Stress auf Arbeit - schreiende Kollegen

Benutzer70524 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,

ich habe vor kurzem meine Arbeitsstelle gewechselt und musste leider jetzt feststellen, dass das Klima auf Arbeit nicht unbedingt das beste ist. Leute werden schlecht gemacht, Kollegen schreien sich an und wer unter 9 Stunden arbeitet und ein Privatleben hat, der hat sowieso schon verloren. Das Resultat ist eine aggressive Grundstimmung. Alle sind gereizt und alle wollen eigentlich nur den Arbeitstag rumbekommen. Langfristig gesehen, ist sicherlich ein Jobwechsel die einzig sinnvolle Lösung.

Mich würde allerdings interessieren, ob ihr schon mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hattet und wie ihr direkt in der Konfliktsituation damit umgeht? Wie reagiert ihr, wenn euer Vorgesetzter oder ein Kollege plötzlich laut wird und euch anschreit? Gebt ihr gleich Contra oder ist der Weg über den Chef der bessere?
Gibt es unter euch jemanden der schon öfter mit so etwas zu tun hatte? Schaut ihr nach bestimmten Kriterien, um vielleicht schon beim Vorstellungsgespräch eine solche "ungünstige" Arbeitsstelle zu erkennen?

Danke für eure Hilfe.
 

Benutzer7447  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hey.
Also bei meinem letzten Arbeitgeber war es sehr ähnlich.
Mein Chef war Choleriker und hatte ab und an seine Ausfälle.
Das ging dann nicht über schreien sondern eher auf der psychischen Ebene ab.
Da wurde auch massiv Leistung verlangt, aber es kam nichts zurück.
Das hat dann dazu geführt, dass ich ein paar Mal bei ihm im Büro stand und ihm klar gesagt habe dass das so nicht läuft.
Hat er jedes Mal "verstanden" und hat auch für zwei Wochen geholfen.
Danach wurde es wieder schlechter.
Also habe ich mir das Schauspiel ein paar Mal angeguckt und mich dann bei stepstone umgesehen.
Was ich sehr wichtig fand:
Man muss daraus lernen.
Ich habe wohl zu Beginn einmal zu oft gekuscht und somit war das Bild da, das ich das immer machen werde.
Beim nächsten Arbeitgeber habe ich beim Beginn der Entwicklung direkt Stop gerufen und mich sachlich gewehrt.
Und schwupps war klar dass es mit mir nicht geht und es wurde gelassen.

Eine Garantie auf funktionierende Firmen gibt es leider nicht.
Du kannst zwar vorher auf Portale im Internet gucken, aber ob das immer alles stimmt oder nur zu negativ dargestellt ist kann ich auch nicht immer sagen.
Wichtig ist, dass man sich wehrt und Grenzen aufzeigt.
Nicht durch Schreien oder Gewalt sondern sachlich.
Und wenn man merkt, dass es so gar nicht geht miteinander sollte man seinen Job gut machen und sich was anderes suchen.



Gruß
 

Benutzer117729  (33)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich würde versuchen darüber zu reden und die andere Person auf jeden Fall auf den aggressiven und lauten Ton aufmerksam machen, wie z.B.: Ich weiß nicht, ob es dir bewusst ist und ich kann mir vorstellen, dass du immens unter Stress stehst, aber grade im Moment ist dein Ton extrem laut und aggressiv, ich empfinde das als sehr unangehm und unangebracht....
Oft muss man die Menschen auf ihr Verhalten aufmerksam machen, weil es ihnen nicht bewusst ist und dasgen wie man sich dabei fühlt...
 

Benutzer70524 

Verbringt hier viel Zeit
Habt vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt natürlich recht. Ich sollte das direkt ansprechen und auch gleich klarstellen, dass ich so etwas nicht hinnehme. Natürlich auf eine ruhige aber bestimmte Art. Kann eigentlich nur hoffen, dass man ordentlich miteinander reden kann und das keine weiteren Ausraster auftreten.
 

Benutzer106044 

Sorgt für Gesprächsstoff
Gute Ratschläge habe ich leider nicht, aber dafür stecke ich in einer ähnlichen Situation.
Überforderung und mangelnde Zeit sorgen bei mir dafür, dass einige aggressiv werden und die Nervschwelle extrem sinkt. Sowas gibts sicherlich auch woanders, nur haben sich die meisten im Griff. Wenn Leute schreien wollen, dann sollen die das zu Hause machen und dort ihre Aggression abreagieren. Auf Arbeit hat das meiner Meinung nach überhaupt nichts zu suchen. Hab das auch schon im Vier-Augen-Gespräch angesprochen. Leider wurde das nicht so gut aufgenommen und die Kritik als "sinnloser Psycho-Kram" abgetan.
Ich will nicht gegen die Ratschläge argumentieren. Nur muss so ein Gespräch mit den Kollegen nicht unbedingt gut ausgehen.
 
