Sternenkinder

Benutzer32811  (34)

...!
Ich gehe davon aus, dass ich hier nicht die einzige Mama hier bin, die sich viel zu früh von ihren Babys verabschieden musste. :ashamed:

Mögt ihr mir mal berichten wie ihr damit zurecht gekommen seid?
Habt ihr alles aufgeschrieben, habt ihr Erinnerungsstücke, Ultraschallbilder oder ähnliches?

Wie kamen eure Männer damit zurecht?
 

Benutzer18889 

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Ich selbst war natürlich noch nie schwanger, ich meine Tante ereilte dieses Schicksal gleich dreimal hintereinander. Beim ersten Mal im 7. Monat und danach um den 3. Monat herum. Nachher kam raus, dass ihr offensichtlich irgendein Hormon (?) fehlte, welches ihr dann regelmäßig während der Schwangerschaft in einer Klinik in HH gespritzt werden musste. Ohne diese Hormone hätte sie bis heute noch kein Kind bekommen.

Inzwischen hat sie 2 Kinder, die nun schon 9 und 6 sind.

Besonders übel war damals, dass meine Mutter und ich noch einen Tag vor der Fehlgeburt eine Wäscheleine mit Babykleidung an die Haustür gehängt hatten, weil das hier scheinbar üblich ist. Das wurde dann natürlich sofort wieder abgehängt.

Soweit ich weiß, haben meine Tante und mein Onkel nichts aufbewahrt, außer wohl die Ultraschallbilder. Es wirkte immer, als seien sie sehr gut damit zurecht gekommen. Als meine erste Cousine dann aber da war, merkte man, dass meine Tante erleichteter war als andere Mütter, denen nicht zuvor dreimal so etwas passiert war.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Meine Mutter hatte vor mir eine Fehlgeburt. Ich kenn nicht viele Details. Es war wohl eine Totgeburt. :geknickt:
Soviel ich weiß hat meine Mutter keine Ultraschallbilder oder ähnliches aufbewahrt.
Wir haben aber auch nie so konkret über das Thema gesprochen. Ich kenn nur ein paar Zeilen über diese GEschichte aus ihrem Tagebuch über mich, das sie mir zum 18.Geburtstag geschenkt hat.

In der nächsten SS wollte sie dann alles umso richtiger machen und die Angst vor einem erneuten Verlust war natürlich groß. Gott sei Dank ging dann alles gut, wobei auch meine Geburt alles andere als unkompliziert war, weil ich nämlcih mit dem Gesicht zuerst kam. :grin:
Heute würde man da wohl ziemlich schnell zu einem Kaiserschnitt raten, aber vor 30 Jahren war das noch anders.
 

Benutzer48192 

Verbringt hier viel Zeit
Meine Mutter hatte vor mir drei Fehlgeburten.
Klar kann ich nicht sagen, wie es damals für meine Eltern war, aber im Nachhinein spüre ich es
heute noch das ein oder andere Mal an ihren Reaktionen.
Sie sind ängstlicher, waren das während meiner ganzen Kindheit.
Als ich am Anfang meiner Schwangerschaft Blutungen bekam, haben sie sich so große Sorgen gemacht
als würde das alles bei ihnen wieder hoch kommen.
Ich glaube, sie sind gut damit zurecht gekommen bis auf die ein oder andere Minute in denen sie ein bisschen
traurig sind, weil sie gern mehr Kinder wollten aber das nicht geklappt hat.

An Karneval hat eine Bekannte in der 22. Woche ihr Baby verloren. Die Beiden waren unendlich traurig, doch nun ist wieder ein Zwerg unterwegs und sie sagten mir, dass die Gradwanderung zwischen übervorsichtig und überschwänglicher Freude am schwersten ist. Sie haben sich die Bilder aufgehoben und einen Strampler, den sie fürs Baby hatten.
 

Benutzer29410 

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Ich hab den positiven Schwangersachaftstest von meiner Eileiterschwangerschaft aufgehoben. Und einen Brief an mein totes Kleines geschrieben, in dem steht dass ich es von der ersten Sekunde an geliebt habe und hoffe, es irgendwann wiederzutreffen.

Ich hab eine Woche lang geheult und zu viel geraucht, und dann wieder angefangen, mich um mioch selber zu kümmern, ich bin von Natur aus eher der Typ Stehaufmännchen. Und ich hab die Tage gezählt bis wir wieder loslegen durften.

