Ständige negative Gedanken halten mich vom Leben ab

Benutzer179625  (22)

Öfter im Forum
Ich mache mir andauernd Sorgen über meine Zukunft. Es geht mittlerweile so weit, dass ich mich kaum noch auf meine Aufgaben im Alltag konzentrieren kann - das wäre in erster Linie mein Studium.
Typische Gedankengänge sind
  • "Ich bin so einsam."
  • "Werde ich jemals eine Beziehung haben?"
  • "Bin ich überhaupt interessant genug, um für jemanden attraktiv zu sein?"
  • "Ist es richtig, dass ich diesen Kurs/diese Vertiefung (nicht) gewählt habe?"
  • "Werde ich später glücklich in meinem Beruf sein?"
Sie beziehen sich also in erster Linie auf die Themen Beziehung und Beruf. Was die Inhalte der Sorgen angeht, tue ich eigentlich schon das meiste, um ihnen entgegenzuwirken. Für das Problem mit der Einsamkeit und anderen sozialen Schwierigkeiten suche ich eine Therapie; für die beruflichen Sorgen gibt es eigentlich nicht einmal einen Grund, da ich in einem Bereich studiere, wo die Jobaussichten sehr gut sind.

Und trotzdem mache ich mir andauernd diese Sorgen und ich kann sie nicht abstellen, so sehr ich es auch möchte. Der einzige Moment Ruhe, den ich habe, sind morgens die ersten paar Sekunden nach dem Aufwachen. Dort ist mein Kopf frei von jeglichen negativen Gedanken. Das fühlt sich wirklich gut an und ich wünsche mir, dass es den ganzen Tag so bleibt. Aber das tut es eben nicht - nach weniger als einer Minute kommen die Gedanken schon wieder reingerasselt. Ich würde mich über Ratschläge freuen, wie ich damit umgehen kann.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
hast du mal eine Therapie in Erwägung gezogen?
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Sorry ich hatte das überlesen, dass du schon eine Therapie suchst.

Ansonsten würde ich dir raten, dich mal an deinen Hausarzt zu wenden, falls noch nicht geschehen. Der kann dir medikamentös helfen und evtl auch einen Therapieplatz beschleunigen.
 

Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Es ist schon mal ein sehr guter Ansatz, dass du dich in Therapie begeben möchtest. Eine Therapie ist immer eine gute Anlaufstelle um Lösungsansätze zu finden, Strategien zu entwickeln und vor allem Möglichkeiten aufzuzeigen um gezielt aus dem Gedankenkarusell auszusteigen.
Bis du einen Platz bekommst kannst du auch einfach mal Googeln, es gibt eine Menge Selbsthilfemaßnahmen (Stichwort: Gedankenstopp, usw.) gegen den Grübelzwang. Nicht jede davon ist für jedermann passend oder manche davon muss man regelmäßig trainieren bis sie Wirkung zeigen, aber du kannst da ja mal ein wenig probieren was dir helfen könnte. Was mir persönlich am besten hilft, ist gezielte mehrfach Beschäftigung - Musik oder Fernseher an damit die Stille verschwindet und nebenher Aufgaben erledigen, die den Kopf beanspruchen. In der Freizeit könnten das zum Beispiel Denkaufgaben sein, Kreuzworträtsel o.ä. oder etwas tiefergehend recherchieren dass dich interessiert.

Was für eine Art Wecker nutzt du denn? Es könnte vielleicht gut sein sich einen "oldschool" Radiowecker zu besorgen, der dich morgens mit Musik aufweckt und den dann nicht ausschalten sondern laufen lassen während dem anziehen und fertig machen, laut mitsingen ist für mich auch immer ganz super, dass ich nicht gleich morgens schon aufs Gedankenkarusell aufspringe.
 