L

Benutzer

Gast
Ich bin in derselben Situation und habe das auch schon desöfteren beim Chef angesprochen. Gebracht hat es leider bisher nur wenig, ausser dass ich jetzt wohl als "hypersensibel" angesehen werde.

Ich arbeite "leider" schon ziemlich lange in dieser Firma und will die Arbeitsstelle nicht so einfach aufgeben, denn früher war die Stimmung besser. Also spreche ich es immer wieder an und hoffe auf bessere Zeiten :hmm:
 

Benutzer105247 

Meistens hier zu finden
Vielleicht würde es helfen wenn du sobald irgendjemand anfängt zu schreien einfach sagst: "Sorry, aber wir verlassen gerade die sachliche Gesprächsebene. Beruhig dich erstmal, dann können wir weiter reden."
Und dann den Raum verlassen/wieder an die eigene Arbeit gehen.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Leute werden schlecht gemacht, Kollegen schreien sich an und wer unter 9 Stunden arbeitet und ein Privatleben hat, der hat sowieso schon verloren. Das Resultat ist eine aggressive Grundstimmung. Alle sind gereizt und alle wollen eigentlich nur den Arbeitstag rumbekommen. Langfristig gesehen, ist sicherlich ein Jobwechsel die einzig sinnvolle Lösung.

So wie ich die Sache beurteile, liegt das Problem nicht zwingend daran, dass Du auf der Arbeitsstelle drangsaliert wirst, sondern generell eine sehr miese Atmpsphäre besteht, wo jedem dem anderen der Teufel ist.
Ich könnte in so einer Umgebung überhaupt nicht arbeiten, auf Dauer würde ich da krank werden und in eine depressive Stimmung verfallen.

Mein Rat: Sieh zu, dass Du schnellstmöglich den Job wechselst. Einer meiner freunde ist in einem ähnlichen Fall, und hat einen Jobwechsel bereits in die Wege geleitet.
 

Benutzer98634 

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Kenne das sehr gut...natürlich kann man, wenn es besonders krass ist, einen Arbeitsstellenwechsel in Erwägung ziehen... aber das ist auch nicht immer eine Lösung, weil einem bestimmte Grundverhaltensweisen im Berufsleben fast überall begegnen, also auch auf einer neuen Arbeitsstelle...besser als schnell zu kündigen, wird in vielen Fällen sein, sich grundsätzlich mit immer wiederkehrenden sozialen Strukturen auf dem Arbeitsplatz auseinandersetzen und lernen, damit umzugehen...

Es ist wichtig, dass du deutlich machst, dass du dir nicht alles gefallen lässt. Dazu gehört, dass du konsequent und hartnäckig auf einen respektvollen Ton dir gegenüber bestehst. Auch solltest du nicht den Dienstboten spielen in der Art, dass du dir von Kollegen, die nicht deine Vorgesetzten sind, unangenehme Aufgaben zuteilen lässt, die nichts mit deiner eigentlichen Arbeit zu tun haben.
Kollegen, die eigentlich gleich gestellt sind, aber über kurz oder lang eine höhere Stellung gegenüber den anderen durchboxen wollen, neigen dazu, in unzulässiger Weise Grenzen bei anderen zu überschreiten. Um ihre Ziele zu erreichen, reicht es für sie nicht aus, wenn sie wie jeder Mitarbeiter in ihrem Bereich gute Arbeit leisten. Um als etwas Höheres, Unverzichtbares im Betrieb wahrgenommen zu werden, brauchen und suchen sie Opfer - und wenn sich kein Mitarbeiter findet, der wirklich fehlerhaft arbeitet, wird so lange gedreht und gewendet bis ein Opfer gefunden ist, das dann von diesem "Alphatier", als das er wahrgenommen werden will, zusammengeschissen wird. Dieser wird dann vom Chef natürlich nicht als krank oder grenzüberschreitend einem anderen Menschen gegenüber eingestuft, sondern als Gewinnbringer für die Firma, als einer, der sich durchsetzen kann und dem man "höhere" Aufgaben anvertrauen kann...
Aus meiner Erfahrung ist es das beste, von Anfang an konsequent klarzumachen, dass man sich nicht so oder so ähnlich als Opfer missbrauchen lässt. So erwirbt man sich mit der Zeit Respekt und steigt in der Achtung solcher "Möchte-gern-Höheren"!
Das bedeutet allerdings nicht, dass es klug wäre, solche Mitarbeiter zu attackieren und einen offenen Krieg mit ihnen auszufechten. Besonders wenn man neu ist, wird man da schnell den kürzeren ziehen.
Angesagt ist vielmehr, zwar auf der einen Seite klar zu machen (und das auch wenn nötig mit entsprechender Lautstärke), dass man sich nicht als Dödel der Firma missbrauchen lässt, sich auf der anderen Seite aber freundlich, ruhig und beherrscht gegenüber solchen Menschen zu verhalten und zu zeigen, dass man nicht die Absicht hat, Machtspielchen auszufechten.
 

