Trotz sozialer Phobie Freundin finden?

Benutzer152699  (27)

Ist noch neu hier
Hallo,

ich bin 21, bin leider extrem schüchtern und leide wohl sogar unter einer sozialen Phobie und hatte zudem leider bisher auch noch nie eine Freundin.

Die soziale Phobie äußert sich so, dass ich große Angst davor habe, alleine unter fremde Menschen zu gehen und dann wirklich extrem nervös bin, wobei es dann natürlich Situationen gibt, in denen mir nichts anderes übrig bleibt, z.B. im Bus auf dem Weg zur Arbeit.

Das positive ist zumindest, dass diese Angst wesentlich schwächer ist, wenn ich mit meiner Familie oder mit Freunden irgendwohin gehe.


Aufgrund der Phobie habe ich mich dazu entschlossen, eine Psychotherapie zu machen, bin derzeit auf der Warteliste und werde wohl in 1-2 Monaten loslegen können.

Da ich eigentlich sehr gerne endlich eine Freundin hätte, bin ich derzeit am überlegen, ob es in meiner Situation überhaupt Sinn machen würde, wenn ich mich aktiv auf die Suche nach einer Freundin begeben würde? Da ich wohl zu schüchtern wäre, um einfach mal eben so fremde Frauen auf der Straße anzusprechen, kam mir der Gedanke, dass ich es eventuell mit Online Dating versuchen könnte, wodurch ich die Frauen ja vorher schon ein wenig kennenlernen und sicherstellen könnte, dass die ebenfalls Interesse an mir haben, wenn ich mich mit denen treffe.

Allerdings muss ich natürlich auch sagen: Selbst wenn das klappen und ich dadurch eine Freundin finden sollte, müsste diese halt zunächst extrem viel Geduld mitbringen und so eine Frau, die mich so dermaßen mag und damit klar kommt, müsste ich natürlich auch erstmal finden...


Also, was denkt ihr? Sollte ich bereits jetzt aktiv werden - oder erst warten, bis ich die Phobie im Laufe der Therapie überwunden habe?
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
ich denke das solltest du davon abhängig machen, wie gut oder schlecht du mit potentiellen misserfolgen klarkämst. würdest du das mit nem schulterzucken nehmen können - schliesslich passiert das jedem menschen? oder würde es dich total zurückwerfen und nur noch mehr verunsichern? je nachdem spricht zumindest nichts dagegen es zu versuchen (und du kannst vielleicht auch mit der übung etwas lockerer werden) oder es wäre eine ziemlich schlechte idee.

grundsätzlich halte ich von "onlinedating" ziemlich viel, wobei du vermutlich eher die geläufigen plattformen/apps meinst - aber ich habe bis auf eine ausnahme alle partner online kennengelernt, ganz nebenbei, beim zocken eben. unverfänglich und bei einem gemeinsamen hobby. war für mich - da ich veranstaltungen immer gemieden habe und es hasse, unterwegs mit jemand fremden zu sprechen - aber auch die einzige möglichkeit :grin:
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Wie äußert sich deine Phobie denn? und wie, wenn du zu zweit bist mit jemandem, den du noch nicht so gut kennst?
Denke, wenn du es online versuchst, würde ich die jeweilige Dame wenn es Richtung treffen geht (zu lange nur ohne treffen würde ich nicht so bevorzugen) "vorwarnst", was die Phobie angeht, damit die sich nicht zu sehr über vlt merkwürdiges verhalten wundert), könnte das recht gzt klappen.

Oder war es eher so gemeint, ob du besser warten solltest, bis Therapie anschlägt, und nicht wegen der Phobie an sich?
 

Benutzer127907  (34)

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Zuerst solltest du dir klar machen dass man diese Phobie behandeln kann. Also nicht in Selbstmitleid versinken und das so akzeptieren sondern aktiv dagegenlenken. Ich denke auch dass dein Therapeut früher oder später Konfrontationsübungen machen wird damit du gewissermaßen die Angst verlernst. Ich würde jetzt an deiner Stelle erstmal diese Phobie versuchen in den Griff zu bekommen denn wie du es schon andeutest wird es sicherlich ein Problem. Selbst wenn du eine interessierte Sie kennen lernst, irgendwann wird sie mit dir telefonieren und dich sehen wollen. Denkst du du bist in der Lage auf ein Date zu gehen mit der Phobie? Wovor ich ein wenig bedenken habe: Wenn du jetzt so wie es dir momentan geht versuchst schnell irgendwie Dates zu planen und dann da drinn sitzt und eine Panikattacke bekommst dann ist das kontraproduktiv... Sprich du "festigst" deine Angst...

