Verhütung Stern TV gestern: Die verschwiegenen Todesfälle der Antibabypille

Benutzer20579  (37)

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Hallo,

gestern Abend bin ich zufällig auf einen Bericht bei Stern TV gestoßen, in dem es um schwere Nebenwirkungen und Todesfälle nach Einnahme der Antibabypille neuerer Generationen ging..

Das Ganze natürlich - Stern TV üblich - etwas plakativer aufgemacht, aber dennoch sehr interessant. Anscheinend berichtet Stern TV schon seit letztem November darüber und es sind mittlerweile ziemlich viele betroffene Frauen, aber auch Angehöriger (Eltern, Ehegatten) von verstorbenen Pillenanwenderinnen aufgetaucht.

Gleichzeitig melden wohl die wenigsten Ärzte Nebenwirkungen, die mit der Pille in Verbindung stehen, an das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, was wohl der eigentliche "Skandal" an der Sache ist - denn so werden viele Fälle als "Einzelfälle" abgetan. Es wurde geschätzt, dass nur etwa 20% der Fälle gemeldet wurden, sogar, wenn die Patientin die Nebenwirkung nicht überlebt.

Ich muss sagen, dass mich der Bericht schon mitgenommen hat - auch wenn das Thema an sich natürlich nichts Neues ist. Die Vorstellung, dass man sehr viele Frauen im gebärfähigen Alter mit Hormonen versorgt und immer mal wieder welche sterben oder schwerste Schäden davon tragen, ist nun schon irgendwie gruselig. Und nachdem ich eine Freundin fast an einer pillenbedingten Thrombose verloren habe und sie bis heute unter den Schäden leidet, bleibt schon ein komisches Gefühl. Gleichzeitig ist es ja für viele Paare völlig normal, mit der Pille zu verhüten und die Unkenntnis über Wirkweise und etwaige Probleme ist ja nun - wie man auch hier im Forum immer wieder sieht - oft erschreckend.

Vielleicht sind ja die Berichte für den ein oder anderen interessant, vielleicht auch vor dem Hintergrund, welches Präparat man selbst nimmt, eine gewisse Vorsicht zu entwickeln, wenn man Veränderungen an sich bemerkt.

Für differenziertere Informationen finde ich auch den Pillenreport interessant, der von der TK veröffentlicht wurde: https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/771128/Datei/67490/Pillenreport_2015.pdf

Die Interviews mit Anwenderinnen widerlegen jedenfalls die grundlegende Unterstellung, dass alle Pillenanwenderinnen mit Thrombose zu dick, Raucher oder unsportlich sind.

Hier der Link: Zwecklose Meldepflicht bei Nebenwirkungen: Die verschwiegenen Todesfälle der Antibabypille - Stern TV | stern TV [Die Seite selbst gefällt mir gar nicht, der Bericht war aber ganz gut].
 
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Benutzer50955 

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Ich habe ja schon das ein oder andere Mal einen Pillenbeipackzettel in der Hand gehalten und der hat schon eine beachtliche Länge. Nehme mal an, dass der so "ausführlich" gelesen wird wie die Lizenzvereinbarung neuer Software, bei der innerhalb einer Millisekunde panisch auf "accept" gedrückt wird. An Neben- und Wechselwirkungen stand da wirklich alles drin.
Daneben muss man im betroffenen Einzelfall sagen, dass es wohl schwierig ist, eine Thrombose monokausal auf die Pille zurückzuführen. Wenn die Betroffenen dann noch rauchen, sich schlecht ernähren, sich im Alltag kaum bewegen etc. ist dieses "Die Pille ist schuld1!!1!1" so wohl kaum haltbar.

Ja, die Pille hat Nebenwirkungen. Wie jedes Medikament. Bei Schmerzmitteln bleibt der Aufschrei aber drolligerweise aus. Und diese gehören für beachtlich viele sehr selbstverständlich zum Alltag. Kritiklos, versteht sich.
 

