Schule Studenten mögen mich nicht

Benutzer65998 

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Hallo zusammen,

ich leite dieses Semester an der Uni ein Tutorium, das begleitend zu einem Seminar angeboten wird. Es ist für Anfänger ausgelegt, d.h. wir machen wirklich Basics, angefangen vom wissenschaftlichen Arbeiten bis hin zu thematischen Begriffen, die sie einfach für ihr weiteres Studium drauf haben müssen.

Es ist nun so, dass das Seminar sehr anspruchsvoll ist und die Teilnehmer mit vielem konfrontiert sind, was sie (noch) nicht können und wissen. Sie murren oft über das Seminar, es sei so viel und so schwer. Im Tutorium helfe ich ihnen so gut es geht, Lösungswege zu entwickeln. Aber ich gebe nie Lösungen vor, weil ich mir davon keinen Lerneffekt verspreche.
Darüber hinaus habe ich ein großes Programm, was über das reine Nacharbeiten der Seminarsitzungen weit hinaus geht. Das sind eben jene Basics, die die Erstsemester für später unbedingt brauchen, zugegeben oft nicht übermäßig spannend. Oft lasse ich deshalb am Anfang Fragen zur letzten Seminarsitzung stellen und wenn dann welche kommen, besprechen wir sie, wenn keine kommen, gehe ich zu meinem Programm über.

Ich hatte in den letzten Wochen einige sehr gute Rückmeldungen für mein Tutorium bekommen. Nun habe ich diese Woche aber einen Fragebogen ausgeteilt und nun systematisch Rückmeldungen bekommen. Es ist eine große Gruppe, über 20, und die meisten haben das Tutorium mit gut oder sehr gut bewertet. Aber es gab doch drei, vier Leute, die mir eine 3 oder 4 gegeben haben. Und irgendwie trifft mich das gerade total. Ich verstehe nicht, wieso nicht merken, dass mir ihr Lernerfolg unheimlich wichtig ist.

Ich gebe mir unheimlich Mühe mit den Vorbereitungen. Aber gerade habe ich die größte Lust, alles hinzuwerfen. Ich weiß, es ist unrealistisch zu erwarten, dass einen alle mögen. Aber ich will eigentlich, dass sich jeder optimal gefördert fühlt. Wie kann ich das erreichen? Oder mache ich mir zu viele Gedanken?

Danke schon einmal für Meinungen und vielleicht auch eigene Erfahrungen
Rory
 

Benutzer37284 

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Aber ich will eigentlich, dass sich jeder optimal gefördert fühlt. Wie kann ich das erreichen? y

Das kannst du gar nicht erreichen!
Ich denke, du machst dir tatsächlich zuviele Gedanken darum, es wird immer Studenten geben, die nicht zufrieden sind. Vielleicht finden sie dich einfach unsympathisch, mögen dich nicht? Dann hat die Bewertung nichts mit deinem System und deinem Können sondern einzig und allein mit deinem Wesen zu tun.

In diesen Evaluationsbögen werden ja doch einige Fragen gestellt. Es geht ja auch darum, dass man weiß, was man besser machen könnte. Haben sie da nichts ausgefüllt?

Wird in der Hauptveranstaltung eine Klausur geschrieben? Evtl. haben diese Studis dort auch eine schlechte Note erreicht oder sind durchgefallen und diese Unzufriedenheit kommt jetzt auf dich zurück. Das ist aber völlig normal und du solltest dir darüber nicht zuviele negative Gedanken machen. Sei doch froh: Fast alle haben dich super bewertet :smile:
 
A

Benutzer

Gast
Hi,

sofern es nur drei oder vier Leute sind, die mit Dir und Deiner Art des Tutoriums nicht zufrieden sind, solltest Du Dir keine großen Gedanken machen. Du wirst es nie schaffen, alle zufrieden zu stellen, da Du es ja mit unterschiedlichen menschen mit unterschiedlichem Interesse und unterschiedlichen Fähigkeiten zu tun hast. Vielleicht sind die wenigen ja zu gut für Dein Tutorium oder nicht gut genug für das Tutorium und fühlen sich völlig unter- oder überfordert. Gerade völlig überforderte Studis geben mal ne schlechte Bewertung, aber Du wirst auch nciht das Ziel haben können, alle Studis auf dasselbe hohe Niveau zu bekommen. Eine natürliche Auswahl gibt es immer. Vielleicht sind manche einfach nciht reif genug für die Uni oder im falschen Studienfach?