Eine Bekannte von mir hat mal gesagt: "Ich habe drei Kinder: zwei fest an der Hand und eins im Herzen!" So sehe ich es auch.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wir - sowohl meine Frau als auch ich - haben die Fehlgeburt unseres 2. Kindes eigentlich relativ gut "weggesteckt". Natürlich waren wir zunächst sehr traurig. Wir haben uns relativ rasch wieder "neu ans Werk" gemacht und es hat dann auch sehr schnell wieder geklappt und da lief dann alles gut. Durch die neue Schwangerschaft, Geburt usw. ist das dann natürlich sehr schnell ins hinterste Stübchen gerückt und war eigentlich nie mehr präsent. Klingt hart, ist aber so. Ist natürlich irgendwie totaler Unsinn, aber wir haben uns halt vorgestellt, dass das Kind einfach einen zweiten Anlauf braucht um zu uns zu kommen. Meine Frau hat aber noch ein Ultraschallbild.

Ich glaube auch irgendwie, dass es schon einen gewissen Unterschied macht, ob es sich um die erste Schwangerschaft handelt oder ob schon ein Kind da ist und auch, ob es danach relativ schnell wieder mit einer Schwangerschaft klappt und diese dann "gut" verläuft.
 

Benutzer45547 

Verbringt hier viel Zeit
Eine Bekannte von mir, musste, bei ihrer ersten Schwangerschaft, zur Totgeburt ins KH. Sie wusste dass sie jetzt da hin fährt um ein totes Baby zu gebären. Finde ich ganz schön krass sowas wünsche ich nicht mal dem ärgsten Feind.
Sie war schon so weit, dass dem Kind einen Namen gegeben werden musste und es beerdigt wurde.

Sie hat eine Kiste mit Erinnerungsstücken und natürlich das Grab. Am Anfang hatte sie wirklich Mühe damit umzugehen, vor allem weil sie sich die Schuld gab und ihre Mutter dies auch noch so bestätigte (Die Mutter ist sowas von taktlos, egal um was es geht).

Bei der zweiten Schwangerschaft hats dann geklappt. Aber sie musste lange liegen. Die kleine ist jetzt 3 jährig.
Die 3. und 4. Schwangerschaft endete in den ersten 12 Wochen. Einmal schon so früh, dass sie sich nicht mal sicher war, schwanger zu sein.
Die 5. Schwangerschaft verlief wieder gut, die kleine wird bald ein Jahr alt.
 

Benutzer78196 

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Ich selbst war noch nie schwanger, habe aber in der Familie schon etwas mitbekommen:

Meine Tante hatte vor ca. 15 Jahren eine "Frühgeburt" (falls das in diesem Fall der richtige Begriff ist). Ihr Kind kam nach 6 Monaten Schwangerschaft zur Welt und war tot. Ich selbst war damals noch zu jung um zu verstehen, was da passiert ist, aber ich weiß noch, dass ich sie einmal gefragt habe, wo denn ihr Kind sei. :ashamed:
Mittlerweile haben sie und ihr Mann aber zwei gesunde Kinder - die allerdings beide zu früh auf die Welt kamen und nach der Geburt jeweils noch ein paar Wochen in den Brutkasten mussten.
Die Ärzte haben ihr erklärt, dass sie körperlich nicht in der Lage sei, ein Kind eine komplette Schwangerschaft lang auszutragen.

Der andere Fall betrifft meine Mutter: klassische Fehlgeburt in den ersten Monaten. Sie hat deswegen ihren Sport aufgegeben und zählt heute noch mit, wie alt das kind mittlerweile wäre.
Ein oder zwei Jahre nach diesem Vorfall kam mein Bruder zur Welt.
 
R

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Gast
Mein leiblicher Bruder hatte eigentlich einen Zwilling, der ist jedoch zu Beginn der Schwangerschaft abgegangen. :frown: Irgendwie ein komischer Gedanke, dass da statt einem Kerl eigentlich zwei sein sollten...

Meine Mutter hatte damit wohl keine großen Probleme. Klar, sie war traurig, aber da sie ja schon ein Kind hatte und das andere auch austragen durfte, hat sie es ganz gut weggesteckt. Sie hat uns das alles auch erst vor einigen Jahren erzählt, Erinnerungen gibt es wohl keine.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Mein leiblicher Bruder hatte eigentlich einen Zwilling, der ist jedoch zu Beginn der Schwangerschaft abgegangen. :frown: Irgendwie ein komischer Gedanke, dass da statt einem Kerl eigentlich zwei sein sollten...