Benutzer20579  (37)

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Daneben muss man im betroffenen Einzelfall sagen, dass es wohl schwierig ist, eine Thrombose monokausal auf die Pille zurückzuführen. Wenn die Betroffenen dann noch rauchen, sich schlecht ernähren, sich im Alltag kaum bewegen etc. ist dieses "Die Pille ist schuld1!!1!1" so wohl kaum haltbar.
Ja, das Argument bringen die Pharmaunternehmen auch immer. Tatsächlich sind oftmals aber auch Frauen betroffen, die jung, gesund und Nichtraucher sind und außer der Pille keine Ursache haben. Und das scheinen offenbar mehr zu sein, als man dachte.

Es gibt genügend Staaten, in denen die Pille der neuen Generation nicht mehr so ohne Weiteres verschrieben werden und in denen Ärzte auf die Probleme hinweisen müssen. In Deutschland werden bestimmte Präparate häufig mit Schminkspiegel als Lifestyleprodukt mitgegeben. Das sollte man schon dringend hinterfragen.

Der Vergleich mit Schmerzmitteln hinkt aus mehreren Gründen. Die brauche ich jetzt hoffentlich nicht alle auflisten? :zwinker:

[doublepost=1456397906,1456397725][/doublepost]
Da gab es neulich auch eine (vielleicht nicht ganz so reißerische) Berichterstattung des ZDF.

Antibabypillen unter Verdacht - Frontal 21 - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

Hatten wir aber glaube ich auch hier gepostet?
Ah, das habe ich nicht gesehen, aber auch sehr interessant. Letztendlich ist das Thema ja nun wirklich nicht neu, aber ich glaube, das Ausmaß kommt war vorher nicht ganz so bekannt.
 
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Keine Ahnung, bei der Pille ist alles ein Skandal, aber komische Weise rauchen sie alle und kippen sich regelmäßig den Alkohol in die Kehlen.

Ist sicher was dran, aber diese Panikmache geht mir langsam auf den Strich.
 

Benutzer122781 

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Ist sicher was dran, aber diese Panikmache geht mir langsam auf den Strich.
naja, für mich hat das ja mehr mit aufklärung, als mit panikmache zu tun.
offenbar ist es nun mal so, dass die ärzte z.t. selbst nicht so genau bescheid wissen, was sie da eigentlich verschreiben, oder sie scheißen einfach drauf, weil diese hersteller höhere prämien anbieten oder wasweißich.
aber ich finde es schon ziemlich fahrlässig, wie bedenkenlos die pillen der neuen generationen heute verschrieben werden, obwohl zumindest die ärzte jawohl über die gefahren bescheid wissen sollten/müssten.
und wenn diese nun mal nicht aufklären (was eigentlich ihr verdammter job wäre), bin ich froh, dass es wenigstens die medien tun.
 
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Wen meinst du mit "sie alle?" Und wo ist der Zusammenhang?

Das war jetzt einfach pauschal daher gesagt.

Sorry, hatte letztens erst so n skurriles Gespräch mit ner Bekannten, die raucht und sich jedes Wochenende bei einem/einer Betrunkenen hinters Steuer setzt aber jetzt die Babypille abgesetzt hat, "weil es da ja Todesfälle gibt und die Pille sehr gefährlich ist."
 

Benutzer150539 

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Egal ob reisserisch oder nicht: Ich bin immer wieder schockiert, dass die Pille in unseren Breitengraden nicht als Medikament angesehen wird. In den meisten Fällen meiner Patientenkontakte wird eine Pille (oder Hormonspirale / anderes hormonelles Verhütungsmittel) nicht erwähnt, wenn man als Arzt die Frage stellt "Nehmen sie regelmässig Medikamente?"

Dass die Nebenwirkungen nicht gemeldet werden, ist mir klar. Papierkrieg, der mir als Arzt nix bringt. Und sehr einfach unter den Tisch gekehrt werden kann. Keine Firma möchte zugeben, dass ihr Produkt einfach nicht Nebenwirkungs-frei ist und sogar für Todesfälle verantwortlich ist. Das wär doch Rufschädigung an sich selbst?

