Therapeuten Grund für Therapie nicht nennen

Benutzer180257  (26)

Klickt sich gerne rein
Ich habe die Entscheidung getroffen, dass ich mir professionelle Hilfe suchen muss.

Mein Problem ist, dass ich dem Therapeuten den Hauptgrund hierfür nicht nennen will, aber denke, dass ich trotzdem von der Hilfe profitieren könnte.

Wird mich unter der Voraussetzung überhaupt ein Therapeut annehmen und stimmt es, dass man mitunter ein bis zwei Jahre auf einen Therapieplatz warten muss?
 

Benutzer177622 

Verbringt hier viel Zeit
Wo ist der Sinn? Therapie funktioniert nur mit Vertrauen. Wenn du dem Therapeuten nicht so weit vertraust, dass er den wirklichen Grund kennen darf, dann ist es nicht der richtige Therapeut.
Und wenn du dich nicht öffnen willst, bist du selber noch nicht so weit. Erstmal geht das bestimmt, aber auf Dauer ist das wie waschen ohne Wasser oder nähen ohne Faden.
 

Benutzer138543  (26)

Sehr bekannt hier
Ich sag mal so, aus eigener Erfahrung bringt eine Therapie halt auch nur so halb was, wenn du nur die Hälfte erzählst. Den Hauptgrund zu verschweigen finde ich noch schwieriger.
Ich schließe mich TheRevenant TheRevenant an, warum willst du denn den Hauptgrund verschweigen? Angst (vor was)? Peinlich (muss es das)? Oder was ist der Grund?
2 Jahre finde ich viel, 1 Jahr halte ich für realistischer. Manchmal ist es auch nur ein halbes. Ich würde dir empfehlen möglichst viele Therapeuten abzutelefonieren, nach der Warteliste zu fragen und so mehrere Vorgespräche zu vereinbaren. Wenn es zwischen dir und dem/der Therapeut/in nicht passt, fallen eh noch welche weg.
Ansonsten besteht auch noch die Möglichkeit über deine Krankenkasse schneller einen Therapieplatz zu bekommen, wenn es dringend ist. Auch die Ambulanzen in den stationären Kliniken nehmen schneller auf.
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Und wenn du dich nicht öffnen willst, bist du selber noch nicht so weit.
Dass man sich bei den ersten Sitzungen noch nicht komplett öffnet ist denke ich normal. Es gibt Dinge die habe ich meiner Therapeutin damals auch erst nach einem halben Jahr oder so erzählt. Auch im professionellen Kontext muss sich Vertrauen erst aufbauen.
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Peinlich muss dir nichts sein. Ein Therapeut ist der letzte, der dich nicht ernst nehmen oder auslachen wird. Das gehört zum Job und er hört ganz sicher jeden Tag viele (für dich) nicht alltägliche Dinge.
 

Benutzer150198 

Meistens hier zu finden
Einen Therapieplatz, den die Krankenkasse übernimmt, bekommst du nur, wenn du eine Diagnose für eine psychische Erkrankung gestellt bekommst. Viele Therapeuten nehmen das nicht so genau, wenn sie den Bedarf sehen, aber den Grund nicht zu nennen wird da denke ich schwierig..

Man kann ja auch keine Therapie aufbauen, wenn man gar nicht weiß was das Problem ist.
 

Benutzer179257 

Sorgt für Gesprächsstoff
Das ist definitiv die falsche und kontraproduktive Denkweise. Ich musste mich zwar noch nie therapieren lassen, aber jegliche Behandlungsformen, egal ob psychische oder physische, erfordern zu deinem eigenen Interesse und im Interesse eines größtmöglichen Therapieerfolges vollständige Transparenz und ein Höchstmaß an Vertrauen.

Also: Wenn du möchtest, dass dir geholfen wird, musst du diesen Schritt gehen. Wenn du dich dafür noch nicht bereit fühlst, ist das auch okay. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass du dich dieser Vertrauensperson öffnen musst. Es muss dir auch definitiv nichts peinlich sein - diese Menschen sind Profis und üben ihren Beruf täglich aus. :thumbsup:
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Ich würde mich mal zu einem Therapietermin/Vorgespräch anmelden und das so ansprechen.
Ich denke, wenn du dem Therapeuten gegenübersitzt und merkst, das passt (oder eben absolut gar nicht, dann suchst du einen anderen), und merkst, der geht damit professionell um und urteilt nicht, ist das deutlich einfacher als das im Internet oder mit Bekannten breitzutreten.
Ansonsten ist ja auch das ein Problem, gegen das man, je nachdem wie viel du erzählen kannst, vorgehen kann.
Ein Therapeut der dich verurteilt oder auslacht hat seinen Job nicht verstanden, da liegt der Fehler dann sicher nicht bei dir.
Und solange du das Gefühl hast, Hilfe zu brauchen, wird dich auch keiner wegschicken können.
Aber ja, man wartet manchmal eine Weile.
 