Benutzer70524 

Verbringt hier viel Zeit
...
Angesagt ist vielmehr, zwar auf der einen Seite klar zu machen (und das auch wenn nötig mit entsprechender Lautstärke), dass man sich nicht als Dödel der Firma missbrauchen lässt, sich auf der anderen Seite aber freundlich, ruhig und beherrscht gegenüber solchen Menschen zu verhalten und zu zeigen, dass man nicht die Absicht hat, Machtspielchen auszufechten.

Ich glaube das ist gerade der entscheidende und auch schwierige Punkt, der mir extrem Kopfschmerzen bereitet. In einer Stresssituation, die zumeist vollkommen überraschend entsteht, die entscheidende Coolness zu bewahren, um sachlich und deeskalierend zu argumentieren. Meistens reagieren diese "Dödel" :smile: doch auf direkte Kritik mit noch mehr Aggressivität.
Ich denke hier braucht man nur etwas mehr Training. :zwinker: Danke für die Tipps.
 
3 Woche(n) später

Benutzer106044 

Sorgt für Gesprächsstoff
@fornix
Ich hatte ein gutes Gespräch mit einem Kollegen über das Thema und der hat mir die Webseite Kununu empfohlen. Da du ja nach Tipps gefragt hast, könnte man vor einem Bewerbungsgespräch eventuell darüber ein paar Eindrücke über den potentiellen neuen Arbeitgeber aufschnappen. Muss natürlich nicht alles stimmen was dort steht, aber man bekommt zumindest ein paar Eindrücke nach denen man im Gespräch geschickt und höflich nachhaken kann. :zwinker:
 

Benutzer7447  (34)

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Hey Oversway.
Ich kann kununu nur sehr bedingt empfehlen.
Denn meiner Erfahrung nach schreiben dort überwiegend unzufriedene Leute.
Leute, die mit ihrer Firma zufrieden sind schreiben selten bis nie.
Und genau da liegt das Problem:
Alle Firmen bei denen ich bisher angestellt waren kamen recht schlecht weg.
Allerdings war ein Teil der Bewertungen wirklich massiv übertrieben und der Rest überwiegend einfach selbst verschuldet.
Das sind dann Leute, die nicht einsehen wollen dass sie das Problem selbst verursacht haben und stattdessen lieber dem Arbeitgeber einen mitgeben wollen.

Darum kann ich persönlich das Portal nur sehr eingeschränkt empfehlen.


Gruß
 

Benutzer69812 

Benutzer gesperrt
Ich war mal in einer ähnlichen Situation. Mein erster Streifenpartner war ein totaler Obermacho, hat mich in allem kritisiert und wenn ich mal falsch reagiert hab zb bei einer Fahrzeugkontrolle, mich vor den Leuten dermaßen runtergemacht...
Ich habe ihm dann mal Contra gegeben. Hat er wohl nicht vertragen, denn er wollte einen anderen Streifenpartner :smile:
Im Grunde finde ich es immer gut solche Probleme anzusprechen, auch wenn es vllt nichts hilft, du fühlst dich hinterher auf jeden Fall besser.
 

Benutzer106044 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ostwestfale hat natürlich Recht. die meisten Bewertungen sind von unzufriedenen Leuten und müssen nicht unbedingt stimmen. Hatte ich ja auch in meinem letzten Beitrag mit dazu geschrieben. Wenn die Beiträge einigermaßen sachlich geschrieben sind, kann man aber ein paar nützliche Anhaltspunkte rauslesen.
Von drei Firmen bei denen ich war, ist gerade auch mal eine eingetragen. Zwei Kommentaren stehen drin und beschreiben relativ gut die Situation.
 

Benutzer70524 

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Habt vielen Dank für eure Beiträge.
Nachdem es mir vor ein paar Tagen wieder zu bunt wurde, habe ich ein etwas anstrengendes Gespräch mit einem Kollegen geführt und die Ratschläge von hier befolgt. Hatte vorher auch zur Diskussion auf einer sachlichen Gesprächsebene ermahnt. Letztendlich konnte die Lautstärke auch einigermaßen beibehalten werden. :zwinker: Allerdings gehen die Vorstellungen hinsichtlich der Arbeitsverhältnissen soweit auseinander, dass ich mich echt gefragt habe, ob da ein gleichaltriger Mann vor mir sitzt. Schaue mich derzeit schon nach passenden Jobs um.
Danke für den Tipp mit Kununu. Habe direkt mal nach meiner Arbeitsstelle gesucht und drei Kommentare entdeckt. Vieles könnte ich direkt so unterschreiben, anderes klingt wirklich etwas übertrieben. Relativ schwierig da gute Ansatzpunkte für ein Bewerbungsgespräch rauszufiltern. Werde es aber für die anstehende Jobsuche mit einbeziehen. :zwinker:
 
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