Studienplatz: Wichtig von zuhause weg zu sein?

Benutzer163482  (21)

Öfters im Forum
Ich stelle meine Frage mal in diesem Forum, weil ich finde, dass auch die Beziehung zu meinen Eltern und meiner Familie wichtig ist.

Ich wollt eigentlich Fremdsprachen an der Würzburger Dolmetscherschule studieren. Aber seit einiger Zeit überlege ich mir, ob nicht besser wäre, hier in Berlin zu studieren.
(Die FU ist praktisch "ummi Ecke".)
Meine Noten sind recht gut, und ich kann auswählen.

Aber wichtiger ist, ob ich was versäume, wenn ich nicht ausserhalb studiere, und somit eigenständiger werde.
Allerdings müsste mein Freund länger reisen, um zu mir zu kommen. Er ist auch jetzt nur meist am WE da, aber dann haben wir noch weniger Zeit für uns.

Wie sind/waren Eure Erfahrungen?
Bin fuer alle Ratschlaege dankbar.
 

Benutzer165396  (28)

Klickt sich gerne rein
Hat 2 Seiten der Medaille.
Wenn du aus Berlin kommst, da wo alle hinwollen, wäre es gut mal woanders hin zu gehen. Man wird wirklich selbstständiger und lernt sich selbst kennen.
Und das dein Freund reisen muss ist zu einseitig gedacht. Ein Studium bietet einen großen Freiraum und so kannst du besser nach hause kommen, als er zu dir.
Wenn es die wahre Liebe ist, dann hält das auch. Der Herausforderung würde ich mich stellen.

Ich weiß wovon ich rede. Genauso habe ich es auch erlebt
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir persönlich war es wichtig, so weit weg zu studieren, dass ein Auszug nötig war, gleichzeitig aber so nah, dass ich regelmäßig nach Hause fahren konnte.
Alleine zu wohnen macht schon selbstständig, ist aber natürlich auch teurer. Bei mir bedeutete das, dass ich einen Nebenjob brauchte, der mein Studium auch verzögerte. Schlussendlich war es das aber allemal wert. So gut ich mich mit meinen Eltern auch verstanden habe - das Verhältnis ist mit dem Auszug noch sehr viel besser geworden.
 

Benutzer129692 

Beiträge füllen Bücher
Ich wollt eigentlich Fremdsprachen an der Würzburger Dolmetscherschule studieren. Aber seit einiger Zeit überlege ich mir, ob nicht besser wäre, hier in Berlin zu studieren.
(Die FU ist praktisch "ummi Ecke".)
Meine Noten sind recht gut, und ich kann auswählen.
Würdest Du an der FU das gleiche studieren wie in Würzburg? Falls ja, welche Hochschule/Schule hat den besseren Ruf? Falls nein, welcher Beruf würde Dir später mehr Spaß machen? Und in welchem Beruf wären Deine Jobaussichten später besser?

Aber wichtiger ist, ob ich was versäume, wenn ich nicht ausserhalb studiere, und somit eigenständiger werde.
Ich verstehe nicht, warum Du nicht eigenständig werden kannst, wenn Du in Berlin bleibst. Du könntest doch trotzdem von Zuhause ausziehen.
 

Benutzer167296  (23)

Benutzer gesperrt
In meinem Fall war es mit das wichtigste, weit weg von meinen Eltern zu studieren :thumbsup:
 

Benutzer163482  (21)

Öfters im Forum
Honigmäulchen Honigmäulchen :

Ist Dein Verhältnis zu Deinen Eltern besser geworden, oder war es einfach wichtig fuer Dich, weil Du auf eigenen Beinen stehen musstest?
 

Benutzer56384  (38)

Meistens hier zu finden
Ich fürchte, das kann man nicht allgemein gültig klären. Ich fand es positiv, von zu Hause weg zu studieren. Man lernt, auf eigenen Beinen zu stehen und gewöhnt sich eine gewisse Selbstständigkeit an, die einige mit bekannte Leute, die während des Studiums bei den Eltern blieben, vermissen lassen oder später unter schwierigeren Bedingungen lernen mussten.
Das hängt aber auch viel mit dem Verhältnis zu den Eltern zusammen und von der Tatsache, ob man bereits von den Eltern in dem Ort getrennt wohnt oder aber nicht.
Ich denke, dass man nicht unbedingt in einem anderen Ort studieren muss, wenn man eine eigene Wohnung hat und die nötige Disziplin aufbringt auf eigenen Beinen stehen zu wollen. Dann lernt man in der Zeit viel Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, was einem später zu Gute kommt.
 

