Bindungsangst Sie weiß nicht was sie möchte. Nach Baubeginn

MichiHier
Benutzer195999  (29) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo zusammen,

Ich habe ein großes Problem und weiß echt nicht weiter.

Wir sind seit 5 Jahren in einer Beziehung.

Und jetzt das Problem….

Wir haben auch gemeinsam beschlossen uns eine Zukunft aufzubauen und begannen im Juli mit dem Hausbau.

Jetzt kommt Sie auf einmal und sagt zu mir Sachen wie

„Sie weiß nicht was Sie möchte , und ist sich nicht mehr sicher ob das Haus ist was sie möchte „ (Vor Baubeginn war es ihr Traum)

„Ich gebe mehr in der Beziehung wie Sie“(Sie ist die Person die mir jeden Tag die Kraft gibt. Das habe ich auch schon oft genug gesagt)

„Sie ist glaub Beziehungsunfähig“
( ja sie hatte eine nicht ganz einfache Kindheit. Bzw ohne Vater aufgewachsen….bin aber der Meinung daran kann man arbeiten)

„ ich habe eine bessere Frau verdient „
(eine bessere Frau wie sie gibt es nicht)

„Sie hat ein schlechtes Gewissen das ich mehr am Haus mache wie sie“
(Mir macht die Arbeit am Haus Spaß)

Weiß echt nicht weiter. Vor 2,5 Jahren hatten wir eine ähnliche Krise. Aber halt ohne Haus ( das sehr teuer ist und alleine nur schwer zu stemmen ist) dabei ging es um das zusammen ziehe. Seitdem leben wir auch harmonisch miteinander.

Sie kann mir auch nicht sagen was das Problem ist.
Ich bin jetzt auch von daheim ausgewandert um ihr zeit zum nachdenken lassen. Sie schreibt mir auch täglich, obwohl ich ihr gesagt habe das ich ihr zeit geben möchte und sie sich nicht melden soll.

Habe irgendwie das Gefühl, dass Sie Angst vor der Zukunft hat. Und sich jetzt ein schlechtes Gewissen macht.

Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht?


Danke im Voraus
 
Zaniah
Benutzer96053  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #2
Ich nehme an, sie hat mit kalten Füßen zu kämpfen.
Aus dem Hausprojekt kommt ihr jetzt so schnell eh nicht beide raus, vielleicht wäre es eine Idee, die man ihr vorschlagen könnte, dass man das Haus nun fertigbaut und dann gemeinsam evaluiert, wie es weitergeht. Es ist prinzipiell nicht ungewöhnlich, vor so großen Schritten Panik zu bekommen und alles in Frage zu stellen, nur kann man aus dieser Panik heraus keine vernünftigen Entscheidungen treffen.
 
S
Benutzer190912  (47) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #3
Ihr habt die erste Krise gemeistert, dann würde ich Euch wünschen dass Ihr auch diese Krise meistert. Ihr seid beide jung und anscheinend kommen bei ihr halt dann Zweifel auf, wenn eine große Veränderung ansteht. Das kann Euch dann bei Nachwuchs durchaus nochmal passieren.
Ich würde Dir empfehlen, sei geduldig, versuch mit ihr viel zu reden, ihr Mut zuzusprechen und gemeinsam ihre Zweifel auszuräumen.
Macht Euch bewusst, dass sie nicht ihre Seele verkauft, sondern dass Ihr beide die Gestalter Eures Lebens seid. Wenn Du einfach auch von Dir erzählst, wie Du sie wahrnimmst, was sie Dir bedeutet usw. macht es für sie leichter. Mach ihr auch klar, dass eine Partnerschaft dynamisch ist und nicht alles mit der Goldwaage aufgewogen wird sondern dass Zuneigung, Loyalität und Offenheit zählen
 
Theoderich
Benutzer107327  (37) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #4
Klingt nach NAchentscheidungsdilemma?
Aus der Entscheidung mit dem Haus kommt sie ja nun nicht mehr so einfach raus, vielleicht macht ihr das jetzt Angst bzw kalte füße?
Erstmal RUhe bewahren, also beide! Starke Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.
Sie würde ja vermutlich auch bitter bereuen, jetzt einfach so die Beziehung incl. dem Haus, das ja ihr Traum war, einfach so aus Angst abzufackeln?

