Student - selbstständig oder "Mutti macht das schon"?

Benutzer93289 

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Hallo liebe Community!
In letzter Zeit fällt mir immer öfters die Kluft zwischen selbstständigen und eher unselbstständigen Studenten auf.

Es gibt ja einige, die als Studenten noch zu Hause bei ihren Eltern wohnen und im Prinzip für nichts verantwortlich sind. Sei es der Haushalt, die Wäsche, Einkaufen und Kochen, Geldverdienen oder sonstiges, alles wird von Mami und/oder Papi geregelt. Demnach müssen sie sich nur um Studium, Party und Shoppen kümmern. :grin:

Mein Mann und ich (und manch andere Studenten) hingegen regeln unser Leben komplett selbstständig. Seit wir für unseren Studiums- bzw. Ausbildungsbeginn in eine gemeinsame Wohnung gezogen und damit von zu Hause ausgezogen sind, versorgen wir uns komplett selbst. Wir bekommen beide keine finanzielle Unterstützung von unseren Eltern, zum einen weil es sich unsere Eltern nicht leisten können, zum anderen weil wir es auch einfach nicht wollen, denn unsere Eltern haben uns lang genug durchgefüttert.

Wir haben immer nebenher gejobbt und natürlich nebenher den Haushalt gemanaged. Finanziell sah und sieht es bei uns nicht rosig aus und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Also wir leben nicht schlecht, können uns einen guten Lebensstandard als Studenten leisten, also 3-Zimmer Wohnung, eigenes Auto, Tauchen ein nicht ganz billiges Hobby, etc. aber wirklich große Sprünge können wir uns einfach nicht erlauben. Und es gab auch schon Monate in denen es echt knapp war, insbesondere nach der Hochzeit. Ich bekomme seit 2 Semestern kein Bafög mehr und arbeite deshalb 80-120h/Monat + 24h/Monat Babysitting und muss da natürlich noch irgendwo mein Studium unterbringen. Da kommen Freizeit und Freunde einfach oft zu kurz, was manchmal wirklich traurig ist. :frown:

Oft sind mein Mann und ich einfach nur genervt von Kommilitonen, die echt keine Ahnung haben wie das wahr Leben aussieht, da ihnen von ihren Eltern einfach alles nachgetragen und in den Allerwertesten gesteckt wird. Wir sind der Meinung, dass wir es später mal einfacher haben werden, da es nur weniger stressig werden kann... :tongue:

Ich würde einfach mal gerne eure Meinung zu dem Thema hören. Seid ihr auch manchmal genervt von Kommilitonen die sich um nichts kümmern müssen und sich beschweren wie hart das Studium ist und dabei doch soooo viel Zeit zum Lernen, etc. haben???
 

Benutzer36865 

Benutzer gesperrt
Worüber ich mich im Studium immer gewundert haben, waren diejenigen Kommilitonen, die da studiert haben, wo sie auch herkamen (ist das Studium denn nicht eine perfekte Gelegenheit, mal eine andere Ecke des Landes kennenzulernen?). Das waren dann meist auch die, die noch nie in anderen Gegenden Deutschlands gewesen sind, dafür aber Mallorca wie ihre Westentasche kennen. Und für die auch nach dem Studium ein Job nur in ihrer Heimatregion und sonst nirgends in Betracht kam.
Und gewundert habe ich mich auch über die Studenten, die jedes (!) Wochenende nach Hause gefahren sind und deshalb auch Dinge wie Wäsche etc. von Mami erledigen ließen.
 

Benutzer113076 

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Also mal ehrlich, wenn meine Eltern mich auf die Welt bringen, dann haben sie auch mein Studium zu bezahlen, vor allem wenn man durch deren Einkommen nicht bafög-berechtigt ist, also habe ich ohne schlechtes Gewissen monatlich die 400 Euro entgegengenommen!