Kurzum: wenn der große Teil zufrieden ist, passt das, was Du machst und wie Du es machst. Alle komplett mitzunehmen funktioniert niemals, von diesem Gedanken musst Du abkommen ;-)
 

Benutzer34914 

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wegen 3-4 Leuten von 20+ lässte Dich entmutigen. Ist dein Ego so darauf aus das es perfekt sein muss? Ich bitte Dich, Du wirst es nie allen recht machen können egal was du tust. Es ist immer einfach Leute zu kritisieren weil Sie den Level auf ne höhere Ebene stellen, aber im nachhinein werden Sie im späteren Studium bemerken das ihnen das Tutorium was bringen wird.

Meiner Ansicht nach solltest du es lockerer sehen wie Dich die Studis bewerten (zumal ca. 80% zufrieden mit deiner Vorlesung sind), erst wenn die Chefetage motzt solltest Du Dir Gedanken machen dein System zu überarbeiten.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
wie man erwachsene unterrichtet ist keine leichte sache. als jemand, der auch schon für die unterstützende betreuung einer lehrveranstaltung angestellt war, und der auch das unvermeidliche 1% an leuten hatte, die die sache abschließend schlecht bewertet hatten, kann ich sagen, dass es einfach unvermeidlich ist, dass es manche nicht mögen. man kann es nicht jedem rechtmachen. der prof, der die lva geleitet hat, ist *der* beliebteste prof der ganzen fakultät, der durchwegs die besten bewertungen durch die studierenden bekommt. die studenten hatten innovative lehrmethoden vor sich und ein wirklich sehr offenes konzept, wie sie zu ihrer note kommen konnten.

am ende des tages ist es einfach so, dass sobald lehrinhalte komplizierter werden, du zwei gruppen von leuten hast, die einfach aussteigen: einerseits leute, die (wertfrei formuliert) von den inhalten einfach intellektuell überfordert sind oder zu faul sind, und andererseits leute, die für die speziellen anforderungen einfach unbegabt sind. und wenn du jetzt tatsächlich so fair sein willst, für gute leistungen gute noten und für schlechte leistungen nicht so gute noten zu vergeben, sind leute einfach unzufrieden. die denken dann nach, und überlegen, wem sie die schuld dafür geben können, dass sie nur eine 3 oder 4 auf die lehrveranstaltung bekommen haben. und bei manchen menschen liegt der schluss, dass alle anderen schuld sind nur man selbst nicht, einfach näher als jedes drüber-nachdenken. diesen menschenschlag hast du in der gesellschaft und daher auch in jeder übungsgruppe an der uni.

deswegen würde ich noch nicht sagen, dass studenten einen nicht mögen, vielleicht solltest du da ein bisschen selbstbewusster sein. ich kann mir aber vorstellen und auch persönlich nachvollziehen, dass wenn man es einfach bemüht für alle toll machen will, einen auch sehr wenige ablehnungen ziemlich treffen.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Mach dir keine Gedanken drum. Das Ziel eines Tutoriums ist, dass die Leute hinterher was können, und nicht, dass sie dich hinterher mögen. Die Studenten auf der Uni gehen freiwillig studieren. Sie sitzen freiwillig in deinem Unterricht, weil sie sich dazu entschlossen haben, dieses Fach zu studieren und ihren Kopf einzuschalten. Wir sind nicht mehr in der Schule, wo einem alles in den Arsch geschoben wird. Auf der Uni soll es gefördert werden, dass man selbstständig denkt und arbeitet. Das ist für manche eine große Umstellung und viele werden es wohl bis zum Ende des Studiums nicht kapieren, worauf es eigentlich ankommt. Du kannst sie nur dabei unterstützen, wenn du streng zu ihnen bist und dich nicht von ihrer Bequemlichkeit weich machen lässt. Zieh dein Ding durch. Offensichtlich gefällt es ja den meisten sowieso.
 