Benutzer81418 

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Man kann auch autonom werden, wenn man am Wohnort studiert. Sogar im Elternhaus. Außer man hat saugende Eltern...
 

Benutzer162572 

Verbringt hier viel Zeit
Hm, ich persönlich fühle mich zu Hause etwas eingeschränkt. Grundsätzlich bin ich ziemlich selbstständig, auch, da meine Eltern häufiger weg sind. Wenn sie da sind finde ich es aber immer sehr anstrengend, weil wir alle ziemliche dickköpfe sind. Da muss ich dann Sachen so machen wie meine Eltern das für richtig und gut halten, und nicht wie ich das angehen würde. Nervt mich sehr und sorgt recht oft für Reibereien und Stress, dadurch für schlechte Laune. Ich merke das auch selber: wenn meine Eltern länger weg sind, bin ich besser drauf, da ich gefühlt freier bin.
 

Benutzer56384  (38)

Meistens hier zu finden
Man kann auch autonom werden, wenn man am Wohnort studiert. Sogar im Elternhaus. Außer man hat saugende Eltern...
Oder man ist undiszipliniert. Dann braucht man dazu auch keine saugenden Eltern. Daher schrieb ich, dass das ein recht individuelles Thema ist.
 

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
Ich wollt eigentlich Fremdsprachen an der Würzburger Dolmetscherschule studieren. Aber seit einiger Zeit überlege ich mir, ob nicht besser wäre, hier in Berlin zu studieren.
Die Checkliste...
  • Welche Hochschule hat das bessere Renomee/verspricht bessere Berufs-/Gehaltsaussichten?
  • Was würde das Wohnen an den jeweiligen Studienorten kosten? Könntest Du Dir das überhaupt leisten?
  • Würdest Du in Berlin bei Deinen Eltern wohnen oder in der eigenen Bude/beim Freund?
  • Wie weit hätte es Dein Freund zu Dir bzw. wie lang wäre er unterwegs? Berlin-Würzburg ist nicht um die Ecke, aber noch gut zu fahren. Wenn es bei Dir aber keine Parkplätze gäbe (sofern er mit dem Auto kommt) und in Berlin und/oder Würzburg noch Stunden unterwegs ist, bis er im Zug sitzt bzw. bei Dir ist, wär's doof.
  • Weshalb willst Du ausziehen? Selbständig werden könntest Du auch in 'nem WG-Zimmer in Berlin lernen, willst Du möglichst weit weg von Deiner Eltern sein, ist ein anderer Ort natürlich besser.
  • Grundsätzlich ist es immer OK, was von der Welt sehen und mitkriegen zu wollen. In Deutschland ist man in Berlin aber schon bestmöglich bedient (die Nachteile der Stadt muß man akzeptieren) - da müßtest Du schon ins Ausland, um wirklich andere Sichtweisen zu bekommen.
 
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Benutzer98820 

Sehr bekannt hier
Grundsätzlich ist es immer OK, was von der Welt sehen und mitkriegen zu wollen. In Deutschland ist man in Berlin aber schon bestmöglich bedient (die Nachteile der Stadt muß man akzeptieren) - da müßtest Du schon ins Ausland, um wirklich andere Sichtweisen zu bekommen.
Ähm, ich würde ja eher sagen, es wäre gerade gut, das Raumschiff Berlin mal zu verlassen und in eine normale Gegend zu ziehen. Mit Monokultur, ob nun Berlin, München oder Kleinkukackerode, ist man sicherlich nicht "bestmöglich bedient".
 

Benutzer167296  (23)

Benutzer gesperrt
Honigmäulchen Honigmäulchen :
Ist Dein Verhältnis zu Deinen Eltern besser geworden, oder war es einfach wichtig fuer Dich, weil Du auf eigenen Beinen stehen musstest?

Ich hatte mit meinen Eltern nie so die großen Probleme. Allerdings haben sie, wie fast alle Eltern, etwas andere Vorstellungen was meinen Lebensstil betrifft.
Ich stehe so ziemlich auf allem, nur nicht auf eigenen Beinen, was das finanzielle betrifft. Vielleicht meinst du mit deiner Frage etwas anderes, aber bei "auf eigenen Beinen stehen" bedeutet für mich immer finanzielle Unabhängigkeit.
Meine Eltern sind meine Hauptsponsoren und das wird sich auch die nächsten Jahre nicht stark ändern.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Ich fand es sehr wichtig für mich, mal rauszukommen, weshalb ich mich letztlich für Würzburg als Studienort auch entschieden habe. Bzw. das war einer der Gründe. München wäre um die Ecke gewesen, das war die andere Option.