Wüsste nicht was daran unselbstständig sein sollte.
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Hm, vom vielen Lernen bin ich nicht genervt (weil's bei uns zugegebenermaßen nicht allzu viel ist, nur die knapp 30 Std. Anwesenheitspflicht im letzten Semester waren ätzend), aber ich finanziere mich auch quasi komplett selbst in einer der teuersten Städte Deutschlands und mich kotzt das Arbeiten häufig schon gut an, da ich schlichtweg ein unglaublich fauler Mensch bin. Theoretisch käme bei mir nichts zu kurz, wenn ich die Fähigkeit des Zeitmanagements beherrschen würde. Tu ich aber nicht. Außerdem benötige ich ausgedehnte Phasen für mich alleine, da wird's dann zeitlich schon gelegentlich mal knapp. Bei deinem Arbeitspensum frage ich mich, wie du überhaupt zum Studieren kommst - schließlich bist du ja schon mal 8Std/Tag beschäftigt °~°. Bei mir flögen zuerst das Auto und das Tauchen. Da ich jedoch keine teuren Hobbies ausübe, habe ich derlei Probleme nicht.
Ich wohne seit ich 18 bin nicht mehr bei meinem Vater und halte mich daher schon für recht selbstständig. Allerdings würde mein Vater in Notsituationen immer als Ansprechpartner fungieren, das gibt mir enorme Sicherheit und ich fühle mich daher keineswegs völlig unabhängig. Für mich sind das gute Verhältnis und das Wissen, dass seine Ratschläge immer verfügbar sind, unglaublich wichtig.
Allerdings würde ich nicht sagen, dass man zwangsläufig unselbstständig ist, nur weil man zuhause wohnt und finanziell unterstützt wird. Das ist zumindest nicht das, was ich als schwierig empfinde. Ich bewundere Leute, die emotional ausgeglichen sind etc., und das hat mit den Lebensumständen aus meiner Sicht recht wenig zu tun. DAS ist für mich das wahre Leben, sich selbst finanzieren und so könnte im Zweifelsfall vermutlich jeder-
 

Benutzer93289 

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Also mal ehrlich, wenn meine Eltern mich auf die Welt bringen, dann haben sie auch mein Studium zu bezahlen, vor allem wenn man durch deren Einkommen nicht bafög-berechtigt ist, also habe ich ohne schlechtes Gewissen monatlich die 400 Euro entgegengenommen!

Wüsste nicht was daran unselbstständig sein sollte.

Krasse Einstellung! :eek: Wenn deine Eltern ohne Probleme 400€ jeden Monat locker machen konnten: Glück für dich! Aber von 400 € kann man doch unmöglich leben!

---------- Beitrag hinzugefügt um 02:19 -----------

Zeitmanagement ist das Stichwort! Ich arbeite am Wochenende bzw. nachmittags und abends. Kino machts möglich! :zwinker: Ich habe halt im Prinzip nie nen Tag frei, denn fürs Studium kann man immer was machen. Ich bin aber ja auch ziemlich am Ende des Studiums. Muss nur noch meine Abschlussarbeit schreiben, mich aufs Staatsexamen vorbereiten und habe kaum noch Seminare in der Woche.
 

Benutzer77893 

Meistens hier zu finden
Holt die Fackeln und Forken!!! Nieder mit den dekadenten Bourgeoisie!
Auf den Scheiterhaufen mit den Studenten die noch zu Hause bei ihren Eltern wohnen!

Zufrieden? Ich ren dann mal...
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Ich bin mit 18 ausgezogen, bekomme kein Geld von meinen Eltern, kein Bafög, habe mir ein Auslandssemester in den USA finanziert, usw. Ich werde nie nachvollziehen können, wieso man länger als nötig (denn oft ist es nur Bequemlichkeit statt z.B. "keine Zeit für einen Nebenjob") finanziell und/oder praktisch (Haushalt) und/oder wohnungsbedingt etc. von irgendeinem anderen Menschen abhängig sein möchte. Wer trinken, rauchen, wählen und Auto fahren kann, der muss in meinen Augen auch in der Lage sein, in allen anderen Bereichen des Lebens Verantwortung zu übernehmen.
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Oft sind mein Mann und ich einfach nur genervt von Kommilitonen, die echt keine Ahnung haben wie das wahr Leben aussieht, da ihnen von ihren Eltern einfach alles nachgetragen und in den Allerwertesten gesteckt wird. Wir sind der Meinung, dass wir es später mal einfacher haben werden, da es nur weniger stressig werden kann... :tongue:

Wieso seid ihr bitteschön genervt von Kommilitonen, die noch zu Hause wohnen? Was stellen die denn so Schreckliches an? Und wieso habt ihr es "später" einfacher? Ihr habt halt früher gelernt auf eigenen Beinen zu stehen als andere, irgendwann hattet auch ihr mal diesen schweren Schritt. Bei den einen kommt er mit 18, bei den anderen mit 25. Jeder macht ihn irgendwann.
Und woher wisste ihr, dass diese Kommilitonen keine Ahnung haben wie das Leben aussieht? Mag sein, dass da ein paar darunter sind, die gibts immer. Aber nur, weil man bei Mama wohnt und Mama für alle vielleicht auch noch das Mittagessen kocht heißt das doch noch lange nicht, dass man sich den Hintern falchsitzt. Es ist nicht alles schwarz und weiß!