Mein Papa ist auch ein Zwilling. Seine Schwester ist bei der Geburt gestorben. Einen Namen hatten sie schon ausgesucht für sie... :frown:
Vor 54 Jahren war die Medizin einfach noch viel rückständiger als heute.
 
M

Benutzer

Gast
Ich war noch nie schwanger, weiß aber, dass ich hätte ein Zwillingskind werden sollen. Mein Zwilling ist aber ebenfalls im Anfang der Schwangerschaft abgegangen.
Dadurch, dass nun aber ich da war, konnte meine Mutter das gut verarbeiten.
 

Benutzer64981  (33)

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Meine Mutter hatte nach meinem Bruder (3. Kind) eine Fehlgeburt. Sie hat das nur mal kurz erzählt, aber sonst nie n Wort drüber verloren.
Nach der FG wurde sie aber wieder schwanger und hat ein gesundes Mädchen auf die Welt gebracht :smile: das war vor 12 Jahren.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
eher zufällig habe ich im letzten jahr erfahren, dass meine tante 1999 ein kind verloren hat. ich weiß nichts darüber, da in der familie nicht weiter darüber geredet wurde, ich zu jung war und mich jetzt ehrlich gesagt nicht traue zu fragen, weil ich keine wunden aufreißen will. da ich von der schwangerschaft aber überhaupt nichts wusste, muss sie es relativ früh verloren haben. mein cousin war damals 11 und meine tante hat sich wohl sehnlichst ein zweites kind gewünscht.
im sommer des darauffolgenden jahres kam meine cousine zur welt. 2,5 monate zu früh und gerade mal 2090 gramm schwer. meine tante hatte die letzten 2 monate vor der geburt schon liegend im krankenhaus verbringen müssen, es war eine sehr schwierige schwangerschaft. heute ist meine cousine gesund und munter, mittlerweile 10 jahre alt und, da meine cousine mich als jüngstes familienmitglied abgelöst hat, das heißgeliebte nesthäckchen der familie. :smile:
 

Benutzer56402  (31)

Verbringt hier viel Zeit
Interessantes Thema. Hab genau darüber und in diesem Zusammenhang über Kinderhospize eine Facharbeit vor einem halben Jahr geschrieben.

Ich war selber noch nie schwanger und hab es bis vor dem 25. Lebensjahr auch nicht vor.
Jedenfalls hätte ich eigentlich auch eine große Schwester, die als Totgeburt zur Welt kam. Erzählt hat es mir mein Vater, den ich nur 2 Mal im jahr sehe. Meine Mutter redet da so gar nicht darüber. Da Gespräch kam zustande, als mir mein Vater erklärte wie ich entstanden bin. Ohne die Zuführung diverser Hormone würde es mich nämlich auch gar nicht geben... komischer Gedanke irgendwie. Er hat mir versichert, dass wir beide gewollt und mehr als sehnlichst gewünscht waren. Daher war das Glück umso größer, als sie erfahren haben, dass meine Mutter mit mir schwanger war. Manchmal frage ich mich wie es wäre, wenn sie da wäre. Hab mir in meiner Kindheit ziemlich oft eine große Schwester gewünscht. Ich glaube, dass es meine Mutter ziemlich gut verarbeitet hat, da ich kurze Zeit danach kam und sie sich dann auf mich konzentrieren konnte.

Für diejenigen Frauen, die davon betroffen waren tut es mir leid. Ich stelle mir das so schrecklich schmerzhaft vor und das man diese Trauer nicht in Wort fassen kann.
 

Benutzer37284 

Benutzer gesperrt
Manchmal frage ich mich wie es wäre, wenn sie da wäre. Hab mir in meiner Kindheit ziemlich oft eine große Schwester gewünscht. Ich glaube, dass es meine Mutter ziemlich gut verarbeitet hat, da ich kurze Zeit danach kam und sie sich dann auf mich konzentrieren konnte.

Meine Eltern haben auch ein Sternenkind. Es passierte ungefähr ein Jahr bevor ich dann auf die Welt kam und ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht - allerdings eher in die Richtung, dass es mich bestimmt gar nicht geben würde, wäre es kein Sternenkind geworden.
Meine Eltern haben sich nämlich 2 Kinder gewünscht.
 