Mich wundert es garnicht, dass der Aufschrei immer wieder sehr gross ausfällt, aber schnell wieder verstummt. Mir wurde die Pille mit ca. 17 auch "unaufgeklärt" (ich wurde nach Rauchen und Thrombose in der Familie gefragt, mehr nicht) in die Hand gedrückt gegen Mens-Beschwerden. Irgendwann kam die Frage kam "sind sie damit zufrieden? Sonst gibts ein neues Präparat XY" What the hell, ne Pille ist doch kein Weichspüler oder ne Bratensauce..? Ich hab sie damals irgendwann abgesetzt und musste mich von meiner FA mit Fragen löchern lassen, warum (kein Partner und der Versuch, ob meine Beschwerden sich "verwachsen" hatten?) Neuer Versuch später mit dem Nuva Ring (wieder eher unaufgeklärt). Als ich im Langzeitzyklus von ihm Suizidgedanken bekam, wurde ich belächelt und mir wurde erklärt, dass das nicht sein kann.. Ahja. Und die Mirena wirkt nur lokal. Genau. *sarkasm off*

Noch lustiger find ich immer wieder die Reaktionen Gleichaltriger "was??? du nimmst die Pille nicht? Die hatt doch super Vorteile! (Haut, Gewicht, Haare) und ist doch soooo unkompliziert" Ne danke. Einzig mein jetziger Partner verstand mich direkt, als ich es zum 1. Mal erwähnt habe. Seine Ex hatte wohl ziemliche Probleme mit der Pille gehabt (Psyche) und er dies live mitbekommen. Er hat mir sogar aktiv ins Gewissen geredet, als ich mir über die Mirena Gedanken gemacht hatte. Sowas würde ich von einem guten FA erwarten! (Mein Freund wäre ein toller Arzt geworden..)

Ich wäre sogar dafür, dass auf die Pille, genau so wie auf Zigaretten-Packungen, Warnhinweise aufgedruckt werden sollen "Kann zu Depressionen führen", "Kann zum Tode führen", "Kann zu sexueller Unlust führen" etc. Die Pille ist kein Smarties, sondern ein (eklatanter) Eingriff in den (weiblichen) Körper!

(Und wie meine Mama sagt: "wäre dies ein Medikament für Männer, wäre es schon lange vom Markt, weil die Männer Angst hätten, ihnen würde davon der Schniedel abfallen..")

Spoiler: Ja, ich bin eher Contra-Pille eingestellt. Die Vorteile (Verhütung) decken sich für mich nicht mehr mit den Nachteilen.
 
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Ich wäre sogar dafür, dass auf die Pille, genau so wie auf Zigaretten-Packungen, Warnhinweise aufgedruckt werden sollen "Kann zu Depressionen führen", "Kann zum Tode führen", "Kann zu sexueller Unlust führen" etc. Die Pille ist kein Smarties, sondern ein (eklatanter) Eingriff in den (weiblichen) Körper!

Bin da voll bei dir.

Meine vorherigen Posts beziehen sich ja auch auf die Unwissenheit der meisten. Ich kann da halt echt nur den Kopf schütteln, auch wie du erwähnt hast, da die meisten die Pille gar nicht als Medikament angeben.
 

Benutzer150539 

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Off-Topic:
Keine Ahnung, bei der Pille ist alles ein Skandal, aber komische Weise rauchen sie alle und kippen sich regelmäßig den Alkohol in die Kehlen.

Darauf noch zu sprechen - bei ner 30-Jährigen ist mir das relativ egal, gerade wenn sie zu faul ist, die Packungsbeilage zu lesen. Ist ihr Körper.
Aber bei ner 14-jährigen, die wegen Mens-Beschwerden zum FA geht und dann direkt ohne grossartige Abklärung oder Untersuchung die Pille verschrieben kriegt, da könnt ich im 3-Eck-Springen. In dem Alter glaubt man, was man empfohlen bekommt und wird sie auch gewissenhaft einnehmen.
 