Ich würde mir an deiner STelle allerdings schon wünschen, dass sie aus diesem eher kindlichen Ach-Ich-Arme Selbstmitleidsmodus herauskommt und wiederentdeckt, dass sie auch eine erwachsene Frau ist, die diese Entscheidung zusammen mit dir nach bestem Wissen und Gewissen getroffen hat.
 
housedrache
Benutzer192233  (48) Klickt sich gerne rein
  • #5
Ein Hausbau ist ja schon eine gemeinsame Verpflichtung, aus der man nicht so ohne weiteres herauskommt. Eventuell hilft es ihr, wenn ihr euch zusammensetzt und einen „Plan B“ macht: was im Falle einer Trennung nach dem Hausbau mit der Immobilie passieren soll, bzw. wie ihr euch da finanziell einigen würdet. Ist zwar nicht sehr romantisch, aber so würde das dem Projekt die Endgültigkeit ein bisschen nehmen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Hausbau eure Beziehung auch belastet, denn während dieser stressigen Zeit dreht sich ja eigentlich fast alles ums Haus und ich meine, herausgelesen zu haben, dass du selbst auch viel machst. Das frisst natürlich fast die gesamte Freizeit, die man dann sozusagen von der Zweisamkeit abziehen muss. Vielleicht fühlt sie sich da etwas „hintenan gestellt“ und reagiert so. Mir ging es damals ähnlich, gefühlt ging’s immer nur um das Haus, ständig musste man irgendwas aussuchen etc.
 
H
Benutzer195410  (47) Benutzer gesperrt
  • #6
Ich denke eure Beziehung ist gelaufen. Beim Thema Hausbau sind schon sehr viele Beziehungen zerbrochen, weil sich eben sehr wenig Frauen damit beschäftigen wie viel Arbeit in einem Hausbau steckt, bis man fertig ist. Den Startschuss für eine Trennung hat sie mit dem Satz: "Sie weiß nicht was sie will" schon gegeben.
 
ugga
Benutzer172492  Sehr bekannt hier
  • #7
Ist sie in Therapie?
Ich komme ja selbst aus einem schwierigen Elternhaus und kenne starke Ängste vor großen Veränderungen (die ja auch fast jede:r mehr oder minder stark hat). Wie Theoderich Theoderich aber schon ganz richtig sagt, ist sie eine erwachsene Frau und sollte Verantwortung dafür übernehmen, wie sie mit ihren Ängsten umgeht. Sie schadet mit ihrem Verhalten eurer Beziehung massiv. Ein Partner, der nicht so gutmütig und geduldig gestrickt ist wie du, wäre vielleicht schon längst weg. Und auch du leidest sicher sehr, was sie hätte vermeiden können.

Sie hätte vorher mit dir überlegen können, was so ein Hauskauf emotional und finanziell bedeuten könnte, wie ein Plan B und C aussehen könnten. Stattdessen knallt sie dir jetzt alles ungefiltert an den Latz und verunsichert dich zutiefst, anstatt das zuerst mit sich, Freund:innen und einer:m Therapeut:in zu besprechen und so vielleicht besser rauszufinden, was bei ihr eigentlich los ist.
Klar, man kann nicht alles voraussehen, aber es macht ja doch einen Unterschied ob ich auf meinen Partner zugehe und sage "Du fehlst mir, das Haus frisst so viel Zeit. Wie können wir mehr Zeit miteinander verbringen, während wir das Haus voranbringen?" oder ob ich gleich die ganze Beziehung in Frage stelle.

Ich finde Zaniah Zaniah s Tipp ganz gut, den Hausbau erstmal zusammen durchzuziehen – dann lässt sich immer noch über verkaufen sprechen. Und wenn sie noch nicht in Therapie ist, wird es Zeit. Als Partner:in würde ich da glaube ich recht klare Worte für finden, dass ich nicht allein für ihren Seelenfrieden sorgen kann, das muss sie schon hauptverantwortlich hinbekommen.
Was S sophos75 dir vorschlägt, ist nämlich teilweise eher Therapeut:innen- oder Freund:innenperspektive. Du bist selbst betroffen und kannst das gar nicht so leisten, davon abgesehen würde sie das von jemand Drittem vielleicht auch anders hören und ernst nehmen.
 
Zaniah
Benutzer96053  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #8
Ich hatte übrigens so riesige Zweifel, als wir zusammenzogen. Nicht, weil ich meinen Partner nicht wollte oder doch keine Zukunft mit ihm gesehen habe, sondern weil es plötzlich so endgültig zu sein schien. Das hat mir Angst gemacht. In meinem damaligen konkreten Fall hat es mir gereicht, für meine Sicherheit meinen Schreibtisch mitzunehmen und mein Bett samt Matratze im Keller einzulagern, damit ich jederzeit das nötigste hätte, sollte ich ausziehen. Und siehe da, ich wollte nie ausziehen. 😅
Beim Hausbau und beim Kinderkriegen hatte ich meine Ängste schon ganz gut im Griff und konnte für mich alleine reflektieren, inwiefern sie begründet sein könnten.
 