Benutzer100631 

Benutzer gesperrt
Es betrifft mich jetzt nicht persönlich, glücklicherweise, aber mein Vater hatten einen Kumpel dessen Frau und er sich sooo sehr ein Kind gewünscht haben. Die Frau wurde auch mehrmals schwanger, hatte aber 3-4 Fehlgeburten nacheinander (weiß nicht mehr genau ob es 3 oder 4 waren). Die Frau musste jedes Mal ins Krankenhaus und das tote Kind richtig zur Welt bringen, das ist ja der reinste Horror! Naja, dann hats aber endlich geklappt... Mittlerweile haben sie einen gesunden Jungen. Gott sei dank!

Auch noch zum Thema: Vor 1-2 Monaten habe ich das Buch "Irgendwie mein Leben" gelesen. Da geht es auch um eine Frau, die eine Fehlgeburt hatte. Sie verarbeitet im Buch ihren Schmerz und ihre Trauer. Das Buch ist sehr gut und herzzerreißend. Beruht auf einer wahren Begebenheit.
 

Benutzer35546 

Meistens hier zu finden
Ich habe das noch nicht selber erlebt. Aber meine Mama hatte ne Menge Fehlgeburten. 2 mal vor mir. Damals gabs ja noch keinen Ultraschall und es gibt daher auch keine "Erinnerungen" Einmal muss das Kind schon größer gewesen sein, also sie sagt so etwa 15./16. Woche, sie hat es quasi sprichwörtlich verloren. Kein arzt hat oihr so richtig geglaubt, denn sie hat das Kind ja nicht in die Klinik mitgenommen. Erst als sie genauer untersucht wurde, wurde festgestellt, dass sie es wirkich verloren hatte und der Zwilling noch im Bauch lebte auch nicht mehr. Das zweite Mal war es dann ein früher Abgang, also etwa 8. Woche.

Dann kam ich, ich hab mich festgebissen.

Nach mir hatte sie dann noch 2 Fehlgeburten und darum gabs für mich keine Geschwister.

Ist echt traurig und wahsinn, wie oft sowas passiert. Ich kenne so viele Frauen, alleine von meinen Freundinnen hatten 3 schonmal Fehlgeburten. Die Natur ist da echt gnadenlos
 

Benutzer101446 

Sorgt für Gesprächsstoff
meine tante hatte 3 fehlgeburten sie war danach immer total fertig was man durch aus verstehn kann, drüber reden wollte sie weil sie meinte das verletzt sie zu sehr. sie hat aber eine kleine kiste im hinteren teil ihres schranks wo ulraschalbilder und so drin sind.

als sie dann zum 4 mal schwanger war, musste sie ab dem 5 monat die ganze seit im kh liegen sonst wäre die gefahr da gewesen das sie wieder eine fehlgeburt hat.

und heute hat sie einen gesunden 14 jährigen jungen der ihr ganzer stolz ist
 

Benutzer79140 

Verbringt hier viel Zeit
aber es ist wahrscheinlich gut das die natur so gnadenlos ist.
sie schützt die kinder und ihre eltern auch.
so ist es schon sehr sehr schlimm aber wenn so ein wurm nicht überlebensfähig ist, ist es doch für alle beteiligten noch schlimmer....
 

Benutzer69081  (35)

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line, da hast du Recht. Aber es tut halt in dem Moment sauweh, da denkt man dann eher "die Natur ist ein Arsch".

Eine Bekannte war letztes Jahr gleichzeitig mit mir schwanger. Fast, sie war 2 Wochen weiter als ich. Nachdem ich den herzschlag von MrUnfug gesehen habe (7.SSW) wollten wir ihr sagen, dass wir zusammen schwanger sind. Just an dem Tag verlor sie ihr Baby in der 9. Woche. :frown:
Ich habe mich nicht getraut mit ihr darüber zu sprechen, sie kam auch nicht von sich aus an. Ich dachte, es tut ihr sicher weh zu sehen, wie weit sie jetzt wäre und so weiter, deswegen habe ich mich ihr fern gehalten :ashamed: vielleicht albern, ich weiß es nicht.

Sie ist jetzt wieder schwanger, ET 4 Wochen später als letztes Jahr und bisher ist alles prima (nur viel schonen weil das Kind schon sehr nach unten drückt). Sie hat sehr viel Angst dieses Kind noch spät zu verlieren. So viel, dass sie auch jetzt, in der 33. SSW noch kaum Kindersachen da hat weil sie Angst hat, dass es Unglück bringt.
 
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