Benutzer179625  (22)

Öfter im Forum
Ansonsten würde ich dir raten, dich mal an deinen Hausarzt zu wenden, falls noch nicht geschehen. Der kann dir medikamentös helfen und evtl auch einen Therapieplatz beschleunigen.
An meinen Hausarzt habe ich mich vor knapp einem Jahr wegen meiner Sozialphobie sowie Depression gewendet, und er hat mir einen Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (quasi ein Antidepressivum mit etwas mehr Kick) verschrieben, was ich bis heute nehme. Damit geht es mir auch schon etwas besser, besonders was die Ängste angeht.
Die Therapie, die ich momentan suche, soll aber eine Verhaltenstherapie für meine Sozialphobie sein - da wird es also weniger bzw. gar nicht um das Problem mit den negativen Gedanken gehen. Zwei Therapien gleichzeitig würde ich ungern am laufen haben; deshalb schaue ich erstmal nur nach Lösungen, die ich alleine umsetzen kann.

Bis du einen Platz bekommst kannst du auch einfach mal Googeln, es gibt eine Menge Selbsthilfemaßnahmen (Stichwort: Gedankenstopp, usw.) gegen den Grübelzwang.
Danke, da werde ich mal nach googlen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass mir etwas in Richtung Meditation helfen würde; ich komme nur nie dazu.
In der Freizeit könnten das zum Beispiel Denkaufgaben sein, Kreuzworträtsel o.ä. oder etwas tiefergehend recherchieren dass dich interessiert.
Wenn ich an Denkaufgaben arbeite (für die Uni z.B.), sind die Gedanken tatsächlich weg. Ich mache deshalb auch viel für die Uni in meiner Freizeit. Aber das fühlt sich mehr wie eine temporäre Lösung an; eine Art Flucht.
Was für eine Art Wecker nutzt du denn?
Einfach einen Handywecker :grin: Nicht so ein nerviges Piepen, sondern schon mit Musik, aber das ist dann nur ein kurzer Loop.
Spätestens wenn ich dann in meine übliche Morgenroutine einsteige (Müsli & Kaffee machen), kommen die Gedanken aber wieder - egal was für Musik ich im Hintergrund höre.
 

Benutzer152906 

Meistens hier zu finden
Vielleicht mal einen Lichtwecker ausprobieren und dabei mal verschiedene Farbtöne testen.
 

Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Die Therapie, die ich momentan suche, soll aber eine Verhaltenstherapie für meine Sozialphobie sein - da wird es also weniger bzw. gar nicht um das Problem mit den negativen Gedanken gehen.
Das eine schließt das andere ja nicht aus. Wenn du in Form einer Verhaltenstherapie deine sozialen Ängste angehst, wird sich über kurz oder lang ja (hoffentlich) etwas positiv in deinem Leben verändern, wodurch dann auch die negativen Gedanken weniger werden.

In der Verhaltenstherapie bekommst du in der Regel auch Aufgaben gestellt, die du dann in deinem Alltag erarbeiten sollst. Diese bringen einen (so wars zumindest bei mir) ohnehin ein Stückweit vom Grübeln ab, weil es dabei darum geht zu erlernen weniger zu denken und statt dessen einfach zu machen.

Aber das fühlt sich mehr wie eine temporäre Lösung an; eine Art Flucht.
Das ist es prinzipiell auch und war von mir auch so gedacht, als Tipp für dich bis du die professionelle Hilfe erhältst, die du suchst.
 

Benutzer151729 

Sehr bekannt hier
  • "Ich bin so einsam."
  • "Werde ich jemals eine Beziehung haben?"
  • "Bin ich überhaupt interessant genug, um für jemanden attraktiv zu sein?"
Ich würde schon sagen, dass das Gedanken sind, die man durchaus im Rahmen einer Verhaltenstherapie von Sozialphobie bearbeiten kann.
Würde das da nicht außen vor lassen.
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Stichwort Meditation: Finde feste Zeiten dafür und halte dich daran, damit das Meditieren ein fester Bestandteil deines Tagesablaufes wird – so wie der Kaffee und das Müsli am Morgen.
 

Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Spätestens wenn ich dann in meine übliche Morgenroutine einsteige (Müsli & Kaffee machen), kommen die Gedanken aber wieder - egal was für Musik ich im Hintergrund höre.
Also wenn nur Musik im Hintergrund nicht so effektiv ist, dann geht's vielleicht etwas anspruchsvoller. Klingt vielleicht blöd, aber Ich zum Beispiel versuche dann während den Routinearbeiten, wie kochen, Wäsche zusammen legen, usw. einfach einen Songtext oder (wenn es ganz anspruchsvoll sein soll) einen Rappart aus einem Song auswendig zu lernen :upsidedown:
 

Benutzer179625  (22)

Öfter im Forum
Ich würde schon sagen, dass das Gedanken sind, die man durchaus im Rahmen einer Verhaltenstherapie von Sozialphobie bearbeiten kann.
Wenn du in Form einer Verhaltenstherapie deine sozialen Ängste angehst, wird sich über kurz oder lang ja (hoffentlich) etwas positiv in deinem Leben verändern, wodurch dann auch die negativen Gedanken weniger werden.
Das wäre wünschenswert. Tatsächlich habe ich da auch schon wieder Zweifel (gar nicht an der Therapie, sondern an mir), ob ich da überhaupt Fortschritte machen werde, aber ich lass das mal auf mich zu kommen.
Stichwort Meditation: Finde feste Zeiten dafür und halte dich daran, damit das Meditieren ein fester Bestandteil deines Tagesablaufes wird – so wie der Kaffee und das Müsli am Morgen.
Das ist ein guter Tipp. Ich werde mal schauen, dass ich das Meditieren morgen früh mit einbringe.
aber Ich zum Beispiel versuche dann während den Routinearbeiten, wie kochen, Wäsche zusammen legen, usw. einfach einen Songtext oder (wenn es ganz anspruchsvoll sein soll) einen Rappart aus einem Song auswendig zu lernen :upsidedown:
Beim Spülen mache ich das tatsächlich auch (aber ganz leise, damit die Nachbarn mich nicht hören ^^), da das eine Tätigkeit ist, die einen gedanklich nicht ablenkt.
Am stärksten sind die Gedanken aber wenn ich draußen bin und auf der Straße laufe. Zusammen mit den ganzen Sinneseindrücken von draußen wird mein Kopf da ziemlich überfordert, und ich kann über meine Sorgen dann kaum noch rational denken.
 

Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Am stärksten sind die Gedanken aber wenn ich draußen bin und auf der Straße laufe.
Einem Soziophobiker zu raten nicht raus zu gehen wäre wohl nicht klug :tongue: aber das mit den Texten geht ja auch draußen, entweder ganz leise oder nur gedanklich eben, nur bitte den Verkehr noch beachten :zwinker:
 

Benutzer115625 

Beiträge füllen Bücher
Das fühlt sich wirklich gut an und ich wünsche mir, dass es den ganzen Tag so bleibt. Aber das tut es eben nicht - nach weniger als einer Minute kommen die Gedanken schon wieder reingerasselt. Ich würde mich über Ratschläge freuen, wie ich damit umgehen kann.
Probier es mal mit Meditation, das hilft. :smile:

Edit: Achso, wurde ja von Spiralnudel Spiralnudel schon geschrieben. Dann +1
Und ergänzend: Man kann zusätzlich zu den festen Ritualen (die sollte man sich einrichten), auch überall und immer im Alltag meditieren, falls man merkt, dass das Gedankenkarussel sich dreht. Gibt unzählige Meditationsformen, nicht nur „im Schneidersitz sitzen“. Bin mir sicher, da ist für dich auch was dabei. :smile:
 

Benutzer181422 

Sorgt für Gesprächsstoff
Klingt vielleicht seltsam, aber versuche doch mal dir eine Situation vorzustellen die Positiv ausgeht.
 

Benutzer179625  (22)

Öfter im Forum
Einem Soziophobiker zu raten nicht raus zu gehen wäre wohl nicht klug :tongue:
Allerdings nicht :tongue: Wobei es deutlich besser geworden ist, seitdem ich ausgezogen bin. Vorher war ich zu einigen grundlegenden Sachen nicht mal in der Lage. Man muss sich halt stetig herausfordern.
Gibt unzählige Meditationsformen, nicht nur „im Schneidersitz sitzen“. Bin mir sicher, da ist für dich auch was dabei. :smile:
Ja, genau genommen kann man ja auch meditieren, wenn man draußen unterwegs ist - ist dann halt schwerer. Ich probiere wenn ich draußen bin manchmal, tief durchzuatmen und ganz genau auf die Geräusche in meiner Umgebung zu achten. In einer lauten Stadt gibt es eigentlich genug, was die Gedanken übertönen könnte, aber man blendet es für gewöhnlich aus.
 