H
Benutzer195410  (47) Benutzer gesperrt
  • #9
Ich finde den Tipp ganz gut, den Hausbau erstmal zusammen durchzuziehen – dann lässt sich immer noch über verkaufen sprechen.
Natürlich, er baut mit Eigenleistung ein Haus, und wenn sie am Ende nicht aufhört zu spinnen, dann wird die Hütte verkauft. Und in drei Jahren fängt er mit einer neuen Freundin wieder von vorne an. Man hat ja sonst nichts zu tun, baut man sich halt schnell mal ein Haus.🙈🙈🙈
 
crawlerX
Benutzer174241  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #10
Sind das nicht so Floskeln die man sagt wenn man eigentlich Schluss machen möchte, aber es lieber hat wenn der andere Teil der Partnerschaft das macht? Also sowas wie "Ich bin nicht gut für dich" oder "Du hast jemand besseres verdient" oder "Ich bin Beziehungsunfähig"?
 
Nil1001
Benutzer196022  (37) Ist noch neu hier
  • #11
Es gibt Tatsachen u es gibt Gefühle. Unsere Emotionen sind nie eine Tatsache. Sie verändern sich u interagieren stark mit Mitmenschen u mit unserer Vergangenheit v.a. Kindheit.
Sie ist mit dir zusammen. Die Frage ist warum ? Liebt sie dich also hat sie eine starke emotionale Bindung zu dir oder bist du für sie ein sicherer Hafen, ein Teil ihres Daseins ?
Ich denke durch Abstand wird s nicht besser. Die richtigen Fragen stellen ist wichtiger !
Wie es aussieht steht ihr in verschiedenen Punkten in euer Beziehung. Du hast dich schon längst für sie entschieden u für dich geht es um mehr. Sie muss sich bei jeder Wendung neu für dich entscheiden.
*Es ist die Angst etwas zu verpassen, wenn sie mit dir den ganzen Weg geht.
Deswegen das schlechte Gewissen !
 
Mark11
Benutzer106548  Team-Alumni
  • #12
Mit den paar Informationen ist es schwer, wirklich etwas dazu zu sagen. Aber es klingt Alles nicht nach einer zukunftsträchtigen Beziehung. Und es klingt danach, dass Du von ihr immer und immer wieder in solche Sitautionen gebracht werden wirst. Dann ist sie sich mit der schon geplanten Hochzeit auf einmal unsicher, dann ist sie schwanger und will im 5. Monat doch kein Kind mehr...
Kann so sein, muss aber überhaupt nicht.
Aber das weißt Du nicht.
Daher würde ich Dir raten, ganz unabhängig, ob Eure Beziehung jetzt weiter geht oder nicht, die Finanzierung des Haus(bau)es neu klären. So, dass Du 100% oder 0% hast. Ich kenne Deine finanziellen Verhältnisse ja nicht, aber so ein Hausbau, kann, wenn irgendwas schief läuft, Dich für Dein Leben finanziell ruinieren.
 
celavie
Benutzer58054  (41) Sehr bekannt hier
  • #13
Off-Topic:
Ich finde auch, dass wenn es finanziell irgendwie möglich ist, ist es am Besten wenn einer allein finanziert und damit aber eben auch 100% Eigentümer ist. Oft ist es nicht machbar, aber eigentlich - gerade für den Trennungsfall - ideal. Sie zahlt eine Miete und davon werden Rücklagen gebildet und die laufenden Kosten gezahlt. Oft kommt dann das Argument: "aber ich zahle ihm doch nicht "seinen" Kredit ab" - das ist aber Quatsch, weil man 1.) auch wo anders Miete zahlen müsste und 2.) der andere das finanzielle Risiko ganz allein trägt.
 
A
Benutzer158796  (29) Verbringt hier viel Zeit
  • #14
Off-Topic:
Ich finde auch, dass wenn es finanziell irgendwie möglich ist, ist es am Besten wenn einer allein finanziert und damit aber eben auch 100% Eigentümer ist. Oft ist es nicht machbar, aber eigentlich - gerade für den Trennungsfall - ideal. Sie zahlt eine Miete und davon werden Rücklagen gebildet und die laufenden Kosten gezahlt. Oft kommt dann das Argument: "aber ich zahle ihm doch nicht "seinen" Kredit ab" - das ist aber Quatsch, weil man 1.) auch wo anders Miete zahlen müsste und 2.) der andere das finanzielle Risiko ganz allein trägt.
Die Arumentation ist überhaupt kein Quatsch, da man sich selber die Chance nimmt Eigentum zu erwerben. gilt natürlich nur unter der prämisse, dass Miete auf dem freien Markt und beim Partner gleich ist. Ansonsten könnte man die Differenz wenigstens anlegen, aber auch da entgeht einem Eigentum bzw. mit Pech auch Rendite.
 