Zuhause wohnen bleiben ist nämlich oftmals eben die günstigste Alternative. Und meine Eltern würden es mir gar nicht erlauben, während dem Studium viel zu arbeiten - die sind nämlich der Meinung, dass ich mich während dieser Zeit voll und ganz auf das Lernen konzentrieren soll, so lange sie es sich leisten können. Meine Rückgabe ist, gut zu lernen und gute Noten zu schreiben. Klar ginge das auch, wenn ich nebenher arbeiten würde. Aber es wäre verdammt schwer, und mein Doppelstudium mit sehr guten Noten hätte ich knicken können, und damit meine super Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Möglichkeit, meinen Eltern irgendwann alles zurückgeben zu können. Sei es in Geld oder mit geldlosen Dingen.

Und nein, ich wohne nicht mehr zu Hause, zumindest nicht komplett. Ich koche, wasche und putze selber. Wenn ich zu Hause bin koche ich auch mal für meine Eltern und helfe natürlich im Haushalt (das machen übrigens die meisten...) Allerdings kriege ich mein Studium finanziert, brauche mir also keine Gedanken um Miete und Lebensmittel machen. Ein bisschen was verdiene ich mir durch Nachhilfe dazu. UND ich fahre jedes Wochenende nach Hause, weil meine Heimatstadt immer selbige bleiben wird und ich wenn möglich da auch gerne geblieben wäre. Ging mir meinem Studiengang aber leider nicht. Gehöre ich jetzt zu den Waschlappen, die alles bekommen oder zu den tapferen Studenten, die sich selbstständig durch die Welt schlagen?

Sorry für die teilweise harten Worte. Aber mit mir geht ein bisschen der Gaul durch wenn ich sehe, was da so geschrieben wird und ich fühle mich schon etwas angegriffen, denn ich kriege mein Studium eben finanziert. Warum ich dadurch andere Studenten nerve ist mir aber eben nicht klar.
Wer auf die Unterstützung der Eltern verzichten will soll das tun. Ihr habt meinen Respekt, denn ich weiß, wie hart das ist. Ich sehe es an meiner Mitbewohnerin. Aber abfällig von diesen Studenten reden, oder genervt von ihnen sein, nur weil sie eben einen anderen Weg gehen - das geht zu weit.
 

Benutzer8402 

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Ui da tut wieder jemand auf supertoll erwachsen, stellt sich über andere und zieht über jene her, die ihren Schritt erst später wagen wollen oder können. Wenn ich genauso herablassend wäre, dann würd ich sagen dass mich Leute nerven, die mit 24 heiraten und glauben schon zu wissen wie das "wahre" Leben aussieht und wie es von anderen gefälligst auszusehen hat.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Oft sind mein Mann und ich einfach nur genervt von Kommilitonen, die echt keine Ahnung haben wie das wahr Leben aussieht, da ihnen von ihren Eltern einfach alles nachgetragen und in den Allerwertesten gesteckt wird. Wir sind der Meinung, dass wir es später mal einfacher haben werden, da es nur weniger stressig werden kann... :tongue:

Kann ich so nicht unterschreiben.
Meine Eltern haben mir das Studium so durchfinanziert, daß ich nebenher nicht zu arbeiten brauchte, und ich hatte es danach auch leichter, weil ich durch die Unterstützung der Eltern erst einen guten Praktikumsplatz und dann einen guten Job bekam. Bäm.

Ich würde einfach mal gerne eure Meinung zu dem Thema hören. Seid ihr auch manchmal genervt von Kommilitonen die sich um nichts kümmern müssen und sich beschweren wie hart das Studium ist und dabei doch soooo viel Zeit zum Lernen, etc. haben???

Mmh, nein. Ich fand/finde es zwar seltsam, wenn Studenten noch daheim wohnen, verstehe das aber wenn es finanziell nicht anders geht.
Wenn aber Werkstudenten rumweinen weil es die einfacher haben, die nicht arbeiten müssen, wirkt das auf mich viel nerviger als die Leute, die alles haben was sie wollen.