Benutzer42813 

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Hey, als Lehrerin kann ich dir sagen: Wenn mehr als die Hälfte dir eine zwei gegeben haben, dann ist das schon genial! Würde ich bei meinen Schülern nie schaffen - es sei denn, ich hatte gerade eine geniale Stunde gegeben UND ihnen danach allen ein Eis spendiert. Am Anfang hat mir das auch oft ziemlich wehgetan - ich habe manchmal sogar geweint deswegen.

Lass es nicht zu nahe an dich herankommen, wenn dich jemand da nicht mag. Haben die Leute, die negative Bewertungen abgaben, konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht? Ansonsten ist die Kritik eh wertlos.

Was ich mir als Lehrerin am Anfang immer gesagt habe, wenn von den Schülern Sprüche kamen wie "Alles voll scheiße, was Sie machen" oder "Bei Frau Sowieso kapiert man alles viel besser als bei Ihnen": Ich habe mir klar gemacht, dass ich das ganze nicht mache, um die beste Freundin meiner Schüler zu werden, sondern um ihnen eben Dinge mitzugeben, die sie brauchen. Und dann habe ich professionelle Distanz entwickelt, indem ich meine Kontoauszüge angeguckt habe, den Geldeingang betrachtete und mir dann klar machte: "Meine Belohnung für die Arbeit ist nicht die Sympathie meiner Schüler, sondern diese Zahl hier, von der ich Miete und Essen und Krankenkasse und Strom und Handy bezahle".

Die Belohnung ist das Geld, das man dafür bekommt. Die Arbeit ist:

a.) Das Vorbereiten und Vermitteln von Stoff.
b.) Das Bewahren einer professionellen Haltung, wenn einem Anfeindungen oder Ablehnung entgegenschlägt, um weiterhin Aufgabe a.) gut erfüllen zu können.

Viele Anfänger im Lehrbusiness denken immer, dass ihre Aufgabe nur a.) ist.
b.) ist aber mindestens genausowichtig - und viel, viel schwerer.

***

Das wirklich verrückte daran ist: Wenn man diese "professionelle" Haltung erst mal hat, also emotional nicht mehr "abhängig" von der "Zuneigung" der Schüler ist - dann wird einem auf einmal von ihnen viel mehr Sympathie entgegengebracht. Keine "wir sind gute Freunde"-Sympathie, sondern eben eine Sympathie von Schüler zu Lehrer, in der klar ist, dass es zwischen beiden Personen einen Statusunterschied gibt und letztlich der Lehrer die Richtung bestimmt und es nie eine wirkliche Freundschaft wird.

Dafür ist es umso wichtiger, eben außerhalb der lehrenden Arbeit andere Freunde zu haben, mit denen man dann tatsächlich auf einer Ebene ist und es keine Statusunterschiede gibt!

Man muss nur den Unterschied zwischen beidem kennen. Erst dann kann man seinen Schülern oder auch Studenten gegenüber wirklich eine gute Lehrperson sein. (EDIT: Das genaue Wissen um diesen Unterschied hilft übrigens auch im Freundeskreis, die "Lehrerfalle" zu vermeiden und dort genau wie im Unterricht "immer alles besser zu wissen" und dadurch auf Dauer als Freund unsympathisch zu werden, weil man sich unbewusst ständig mehr Status als die anderen anmaßt).
 

Benutzer65590 

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Was? 3-4 Leute von 20 bewerten dein Tutorium als durchschnittlich, alle anderen gut oder sehr gut? Das sind doch hervorragende Werte!

Ich habe früher auch diverse Tutorien gehalten, meist mit 30+ Teilnehmern (Massenuni olè), alles Anfängerkram... und natürlich hat man da immer Leute drin sitzen, die entweder Nebenfächler sind und gar keinen Bock auf so viel Betreuung haben oder gerade frisch vom Abi kommen und ohnehin alles besser wissen oder das Thema blöd finden oder in der Vorlesung voll gar nix verstehen weil der Prof is voll blöd ey... und dann gibt es natürlich auch einfach die ewigen Kinder, die noch nicht gecheckt haben, dass Uni nicht Schule ist und keiner einem einen Respektkeks gibt, wenn man nur cool in der letzten Reihe sitzt und mit seinen ebenso coolen Kumpels labert und den Unterricht stört.