Benutzer180521 

Öfter im Forum
Lieber Niki3k Niki3k
die negativen Gedanken werden nicht von einem Tag auf den anderen wegbleiben. Das weißt du sicher selbst. Aber sie werden weniger, wenn du stetig daran arbeitest, dass sich die Strukturen, mit denen dein Gehirn geprägt ist, in positive verändern.
Ich habe selbst mal eine längere Phase erlebt, in der ich den Gedanken kaum noch entkommen konnte und habe mit viel Geduld wieder herausgefunden. Zur Zeit kommt das wieder, und es zieht mich und meine Lebensqualität herunter - ich denke, so geht es vielen Menschen dieser Tage. Mir hat es geholfen/hilft es, wenn ich manchmal einfach angenommen habe, dass ich diese negativen Dinge gerade denke. Dass sie deshalb nicht wahr sein müssen (bei negativen Glaubenssätzen) und auch nicht meine Persönlichkeit definieren (bei immer wiederkehrenden Zweifeln). Denn sie auszusperren bedeutet nur, dass sie immer wieder anklopfen und eindringen.
Hast du den Eindruck, wenn du dich mit den Gedanken mehr beschäftigst, geht es dir besser? Oder eher schlechter? Denn meiner Erfahrung nach gibt es Gedanken und Themen, die müssen raus, und man fühlt sich viel besser, wenn man sie ausgesprochen (oder aufgeschrieben, aber sprechen ist besser) hat und sie hin und her gewendet hat und dann zur Ruhe kommt. Und dann gibt es andere, die sind einfach nicht wahr und ziehen einen nur herunter und lassen einen glauben, man wäre zu nichts nutze und niemand würde einen mögen. Die verdienen nicht zuu viel Aufmerksamkeit (sondern erst mal nur wertungsfreie Kenntnisnahme, wie oben beschrieben). Und zwischen diesen beiden zu unterscheiden und dann so mit ihnen zu verfahren, wie es einem gut tut, das ist eine sehr große Herausforderung, die Übung erfordert, die einen aber so viel weiterbringt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer181422 

Sorgt für Gesprächsstoff
die negativen Gedanken werden nicht von einem Tag auf den anderen wegbleiben. Das weißt du sicher selbst. Aber sie werden weniger, wenn du stetig daran arbeitest, dass sich die Strukturen, mit denen dein Gehirn geprägt ist, in positive verändern.

Danke! Das ist in etwa die Fortführung von dem, was ich anregen wollte. (War schon spät, sorry Niki3k)

Wenn wir uns etwas vorstellen, was die Zukunft anbelangt, dann greift unser Gehirn auf die Erfahrungswerte aus unserer Vergangenheit zurück. Wenn da jedoch viel schief gelaufen ist, dann kann sich unser Kopf keinen positiven Ausgang vorstellen. Das passiert automatisch und meist unbewusst.

Das was Windfisch anspricht - falls ich den Satz richtig deute und was ich ursprünglich meinte ist - das du dir bewusst versuchst vorzustellen, wie eine Situation aussehen könnte, wenn es nicht ins negative verläuft. Wobei ich hier nicht von Fantastereien spreche, sondern von realistischen Situationen.

Natürlich können diese immer noch schief gehen, aber wenn wir es nicht versuchen, werden wir es nie heraus finden. :zwinker:

Ich bin, als Beispiel (ich nehme mich sehr gerne als Beispiel, weil ich dann auch sicher sein kann, wovon ich rede) in meinem Kopf ein furchtbarer "Was-wäre-wenn" Mensch. Ein Großteil meiner bisherigen Vergangenheit ist katastrophal. Ich habe in vielen Dingen eine scheiß Angst vor der Zukunft, weil ich mir eben einfach nichts positives mehr vorstellen konnte. Und dann fragte mich mein Therapeut irgendwann einmal: "Und was wäre wenn nicht?"
Daran halte ich mich. Mir nicht ständig vorstellen, was schief laufen könnte (ganz verhindern kann ich es nicht), sondern mich drauf einlassen. Verloren habe ich doch eh schon, wenn ich mir nix zutraue, oder? Kann nur besser werden?