Also mal ehrlich, wenn meine Eltern mich auf die Welt bringen, dann haben sie auch mein Studium zu bezahlen, vor allem wenn man durch deren Einkommen nicht bafög-berechtigt ist, also habe ich ohne schlechtes Gewissen monatlich die 400 Euro entgegengenommen!

Vollkommen korrekt.

Meine Eltern hatten 1. genug Asche 2. mußte ich studieren was sie wollten und 3. waren sie außer durch Geld eh nie in meiner Kindheit präsent, also fand und finde ich es völlig richtig, daß sie für mein Studium gebrannt haben wie ein Luster.
 

Benutzer111179 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bekomme seit 2 Semestern kein Bafög mehr (...)

Bis dahin hast Du also gerne staatliche Unterstützung in Anspruch genommen. Wo genau ist nun in punkto Selbständigkeit der Unterschied zu einem Studenten, der gar nicht erst BaföG-berechtigt ist und somit von seinen Eltern unterstützt wird? :rolleyes:

Ansonsten habe ich die dunkle Vorahnung, dass der Thread hier mal wieder zu einem "Höher, schneller, weiter" der angeblichen Selbständigkeit und Unabhängigkeit von den Eltern wird. So nach dem Motto: "Ich habe bereits mit 7 Jahren jeden morgen 3 Stunden Zeitungen ausgetragen um mich an der Miete zu beteiligen." :grin:
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Ansonsten habe ich die dunkle Vorahnung, dass der Thread hier mal wieder zu einem "Höher, schneller, weiter" der angeblichen Selbständigkeit und Unabhängigkeit von den Eltern wird. So nach dem Motto: "Ich habe bereits mit 7 Jahren jeden morgen 3 Stunden Zeitungen ausgetragen um mich an der Miete zu beteiligen." :grin:

Ich hab bereits als Eizelle im Eierstock angefangen Zeitungen an die anderen Eizellen auszutragen.
Ich gewinne.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Ich wohne noch bei meinen Eltern, würde mich aber nicht als unselbstständig bezeichnen. Ich bekomme kein Bafög, jobbe nebenbei soviel ich kann ohne das meine Noten darunter leiden. Gerade auf die Noten kommt es bei mir am Ende nämlich an, wenn ich nicht ewig auf mein Referendariat warten will und noch vor meinem 30. Lebensjahr ein volles Gehalt bekommen möchte.

Von meinen Eltern bekomme ich keine finanzielle Unterstützung, lebe aber kostenfrei bei ihnen. Im Gegenzug beteilige ich mich im Haushalt so gut ich kann und unterstütze meine Mutter auch bei der Versorgung meines pflegebedürftigen Opas. Ein Pflegefall ist nämlich auch oft ein Grund (zumindest kenne ich ein paar Leute, denen es da geht wie mir), um noch im Heimatort zu bleiben und dafür auch mal ein 1-3 Stunden Pendelei zur Uni in Kauf zu nehmen.
Durch die Pendelei wiederum fällt mir ein Job, bei dem ich mehr verdienen würde als jetzt (was ich wiederum brauchen würde um eine Wohnung zu finanzieren), nicht gerade in die Hände. In meinem Dorf ist das Angebot nicht groß bzw. kaum vorhanden. Aber ganz ehrlich: wenn ich die Wahl habe, zwischen guten Noten, einem zügigen Studium (und damit ein früheres völlig finanziell eigenständiges Leben), etwas weniger Stress, der Pflege und Nähe eines mir sehr nahe stehenden Menschen oder einem Leben in meiner Unistadt, dass ich mir nur mit biegen und brechen und vielleicht noch unter schleifen lassen der Uni leisten kann, muss ich nicht lange überlegen.
Ich streite nicht ab, dass mir das Leben bei meinen Eltern ein paar Dinge enorm erleichtert. Ich finde das aber auch alles andere als verwerflich, denn ich bin auch ohne sie lebensfähig. :zwinker:

Momentan überlege ich noch ein Zusatzstudium zu machen. Das würde mich noch für 1,5 Jahre mehr an mein Elternhaus binden, meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt aber rasant in die Höhe schnellen lassen. Für einen Nebenjob hätte ich dann allerdings keine Zeit mehr. Auf lange Sicht scheint mir das aber durchaus vernünftig zu sein.
 
M

Benutzer

Gast
Mir sind Menschen, die mit 24 noch zu Hause wohnen, dafür aber wahnsinnig entspannt sind, deutlich lieber als diejenigen, die meinen die Selbstständigkeit für sich gepachtet zu haben und vermeintlich wissen, wie das "wahre" Leben läuft.

