Studium: Abschlussarbeit, oder nicht!?

Benutzer103431 

Sorgt für Gesprächsstoff
Liebes Forum,

ich stecke in der Klemme.

Ich studiere noch auf Diplom Bildungswissenschaften mit BWL im Nebenfach. Ab Oktober bin ich im 10. Semester, Regelstudienzeit sind 9. Semester.

Eigentlich wollte ich in diesem Semester meine Abschlussarbeit schreiben um dann endlich mein Studium abzuschließen. Das Problem ist allerdings, dass ich einfach kein passendes Thema für mich finde, aber in 4,5 Monaten abgeben müsste. Normalerweise weiß man schon 6 Monate vor Abgabedatum das Thema und hat auch schon eine Gliederung. Mittlerweile kann ich Nachts nicht mehr richtig schlafen, so groß sind meine Zukunftsängste. Ich bin auch schon 27 (habe das Abi nachgeholt und hab erst später mit dem Studium angefangen) und Angst, dann zum Berufsstart gegenüber der Konkurrenz zu alt zu sein.

Eine Möglichkeit wäre, die Diplomarbeit nochmal um ein Semester zu schieben, mich ganz auf das Finden eines Themas zu konzentrieren. und in diesem Semster ein Urlaubssemester einzuschieben und nochmal ein Praktikum in meinem Wunschbereich zu machen. Inzwischen habe ich bereits 6 Monate Praktikum und 1,5 Jahre Werkstudententätigkeit hinter mir. Das Problem ist, dass ich schon immer lieber gearbeitet als studiert habe, d.h. ich habe neben dem Studium immer gearbeitet und viel Freude daran gehabt. Noch ein Praktikum würde ich rein persönlich als Bereicherung sehen, aber....

Ich möchte gerne endlich mit dem Studium fertig werden, habe allerdings große Angst, die Diplomarbeit in der kurzen Zeit nicht zu schaffen. Auf der anderen Seite bin ich eben auch schon 27 und ohnehin älter als viele andere. Und ich frage mich, wie das wohl bei meinen Bewerbungen wirkt, wenn ich eh schon keinen "normalen" Lebenslauf habe und dann auch nochmal den Abschluss verschiebe...

Was meint ihr? Ich brauche ein paar andere Meinungen, bevor mich das Thema noch komplett zerfrisst.
 

Benutzer98976 

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Hast Du schon einen betreuenden Prof? Vielleicht hat er eine Idee, was Dir als Thema liegen könnte.
Oder wie sieht es mit den Unternehmen aus, bei denen Du gearbeitet hast? Könnten die es gut gebrauchen, wenn Du Dich in einen bestimmten Themenbereich einarbeitest - so dass Du die Diplomarbeit quasi dort schreiben (und danach übernommen werden) könntest?
 

Benutzer103431 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke erstmal für deine Antwort.
Ich habe schonmal bei einem Prof angefragt (das war bereits im April) und bin mit mehreren Themenvorschlägen erschienen. Allerdings hat er alles als zu wenig auf mein Fach bezogen abgetan.
Die Unternehmen, bei denen ich war, haben leider keine Diplomandenstellen für meinen Fachbereich. Leider hat mein Lehrstuhl bestimmte Vorstellungen. Die Unternehmen bieten immer stark BWL-lastige Themen an. Das akzeptiert der Lehrstuhl aber nicht, da ich BWL nur im Nebenfach habe und somit mein Hauptfach vernachlässigen würde :-/
 

Benutzer50955 

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Ganz pragmatisch betrachtet würde ich mich einfach Fragen, welches Thema mir in den letzten Seminaren besonders gefallen hat, mich in den entsprechenden Datenbanken umsehen, welche neuen Entwicklungen oder Kontroversen es dazu in der Fachwelt gibt, und daraus mein Thema machen.

Erwachsenenbildung im Unternehmen oder auch Organisationsentwicklung sind z. B. 2 Themen, bei denen man beide Fächer gut integrieren könnte - auch mit einem Schwerpunkt auf Bildungswissenschaften.
 

Benutzer95143 

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Und wenn du mal googlest was andere so gewählt haben? Vielleicht kommt dir dann eine Idee. Oder mal mit Mitstudenten drüber reden. Vielleicht hat einer mehrer Themen gefunden, die interessant wären und es ist auch eins dabei was dir gefällt.
 