Ich würde daher erst die Therapie beginnen und das dann mit deinem Therapeuten besprechen. Wenn er dich dann für stabil genug hält kann man es versuchen. Auf kurz oder lang kann man diese Phobie natürlich nur mit Konfrontation bezwingen. Du musst im Prinzip lernen dass diese Situation nicht gefährlich ist, dadurch wirst du schritt für schritt diese Angst verlernen. Aber das macht man am besten mit einem erfahrenen Therapeuten an seiner Seite. Daher finde ich es auch super gut dass du dir einen Termin hast geben lassen. 1-2 Monate ist nicht mehr lang, Kopf hoch :smile:

Liebe Grüsse :smile:
 
K

Benutzer

Gast
ich denke das solltest du davon abhängig machen, wie gut oder schlecht du mit potentiellen misserfolgen klarkämst. würdest du das mit nem schulterzucken nehmen können - schliesslich passiert das jedem menschen? oder würde es dich total zurückwerfen und nur noch mehr verunsichern? je nachdem spricht zumindest nichts dagegen es zu versuchen (und du kannst vielleicht auch mit der übung etwas lockerer werden) oder es wäre eine ziemlich schlechte idee.

Das seh ich genauso. Da du auch noch keine Erfahrung hast bezüglich Frauen kann es dich natürlich schnell mitnehmen wenn du zurückgewiesen wirst. Dessen solltest du dir bewusst sein.

Wie dem auch sei, klingt online dating nach einer besseren Alternative für dich. Dort hast du die Zeit die Frauen "intensiver" kennen zu lernen und ihnen auch mehr über dich zu erzählen. Ich glaube das ist ein großer Pluspunkt für dich.
 

Benutzer96776 

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Ja einen Versuch ist es doch wert, als ich deine Zeilen las, fiel mir auch sofort das Onlinedating als Alternative ein :zwinker:
Du hast ja nichts zu verlieren, und ich denke, dass es durchaus eine verständnisvolle Frau gibt, die auf dich im WWW wartet :zwinker:
Tu einfach, wonach dir ist! Wenn du dich wohl fühlst mit dem Versuch und dich dem Ganzen gewachsen siehst, wieso nicht schon mal angucken? Und sonst wartest du einfach noch ne Weile bis du die Phobie besser im Griff hast.
Bei der Dame deiner Wahl musst du ja auch nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen, was mit dir los ist, aber auf sensible Weise "vorwarnen" würde ich sie schon sobald ihr euch ein bisschen kennt und du ein Mindestmaß an Vertrauen aufbauen konntest!

Ich sag immer, dass man versuchen sollte, aus allem das Beste zu machen und zu warten bis alles "perfekt" ist macht wenig Sinn, denn dann wartet man womöglich für Ewigkeiten und wird am Ende womöglich erst recht enttäuscht.

Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute :smile:
 
N

Benutzer

Gast
Mir ist jetzt nicht so ganz klar, ob das eine soziale Phobie oder eine Agoraphobie "nur" eine Kontaktangst oder was auch immer ist (Angst im Bus wird ja eher der Agoraphobie zugeschrieben) - aber letztenendes ist es ja egal, wie man dein Problem nennt, solange du in der Therapie die Strategien an die Hand bekommst, sie zu lösen.

Ich halte das Internet für eine gute Möglichkeit, trotzdem Leute kennenzulernen (ob nun einfach nur nette Leute, gute Freunde, oder auch Partner) - weiß allerdings nicht, wie gut das nun (für dich) gezielt auf Datingplattformen funktioniert.

Stehst du für deine Therapie auf der Warteliste für das Erstgespräch, oder hast du den Therapeuten schon kennengelernt? Wenn du den noch gar nicht kennst, wäre es vielleicht nicht schlecht, dir auch noch ein paar andere anzusehen. Wäre doof, wenn du jetzt 2 Monate wartest, um dann festzustellen, dass du genau mit dem einfach nicht grün wirst.

