Selbstzweifel; Gefühl von einem anderen Planeten zu stammen

Benutzer111415  (28)

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Hey!
Ich habe dieses Semester mein Physikstudium aufgenommen und hatte vorher eigentlich immer die Hoffnung, dass sich gewisse Probleme mit Studienbeginn legen würden...
Bisher war dies leider größtenteils noch nicht so, einige Probleme scheinen sich, aufgrund der Enttäuschung darüber, dass sie nicht plötzlich verschwinden (eine ziemlich utopische Vorstellung, ich weiß), sogar noch zu verschlimmern...
In der Schule habe ich mich immer gelangweilt, hatte aber für gewöhnlich sehr gute bis durchschnittliche Noten. Mir außerhalb der Schule Wissen anzueignen war wie eine Sucht, ohne welche ich noch unglücklicher gewesen wäre. Allerdings stellte sich dann heraus, dass ich anscheinend einiges, was offiziell erst in der Oberstufe drankam, in der Unter- bzw. Mittelstufe vorgearbeitet hatte, was natürlich nicht gerade förderlich dafür, sich in der Oberstufe nicht zu langweilen, war. Evtl. auch aufgrund dieser Tatsache hatte ich ständig das Gefühl, meinem "inneren Zeitplan" hinterherzuhinken, was auch derzeit noch der Fall ist: Am Liebsten würde ich bereits jetzt forschen.
Dazu kommt, dass ich mich ständig unter Druck setze und Panik bekomme, sobald ich nicht binnen ca 5s die gesamte Lösung oder zumindest den Ansatz, welcher sich dann während des Aufschreibens zu einer Gesamtlösung weiterentwickeln sollte, im Kopf habe. Dies ist vermutlich auch ein Grund für meine Prüfungsangst, welche "Black Outs", welche wiederum Selbstzweifel bewirken, bewirkt.
Diese Tatsache und die, dass ich mit meinen Mitmenschen für gewöhnlich nicht so besonders gut zurechtkomme, da ich sie nicht verstehe und sie mich anscheinend ebenfalls nicht verstehen, führen dazu, dass ich mir ziemlich überflüssig und fehl am Platze, ganz so, als wäre ich von Aliens auf diesem Planeten ausgesetzt worden, vorkomme und am Liebsten gar nicht existierte.
Kennt ihr ähnliche Gefühle/ Gedankengänge? Wenn ja, wie habt ihr die beschriebenen Probleme gelöst, falls ihr sie gelöst habt?
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Inwiefern kommst Du mit anderen Menschen nicht gut zurecht? Nenn doch mal Beispiele für Missverständnisse und Kommunikationsprobleme. Gilt das für alle Menschen? Wie siehts mit Familie aus, mit Deinen Eltern, ggf. Geschwistern: Wie nah fühlst Du Dich ihnen, wie verstehst Du Dich mit ihnen? Wie siehts mit Freunden aus?
Selbst wenn das in der Schule schwierig war - jetzt an der Uni sind ja in Deinen Kursen/Vorlesungen/Übungen andere, die sich eigens für Physik interessieren. Wie läuft es da?

Was machst Du gern - außer Dir Wissen anzueignen? Sport, Musik etc. oder andere Hobbys?

Wie sind Deine Eltern mit Deinen Schulproblemen umgegangen? Wurde mal getestet, ob Du hochbegabt bist?
Man kann auch als Einzelgänger leben - nur scheinst Du ja nicht gerade glücklich zu sein damit, dass Du Dich anders fühlst.
 