Benutzer144187 

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In den meisten Fällen meiner Patientenkontakte wird eine Pille (oder Hormonspirale / anderes hormonelles Verhütungsmittel) nicht erwähnt, wenn man als Arzt die Frage stellt "Nehmen sie regelmässig Medikamente?"
Ich gebe die Pille immer an und frage nach Wechselwirkungen - und werde meist angeschaut als ob ich den Verstand verloren habe.
Nehmen tu ich sie mittlerweile auch schon seit 8 Jahren. Mir war die Problematik damals nicht in dem Umfang bewusst, meine FA hat aber eigentlich schon recht gut aufgeklärt, untersucht engmaschig und regelmässig und bietet auch immer wieder Alternativen an und bespricht mit mir die neueren Entwicklungen bezüglich Verhütungsmethoden. Ich verstehe auch alle Frauen, die gegen die Pille sind, bei mir überwiegen die Vorteile (für mich) die Risiken.
Trotzdem, sehr spannende Dokus!
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
soft murmur soft murmur : Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ich hatte zwar nie Thrombosen oder dergleichen, aber das Gefühl, dass mir jemand mit Messern durch den Unterleib rührt, war auch nicht schön. Meine Frauenärztin sagte dazu nur: "Das sollte von der Pille aber weniger werden!" - und gab mir ein neues Präparat.

Ich hatte in 7 Jahren Monostep, Yasmin, Belara, Bellissima, Yaz und Konsorten, aber alle arbeiteten andere Nebenwirkungen ab. Das Schlimmste waren Panikattacken, Todesangst und Atemnot - das war echt richtig übel.

Und wie gesagt, eine Freundin von mir ist letztes Jahr mit Schlaganfallsymptomen im Krankenhaus gelandet - Thrombose hinter dem Auge. Dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, aber das komplette Programm mit Sehproblemen, Sprachfindungsstörungen usw. Ihr Baby konnte sie jetzt nur mit zig Heparinspritzen und Kaiserschnitt bekommen. Ich finde das wirklich sehr schlimm. Letzte Woche war sie wieder in der Stroke-Unit ihres Krankenhauses, weil es wieder loszugehen schien. Und das bei einer jungen, sportlichen Frau, die nie geraucht hat.

Meine vorherigen Posts beziehen sich ja auch auf die Unwissenheit der meisten. Ich kann da halt echt nur den Kopf schütteln, auch wie du erwähnt hast, da die meisten die Pille gar nicht als Medikament angeben.
Das stimmt schon. Allerdings nimmt man die Pille ja auch als grundsätzlich gesunder Mensch ein und hat nur die Verhütung im Kopf. Beim Rauchen und Trinken sind einem auch Risiken bekannt, aber nicht unbedingt akut lebensbedrohliche. Dass das auch nicht super ist, ist klar.

Ich könnte mich über das Thema echt ärgern, weil ich den Eindruck habe, man nimmt diese schweren Nebenwirkungen als Kollateralschäden der bequemen Verhütung in Kauf. Da sind die Mädels, die es unreflektiert schlucken genauso blöd, wie die Männer, die die Pille selbstverständlich erwarten. Es ist so eine Selbstverständlichkeit, so "normal", dass man das einschmeißt, es wird gar nicht hinterfragt. Von daher finde ich es gut, dass es mittlerweile präsenter wird und nicht nur als esoterische Hysterie abgetan wird.

Die meisten Menschen rechnen schlicht nicht damit, dass von ihrer Verhütung sterben könnten oder schwere Schäden davon tragen könnten. Und auch, wenn es unwahrscheinlich ist, muss man die Möglichkeit haben, sich entscheiden zu können. Das setzt aber Information voraus.

[Und ja, als mein Freund mich gestern entgeistert fragte, warum man die denn überhaupt nimmt, habe ich ihm auch die Vorteile aufgelistet. WENN man die Pille gut verträgt, kann es ein Segen sein. Aber ich finds auch schade, dass sie oft als Allheilmittel für jedes Problem eingesetzt wird. Wenn ich Zyklusprobleme habe und die Pille nehme, löse ich das Problem ja nicht. Sobald ich sie absetze, habe ich vielleicht wieder Zyklusprobleme - und eventuell noch eine ungeklärte Ursache im Raum. Ich halte das für fahrlässig, erst Recht, wenn man z.B. Kinder möchte und erst beim Absetzen der Pille merkt, dass doch nicht alles in Ordnung ist. 21 Tage und 7 Tage Pause mit Blutung wiegen einen auch in trügerischer Sicherheit, dass alles okay ist. ]
 