Nicht zwingend. Ich habe durchaus Rückschläge erhalten, seit dem ich versuche mich einfach zu trauen und auch echt miese Schmerzen. Aber ich merke auch, das ich mich bewegt habe und das dies eben der bessere Weg ist, anstatt in seinem eigenen Loch zu verharren.
Ob ich meine persönlichen Ziele erreichen kann, weiß ich nicht, aber vor Angst stehenzubleiben, wird mich nirgendwo hinbringen.

Für Menschen, die sehr in sich Gefangen sind, gibt es keinen schnellen Ausweg. Weil der Kopf gar nicht so schnell mitspielen kann. Es geht nur Schritt für Schritt. Manchmal sind es dann auch vier Schritte zurück, aber die Richtung muss nach Vorne ausgerichtet sein, sonst verschwindest du wieder im Loch.

Und du wirst Zweifel haben, Angst, diverse Befürchtungen und was nicht sonst noch alles. Das hat jeder andere Mensch auch. Manch einer kann es einfach nur besser Verbergen. Manche Menschen sind ganz tolle Blender, einige schaffen es sich einige "mir völlig egal" Haltung anzunehmen, aber darum geht es nicht.
Es geht darum, das du für dich entscheiden musst, wer du für dich sein möchtest. Das ist die Grundlage. Die musst du für dich finden.
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Es gibt keine richtigen und falschen Entscheidungen.
Im Nachhinein stellt sich vielleicht heraus, dass das eine richtig und das andere falsch war, und es gibt sicherlich Entscheidungen, die ganz sicher nicht klug sind.
Aber bei den meisten Entscheidungen wissen wir nicht, was davon falsch ist.

Da nimm dann das Beispiel der Jobausschreibung, in der nach einem 20-Jährigen mit 30 Jahren Berufserfahrung und Doktortitel gesucht wird.
Hast du studiert und Work&Travel gemacht, etliche Kurse und Zertifikate bekommen, wirst du abgelehnt, weil die konkrete Berufserfahrung fehlte, wenn du viel gearbeitet hast wird man dich fragen, wieso du nicht im Ausland warst, und wenn du versuchst, alles zu machen, wirst du schnell feststellen, dass auch dein Tag nur 24 Stunden hat.
Das kannst du auf alles übertragen: recht machen kannst du es nie allen.

Die richtige Entscheidung ist die, die dir guttut, und wenn es dir guttut, dir Zeit für anderes zu nehmen und nicht diesen Kurs zu belegen, dann ist das richtig. Weil in erster Linie du die Konsequenzen trägst.

Und: kaum eine Entscheidung ist vollkommen irreversibel.

Auch, wenn dir gedanklich nicht danach ist, könnte dir ein Mantra helfen, das du dir selbst vorsagst. Egal, ob du daran glaubst, oder nicht. "Ich habe mich richtig entschieden." "Die Therapie wird ein Erfolg werden".
Rufe dir ins Gedächtnis, was du alles geschafft hast. Egal wie klein das ist. "Heute habe ich es aus dem Bett geschafft." Herzlichen Glückwunsch, an manchen Tagen ist schon das schwer.

Was auch helfen könnte, ist das kleine Wörtchen "noch". Ich bin "noch" einsam, aber ich werde über meine Lerngruppe andere kennenlernen. Ich bin noch unsicher, aber ich werde einen Weg finden. Ich habe noch keine Beziehung, aber ich werde an mir arbeiten, um eine finden zu können.

Es gibt etliche Arten der Beschäftigungstherapie, die auch noch gut für den Lebenslauf sein können oder deinen Horizont anders erweitern, damit das keine reine Überbrückung wird. Kreuzworträtsel sind gut für den Wortschatz, Zeichnen ist gut für die Hand-Augen-Koordination (und in vielen Berufen freuen sich Leute auch, wenn Skizzen gut gemacht sind), und YouTube Tutorials können einem sowieso fast alles beibringen.
Es gibt etliche Dinge, die man probieren kann und dann vielleicht so gerne macht, dass sie einen nicht nur beschäftigen, sondern auch guttun.
 
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