Mit anderen Worten: man sollte gar nicht erst versuchen, es allen recht zu machen. Geht nicht. Man sollte die notwendigen Lehrinhalte vermitteln, dabei so viel wie nötig auf die individuelle Zusammensetzung der Gruppe eingehen, und gut. Es schadet nichts, die Atmosphäre locker zu halten, wenn es geht, aber unterm Strich willst du Kenntnisse und Methoden vermitteln und nicht everybodys darling sein.

Man muss sich damit abfinden, dass man 5-10% eines Kurses nicht erreicht. Aus verschiedenen Gründen, s.o. Aber man sollte seinen Unterricht nicht darauf auslegen, diese Verlierer doch noch zu kriegen; man bietet nach besten Wissen und Gewissen an, und wer nicht mitmachen kann oder will, der hat eben Pech gehabt.
Konzentriere dich lieber auf die 80-90%, die mitmachen wollen und können; wenn du es kannst, dann versuche vor allem, diejenigen zu fördern, die von Natur aus besonders gut sind, und diejenigen, die zwar wollen, aber noch nicht richtig können.

Je nachdem, was man für ein Publikum hat, kann man sein Lehrverhalten ja anpassen. In Tutorien kann man schon recht tolerant sein; es sind ja alles absolute Anfänger. In meinen Einführungsseminaren bin ich inzwischen schon etwas strenger, und im Proseminar nehme ich persönlich gar keine Rücksicht mehr auf Pfeifen, die meinen, ihre Texte und Referate gar nicht oder auf Kindergartenniveau vorbereiten zu können.

Meine Erfahrung, als kleines Fazit: Du glaubst selber vielleicht, bei Studenten als Kumpeltyp am besten anzukommen. - Tatsächlich bekommst du aber das positivste Feedback, wenn du freundlich, aber streng und leistungsfordernd und -fördernd agierst.
Denn die allermeisten Studenten sind nicht blöd und merken schnell, wo sie etwas lernen. Und du als Dozent solltest, wie gesagt, überhaupt nicht im Kopf haben, Beliebtheitswettbewerbe gewinnen zu wollen, sondern mit der klaren Zielsetzung antreten, den Leuten was beizubringen.

Und das ist es letztendlich auch, was die meisten Studenten wollen, und das wird sich auch in deinen Bewertungen niederschlagen. Dein aktuelles Feedback war total im Rahmen; anstatt dir über die paar Unbegeisterten den Kopf zu zerbrechen solltest du dich lieber darüber freuen, dass der extrem überwiegende Teil deiner Studenten deinen Unterricht gut findet!
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
Hey, als Lehrerin kann ich dir sagen: Wenn mehr als die Hälfte dir eine zwei gegeben haben, dann ist das schon genial! Würde ich bei meinen Schülern nie schaffen - es sei denn, ich hatte gerade eine geniale Stunde gegeben UND ihnen danach allen ein Eis spendiert. Am Anfang hat mir das auch oft ziemlich wehgetan - ich habe manchmal sogar geweint deswegen.

Lass es nicht zu nahe an dich herankommen, wenn dich jemand da nicht mag. Haben die Leute, die negative Bewertungen abgaben, konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht? Ansonsten ist die Kritik eh wertlos.

Was ich mir als Lehrerin am Anfang immer gesagt habe, wenn von den Schülern Sprüche kamen wie "Alles voll scheiße, was Sie machen" oder "Bei Frau Sowieso kapiert man alles viel besser als bei Ihnen": Ich habe mir klar gemacht, dass ich das ganze nicht mache, um die beste Freundin meiner Schüler zu werden, sondern um ihnen eben Dinge mitzugeben, die sie brauchen. Und dann habe ich professionelle Distanz entwickelt, indem ich meine Kontoauszüge angeguckt habe, den Geldeingang betrachtete und mir dann klar machte: "Meine Belohnung für die Arbeit ist nicht die Sympathie meiner Schüler, sondern diese Zahl hier, von der ich Miete und Essen und Krankenkasse und Strom und Handy bezahle".

Die Belohnung ist das Geld, das man dafür bekommt. Die Arbeit ist:

a.) Das Vorbereiten und Vermitteln von Stoff.
b.) Das Bewahren einer professionellen Haltung, wenn einem Anfeindungen oder Ablehnung entgegenschlägt, um weiterhin Aufgabe a.) gut erfüllen zu können.