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Benutzer150539 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Ich gebe die Pille immer an und frage nach Wechselwirkungen - und werde meist angeschaut als ob ich den Verstand verloren habe.
Da bist eben ne Ausnahme :grin: Von Wechselwirkungen haben wir (allgemein Ärzte) aber auch nur begrenzt ne Ahnung, weil dieses Wissen alleine schon Bücher füllt (genau so wie Schwangeren-Mediamente). Geschweige denn von allen Handelsnamen, die auf dem Markt sind. Zum Glück gibts da teils Computer-Programme, die man fragen kann oder sogar elektronische Krankenakten, die automatisch Warnungen geben. Leider sind die noch nicht in allen Krankenhäusern verfügbar. Das würde das Leben eines Assitenzarztes ziemlich vereinfachen..
 

Benutzer15352 

Beiträge füllen Bücher
Puh, wenn ich das so lese, bin ich heilfroh, nie die Pille genommen zu haben. So viele Frauenärzte wollten mir sie schon aufschwatzen, aber ich habe immer abgelehnt. Im Nachhinein auch ganz gut: Durch kürzlich erfolgte Untersuchungen wurden bei mir zahlreiche Gerinnungsstörungen diagnostiziert. Mit Pilleneinnahme hätte ich vielleicht auch schon ne Thrombose, wer weiß :hmm:.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin übergewichtig und unsportlich, habe die Pille aber trotzdem, ohne auch nur eine Frage gestellt bekommen zu haben, verschrieben bekommen - gegen meine Zyklusbeschwerden. Als ich sie jetzt, sechs Jahre später, abgesetzt habe, habe ich ein Jahr lang fast durchgehend meine Tage gehabt (45 von 52 Wochen). Das hat ja super geholfen. :rolleyes:

Jetzt hat es sich so langsam eingependelt und ich werd den Teufel tun und meinen Zyklus nochmal hormonell zu überdecken. Sicher hat auch die Kupferkette Nachteile, aber als ich mal bei einer anderen Ärztin (wegen meiner Blutungen) war, also weder meine Hausfrauenärztin noch die, die mir die Kette gelegt hat, wurde ich RICHTIG blöd angemacht - was das denn solle, sie hätten mir auch eine Hormonspirale legen können, wenn ich keine Lust gehabt hätte, die Pille zu nehmen. Äh... nein. Sie hat mich auch nach der Erklärung, dass ich von den Hormonen weg wollte, nicht verstanden. ("Aber sie sagen doch, dass sie nicht schwanger werden wollen - dann sind Hormone die beste Lösung!")
 
3 Woche(n) später

Benutzer97853 

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Vielleicht interessiert es ja jemanden von euch:
Ich war heute mal wieder bei meiner Frauenärztin und habe sie auf die Stern-Reportage angesprochen. Sie findet, das sei reine Panikmache gewesen. Hat das auch noch mit ein paar Zahlenbeispielen begründet, die ich nicht mehr ganz wiedergeben kann.
 

Benutzer71335  (53)

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Aber das ist doch nix neues oder Überraschendes.
Früher wurde man eben auch konkret drauf hingewiesen und wenn man älter wird und raucht oder ähnliches auch noch mal.
Glaube eher es will keiner hören.:zwinker:
 

Benutzer20579  (37)

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Vielleicht interessiert es ja jemanden von euch:
Ich war heute mal wieder bei meiner Frauenärztin und habe sie auf die Stern-Reportage angesprochen. Sie findet, das sei reine Panikmache gewesen. Hat das auch noch mit ein paar Zahlenbeispielen begründet, die ich nicht mehr ganz wiedergeben kann.
Ich finde das Wort "Panikmache" gegenüber den Frauen, die schwere und schwerste Nebenwirkungen bekommen haben, schon - gelinde gesagt - reichlich unangebracht.

In meinen Augen setzt eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Thema Aufklärung voraus - über Risiken, Nebenwirkungen und die Frage, ob man bereit ist, diese Risiken einzugehen für bequeme Verhütung. Falls ja, wie man frühzeitig (!) gefährliche Nebenwirkungen erkennt und beheben kann, sodass es nicht zu bleibenden Schäden oder im schlimmsten Fall zum Tod kommt.

