Kondom Sex-Parties ohne Kondom

B

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Gast
Also, ich plane demnächst meinen Urlaub in Berlin und wollte mal was da so läuft, zumal die Stadt ja für ihr schlüpfriges Party-Angebot bekannt ist. Ich stiess dabei auf diesen Link http://www.out-in-berlin.de/nachtleben/sexpartys.html und war doch etwas schockiert über folgenden Text:

Wer es hier schafft, brav zu bleiben, muss wirklich Standhaftigkeit beweisen. Auch weil die Tatsache, dass HIV-Positive dank moderner Medikamente nicht mehr ansteckend sind, zu einer starken Aufweichung des Nur-mit-Kondom-Dogmas geführt hat.

Ernsthaft?! "Nur-mit-Kondom-Dogma"?! Geschlechtskrankheiten sind nach wie vor ein Thema, da ändert die Schadensbegrenzung auch nichts dran. Ich bin auch etwas empört, weil es die LGBT-Szene in ein schlechtes Licht rückt, das kann doch nicht wirklich deren Ernst sein, oder etwa doch?

Um Meinungen - insbesondere von Szeneinsidern, die mich evtl. des Besseren belehren können - bin ich sehr dankbar :smile:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich kann dir die Erfahrungen eines befreundeten Arztes im Spital berichten, der in der Notaufnahme oft die HIV-Postexpositionsprophylaxe herausgeben muss: Es ist leider wirklich so. Das Risiko wird durchaus bewusst eingegangen. Der Arzt hat mir auch erzählt, dass es für manche sogar nicht so schlimm ist, wenn sie sich infizieren, weil dann müssen sie sich wenigstens um die Ansteckung keine Sorgen mehr machen und können sorgenfrei ohne Kondom rumvögeln.
 
B

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Gast
Der Arzt hat mir auch erzählt, dass es für manche sogar nicht so schlimm ist, wenn sie sich infizieren, weil dann müssen sie sich wenigstens um die Ansteckung keine Sorgen mehr machen und können sorgenfrei ohne Kondom rumvögeln.
Krass. Dabei ist doch schon lange bekannt, dass die Viren mutieren und man sich als HIV+ sehr wohl noch mehr Schaden zufügen kann mit einer weiteren Ansteckung. Ich nehme an, dass man dieses Grundwissen jedem Betroffenen vermittelt... Ach je, ich dachte, wir wären weiter :frown:
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich denke, dass sich diejenigen der Risiken bewusst sind. Muss doch jeder für sich entscheiden, von daher verstehe ich die Aufregung darum auch nicht.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich denke, dass sich diejenigen der Risiken bewusst sind. Muss doch jeder für sich entscheiden, von daher verstehe ich die Aufregung darum auch nicht.
Wären die denn auch bereit, ihrem Risikoverhalten angemessene Krankenversicherungsbeiträge zu zahlen?
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wäre jedenfalls gerecht, aber das ist mit unserem Sozialstaat nicht machbar.
Ich weiß nicht, wie die genaue Situation ist, aber für Extremsportler war das doch schon mal in der Diskussion, und Sondersteuern auf Tabak- und Alkoholprodukte werden ja teilweise ebenfalls damit begründet, dass die Leute dem Gesundheitssystem tendenziell stärker zur Last fallen.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich weiß nicht, wie die genaue Situation ist, aber für Extremsportler war das doch schon mal in der Diskussion, und Sondersteuern auf Tabak- und Alkoholprodukte werden ja teilweise ebenfalls damit begründet, dass die Leute dem Gesundheitssystem tendenziell stärker zur Last fallen.
Ja, war in Diskussion - kam nix bei rum. :zwinker:
 