Benutzer111415  (28)

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Erst einmal vielen Dank für deine schnelle Anwort.:smile:
Die meisten können nicht nachvollziehen, wie ich mich für meine Hobbys interessieren kann und wieso ich alles bis ins kleinste Detail wissen will, meine Wortwahl finden sie seltsam ("Du redest, als wärst du ein 40-jähriger Professor."; "Lass doch mal die Fach-/Fremdwörter weg."), für gewöhnlich muss ich mein Gesprochenes mehrfach wiederholen, bis mich jemand versteht ("Du denkst zu kompliziert."), bzw. in der Schule mussten meine Lehrer das von mir Gesagte für den Rest der Klasse "übersetzen", sofern sie es denn selbst verstanden hatten.
Es gilt für die meisten, ab und an treffe ich mal jemanden, der mich wirklich zu verstehen scheint. Meine Familie findet mich eher seltsam, z.B. wollte ich früher (als ich ca. 4 Jahre alt war) die Hausaufgaben meines Bruders machen, wurde aber ausgeschimpft, weil es "nicht altersangemessen" war. In letzter Zeit scheint sie mit meinem Wesen jedoch etwas besser zurecht zu kommen als früher.
Die meisten meiner Freundschaften sind oberflächliche Zweckfreundschaften, weil ich Freunde für obligatorische Gruppenarbeiten u.ä. benötige und diese Personen auch sehr nett finde, jedoch nicht wirklich mit ihnen diskutieren kann.
An der Uni komme ich schon deutlich besser zurecht, aber wirklich nachvollziehen, warum ich beispielsweise ausschließlich Sachbücher lese können sie auch nicht, wesahlb sie wohl auch versuchen, mich dazu zu bringen, mich "normaler" zu verhalten.
Ich löse sehr gerne mich faszinierende Aufgaben wie z.B. einige Rätsel oder auch mathematische Aufgaben, jedoch nur, wenn ich mich gerade nicht unter Druck setze. Manchmal bringe ich mir auch selber ein wenig Klavierspielen bei, allerdings bin ich dafür häufig zu ungeduldig. Und ich experimentiere gerne. Im Prinzip würde mich auch Kampfsport interessieren, allerdings komme ich dabei für gewöhnlich mit den Hierarchien nicht zurecht.
Sie waren eigentlich immer damit zufrieden, dass ich gute Noten hatte. Als meine Lehrer sie dann darauf hinwiesen, dass ich evtl. im Unterricht unterfordert wäre und es möglicherweise besser wäre, die Schule zu wechseln, sind sie mit mir zu diversen Psychologen gegangen, die meisten davon hielt ich allerdings für inkompetent. Bei einem dieser Psychologen wurde ein solcher Test gemacht, allerdings musste er abgebrochen werden, da ich mich nicht konzentrieren konnte und es noch einige weitere Störfaktoren gab (bis zum Zeitpunkt des Abbruchs kam, wenn ich mich recht entsinne, ein IQ von 122 im mathematischen, logischen sowie räumlichen Denkvermögen heraus, allerdings weiß ich nicht, in wie weit dieses Ergebnis aussagekräftig ist (aufgrund genannter Schwierigkeiten)).
Im Prinzip bin ich ganz gerne alleine, weil ich dann ungestört nachdenken kann etc., allerdings wäre es mir schon lieb, hätte ich trotzdem ein paar mehr Menschen, mit denen ich mich gut verständigen kann...
 

Benutzer53748 

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Auch wenn ich keine Expertin bin... das "klingt" für mich auch nach einer Hochbegabung. Ich findes es schön das du so wissensdurstig bist und dir das anscheinend ziemlich leicht fällt, dir Wissen anzueignen. Es klingt auch plausibel, dass du Schwierigkeiten mit deinen Mitmenschen hast, aufgrund deines Verhaltens. Meine These ist, wer eben viel liest, am liebsten Sachbücher liest und Altersgenossen/-genossinnen auch sonst weit voraus ist was das Wissen anbelangt hat es nicht unbedingt leicht im Kontakt mit anderen. Kann es sein, dass es quasi "Smalltalk" ist, was dir nicht so sehr liegt? "Oberflächlicheres" Gerede, was dich vllt. auch eher langweilt, weil man in der Zeit ja auch über sinnvolleres reden könnte? Ich bin zwar nicht hochbegabt, aber zumindest dieses Gefühl kenne ich (weswegen ich auch keine Partys mag oder Treffen mit mehreren Leuten - man kommt nur oberflächlich ins Gespräch).
Wie wäre es denn, wenn du dich mal nach einer Organisation für Hochbegabte umschaust? Es gibt bestimmt bestimmte Treffpunkte oder zumindest Foren im Internet, wo du dich mal auf deinem Niveau mit deinen Mitmenschen unterhalten könntest...
Wie läuft denn dein Physikstudium? Weißt du schon alles was du gerade lernen sollst? Langweilt es dich? Vielleicht kannst du irgendwie Kurse vorziehen oder sowas? Zu Vorlesungen die keine Pflicht sind würde ich vllt. an deiner Stelle nicht mehr hingehen, wenn du bemerken solltest, das du schon alles weißt.