Und hast du schon mal nach Selbsthilfegruppen geguckt? Ich habe selbst soziale Ängste, und habe mich vor ein paar Wochen tatsächlich endlich einfach mal in eine rein getraut - und bin darüber eigentlich ganz froh!

Ich finde es jedenfalls sehr gut, dass du dein Problem angehen möchtest - und wenn du es dir zutraust, erste Schritte auch ohne Therapie zu machen - umso besser :zwinker:
 

Benutzer152699  (27)

Ist noch neu hier
Erstmal danke für die Antworten.

Also die Nervosität äußert sich durch starkes Herzklopfen und schnellen Atem...

Ich bin bei mehreren Therapeuten auf der Warteliste. Bei dem Therapeuten, bei dem es "nur" noch 1-2 Monate sind, hatte ich noch kein Erstgespräch - falls ich mit dem also nicht klar kommen sollte, würde sich die Wartezeit also nochmal etwas verlängern...

Wie das dann wäre, wenn ich mich mit einer Frau verabreden würde, die ich vorher noch nie gesehen habe und wie ich dann darauf reagieren würde, falls das Date nicht so toll laufen sollte, kann ich ehrlich gesagt leider auch nicht beurteilen, da ich auf dem Gebiet halt keinerlei Erfahrungen habe...Schätze mal das wüsste ich dann wohl erst, wenn ich mich tatsächlich mal mit einer Frau treffen würde.


Aber jap, sofern es mal zu einem Treffen kommen sollte, würde ich die Frau natürlich "vorwarnen" dass ich sehr schüchtern bin - denke das könnte ansonsten gewaltig in die Hose gehen...
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Na, das ist ja voll mein Thema...

Das positive ist zumindest, dass diese Angst wesentlich schwächer ist, wenn ich mit meiner Familie oder mit Freunden irgendwohin gehe.
Was nicht verwunderlich ist. Aber ich will der Therapie nicht vorgreifen - eigene Erkenntnis hilft am meisten. :zwinker:

Aufgrund der Phobie habe ich mich dazu entschlossen, eine Psychotherapie zu machen, bin derzeit auf der Warteliste und werde wohl in 1-2 Monaten loslegen können.
:thumbsup: Damit hast Du eine schwere Hürde schon mal überwunden.
Applaus.gif


Da ich wohl zu schüchtern wäre, um einfach mal eben so fremde Frauen auf der Straße anzusprechen, kam mir der Gedanke, dass ich es eventuell mit Online Dating versuchen könnte, wodurch ich die Frauen ja vorher schon ein wenig kennenlernen und sicherstellen könnte, dass die ebenfalls Interesse an mir haben, wenn ich mich mit denen treffe.
Ist zumindest nicht der schlechteste Plan. Sei Dir aber bewusst: Es gibt keine Garantie, und Du wirst beim Treffen wahrscheinlich mit Deinen Ängsten klarkommen müssen. Insofern wäre es auf jeden Fall sinnvoll, intensives Beschnuppern per Mail etc. zu betreiben, bis Du Dich einer Kandidatin gegenüber sicher genug fühlst, um ihr gegenüber vielleicht auch einzugestehen, dass Du ziemlich nervös bist (das ist keine Schande, aber bei den meisten Menschen wahnsinnig schwierig).

Allerdings muss ich natürlich auch sagen: Selbst wenn das klappen und ich dadurch eine Freundin finden sollte, müsste diese halt zunächst extrem viel Geduld mitbringen und so eine Frau, die mich so dermaßen mag und damit klar kommt, müsste ich natürlich auch erstmal finden...
Von jetzt auf gleich wird das wahrscheinlich nichts, da hast Du recht. Aber wenn es die richtige Frau ist, dann wirst Du Dich mutmaßlich in ihrer Gegenwart relativ schnell so sicher fühlen wie mit Freunden und Verwandten. Das kann ein positiver Verstärker sein.

Also, was denkt ihr? Sollte ich bereits jetzt aktiv werden - oder erst warten, bis ich die Phobie im Laufe der Therapie überwunden habe?
Ich erzähle mal aus meiner Vergangenheit, das müsste Dir eher helfen als ein einfaches "Ja" oder "Nein" oder "Bedingt" oder so.