M
Benutzer186417  (45) Öfter im Forum
  • #15
Ich finde Zaniah Zaniah s Tipp ganz gut, den Hausbau erstmal zusammen durchzuziehen – dann lässt sich immer noch über verkaufen sprechen.
Ich finde die Idee ausgesprochen schlecht.
Während des Baus muss man sich typischerweise doch noch für Einiges entscheiden, z.B. welche Fliesen, Details in der Küche, und das kann rechte finanzielle Unterschiede ausmachen.
Wenn man sich beispielsweise trennt, hat man nachher u.U. ganz gegenteilige Interessen. Einer will wenig ausgeben, einer will hohen Verkaufswert, einer will drin wohnen und es behalten, etc.
Das kriegt man kaum gute aufgeteilt hin, die Szenarien sind zu kompliziert.

Ich würde es genau umgekehrt angehen:
Das gemeinsame Finanzieren möglichst rasch beenden.
Entweder nimmt sie oder Du es alleine, oder Ihr verkauft das Projekt jetzt. Kann man machen, gibt je nach dem halt Abschlag.

Wenn sie so sprunghaft ist, lieber jetzt den Abschlag und sie danach für das Projekt los sein. Das Zusammenbleiben könnt Ihr ja separat diskutieren.

Auf jeden Fall - informiert Euch gut über alle Optionen, könnt ja auch mal unverbindlich Angebote einholen, was Euch denn bezahlt würde.
Damit alle Beteiligten alle Aspekte und Konsequenzen verstehen
 
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einsamerEngel
Benutzer35148  Beiträge füllen Bücher
  • #16
Sehe ich wie M Mamas Liebling - wenn ihr euch denn trennen wollt.
Aber kann es sein dass sie nur Angst davor hat, dass ihr euch mit dem Haus übernehmt bzw. überschuldet?
Fühlt sie sich generell überfordert, oder im Gegenteil zu wenig eingebunden?
Habt ihr vielleicht zu groß geplant, und nicht das, was sie vielleicht insgeheim dachte?

Kannst du vielleicht ihre Ängste und Bedenken aus ihr heraus "kitzeln"?

Ihr bekommt es ja gerade selber mit.
Die Lage ist schwierig, wegen der Teuerung, dem Arbeitskräftemangel, den langen Lieferzeiten usw.
Es gibt viele und komplexe Dinge zu klären, viele Unsicherheiten werden offenbar.
Hast du denn noch einen guten Überblick über das Projekt, gibt es jemanden in der Familie, der euch (wenn nicht finanziell, dann mit Überlegungen und Ratschlägen) unterstützen kann?
 
Theoderich
Benutzer107327  (37) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #17
Es könnte schon schwierig sein, alles auch finanziell alleine zu stemmen - und auch dazu wäre ein gewisses commitment von ihr notwendig, dass sie z.B. tatsächlich eine Miete zahlt, wenn sie das Haus nicht mehr selbst besitzen will. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass solch an arrangement oder auch ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt auch ein dicker fetter Sargnagel für die Beziehung wäre.

Ich würde dieses getrennt wohnen nicht lange machen, neue Fakten, die ihr helfen sich zu entscheiden kommen dabei ja nicht, es ist ja offenbar mehr ein Ding von Angst. Vernünftig wäre ja gewesen, eventuelle Bedenken zu besprechen BEVOR ihr die Entscheidung getroffen und die entsprechenden Verträge unterschrieben habt. Da kann sie dich ja schlecht alleine im Regen stehen lassen, auch sie ist ja alt genug um mit den Konsequenzen getroffener Entscheidungen zu leben.

Hat sie denn diese Ängste und die Unsicherheit in der Beziehung immer oder nur wenn ein wichtiger Schritt ansteht? Das kann ja schon ein Muster bei ihr sein? Oder mal wild ins blaue geschossen: Hat sie zwar den Traum von einer stabilen, harmonischen Beziehung mit Haus und Ehe und allem aber kann irgendwie selbst gar nicht glauben, dass ihr das jemals vergönnt und möglich sein wird? Das wäre dann eine Idee, warum sie immer dann Selbstsabotage betreibt, wenn es ernster wird..?

Aber man sollte vielleicht mal abwarten, bis sich der TS wieder äußert.
 
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