Ich wurde stets von meinem Vater und meinen Großmuttern unterstützt und nö, ich hab mich nicht schlecht gefühlt deswegen. Ob sie das Geld nun auf ihrem Konto anhäufen oder mir geben, spielte keine Rolle. Ich hatte so einen angenehmen Lebensstil (und ja, das geht auch gut mit 500€ im Monat, sogar sehr gut), konnte entspannt ans Studium gehen und musste nicht ständig nörgeln.
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Ich schließe mich hier mal der Mehrheit an. Wenn meine Eltern mich unterstützen können/wollen, wieso sollte ich das nicht annehmen und auf Biegen und Brechen "selbstständig" sein? Selbstständig war ich schon so auch, bin zum Studieren weggezogen (und jedes WE heimgefahren), habe dort gekocht, eingekauft, etc.
Am WE habe ich dann zu Hause meine Wäsche gewaschen und die meiner Mutter, im Haushalt mitgeholfen, etc.

Wie schon jemand geschrieben hat: Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß. Ich hatte auch eine Studienkollegin, die noch zu Hause wohnte während des Studiums und die war von dieser Situation sehr genervt - von wegen "so bequem". Die hatten dort 3 Generationen unter einem Dach und jeder musste mithelfen und zum Lernen war oft auch keine Ruhe. Die wäre liebend gerne ausgezogen - wär aber teurer gewesen 30 km wegzuziehen als jeden Tag (mit einer Fahrgemeinschaft) zu pendeln. Ist ja auch verständlich.

Ich hätte neben meinem Studium sicher arbeiten können, jedoch hätte ich dann halt überhaupt keine Freizeit mehr gehabt, ich hatte auch immer so 25 SWS (alle mit Anwesenheitspflicht) und am WE war ich halt gerne zu Hause bei meinen Freunden und meiner Familie. Meine Eltern waren/sind stolz auf mich, dass ich mein Studium sehr gut und mit sehr viel Begeisterung gemeistert habe, die hätten auch nicht gewollt, dass ich mich da mit Studium und Job zerreissen muss.
Und von wegen "danach leichter haben"...kann man sicher pauschal nicht so sagen.

Ich weiß nicht ob ich es jetzt überlesen habe aber WIESO bekommt ihr keine finanzielle Unterstützung von euren Eltern? Wollt ihr die nicht oder aus einem anderen Grund? Ich find's dann schon etwas herablassend von anderen Studenten "genervt" zu sein, die halt vielleicht jetzt ein etwas unbeschwerteres Leben führen - vielleicht spielt da etwas der Neid mit rein?
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ich hab mein Studium alleine und völlig selbstständig gemeistert und finanziert, mit allen drum, dran, Jobs, Wohnung, Pendelei - alles was geht und ich bin schon stolz, dass ich das geschafft habe ohne auch nur einen cent von meinen Eltern zu verlangen. Der Gedanke daran alleine lässt mir zudem die Nackenhaare zu Berge stehen und es schlimm genug, dass ich derzeit bei meinen Eltern aufgrund einer etwas ungünstigen Situation herumparasitieren muss...

Bei den Leuten, die noch immer ein Zimmer mit Vollpension bei Hotel Mama für lau gebucht haben bin ich - das gebe ich offen zu - oft auch skeptisch was die Selbstständigkeit anbelangt. Letztlich gibt es darunter tatsächlich einige Studenten, die äußerst verwöhnt erscheinen. Ich kenne aber auch Gegenbeispiele, also halte ich mich mit vorschnellen Urteilen mittlerweile stärker zurück... :zwinker:
 

Benutzer70969 

Verbringt hier viel Zeit
ich wohne nicht mehr zu hause, wir machen den hasuhalt selbst (leider mehr schlecht als recht :zwinker:) und ich bekomme finanzielle unterstützung von meinen eltern. teilweise habe ich mir das studium auch komplett selbst finanziert. das fand ich dann auf dauer aber doch zu anstrengend...:tongue:
 