Liebe Grüße und lass den Kopf nicht hängen, ich bin sicher, es gibt viele die ähnlich ticken wie du und auf Kontaktsuche sind!
*Biene*
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Hm, aber hier drückst Du Dich ja auch so aus, dass man Dich versteht...

Schau Dich doch mal hier um: Startseite - Mensa in Deutschland (MinD)

Was heißt, Du kommst "für gewöhnlich" mit den Hierarchien nicht zurecht? Du könntest Kampfsport auch an der Uni ausprobieren, es gibt im Hochschulsport viele Kursangebote. Da gehts eben erst einmal ums Ausprobieren und nicht um Leistung.

Insgesamt scheinst Du sehr zweckorientiert zu denken und sehr leistungsbezogen zu sein. Gerade im sozialen Miteinander ist es von Vorteil, wenn man sich auch mal auf die Smalltalk-Ebene einlässt und über Sachen redet oder miteinander was macht, ohne dass es einen "Gewinn" bringt in Sachen Wissenszuwachs. Bei einer Tasse Kaffee über Belangloses zu plaudern - das ist sozialer Kitt.
Du bist ja nicht blöd, ggf. sagst Du jetzt, dass Du das alles weißt, aber nicht aus Deiner Haut kannst.
Du musst auch nicht aus Deiner Haut - aber vielleicht kannst Du lernen, mal Pause zu machen und Dich zu entspannen? Das soll kein flapsiges "Chill doch mal" sein.

Mir kam eben noch was in den Sinn - ich bin keine Psychologin, aber Deine Selbstbeschreibung hat mich in manchen Aspekten ans Aspergersyndrom denken lassen.
 

Benutzer75456 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo 386

Zerbrich dir nicht allzu sehr den Kopf darüber. Man lernt im Leben, dass es wichtiger ist auf dem Weg zum Ziel zu sein, als das Ziel an sich. (Sprich, der Weg ist das Ziel). Die schwierigste Aufgabe ist es sein Leben zu vereinfachen, es ist sehr sehr einfach es kompliziert werden zu lassen. Manchmal liegt die Lösung näher als man denkt und oft ist es besser sich mal umzudrehen und ein Schritt vorwärts zu machen.

Du hast jetzt setzt knapp eine Seite damit verbracht zu erzählen wie schlau und toll du bist. Ich schreibs' jetzt mal ganz provokativ, aber es beschäftigt sich nicht mit deinem Problem! Du hast viel erreicht und du weisst sicherlich immens viel. Die Erfahrung aber und das Gespür mit Menschen zurecht zu kommen steht nicht in den Büchern, man muss es erleben und lernt dadurch. Lass dich auf Menschen ein und versuch für andere zB Freunde die Neugierde auf zu bringen, die du für Sachbücher und Anderes aufbringst, denn sie sind genau so Interessant und haben ein spannendes Leben mit tollen Geschichten.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Off-Topic:
Text auf "www.aspergia.net":

Es hatte richtig ausgesehen. Ein Globus mit allem, was man braucht: Wasser, Pflanzen, Tiere, Luft. Der Landeanflug gelang. Und nun warst du hier. Auf dem Planeten, den man Erde nennt. Doch ziemlich schnell entdecktest du, daß trotzdem etwas nicht stimmte. Da waren diese anderen Geschöpfe, Menschen geheißen wie du selbst. Eigentlich hättest du dich mit ihnen anfreunden sollen. Dich fühlen sollen wie eine/r unter ihnen. Du konntest es nicht. Denn du bist anders.