Meine Kindheit war ziemlich im Arsch, das ging mit dem Wechsel aufs Gymnasium los. Ich wurde ziemlich schnell Außenseiter. Dann kamen Familiensachen hinzu (ein fast tödlicher Unfall meiner Mutter, als ich 12 war), ich wurde introvertierter, zog mich zurück (saß in den Pausen mit Walkman auf den Ohren auf der Heizung und guckte ins Leere), wurde schlechter in der Schule, wurde gehänselt undsoweiter. Mit Mädchen lief gar nichts, logischerweise. Bis zum Abi nicht mal ein Kuss. Nur Liebeskummer, und weil das so war, fand ich auch da eine "Lösung": Ich nahm mir vor, mich einfach nicht mehr zu verlieben...

Natürlich ging auch das Studium in die Hose - mein Opa starb in der Zeit, mir war das Pensum zu viel (14 Scheine in 4 Semestern), es war auch noch das falsche Studium, ich war Einzelgänger. Das musste daneben gehen. Und nach dem vorzeitigen Ende des Studiums... tat ich nix. Wirklich nix. Weder wusste ich mit mir was anzufangen, noch traute ich mir irgendwas zu. "Schaffe ich eh nicht..." Mein Lieblingssatz. Meine Familie nötigte mich dann zu einem langfristigen Praktikum bei meinem Onkel. IT. Nicht das, was ich machen wollte, aber das, was mich noch am ehesten interessierte.

Darüber kam ich dann zu einer Umschulung via Bildungsgutschein. 21 Monate, mit dem Abschluss IT-System-Kaufmann. Das ging auch gut. Aber so richtig taute ich auch da nicht auf. Und es war fürchterlich, als mir jemand erklärte, während eines viertelstündigen Referats 142 Ähs und Öhs und so gehört zu haben... :cry:
Aber da war auch eine, durch die ich mich etwas mehr gegenüber Frauen öffnete. Sie verkuppelte mich mit einer Bekannten. Pluspunkt: Erste Erfahrungen mit Küssen und Fummeln. Negativpunkt: Furchtbar kompliziertes Mädel... Es ging 3 Monate, 2 davon Drama. Aber ich streckte zumindest den Kopf aus dem Panzer...

Über eine Onlineplattform hatte ich dann ein Date. 4 Tage nach Kontaktaufnahme. Wir trafen uns am Freitagabend in einem Bierlokal - aber Schweigen im Walde. Natürlich war ich in meinen Ängsten gefangen und wusste nicht mal, was ich sagen oder fragen sollte. Nach einer Stunde fuhr sie nach Hause.

Dann, auf einer anderen Plattform, auf der ich schon länger angemeldet war, schrieb mich eine andere Frau an. Mein erster Gedanke, als ich Bilder von ihr sah: :confused: "Ne, lass mal, die ist mir zu massig..."
10 Sekunden später dachte ich: :annoyed: "Was bist du denn für ein Arsch? Siehst selbst aus wie eine Tonne und willst sie nicht mal kennenlernen, weil sie dick ist? Antworte, vielleicht ist sie ja ganz nett..."
Damals war sie es auch. Es wurden fast 8 Jahre Beziehung auf 100 km Entfernung draus. Leicht war es nicht, aber solange es dauerte, tat es mir gut.
Bevor wir uns trafen, schrieben wir drei Wochen lang Emails (eine Lehre aus dem Bierlokal-Fiasko). Lange Emails. Teils zwei Mal pro Tag. Wir trafen uns erst, als sie am Vorabend des Treffens meinte, es werde nichts mit dem Sex, weil sie ihre Tage bekommen hatte... :grin:

Die Trennung vor 3 1/4 Jahren riss mich allerdings in einen Abgrund. So tief war ich noch nie gefallen. Damit einhergehende, intensiver gewordene Suizidgedanken brachten mich dazu, mich meinem Hausarzt anzuvertrauen. Er verschrieb mir Antidepressiva und gab mir Adressen mit für Therapieeinrichtungen. Er war sogar drauf und dran, mich per sofort einzuweisen, sollten meine Suizidgedanken akut gewesen sein.

