlich mehr belastet am Abend und Wochenende als bei Zufriedenheit. Du brauchst mehr Erholung als normal. Da das nicht geht entstehen dadurch Unzufriedenheit, Selbstzweifel und letztlich die Zurückgezogenheit und Depression. Ein Therapeuth kann dir helfen diese zu kontrollieren, aber die Ursache muss gefunden und beseitigt werden. Hier vermute ich den Job.
Diese negative Grundeinstellung, gepaart mit immer weniger Zeit sorgt dann für deine wegbrechenden Kontakte. Du musst dir definitiv wieder Zeit für dich und deine Freunde nehmen. Versuch umzudenken: man lebt nicht für den Job. Der Job sit dazu da, damit man leben kann. Wie andere schon sagen, was nützt dir all das Geld, wenn du es erst ausgeben und genießen kannst, wenn du in Rente bist (und dann allein, ohne Hobbies, gebrochen und frustriert).

Wenn du derzeit so viel verdienst, dann sollte es für dich doch leicht möglich sein einen Neuanfang zu starten. Du kannst es ja planen. Leg Geld zurück und schau dich um. Welche Tätigkeiten würden dir gefallen? Welche Ausbildung brauchst du dafür? Kannst du vielleicht dein Abi nachholen (zb in einer Abendschule)? Und dann besprich mit deinem Freund das Vorgehen. Nebenjobs kannst du bei einer neuen Ausbildung durchaus machen, als Azubi bekommst du ja auch Gehalt. Ein Studium wäre vielleicht durch Bafög finanzierbar. Oder du nimmst einen Studienkredit auf. Klar müsstet ihr ein wenig kürzer treten. Aber ich kenne Paare die jahrelang gemeinsam mit 2000 EUR Einkommen im Monat bestritten haben. Ich kenne Familien die damit (notgedrungen) monatlich auskommen (müssen). Wege gibt es immer. Wichtig ist, dass du sie gehst. Und nebenbei würdest du mit einem neuen Studium/Ausbildung auch neue Leute kennenlernen :zwinker:

Und ich glaube deinem Freund würde es sehr gefallen, wenn seine Freundin wieder glücklicher, entspannter und mit sich zufriedener ist :zwinker:
 

Benutzer89550 

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SchwarzeFee und Solloki, vielen Dank für eure Beiträge, ich hab mich bei euch sehr verstanden gefühlt :smile:

Bei der Behörde ist es an sich nicht schlecht, wenn man in einer Position ist, wo man nicht so viel Verwantwortung hat. Mich nervt es eigenlich, weil ich es fachlich drauf hab, aber meine Psyche einfach nicht mitspielt. Ich nehm mir zu viel zu Herzen, mach mir selbst zu viel Druck, zusätzlich dem sowieso schon vorhandenen Leistungsdruck. Zudem muss ich für einige Kollegen "mitarbeiten", die das alles etwas lässiger angehen und nicht viel wegarbeiten am Tag. Sowas kann man sich nur im öffentlichen Dienst erlauben, was mich zusätzlich nervt.
Deswegen gibts nur zwei Möglichkeiten auf Dauer: Wieder zurück in meine alte Position, mit weniger Verantwortung und mit dem Gefühl, wohl wieder auf Dauer unterfordert zu fühlen. Oder komplett weg und was ganz anderes machen. Mit meiner Ausbildung kann ich nirgends woanders damit was anfangen. Ich müsste also wenn dann eine neue Ausbildung machen.

Hab mich heute zumindest mal motivieren können, mich im Internet nach Berufen zu erkundigen und nach Stellenangeboten zu schauen. Mich schreckt eigentlich fast alles ab. Es wird viel verlangt, was ich nicht mitbringe (Studium, etc.) ... und nichts hat mich wirklich angesprochen. Hab einen Test gemacht, wo rauskam, mir würde was soziales wie Psychologe oder Heilpraktiker liegen ... ähm, nein, danke.
Es gibt einfach schon ZU viele Möglichkeiten.

Ja, mein Freund leidet ziemlich mit mir mit, da er mich langsam auch nicht wieder erkennt :frown: Er hat seinen Traumberuf, macht gerade steil Karriere und kann sich nicht so in mich reinversetzen, deshalb geraten wir manchmal etwas aneinander. Er sagt immer, ich soll gehen und mir was anderes suchen, aber es ist leichter gesagt, als getan.
 

Benutzer43798  (41)

Sehr bekannt hier
Vergiss mal, dass du kein Studium und Abi hast. Wenn du Berufserfahrung hast und noch dazu einen leitenden Posten, relativiert sich das erheblich. So mancher Chef ist durch einen ungelernten Nebenjob in seine Position gekommen :zwinker:

Wenn man mal fragen darf: was ist denn dein Job? So ganz glaube ich nicht, dass es da nirgendwo anders etwas gibt als in einer Behörde. Selbst Politiker finden Jobs in der Wirtschaft. Auch Finanzbeamte (->Buchhaltungs) oder Verwaltungsbeamte (->Consulting, Verwaltungsfachangestelle) können mit ein wenig Umformung einen anderen Job finden. Aber natürlich ist klar, dass du als Beamte in der freien Wirtschaft nicht den selben Status hast, wie im Staatsdienst. Werde etwas freier in deinem Denken und denke nicht mehr in festgesetzten Begriffen.
 

Benutzer108391  (39)

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Du sagst doch, dass du einen großen Teil deines Gehalts sparst. Das ist doch perfekt. Du kannst das Ersparte für die Zeit deiner Umschulung bzw des Abis nutzen. Ich finde, da ist es sehr gut angelegt. Der Job nimmt so viel Zeit eines Tages, ja eines ganzen Lebens in Anspruch, dass man sich damit nicht rumquälen darf oder er dich krank werden lässt. Und Geld allein macht nicht glücklich, das merkst du ja grad selbst.
Hab den Mut und schmeiss den Job, nachdem du dich über mögliche andere Bildungswege informiert hast. Wie MaMaria schon schrieb, wird dir das ganz neue Möglichkeiten eröffnen und du wirst deine Talente und Interessen sicherlich neu entdecken oder wieder finden. Bei einer beginnenden Depression ist doch ganz klar, dass die Kreativität auf der Strecke bleibt.
 
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