Autismus in den verschiedenen Varianten wird manchmal als Oops, wrong planet - Syndrom bezeichnet. Menschen mit autistischen Zügen leiden darunter, daß sie anders sind als die meisten Menschen und deshalb oft anecken. Hinzu kommt, daß den meisten Mitmenschen nur die schwere Variante des Autismus bekannt ist, der frühkindliche Autismus. Personen mit Asperger Syndrom werden nicht als autistisch erkannt, und oft genug wissen sie nicht einmal selber um ihr Handicap.
 

Benutzer103916 

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naja du könntest versuchen, deine forschungen etwas mehr auf den zwischenmenschlichen bereich zu konzentrieren :zwinker: auch zwischenmenschliche interaktion kann sehr spannend sein und dir helfen, vielleicht deine mitmenschen etwas besser zu verstehen.
der großteil der menschen interessiert sich nicht in dem extrem maße wie du für physik bzw forschung etc. das mag für dich schade (und unverständlich) sein, aber betrachte es doch als rätsel (ohne dich unter druck zu setzen) freunde zu finden bzw andere menschen kennenzulernen.
außerdem solltest du dir eine beschäftigung suchen, bei der du komplett abspannen kannst. vielleicht ein "hobby", dass auf kein konkretes ziel hinausläuft? zb saunieren oder so.
 

Benutzer38199  (38)

Verbringt hier viel Zeit
Finde mich in deinem Schreiben wieder!

Meine Vorschreiber haben eigentlich das Wichtige schon für Dich zusammengefasst.
Deine Probleme sind eindeutig im zwischenmenschlichen Bereich ortbar.
Du scheinst einfach NOCH keine ausgereifte soziale Ader in dir oder noch nicht so weit freigeräumt zu haben, um an ihr Wertschöpfung zu betreiben.
Gerade als Physikstudentin, ich habe Mathematik studiert, trifft man doch KollegInnen an der Uni, die einem weithoch überlegen sind, gerade wenn man selbst noch aus der Schule glaubt, der Größte zu sein. Gerade dieser Umstand sollte Dir doch auch Alternativen aufzeigen, dass die eigenen Defizite nichts mit der Umwelt zu tun haben. Es gibt doch sicher auch brillante Hirne mit ausgeprägtem Sozialleben an deinem Institut. Orientiere dich an solchen Figuren.

Meine Schulbiographie ist fast ident mit deiner beschriebenen Situation gewesen. Ich hatte in der Oberstufe bis zum Abitur jährliche Fehlstunden über jeweils rund 400h.
Das Studium konnte meinen Antrieb zuerst, mit 18, auch nicht steigern und ich trug die sozialen Defizite weiter.
Ich ließ das Studium bis etwa 23 brachliegen, bis ich endlich durchstarten konnte.

Dazwischen rackerte ich mich mit den furchtbarsten Jobs durch. Wurzel des Übels war, wie ich heute weiß, einfach eine soziale Unreife. Auch heute bin ich noch eher jemand, der das Alleinesein genießt und muss mich noch immer manchmal zu "sozialen Events" zwingen.

Glaube mir, berücksichtige die Tipps und Ratschläge meiner Vorposter hier. Lege Dir ein dickes Fell zu, wenn Leute Dich mit deinen Defiziten konfrontieren und reflektiere darüber. Die Ressourcen dazu hast du ja.

Zwinge dich einfach zu sozialen Aktivitäten und lerne, ehrliches Interesse an Leuten zu entwickeln.
Du bist noch sehr jung. Glaube mir, das Leben machen erst die richtigen Leute um dich herum interessant und lebenswert.
Nicht das Formelheft oder Rätselbuch.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Teilweise kommt mir deine Geschichte irgendwie bekannt vor... denn in der Schule war ich auch immer unterfordert, habe mich dauernd gelangweilt und habe mit minimalem, bzw. nicht vorhandenem Lernaufwand immer gute Noten geschrieben.
Und danach habe ich - genau wie du - angefangen, Physik zu studieren - und schlagartig war es bei mir vorbei mit der Unterforderung und Langeweile... - aber so wollte ich es ja :zwinker:

Gleich mal eine Sache vornweg: Im Physikstudium musst du dich damit abfinden, dass du längst nicht Alles auf Anhieb verstehen wirst, dass du dich hinsetzen und lernen musst und dass du selbst dann nicht alles verstehst. - Selbst wenn du ohne jeglichen Lernaufwand ein 1er Abi aus dem Ärmel geschüttelt hast. (In meinem Semester gab es ein paar wirklich helle Köpfe, die Klassen übersprungen haben, bei Jugend Forscht Preise abgesahnt haben, usw. - und selbst die haben längst nicht Alles verstanden)
Aber das ist auch überhaupt kein Problem. Im Studium erwartet niemand von dir, alles wirklich verstanden zu haben. Selbst in einer Diplomprüfung kann man eine 1,0 bekommen, obwohl man längst nicht jede Frage richtig beantwortet hat.
Von daher muss man einfach von diesem persönlichen Anspruch, Alles verstehen zu wollen, weg kommen.

Aber mit deinem Wissensdurst und Forschungsdrang bist du ja wirklich prädestiniert für das Physikstudium!
Und auch wenn du selbst für einen Physikstudenten evtl. ein ziemlicher "Freak" bist (nicht böse gemeint), dürftest du im Studium noch am ehesten Gleichgesinnte finden, mit denen du dich auf entsprechend hohem Niveau unterhalten kannst. - Viel eher als sonst irgendwo, wo die meisten Leute nur ungläubig die Augen verdrehen, wenn man ihnen nur erzählt, dass man Physik studiert.

Und ich könnte mir - genau wie meine Vorredner - auch durchaus vorstellen, dass du hochbegabt sein könntest.
Vielleicht wäre es ja sinnvoll, in dieser Hinsicht ein paar Test zu machen und zu schauen, ob du nicht bei Mensa ein paar Gleichgesinnte findest...


Und offensichtlich hast du ja durchaus das Bedürfnis, mit anderen Menschen besser zurecht zu kommen, Freunde zu finden, usw.
Kannst du diese Welt der Sozialkontakte nicht auch als interessantes und spannendes "Forschungsgebiet" ansehen? - Als Bereich, in dem du deine Kompetenzen und Fähigkeiten verbessern könntest...
Das einzige Problem bei dieser Sache: Mit Logik wirst du hier nicht weit kommen... da braucht man irgendwie andere Denkmuster, die mir selbst auch oftmals ziemlich fremd sind, weil die meisten anderen Menschen einfach oftmals nicht logisch denken und logisch handeln, sondern sich von irgendwelchen irrationalen Gefühlen leiten lassen, die für dich höchstwahrscheinlich mindestens genau so unverständlich sind wie für mich.
 

Benutzer110265 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich kann dir nur ganz dringend raten, dich um deine sozialen Kontakte zu kümmern, zu versuchen offen auf deine Mitmenschen zuzugehen und echte Freundschaften aufzubauen. Ich sitz selber gerade an meiner Bachelorarbeit in Physik, und kann viele Dinge, die du schreibst sehr gut nachvollziehen. Egal wie gut du in deinem Fach bist, das nützt dir einen Scheiß wenn du nicht glücklich bist. Ich selbst musste viele Verhaltensweisen ändern, um mit anderen Menschen zurechtzukommen und in ein gesundes soziales Umfeld hineinzufinden. Dazu gehört auch z.B. dass man sich ehrlich für andere interessiert, auf sie eingeht und sie respektiert. Diesen Aspekt fand ich am schwierigsten und daran hab ich immer noch ganz schön zu knabbern. Wenn man jahrelang in Büchern seine freie Zeit verbracht hat und sich von anderen unverstanden und abgewiesen gefühlt hat, ändert man sowas nicht von heute auf morgen. Aber man kann es ändern, und das sollte man auch, wenn man mit seiner Situation unzufrieden ist (und ich bin sicher, das ist dann jeder). Was meine Vorposter bzgl. Asperger geschrieben haben, scheint mir auch für eine Möglichkeit zu sein, das solltest du auf jeden Fall mal abklären.
 