Das Erstgespräch kam relativ schnell, bis zum Therapiebeginn dauerte es nur ein halbes Jahr. Leider gab es mittendrin gesundheitsbedingt einen Wechsel des Therapeuten. Die Frau, die das zuerst machte, hat mich in den Einzelsitzungen ziemlich unter Feuer genommen, nicht locker gelassen. Das war hart. Einmal hat sie mich so in die Enge getrieben, dass ich nach der Stunde im Auto geweint habe und die nächsten Tage nervlich ziemlich angegriffen war. Aber diese eine Stunde hat auch einen Schalter umgelegt, zum Besseren. Nach dem Wechsel allerdings war ihr Nachfolger komplett anders, er hat wenig nachgehakt und hinterfragt. Das war immer so lala, und letztlich bin ich auch nicht weitergekommen. Mir fehlte da der Druck dahinter, den ich gebraucht hätte. Am Ende landete ich in einer Sackgasse, und unter dem Strich bin ich von meinen sozialen Ängsten etwa 50 bis 60 Prozent losgeworden. Mit dem Rest lebe ich, auch mit Rückschlägen, aber es ist schon viel leichter als vor der Therapie.

Bedingt durch dieses "Stehenbleiben" hat sich aber auch in Sachen Beziehung bisher nichts Neues ergeben. Aber: Ich konnte zumindest bei einer Onlinebörse zwei Mal Nein sagen. Einmal bei einer Frau, bei der es einfach mentalitätsmäßig nicht gepasst hätte, und einmal vor einer Woche, als ich merkte, dass ich einfach zu viel um die Ohren hatte und das Kennenlernen zeitmäßig eine Belastung gewesen wäre...

Ich weiß nicht, ob es Dir hilft. Wenn nicht - auch egal. :zwinker:
 

Benutzer121794 

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Ja, in der Situation war und bin ich auch. Ich kann gerne was dazu sagen, allerdings bin ich auch nach wie vor noch Dauersingle mit höchstwahrscheinlich immer noch eher geringen Beziehungsaussichten. Ich kann also auch nicht mehr tun, als ein paar der Gedanken und Erkenntnisse zu sammeln, die mir in der letzten Zeit darüber gekommen sind. :zwinker:

Ich finde, es ist sehr wichtig, dass man sich in der Situation von dem Gedanken löst, unbedingt das erste Näheerlebnis mit der Frauenwelt haben zu müssen, um sich dann erst als kompletter Mann/Mensch fühlen zu dürfen. Das ist natürlich nicht ganz leicht, denn der gesellschaftliche Druck und vor allen Dingen auch der, den man sich selbst macht, ist groß, aber je mehr man dem Gedanken verfällt, desto mehr verbaut man sich den Weg selbst bzw. schürt die eigenen Ängste noch, denn man misst der Sache wieder viel zu viel Bedeutung bei. Ich war am Anfang noch einige Zeit in AB-Communities unterwegs und fand es teilweise unglaublich, wie verzweifelt die meisten Männer (erstaunlicherweise nur die Männer) da um sich selbst gekreist sind und ihren Selbstwert komplett an das Thema Liebe, Beziehung & Sex gekoppelt und vor allen Dingen auch nicht gemerkt haben, wie schwer sie sich ihr Leben damit wieder machen.

D.h. am Ende solltest du für dich gar nicht mehr unterscheiden können, ob du aktiv auf der Suche bist oder nicht. Was macht man da denn auch großartig anders? Man versucht eben öfter raus zu gehen, mehr Leute kennenzulernen, irgendwann auch in Kontakt mit Frauen zu kommen und sich auch ganz viel von selbst ergeben zu lassen. Mehr ist es doch gar nicht. Sobald du das Gefühl hast, dich schon von vorneherein besonders bemühen oder anders verhalten zu müssen, nur weil du auf der Suche bist, ist das mMn ein Zeichen dafür, dass du auch gerade dabei bist, dir dein Leben wieder schwerer zu machen.

Mich persönlich hat bei der ganzen Geschichte auch immer sehr viel mehr belastet, dass ich selbst gar nicht in der Lage dazu bin, auf Frauen bzw. Menschen allgemein zuzugehen, zu flirten und eben überhaupt erst mal all die Voraussetzungen mitzubringen, die man am Ende auch für eine erfolgreiche Beziehungsanbahnung braucht. Deshalb hab ich immer versucht, alle meine Energie in mein persönliches Fortkommen zu investieren, anstatt sie in Gedanken um Dinge kreisen zu lassen, die im Prinzip schon außerhalb meines Einflussbereichs liegen. Ich sehe as "Erfolgserlebnis Beziehung" auch seither als etwas, das sich im Endeffekt ganz von selbst und auch nicht anders abwerfen wird, wenn man auf persönlicher Ebene ausreichend im Reinen mit sich ist.