Viele Anfänger im Lehrbusiness denken immer, dass ihre Aufgabe nur a.) ist.
b.) ist aber mindestens genausowichtig - und viel, viel schwerer.

***

Das wirklich verrückte daran ist: Wenn man diese "professionelle" Haltung erst mal hat, also emotional nicht mehr "abhängig" von der "Zuneigung" der Schüler ist - dann wird einem auf einmal von ihnen viel mehr Sympathie entgegengebracht. Keine "wir sind gute Freunde"-Sympathie, sondern eben eine Sympathie von Schüler zu Lehrer, in der klar ist, dass es zwischen beiden Personen einen Statusunterschied gibt und letztlich der Lehrer die Richtung bestimmt und es nie eine wirkliche Freundschaft wird.

Dafür ist es umso wichtiger, eben außerhalb der lehrenden Arbeit andere Freunde zu haben, mit denen man dann tatsächlich auf einer Ebene ist und es keine Statusunterschiede gibt!

Man muss nur den Unterschied zwischen beidem kennen. Erst dann kann man seinen Schülern oder auch Studenten gegenüber wirklich eine gute Lehrperson sein. (EDIT: Das genaue Wissen um diesen Unterschied hilft übrigens auch im Freundeskreis, die "Lehrerfalle" zu vermeiden und dort genau wie im Unterricht "immer alles besser zu wissen" und dadurch auf Dauer als Freund unsympathisch zu werden, weil man sich unbewusst ständig mehr Status als die anderen anmaßt).

Guter post. mein ehemaliger schulleiter hat mir sogar gesagt, dass die schüler insgeheim einen relativ strengen lehrer der klare grenzen setzt wollen auch wenn sie nat. oft darüber schimpfen, weil das ja auch eine gewisse sicherheit und klarheit bietet die ihnen oft im leben fehlt.

bei erwachsenenbildung muss man aber ganz klar sagen, dass eigenverntwortung gefragt ist. studenten haben ihre anforderungen ohne motivation von außen zu erfüllen. sie sind freiwillig da und können jederzeit gehen wenn ihnen was nicht passt. da sollte man nicht den babysitter spielen.

klar soll man auch auf feedback eingehen, aber letztenendes muss man es so akzeptieren wie es ist.

Ich finde es wird sowieso mit dem mitbestimmungsrecht übertrieben. in japan und anderen asiatischen ländern gilt die maxime das sich studenten und schüler (und generell junge menschen) erstmal unterordnen müssen und leistungsanforderungen ohne murren zu erfüllen.


man sagt dort wer führen will muss erst lernen zu folgen. ich finde das auch gut so. denn so lernt man auch die andere seite kennen, was in einer führungsposition immer gut ist.

unsere manager haben sich dagegen schon seit dem 15 lebensjahr als pascha verhalten und haben die andere seite nie kennengelernt.

manchmal ist schnauze halten und leistung bringen die bessere alternative die einen im endeffekt im leben weiter bringt.
 