1 Woche(n) später

Benutzer111415  (28)

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Hey!
Eigentlich wollte ich schon viel früher antworten aber leider kam ich nicht dazu...
Ich werde versuchen, eure Fragen so gut wie möglich zu beantworten, damit es aber nicht so viel auf einmal ist und da es schon relativ spät ist (und ich gerade eine lange potenzielle Anwort aus Versehen gelöscht habe), werde ich die komplette Anwort nach und nach verfassen.
@Biene: Smalltalk liegt mir tatsächlich nicht, ich finde es sinnlos und mein Gehirn ist dann quasi im "Leerlauf", so dass ich aggressiv werde...
Eine solche Organisation fände ich im Prinzip sehr interessant, nur leider müsste ich dafür vermutlich einen Test machen und davor habe ich ja gerade Angst...
Bei den Physikaufgaben denke ich leider häufig darüber nach, dass ich das bestimmt eh nicht könnte, da ich ja kein Physik in der Oberstufe hatte und das Studium sowieso total schwer sein soll, und komme gar nicht so recht dazu, über die Aufgaben nachzudenken. Wenn ich es aber schaffe, löse ich die Aufgaben meistens auch korrekt. Den Inhalt der Mathevorlesungen kann ich bereits, allerdings kommen bei den Übungsaufgaben meistens neue Themen dran, so dass diese eigentlich ganz interessant sind. Ich befürchte nur, dass ich noch fauler werden könnte, würde ich nicht zu Vorlesungen gehen...
Danke für die Aufmunterung! :smile:
 

Benutzer53748 

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Hi 386,

das mit dem Test scheint schwierig zu sein, daran habe ich nicht gedacht, tut mir leid. Aber du bist sicher nicht die erste, die ein derartiges Problem hat. Ich würde offen und konfrontativ damit umgehen und dann mit der Organisation sprechen ob sich nicht eine andere Möglichkeit bietet. Eine, die vllt. eine angenehme Herausforderung für dich ist, nur eben nicht in "Testform". Ich weiß nicht ob das rüberkommt was ich meine.. also vllt. das sie dich an einem Gemeinschaftstreffen, wenn es so etwas gibt, einfach teilhaben lassen und sie sich ja dort einfach mal mit dir unterhalten können. Bzw. dich sprechen lassen mit anderen Jugendlichen die ähnlich begabt sind und die hinterher fragen ("was glaubt ihr - hochbegabt ja/nein?). Ich gebe zu, das ist ein ziemlich unstrukturiertes Modell und in unserem bürokratischen Deutschland, wo ja alles immer so gehen muss wie es festgeschrieben ist auch sicher etwas schwerer. Aber vllt. lässt sich irgendeine Lösung in die Richtung finden... nur wenn du sie nicht fragst und deine Schwäche nicht eingestehst, wirst du es auch nie herausfinden :zwinker:.
Wer etwas versucht kann verlieren.. wer es nicht versucht hat schon verloren... der Spruch fällt mir gerade noch dazu ein :zwinker:.

LG und Kopf hoch

*Biene*
 

Benutzer65700 

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Hallo 386,

Mosquito hat ein paar sehr gute Fragen gestellt.
Hier im Forum schaffst du es doch auch, dich ohne viele "Fremndwörter" zu unterhalten. Warum geht das im "echten" Leben nicht?
Ebenso die interessante Frage: Was heißt, du kommst mit der Hierarchie nicht zurecht?

Bei den Physikaufgaben denke ich leider häufig darüber nach, dass ich das bestimmt eh nicht könnte, da ich ja kein Physik in der Oberstufe hatte und das Studium sowieso total schwer sein soll, und komme gar nicht so recht dazu, über die Aufgaben nachzudenken.
Du zerbrichst dir über relativ vieles den Kopf. Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, woher diese Prüfungsangst bei dir kommt?
Hast du bereits versucht, irgendwie diese Nebengedanken beim Lösen einer Aufgabe wirklich in den Griff zu bekommen?
Sprich: Dir Zeit nehmen um alle möglichen Ursachen ergründen und anschließend eine Lösung dafür zu finden?