Deshalb würde ich dir empfehlen, deinen gedanklichen Fokus weg von Freundin & Co. darauf zu lenken, erst mal einen gesunden, lockeren und ungezwungenen Umgang mit anderen Menschen und natürlich auch Frauen zu erlernen, ohne dass du dir das Thema Beziehung dabei mental verbieten musst natürlich. :zwinker:

Viel Erfolg dabei - ist in Wirklichkeit ein Klacks :tongue:
 

Benutzer152699  (27)

Ist noch neu hier
Ja, in der Situation war und bin ich auch. Ich kann gerne was dazu sagen, allerdings bin ich auch nach wie vor noch Dauersingle mit höchstwahrscheinlich immer noch eher geringen Beziehungsaussichten. Ich kann also auch nicht mehr tun, als ein paar der Gedanken und Erkenntnisse zu sammeln, die mir in der letzten Zeit darüber gekommen sind. :zwinker:

Ich finde, es ist sehr wichtig, dass man sich in der Situation von dem Gedanken löst, unbedingt das erste Näheerlebnis mit der Frauenwelt haben zu müssen, um sich dann erst als kompletter Mann/Mensch fühlen zu dürfen. Das ist natürlich nicht ganz leicht, denn der gesellschaftliche Druck und vor allen Dingen auch der, den man sich selbst macht, ist groß, aber je mehr man dem Gedanken verfällt, desto mehr verbaut man sich den Weg selbst bzw. schürt die eigenen Ängste noch, denn man misst der Sache wieder viel zu viel Bedeutung bei. Ich war am Anfang noch einige Zeit in AB-Communities unterwegs und fand es teilweise unglaublich, wie verzweifelt die meisten Männer (erstaunlicherweise nur die Männer) da um sich selbst gekreist sind und ihren Selbstwert komplett an das Thema Liebe, Beziehung & Sex gekoppelt und vor allen Dingen auch nicht gemerkt haben, wie schwer sie sich ihr Leben damit wieder machen.

D.h. am Ende solltest du für dich gar nicht mehr unterscheiden können, ob du aktiv auf der Suche bist oder nicht. Was macht man da denn auch großartig anders? Man versucht eben öfter raus zu gehen, mehr Leute kennenzulernen, irgendwann auch in Kontakt mit Frauen zu kommen und sich auch ganz viel von selbst ergeben zu lassen. Mehr ist es doch gar nicht. Sobald du das Gefühl hast, dich schon von vorneherein besonders bemühen oder anders verhalten zu müssen, nur weil du auf der Suche bist, ist das mMn ein Zeichen dafür, dass du auch gerade dabei bist, dir dein Leben wieder schwerer zu machen.

Mich persönlich hat bei der ganzen Geschichte auch immer sehr viel mehr belastet, dass ich selbst gar nicht in der Lage dazu bin, auf Frauen bzw. Menschen allgemein zuzugehen, zu flirten und eben überhaupt erst mal all die Voraussetzungen mitzubringen, die man am Ende auch für eine erfolgreiche Beziehungsanbahnung braucht. Deshalb hab ich immer versucht, alle meine Energie in mein persönliches Fortkommen zu investieren, anstatt sie in Gedanken um Dinge kreisen zu lassen, die im Prinzip schon außerhalb meines Einflussbereichs liegen. Ich sehe as "Erfolgserlebnis Beziehung" auch seither als etwas, das sich im Endeffekt ganz von selbst und auch nicht anders abwerfen wird, wenn man auf persönlicher Ebene ausreichend im Reinen mit sich ist.

Deshalb würde ich dir empfehlen, deinen gedanklichen Fokus weg von Freundin & Co. darauf zu lenken, erst mal einen gesunden, lockeren und ungezwungenen Umgang mit anderen Menschen und natürlich auch Frauen zu erlernen, ohne dass du dir das Thema Beziehung dabei mental verbieten musst natürlich. :zwinker:

Viel Erfolg dabei - ist in Wirklichkeit ein Klacks :tongue:
Vielen Dank für den Post. War für mich sehr interessant zu lesen, zumal wir beide da ja einige Parallelen aufweisen.

Ich schätze das Problem an der Sache ist, wie du ja bereits gesagt hast, der Druck, den man sich dabei aufbaut. Wenn man die Lockerheit verliert, eine Beziehung zu sehr "erzwingen" will und dann verkrampft, wird es wohl erst recht nichts.