Benutzer65998 

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1000 Dank für eure verständnisvollen und aufbauenden Kommentare!
Vielleicht finden sie dich einfach unsympathisch, mögen dich nicht? Dann hat die Bewertung nichts mit deinem System und deinem Können sondern einzig und allein mit deinem Wesen zu tun.
Hm, auch nicht so schön, wenn das der Fall ist. :zwinker:
In diesen Evaluationsbögen werden ja doch einige Fragen gestellt. Es geht ja auch darum, dass man weiß, was man besser machen könnte. Haben sie da nichts ausgefüllt?
Es war leider nur sehr wenig Zeit und ich habe nur wenige selbstformulierte Rückmeldungen bekommen. Aber ein paar Dinge werde ich davon bestimmt beherzigen, ich mach das Tutorium ja für sie.
Wird in der Hauptveranstaltung eine Klausur geschrieben?
Ja, die kommt aber erst noch. Darum kümmern wir uns nach den Ferien. Sie haben große Angst vor der Prüfung.
Gerade völlig überforderte Studis geben mal ne schlechte Bewertung, aber Du wirst auch nciht das Ziel haben können, alle Studis auf dasselbe hohe Niveau zu bekommen.
Ja, ich glaube, es waren gerade die Überforderten, die die schlechteren Bewertungen abgegeben haben. Die besten aus dem Kurs haben die besten Bewertungen abgegeben, vielleicht liegt das in der Natur er Dinge...
Kurzum: wenn der große Teil zufrieden ist, passt das, was Du machst und wie Du es machst. Alle komplett mitzunehmen funktioniert niemals, von diesem Gedanken musst Du abkommen ;-)
Ja, das werde ich versuchen.
Ist dein Ego so darauf aus das es perfekt sein muss?
Es geht mir weniger um mein Ego, als dass ich niemandem den Spaß am Fach verderben möchte oder so. Wobei das wahrscheinlich auch wieder Wunschdenken ist...
Es ist immer einfach Leute zu kritisieren weil Sie den Level auf ne höhere Ebene stellen, aber im nachhinein werden Sie im späteren Studium bemerken das ihnen das Tutorium was bringen wird.
Genau das hoffe ich sehr! Und wenn sie es erst in ein, zwei Jahren feststellen.
und wenn du jetzt tatsächlich so fair sein willst, für gute leistungen gute noten und für schlechte leistungen nicht so gute noten zu vergeben, sind leute einfach unzufrieden. die denken dann nach, und überlegen, wem sie die schuld dafür geben können, dass sie nur eine 3 oder 4 auf die lehrveranstaltung bekommen haben.
Zum Glück muss ich die Noten ja zum Schluss nicht vergeben, aber mit deiner Suche nach dem Schuldigen wirst du vermutlich Recht haben: Wahrscheinlich bin ich dann letztlich Schuld, weil ich ihnen ja nicht vorher gesagt habe, was in der Klausur dran kommt. :rolleyes:
deswegen würde ich noch nicht sagen, dass studenten einen nicht mögen, vielleicht solltest du da ein bisschen selbstbewusster sein. ich kann mir aber vorstellen und auch persönlich nachvollziehen, dass wenn man es einfach bemüht für alle toll machen will, einen auch sehr wenige ablehnungen ziemlich treffen.
Ich glaube, ich bin eher zu selbstbewusst. Ich war halt der Meinung, eine super Veranstaltung abzuliefern. Aber es beruhigt mich sehr, dass es anderen ebenso geht, bzw. es nachvollziehbar ist, dass man daran zu knabbern hat.
Du kannst sie nur dabei unterstützen, wenn du streng zu ihnen bist und dich nicht von ihrer Bequemlichkeit weich machen lässt. Zieh dein Ding durch.
Ja, ich werde das auch bis zum Ende des Semesters so durchziehen und ich bin gespannt, ob sie vielleicht am Schluss merken, wie viel sie trotz allen Gemeckeres gelernt haben.
Lass es nicht zu nahe an dich herankommen, wenn dich jemand da nicht mag. Haben die Leute, die negative Bewertungen abgaben, konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht? Ansonsten ist die Kritik eh wertlos.
Das ist nicht so einfach, aber ich versuch's. Konstruktives kam bis auf eine Ausnahme gar nicht, es kam dann eher so die Aufforderung, dass ich doch die letzte Seminarstunde am Anfang jeder Tutoriumssitzung zusammengefasst vortragen sollte. Genau sowas will ich aber ja gerade nicht machen. Sie sollen selbst nachfragen, wenn ihnen etwas unklar ist.
Ich habe mir klar gemacht, dass ich das ganze nicht mache, um die beste Freundin meiner Schüler zu werden, sondern um ihnen eben Dinge mitzugeben, die sie brauchen.
Da hast du völlig recht, aber immerhin bin ich ja auch noch Studentin. Allein deshalb fand ich es schon hart so bewertet zu werden.
Man muss sich damit abfinden, dass man 5-10% eines Kurses nicht erreicht. [...] Konzentriere dich lieber auf die 80-90%, die mitmachen wollen und können; wenn du es kannst, dann versuche vor allem, diejenigen zu fördern, die von Natur aus besonders gut sind, und diejenigen, die zwar wollen, aber noch nicht richtig können.
Das waren auch diejenigen, die mir die beste Bewertung gegeben haben. So langam habe ich das Gefühl, mit meinem Konzept doch auf einem guten Weg zu sein.
Dein aktuelles Feedback war total im Rahmen; anstatt dir über die paar Unbegeisterten den Kopf zu zerbrechen solltest du dich lieber darüber freuen, dass der extrem überwiegende Teil deiner Studenten deinen Unterricht gut findet!
Damit hast du absolut recht!! Die können ja auch nichts dafür.
manchmal ist schnauze halten und leistung bringen die bessere alternative die einen im endeffekt im leben weiter bringt.
Schnauze halten sollen sie eben nicht. Wenn ihnen was nicht passt, sollen sie es direkt sagen, wenn sie was nicht verstehen, sollen sie direkt nachfragen. Aber dieses Hintenherum, das nervt.
 