Wie sieht es denn mit deinen Mitstudenten aus? Da sind doch sicherlich auch ein paar intelligente Köpfe dabei, mit denen du dich über weniger "belangloses Zeug" unterhalten könntest?
 

Benutzer25801 

Verbringt hier viel Zeit
für mich hört sich das mehr nach Depressionen oder noch mehr nach ADS an ...
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
@Biene: Smalltalk liegt mir tatsächlich nicht, ich finde es sinnlos und mein Gehirn ist dann quasi im "Leerlauf", so dass ich aggressiv werde...
Das kommt mir irgendwie bekannt vor...
Ich werde zwar nicht aggressiv, aber ich langweile mich einfach, wenn ich Smalltalk führen soll, verliere das Interesse, schweife gedanklich ab und habe keine Ahnung, was ich sagen sollte, wenn man sich eigentlich über gar nichts unterhält, aber trotzdem miteinander redet.
Bei Gesprächen über irgendwelche konkreten Themen, mit denen ich irgendwie ein wenig anfangen kann, habe ich dagegen überhaupt kein Problem.
Eine solche Organisation fände ich im Prinzip sehr interessant, nur leider müsste ich dafür vermutlich einen Test machen und davor habe ich ja gerade Angst...
Angst ist etwas, das es zu überwinden gilt! - Das ist für dich eine Herausforderung, der es sich zu stellen gilt, weil sich die Sache für dich lohnen könnte.
Ohne irgendwo über deinen Schatten zu springen, wirst du nicht weiter kommen.
Bei den Physikaufgaben denke ich leider häufig darüber nach, dass ich das bestimmt eh nicht könnte, da ich ja kein Physik in der Oberstufe hatte und das Studium sowieso total schwer sein soll, und komme gar nicht so recht dazu, über die Aufgaben nachzudenken.
Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.
Bisher warst du meistens geistig unterfordert - aber wenn du endlich mal gefordert wirst, ist dir das auch nicht recht?
 

Benutzer111415  (28)

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Hey, ich werde meine Anwort mal fortsetzen.
@mosquito: Danke für den Link, ich werde ihn mir mal ansehen. :smile:
Ich sehe die theoretischen Autoritätspersonen meistens nicht als solche an, da sie ihre Forderungen nur selten logisch begründen können (das ist zumindest meine bisherige Erfahrung), und ecke damit häufig an.
Das werde ich wohl auch tun, ich war bereits letzthin beim Judo und es war an sich auch recht gut, nur tauchte auch dort wieder das beschriebene Problem mit den Hierarchien auf.
Mich zu entspannen hat bisher leider noch nicht so gut funktioniert, da ich (fast) jedes Mal an das, was ich alles noch tun muss, denke...Auf die Pflichten konzentrieren kann ich mich allerdings leider auch nur recht schwer, weil ich häufig irgendwie einfach zu deprimiert bin, obwohl mir die Uniaufgaben eigentlich Spaß machen...

@Morgen: Es entsprach nicht meiner Absicht, zu beschreiben wie klug oder toll ich wäre, ich versuchte nur, mein Problem verständlich zu machen und beschrieb dazu sowohl meine subjektive als auch die (evtl. objektivere) Sichtweise anderer, welche ich bisher bemerkte.
Ich interessiere mich aber nun mal kaum für Menschen und bezweifle, dass es so sinnvoll wäre, Interesse zu heucheln... Zwischenmenschliche Beziehungen scheinen etwas mit Gefühlen, welche wiederum unlogisch erscheinen, zu tun zu haben und ich verstehe nur logisches... Zwei Beispiele, die dies vllt. verdeutlichen:
1.: Der Freund einer Freundin von mir hatte Schluss gemacht, ich meinte zu ihr, sie solle froh sein, dass sie ihn endlich los wäre, weil er ihr offenbar nicht guttäte, daraufhin war sie gekränkt und ich weiß bis heute nicht, warum.
2.: Auf Beerdigungen habe ich größte Mühe damit, nicht zu grinsen, weil die Situation, dass 2 Std. lang alle traurig und schwarz gekleidet sind und davor und danach ihren ganz alltäglichen Beschäftigungen nachgehen, einfach so absurd wirkt...
In beiden Fällen konnte ich aus den Reaktionen anderer schließen, dass ich mich wohl nicht korrekt verhielt, ich kann jedoch nicht nachvollziehen, wieso mein Verhalten nicht korrekt war.
Danke für die vielen Antworten! :smile:
 

Benutzer96466 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hi 386,

aus deinen bisherigen Posts würde ich auch auf Asperger tippen. Die Probleme im Umgang mit Gefühlen klingen wirklich danach.