Allerdings ist bei mir momentan der Zeitpunkt gekommen, in dem ich die aktuelle Situation eigentlich satt bin und halt sehr gerne meine ersten Erfahrungen machen würde und sich dann selber zu sagen, dass man einfach nur Geduld braucht, an sich selber arbeiten muss und es dann irgendwann von alleine klappen wird, fällt mir zurzeit wirklich sehr schwer.


Ab einem gewissen Alter wird es dann als Mann wohl leider etwas kritisch, wenn man noch keine Erfahrungen gesammelt hat, wobei das Frauen dann wohl noch ein wenig anders aussieht. Meine Schwester ist übrigens 26, ist ebenfalls noch Jungfrau und hatte ebenfalls noch keine Beziehung, obwohl sie wirklich sehr gut aussieht und sehr intelligent ist (hat ihr Masterstudium mit nem 1-er Schnitt abgeschlossen). Allerdings ist sie selber auch sehr anspruchsvoll und bei dem Typen müsste dann schon alles passen, was dann natürlich auch nicht so vorteilhaft ist, wenn man wie meine Schwester etwas schüchtern ist und selber auch keine anderen Typen anspricht. Aber da sie ihr Leben davon abgesehen sehr gut im Griff hat, sieht sie das Thema wohl auch wesentlich lockerer als ich, wobei es meiner Meinung nach von der Gesellschaft ganz anders wahrgenommen wird, ob man jetzt als Mann oder als Frau noch Jungfrau ist...

Ich muss leider auch sagen, dass es bei einer Gruppe von mehreren Kerlen natürlich nicht gerade selten um das Thema "Sex" geht, was mir dann natürlich immer extrem unangenehm ist und weshalb ich dann froh bin, sobald das Thema gewechselt wird.

Hatte übrigens mehrmals schon darüber nachgedacht, ob ich nicht einfach mal ins Bordell gehen sollte, damit ich mir da zumindest etwas den Druck rausnehmen kann, habe das bis jetzt aber immer sein gelassen, da ich mir mein erstes Mal gerne selber "erarbeiten" würde und es mir auch als sehr unangenehm vorstelle, falls ich später mal Kinder haben sollte und ich mit denen dann auf das Thema zu sprechen kommen sollte...


Mal nebenbei hier nachgefragt: Gibt es eigentlich irgendwo eine Statistik, wie viele Männer ab 18, bzw. ab 21 Jahren noch Jungfrau sind? Würde mich echt mal interessieren...


Muss dir auf jeden Fall auch zustimmen, dass ich ganz unabhängig von dem Thema unbedingt am Umgang mit anderen Menschen und an meinem Selbstvertrauen arbeiten muss - ich denke wenn ich da in den nächsten Monaten Fortschritte erzielen sollte, wäre das auch schon eine Menge wert...
 

Benutzer121794 

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Ja, genau. Ich weiß, dass es sehr schwer ist, alles was da in einem an negativen Gedanken und ungelösten Konflikten brodelt auszublenden. Ich kenne das von mir selbst und schaffe es auch nicht ansatzweise immer und überall. Und ich glaube, dass ich da noch richtig Glück habe, weil ich anscheinend von Natur aus eher weniger zu Verzweiflungsgedanken neige und es deshalb vermutlich oft etwas leichter hab.
Natürlich hab auch ich mal meine Tage, an denen ich unproduktiv zu Hause sitze, alles doof und sinnlos finde, mir sicher bin, dass das sowieso nie mehr was wird und mir eine triste und einsame Zukunft vorstelle.
Aber, immer wenn ich bisher einen Schritt weitergekommen bin, mich irgendwas Neues zum ersten Mal getraut hab, irgendwo wieder ein bisschen selbstsicherer als vorher war, Dinge positiver sehe oder merke, dass ich viel besser mit anderen kann als ich mir das immer vorgestellt hab, dann weil ich möglicherweise nur für den kurzen Moment alles mal kurz vergessen hab.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass man viele kleine Erfolgserlebnisse sammelt und nicht sagt, es muss unbedingt eine Beziehung sein, sonst fehlt was in meinem Leben. Dann bemerkt man nämlich die ganz vielen kleinen Schritte, die man andauernd macht gar nicht.
 
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