Benutzer42813 

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Da hast du völlig recht, aber immerhin bin ich ja auch noch Studentin. Allein deshalb fand ich es schon hart so bewertet zu werden.

Das dachte ich mir schon, deswegen schrieb ich auch so ausführlich über die Rolle einer "Lehrenden". Denn so lange du dieses Tutorial durchführst, bist du dort eben nicht mehr als "Mitstudentin", sondern als "Lehrende". Es ist am Anfang eine sehr ungewohnte Rolle, erst Recht, wenn du altersmäßig sehr nahe dran an deinen "Studenten" bist oder sie teilweise sogar älter als du sind. Das ganze funktioniert aber dennoch besser, wenn du dir klarer darüber bist, was deine Rolle in diesem Tutorial eigentlich sein soll.

Verabschiede dich ruhig von dem Gedanken an die "Gleichheit" während der Veranstaltung.

***

Den Vorschlag, dass du am Anfang einen Überblick über die Seminarveranstaltung gibst, würde ich aus meiner Lehrerfahrung heraus so übersetzen: "Bitte übernimm die Rolle als Führungspersönlichkeit, leite uns durch dieses Tutorial und gib uns Sicherheit dadurch, dass du unsere Arbeit vorstrukturierst".

Das ist eine legitime Bitte von Lernenden, die sie meist so in dieser Form nicht äußern können. Du wünscht dir, dass du sie eben nicht wie ein "großer Führer" durch alle Probleme hindurchführst, sondern dass sie möglichst selbstständig arbeiten. Sie wünschen sich eben doch Lenkung und Vorstrukturierung von dir.

Mein Vorschlag (Vorschläge sind auch Schläge, genieße sie immer mit Vorsicht :zwinker:) ist daher: Strukturiere die Veranstaltung so vor, dass am Anfang noch einmal wiederholt wird, was die Inhalte der Hauptveranstaltung waren. Wenn du Selbstständigkeit von den Studenten willst, dann kaue es ihnen nicht vor, sondern plane fünf bis zehn Minuten für die individuelle Stoffwiederholung ein.

Das kann man z.B. so machen:

- "Ihr habt jetzt fünf Minuten, um jeder für sich leise noch einmal den Inhalt der Veranstaltung ins Gedächtnis zu rufen. Das könnt ihr im Kopf tun, aber auch mithilfe eurer Notizen. Anschließend gebe ich ein Zeichen. Dann habt ihr fünf Minuten Zeit, um mit eurem Sitznachbarn oder einer kleinen Gruppe den Inhalt der Hauptveranstaltung zu besprechen. Nach fünf Minuten gebe ich wieder ein Zeichen. Dann könnt ihr Fragen an mich stellen. Wenn keine Fragen mehr geblieben sind, werde ich euch etwas zu dem und dem Thema vermitteln, das ich vorbereitet habe. Ist der Ablauf klar? XY, kannst du für alle noch einmal den Ablauf wiederholen?"

***

Auf diese Weise hast du die angestrebte Selbstständigkeit der Studenten - und sie haben das, was sie eigentlich wollen: Eine gute, klare Führung von dir und die Möglichkeit, den Stoff der Hauptveranstaltung noch einmal zu wiederholen. Dadurch, dass sie es selbst noch einmal überlegen und sich nicht nur von dir vorbeten lassen, ist der Lerneffekt sogar noch größer. Das kannst du ihnen auch genau so erklären.

Aber dieses Hintenherum, das nervt.