Man wird selbständiger, wenn man alleine lebt, seine Wäsche in den Waschsalon schleppen muss, und wenn man keine Milch gekauft hat, ist halt keine da. Ich mochte es auch, nicht mehr zu erzählen, was ich tue. Meine Eltern sind keine Oberglucken, aber allein, dass ich selbst entscheide, wann ich nach Hause komme, und wo ich esse, dass ich diese Entscheidungen auch ganz spontan treffe, das gehört für mich zum Erwachsenwerden auch dazu. Und das Bedürfnis hatte ich eben auch irgendwann ganz stark.

Außerdem - Berlin hin oder her - finde ich es wichtig, den eigenen Horizont zu weiten, und dazu gehört für mich auch, mal ein anderes Lebensumfeld zu sehen als das, in dem man aufgewachsen ist. Selbst, wenn dieses Lebensumfeld Berlin ist. Oder gerade dann. :zwinker:
 

Benutzer68557  (30)

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Redakteur
Bei mir hatte der Wohnort nie etwas mit der Entwicklung zu tun. Ich habe Teile des Studiums im Elternhaus und Teile auswärts gewohnt (ohne Studienortswechsel). Ich denke auch, dass das Thema höchstindividuell ist.
 
G

Benutzer

Gast
Ich bin ca. 2 bis 2,5 Autostunden weggezogen und für mich ist das wirklich die perfekte Entfernung gewesen. Ich konnte mich als Nesthäkchen gut abnabeln, war aber auch nicht so weit weg. Wenn du in deiner Heimatstadt studierst, bist du mehr oder weniger nicht gezwungen, dich von den Eltern abzunabeln. Wenn irgendwas ist, kannst du immer sofort anrufen und kurze Zeit später ist jemand da. Wenn du das gar erst nicht kannst, versuchst du selbst die Lösung für deine kaputte Waschmaschine zu finden :zwinker:

Welcher Studiengang wäre dir denn lieber?
 

Benutzer24152 

Verbringt hier viel Zeit
Ich habe auch ausserhalb studiert und fand das eigentlich meiner Entwicklung nicht abtraeglich. Obwohl ich ein gutes Verhaeltnis zu meinen Eltern hatte und noch habe.
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Man kann auch autonom werden, wenn man am Wohnort studiert. Sogar im Elternhaus. Außer man hat saugende Eltern...
Kann sein, dass einige das können. Aber tendenziell glaube ich schon, dass es etwas anderes ist.

Ich kannte Kommilitonen, die während des Studiums zeitweise total abgegammelt haben. Manche sind gescheitert, andere haben sich selbst diszipliniert und es gepackt. Bei jemandem, der noch bei seinen Eltern wohnt, wird es wohl viel eher zu einer Intervention kommen. Die lehrreiche Erfahrung, es selbt auf die Reihe bekommen zu müssen, ohne dass die Eltern eingreifen, bleibt dann auf der Strecke. Dafür ist die Gefahr, aufgrund von mangelnder Selbstdisziplin zu scheitern, vermutlich auch ein wenig geringer.

Auf der anderen Seite ist ja heute an den Unis ohnehin alles viel verschulter als damals zu meinen Zeiten. Die Abgammelei, die sich viele damals gegönnt haben, ist heute ohnehin nicht mehr im selben Maße möglich.
 

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Ich habe in der Stadt studiert in der ich auch geboren wurde (und in der auch meine Eltern leben) und ja, meine engsten Freunde sind auch heute noch die aus der Schulzeit, aber ich habe auch tolle neue Freunde unter meinen Kommilitonen gefunden.
Allerdings bin ich auch nach 1 Jahr Studium bei meinen Eltern ausgezogen, einfach weil es an der Zeit war. Das halte ich schon für sehr wichtig um selbstständig zu werden. Eingeschränkt bei irgendwelchen Parties haben mich meine Eltern nie, sie haben mir auch nie Vorschriften gemacht. Wenn ich nicht zur Vorlesungen gegangen bin, war das eben so.

Nach der Uni bin ich 500 km weit weg gezogen und meine Schulfreunde sind immer noch die tollsten und besten Freunde, die ich mir vorstellen kann, einfach weil wir sooooo viel zusammen erlebt haben, was m. E. in dem Maß nicht möglich gewesen wäre, wenn ich schon früher weggezogen wäre.

An deiner Stelle würde ich das machen, worauf ich mehr Lust hätte. Wenn das bedeutet, dass du in Berlin bleibst, würde ich trotzdem in eine WG ziehen und nicht bei den Eltern bleiben
 
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