B

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Gast
Ich weiß nicht, wie die genaue Situation ist, aber für Extremsportler war das doch schon mal in der Diskussion, und Sondersteuern auf Tabak- und Alkoholprodukte werden ja teilweise ebenfalls damit begründet, dass die Leute dem Gesundheitssystem tendenziell stärker zur Last fallen.
Würde ich nicht befürworten. Da wärst du dann als Arzt entweder auf die (un)ehrlichen Antworten deiner Patienten angewiesen, oder müsstest Leute systematisch überwachen. Letztere Möglichkeit wäre menschenverachtend und würde die Kosten vermutlich auch noch übersteigen... :nope:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
Würde ich nicht befürworten. Da wärst du dann als Arzt entweder auf die (un)ehrlichen Antworten deiner Patienten angewiesen, oder müsstest Leute systematisch überwachen. Letztere Möglichkeit wäre menschenverachtend und würde die Kosten vermutlich auch noch übersteigen... :nope:
Bei schädlichen Konsumprodukten lässt sich das ja relativ einfach über Steuern regeln.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Dort ja, sinnvoll finde ich das System auch. Wie willst du das aber bei Menschen anstellen, die nicht verhüten?
Kontrollieren kann man das nicht, daher kann man da von staatlicher Seite vermutlich wenig machen. Außer Aufklären, was ja eh geschieht aber eben nicht jeden Hohlkopf der Welt erreicht.

Trotzdem finde ich es nicht richtig, was diese Menschen tun. :zwinker:
 

Benutzer138371  (41)

Beiträge füllen Bücher
Warum Leute da immer noch mitmachen will nicht in meinen Kopf.

Und mir kommt vor, es wird alles auf die leichte Schulter genommen... Ach, ist doch nur HIV... :schuettel:
 

Benutzer141862 

Sehr bekannt hier
Diese Lebensphilosophie ist doch nicht neu. Es gibt Menschen, die mit Pille danach und Abtreibungen "verhüten", es gibt diejenige, die sich mit PEP "schützen". Das entscheidet jeder für sich.

BrooklynBridge, die Kosten für HIV-PEP werden von GKV nicht automatisch übernommen bzw. nur im Einzelfall.
http://www.daignet.de/site-content/hiv-therapie/leitlinien-1/Deutsch_Osterreichische Leitlinien zur Postexpositionellen Prophylaxe der HIV_Infektion.pdf
Jedoch gibt es neben HIV es eine Reihe von anderen STD, deren Behandlung GKV automatisch finanziert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer149315 

Öfter im Forum
I[...], weil dann müssen sie sich wenigstens um die Ansteckung keine Sorgen mehr machen und können sorgenfrei ohne Kondom rumvögeln.

Dies stellt eine Chimäre dar, selbst wenn man die anderen STIs ignoriert, kann man sich auch mit HIV nochmals infizieren, eine sogenannte Superinfektion.


Wer sich bewusst dafür entscheidet und sich über die Gefahren informiert hat, der soll von mir aus so agieren. Ist ja oft auch im Swingerclub gerne so ein Thema, betrifft also nicht nur die LGBT-Szene. Vielmehr trifft es die sündige, promiske Szene.

Aber mal im Kontext gestellt von der Gesamtgefahr, sich eine HIV Infektion einzufnagen, ist es nicht ausserordentlich gross, so dass die Abwägung durchaus nachvollziehbar sein kann. Gepaart mit einer Mentalität, die nicht ein ewiges Leben wünscht und hedonistischen Einstellungen, ist der nächste Schritt dann schnell getan.

Wäre dann noch die Möglichkeit da, sicher aus dem Leben bewusst auszuscheiden, so würden allfällige Konsequenzen noch weniger Probleme machen.

Aber Ich schätze mal, dass es eher die Minderheit ist, die so agieren.
 

Benutzer65998 

Meistens hier zu finden
Auch weil die Tatsache, dass HIV-Positive dank moderner Medikamente nicht mehr ansteckend sind, zu einer starken Aufweichung des Nur-mit-Kondom-Dogmas geführt hat.
Stimmt das? Gibt es Medikamente, die eine Übertragung des HI-Virus verhindern? Oder verstehe ich den Satz gerade falsch?
 
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