Benutzer103431 

Sorgt für Gesprächsstoff
eine freundin von mir hat ihre DA in einem unternehmen geschrieben und mir davon abgeraten, da es sehr schwer war die bedürfnisse des unternehmens (also die wirtschaftliche seite) und die anforderungen des lehrstuhls (also die wissenschaftlich seite) auf einen nenner zu bringen. abgesehen davon bin ich schon seit 6 monaten dabei, stellenangebote von unternehmen für DA-stellen zu scannen, aber es war nichts dabei, das nicht zu sehr in die bwl gegangen wäre. leider....

ich habe mir schon ein thema ausgesucht, dass einmal in einem seminar dran kam. allerdings ist die literaturlage da sehr dünn und der lehrstuhl verlangt bei 100 seiten mehr als 80 quellen.
google habe ich ebenfalls schon bemüht. es soll aber kein empirisches thema sein, sondern ein literaturrecherchethema und alles was ich fand war für mich nicht wirklich spannend.

nicht dass ihr denkt, ich würde automatisch alle vorschläge abschmettern, oder so, nein! das problem ist glaube ich nicht nur die themenfindung, sondern die angst, mit der zeit nicht klar zu kommen und das alles in 4,5 monaten nicht hinzukriegen. und das führt dazu, dass ich wohl vor jedem thema auch angst hätte...
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Wenn es um die grundsätzlichen (Vor-)Arbeiten zu einer Abschlussarbeit geht, gibt es unzählige "So schreiben sie eine gute Abschlussarbeit"-Bücher in jeder Buchhandlung bzw. Uni-Bibliothek. Da wird man schritt für Schritt an die Hand genommen, und kommt auch nicht in Zeitnot.
Google darf bei der Recherche aber nicht mehr als der erste Schritt sein. Für eine ordentliche Recherche sollte man entweder gut im Thema sein, und daher die aktuelle Literatur kennen oder aber bei neuen Theman die Digitale Bibliothek oder besser noch fachliche Datenbanken nutzen - natürlich auch die englischsprachigen, da eben eine Vielzahl der neuen Aufsätze direkt auf englisch erscheint. Da kann mir echt _niemand_ erzählen, dass man so nix an ordentlicher Literatur findet...:confused:
 

Benutzer38820 

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Warum ziehst du es dann nicht ernsthaft in betracht nochmal ein Urlaubssemester einzuplanen? Dann hast du genügend Zeit für ein Thema und dessen Ausführung. Weil wegen einem Semester würd ich mir da jetzt keinen Stress mehr machen, ganz ehrlich.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Du hast noch 4,5 Monate Zeit und aktuell noch nicht mal ein Thema. Ganz ehrlich? Ich an deiner Stelle würde mir die Diplomarbeit dieses Semester abschminken und sie auf nächstes Semester schieben - so kannst du jetzt in Ruhe die ganze Vorarbeit machen (Thema finden, Gliederung erstellen, mit betreuendem Prof. absprechen etc.) und hast dann auch genug Zeit, um entspannt zu schreiben.

Auf ein Semester hin oder her kommt's jetzt wirklich auch nicht an, auf die Note für die Arbeit hingegen schon.
 

Benutzer42813 

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Ich denke auch, dass du das mit dem Urlaubssemester machen solltest, um noch mal weitere Erfahrungen zu sammeln - und weiter nach einem guten Thema zu suchen. Wichtig dabei wäre nur, dass du die Themensuche eben neben der Praktikumsarbeit weiter betreibst, auch wenn dich die Theorie eigentlich ankotzt und du endlich in die Praxis willst. Die Abschlussarbeit ist halt der Preis, den man dafür bezahlen muss.
 

Benutzer98295 

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Darf man mal ganz allgemein fragen, was Sinn und Zweck einer DA ist, welche sich fast ausschließlich auf Literaturquellen und -recherche stützt? Ich hatte Abschlussarbeiten bis jetzt immer dahingegehend verstanden, dass es eine eigenständige Leistung sein soll und nicht eine Zusammenfassung der besten Quellen.

Wenn es hier wirklich ausschließlich darum geht, Literaturrecherche zu betreiben, dann wird es - gerade mit Bildungswissenschaften - nahezu unmöglich sein, ein Unternehmen zu finden, das eine adäquate Diplomandenstelle anbietet.