D

Benutzer

Gast
Statt Bafög bekomm ich halt Geld von meinen Eltern. Das finde ich auch völlig in Ordnung. Ich würde das meinem Kind auch geben wollen, wenn ich könnte später. Warum auch nicht? Um meine Kinder möglichst früh auf den beschissenen Arbeitsmarkt vorzubereiten? :grin: Ne, muss nicht sein.
Dazu geh nebenher 15-25h die Woche arbeiten und wohne mit meiner Freundin zusammen. Damit hab ich im großen und ganzen ein entspanntes Leben. Eine super Mischung aus Stress und Freizeit. Dazu haben wir ein Auto, einen Hund, mehrere Hobbys. Ich könnte mich natürlich auch noch deutlich mehr stressen, in dem ich noch mehr arbeite und mich komplett allein finanziere oder noch mehr für die Uni mache, damit ich auch ja eine eins beim Schluss habe, aber letztlich hab ich da gar keine Lust drauf und bin sehr zufrieden so. Der frühe Vogel kann mich mal. :grin:7

Edit: Ach so, mir ist es ganz egal, ob jemand noch zu Hause wohnt oder nicht. Ich versteh es zwar nicht, weil ich es viel viel schöner finde alleine bzw. mit meiner Freundin zu wohnen und, obwohl ich ein gutes Verhältnis mit meinen Eltern hatte, mir meine Freiheit einfach wichtiger war. Allerdings hab ich das auch ewig anders gesehen. Das kam dann relativ schnell, dass ich das Gefühl hatte, ich müsse jetzt ausziehen.
 

Benutzer70315  (32)

Beiträge füllen Bücher
Was soll ich sagen? Ich wohne nicht mehr zuhause, bin finanziell durch das Bafög unabhängig von meinen Eltern (und auch froh drüber), habe hier mein Leben in der Hand.
Ich gehe aber nicht nebenher arbeiten. Als faul würde ich mich deswegen nicht bezeichnen. Ein Studium, das sind in den meisten Fällen nur ein paar Jahre im Leben und in diesen konzentriere ich mich einfach 100Prozent darauf. Einige Kommilitonen mussten ihr Studium verlängern, weil ihr Job sie zu sehr einspannt. Da seh ich aber die Prioritäten falsch gesetzt.
Natürlich(!) gilt das nicht für diejenigen, denen einfach keine andere Wahl bleibt, da sie von ihren Eltern/Bafög nicht unterstützt werden. Allerdings ergibt sich da auch ein großes Fragezeichen, denn Bafög greift immer dann, wenn von der finanziellen Situation her eine Unterstützung der Eltern nicht möglich ist.

Ich kann mir z.b. kein Auto nebenher leisten, aber das muss ich jetzt auch noch gar nicht. Ich wohne in der Stadt, habe gute Verkehrsanbindungen und ich bin einfach nur Student. Darauf kann ich die 4-6 Jahre auch gut verzichten.

Fazit: Beide Extreme, also sowohl diejenigen, die meinen, Muttis o. Papis Geld wachse an Bäumen und auch diejenigen, die durch ihren Job ihr Studium vernachlässigen weil sie zu stolz oder whatever sind, um Geld von ihren Eltern zur Unterstützung zu nehmen, haben von mir wenig Verständnis zu erwarten.
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Ich hab bis ich 22 war, auch noch zuhause gewohnt und studiert. Na und? Wo steht geschrieben, dass man bei Studienbeginn sofort ausziehen muss? Dazu braucht man erstmal Geld und nicht jeder hat vor/neben dem Studium noch genug für einen Umzug, bzw. für die monatlichen Kosten übrig und vor allem auch nicht immer Zeit, so viel zu jobben, dass es ausreichend wäre. Ich nehme das Geld meiner Eltern gern entgegen, zumindest habe ich das bisher. Warum auch nicht? Ich bin das einzige Kind und ich finde es normal, dass die Eltern einen unterstützen. Natürlich sollten sie aber nicht alles komplett finanzieren, es sei denn, sie habens dicke. Kommt ja auch oft vor.

Und wieso soll man so zwanghaft in eine andere Stadt ziehen, wenn man anfängt zu studieren, wenn die Heimatstadt die beste Uni für das Wunschfach hat? Oder wenn man sich einfach wohl fühlt und Freunde dort hat? Es ist sicherlich toll, mal so richtig weitweg zu gehen, aber komisch, dass dann einfach alle die ersten 2 Semester jedes verdammte Wochenende wieder nachhause zu Mami fahren, oder? Anscheinend braucht die Mehrheit das noch, also kann man auch nicht sagen, dass es falsch, oder unselbstständig wäre. Soll doch jeder zu seiner Selbstständigkeit gelangen, wann er es für richtig befindet. Diesen Zwang, mit 18 unbedingt ausziehen zu müssen und selbstständig zu sein, finde ich unsinnig.
 
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