Benutzer180257  (26)

Klickt sich gerne rein
Kann man wirklich erwarten, dass man sich einem wildfremden Menschen, egal wie professionell oder nicht, einfach so komplett öffnet?

Wenn ich etwas noch nie laut ausgesprochen habe, gehe ich nicht hin und erzähle das mal eben einem Therapeuten, den ich gerade zum ersten Mal sehe.

50% Themen ansprechen und bearbeiten halte ich für eine eindeutig bessere Bilanz als gar nicht mit einem Therapeuten zu reden.
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Du solltest zumindest sagen, dass das nicht der Hauptgrund ist.

Oft ist es schwerer, Dinge vor sich selbst zu sagen als vor anderen. Da muss man durch. Vertrauen hilft dabei, genauso wie ein Therapeut, der seinen Job versteht. Ein wenig Geduld sollte man also auch mitbringen, weil man einen passenden Therapeuten finden und dem erstmal vertrauen muss.
Die Grundlagen sollte man aber von Anfang an klarstellen können, und wenn das nur irgendeine vage Aussage ist.
 

Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Wenn ich hier mal etwas einwerfen darf, weil hier der Großteil von vollstem Vertrauen gegenüber dem Therapeuten spricht. Nur weil es sich um einen Therapeut handelt vertraue ich diesem doch nicht vom ersten Augenblick an blind, auch nicht nach dem ersten Gespräch. Auch ein Therapeut muss sich das Vertrauen erst einmal erarbeiten, wie ich finde und denke es ist durchaus legitim erst einmal nicht alles Preis zu geben. Im Falle des TS würde ich raten vielleicht beim Gespräch anzumerken, dass der Hauptgrund der Therapie ein anderer ist, den er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen möchte. Und wenn es ein guter Therapeut ist, wird er dafür Verständnis haben. Bei allem anderen Stimme aber zu, der Erfolg der Therapie kann sich natürlich nur einstellen, wenn man das eigentliche Problem zumindest nach einer gewissen Zeit auch zum Therapiethema macht. Oftmals kommt dieser Schritt aber doch eh von ganz allein, wenn man sich bei seinem Therapeuten gut aufgehoben fühlt.
 

Benutzer151729 

Sehr bekannt hier
Wird mich unter der Voraussetzung überhaupt ein Therapeut annehmen
Einer, der möglicherweise unüblichere Methoden verwendet vllt schon.
Ein Verhaltenstherapeut wohl kaum.

Langfristig wäre es schon sinnvoll, man könnte ein Therapieziel festlegen, das heißt aber nicht, dass man beim ersten Termin gleich die ganze Thematik erörtern muss, wenn einem das unangenehm ist.
Eine grobe Windrichtung sollte es allerdings schon geben auch in Hinblick auf die Therapieplanung und Vorbereitung.

Ausgebildete (psychologische) Psychotherapeuten unterliegen einer Schweigepflicht und hören täglich die verschiedensten Dinge - da muss dir nichts peinlich sein :smile:
 

Benutzer177622 

Verbringt hier viel Zeit
Dass man sich bei den ersten Sitzungen noch nicht komplett öffnet ist denke ich normal. Es gibt Dinge die habe ich meiner Therapeutin damals auch erst nach einem halben Jahr oder so erzählt. Auch im professionellen Kontext muss sich Vertrauen erst aufbauen.
Total logisch.
Aber kategorisch ausschließen, den Grund keinesfalls preiszugeben ist halt so gar keine gute Voraussetzung.
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einfach so komplett
Von "einfach so" spricht ja niemand. Von "komplett" auch nicht.

Aber warum du da bist, wäre schon wichtig :zwinker:
 

Benutzer180126 

Öfter im Forum
Die Zeiten, wie lange man warten muss, sind örtlich völlig unterschiedlich. In größeren Städten gibt es manchmal auch welche, die offene Sprechstunden anbieten. In Städten mit Uni-Kliniken auch Ambulanzen, Kliniken etc., wo man kurzfristig, oder in Notfällen natürlich sofort einen Termin bekommt. Auch der Hausarzt ist Ansprechpartner, er kann vielleicht einen kompetenten Facharzt etc. vermitteln, den er persönlich kennt. Die Krankenkassen bieten teilweise auch Hilfe an. Es gibt auch Vereine etc. die Hilfe anbieten, zu bestimmten Problemen, einfach mal googeln, ich weiß ja nicht, worum es geht, deshalb kann ich nur ganz allgemein antworten.
 