Wie lange ist die übliche Bearbeitungszeitraum der DA? M.E. kann man eine Abschlussarbeit durchaus in drei Monaten schaffen, sofern man 40h/Woche zzgl. Überstunden dran arbeitet.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Darf man mal ganz allgemein fragen, was Sinn und Zweck einer DA ist, welche sich fast ausschließlich auf Literaturquellen und -recherche stützt? Ich hatte Abschlussarbeiten bis jetzt immer dahingegehend verstanden, dass es eine eigenständige Leistung sein soll und nicht eine Zusammenfassung der besten Quellen.

Die eigene Leistung besteht dann darin, Theorieansätze zu verbinden, Widersprüche aufzudecken, zu schauen, ob sich Fragestellungen mit neueren Ansätzen besser erklären lassen usw.
Um wirklich fundamental Neues zu erforschen braucht man Ressourcen, die der Durchschnittsstudi einfach nicht hat. Was ansonsten dabei heraukommt, sieht man daran, wie einseitig Leute in irgendeinem Internetforem dazu aufgerufen werden, für eine Abschlussarbeit einen Fragebogen auszufüllen.
 

Benutzer103431 

Sorgt für Gesprächsstoff
danke nochmal für eure meinungen.
das mit dem urlaubssemester ist eben genau die zweite option. mir macht es angst, eine schlechte DA zu schreiben und mich dann mit einer schlechten note bewerben zu müssen.

wie seht ihr das mit meinem alter?

@comparator:
mir ist klar, dass kein unternehmen ein literaturrecherchethema anbietet. ich hätte bei einem unternehmen auch ein empirisches thema angenommen, aber eben nicht ohne ein unternehmen, da ich den aufwand mit statistiken usw. ohne danach ein unternehmen im rücken zu haben, als verhältnismäßig zu groß ansehe.

ich denke es ist sehr unterschiedlich, wie lang man für eine DA braucht (je nach thema). ich höre nur immer wieder, dass der zeitliche puffer sehr wichtig ist und sei es "nur" für formatierung und korrekturlesen...
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
Das mit deinem Alter sehe ich so: Du wirst eh schon älter sein als die meisten anderen Leute direkt von der Uni. Also kommt es auf ein halbes Jahr mehr oder weniger nicht an - und die viele Praxis im Studium ist nicht unbedingt was, was im Lebenslauf gegen dich spricht, eher andersherum, wenn du verstehst was ich meine und wenn du es im Vorstellungsgespräch dann richtig verkaufen kannst.
 

Benutzer94944 

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1. 27 ist kein Alter: Das "schnelle" Studium ist zwar kein Märchen, aber wer als Unternehmen frische und zugleich junge Absolventen vor sich hat, der gerät ganz schnell ins Zweifeln, ob das "schnelle Studieren" wirklich so gewinnbringend ist - im Übrigen für beide Seiten, denn vieles bleibt liegen.´
2. Zudem ist Dein "hohes" Alter erklärbar. Du hast das Abi nachgeholg, neben dem Studium gearbeitet etc.
3. Ich würde ein urlaubssemester einlegen und ein Praktikum machen. Parallel mmir aber auch Themen überlegen & die gemeinsam mit dem wahrscheinlichen Betreuer diskutieren und abwägen. Das Thema muss Dir wirklich liegen, sonst wird es ein Problem und dann könnte es einen "Fleck" in Deinem Lebenslauf geben.
4. Mögliche Themen bzw. Arten der DA gibt es viele, da fehlen hier auch relevante Angaben. Man könnte eine Werkstudententätigkeit aufnehmen und eine theoretische Arbeit schreiben oder eine Studie für den Prof machen, man könnte in einem Unternehmen die Arbeit schreiben. Das hängt auch stark davon ab, was man möchte, womit man sich leichter tut.

Kurzum: Du bist nun hektisch, nachdem Du die Situation zu spät erkannt hast (ich bitte Dich: in 4,5 Monaten abgeben wollen bzw. müssen und noch kein Thema zu haben, das ist naiv), solltest Dich aber auf Deinen Hosenboden setzen und die genannten Punkte gedanklich durchspielen und angehen.
 
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