Sie meinen es nicht böse :smile:. Ich habe lange studiert und mache gerade eine weitere Fortbildung, um die gruppendynamischen Prozesse beim Lehren und Lernen besser verstehen zu können. Mitglieder einer Lerngruppe denken meist nicht großartig über so etwas nach, sie wollen einfach, dass es sich "richtig" anfühlt. Es ist die Aufgabe der Lehrenden, eben genau diese "Richtigkeit" zu erreichen - dafür werden wir schließlich auch bezahlt und die Lernenden zahlen bzw. lassen ihre Eltern als Steuerzahler indirekt dafür bezahlen.

Wenn man die ablaufenden Prozesse besser begreift, dann kann man lernen, Schüleräußerungen besser zu interpretieren, nachzuhaken und zu überlegen, was damit eigentlich gemeint ist... Was ist das dahinterstehende Bedürfnis? Ist es ein Bedürfnis nach Führung, nach Vorstrukturierung, nach Sicherheit, nac] "ich brauche erst mal eine kurze Wiederholung des Stoffes, damit mir überhaupt wieder einfällt, welche Fragen ich während der Vorlesung hatte, im Moment bin ich gedanklich ja schon wieder bei ganz anderen Sachen gewesen und muss erst mal wieder hineinfinden"?

Vor deiner Umfrage haben sie mit Sicherheit nicht mal darüber nachgedacht, wie sie das Tutorial finden, höchstens darüber, dass sie manchmal nach einem langen und harten Tag einfach keinen Bock mehr auf noch mehr Arbeiten und Lernen haben. Das ist auch ihr gutes Recht. Daran ist nichts Hinterhältiges und Heimtückisches, das ist einfach ganz normale physische Erschöpfung. Dann denkt man normalerweise auch nicht weiter darüber nach.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Schnauze halten sollen sie eben nicht. Wenn ihnen was nicht passt, sollen sie es direkt sagen, wenn sie was nicht verstehen, sollen sie direkt nachfragen. Aber dieses Hintenherum, das nervt.

Gerade deswegen sind solche Evaluationsbögen ja da. Manche trauen sich eben doch nicht, das im Unterricht zu sagen, sondern machen es lieber anonym. Seien wir froh drum, dass es dir Möglichkeit gibt. Wenn die Leute sich nicht trauen, den Mund aufzumachen und Fragen zu stellen, dann ist das einzige, was du tun kannst, die Hemmungen abzubauen und sie dazu zu motivieren, dass es keine dummen Fragen gibt und sie mit allem zu dir kommen können. Aber gut, manchmal sind die Studenten auch einfach passiv, tun nichts, aber meckern hinterher. Da kannst du dann auch nichts dafür.

Unterrichte weiterhin so, wie du es dir vorgenommen hast, solange der Großteil damit keine Probleme hat und es sogar gut findet. Es können nie alle deinen Unterricht toll finden. Das schafft selbst der beste Professor nicht. Und auch nicht die beste Professorin.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es ist doch super, dass die meisten Leute mit dir und deinem Tutorium zufrieden sind.
Dass du nicht Alle zufrieden stellen kannst, ist doch völlig normal. Da reicht es schon, wenn jemandem deine Nase nicht gefällt, wenn er dich unsympathisch findet oder wenn er einfach mit dir und deiner Art nicht zurecht kommt. (Verschiedene Leute erklären Dinge eben auf unterschiedliche Art und Weise und nicht Jeder ist für jede Art der Erklärung gleich gut zugänglich.)

Also: Sei zufrieden damit, dass die Meisten mit dir zufrieden sind und mach weiter so!
Allen kannst du es niemals recht machen.
 

Benutzer113230  (30)

Öfters im Forum
Denke mal mit dieser Quote bist du besser als viele andere :smile: Freu dich darüber, lehren ist nicht einfach und es gibt sehr viele Lehrmethoden und Lerntypen, allen wirst du es nie rechtmachen können, das geht nicht, dazu hast du auch keine Zeit.

Nicht unterkriegen lassen :smile:
 

Benutzer108248 

Benutzer gesperrt
Dass sie dein Tutorium nicht so gut bewertet haben, heißt doch gar nicht, dass sie dich nicht mögen! Vielleicht hat es sie wirklich einfach inhaltlich nicht interessiert oder sie fanden die "Basics" unterfordernd oder überfordernd oder aber sie haben einfach gemerkt, dass das Fach nichts für sie ist und sie daher alles schlecht fanden und auch so bewertet haben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dem Fragebogen gefragt wurde, ob sie dich mögen?!
 
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