Benutzer169922 

Öfter im Forum
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es oft bis mehreren Monaten dauern kann, bis ein Therapeut einen neuen Patienten aufnehmen kann.
Wenn es sich allerdings um eine akute Situation handelt, kann es auch manchmal ganz schnell gehen.
Für die Wartezeit zu überbrücken gibt es auch verschiedene Anlaufstellen. Am besten kannst du dich im Internet darüber schlau machen, was in deiner Näher hierzu angeboten wird.

Dem Therapeuten direkt alles anzuvertrauen, das habe ich auch nicht gemacht. Verschiedene Dinge brauchen Zeit. Wobei ich den Hauptgrund in bisher keiner Therapie verschwiegen habe.
In der Regel bekommt man auch einen ziemlich ausführlichen Fragebogen nach dem ersten Termin, den man dann zum nächsten Mal ausgefüllt mitbringt.

Soweit ich das noch richtig im Kopf habe, kann man bei dem Therapeuten erstmal 5 Probesitzungen machen. Hier kannst du rausfinden, ob die Chemie passt und du dir eine Therapie vorstellen kannst.
Dann wird bei der KK beantragt.
 
G

Benutzer

Gast
2 Jahre finde ich viel, 1 Jahr halte ich für realistischer. Manchmal ist es auch nur ein halbes. Ich würde dir empfehlen möglichst viele Therapeuten abzutelefonieren, nach der Warteliste zu fragen und so mehrere Vorgespräche zu vereinbaren. Wenn es zwischen dir und dem/der Therapeut/in nicht passt, fallen eh noch welche weg.

Vor allem wird es bei der Terminvergabe auf Dringlichkeit ankommen. Wenn du nicht sagst, warum du den Platz „jemand anderem wegnehmen willst“, - warum es also dringender sein soll, als bei einem anderen -, wirst du eher gar keinen bekommen.

Und glaube mal nicht, dass ein erfahrener Therapeut nicht schon sehr viel gehört hat. Es ist sein Job, er hat Schweigepflicht, - also sag es ihm, sonst kann er dir nicht helfen.
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
Ich habe die Entscheidung getroffen, dass ich mir professionelle Hilfe suchen muss.

Mein Problem ist, dass ich dem Therapeuten den Hauptgrund hierfür nicht nennen will, aber denke, dass ich trotzdem von der Hilfe profitieren könnte.

Wird mich unter der Voraussetzung überhaupt ein Therapeut annehmen und stimmt es, dass man mitunter ein bis zwei Jahre auf einen Therapieplatz warten muss?
1.
gibt da so eine "verdeckte methodik", wo das thema nicht bekannt ist ...

2.
wennst wen guten erwischt, dann kommst sowieso irgendwann zu deinem knackpunkt und dessen lösungsmöglichleiten ...

3.
mensch muss einer therapeutin ja nicht sein / ein thema "vorab" bekanntgeben - es reicht zu sagen, (mir gehts nicht gut und) ich brauch / will veränderung ...
 

Benutzer173280  (34)

Öfter im Forum
Ich finde, wenn du merkst das es zwischen euch passt und das Vertrauen da ist, kann man schon den wahren Grund sagen, bzw. andeuten. Das würde es auch für den Therapeuten einfacher machen.

Natürlich ist das alles aber deine Entscheidung und sollte auch von dir selber bestimmt und kontrolliert werden.

Ich hab mich relativ schnell sehr gut mit meinem verstanden. Ich hab mich wohl gefühlt und konnte mich nach einigen Sitzungen vollständig öffnen.
Es kann und es tut gut, über seine Probleme, Ängste und Sorgen zu sprechen. Das ist ein Verarbeitungsprozess.

Also, wenn du das Vertrauen haben solltest, rede offen. Er wird dich nicht verurteilen. Wenn du dir unsicher bist, gehe soweit es für dich okay ist.
 

Benutzer176954  (26)

Öfter im Forum
Wenn du über den Hauptgrund deiner Probleme nicht reden möchtest, dann wird auch die Therapie nicht sehr viel bringen.
Ich verstehe, dass du sagst, dass es schwierig ist, sich einem komplett Fremden derart anzuvertrauen. Das ist auch keine Sache, die von jetzt auf gleich, geschweige denn in einer Sitzung geht. Das ist ein Prozess, ein Weg, den du gemeinsam mit dem Therapeuten gehen solltest.

Bewusst die Hälfte wegzulassen, ist keine gute Idee, wenn du dir Hilfe erhoffst.
Denn dabei ist die Gefahr dann groß, dass das anschließende Ergebnis im besten Fall dir einfach nicht hilft und dich im schlechtesten Fall vor neue Probleme stellt.
Simples Beispiel zur Veranschaulichung:
Du erzählst dem Richter, du hast den Mann vor dir erschossen --> du gehst für lange Zeit ins Gefängnis
Was du ihm nicht erzählt hast: Der Mann hat dich vorher mit einer Pistole bedroht --> in dem Fall wärst du wahrscheinlich weiterhin frei
 
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