An dieser Auseinandersetzung ist in meinen Augen keine "Panikmache", im Gegenteil wird das Thema in meinen Augen häufig zu leichtfertig abgetan, gerade von Frauenärzten. Ich finde es schon übel, wenn mir ein Arzt sagen würde, dass es Panikmache ist, wenn ich ein Medikament nicht nehmen möchte, was im schlimmsten Fall tödliche Nebenwirkungen haben kann. Um es plakativ zu sagen: Die, die trotz expliziter Nachfrage eine Pille mit höherem Risiko verschrieben bekommen haben und nun schwerst beschädigt sind, wären um ein bisschen Panikmache vielleicht froh gewesen. Genauso wie meine Freundin, die mit Schlaganfallsymptomen unter 30 im Krankenhaus landete und ihr Baby nur mit täglichen Heparinspritzen und Kaiserschnitt austragen konnte.

Dass das zahlentechnisch alles seltene Nebenwirkungen sind, ist natürlich klar. Dennoch muss man wissen, dass sowas selten (!) möglich ist, damit es eben bei Thrombosen nicht mehr heißt, man hätte Muskelkater. Ein behandelnder Arzt muss bei bestimmten Symptomen und einer Pilleneinnahme einfach 1 und 1 zusammenzählen können und untersuchen, ob eine Thrombose vorliegt. Wenn das zuverlässig passiert und das Bewusstsein da ist, ist die Diskussion überflüssig - aber ich glaube, da sind wir noch nicht.

Aber das ist doch nix neues oder Überraschendes.
Früher wurde man eben auch konkret drauf hingewiesen und wenn man älter wird und raucht oder ähnliches auch noch mal.
Glaube eher es will keiner hören.:zwinker:
Interessant sind doch die Fälle, wo explizit nachgefragt wird und Ärzte trotzdem keine Risiken nennen. Und bei auftretenden Nebenwirkungen nicht gemeldet wird, dass diese im Zusammenhang mit der Pille stehen. Das finde ich schon ziemlich bitter.

Vernünftige Aufklärung, erwachsene Frauen, die sich dafür entscheiden und bei Nebenwirkungen fachkundig behandelt werden - das ist ja eigentlich ein gutes Ziel. Aber man muss ja wissen, womit man es zu tun hat. Das ist bei vielen "Lifestyle-"Frauenärzten, die die Pille wie Bonbons verschreiben, aber jedenfalls nicht der Fall. Meine alte Ärztin gab mir einfach alle paar Monate neue Präparate mit, wenn ich über irgendwelche Nebenwirkungen geklagt habt. Dass eine Verhütung ohne Pille für mich einfach besser ist, dazu hat sie nie geraten. Und meine neue Frauenärztin akzeptiert auch nur, dass ich keine Pille möchte, weil sie findet, dass ich unter 35 ein Kind kriegen sollte. Das ist schon etwas "speziell".
 
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Gast
Ich finde das Wort "Panikmache" gegenüber den Frauen, die schwere und schwerste Nebenwirkungen bekommen haben, schon - gelinde gesagt - reichlich unangebracht.

Nein, weil das Thema bekannt ist und erst seit Kurzem gepusht wird. Dieses Verhalten fällt für mich unter Panikmache, auch wenn die Pille natürlich Nebenwirkungen hat - wie auch ganz viele andere Medikamente.

Natürlich müssen Ärzte aufklären - aber wer blind vertraut, ist selbst Schuld.
Sorry, ich kenne meine Ärztin seit ich auf der Welt bin. Dennoch erkundige ich mich immer über jedes Präperat, was ich bekomme - Beipackzettel und/oder Internet.
Wenn ich eine Diagnose bekomme, die ich für nicht schlüssig empfinde, gerade im orthopädischen Bereich hole ich mir eine zweite Meinung ein.

Wer so leichtsinnig mit seiner Gesundheit umgeht, dem ist nicht zu helfen. Man hat heutzutage so viele Möglichkeiten an Informationen zu kommen. Da kann man sich nicht einfach hinstellen und sagen - aber das wusste ich nicht.
 
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