Für Dich könnte es wichtig sein, dich ein bisschen mehr auf die Gesellschaftlichen Normen einzustellen, so das du deine Schnittstellenkompatibilität zum Rest der Menschheit nicht ganz verlierst (oder wieder etwas mehr aufbaust). Smalltalk erfüllt ja wichtige soziale Funktionen (behaupte ich mal, kann dir aber auf die Schnelle kein Paper oder sowas ergoogeln, das diese genauer beschreiben würde, wenn du aber mal länger bei google scholar oder PubMed recherchierst findest du bestimmt was dazu).

Es ist halt wichtig, das du soweit funktional bist, das du mit dem Rest der Gesellschaft soweit interagieren kannst, das du keinen Leidensdruck hast. Es geht ja garnicht, das du dich komplett "verstellst", sondern nur, das du dich mit deiner Spezialität im Leben zurechtfindest.

(Wieso eigentlich _3_86, und nicht 486 oder 586? Magst du die neueren nicht?)
 

Benutzer38199  (38)

Verbringt hier viel Zeit
Du sollst nicht Interesse heucheln, sondern Empathie entwickeln.

Kindchen, die größten Mathematiker/Physiker/Logiker wie Gauß, Descartes, Cauchy, Braun, Heisenberg und Einstein usw. waren Charismatiker.

Du im Gegensatz bist im Moment ein sozialer Totalausfall und wirst in diesem Leben mit deinen beschränkten Fähigkeiten/Fertigkeiten noch einen Frontalunfall erleben.

Bist du tatsächlich nicht im Stande, deine Mängel als solche zu erkennen? Du bist hochmütig.

Lass dich einmal wirklich auf dieses Syndrom da untersuchen.

Aber denke nicht, dass non-Syndrom bedeutet, dass du normal wärest.
Logisch gesehen hättest du zwar kein Syndrom, aber menschlich betrachtet einen gewaltigen Sprung in der Schüssel. :rolleyes:

Mädl, wirf dich ins Arbeitsleben, gehe ins Ausland für ein Jahr. Versuche, alleine zu überleben.

Unibetrieb, top ausgebildet und dann ins Berufsleben? Bei dir zeichnet sich ein sehr trostloser Lebensverlauf ab.

Frage: Hast du jemals in deinem Leben eine tiefe emotionale Erschütterung erlebt wie den Verlust eines sehr nahen Angehörigen (Geschwister, Eltern)? Ich gebe mir die Antwort darauf selbst: Nein!. Egal, was du antworten wirst, ich weiß, dass es so ist. :grin: Ev. Lügengeschichterl bringen dir da jetzt auch nichts :jaa:

Aber ich möchte optimistisch abschließen: Du musst einfach erwachsen werden, Kindchen.

Nachtrag: Was mir wahnsinnig geholfen hat, war 2 Jahre freiwillig als Rettungs- und Notfallsanitäter zu arbeiten. Wenn du das erste Mal das Blut eines Kleinkindes vom Plafond des Einsatzwagens nach einem Autounfall putzt oder die Mutter eines Jugendlichen tot im Schlafzimmer findest, oder eine alte Dame ins Krankenhaus bringst und sie fürchtet, nicht mehr lebend rauszukommen, dann, ja dann Fräulein erkennst du vielleicht....
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
So nicht, Schnitzelhaus - Dein Beitrag wirkt enorm herablassend, nicht nur wegen der Titulierung als "Kindchen, Mädchen" etc. Vielleicht willst Du 386 etwas zeigen, nämlich dass auch andere hochmütig sein können - nur funktioniert das bei uns so nicht.

Also bitte künftig einen vernünftigen Umgangston wählen.
 
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